The Fingerprints of Fashion
published by Anna Masoner
In den 1920 und 30 war sie stilprägend. Madame Vionnet, der großen Puristin und Innovatorin unter Frankreichs Kleidermachern ist derzeit eine schöne Ausstellung im Pariser Musee des Arts decoratifs gewidmet. In der Schau erfährt man, dass Madame Vionnet nicht nur das Kleidermachen revolutionierte, weil sie anstatt wie bisher mit Schnittmustern zu arbeiten den Stoff direkt auf ihren Modellen drapierte. La Vionnet war auch eine der ersten Kämpferinnen gegen Produktfälscherei. In einem kurzen Filmauschnitt mit dem Titel “The Fingerprints of Fashion” aus dem Jahre 1922 sieht man wie Madeleine Vionnet assistiert von einem französischen Kriminologen auf einem Etikett ihrer Kleider ihren Fingerabdruck plaziert. Angeblich hat Frau Vionnet zurselben Zeit Prozesse gegen Fälscher sowie einen Verein gegen, heute würde man sagen, Produktpiraterie gegründet.
Frau Vionnet war eine ziemliche Copyright Fetischistin. So bekam jede ihrer Kreationen eine Nummer zugewiesen und wurde in ihren Atelier in Verbrechermanier fotografiert (von vorne, von hinten und von der Seite). Auf jedes Kleidungsstück lies sie darufhin ein Copyright eintragen. Die insgesamt 20.000 Fotos archivierte sie in mehreren Alben in ihrem Atelier.
Zweierlei ist an der Sache interessant: erstens ob Madeleine Vionnet tatsächlich an die Wirksamkeit ihres Fingerabdruckes glaubte. Also ob sie davon ausging, dass potentielle Käuferinnen oder auch die Polizei- keine Ahnung wie damals Vergehen gegen das Copyright geahndet wurden- wirklich den Fingerabdruck auf einem Etikett analysieren würde. Aber vermutlich war der Akt sowieso nur symbolisch gedacht.
Und zweitens: Die Produktfälscherei und ihre Ahndung historisch zurückzuverfolgen. Ich weiß, dass es in Paris ein Musée de la contrefacon gibt, aber mehr auch nicht.
Freu mich über Hinweise welcher Art auch immer.

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