Vermessung, Verdatung, “das Patriarchat” und “der Genderwahn”
published by Stephan GruberdieStandard.at berichtet über eine Analyse von “Germany’s Next Topmodel” und ähnlichen TV-Sendungen, die die Medienwissenschaftlerin Tanja Thomas, Jun.-Prof. für Kommunikationswissenschaft und Medienkultur an der Universität Lüneburg, kürzlich in Salzburg präsentiert hat. Interessant ist das Vokabular, das Thomas zur Charakterisierung dieser Sendung benutzt, um einen Bogen von der Vermessung des Körpers zu Patriarchat und Neoliberalismus zu spannen:
Die “Vermessung und Verdatung von Körpermaßen” sei zwar sehr wohl Ausgangspunkt der Sendung, die Wirkung gehe aber darüber hinaus. Unter einer “politisch-kritischen Perspektive” betrachtet, lade die Show ein “zur Unterwerfung unter patriarchalische Strukturen und zur Einübung und Internalisierung des männlichen Blicks“. “Aufforderungen zur Arbeit am eigenen (Körper-)Ich, zur Unterwerfung unter Normalisierungserwartungen und Konformitätsdruck” seien stets Bestandteil von TV-Formaten dieser Art.
Wenig überraschend fallen die Forum-Kommentare zum Artikel aus: Das Spektrum reicht von Zustimmung über (undifferenziertes) Einstimmen in Patriarchat-/Neoliberalismus-Kritik-Floskeln bis zu bekannten “Genderwahn“-Stereotypen, etwa vom User “Die freie Meinungsäusserung, die wir meinen..”:
wieder eine arbeitslose Sozialwissenschaftlerin…….. die hier mit dem Genderwahn kostenlose Werbeflächen, Stipendien, Projektfinanzierungen usw. aufstellt. Insofern: eine gewisse Intelligenz ist ihr nicht abzusprechen. Und das Ökohaus im Grünen ist aufgrund des jüngsten Geldflusses aus der Steuerkasse schon bestellt.
(jeweils meine Hervorhebungen)
(Danke an Irene für den Hinweis.)
[UPDATE: Das Forum ist mittlerweile geschlossen]

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