• Blog
  • DOC-team
  • Projekt
  • Texte
  • Links
  • English
  • VKA_Map
  • Impressum

Chaosradio über DNA-Datenbanken

September 6th, 2011 Daniel Meßner

Willi Watte, das Kampagnen-Maskottchen vom Gen-ethischen Netzwerk.

Sehr empfehlenswert ist die aktuelle Chaosradio-Ausgabe 171 “DNA, Datenbank und Genethik. Genomenspeicherei für Anfänger und Fortgeschrittene”.

Mit dabei sind Uta Wagenmann und Susanne Schultz vom Gen-ethischen Netzwerk. Sie erklären, wie die Speicherung biometrischer Informationen in Datenbanken funktioniert und vor allem gehen sie auch auf Probleme ein, die mit der Speicherung einhergehen. Wer also wissen möchte, warum “genetischer Fingerabdruck” ein irreführender Ausdruck ist, liegt bei der Podcast-Folge richtig.

Ein bisschen schade ist aus meiner Sicht, dass die Kritik am Datenspeichern generalisiert wird und nicht mehr kritisch rückbezogen wird, auf die vorher erklärten Probleme der Klassifizierung und Archivierung der biometrischen Informationen. Ausweitung ist natürlich ein wichtiges Thema, aber die Frage ist, inwiefern es sich dabei nur um eine (technische) Vision handelt.

Interessanterweise findet sich in der Geschichte des Fingerabdruckverfahrens ebenfalls die Diskussion um eine Ausweitung auf die Gesamtbevölkerung, die sog. “Volksdaktyloskopie”. Umgesetzt wurde sie allerdings nicht, denn wie die Erkennungsdienste früh erkannt haben:

„Je größer also die Registratur ist, desto komplizierter muß das Klassifizierungsverfahren sein. [...] [D]as Fassungsvermögen einer Registratur ist nicht unbegrenzt.”1

  1. Königlich bayerisches Ministerium des Inneren an das königlich bayerische Ministerium des Äußeren am 16. Dezember 1911, Betreff: Einheitliche Regelung des Erkennungsdienstes, in: BayHStA MA 92812. [↩]

Posted in Mediensplitter | No Comments »

SdK über DNA als Identifizierungstechnik

Juli 28th, 2011 Daniel Meßner

People lie, the Evidence doesn’t lie: Neue Stimmen der Kulturwissenschaften-Ausgabe mit Barbara Prainsack über DNA als Identifizierungstechnik und die Auswirkungen der DNA-Technologie auf Straftäter. Mit dabei ist diesmal auch Christoph Musik als Mitfragensteller.

SdK 16: Barbara Prainsack über DNA als Identifizierungstechnik

Posted in Internes, Podcast | 1 Comment »

CSI bin Laden

Mai 3rd, 2011 Daniel Meßner

CSI Stonybrook

Sheila Jasanoff bezeichnet “making identities” als eine wesentliche Resource der Sinnerzeugung.  Mit Hilfe der “co-production” versucht sie zu erklären, wie technische ExpertInnen und andere soziale Gruppen Wissen und Techniken in einem Prozess wechselseitig erzeugen: “How technology and society ‘co-produce’ each other, describe how two or more variables of a system affect and essentially create each other.“1

Das läuft dann auch darauf hinaus, dass mit der Etablierung von Techniken auch bestimmte soziale Gruppen konstruiert werden. Zum Beispiel werden mit den Identifizierungstechniken Fotografie und Anthropometrie Ende des 19. Jahrhunderts von Kriminalisten und Polizei-Experten auch die sog. Gewohnheitsverbrecher bzw. Berufsverbrecher konstruiert.

Nun gibt´s zwar keine eigene Identifizierungstechnik für Terroristen, aber wie Wired berichtet, gibt es einige Überlegungen wie speziell diese soziale Gruppe zu identifizieren ist. So wurden immerhin auch “forensic experts” mit nach Abbottabad geflogen. Die dann schließlich auch Osama bin Laden identifzieren mussten:

Speaking at a White House briefing, counterterrorism adviser John Brennan said he had “99 percent” certainty the commando team killed bin Laden, thanks to “facial recognition, [his] height, [and] an initial DNA analysis.”

 

„co-production“, mit dessen Hilfe sie erklären möchte, wie technische ExpertInnen und andere soziale Gruppen Wissen und Techniken in einem Prozess wechselseitig erzeugen: How technology and society ‘co-produce’ each other, describe how two or more variables of a system affect and essentially create each other.“

President Obama confirms death of Osama bin Laden

  1. Jasanoff, Sheila (2004): The idiom of co-production. In: Sheila Jasanoff (Hg.): States of knowledge. The co-production of science and social order. transferred to digital print. London: Routledge (International library of sociology), S. 2. [↩]

Posted in Mediensplitter | No Comments »

Diskussion über Einführung einer „Police-Elimination-Datenbank“ in Österreich

August 13th, 2010 Christoph Musik

Wie orf.at (“Jagd auf Phantomtäter”), heute.at (“DNA-Proben von Polizisten sollen gespeichert werden”) und krone.at (“DNA-Massentests, damit Polizei nicht sich selbst jagt”) berichten, beabsichtigt das Bundesministerium für Inneres, eine sog. “Police-Elimination-Datenbank” einzuführen. In dieser Datenbank sollen sich Sicherheitsorgane, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an Tatorten ihre eigenen Spuren hinterlassen, erkennungsdienstlich erfassen lassen, d.h. ihre Fingerabdrücke und DNA- Proben abgeben. So soll verhindert werden, dass „unbekannte Täter“ aufgrund von Tatortspuren  gesucht werden, diese aber eigentlich ermittelnde Polizisten sind.

Die Datenbank wird von der Polizeigewerkschaft kritisiert: “Viel zu teuer, nicht zielführend und gegen den Persönlichkeitsschutz der Beamten gerichtet”, wird der Sprecher der niederösterreichischen Polizeigewerkschaft, Reinhard Zimmermann, von noe.orf.at zitiert.

Während ich die ersten beiden Argumente (zu teuer, nicht zielführend) nicht nachvollziehen kann, da sich die Investition rein finanziell lohnen würde (die Effizienz der Polizeiarbeit könnte gestärkt werden), ist der Persönlichkeitsschutz natürlich sehr wohl ein starkes Argument, das nach datenschutzrechtlichen Erwägungen danach schreit, nach “gelinderen Mitteln” zu suchen, um dieses Problem zu lösen: So könnte man bei den ermittelnden Polizisten stärkeres Bewusstsein im Umgang mit ihren eigenen Fingerabdrücken und DNA-Spuren schaffen , damit diese gar nicht erst an den Tatort gelangen. Und wenn dies passieren sollte, könnte man ja immer noch im Anlassfall einmalig einen Spurenabgleich vornehmen. Dies darf natürlich auch nicht so weit führen, dass von jedem Bürger verlangt wird, quasi “Spurenmanagement” zu betreiben und immer einen Gummihandschuh oder Mundschutz zu tragen.

Darüber hinaus zeigt diese Diskussion auch sehr gut, dass technische Hilfsmittel zur Identifizierung von Personen zwar idealtypisch durchaus sinnvoll sein mögen, aber durch ihre Implementierung neue Probleme und Risiken geschaffen werden, die oft nur durch einen schwerwiegenden weiteren Schritt kompensiert werden können. Der Polizist oder die Polizistin soll am Tatort erkennungsdienstlich erfasst werden. Mit Ulrich Beck1 könnte man weiter argumentieren, dass die Verteilung der Risiken damit auf eine kleine Gruppe von Polizisten und Polizistinnen abgewälzt wird.

  1. Ulrich Beck (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. [↩]

Posted in Mediensplitter | No Comments »

Bakterien-Fingerabdruck

März 18th, 2010 Stephan Gruber

Wie der Spiegel berichtet, sollen Wissenschaftler wieder einmal eine Möglichkeit entdeckt haben, Menschen mittels eines “Fingerabdrucks” zu identifizieren – diesmal sind es Bakterien, die die Einzigartigkeit einer Person ausmachen sollen:

“Eine Art bakterieller Fingerabdruck könnte in Zukunft zur Aufklärung von Straftaten beitragen. Das erhoffen sich zumindest US-amerikanische Wissenschaftler, die herausgefunden haben, dass Bakterien-Kolonien auf Handflächen und Fingern in ihrer Zusammensetzung nahezu einzigartig sind. Anhand eines Bakterienabgleichs lasse sich daher bestimmen, welche Gegenstände eine bestimmte Person berührt habe.”

In einer kriminalistischen Zukunft – genaues Datum wird noch nicht genannt – soll, so die Hoffnung der Wissenschaftler (bzw. der Journalisten), diese neue Identifizierungstechnik “sogar einem DNA-Abgleich überlegen” sein. Und wie unfehlbar der ist, wissen wir ja …

Posted in Mediensplitter | 1 Comment »

Lancaster, UK

Juni 23rd, 2009 Stephan Gruber

dna-bus

Big Brother in the UK: Dieses Plakat ist in Bussen in Lancaster zu finden. Und damit nicht genug: An den Bahnhöfen werden die Namen von Schwarzfahrern veröffentlicht.

Danke für Bild und Hinweis an Anna M. M.!

Posted in Aus dem Alltag, Unterwegs | No Comments »

CSI-Effekt in Medien und Öffentlichkeit

März 28th, 2009 Daniel Meßner

Wie sehr die Debatten um Kriminaltechniken auch einer kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung bedürfen, zeigt der aktuelle Fall des “Phantoms von Heilbronn”. Die DNA einer UwP (Unbekannte weibliche Person) fand sich ab 1993 über 40 Mal an verschiedenen Tatorten in Deutschland, Österreich und Frankreich. Wie sich herausstellte, stammt die DNA von einer Mitarbeiterin der Wattestäbchen-Firma.

Das Ausmaß der Ermittlungen macht den Fall zu einer der größten Ermittlungspannen in der deutschen Kriminalgeschichte: In Heilbronn suchten 30 BeamtInnen zwei Jahre lang, sammelten 16.000 Überstunden und prüften 3.700 Spuren. Insgesamt waren 200 Personen (PolizistInnen, Staatsanwälte, KriminaltechnikerInnen) an der Ermittlung beteiligt.

Und wie zu erwarten, wird jetzt die Frage nach der Zuverlässigkeit der DNA-Analyse gestellt. “Wie zuverlässig sind DNA-Analysen?”, fragte zum Beispiel Ingo Arzt in der gestrigen taz und stellte fest, dass der Ermittlungsfehler das Vertrauen in die Methoden der DNA-Analyse erschüttert. Und im Kommentar zum Artikel von Christian Rath “Blindes Vertrauen in die Technik”, ebenfalls taz, heißt es: “Die peinliche Fahndung nach dem “Phantom” zeigt überdeutlich, dass keine Technik – und erst recht nicht die Polizei – blindes Vertrauen verdient hat.”

Wie zu erwarten war, ist die Grundsatz-Debatte um die Zuverlässigkeit von DNA-Analysen für die Polizei eher kein Thema. Die BeamtInnen betonen, die DNA-Analyse sei nur ein Teil der Ermittlungsarbeit. Daneben werden schließlich auch Zeugenaussagen, Motive, Alibis und Tathergänge untersucht. Die DNA-Analyse ist daher nur ein Ermittlungsansatz.
Die Technik-Erschütterung kommt vor allem von medialer Seite, schließlich ist die Steigerung der Sicherheitsempfindung ein wesentliches Moment der Technik. Für die meisten, die mit DNA-Analysen arbeiten ist klar, dass die Technik fehleranfällig ist. Das wird in vielen Berichten deutlich. So sagt Nicole von Wurmbschwark, Professorin für Forensische Genetik in Kiel gegenüber der taz: “Ich kann also das Risiko, zu falschen Ergebnissen zu kommen, immer nur minimieren.”

Eine Art CSI-Effekt zeigt sich in den Medien und der Öffentlichkeit. Als CSI-Effekt werden die Auswirkungen von Krimi-Serien auf das Verhalten von Geschworenen und VerbrecherInnen bezeichnet. “Der CSI-Effekt aus den TV-Krimis bewirkt einen Glauben an die “DNA als Königin der forensischen Technologie. Wir sehen auch in anderen Bereichen, dass der Genetik als Wissenschaft ein privilegierter Zugang zur Wahrheit zugeschrieben wird”, meinte die Politologin Barbara Prainsack neulich im STANDARD. So sind die Erwartungen der Öffentlichkeit an die Effizienz von Kriminalitätsbekämpfung auf einem unrealistischen Niveau. Die Technik verspricht letztlich Trost: Die Wissenschaft bringt am Ende unweigerlich die Wahrheit ans Licht, objektiv und unfehlbar. Die Technik soll´s also richten: “Fingerabdrücken traute man einst zu, Verbrechen zu verhindern. Ähnlich hohe Erwartungen hatte man an DNA-Technologien, als diese nutzbar wurden. Solche übersteigerten Erwartungen sind wieder etwas am Abflauen,” erklärt Prainsack.

Der aktuelle Fall zeigt, wie die Ergebnisse einer Ermittlungstechnik von den ErmittlerInnen höher eingestuft wurden, als andere Ermittlungsansätze. Ein gekipptes Verhältnis, hin zur Technik. Denn, dass das Phantom in derart verschiedenen Milieus unterwegs war, machte schon seit einiger Zeit einige ErmittlerInnen stutzig.

Interessant ist nun, wie die Konkurrenz der unterschiedlichen Ermittlungsansätze von den Medien interpretiert wird. Bernd Dörries in der Süddeutschen schrieb dazu: “Die DNS hatte immer recht. Die Kommissare, die auf ihr Gefühl hörten und zweifelten, hatten nichts mehr zu sagen.” Wer anderen Ermittlungsansätzen folgt und einem technischen Ergebnis widerspricht, hört also auf sein Gefühl. Fein. Der technischen Forensik wird damit eine objektive Wissenschaftlichkeit zugeschrieben, die sich dann auch in Dörries Kommentar zeigt: “Das ist wirklich sehr peinlich für unsere Polizei und man sollte das zum Anlass nehmen deren generelle Technikgläubigkeit mal zu hinterfragen.” Und die der Medien und der Öffentlichkeit dann bitte auch gleich.

Was können nun Kulturwissenschaften zur Klärung des Problems beitragen?
Erstens die Debatte um eine historische Dimension erweitern. Wenn zum Beispiel der Grazer Kriminalist Hans Groß um 1900 “Realien als Beweismittel” fordert, als Ersatz für das, “was durch den Zweifel an der Richtigkeit der Zeugenaussagen schwanken und unbrauchbar wurde”, dann zeigt sich die Konkurrenz der Ermittlungsmethoden nicht erst als aktuelles Problem.

Zweitens die Zuschreibungen und die komplexen Durchsetzungs- und Anwendungsmechanismen erklären, weil Kulturwissenschaften die Techniken in einen breiteren Kontext einbetten. Denn die konkrete Anwendung von Techniken hängt von mehreren Faktoren ab, nicht zuletzt von politisch-kulturellen Konstellationen. Moderne Strafjustiz ist ein ExpertInnen-Netzwerk, weshalb es entscheidend ist, die Abstimmung zwischen Institution, AkteurInnen, Technologien und Praktiken zu untersuchen.

Übersteigerte Technikgläubigkeit zeigt sich also nicht nur bei der polizeilichen Ermittlungsarbeit, sondern vor allem in den Medien und der Öffentlichkeit.

Posted in Mediensplitter, Theorie | 1 Comment »

CSI: The Experience™

Dezember 10th, 2008 Stephan Gruber

“CSI-Experience: Angehende Tatortermittler gesucht” – so die vielsagende Ankündigung einer “interaktiven Ausstellung” mit dem Titel “CSI: The Experience™” über die US-TV-Serie, die nun in Wien am Riesenradplatz Station macht und wohl einen Beitrag zum “CSI-Effekt” liefern wird.

Im Pressetext von der Ausstellungs-Website klingt das Versprechen der MacherInnen so (meine Hervorhebungen):

Die neue interaktive Wissenschaftsausstellung (sic!) zur erfolgreichen Fernsehserie, beginnt mit ihren Ermittlungen (…)
Inspiriert von der erfolgreichen CBS Fernsehserie, beleuchtet diese Wanderausstellung den Prozess der wissenschaftlichen Ermittlung und realen Untersuchungsmethoden, die bei der Lösung von Verbrechen zur Anwendung kommen.

Ich denke, wir müssen einen ‘Betriebsausflug’ dorthin machen…

Posted in Film & Musik, Veranstaltungen | 1 Comment »

Menschen lügen, DNA nicht?

Oktober 22nd, 2008 Stephan Gruber

Die bestechende Evidenz von DNA-Analysen ist ein beliebter Topos in diversen TV-Krimiserien. Vor allem Produktionen in der Machart von “CSI: Crime Scene Investigation” basieren zu einem Gutteil auf dem Glauben an die Technik, die sich einfach nicht “irren” kann.

Das Thema wird auch in einer Folge der US-Serie Monk aufgegriffen: In Season 4, Episode 10 (“Mr. Monk Goes to a Fashion Show”) verläuft die Beweisführung zunächst ähnlich: Ein Mordfall wird neu aufgerollt, weil der neurotische Protagonist Zweifel an der Verurteilung des vermeintlichen Täters hat. Diese Verurteilung basierte aber auf einer DNA-Analyse, und die ist bekanntlich so gut wie unfehlbar, wie der “Experte” in der Serie, der Gerichtsmediziner, feststellt:

“People lie. People lie all the time. But DNA – never lies.”

Ähnlich argumentiert dann auch der – wie das Publikum an dieser Stelle schon vermutet – tatsächliche Mörder. Er hat nämlich, basierend auf der Evidenz der DNA-Analyse, ein Alibi, was er nicht müde wird zu betonen:

“What about the evidence, Mr Monk? What about – you’ve heard of DNA, right? I mean, does that ring a bell here, hm? … It couldn’t have been me – just not possible.”

Dass es doch möglich war, sich ein solch bestechendes Alibi zuzulegen, klärt sich schließlich auf: Der (korrupte) Experte nämlich, der Gerichtsmediziner, hatte die DNA-Probe gefälscht. Er wird der Beihilfe zum Mord und der Fälschung von Beweismitteln überführt:

“There was something wrong with the evidence”,

lautet Mr Monk’s Fazit…

Posted in Film & Musik | No Comments »

Die DNA von Wertgegenständen

Oktober 21st, 2008 Stephan Gruber

Die Wiener Städtische Versicherung (und offenbar auch andere Versicherungen) legt ihren Haushaltsversicherungs-Polizzen nun einen Werbefolder bei, der den EmpfängerInnen den Erwerb eines Produktes namens M-DotDNA empfiehlt:

Winzige M-DotDNA-Mikropunkte markieren Gegenstände, wie zum Beispiel Fahrräder, Laptops, TV- oder Hi-Fi-Geräte, Skier, Videoausrüstung und Handys, gegen Diebstahl.

Der Clou an diesem Produkt – und hier kommen die professionellen Identifizierer, nämlich die Polizei, ins Spiel:

Diese Markierung ist mit freiem Auge nicht sichtbar, für die Polizei mit speziellen Lesegeräten allerdings sehr wohl. Die Polizei kann Ihr Eigentum mithilfe dieser Markierung jederzeit identifizieren.

Zur Untermauerung der Wirksamkeit des Produkts gegen Einbrüche wird gleich eine Statistik nachgeschoben:

In Wohnungen, die mit M-DotDNA gesichert sind, ist die Einbruchsgefahr nachweislich um 50 Prozent zurückgegangen. Warnaufkleber an Türen und Fenstern weisen auf das Sicherungssystem hin und machen diese Haushalte für Diebe unattraktiv, sodass Einbrecher Wohnungen oder Häuser, die mit M-DotDNA geschützt sind, eher meiden.

Mit beigelegtem “Gutschein für Ihre Sicherheit” kann man das Produkt um 50 statt 144 Euro erwerben. Warum man sich aber nicht einfach einen solchen Warnaufkleber besorgen soll, der wohl bedeutend günstiger als um 50 Euro angefertigt werden kann, darauf geht der findige Sicherheits-Werbeprospekt nicht ein. Stattdessen wird ein ganz anderes – wenn auch weniger nachvollziehbares – Argument gebracht:

Je mehr Gegenstände im Haushalt an möglichst vielen Stellen markiert sind, desto weniger ist ein Dieb daran interessiert, einzubrechen und etwas zu stehlen!

In diesem Sinne: Fürchtet euch vor den High-Tech-Dieben, die anscheinend doch mit freiem Auge erkennen, welche Gegenstände an wievielen Stellen mit der Wertgegenstände-DNA markiert sind!

Posted in Aus dem Alltag | No Comments »

  • Results

  • Seiten

    • DOC-team
      • Stephan Gruber
      • Daniel Meßner
      • Christoph Musik
      • Supervisors
      • Anna Masoner
    • Projekt
      • Standardisierung & Professionalisierung – Frühmoderne Identifizierung 1782–1867
      • Technisierung und Implementierung – Daktyloskopie als Überwachungsphantasie seit 1900
      • Algorithmische Identifizierung: Wie Maschinen sehen und identifizieren lernen
    • Texte
      • Workshop ’08
        • Programm
        • Graduierte
        • ExpertInnen
        • Fotos
        • Downloads
    • Links
    • English
    • VKA_Map
    • Impressum
  • Kategorien

    • Aus dem Alltag (47)
    • Buch (22)
    • Film & Musik (15)
    • Internes (22)
    • Kunst (6)
    • Mediensplitter (82)
    • Off Topic (8)
    • Podcast (15)
    • Quellen (12)
    • Recht (2)
    • Texte (22)
    • Theorie (23)
    • Tipps (8)
    • Unipolitik (9)
    • Unterwegs (59)
    • Veranstaltungen (46)
  • Archive

    • Mai 2013
    • April 2013
    • März 2013
    • Februar 2013
    • Januar 2013
    • Dezember 2012
    • November 2012
    • Oktober 2012
    • September 2012
    • August 2012
    • Juli 2012
    • Juni 2012
    • Mai 2012
    • April 2012
    • März 2012
    • Februar 2012
    • Januar 2012
    • Dezember 2011
    • November 2011
    • Oktober 2011
    • September 2011
    • August 2011
    • Juli 2011
    • Juni 2011
    • Mai 2011
    • April 2011
    • März 2011
    • Februar 2011
    • Januar 2011
    • Dezember 2010
    • November 2010
    • Oktober 2010
    • September 2010
    • August 2010
    • Juli 2010
    • Juni 2010
    • Mai 2010
    • April 2010
    • März 2010
    • Februar 2010
    • Januar 2010
    • Dezember 2009
    • November 2009
    • Oktober 2009
    • September 2009
    • August 2009
    • Juli 2009
    • Juni 2009
    • Mai 2009
    • April 2009
    • März 2009
    • Februar 2009
    • Januar 2009
    • Dezember 2008
    • November 2008
    • Oktober 2008
    • September 2008
    • Juli 2008
  • Schlagwörter

    auge ausstellung ausweis betteln Biometrie csi datenbank diskussion DNA evidenz Fahndung film fingerabdruck Fotografie gender geschichte gesichtserkennung hausieren identifizieren internet kamera klassifizieren kriminalisieren kuwi medien pass podcast politik Polizei popularisierung protest stipendium subversion tathergang technik tv ueberwachung USA verbrecher verdaten vergangenheit vermessen videoüberwachung wissenschaft zukunft
  • Links

    • Adresscomptoir
    • ANR-CIRSAP
    • CS KUWI
    • Ehen vor Gericht
    • hist.net
    • IdentiNet
    • Institut für Geschichte
    • Projet Bertillon
    • small | world | ART | project
    • Stimmen der Kulturwissenschaften (SdK)
    • The New Transparency
    • The Surveillance Project
  • Meta

    • Anmelden
    • Beitrags-Feed (RSS)
    • Kommentare als RSS
    • WordPress.org
  • NetworkedBlogs
    Blog:
    Verdaten. Klassifizieren. Archivieren.
    Topics:
    history, STS, PhD
     
    Follow my blog

identifizierung.org and univie.ac.at/identifizierung are proudly powered by WordPress | Bob |