Höttinger Saalschlacht
Nationalsozialisten hatten zum Zweck der Provokation mitten in der roten ArbeiterInnenhochburg Hötting eine Versammlung abgehalten, die von Sozialisten und Kommunisten gesprengt wurde. In den gewalttätigen Kämpfen gab es zahlreiche Verletzte auf Seiten der Linken und der Nazis. Ein Nationalsozialist, Sylvester Fink, kam ums Leben.

Straßenumbenennungen während und nach der NS-Zeit
Attribute
Nach der Machtergreifung der NSDAP wurden die Stadtgrenzen Innsbrucks erheblich erweitert. Am 1. Oktober 1938 wurden die selbstständigen Gemeinden Hötting, Mühlau und Amras in Innsbruck eingemeindet, am 1. April 1940 Arzl, am 1. April 1942 Vill und Igls.
Auch bei den Straßennamen ergaben sich große Veränderungen. Viele Straßen, Gassen und Plätze wurden umbenannt, vor allem nach Männern, die sich um den Nationalsozialismus verdient gemacht hatten.
Auch zwei Tiroler NS-„Märtyrer“ wurden gefeiert, indem die Schneeburggasse Sylvester-Fink-Straße und die Fallmerayerstraße Friedrich Wurnigstraße getauft wurde. Fink kam in der „Höttinger Saalschlacht“ im Kampf gegen SozialdemokratInnen und KommunistInnen ums Leben, Wurnig war zum Tode verurteilt worden, nachdem er den Polizeikommandanten von Innsbruck, Franz Hickl, anlässlich des NS-Juliputsches 1934 getötet hatte.
Das Namensschild des Platzes vor dem Landestheater, der nach der Ermordung des autoritär regierenden Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß im Juli 1934 durch die Nationalsozialisten in Dollfußplatz umbenannt worden war, wurde nach dem „Anschluss“ im März 1938 abgehängt. 1938 erfolgte die Namensänderung in Adolf-Hitler-Platz. Grund dafür war, dass er sich hervorragend als Aufmarschplatz eignete.
Nach 1945 sollten alle nationalsozialistischen Erinnerungszeichen aus dem öffentlichen Raum gebannt werden. Die Wurnigstraße wurde wieder in Fallmerayerstraße umbenannt, die Sylvester-Fink-Straße erneut in Schneeburggasse. Die Tafel des Adolf-Hitler-Platzes wurde wieder abmontiert, doch bis heute hat dieser stadtprägende Platz keinen eigenen Namen erhalten.
Eine Reihe von Straßenumbenennungen, die während der siebenjährigen NS-Herrschaft in Innsbruck vorgenommen wurden, blieben auch nach 1945 aufrecht, da sie in keinem Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gesehen wurden.
Wie schwer sich die Tiroler Gesellschaft und Politik tat, den Opfern des NS-Regimes sowie den Widerstand in die Tiroler Gedächtnislandschaft aufzunehmen, erweist sich auch am Beispiel der Straßenbenennungen. Erst ab den 1980er Jahren ist ein allmähliches Umdenken fest zu stellen. Allerdings gingen die Benennungen von Straßen, Gassen und Plätzen nach Opfern und Widerstandskämpfern nicht immer ohne Widerstand vor sich. Aus diesem Grund fehlte oft der Mut, bedeutende Orte auszuwählen. Auch der späte Zeitpunkt des Setzens derartiger öffentlicher Erinnerungszeichen sorgte dafür, dass diese Menschen in der Regel nur kleine unbedeutende Wege, oft an der Peripherie Innsbrucks, etwa in der Rossau, zugesprochen erhielten.
Auffällig ist, dass es sich bei den Opfern bzw. Widerstandskämpfern, nach denen Straßen, Gassen, Plätze oder Wege benannt wurden, mit Ausnahme des Freigeistes Franz Mair ausschließlich um Menschen handelt, die aus dem bürgerlichen bzw. katholisch-konservativen Milieu kommen. Der linke Widerstand bzw. Opfer aus dem sozialdemokratischen oder kommunistischen Milieu blieben ausgeschlossen. Dazu kommt eine eklatante Benachteiligung von Frauen, die nur mit Edith Stein vertreten sind, die in keinen Zusammenhang zu Tirol steht.

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