Oktober 11th, 2012 Daniel Meßner
Einen Tag nach Christi Himmelfahrt findet jedes Jahr in Weingarten eine Reiterprozession zu Ehren des Heiligen Blutes Christi statt – eine Blutreliquie, die das Blut Jesu enthalten soll. Der sog. Blutritt ist einer der größten Kulte um eine Blutreliquie weltweit. Mit Geschichte(n) und Überlieferungen von und über Blutreliquien beschäftigt sich der Historiker Johannes Dillinger, der in dieser Episode erklärt, was ihre Besonderheit ausmacht und warum es bei den Kulten um das Blut Jesu vor allem um die Ernte geht und sie den Vatikan nicht selten in Erklärungsnot bringen.

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Oktober 5th, 2012 Daniel Meßner
Anfang der 1980er Jahre gründete eine kleine Gruppe um den charismatischen Wau Holland in Berlin/Hamburg eine “galaktische Vereinigung ohne feste Strukturen” – mittlerweile zählt der Chaos Computer Club zu den wichtigsten Vereinen, was die Themen Netz, Technik und Gesellschaft betrifft. Der Historiker Matthias Röhr hat zu den Ursprüngen des CCC geforscht und er erzählt in dieser Episode, wie die Ideen des Hackings und Phreakings im alternativen Milieu Deutschlands der 1980er Jahre Fuß fassten und zur Entstehung des Chaos Computer Clubs führten.

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Januar 9th, 2012 Daniel Meßner
Die Gefahr lauert überall, denn: Jede menschliche Tätigkeit ist unfallbelastet – jedes Ding ist ein potentieller Gefahrenherd. Und so wird gerade in der Moderne die Zukunft häufig als kommende Katastrophe imaginiert: auf Kinoleinwänden, in der Literatur, aber ebenso in den Laboren der Szenariotechnik oder Statistikbüros von Versicherungen. Die Kulturwissenschaftlerin Eva Horn erklärt in dieser Folge, warum Untergangsszenarien einen besonderen Reiz auf uns ausüben und wie wir immer stärker versuchen, Zukunft abzusichern und zu prognostizieren.

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November 25th, 2011 Daniel Meßner
Publikationswege verändern sich nicht nur in der Musikindustrie: Mit der Open Access-Bewegung ist ein Paradigmenwechsel in der Wissenschaftskommunikation eingeläutet, mit dem Ziel, wissenschaftliche Literatur frei zur Verfügung zu stellen. Guido Blechl, Leiter der Arbeitsgruppe Open Access an der Uni Wien, erklärt in dieser SdK-Folge, wie Open Access – ob golden oder grün – die klassische Verlagsstruktur verändert und warum niemand der wissenschaftlich publiziert umhin kommt, sich mit Open Access zu beschäftigen.

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November 11th, 2011 Daniel Meßner
Die Zukunft von der theologischen Determination freischaufeln: Während Zukunft in der jüdisch-christlichen Vorstellung wie eine Wand ist, die auf einen zukommt und nicht gestaltbar ist, wandelt sich im 17. Jahrhundert der Umgang mit der Zeit und gewinnt gerade die Zukunft neue Bedeutung. Der Historiker Achim Landwehr erklärt in dieser SdK-Folge, warum die Seiten der Kalender immer weißer wurden und warum Astrologie vielfach als eine Alternative zur völligen Gestaltbarkeit und Offenheit von Zukunft angesehen wurde.

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Oktober 28th, 2011 Daniel Meßner
Wer interessiert sich für Gender Studies in Russland? Die Historikerin und Soziologin Therese Garstenauer – vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte – erklärt in dieser SdK-Folge, warum der “Osten” immer woanders ist, nämlich weiter östlich und warum Interdisziplinarität für ForscherInnen gefährlich sein kann. Sie beschreibt, wie sie Interviews mit WissenschaftlerInnen über die Entwicklung und internationale Vernetzung russischer Geschlechterforschung mit Hilfe einer Korrespondenzanalyse auswertete.

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Oktober 19th, 2011 Daniel Meßner
Eigentlich war ich auf der Suche nach neuen Fragestellungen für die Podcast-Reihe “Stimmen der Kulturwissenschaften“. Dafür lese ich gerade das – sehr zu empfehlende – Buch “Geschichte als Passion” von Alexander Kraus und Birte Kohtz. In Interviews mit HistorikerInnen bzw. WissenschaftsforscherInnen – darunter so namhafte ForscherInnen wie Lorraine Daston oder Hans-Jörg Rheinberger – gehen sie der Frage nach, was HistorikerInnen eigentlich tun, wenn sie Geschichte schreiben:
Wie entsteht das Wissen von der Vergangenheit, das der Begriff “Geschichte” bezeichnet? (S. 8)
Zunächst hat mir die grundsätzliche Beschäftigung über die Frage nach dem Mehrwert eines Gesprächsformats gefallen.
I don’t even believe in interviews. What are you getting from me? You are not getting any definitive statement. You’re getting another version. (S. 24)
So reagierte Hayden White auf den Wunsch von Ewa Domanska, ihn zum 20. Jahrestag von Metahistory zu interviewen.
Alexander Kraus und Birte Kohtz haben die Gespräche sehr gut vorbereitet, indem sie viele der Texte ihrer InterviewpartnerInnen gelesen haben und in ihren Fragen darauf Bezug nehmen. Zufällig habe ich gestern in einem Podcast ein Interview gehört, bei dem es auch um Wissensvermittlung durch Interviewgespräche geht. Tim Pritlove – der im Podcastformat Raumzeit ForscherInnen der ESA und des DLR befragt – argumentierte, dass er nicht allzu vorbereitet in ein Interviewgespräch geht, um Serendipity-Effekte zu ermöglichen. Der Vorteil dabei ist, dass sich der Moderator – stellvertretend für die ZuhörerInnen – das Thema im Verlaufe des Gespräch aneignen kann.
Die Bezeichnung “Serendipity” geht zurück auf das Märchen “Drei Prinzen aus Serendip” des persischen Dichters Amir Khusrau, wobei die Begriffsschöpfung vom englischen Dichter Horace Walpole stammt.
Der Begriff „Serendipity” bedeutet demnach eine durch Zufall, Glück und Scharfsinnigkeit ermöglichte Entdeckung. Diese setzt die Fähigkeit zur freien Assoziation und Offenheit für ungewöhnliche Beobachtungsweisen voraus.
Auf eine interessante Wendung des Serendipity-Themas bin ich gestoßen, nachdem ich zufällig im Anschluss an das Podcast-Interview das erste Gespräch mit Julia Voss aus “Geschichte als Passion” gelesen habe. Ich wusste zunächst nicht warum, aber irgendwie hat mich ein Teil des Podcast-Interviews nicht besonders überzeugt.
Der Teil nämlich, indem Tim Pritlove erklärte, dass ihn die Konsequenz mancher Raumfahrt-WissenschaftlerInnen beeindruckte. Dass manche, seit sie das erste Mal ein Kinderbuch über Raumfahrt in Händen hielten, wussten, dass Sie einmal für die Raumfahrt arbeiten wollen. Diese stringente Lebensplanung wurde als durchweg positiv beschrieben, nach dem Motto: “Die wissen, wo sie hingehören.” Wenn es um Lebensläufe geht, wird der Serendipity-Effekt in sein Gegenteil verkehrt. Das wiederum – und ich hoffe, hier schließt sich der Kreis – hat Julia Voss sehr schön als Konstruktion entlarvt, wenn sie sagt:
Gerade bei amerikanischen wissenschaftshistorischen Büchern gibt es oft diese Einleitungen à la “when I was a child my mum told me and my questions has always been”, doch ich glaube, dass sie ganz oft frei erfunden sind. (S. 58)
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Oktober 7th, 2011 Daniel Meßner
Kriminalität ist im Sinne der Kriminalsoziologie kein Verhaltens- oder Personenmerkmal, sondern eine zugeschriebene Bedeutung – eine gesellschaftliche Zuschreibung. Walter Fuchs vom Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie erklärt in dieser SdK-Ausgabe, inwiefern die strafrechtliche Verurteilung von Unternehmen einen juristischen Systembruch darstellt, weil jede Strafe eigentlich intentionale Handlungen voraussetzt.

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September 28th, 2011 Daniel Meßner
Von 15. bis 16. Oktober findet im sektor5 das erste Podcast BarCamp in Österreich statt.
Ein BarCamp ist eine Ad-hoc-Nicht-Konferenz, bei der die Talks und Präsentationen jeweils am Vormittag vereinbart werden. Ziel des Podcast BarCamps ist es, alle PodcasterInnen, angehende PodcasterInnen, PodcasthörerInnen und alle Interessierten zusammenzubringen und über alle Themen zu diskutieren, die wichtig sind, um einen Podcast zu produzieren und zu hören.
Twitter: @Podcastcamp | Hashtag: #pccvie
Anmeldung: http://www.barcamp.at/Podcast_BarCamp#Anmeldung

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September 13th, 2011 Daniel Meßner
Elektrizität spielt bei der Beschreibung von Medien eine wichtige Rolle und ist gleichzeitig verknüpft mit einem Fernwirkungsphantasma. Medien als unmittelbar – instantan – zu charakterisieren, baut letztlich auf der Negation von Medialität auf. Auch für Marshall McLuhan – der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre – ist Unmittelbarkeit bedeutender Ausgangspunkt seiner Medientheorie, deren zentrale Idee das Global Village ist. Florian Sprenger erklärt in dieser SdK-Folge, was Elektrizität, Telegrafie und Marshall McLuhan miteinander zu tun haben.

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August 21st, 2011 Daniel Meßner
Von Einzelfällen zu einer allgemeinen Aussage: Mit Hilfe des Induktionsbegriffs entwickelte Edgar Zilsel Ideen einer kollektiven Wissensproduktion. Gleichzeitig vermengen sich seine politische Aktivität als Austromarxist in den 20er und 30er Jahren in Wien und seine epistemologischen Fragestellungen. Monika Wulz erklärt in dieser SdK-Folge, warum bei der Induktion die Theorie immer über die Einzelbeobachtungen hinausgeht und Zilsel Wissen daher als unabgeschlossenes Projekt betrachtet.

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Juli 28th, 2011 Daniel Meßner
People lie, the Evidence doesn’t lie: Neue Stimmen der Kulturwissenschaften-Ausgabe mit Barbara Prainsack über DNA als Identifizierungstechnik und die Auswirkungen der DNA-Technologie auf Straftäter. Mit dabei ist diesmal auch Christoph Musik als Mitfragensteller.

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Juli 14th, 2011 Daniel Meßner
Neue SdK-Ausgabe mit Désirée Schauz, Dilthey-Fellow im Fachgebiet Technikgeschichte an der TU München, über neuzeitliches Wissenschaftsverständnis zwischen Selbstbestimmtheit und gesellschaftlicher Nutzenerwartung und historisches Arbeiten mit Google Books.

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Juli 7th, 2011 Daniel Meßner
Neue SdK-Episode mit Carmel Vaisman von der Hebrew University in Jerusalem über Hate Speech und Trolling. Die Ausgabe ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Thomas Lohninger, der den Podcast Talking Anthropology macht.

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