Polizeistaatsoper
published by Anna Masoner
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In Linz, wo man derzeit am Bahnhof ziemlich pentrant mit “Willkommen in Linz, der Kulturhauptstadt Europas 2009″ begrüßt wird, war Anfang Jänner die Premiere des Singspiels (was genau das ist, weiß ich leider auch nicht) “Fouché“. Der deutsche Komponist Franz Hummel hat es extra für die Stahlstadt im Kulturrausch verfasst.
Warum ich das hier blogge? Joseph Fouché, duc d’Otrante gilt angeblich als der Begründer des Polizeistaates im napoleonischen Frankreich.
Auf Wikipedia erfährt man so einiges über ihn: Vom Ordensmann brachte er es während der französischen Revolution zum Politiker. Mit Robespierre verkracht, war er entscheidend am Sturz des Jakobiners beteiligt. Schließlich unterstütze er Bonaparte beim Staatsstreich. Sein ausgedehntes Spionagesystem, das alle gesellschaftlichen Klassen und Schichten umspann, machte ihn als Napoleons Polizeiminister legendär. Nachdem Fouché wegen Intrigen gegen Napoleon abgesetzt und, weil Napoleon offenbar keinen besseren finden konnte, wieder eingesetzt wurde, baute er sein System weiter aus. Fouché machte nichtsdestotrotz mit den Intrigen weiter und schloss sich nachdem Napoleon 1814 das Handtuch werfen musste den wiedereingesezten Bourbonen an.
Interessant, dass er sei es von den Monarchisten als auch den Republikanern immer wieder nach der jeweiligen Machtübernahme als Polizeiminister übernommen wurde. Das lag vermutlich weniger am Vertrauen in seine Fähigkeiten, als an der Angst vor seiner Macht, die ihn offenbar unersetzbar machte.
Doch was hat das eigentlich mit Linz zu tun, werden aufmerksame LeserInnen langsam fragen. Dort lebte Fouché offenbar einige Monate, nachdem er aus Frankreich verbannt wurde.

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