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Der Einsatz von Torlinientechnologie bei der Fußball WM 2014 und die Frage, ob es funktioniert

Februar 20th, 2013 Christoph Musik

Wie auch in unterschiedlichen deutschsprachigen Medien berichtet wird (z.B. sport.orf.at, sportschau.de) hat gestern die FIFA erklärt, dass bei der FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien sowie beim Konföderationen-Pokal 2013 sog. Torlinientechnologie (GLT; Goal Line Technology) zum Einsatz kommen soll. Im April soll es eine Entscheidung geben, welche Technologie letztendlich verwendet wird. Bisher sind zwei Technologien lizenziert worden: Hawk-Eye und GoalRef. Während Hawk-Eye, welches bereits im Tennis und Cricket verwendet wird, über sechs bis acht Kameras und visuelle Triangulation den Standort des Balles abschätzt, ist GoalRef ein niederfrequentes magnetfeldbasierendes Funksystem, entwickelt vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen.

Die FIFA bietet u.a. auf Youtube zwei Videos zur rudimentären Erklärung der Systeme an: Hawk-Eye, GoalRef

Torlinientechnologie Bildrechte: FIFA.com

Auf FIFA.com wurde bereits im Dezember 2012 Roman Furrer von der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) zitiert, dass sowohl Hawk-Eye als auch GoalRef die “abschließenden Installationstest bestanden” haben und gemäß diesen Tests funktionstüchtig sind. Genauere Angaben über die Tests und wie sich die Funktionstüchtigkeit ergibt werden hier aber nicht gemacht. In einem weiteren Video werden die Tests von der FIFA etwas genauer erläutert, auf der FIFA Qualitätsprogramm Webpage finden sich über die Vorgehensweise nähere Informationen. Dort heißt es:

Nur wenn das System funktioniert, d. h. genau anzeigt, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht, erhält es die FIFA-Lizenz und darf bei offiziellen Spielen gemäss Spielregeln eingesetzt werden.

Doch was heißt in diesem Zusammenhang funktionieren bzw. genau anzeigen, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht? Was heißt genau? Man müsste besser fragen: Wieviel Genauigkeit ist gesellschaftlich notwendig? (vgl. Gates 2011: 48)1 Ähnlich wie Kelly Gates es für Gesichtswiedererkennungstechnologien (face recognition) festgestellt hat, sollte bei der Diskussion um Torlinientechnologien die Frage nach der gesellschaftlichen Konstruktion von Genauigkeit im Zentrum stehen und wer die daran beteiligten relevanten Gruppen sind. Insofern kann die Diskussion um Torlinientechnologien auch eine wichtige Diskussion um das öffentliche Verständnis von Technologie werden. Harry Collins und Robert Evans argumentieren in ihrer Auseinandersetzung mit sports decision aids (SDAs), also Entscheidungshilfen im Sport, dass die Science and Technology Studies an dieser Diskussion teilnehmen sollten (Collins & Evans 2012)2, um insbesondere Unsicherheiten, Selektionsprozesse, Uneindeutigkeiten und Fehlertoleranzen in Technologieentwicklung und Entscheidungshilfen im Sport sichtbar zu machen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Technologie an sich in Frage gestellt werden soll, sondern, dass klar gemacht werden soll, wie Entscheidungen durch Torlinientechnologie zustande kommen und welche Unsicherheiten damit verbunden sind.

Laut Collins & Evans gibt in etwa der Hawk-Eye Hersteller an, dass bei der Verwendung von Hawk-Eye eine Fehlerverteilung vorhanden ist. Beim Tennis etwa ist die durchschnittliche Genauigkeit 3,6 mm (Collins & Evans 2012: 911)3. Ein Durchschnitt ist allerdings nur ein Durchschnitt und so können kleinere und größere Abweichungen in der Realität vorkommen. Es besteht also in seltenen Fällen auch die Möglichkeit, dass der Fehler z.B. 10 mm beträgt (ebds.). Für die Frage nach der Funktionstüchtigkeit muss also festgehalten werden, dass Torlinientechnologien zwar durchaus in der Lage zu sein scheinen, grobe Fehler bei realtiv eindeutigen Toren zu erkennen. Bei sehr knappen Entscheidungen (wie z.B. im FIFA Hawk-Eye Video), und hier spielen sicher auch die Beschaffenheit der Torlinie und des Grases mit eine Rolle, kann auch die Entscheidung einer Torlinientechnologie schlichtweg fehlerhaft sein. D.h., wie Harry Collinss auch in einem Interview über den Streit von Hawk-Eye Entscheidungen im 2007 Wimbledon Finale Nadal vs. Federer anmerkt: Ein “health warning” in Zusammenhang mit Hawk-Eye ist unbedingt notwendig, da es nicht immer wiedergibt, was tatsächlich passiert ist. Hawk-Eye sollte eher wie eine Rechtsschreibprüfung auf dem Computer verwendet werden, die nicht immer richtig liegt, aber dennoch ein sinnvoller Ratgeber ist, so Collins.

Hierbei stellen wir (Daniel Meßner, Stephan Gruber und Christoph Musik) uns die Frage, wie teuer ein sinnvoller Ratgeber sein soll oder darf? Offensichtlich geht es der FIFA im Gegensatz zur UEFA nicht nur darum, dass richtige Entscheidungen getroffen werden, sondern auch, dass diese Entscheidungen mit Hilfe einer teuren “Hochtechnologie” getroffen werden. Darüber hinaus muss auch die Frage aufgeworfen werden, wer eigentlich von dieser Entscheidung am meisten profitiert? Insofern ist die Entscheidung, Torlinientechnologie einzusetzen, oder im Falle der UEFA diese nicht einzusetzen, sicherlich auch eine politische Entscheidung. Wir sind der Meinung, dass eine sehr kostengünstige, aber dennoch effektive Alternative ein einfacher Video-Review des Schiedsrichters sein könnte, welcher bei strittigen Torentscheidungen wie beim Feldhockey nur vom Schiedsrichter angefordert werden kann.

 

  1. Gates, Kelly (2011): Our Biometric Future: Facial Recognition Technology and the Culture of Surveillance. NYU Press. [↩]
  2. Collins, Harry & Evans, Robert (2012): Sport-decision aids and the ”CSI-effect”: Why cricket uses Hawk-Eye well and tennis uses it badly. Public Understanding of Science 2012, 21, 904-921. [↩]
  3. Collins, Harry & Evans, Robert (2012): Sport-decision aids and the ”CSI-effect”: Why cricket uses Hawk-Eye well and tennis uses it badly. Public Understanding of Science 2012, 21, 904-921. [↩]

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Žižkov, Prag

Dezember 4th, 2012 Stephan Gruber

Diese Prager Sicherheitsfirma hat anscheinend Erfahrung mit lückenloser (Kamera-)Überwachung…

Danke für das Foto an Pavel!

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Wer bist du?

Juli 7th, 2012 Stephan Gruber

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Wien, 1150: Fingerabdruck der Woche

Juni 17th, 2012 Daniel Meßner

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Fahndung 2.0

März 8th, 2012 Stephan Gruber

In den letzten Tagen gab es einige Meldungen österreichischer Medien über neue Fahndungsstrategien:

  • Für einige Empörung hat der Bürgermeister von Gleisdorf gesorgt, der in Privatinitative “auf Facebook ein Foto von zwei Jugendlichen veröffentlicht und die Bevölkerung um Hilfe bei der Identifizierung der Burschen gebeten” hat. Anlass war eine Sachbeschädigung, derer die beiden Gesuchten verdächtigt wurden. Diese private Facebook-Fahndung war schnell erfolgreich: “Nach nur wenigen Minuten hatte Stark sein Ziel erreicht, die Namen der Jugendlichen bekommen und das Foto wieder gelöscht”.
  • Ebenfalls über Facebook veröffentlicht seit kurzem das Bundeskriminalamt seine Fahndungsaufrufe, wie Die Presse vermeldet. Im gleichen Artikel findet sich auch eine erste Zwischenbilanz über die Bildschirmfahndung auf Wiener Bahnhöfen; diese “hat bisher noch zu keinem Erfolg geführt”.

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Mein Diplomatenpass

Februar 16th, 2012 Stephan Gruber

Die Aufregung um die Vergabe von österreichischen Diplomatenpässen (vgl. etwa “Kopf des Tages“) an österreichische (Ex-)Politiker, (Ex-)Politikerinnen und deren Familienangehörige hat sich wieder gelegt, dank Boomerang-Karten kann sich inzwischen jeder und jede einen eigenen “Diplomatenpass” nehmen:

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Stellungnahme zum Feldversuch Gesichtserkennung in Karlsruhe

Dezember 14th, 2011 Christoph Musik

Wir haben im September bereits über die Absage eines Feldversuches für ein Verfahren zur Gesichtswiedererkennung (face recognition) im Karlsruher Fußballstadion Wildpark berichtet (Feldversuch Gesichtserkennung im Fußballstadion Wildpark gestoppt).

Seit 04. Oktober 2011 gibt es in dieser Angelegenheit vom Innenministerium des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg eine Antwort auf eine sog. “Kleine Anfrage” der Grünen Landtagsabgeordneten Alexander Salomon und Wilhelm Halder. Die gesamte Kleine Anfrage und Antwort kann hier eingesehen werden.

Bei Dursicht der Antwort kommt u.a. heraus, dass bisher noch nicht geklärt sei, wie es  im mit 1,2 Millionen Euro vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im KMU-innovativ-Programm gefördertem Forschungsprojekt „Parallele Gesichtserkennung in Videoströmen“, an welchem maßgeblich die öffentliche Einrichtung  Karslruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist, weitergehen soll. Die beteiligten Projektpartner würden derzeit Alternativen für das weitere Vorgehen im Rahmen des Projektes prüfen, insbesondere unter welchen Rahmenbedingungen entsprechende Videoaufnahmen durchgeführt werden können. Möglicherweise solle auch gänzlich auf Feldversuche verzichtet werden, ohne dadurch den Projekterfolg zu gefährden.

Gerade dieser letzte Punkt erscheint mir vollkommen rätselhaft,  die Innovation dieses Projekts würde ich aus technischer Sicht gerade darin sehen, dass ein solches Verfahren in der Praxis getestet wird. Unter kontrollierten und  standardisierten Laborbedingungen mag Gesichtswiedererkennung teilweise ja funktionieren, aber unter realen Feldbedingungen gibt es doch erhebliche Mängel. Deshalb finde ich es auch unverständlich, dass das Innenministerium von BaWü die Frage, wie sie den Einsatz von Gesichtserkennungstechniken im Zusammenhang mit “halböffentlichen” Orten wie Fußballstadien bewerte, folgendermaßen beantwortet:

Die Kombination von Videotechnik und automatisierter Gesichtserkennung eignet sich in besonderer Weise zur Identifizierung von Personen.

Markant ist, dass jegliche Begründung, wieso sich automatisierte Gesichtserkennung in besonderer Weise zur Identifizierung von Personen eignet, gänzlich fehlt. Auf wen oder was beruft sich hier das Innenministerium? Das Funktionieren der Technik Gesichtswiedererkennung wird ohne Hinterfragen vorausgesetzt, obwohl erst geklärt werden müsste, ob es überhaupt ein geeignetes Instrumentarium darstellen würde. Immerhin wird in der Beantwortung angeführt, dass es beim Einsatz solcher Techniken einer (bisher im Polizeigesetz fehlenden) Rechtsgrundlage und der Einwilligung der Betroffenen bedarf.

Interessant wären desweiteren Einblicke in ein Rechtsgutachten, welches scheinbar zu Beginn des Projektes zur datenschutzrechtlichen Bewertung der geplanten Aufzeichnung durch einen Projektpartner erfolgte.

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Apropos “Auge”

November 8th, 2011 Daniel Meßner

(via Le Sibère Carnet de Christophe Courtois)

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Serendipity, Podcasts und Lebensläufe

Oktober 19th, 2011 Daniel Meßner

Eigentlich war ich auf der Suche nach neuen Fragestellungen für die Podcast-Reihe “Stimmen der Kulturwissenschaften“. Dafür lese ich gerade das – sehr zu empfehlende – Buch “Geschichte als Passion” von Alexander Kraus und Birte Kohtz. In Interviews mit HistorikerInnen bzw. WissenschaftsforscherInnen – darunter so namhafte ForscherInnen wie Lorraine Daston oder Hans-Jörg Rheinberger – gehen sie der Frage nach, was HistorikerInnen eigentlich tun, wenn sie Geschichte schreiben:

Wie entsteht das Wissen von der Vergangenheit, das der Begriff “Geschichte” bezeichnet? (S. 8)

Zunächst hat mir die grundsätzliche Beschäftigung über die Frage nach dem Mehrwert eines Gesprächsformats gefallen.

I don’t even believe in interviews. What are you getting from me? You are not getting any definitive statement. You’re getting another version. (S. 24)

So reagierte Hayden White auf den Wunsch von Ewa Domanska, ihn zum 20. Jahrestag von Metahistory zu interviewen.1

Alexander Kraus und Birte Kohtz haben die Gespräche sehr gut vorbereitet, indem sie viele der Texte ihrer InterviewpartnerInnen gelesen haben und in ihren Fragen darauf Bezug nehmen. Zufällig habe ich gestern in einem Podcast ein Interview gehört, bei dem es auch um Wissensvermittlung durch Interviewgespräche geht. Tim Pritlove – der im Podcastformat Raumzeit ForscherInnen der ESA und des DLR befragt – argumentierte, dass er nicht allzu vorbereitet in ein Interviewgespräch geht, um Serendipity-Effekte zu ermöglichen. Der Vorteil dabei ist, dass sich der Moderator – stellvertretend für die ZuhörerInnen – das Thema im Verlaufe des Gespräch aneignen kann.

Die Bezeichnung “Serendipity” geht zurück auf das Märchen “Drei Prinzen aus Serendip” des persischen Dichters Amir Khusrau, wobei die Begriffsschöpfung vom englischen Dichter Horace Walpole stammt.

Der Begriff „Serendipity” bedeutet demnach eine durch Zufall, Glück und Scharfsinnigkeit ermöglichte Entdeckung. Diese setzt die Fähigkeit zur freien Assoziation und Offenheit für ungewöhnliche Beobachtungsweisen voraus.2

Auf eine interessante Wendung des Serendipity-Themas bin ich gestoßen, nachdem ich zufällig im Anschluss an das Podcast-Interview das erste Gespräch mit Julia Voss aus “Geschichte als Passion” gelesen habe. Ich wusste zunächst nicht warum, aber irgendwie hat mich ein Teil des Podcast-Interviews nicht besonders überzeugt.

Der Teil nämlich, indem Tim Pritlove erklärte, dass ihn die Konsequenz mancher Raumfahrt-WissenschaftlerInnen beeindruckte. Dass manche, seit sie das erste Mal ein Kinderbuch über Raumfahrt in Händen hielten, wussten, dass Sie einmal für die Raumfahrt arbeiten wollen. Diese stringente Lebensplanung wurde als durchweg positiv beschrieben, nach dem Motto: “Die wissen, wo sie hingehören.” Wenn es um Lebensläufe geht, wird der Serendipity-Effekt in sein Gegenteil verkehrt. Das wiederum – und ich hoffe, hier schließt sich der Kreis – hat Julia Voss sehr schön als Konstruktion entlarvt, wenn sie sagt:

Gerade bei amerikanischen wissenschaftshistorischen Büchern gibt es oft diese Einleitungen à la “when I was a child my mum told me and my questions has always been”, doch ich glaube, dass sie ganz oft frei erfunden sind. (S. 58)

  1. Ewa Domanska/Hans Kellner/Hayden White (1994): Hayden White – The Image of Self-Presentation, in: Diacritics, 24/1, S. 91–100 [↩]
  2. Aus: Jakob Krameritsch (2005): Geschichte(n) im Netzwerk. Hypertext und dessen Potenziale für die Produktion, Repräsentation und Rezeption der historischen Erzählung, S. 186. [↩]

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Ein Tag, drei neue Ausweise

Oktober 4th, 2011 Stephan Gruber

Heute durfte ich wieder einmal in geballter Form erleben, wie wichtig Ausweise für unseren Alltag sind: Um Zutritt zu verschiedenen Leistungen, Institutionen, Online-Anmeldesystemen und sogar Bestellungen von Mensa-Mittagsmenüs zu erhalten, braucht man solche Identitätsnachweise – heute natürlich allesamt relativ einheitlich gestaltet, im Scheckkartenformat und mit einem Foto als wichtigstem Identitätsmerkmal.

Ist man neu in einer Stadt/einem Land (in meinem Fall in der tschechischen Hauptstadt Prag), ist es daher unumgänglich, diverse Amtswege zu erledigen, um zu diesen Plastikkarten zu kommen, die den Alltag komfortabler gestalten sollen. Hier das Ergebnis meiner heutigen Ausbeute – inklusive der Prager Bürgerkarte “Opencard” (Slogan: “Smart card that will make your life in the capital city easier”), die unter anderem wegen datenschutzrechtlicher Bedenken und Korruptionsverdacht bei der Auftragsvergabe ein besonderes Ausweisschmankerl darstellt:

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Fingerabdruck als Symbol

September 19th, 2011 Daniel Meßner

War die Verwendung des Fingerabdrucks beim Gesellschaftsspiel Cluedo noch nachvollziehbar – geht es immerhin um polizeiliche Ermittlungsarbeit – , verstehe ich den Zusammenhang zwischen Kafkas Prozess und dem Fingerabdruck auf dem Hörbuch-Cover nicht wirklich (gefunden im iTunes-Store).

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Fingerabdruck als Symbol für Ermittlungsarbeit

September 15th, 2011 Daniel Meßner

Im Zuge meiner Übersiedlung habe ich mal wieder eine schon in die Jahre gekommene Cluedo-Ausgabe in die Hände bekommen. In dem Spiel ermitteln bis zu sechs TeilnehmerInnen in einem Mordfall.

Interessanterweise ist auf der Rückseite der Spielkarten jeweils ein Fingerabdruck abgebildet, was wiederum zeigt, dass seit Etablierung von Erkennungsdiensten in den Kriminalpolizeien die dort verwendeten Techniken – vor allem das Fingerabdruckverfahren – zu Symbolen moderner Ermittlungsarbeit wurden.

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Der Traum von der Unsichtbarkeit wird wahr

September 9th, 2011 Christoph Musik

Ist zwar schon etwas älter und viele werden das Youtube Video bereits kennen, aber da es einfach so schön zu meinem Thema passt, hier nochmal:

Was die Urheber des Videos als “rassistisch” ansehen, wurde von einem HP Mitarbeiter im HP Blog TheNextBench.com auf einer soziotechnischen Ebene erklärt, wie weiterhin auf pcworld.com zu lesen ist:

“The technology we use is built on standard algorithms that measure the difference in intensity of contrast between the eyes and the upper cheek and nose,” Welch explains. “We believe that the camera might have difficulty ‘seeing’ contrast in conditions where there is insufficient foreground lighting.”

Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte: Einerseits zeigt dieses Beispiel, dass Gesichtsdetektion und die damit verbundene Kamerakalibrierung stark von der Umgebungsbeleuchtung abhängt und eben nur dann funktioniert, wenn ein Gesicht ausreichend ausgeleuchtet ist, andererseits wurde beim Programmieren des “Standard Algorithmus” wohl nicht mitbedacht, dass das Erkennen der Kontrastdifferenz nicht bei allen Personengruppen der beste Weg ist, ein Gesicht zu erkennen und es zu verfolgen.

Was bei diesem Beispiel auch deutlich wird ist, dass Technologien je nach Anwendungsbereich unterschiedlich ermächtigende, aber auch repressiv-diskriminierende Funktionen einnehmen können1 : Die beiden User im Video erleben die für sie an und für sich positive Tracking Funktion der Webcam als rassistisch und diskriminierend, weil sie nur bei der “weißen” Person funktioniert und die “schwarze” Person von der Funktion ausschließt. Andererseits könnte diese Schwäche der Tracking Funktion im Kontext von Überwachungstechnik von auf Anonymität bedachten Personen durchaus als positiv erlebt werden, denn so könnte man sich quasi unsichtbar durch Raum und Zeit bewegen, ohne von einem Kamera-Algorithmus-System automatisch detektiert und verfolgt zu werden.

(Danke für den Hinweis auf das Video an Gernot)

  1. Siehe dazu auch das Konzept des ‘situated dis/empowerment’ von Prainsack, Barbara & Toom, Victor (2010): Situated Dis/empowerment in Transnational DNA Profile Exchange. British Journal of Criminology 6/50, S. 1117-1135 [↩]

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Sie werden gesucht!

August 9th, 2011 Stephan Gruber

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Bette[l]n und Hausieren verboten

Juli 26th, 2011 Stephan Gruber

Alserstraße 23, Wien 8

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