Mai 2nd, 2011 Stephan Gruber
Interessante Assoziation von Crime Scene Investigation zu archiviertem Aktenmaterial, die da im Österreichischen Staatsarchiv hergestellt wird, um die BenützerInnen zur Verwendung von Handschuhen anzuhalten. Da darf natürlich auch der Fingerabdruck am abgebildeten Archivgut nicht fehlen…

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Juli 21st, 2009 Stephan Gruber

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Januar 19th, 2009 Anna Masoner

Die „SpheroCam HDR“ zeichnet Räumlichkeiten vollsphärisch auf (Foto: polizei-nrw.de/lka)
In Deutschland verwenden PolizeiermittlerInnen bereits eine spezielle und natürlich teure 3D-Lasertechnik um Tatorte zu dokumentieren. Das erfuhr ich vor ein paar Tagen aus einem Pressetext.
Mithilfe der digitalen Spezialkamera ‘SpheroCam HDR’ werden beispielsweise Räumlichkeiten in alle Richtungen in einem Winkel von 360 Grad horizontal und 180 Grad vertikal für vollsphärische Bilder in Echtzeit aufgezeichnet. Auf diese Weise wird die Situation am Tatort messerscharf wiedergegeben. Der polizeilichen Sachbearbeitung, der Staatsanwaltschaft, den Gerichten und der Verteidigung könne so eine sachlich realistische Gesamtdarstellung eines Ortes geboten werden, ohne zeit- und kostenaufwendige Ortsbesichtigungen durchführen zu müssen.
Wie Pressetext.at vor ein paar Tagen meldete hat eine Neuseeländische Technologiefirma nun einen Scanner vorgestellt, der noch präziser arbeitet. Das Gerät kann man sich als eine Mischung aus Digitalkamera und Laser-Scanner vorstellen.
Derartige Scan-Systeme stellen eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Aufnahme von Tat- und Ereignisorten dar. Neben der zweidimensionalen Fotografie und der Videografie ist es nun möglich, eine Örtlichkeit noch objektiver fotorealistisch darzustellen. So können hierdurch den Gesamteindruck beeinflussende Teilansichten vermieden werden, wie es zum Beispiel in der Foto- und Filmregie unter dramaturgischen Aspekten geschieht.
So der Pressesprecher des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen.
Finde ich nett. Die Polizei vergleicht ihre Methoden mit den dramaturgischen Regeln von Spielfilm und Fotografie.
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Januar 10th, 2009 Daniel Meßner
Folgendes Zitat stammt aus dem heutigen STANDARD:
Darwin meinte als Kind seiner Zeit, dass alles der natürlichen Auslese und dem “Survival of the fittest” unterliegt und so gut wie alles angeboren ist. Das scheint mir im Übrigen auch heute in der Öffentlichkeit der Fall zu sein, wo man viel mehr an die Macht der Gene glaubt, als die Molekularbiologen selbst, die längst von einem systematischen Zusammenspiel von Genen und Umwelt sprechen. Die Idee vom Gen-Determinismus ist wissenschaftlich mausetot, aber der öffentliche Diskurs hinkt da eine Generation nach.
Gesagt hat es Jürgen Neffe, der von Wissenschaftsredakteur Klaus Taschwer interviewt wurde. Die Idee ist zwar tot, doch der öffentliche Diskurs hinkt nach. Eine interessante Beobachtung, zumal es in der Kriminologie ähnlich ist.
Die Frage ist: Warum wird in Medien ein Wissenschaftsbild vermittelt, das die jeweiligen WissenschaftlerInnen überhaupt nicht mittragen? Das haben wir uns während des Betriebsausflugs in der CSI-Ausstellung auch gefragt. Kein Kriminalist würde, um bei CSI zu bleiben, mit so einem enormen Sendungsbewusstsein ein streng rationalistisches Weltbild verkaufen. Ich hatte während unseres Videobriefings kurzzeitig das Gefühl, dass Hans Groß zu uns spricht.
Im Begleittext, einem Artikel in KURIER-Aufmachung von Hedwig Derka und Susanne Mauthner-Weber stoßen LeserInnen auch recht schnell auf den Grazer. Der, wie es heißt, die Untersuchungsrichter mit seinem Handbuch 1893 mit den neuen wissenschaftlichen Methoden vertraut machte.

Grund für das Interview von Taschwer ist das neue Buch von Jürgen Neffe: "Darwin. Das Abenteuer des Lebens"
Ein Anliegen der Ausstellung: Laien mit wissenschaftlichen Methoden vertraut machen. Im Begleittext heißt es, BesucherInnen sollen DNA- und Feuerwaffenanalyse, forensische Anthropologie und Toxikologie kennenlernen und so mit wissenschaftlichen Techniken vertraut gemacht werden. Und wenn es von der Austellung heißt, BesucherInnen können DNA-Tests und Faser-Analysen durchführen, bin ich skeptisch: BesucherInnen können auf einem Touchscreen vorgebebene Felder antippen. Mehr nicht.
“Es ist schön, dass sich Leute für Wissenschaft und Forensik interessieren”,
meint Gil Grissom, virtueller Einsatzleiter und CSI-Ermittler. Mit CSI werden aber nicht nur wissenschaftliche Methoden vorgestellt: es wird ein wissenschaftliches Weltbild verkauft. Der Begleittext endet dennoch mit einem Zitat, auf das viele wahrscheinlich gewartet haben, die Gerichtsmedizinerin Kathrin Yen sagt:
Die Gerichtsmedizin hat wenig mit dem Bild zu tun, welches in den Serien häufig vermittelt wird, und wir lösen Fälle auch nicht in einer Dreiviertelstunde.
Aber Moment: Wird nicht die ganze Zeit erzählt, dass BesucherInnen Wissenschaft kennenlernen und dann ist doch alles ganz anders?
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Januar 9th, 2009 Anna Masoner
Wir waren da. Gestern waren Stephan, Daniel und ich sozusagen auf Betriebsausflug in der Ausstellung “CSI: The Experience – Löse selbst den Fall“, die sich derzeit im grauenvoll missglückten Pratereingangsareal eingemietet hat. Die Idee: Die BesucherInnen der Ausstellung sollen auf den Spuren der TV-Ermittler und -Forensiker selbst Fälle lösen und da ganz nebenbei so einiges über moderne Ermittlungsmethoden und -techniken erfahren. Die Popularisierung der Popularisierung könnte man sagen.
Für einen von drei Kriminalfällen muss man sich am Eingang entscheiden. “Crash im Wohnzimmer” wurde unserer. Nach einem kurzen Briefing durch die CSI-Experten, natürlich per Videokonferenzschaltung, gings an den lieblos inszenierten Tatort. Unser erster Auftrag war, alle verdächtigen Spuren in einen Plan einzuzeichnen. Und man findet so einiges in einem Wohnzimmer, in das offensichtlich ein Auto gerast war und dessen Fahrer leider natürlich schon tot am Lenkrad sitzt. Fingerabdrücke an leeren Bierflaschen, blutige Fingerabdrücke an der Kühlerhaube des Wagens und – das lernten wir in de Ausstellung – passive Blutsspritzer am Boden. Als nächstes mussten wir die Spuren mit modernster Computertechnik auswerten. To cut a long story short: Natürlich haben wir am Ende am Computerterminal, als es darum ging, die einzelnen Puzzleteile zu einem Ganzen zu fügen, den Fall gelöst. Dank Gerichtsmedizinerurteil, Gewebe-, DNA- und Fingerabdruckanalyse und anschließendem Matching mit einer Datenbank. Die zwei anderen Fälle, an denen wir nicht gearbeitet haben, übrigens auch. War ja wirklich nicht schwierig. Ich freu mich trotzdem auf das Zertifikat, das ich in ein paar Wochen vom amerikanischen Fort Worth Museum für Wissenschaft und Geschichte, das für diesen Gruselzirkus verantwortlich ist, zugeschickt bekomme. In der Zwischenzeit rätsle ich schon mal, was da wohl draufstehen wird.
Die Kuratoren der Schau sind übrigens augenscheinlich mit einem enormen Impetus an die Chose herangegangen, wie ein Zitat aus der Kurier-Sonderbeilage beweist:
Dieses Projekt ist ein großartiges Beispiel dafür, wie sich die Welten der Unterhaltung und der Wissenschaft zum Wohle der Öffentlichkeit vereinigen.
So wohl fühlte ich mich nach ganzen 2 Stunden Ermittlungsarbeit leider nicht. Schließlich mussten die Ohren dank superhohem Geräuschpegel einiges aushalten und meine Wasserflasche ist mir im Eifer des Gefechts gestohlen worden. Ich muss in Sachen Polizeiarbeit wohl noch einiges lernen.
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