Dippoldismus
published by Stephan GruberWieder mal ein neues Wort gelernt: Dippoldismus. Definitionsversuch aus der “Datenschlag-Chronik des Sadomasochismus [DACHS]“:
1903
Der Jurastudent und Hauslehrer Andreas Dippold wird in Bayreuth für die mit dem Tod endende Misshandlung seines Schülers Heinz Koch zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt.
Daher rührt der Ausdruck “Dippoldismus”, der in der deutschen medizinischen Literatur manchmal für das Prügeln von Kindern aus vermuteten sexuellen Motiven verwendet wird.
Ein Definitions-”Stub” findet sich auch in der englischen Wikipedia. Auf den Begriff gestoßen bin ich durch einen Vortrag des Wissenschaftshistorikers Michael Hagner (Professor für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich) – Hagner bereitet zur Zeit eine Monografie vor, die er als “Mikrostudie des Wissens” zum Fall Dippold bezeichnet. Man darf gespannt sein auf die Publikation, die noch heuer erfolgen soll.

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