Mit dabei sind Uta Wagenmann und Susanne Schultz vom Gen-ethischen Netzwerk. Sie erklären, wie die Speicherung biometrischer Informationen in Datenbanken funktioniert und vor allem gehen sie auch auf Probleme ein, die mit der Speicherung einhergehen. Wer also wissen möchte, warum “genetischer Fingerabdruck” ein irreführender Ausdruck ist, liegt bei der Podcast-Folge richtig.
Ein bisschen schade ist aus meiner Sicht, dass die Kritik am Datenspeichern generalisiert wird und nicht mehr kritisch rückbezogen wird, auf die vorher erklärten Probleme der Klassifizierung und Archivierung der biometrischen Informationen. Ausweitung ist natürlich ein wichtiges Thema, aber die Frage ist, inwiefern es sich dabei nur um eine (technische) Vision handelt.
Interessanterweise findet sich in der Geschichte des Fingerabdruckverfahrens ebenfalls die Diskussion um eine Ausweitung auf die Gesamtbevölkerung, die sog. “Volksdaktyloskopie”. Umgesetzt wurde sie allerdings nicht, denn wie die Erkennungsdienste früh erkannt haben:
„Je größer also die Registratur ist, desto komplizierter muß das Klassifizierungsverfahren sein. [...] [D]as Fassungsvermögen einer Registratur ist nicht unbegrenzt.”1
Königlich bayerisches Ministerium des Inneren an das königlich bayerische Ministerium des Äußeren am 16. Dezember 1911, Betreff: Einheitliche Regelung des Erkennungsdienstes, in: BayHStA MA 92812. [↩]
„Die Untersuchungsmethoden sind derart verbessert und empfindlich geworden, dass sich die Frage stellt, was überhaupt spurenrelevant ist“, meinte der BKA-Experte und Serologe Hermann Schmitter 2009, als er vom SPIEGEL zum Fall des „Phantoms von Heilbronn“ befragt wurde. Das Zitat verweist auf wesentliche Aspekte der gegenwärtigen Diskussion um Einführung einer „Police-Elimination-Datenbank“ — eine Datenbank, in der DNA-Proben und Fingerabdrücke von Sicherheitsorganen gespeichert werden, um diese als Tatortspuren auszuschließen.
Zunächst einmal: So häufig auch das Beispiel des „Phantoms von Heilbronn“ genannt wird; selbst eine „Police-Elimination-Datenbank“ hätte diesen Fall nicht verhindert, weil die Spur von einer Mitarbeiterin der Wattestäbchen-Firma stammte. Das bedeutet, bei der Schaffung einer „Police-Elimination-Datenbank“ stellt sich die Frage, wessen Daten gespeichert werden sollen, um diese Datenbank effektiv zu machen. Dr. Reinhard Schmid, Leiter des zentralen Erkennungsdienstes im Bundeskriminalamt, meint dazu: „Ungewollte Spurensetzungen sind bei heutiger Sensitivität der Auswertungen faktisch nicht vermeidbar. Alle Personen, die potentiell eine solche Spur kontaminieren können – der Kreis ist erheblich größer als der Laie annehmen würde – müssen daher gesichert als Kontaminationsverursacher erkannt und die Spur ausgeschieden werden.“ Wäre es da nicht konsequent die Daten aller „ungewollten Spurensetzer“ zu speichern? Wie groß ist der Kreis an Personen, an die Schmid hier denkt? Daran anschließend stellt sich die Frage: Inwiefern handelt es sich bei der Datenbank um reinen Aktionismus, der in einer Kosten-Nutzen-Rechung nur wenig Mehrwert bringt? Denn das Problem bei der ungewollten Spurensetzung — wie auch der Fall Heilbronn zeigt — scheint weniger die ausgebildeten Spurensucher zu betreffen1, die in der Datenbank gespeichert werden sollen, sondern die von Schmid angesprochenen Laien — zum Beispiel die MitarbeiterInnen der Wattestäbchenhersteller. Die werden in der Datenbank aber nicht erfasst.
Müsste daher nicht zunächst einmal über Spurenrelevanz diskutiert werden, wie das Schmitter im eingangs erwähnten Zitat vorschlägt? Denn Spuren sind nicht so eindeutig wie es scheint: Spuren sind das schlechthin Übersehbare, immer an der Grenze der Erkennbarkeit und werden als Zeichen eines Vorgangs gelesen, sie verweisen als temporärer Rest auf einen Handlungsablauf. Aber eine Spur wird erst zur Spur, wenn sie als solche interpretiert wird und in ein Narrativ eingefügt werden kann. Erst das Ordnen der Spur und die Herstellung von Chronologien und Kausalitätsketten macht aus einem Detail eine Spur. Jedes Detail kann zur Spur werden, weil es auf den kriminalistischen Gesamtzusammenhang verweisen könnte. Das ist der Moment, in dem es zur Inflation des Faktischen kommt: Im mikrologischen Blick des Ermittlers zeigt sich eine ungeheure Detailfülle der Wirklichkeit. „Er war perfekt“, erzählte Dr. Watson über Sherlock Holmes , „wenn es ums Argumentieren ging, er war die beste Beobachtungsmaschine, die die Welt je gesehen hat.“2 Sherlock Holmes ist deswegen so erfolgreich, weil er nicht nur alle Spuren entdeckt, sondern gleichzeitig richtig interpretiert. Das Beispiel Heilbronn hat gezeigt, dass die beste Beobachtungsmaschine — in dem Fall also die Herstellung von Spuren — nutzlos ist, wenn die Spuren nicht korrekt in Chronologien und Kausalitätsketten eingebettet werden; erst das Narrativ macht die Spur zur Spur. Die Technikgläubigkeit beim Fall Heilbronn hat dazu geführt, dass andere Ermittlungsmethoden zugunsten der Spurensicherung vernachlässigt wurden. Das Narrativ in das die Spuren eingebettet wurden, hat bereits vorher einige ErmittlerInnen stutzig gemacht, deren Kritik aber überhört wurde. Das heißt, vielleicht wäre es effektiver, statt eine „Police-Elimination-Datenbank“ anzulegen und den Fokus damit noch stärker auf die Technisierung zu legen, besser mehr Energien in die Interpretation der Spuren zu setzen.
Unabhängig davon stellt sich die Frage der Kriminalisierung von Personen, die erkennungsdienstlich behandelt werden und deren Daten gespeichert werden. Was interessanterweise zu zwei Reaktionen führt: einerseits kann die Speicherung der biometrischen Daten von PolizistInnen als Verletzung des Persönlichkeitsrechtes interpretiert werden, was zur Forderung „gelinderer Mittel“ führt, wie zum Beispiel einen Abgleich der Spuren nur im Anlassfall. Andererseits erweckt die Speicherung der Daten dennoch Verdacht, oder wie „6kanikl“ meint: „aha. die kieberer schliessen sich also von vornherein schon als täter aus. interessant.“
Schmid nennt bei der freiwilligen Erfassung von 202 BeamtInnen 72 DNA-Spuren und 26 daktyloskopische Spuren von 55 BeamtInnen [↩]
Wie orf.at (“Jagd auf Phantomtäter”), heute.at (“DNA-Proben von Polizisten sollen gespeichert werden”) und krone.at (“DNA-Massentests, damit Polizei nicht sich selbst jagt”) berichten, beabsichtigt das Bundesministerium für Inneres, eine sog. “Police-Elimination-Datenbank” einzuführen. In dieser Datenbank sollen sich Sicherheitsorgane, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an Tatorten ihre eigenen Spuren hinterlassen, erkennungsdienstlich erfassen lassen, d.h. ihre Fingerabdrücke und DNA- Proben abgeben. So soll verhindert werden, dass „unbekannte Täter“ aufgrund von Tatortspuren gesucht werden, diese aber eigentlich ermittelnde Polizisten sind.
Die Datenbank wird von der Polizeigewerkschaft kritisiert: “Viel zu teuer, nicht zielführend und gegen den Persönlichkeitsschutz der Beamten gerichtet”, wird der Sprecher der niederösterreichischen Polizeigewerkschaft, Reinhard Zimmermann, von noe.orf.at zitiert.
Während ich die ersten beiden Argumente (zu teuer, nicht zielführend) nicht nachvollziehen kann, da sich die Investition rein finanziell lohnen würde (die Effizienz der Polizeiarbeit könnte gestärkt werden), ist der Persönlichkeitsschutz natürlich sehr wohl ein starkes Argument, das nach datenschutzrechtlichen Erwägungen danach schreit, nach “gelinderen Mitteln” zu suchen, um dieses Problem zu lösen: So könnte man bei den ermittelnden Polizisten stärkeres Bewusstsein im Umgang mit ihren eigenen Fingerabdrücken und DNA-Spuren schaffen , damit diese gar nicht erst an den Tatort gelangen. Und wenn dies passieren sollte, könnte man ja immer noch im Anlassfall einmalig einen Spurenabgleich vornehmen. Dies darf natürlich auch nicht so weit führen, dass von jedem Bürger verlangt wird, quasi “Spurenmanagement” zu betreiben und immer einen Gummihandschuh oder Mundschutz zu tragen.
Darüber hinaus zeigt diese Diskussion auch sehr gut, dass technische Hilfsmittel zur Identifizierung von Personen zwar idealtypisch durchaus sinnvoll sein mögen, aber durch ihre Implementierung neue Probleme und Risiken geschaffen werden, die oft nur durch einen schwerwiegenden weiteren Schritt kompensiert werden können. Der Polizist oder die Polizistin soll am Tatort erkennungsdienstlich erfasst werden. Mit Ulrich Beck1 könnte man weiter argumentieren, dass die Verteilung der Risiken damit auf eine kleine Gruppe von Polizisten und Polizistinnen abgewälzt wird.
Ulrich Beck (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. [↩]
Was 123people.at doch alles weiß: Die selbsternannte “Personensuchmaschine” verspricht “personenbezogene Fotos, Videos, E-Mail Adressen, Telefonnummern” zu quasi allen existierenden Menschen. Da wundert es nicht, dass sogar zu Von Graf Anton Johann Pergen – der war Ende des 18. Jahrhunderts Wiener Polizeichef… – Informationen zu finden sind, wenn auch (noch) keine Telefonnummer.
Personen werden willkürlich Parteien zugeordnet und Bilder falschen Personen, Personen werden verwechselt oder überhaupt neu erschaffen, indem Daten von mehreren Individuen zu einem Datensatz zusammengezogen werden. Überprüft wird von 123people.at ganz offensichtlich überhaupt nicht, was Suchalgorithmus und Schwarmintelligenz da an Profilen zusammenpfuschen.
Der Brief erweckt – zumindest auf den ersten, schnellen Blick – den Anschein, es sei eine Zahlung an diese Firma zu leisten, damit unsere Domain nicht ihre Gültigkeit verliert. Im Verlauf des Textes wird aber eingeräumt, diese “notice” sei keine Rechnung, sondern lediglich eine Serviceleistung für “domain name holders”, die gewillt seien, den Domain-Anbieter zu wechseln. Eine schnelle Google-Suche zeigt, dass diese Firma offenbar schon länger mit diesen sehr zweifelhaften Methoden ihr Glück versucht: Mithilfe des WHOIS-Protokolls werden Domain-Eigentümer ausgeforscht und mit diesen Briefen beglückt, um an deren Geld zu kommen.
Witzig ist aber der angedrohte mögliche “Identitätsverlust”:
“You must renew your domain name to retain exclusive rights to it […] Failure to renew your domain name by the expiration date may result in a loss of your online identity making it difficult for your customers and friends to locate you on the Web.”
Nicht selten lassen sich KRONE-LeserbriefschreiberInnen vom KRONE-Hausdichter Wolf Martin inspirieren, und schicken ihre Leserbriefe in Reimform. Nebenstehender Leserbrief aus der gestrigen Sonntagskrone von Willibald Zach behandelt das Thema “Datenbanken”.
Die angeführten Argumente für und wider den Datenschutz wiederholen sich in den Medien nur allzu häufig. Datensammeln dient der Sicherheit und rechtschaffene BürgerInnen haben ohnehin nichts zu befürchten: deshalb auch nichts zu verbergen.
Datenbanken erscheinen zwar “irgendwie” bedenklich, werden letztlich aber “geschätzt”.
Mir fällt dazu immer der Spruch auf einem Schild einer Hamburger Demonstration gegen Datenmissbrauch in den 70er oder 80er Jahren ein, den Julia Fleischhack in ihrem Vortrag auf unserem Workshop letzten Sommer präsentierte: “Meine Daten müsst ihr raten!”
Virtuelle Alternativwelten und Online-Nachbildungen der ‘echten’ Welt erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Boomten lange Zeit Fantasy-Umgebungen wie “World of Warcraft” (kurz WoW), so scheint nun die ‘schöne’ Realität auf dem Vormarsch. Das “Second Life” (Slogan “Your world. Your imagination.”) gibt es ja schon länger, nun stößt auch Sony mit seiner Playstation 3 in diese Richtung: “PlayStation®Home” nennt sich das Projekt, das seit einigen Monaten als “closed beta trial”, also für eine geschlossene Community läuft. Morgen öffnet Sony die “Home”-Welt dann für alle PS3-User.
Ich habe mich in diese mir bisher fremde Online-Welt gewagt. Noch bevor ich allerdings in diese schöne neue Welt durfte, wurde ich mit handfesten ‘realen’ Nutzungsbedingungen konfrontiert – ich muss also vor meinem Eintritt quasi meine Privatsphäre draußen lassen: Ich werde “überwacht“, alles was ich online tue, wird “aufgezeichnet” und “erfasst“; wenn ich mich schlecht benehme, kann ich auch mit den “Strafverfolgungsbehörden” zu tun kriegen. (Ziemlich sicher verstoße ich mit diesem Blog-Eintrag auch schon gegen einige dieser Bestimmungen, z. B. die Verschwiegenheitsklausel, die der Beta-Version eine geheimbündlerische Aura verleiht.)
Wenn ich damit einverstanden bin – die Hemmschwelle zum “Bestätigen” der Vereinbarung ist ja sehr gering –, dann kann ich daran gehen, mein virtuelles Alter Ego zu erschaffen. Die Akribie, mit der ich hier vorgehen darf, erinnert fast an polizeiliche Identifizierungstechniken wie die Bertillonage. Geschlecht, Schädelform, Gesicht, Körperform, Haut, Haare, auch Kleidung – alles darf ich nach meinen Wünschen bis ins letzte Detail anpassen.
Faszinierend ist dabei, dass die meisten User offenbar versuchen, ein (idealisiertes) Abbild ihres ‘echten’ Körpers zu erschaffen. Wenn also jemand mal diesem jungen Mann im Kino oder in der Bowlingbahn von PlayStation®Home begegnen sollte: Ich bin’s.
Eine ‘Anekdote’ aus dem Identifizierungs-Alltag: Eine besonders ‘perfide’, weil nervtötende Identifizierungsmethode wird bei der Hotline der Telekom Austria (0800 100 100) angewandt. Zunächst wird man von einer aggressiv-freundlichen Automatenstimme begrüßt und in Sicherheit gewogen: Der Anruf werde, so das Versprechen, durch das automatisierte Navigationssystem nämlich derart beschleunigt, dass man “schnell und einfach” mit einer (echten) Person verbunden werde, die mit Rat und Tat zur Hilfe stehe. Nach gefühlten 5 Minuten der Selbstbeweihräucherung durch die Hotline-Stimme darf man dann endlich auswählen, zu welchem Thema man Hilfe wolle.
Und dann kommt der Identifizierungs-Part: Um den Anruf zu “beschleunigen”, solle man bitte seine Telefonnummer (die unschuldige Telekom-Hotline kennt natürlich keine Call ID …) und Kundennummer wahlweise eintippen oder einsprechen – unendliches Herumärgern mit der Sprach- und Tastenerkennung ist vorprogrammiert.
Aber nun ist man endlich und eindeutig identifiziert, wer man denn sei und was man eigentlich wolle. Doch die Vorfreude auf die persönliche Beratung kommt zu früh: Denn als Lohn für die Bereitstellung aller Informationen bedankt sich die Hotline-Stimme nun bei den geduldigen KundInnen für den Anruf – leider rufe man aber für dieses spezielle Problem (genauer gesagt “andere Fragen”) außerhalb der dafür vorgesehenen Beratungszeit an. “Auf Wiedersehen!” Tütütüt …
Ja, ebenfalls, ☠☣♨☭☄♒✆ Maschine!
(Ein P.S. für ‘Advanced Hotline Callers’ und Masochisten: Es gibt eine beinahe subversiv anmutende Methode, die Maschine auszutricksen und doch zu einer Person aus Fleisch und Blut durchzudringen. Nämlich: Einfach ein Beratungs-Thema auswählen, für das doch noch jemand am anderen Ende der Leitung zu erreichen ist. Nach ein paar Versuchen klappts bestimmt … Kleiner Tipp: “Information” bekommt man auch nach 18 Uhr, “andere Fragen” sind zu dieser späten Stunde nicht mehr erlaubt.)
Nachdem das Thema “Archivieren und ordnen” für unser Thema immer relevanter wird, bin ich vor kurzem bei einer Recherche über das Zettelkasten-Video von Niklas Luhmann auf Youtube gestolpert. Es ist ein kurzer Auszug aus der Dokumentation “Beobachter im Krähennest”.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie wir Wissen sortieren und ordnen. Schließlich wirkt die Ordnung und Organisation des Wissens auf unsere Erkenntnis zurück. Nicht umsonst konnte Luhmann behaupten, seine Bücher mit dem Zettelkasten geschrieben zu haben. Mit digitalen Datenbanken hätte Luhmann sicher seine Freude gehabt.
In dem Zusammenhang stellt sich aber auch die Frage, wie wir unseren Arbeitsalltag organisieren und Gedanken, Zitate oder Abstracts ordnen und kontextualisieren. Mittlerweile gibt es dutzende Freeware-Programme, einige davon basieren auf dem Luhmann-Zettelkasten. Interessant ist auch der hypertextuelle Zettelkasten “synapsen” von Markus Krajewski.
Ich selbst benutze Citavi für Literatur und Evernote für alle anderen Notizen. Evernote deshalb, weil ich durch die Web-Synchronisation immer eine Sichherheitskopie habe und ich von jedem Rechner mit Internetzugang auf meine Daten zugreifen kann. Der Evernote-Slogan “Remember EVERYTHING” wirkt dagegen eher beängstigend. Utopie oder Dystopie?
… im doppelten Sinn. In den letzten Wochen haben wir unsere ganze Anstrengung darin gesetzt, unseren Antrag für das Förderungsprogramm DOC-team zu verfassen. Gestern haben wir den Antrag nun (endlich) eingereicht. Die Zeit des (an)gespannten Wartens auf einen Bescheid kann also beginnen. Auf diesen ersten Schritt haben wir angestoßen:
(Foto: Stephan Gruber)
Einige Anmerkungen zum Identifizierungsvorgang bei dieser Einreichung: Im Zuge der Antragstellung mussten wir einen “Online-Erfassungsbogen”(!) ausfüllen, auf dem wir unter anderem eine Klassifizierung unseres Projektes und unserer institutionellen Zugehörigkeiten zu treffen hatten. Die Einordnung in einen Fachbereich mittels Kennzahl erfolgt auf Basis der Klassifikationsdatenbank der Wissenschaftszweige, die von der Statistik Austria erstellt wird. Nach Übertragung unserer Daten sind diese nun in einer Datenbank der Stipendienabteilung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gespeichert.
Unser nächster Wegpunkt in diesem Antragsverfahren: Die erste Hürde ist Ende November; hier erfahren wir, ob unser Projekt in Begutachtung geht.
Symposion in der Wienbibliothek im Rathaus
Do-Sa 9.-11.10.2008
Das Internet-Zeitalter beginnt seine Vorgeschichte zu schreiben: An Stelle der “politischen Haupt- und Staatsaktionen” rücken zunehmend Medien ins Zentrum des historischen Interesses, es werden Aufschreibesysteme, Datenverarbeitung und Übertragungstechnologien untersucht. Zu diesen Forschungen möchte das Symposion einen Beitrag leisten, indem es sich mit jenen Einrichtungen, Personen und Techniken beschäftigt, die als “Vorläufer” heutiger Suchmaschinen betrachtet werden können, seien es Staatshandbücher, Diener, Bibliothekskataloge, Fragebögen oder Zeitungskomptoire. Welche strukturellen Ähnlichkeiten gibt es zwischen diesen vergangenen und den heutigen Suchmaschinen? Welche Unterschiede lassen sich feststellen? Welche Utopien knüpften sich an die Suchmaschinen des analogen Zeitalters? Welche Formen von Kontrolle ermöglichten sie? – Diese und ähnliche Fragen sollen im Rahmen des Symposions behandelt werden. Ein solcher Zugang verspricht, nicht nur neue Erkenntnisse über die Medien der Vergangenheit zu liefern, sondern auch die Analysen der gegenwärtigen medialen Lage zu vertiefen.
Anton Tantner, der bei unserem Workshop als Experte dabei war, ist mit Thomas Brandstetter für die Konzeption verantwortlich.