Phantombilder und die Evolution
published by Daniel MeßnerNächstes Jahr, also in wenigen Stunden, beginnt das Darwin-Jahr. Zum Gedenken gibts gleich zwei Jubiläen. Charles Darwins Geburtstag jährt sich zum 200. Mal (12.2.1809-19.4.1882) und die Erstausgabe von “On the origin of species by means of natural selection, or the preservation of favoured races in the struggle for life” erschien vor 150 Jahren. Eine digitalisierte Fassung gibts hier.
Einige Medien haben es sich nicht nehmen lassen, bereits im Dezember Specials zu bringen. So ist in der dieswöchigen Zeit ein Beitrag, und das aktuelle Heureka!, die Falter-Wissenschaftsbeilage, widmet sich ebenfalls Darwin und der Evolutionstheorie.
Kaum eine Wissenschafts-Theorie die stärker verklärt wird als die Evolutionstheorie und ich bin mal gespannt, was wir im Laufe des Jahres noch alles über Darwin lesen werden. Wäre auch eine kleine Untersuchung wert, schließlich ist es gerade die Evolutionstheorie, die seit 1860 in populären Medien diskutiert wird. Kaum ein Wissenschaftler wurde häufiger karikiert. Was wiederum wesentlich zu ihrer Verbreitung beitrug.
Die Bedeutung Darwins liegt nach Eve-Marie Engels darin, dass er mit seiner Theorie das Verständnis der Stellung des Menschen im Naturganzen entscheidend veränderte. Darwin eröffnete mit der Abstammungslehre und der Idee der natürlichen Selektion neue Denkhorizonte und Forschungswege. Damit zog sein Werk Konsequenzen für alle Human- und Geisteswissenschaften nach sich und war auch auf die Gesellschaft übertragbar. (Engels, Eve-Marie: Charles Darwin, München 2007, S. 11)
Im Heureka! gibt es einen Beitrag von Ulrike Fell: “Mit der Evolution rechnen”. Fell beschreibt einige Anwendungsmöglichkeiten computergenerierter Evolutionsanwendungen, zum Beispiel bei der Erstellung von Phantombildern.
Erfolge bringen die evolutionären Verfahren auch in der Bildverarbeitung. Evolutionäre Algorithmen helfen der Polizei bei der Erstellung von Phantombildern. Dabei berechnen Programme aus Merkmalen, an die sich der Zeuge erinnert, eine Serie zufällig erzeugter Gesichter. Aus dieser ‘Elterngeneration’ sucht sich der Zeuge jene Bilder aus, die dem Verdächtigen am meisten ähneln. Daraus komponiert der Algorithmus immer neue Varianten, bis der Zeuge zufrieden ist.

Francis Galton, 1883, Inquiries into Human Faculty and its Development
Mich erinnert das an die Kompositfotografien von Francis Galton. Sicher, der Vergleich ist eher schief als eben. Schließlich legt Galton mehrere Bilder übereinander, um Ideal-Typen zu visualisieren.

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