Fingerabdrucksinn
published by Daniel Meßner
Finger Print Reader, Flickr: onkel_wart
Peter Warman und Roland Ennos von der Universität Manchester untersuchen Fingerabdrücke. Einige ihrer Forschungsergebnisse zur Frage “Wozu sind Fingerabdrücke gut?” veröffentlichten die Forscher im Journal of Experimental Biology (Bd. 212, S. 2016). Ausgegraben hab das natürlich nicht ich, sondern es war hier und da zu lesen.
Dass Fingerabdrücke dazu verwendet werden können, VerbrecherInnen zu jagen und Datenbanken aufzubauen, reicht also nicht. Es braucht schon was biologisch handfestes, ein natürlicher Existenz-Grund. Eine erhöhte Reibung durch die Rillen ist es offenbar nicht, wie Tests von Warman und Ennos gezeigt haben.
Die unebenen Fingerspitzen müssen also einen anderen Zweck erfüllen.
Werden Themen auf diese Weise aufbereitet, erinnern sie mich stellenweise an subtile Popularisierung von Intelligent Design. Und das im Darwin-Jahr. Das Problem derartiger Interpretationsversuche ist der verkürzte Erklärungsansatz: “Es gibt Fingerabdrücke, weil … ”
Das klingt eben so, als hätte sich Gott/Natur/?? überlegt, Fingerabdrücke wären super, dann tun sich die Menschen leichter mit dem Angreifen von feuchten Gegenständen, weil das Wasser dann besser ablaufen kann. Ich gehe aber mal davon aus, dass das weder von den AutorInnen, noch von den Wissenschaftlern so gemeint ist.
Doch warum gibt es dann die Furchen überhaupt?
Die Formulierung “Warum und unter welchen Umständen könnten die Fingerabdrücke ein evolutionärer Vorteil (gewesen) sein?” würde auch nicht weh tun.
Aber wieso können wir immer von einem evolutionären Vorteil ausgehen, der in unseren Augen Sinn macht?

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