März 20th, 2013 Christoph Musik
In einer Presseaussendung des Deutschen Bundestags (“Linke legt Kleine Anfrage zur Mustererkennung vor”) wird von einer aktuellen Kleinen Anfrage der Partei Die Linke berichtet. In der Kleinen Anfrage „Forschungen zum Einsatz automatisierter Mustererkennung und Biometrie zum Aufspüren von sogenanntem bedrohlichem Verhalten“ werden in einem umfangreichen 48-Punkte-Fragenkatalog die von der deutschen Bundesregierung geförderten Verbundprojekte im Bereich der “Mustererkennung” kritisch hinterfragt. Ich bin schon sehr auf die Beantwortung gespannt!
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November 6th, 2012 Daniel Meßner
Am 29.11.2012 veranstaltet das Museum für Kommunikation in Frankfurt einen Workshop mit dem Titel: Control. Selbstbestimmung in einer überwachten Welt?
Überwachung im öffentlichen Raum und Sammeln von persönlichen Daten im Internet sind Themen der öffentlichen Diskussion. Nach ihrer Rechtmäßigkeit und ihrem Einfluss auf das individuelle Leben kann aber nur fragen, wer das Phänomen in einem breiteren kulturellen und historischen Rahmen bewertet: Informationen über Menschen zu sammeln, um sie dadurch in eine bestimmte Norm zu zwängen, ist eine essentielle Ordnungstechnik moderner Gesellschaften. Andererseits begründet die so verstandene Kontrolle eine Macht, die nur allzu leicht zum Missbrauch verleitet.
Das Museum für Kommunikation Frankfurt veranstaltet einen Workshop, auf dem Fachleute unterschiedlicher Disziplinen ihre Ansätze zur Diskussion stellen. Ziel ist es, als gemeinsamen Nenner das überwachte Individuum in den Blick zu nehmen. Es erscheint dabei nicht nur als Objekt der Kontrolle, sondern als aktives Element in einem komplexen System. Denn es übt soziale Kontrolle aus und nutzt zudem Techniken, die es selbst sichtbar machen, sei es weil sie Handlungsspielräume erweitern oder weil sie Aufmerksamkeit generieren.
Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, um Anmeldung wird gebeten. Ich werde am Vormittag einen kurzen Vortrag über die Einführung biometrischer Identifizierungstechniken halten. Programm.
Update 3.12.: Präsentation meines Vortrages: Die Erfindung biometrischer Identifizierungstechniken – Anwendungspraktiken zur Wiedererkennung von Personen
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Juli 20th, 2011 Christoph Musik
In Zusammenhang mit den Berichten über mobile Gesichtserkennung bei der US-Polizei stellt die IT-News Plattform golem.de im Artikel ‘US-Polizei setzt Gesichtserkennung breit ein‘ den Zusammenhang mit Testläufen von automatischer Gesichtserkennung am Frankfurter Flughafen her.
Seit 2004 stehen auf dem größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main für Grenzübertritte im Non-Schengen-Flugverkehr sog. “Autocontrolspuren” zur Verfügung. Nach einer einmaligen Registrierung können alle EU-Bürger über 18, die einen biometrischen Reisepass besitzen diese “Automatisierte und Biometriegestützte Grenzkontrolle” nützen. Wobei biometriegestützt in diesem Falle bedeutet, dass ein Irisscan erfolgt. Nach Angabe der Bundespolizei bietet diese automatisierte Kontrolle vor allem vielfliegenden Personen eine einfache und bequeme Alternative zum herkömmlichen Verfahren der persönlichen Passkontrolle. Es wird hier also eher mit einer schnelleren Abfertigung und weniger mit erhöhter Sicherheit argumentiert. Und so soll es funktionieren!

Quelle: www.bundespolizei.de Quelle: UK Border Agency
In Großbritannien gibt es bereits an mehreren Flughäfen die Möglichkeit der automatisierten Grenzkontrolle ohne Registrierung mit den sog. e-passport gates, die mit Gesichtswiedererkennung (face recognition) arbeiten. D.h., dass vor Ort in den ‘e-passport gates’ ein digitales Bild des Gesichts der Person aufgezeichnet wird, das mit den Bilddaten, die auf dem Chip des biometrischen Reisepasses der Person gespeichert sind (wird mit einem Dokumentenscanner ausgelesen), abgeglichen wird.
In Österreich sind vergleichbare Systeme (“Pass-Automaten”) bisher nicht im Einsatz. Laut BMI werden die Kontrollbeamtinnen und -beamten an den Grenzen langfristig nicht durch Pass-Automaten ersetzt. Auf der BMI Hompage heißt es:
Biometrische Abgleichmethoden sind ein Hilfsmittel für die herkömmliche Grenzkontrolle und werden diese nur ergänzen, nicht ersetzen. Der Zugewinn an Sicherheit ergibt sich auch aus der Kombinationsmöglichkeit bewährter herkömmlicher Verfahren mit den technischen Möglichkeiten der Biometrie.
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August 20th, 2009 Stephan Gruber
Der niederländische Fußballclub ADO Den Haag hat eine eigenwillige Taktik, seine Fans unter Kontrolle zu halten: Für alle BesucherInnen, die Tickets für die Heimspiele des Clubs erwerben wollen, ist der Besitz einer sogenannten Club Card verpflichtend. Und an die kommt man nur, indem man persönlich mit ausgefülltem Antragsformular bei der Ticketstelle im Stadion vorstellig wird. Doch damit nicht genug:
Bij het indienen van de aanvraag wordt de benodigde biometrische foto op locatie gemaakt.
Soll heißen: Bei der Beantragung muss man ein biometrisches Foto von sich machen lassen, das auf der Clubcard gespeichert wird. Kauft man dann ein Ticket, stimmt man der Kameraüberwachung mit biometrischen Methoden zu.
Fans der Auswärtsteams können übrigens ohne Clubcard Tickets kaufen – dürfen dann aber nicht individuell anreisen, sondern müssen eine “verpflichtende Bus-Kombi” nehmen, also geschlossen im Bus zum Spiel kommen.
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Dezember 16th, 2008 Anna Masoner
Interessantes berichtete gestern die SZ unter dem Titel Filmchen im Pass in der Rubrik Digitales. Die deutsche Bundesdruckerei tüftelt derzeit gemeinsam mit dem koreanischen Tech-Riesen Samsung anscheinend an einem Gadget, das kleine Videosequenzen in den Pass bringen soll. Warum? Diesmal mal nicht um die Ausweise fälschungssicherer zu machen, wie das beliebte Argument bei der Implementiereung von Biometrie in Ausweisdokumente lautet, sondern um Identitätsdiebstahl vorzubeugen. Kurze Videosequenzen, die den Kopf von vorne, wie von beiden Seiten zeigen, würden eine Person viel eindeutiger identifizieren als ein Foto, heißt es aus der Staatsdruckerei. Dass Menschen, die sich ähnlich sehen, Ausweise untereinander austauschen, fürchtet die Staatsdruckerei derzeit wohl mehr, als dass sie selber welche produzieren.
Funktionieren solls jedenfalls mit speziellen Anzeigefolien aus speziellen Leuchtdioden. In drei bis fünf Jahren soll die Technik marktreif sein.
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Dezember 3rd, 2008 Anna Masoner
In Zukunft müssen wir uns vielleicht nicht mehr über misslungene Schnappschüsse ärgern. Eine intelligente Digitalkamera rückt dann unserer Gesichter ganz automatisch ins rechte Licht. Entwickler um den isralischen Computerwissenschaftler Daniel Cohen-Or haben an der Universität Tel-Aviv nach eigenen Aussagen den Schönheitscode gecknackt. Dass Schönheit in den Augen des Betrachters liegt, ist demnach wohl passé. Die Wisssenschaftler arbeiten an einer Software, die die Proportionen eines Gesichts fast unmerklich verändert.
Und so kam der Algorhythmus auf dem die digitale SchönheitsOP basiert, zustande: Versuchspersonen mußten die Gesichter von 68 israelischen und deutschen Männern und Frauen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren nach ihrer Schönheit auf einer Skala eintragen. Daraufhin wurden mit 250 Messungen Eigenschaften und Proportionen einzelner Gesichtszüge verglichen, z.B. der Abstand zwischen Augen und Ohren.
Mal sehen, ob das Verschönern auch mit biometrischen Passbildern funktioniert.
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November 7th, 2008 Anna Masoner
Nachdem ich von Stephan und Daniel nun schon länger ermuntert werde nun doch auch mal zu bloggen: here I am und zwar mit meinem Lieblingsthema der Biometrie.
Bei US amerikanischen Behörden ist Biometrie offenbar Geschmackssache. Ende Oktober berichtete futurezone, dass die USA ganz schöne Standardisierungsprobleme bei der Abnahme und dem Vergleich biometrischer Daten haben. Die Datensätze von Biometriedatenbanken, die das amerikanische Militär in Afghanistan und dem Irak eingerichtet haben, lassen sich nicht mit den biometrischen Daten, die das FBI und der Heimatschutz sammeln, vergleichen. Ja nicht mal FBI und Heimatschutz verstehen sich auf Biometriebene. Denn das FBI verwendet nämlich, wie im Polizei-Fahndungswesen üblich, gerollte Abdrucke, während der Zoll bei der Einreise nicht-gerollte Fingerabdrücke abnimmt. Der amerikanische Rechnungshof rügte die Behörden in einem kürzlich veröffentlichten Bericht dafür.
“Der Rechnungshof hält da nämlich fest, dass die von der Armee erhobenen biometrischen Daten in vielen Fällen nicht abgleichbar sind. So würden, je nach Truppeneinheit, einmal ausschließlich Iris-Scans angefertigt, dann wieder Fingerprints abgenommen und das obendrein mit verschiedenen, untereinander nicht kompatiblen Systemen.”
Tja, das wird jetzt eine Menge Geld kosten um Mängel zu beheben. Aber dafür haben wir ja schließlich die Biometrie- und andere Sicherheitsindustrien: um die Wirtschaft anzukurbeln.
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