Chaosradio über DNA-Datenbanken
published by Daniel MeßnerSehr empfehlenswert ist die aktuelle Chaosradio-Ausgabe 171 “DNA, Datenbank und Genethik. Genomenspeicherei für Anfänger und Fortgeschrittene”.
Mit dabei sind Uta Wagenmann und Susanne Schultz vom Gen-ethischen Netzwerk. Sie erklären, wie die Speicherung biometrischer Informationen in Datenbanken funktioniert und vor allem gehen sie auch auf Probleme ein, die mit der Speicherung einhergehen. Wer also wissen möchte, warum “genetischer Fingerabdruck” ein irreführender Ausdruck ist, liegt bei der Podcast-Folge richtig.
Ein bisschen schade ist aus meiner Sicht, dass die Kritik am Datenspeichern generalisiert wird und nicht mehr kritisch rückbezogen wird, auf die vorher erklärten Probleme der Klassifizierung und Archivierung der biometrischen Informationen. Ausweitung ist natürlich ein wichtiges Thema, aber die Frage ist, inwiefern es sich dabei nur um eine (technische) Vision handelt.
Interessanterweise findet sich in der Geschichte des Fingerabdruckverfahrens ebenfalls die Diskussion um eine Ausweitung auf die Gesamtbevölkerung, die sog. “Volksdaktyloskopie”. Umgesetzt wurde sie allerdings nicht, denn wie die Erkennungsdienste früh erkannt haben:
„Je größer also die Registratur ist, desto komplizierter muß das Klassifizierungsverfahren sein. [...] [D]as Fassungsvermögen einer Registratur ist nicht unbegrenzt.”1
- Königlich bayerisches Ministerium des Inneren an das königlich bayerische Ministerium des Äußeren am 16. Dezember 1911, Betreff: Einheitliche Regelung des Erkennungsdienstes, in: BayHStA MA 92812. [↩]


Leave a Reply