Die HSK-Redaktion scheint’s aber auch mit einer Portion Humor zu nehmen: Im aktuellen “hsk digest” (September 03, 2009) wurde nicht nur die eben genannte “Erwiderung auf die Replik zur Rezension” versandt, sondern auch ein Hinweis auf eine Konferenz mit dem passenden Titel “Gelehrte Polemik: Typen und Techniken wissenschaftlicher Konfliktführung” (23.-25. September 2009, Gießen).
Von 25. bis 27. September 2009 findet am St Antony’s College an der University of Oxford das zweite Treffen des internationalen ForscherInnennetzwerkes IdentiNet statt, bestehend aus einem geschlossenen Mitglieder-Workshop und einer öffentlichen Konferenz: Beim Members’ Workshopam 25. 9. werden Daniel und ich unser Projekt vorstellen (“identifizierung.org – Project Outline”, Abstract). Am 26. und 27. 9. findet dann die Public Conference statt, zu der man sich bis 15. 9. anmelden kann:
This public event represents the culmination of the Network’s activities. Via a conventional programme of academic papers, commentaries, and discussions, our multidisciplinary international team and other invited participants will explore:
the conceptual and theoretical foundations of identification practices
exemplary national and system case studies
the comparative and transnational dimensions of identification
the implications of historical research for contemporary policy and practice
Vom 12. bis 15. September 2009 findet am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität in Linz – europäische Kulturhauptstadt 2009 der Kulturgeschichtetag 2009 statt. Das Programm gibt es hier als PDF-Datei. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden wir ein Panel gestalten, in dem wir Einblick in unser Projekt geben:
sonntag, 13.9.09, 9:30-11:00
Verdaten. Klassifizieren. Archivieren.
Identifizierungstechniken aus kulturwissenschaftlicher Perspektive
Chair: Andrea Griesebner
Stephan Gruber: Steckbrieflich gesucht – Fahndung und Überwachung im 18. Jahrhundert
Daniel Messner: Technische Phantasien – Überwachungsszenarien im 19. Jahrhundert
Anna Masoner: Die Kunst der Überwachung – gegenwärtige Positionen in Wissenschaft und Kunst
Auch eine Möglichkeit der Geschichtsvermittlung: Sich betrinken und dann über ein berühmtes historisches Ereignis sprechen. Zu sehen – eh klar – auf YouTube, u. a. mit Jack Black.
Vielleicht können wir ja bei Gelegenheit einen Beitrag über unser Thema beisteuern?
Ein kleines Fundstück aus dem Netz: Auf ScienceBlogs lief vor ein paar Wochen eine Diskussion über die Wirksamkeit bzw. Schädlichkeit von Aluminiumsalzen in Impfstoffen, u. a. Spieltheoretiker Ulrich Berger vs. “Wissenschaftsjournalist” (solche Leute sind ja besonders beliebt…) Bert Ehgartner. Interessant ist, wie da die “Evidenz” dargeboten, eingefordert, verleugnet, ignoriert, mit Adjektiven versehen, herumgeworfen… wurde. Ein paar Beispiele:
Leider lieferte Ehgartner keine Evidenz
Da gibt es viel Evidenz.
Suche nach Evidenz
Also her mit der Evidenz….
wo also ist die evidenz
Vielfache Nachfragen von mir zur Evidenz dieser Behauptung ignorierst du.
die wissenschaftliche Evidenz
Aber ohne Not evidenzfreie Zusammenhänge zu konstruieren, weil sie sich in die eigenen Vorurteile so schön einfügen, ist kein Zeichen für wissenschaftliche Objektivität, und Kritik daran ist nicht nur legitim, sondern notwendig.
und weil Bert Ehgartner angeblich Evidenz hat, dass der HPV-4 Impfstoff höchstwahrscheinlich unwirksam ist
Wir warten auf deine Evidenz
Eine magere Metaanalyse der vorhandenen Evidenz
Bert ich hab hier ganz brav gefragt, was deine Evidenz ist
vielleicht gelingt es dir hier nur ganz kurz die Evidenz vorzutragen
dafür musst du doch Evidenz haben
Im übrigen soll Bert mal die Evidenz hier belegen
Ich bin ein hundertprozentiger Vertreter der Evidenz-basierten Medizin.
du weigerst dich seit Wochen nur einen Fetzen Evidenz vorzulegen
Na dann lege doch bitte die Evidenz vor für diese deine Meinung
Ich dachte Evidenz soll etwas beweisen oder zumindest wahrscheinlich machen
Das Adresscomptoir hat’s schon vor ein paar Tagen angekündigt: Das Netzwerk “The Documentation of Individual Identity: Historical and Comparative Perspectives since 1500” (IdentiNet), mit dem wir ja in engem Kontakt stehen, hat seit kurzem ebenfalls einen Weblog.
“The Economy of Sexual identity: Subcapitalist semantic theory and constructivism”
If one examines material narrative, one is faced with a choice: either reject Sartreist existentialism or conclude that the significance of the participant is social comment, given that consciousness is interchangeable with narrativity. Lyotard uses the term ‘material narrative’ to denote a self-falsifying totality. It could be said that in A Portrait of the Artist As a Young Man, Joyce affirms constructivism; in Dubliners, however, he denies subcapitalist semantic theory.
The subject is contextualised into a that includes sexuality as a paradox. Thus, if material narrative holds, we have to choose between subcapitalist semantic theory and neotextual nationalism.
Schlüssig, nicht? Der Postmodernism Generator, der diesen Text ausgespuckt hat, hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, ist aber immer noch eine geniale Idee: “The essay you have just seen is completely meaningless and was randomly generated by the Postmodernism Generator.”
Das Programm wurde 1996 geschrieben, also in dem Jahr, in dem auch die sogenannte “Sokal-Affäre” für Aufregung sorgte: Der Physiker Alan Sokal schaffte es, in der Cultural Studies-Zeitschrift Social Textdiesen Hoax-Artikel zu veröffentlichen; es folgte ein Science War unter anderem mit BrunoLatour.
Unter dem Titel “Weblogs – Politische Tagebücher als Instrumente direkter Demokratie?” findet am Montag, 17. November 2008, um 17.00 Uhr ein Lese- und Diskussionsabend in der FB Soziologie und Politikwissenschaft statt (Programm).
Mit auf dem Podium sitzt SPÖ-Jugendsprecherin Laura Rudas.