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Veranstaltungshinweis: Construction et Circulation des Savoirs Policiers en Europe Centrale et Septentrionale, XVIIIe–XIXe Siècles

November 28th, 2008 Stephan Gruber

Von 4. bis 6. Dezember 2008 findet an der Université Charles-de-Gaulle – Lille 3 die 4. Tagung des Projektes Circulation et Construction des Savoirs Policiers Européens (1650–1850)/Circulation and Construction of European Policing Knowledge statt. Das Programm verspricht spannende Vorträge und Diskussionen der internationalen TeilnehmerInnen:

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Ihre Nummer, bitte!

November 27th, 2008 Stephan Gruber

Eine ‘Anekdote’ aus dem Identifizierungs-Alltag: Eine besonders ‘perfide’, weil nervtötende Identifizierungsmethode wird bei der Hotline der Telekom Austria (0800 100 100) angewandt. Zunächst wird man von einer aggressiv-freundlichen Automatenstimme begrüßt und in Sicherheit gewogen: Der Anruf werde, so das Versprechen, durch das automatisierte Navigationssystem nämlich derart beschleunigt, dass man “schnell und einfach” mit einer (echten) Person verbunden werde, die mit Rat und Tat zur Hilfe stehe. Nach gefühlten 5 Minuten der Selbstbeweihräucherung durch die Hotline-Stimme darf man dann endlich auswählen, zu welchem Thema man Hilfe wolle.

Und dann kommt der Identifizierungs-Part: Um den Anruf zu “beschleunigen”, solle man bitte seine Telefonnummer (die unschuldige Telekom-Hotline kennt natürlich keine Call ID …) und Kundennummer wahlweise eintippen oder einsprechen – unendliches Herumärgern mit der Sprach- und Tastenerkennung ist vorprogrammiert.

Aber nun ist man endlich und eindeutig identifiziert, wer man denn sei und was man eigentlich wolle. Doch die Vorfreude auf die persönliche Beratung kommt zu früh: Denn als Lohn für die Bereitstellung aller Informationen bedankt sich die Hotline-Stimme nun bei den geduldigen KundInnen für den Anruf – leider rufe man aber für dieses spezielle Problem (genauer gesagt “andere Fragen”) außerhalb der dafür vorgesehenen Beratungszeit an. “Auf Wiedersehen!” Tütütüt …

Ja, ebenfalls, ☠☣♨☭☄♒✆ Maschine!

(Ein P.S. für ‘Advanced Hotline Callers’ und Masochisten: Es gibt eine beinahe subversiv anmutende Methode, die Maschine auszutricksen und doch zu einer Person aus Fleisch und Blut durchzudringen. Nämlich: Einfach ein Beratungs-Thema auswählen, für das doch noch jemand am anderen Ende der Leitung zu erreichen ist. Nach ein paar Versuchen klappts bestimmt … Kleiner Tipp: “Information” bekommt man auch nach 18 Uhr, “andere Fragen” sind zu dieser späten Stunde nicht mehr erlaubt.)

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Kriminalisieren – Entkriminalisieren – Normalisieren

November 26th, 2008 Stephan Gruber

Klingt spannend, der Sammelband “Kriminalisieren – Entkriminalisieren – Normalisieren. Criminaliser – Décriminaliser – Normaliser“, bereits 2006 herausgegeben von Claudia Opitz, Brigitte Studer und Jakob Tanner. Heute ist auf H-Soz-u-Kult eine Rezension des Bandes von Peter Becker erschienen. Er beschreibt den Band so:

Die sozial- und kulturwissenschaftlich inspirierten Zugangsweisen zum institutionellen wie gesellschaftlichen Umgang mit Personen, die entweder Normen verletzt hatten oder zu einer Risikogruppe zählten, bilden die konzeptuelle Klammer für die Beiträge. Die Begriffstrias ‚Kriminalisieren, Entkriminalisieren, Normalisieren’ ist ein gut gewählter Titel, weil er das Verständnis von Kriminalität als Resultat eines komplexen Zuschreibungsprozesses mit erheblichen institutionellen Konsequenzen zum Ausdruck bringt.

Der Band erzählt keine kohärente Geschichte; er reduziert sich aber auch nicht auf die Publikation von Vorträgen, die auf der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Jahre 2004 gehalten wurden.

Der Band spricht viele für uns relevante Themen und Thesen an (Verständnis von Kriminalität als Resultat eines Zuschreibungsprozesses, institutionelle Konsequenzen dieses Prozesses, Grenzziehungen zwischen ‘Anständigkeit’ und ‘Devianz’, Bedrohungsvorstellungen,…)

Eine Inhaltsübersicht ist auf der Verlagswebsite zu finden. Peter Beckers rundum positives Fazit:

Der Band präsentiert Arbeiten aus der Schweiz bzw. über die Schweiz. Das ist der Entstehung des Bandes geschuldet. Die Beiträge zu diesem Band sind lesenswert und eröffnen neue Einblicke in die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex von Kriminalisierung und Normalisierung aus einer interdisziplinären und meist auch vergleichenden Perspektive. Der Band ist daher ohne Einschränkung zu empfehlen.

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“MenschInnen”, “Genderwahn”, “Grabpflege”: “Zur Zeit”

November 22nd, 2008 Stephan Gruber

Günter Traxler beleuchtet im STANDARD in seinem neuesten Blattsalat die jüngsten Ergüsse der (laut Eigendefinition “rechtsintellektuellen”) Wochenzeitung “Zur Zeit“. Genauer gesagt zwei Lieblingsthemen dieser Zeitung:

“Genderwahn“

“Endlich”, so ein Rezensent in “Zur Zeit”, sei “das Buch der niederösterreichischen Landesrätin und zehnfachen Mutter Barbara Rosenkranz” erschienen”. Es trägt den einfallsreichen Titel “MenschInnen. Gender Mainstreaming – Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen“. Höchste Zeit, empfindet der Rezensent, da es “über eine Perversion aufklärt, mit der vor allem junge Menschen in Schulen und an Universitäten verseucht werden, den Genderwahn!” Die “Perversion” besteht in der Meinung des Rezensenten darin:

Neomarxistische Kräfte wollen einen “neuen Menschen” erschaffen […]. Allen Ernstes wollen dort Akademiker ihren Schützlingen weismachen, daß neben dem biologischen Geschlecht es auch ein soziales Geschlecht gebe, also das Geschlecht nicht angeboren, sondern lediglich anerzogen sei.

Na allerhand! Gut, dass die “Ikone der Rechten“, wie das PROFIL Rosenkranz charakterisiert hat, diese “neomarxistische Ideologie” endlich enttarnt. Ein Beitrag, “den Genderwahn, der die Geschlechterdualität durch Geschlechtervielfalt ersetzen möchte, [zu] stoppen!”

Erschienen ist das Werk übrigens im Ares Verlag, um dessen rechtslastiges Verlagsprogramm schon einige hitzige Debatten geführt wurden.

“(Kriegs-)Gräberfürsorge”

In einem anderen Artikel in “Zur Zeit” deckt Robert Prantner einen – aus “rechtsintellektueller” Sicht – weiteren Missstand auf: Zwei Schüler hätten sich als Grabpfleger betätigt. Grundsätzlich “eine gute Sache und lobenswert”, findet Herr Prantner. Aber jetzt kommt der Sachverhalt, der Prantner alarmiert:

Und wo assistieren die beiden Schüler des Piaristengymnasiums an einer Grabpflege? Man wird es vielleicht für nicht sehr leicht möglich halten: sie werken beim 4. Tor, am jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofes. Erstaunlich. Die Israelitische Kultusgemeinde Wiens dürfte nicht gerade am Hungertuch nagen. Sonst wäre es ihr nicht beschieden gewesen, so prächtige neue Schulgebäude zu etablieren. Und darin wogt auch das Leben, welches eigentlich hinter dem 4. Tor eine Reihe kultivierender Gartenarbeit erledigen könnte. Denn die katholischen und evangelischen und alle nicht jüdischen Schüler sollten dem “Schwarzen Kreuz” dienen, im Klartext: der “Kriegsgräberfürsorge”.

Dass Prantner so etwas in diesem Medium von sich gibt, ist nichts Neues, ist er doch offenbar recht geübt im Äußern antisemitischer Statements, wie das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) nachweist. Was er da zu “jüdischen Ritualmorden” von sich gibt, gefällt nicht nur “Zur Zeit”, sondern auch auf der “katholisch-konservativen” Website couleurstudent.at: Dort findet man die Ergüsse von “Hochschulprofessor Robert Prantner, Dr. theol. und Dr. rer. pol., Mitglied der ÖCV-Verbindung Amelungia” gar so “vielbeachtet” und “weiterhin gültig”, dass man seinen Artikel “Gratwanderung auf einer Einbahnstraße” wiedergibt.

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Veranstaltungshinweis: Diskussionsabend Weblogs

November 17th, 2008 Daniel Meßner

Unter dem Titel “Weblogs – Politische Tagebücher als Instrumente direkter Demokratie?” findet am Montag, 17. November 2008, um 17.00 Uhr ein Lese- und Diskussionsabend in der FB Soziologie und Politikwissenschaft statt (Programm).
Mit auf dem Podium sitzt SPÖ-Jugendsprecherin Laura Rudas.

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Evidenz (2)

November 14th, 2008 Stephan Gruber

Wie vor einigen Wochen angemerkt, hat das IFK in diesem Studienjahr einen Schwerpunkt zum Thema “Kulturen der Evidenz”. Von 23. bis 25. Oktober 2008 fand ebendort die Tagung “Was zeigt sich? Evidenz in den Kulturwissenschaften” statt, an der prominente Personen teilgenommen haben. Auf H-Soz-u-Kult ist nun ein Tagungsbericht zu dieser Veranstaltung von Petra Schaper-Rinkel (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin) zu lesen. Ihr positives Fazit:

Insgesamt vermittelte die Tagung mit ihren hervorragenden Beiträgen einen differenzierten Einblick in die unterschiedlichen Formen der Produktion und Analyse von Evidenz im breiten Feld der Kulturwissenschaften.

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Online Verbrecherjagd

November 12th, 2008 Anna Masoner

Über “ein Spiel mit Prangerwirkung” schreibt die SZ heute. In Japan können nun Spieler der Online Slotmaschine Famista auf Verbrechersuche gehen. Statt der üblichen Karos oder Kleeblätter wirbeln nun aktuelle Fahndungsfotos herum. Bei drei gleichen gibts als Belohnung den Steckbrief sowie die Kontaktdaten der Polizei für Hinweise.

“Mit dem Spiel wolle die Firma Famista der Gesellschaft einen Dienst erweisen, sagte ein Sprecher. Indem die Verbrechersuche mit Unterhaltung kombiniert werde, könne die Polizeiarbeit unterstützt werden.”

Auch ne Möglichkeit von Crowdsourcing.

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Planlos biometrisch

November 7th, 2008 Anna Masoner

Nachdem ich von Stephan und Daniel nun schon länger ermuntert werde nun doch auch mal zu bloggen: here I am und zwar mit meinem Lieblingsthema der Biometrie.

Bei US amerikanischen Behörden ist Biometrie offenbar Geschmackssache. Ende Oktober berichtete futurezone, dass die USA ganz schöne Standardisierungsprobleme bei der Abnahme und dem Vergleich biometrischer Daten haben. Die Datensätze von Biometriedatenbanken, die das amerikanische Militär in Afghanistan und dem Irak eingerichtet haben, lassen sich nicht mit den biometrischen Daten, die das FBI und der Heimatschutz sammeln, vergleichen. Ja nicht mal FBI und Heimatschutz verstehen sich auf Biometriebene. Denn das FBI verwendet nämlich, wie im Polizei-Fahndungswesen üblich, gerollte Abdrucke, während der Zoll bei der Einreise nicht-gerollte Fingerabdrücke abnimmt. Der amerikanische Rechnungshof rügte die Behörden in einem kürzlich veröffentlichten Bericht dafür.

“Der Rechnungshof hält da nämlich fest, dass die von der Armee erhobenen biometrischen Daten in vielen Fällen nicht abgleichbar sind. So würden, je nach Truppeneinheit, einmal ausschließlich Iris-Scans angefertigt, dann wieder Fingerprints abgenommen und das obendrein mit verschiedenen, untereinander nicht kompatiblen Systemen.”

Tja, das wird jetzt eine Menge Geld kosten um Mängel zu beheben. Aber dafür haben wir ja schließlich die Biometrie- und andere Sicherheitsindustrien: um die Wirtschaft anzukurbeln.

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Yes We Can!? (2)

November 7th, 2008 Stephan Gruber

Ein Fehlersuchbild:

Die Gratiszeitung “Heute” druckte in ihrer gestrigen Ausgabe unter dem Titel “Die Stunde des Siegers” die – aus ihrer Sicht – “wichtigsten Passagen aus Obamas emotionaler Rede” anlässlich seines Wahlerfolges. Er bedankte sich bei den amerikanischen BürgerInnen mit einer Aufzählung einzelner Bevölkerungsgruppen, die “Heute” so widergibt:

Die Antwort kam von Jungen und Alten, von Reichen und Armen, von Demokraten und Republikanern, Weißen, Schwarzen, von lateinamerikanischen und asiatischen Amerikanern, von den amerikanischen Ureinwohnern.

Im Original ging Obamas Dank an folgenden Personenkreis:

It’s the answer spoken by young and old, rich and poor, Democrat and Republican, black, white, Hispanic, Asian, Native American, gay, straight, disabled and not disabled.

Fehler gefunden?

Nun könnte man natürlich sagen, “Heute” hat eben nicht so viel Platz und muss daher die Artikel möglichst kurz halten. Dass aber dann gerade bei diesem Satz die “gay, straight, disabled and not disabled” unter den Tisch fallen müssen, legt eher die Vermutung nahe, dass “Heute” diese Personen der Leserschaft nicht zumuten wollte. Also einfach weglassen? “Yes we can!”, lautete wohl auch hier die Devise.

Obama Speech on Victory

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Yes We Can!? (1)

November 6th, 2008 Stephan Gruber

Sie musste ja ins Spiel kommen bei der Berichterstattung über den nächsten US-Präsidenten Barack Obama: die “Rasse”. In der heutigen Ausgabe des STANDARD etwa:

Unter den internationalen “Pressestimmen” ist ein Auszug aus “The Daily Telegraph” abgedruckt: Verblüffend, wie selbstverständlich da von der “gemischtrassigen Abstammung” Obamas geschrieben wird, der sich aber trotzdem “nicht über seine Rasse identifiziert”. Kann man in diesem Fall noch von einer sehr schlampigen Übersetzung (engl. “race” – dt. “Rasse”!?) ausgehen, so ist diese Ausrede für die deutschsprachigen Kommentatoren nicht mehr brauchbar: Erhard Stackl etwa schreibt unter dem Titel “Klasse statt Rasse”(!) über die “vor kurzem noch für unüberwindbar gehaltene Rassenbarriere”. Können halbwegs gebildete Redakteure das heute noch schreiben, zumal in einem sogenannten “Qualitätsmedium”? “Yes we can!”, denken sie sich offenbar …

Dass es auch anders ginge, zeigt etwa Christoph Prantner, wenn er von einer “neue(n) Zusammenarbeit über die Grenzen der (…) Ethnien hinweg” schreibt.

Dabei wäre doch nicht mal die Beschäftigung mit Rassismustheorien notwendig, ein Blick zu Wikipedia würde genügen, wo unter dem Lemma “Rasse” zu lesen ist:

Rasse bezeichnet:

  • eine noch bei Haustieren gebräuchliche, in der biologischen Systematik ansonsten veraltete Untereinheit der Art, siehe Rasse (Zoologie)
  • einen anthropologischen und politikwissenschaftlichen Begriff, siehe Rassentheorien, Rassenideologie und Rassismus

Und Wikipedia führt sogar über die “Heutigen Ansätze” weiter aus:

Heute wird die Menschheit nicht mehr in Rassen unterteilt. Die genetischen Unterschiede haben sich innerhalb einzelner Populationen als größer erwiesen als die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Populationsräumen. So lässt sich beispielsweise innerhalb der Grenzen Japans eine größere Varianz nachweisen als im Vergleich Japan – Australien. Eine einheitliche Klassifizierung sowohl nach morphologischen Kategorien wie “Hautfarbe”, “Haarstruktur” etc. hat sich als ebenso wenig haltbar erwiesen wie eine genetische Einteilung.

Es bleibt zu hoffen, dass die Wahl des neuen US-Präsidenten auch zu einem differenzierteren Umgang mit dem “Rassen”-Begriff in der Alltagssprache beiträgt. Und dass Klaus Emmerich, ehemaliger ORF-USA-Korrespondent, künftig vorher nachdenkt, bevor er in einer Live-Diskussion von sich gibt, dass er sich “nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen” möchte.

“Yes We Can”

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Über Zettelkästen und Datenbanken (2)

November 6th, 2008 Daniel Meßner

Und wie es der Zufall will, stolpere ich heute im STANDARD über einen Luhmann-Bericht von Klaus Taschwer. Anlass ist der zehnte Todestag des Soziologen. Auch vom Zettelkasten ist die Rede:

Und dann natürlich: Luhmanns legendärer Zettelkasten, der in sechs Kisten zu je vier Schubladen mehrere 10.000 Zettel enthält. Der gigantische Hypertext, der sich selbst wie ein Buch liest, soll eingescannt und abgeschrieben werden.

Luhmanns Zettelkasten liest sich wie ein Buch? Oder ist Luhmanns Zettelkasten nicht vielmehr eine analoge Annäherung an den Hypertext.

Wesentliche Grundidee von Hypertext ist die Nichtlinearität, welche die Segmentierung bzw. Fragmentierung der gesamten Materie in „informationelle Einheiten“, Module oder „knowledge units/chunks“ voraussetzt. [Jakob Krameritsch: Geschichte(n) im Netzwerk. Hypertext und dessen Potenziale für die Produktion, Repräsentation und Rezeption der historischen Erzählung, Wien 2005, S. 130]

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Über Zettelkästen und Datenbanken

November 5th, 2008 Daniel Meßner

Nachdem das Thema “Archivieren und ordnen” für unser Thema immer relevanter wird, bin ich vor kurzem bei einer Recherche über das Zettelkasten-Video von Niklas Luhmann auf Youtube gestolpert. Es ist ein kurzer Auszug aus der Dokumentation “Beobachter im Krähennest”.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie wir Wissen sortieren und ordnen. Schließlich wirkt die Ordnung und Organisation des Wissens auf unsere Erkenntnis zurück. Nicht umsonst konnte Luhmann behaupten, seine Bücher mit dem Zettelkasten geschrieben zu haben. Mit digitalen Datenbanken hätte Luhmann sicher seine Freude gehabt.

In dem Zusammenhang stellt sich aber auch die Frage, wie wir unseren Arbeitsalltag organisieren und Gedanken, Zitate oder Abstracts ordnen und kontextualisieren.  Mittlerweile gibt es dutzende Freeware-Programme, einige davon basieren auf dem Luhmann-Zettelkasten. Interessant ist auch der hypertextuelle Zettelkasten “synapsen” von Markus Krajewski.

Ich selbst benutze Citavi für Literatur und Evernote für alle anderen Notizen. Evernote deshalb, weil ich durch die Web-Synchronisation immer eine Sichherheitskopie habe und ich von jedem Rechner mit Internetzugang auf meine Daten zugreifen kann. Der Evernote-Slogan “Remember EVERYTHING” wirkt dagegen eher beängstigend. Utopie oder Dystopie?

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Veranstaltungshinweis: Papierne Zugehörigkeit – Das Ausweispapier und jüdische Erfahrung (Leipzig)

November 4th, 2008 Stephan Gruber

Das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig veranstaltet im Wintersemester 2008/09 ein Forschungskolloquium über “Papierne Zugehörigkeit – Das Ausweispapier und jüdische Erfahrung”. Die öffentlichen Vorträge von auswärtigen ReferentInnen finden ca. 14-tägig an Donnerstagen jeweils von 18 bis 20 Uhr statt.

Von uns dabei ist Stephan Gruber; er wird am 4. Dezember 2008 einen Vortrag zum Thema “Persons-Beschreibung. Steckbriefliche Identifizierung im 18. Jahrhundert in der Habsburgermonarchie” halten.

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Film

November 3rd, 2008 Daniel Meßner

Our past belongs to us and we can change it if we want.

[Zitat aus Be Kind Rewind]

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