Meine Lektüre eines Textes von Katja de Vries offenbarte mir heute eine erstaunliche Entdeckung: Mein Untersuchungsgegenstand, Techniken und Praktiken der algorithmischen Identifizierung, ist über nur eine Verbindung mit DEM bairisch/österreichischen Wort schlechthin, nämlich Oachkatzlschwoaf (=Eichhörnchenschweif), verbunden. Diese Verbindung ergibt sich über den Begriff Schibboleth. Linguistisch betrachtet ist ein Schibboleth eine sprachliche Besonderheit, durch die sich ein Sprecher oder eine Sprecherin einer Gruppe oder einer bestimmten Region zuordnet. Ein Schibboleth ist also eine Art Codewort: Die Aussprache des Wortes Oachkatzlschwoaf entscheidet also zum Beispiel darüber, ob eine Person der Gruppe der bairisch/österreichischen Mundart zugerechnet werden kann oder nicht. Während diese Unterscheidung im Speziellen heute kaum ernsthafte Folgen nach sich zieht, entschieden Schibboleths in der Vergangenheit teilweise sogar über Leben und Tod. Die Entstehung der Bedeutung des Wortes, welche auf das Buch der Richter 12, 5-6 des Alten Testaments zurückgeht, verdeutlich dies:
5Und die Gileaditer nahmen ein die Furten des Jordans vor Ephraim. Wenn nun die Flüchtigen Ephraims sprachen: Laß mich hinübergehen! so sprachen die Männer von Gilead zu Ihm: Bist du ein Ephraimiter? Wenn er dann antwortete: Nein! 6hießen sie ihn sprechen: Schiboleth; so sprach er Siboleth und konnte es nicht recht reden; alsdann griffen sie ihn schlugen ihn an den Furten des Jordans, daß zu der Zeit von Ephraim fielen zweiundvierzigtausend.
Was hat aber nun das Schibboleth Oachkatzlschwoaf mit algorithmischer Identifizierung zu tun? Oachkatzlschwoaf kann als klassicher Schibboleth der Inklusion/Exklusion bezeichnet werden.
Durch den zunehmenden Einsatz von algorithmischen Identifizierungstechniken wie z.B. der Verhaltensmustererkennung entsteht über den klassischen Begriff hinaus eine neue Art von algorithmisch hergestellten Schibboleths. Der Algorithmus— nicht der Einheimische—entscheidet dann darüber, unter welchen Bedingungen eine gewisse Person einer Kategorie zugeordnet wird und in der Folge dementsprechend nach vorgegebenen Mustern behandelt wird. Ein algorithmisch vermittelter Schibboleth könnte also als eine Besonderheit im Verhalten bezeichnet werden, durch die sich eine Person einer bestimmten Gruppe/Kategorie von Personen zuordnen lässt. Stellt sich nur noch die Frage, was dies einerseits für Folgen nach sich zieht und andererseits wie und nach welchen Kriterien diese Kategorien und Zuordnungen zustande kommen und in einen Algorithmus eingeschrieben werden. Ziel meiner Arbeit ist, genau das nachzuvollziehen.
Von “Menschinnen” und “Genderwahn” war hier vor einiger Zeit schon mal in Zusammenhang mit einem “Zur Zeit”-Artikel die Rede. Bei der Lektüre diverser Websites und Foreneinträge, etwa in den Kommentaren auf den beliebten Web-Portalen österreichischer Tageszeitungen wie derstandard.at und krone.at, begegnet man immer wieder solchen und ähnlichen Termini, die zum Standardvokabular rechter Rhetorik gehören. Verblüffend dabei ist für mich immer wieder, wie diese oftmals einfach nur dümmlichen Wortschöpfungen von einer Reihe seltsamer Gestalten – von Forums-Trollen über Politiker und Politikerinnen bis zu Neonazis1 – in frappant ähnlicher Weise verwendet werden.
Hier eine relativ beliebig zusammengestellte Liste einiger dieser Kampfbegriffe, die von den geschätzten Lesern und Leserinnen gerne ergänzt werden darf:
4. Genderwahn, Genderwahnsinn: Pauschalverdammung sämtlicher politischer und (kultur)wissenschaftlicher Versuche, auf Missverhältnisse in Geschlechterhierarchien hinzuweisen. Hat mit dem, was im akademischen Diskurs gemeinhin unter “Gender” verstanden wird, nicht mehr viel zu tun bzw. will sich auf diese Erklärungsversuche auch gar nicht einlassen. Greift also nur eines der Schlagworter gegenwärtiger Politik (“Gender-Mainstreaming”) auf, um antifeministische bis frauenfeindliche Argumente (gegen “das Gendern” u.ä.) ins Feld zu führen.2
3. GrünInnen: Anspielung auf die vermeintliche politische Gesinnung eines Diskussionsgegners, in der praktischerweise auch gleich noch der “Genderwahn” (siehe 4.) einbezogen wird.3
2. Gutmenschen: Wikipedia-Definition: “eine meist abwertend gemeinte Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“), denen ein übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten unterstellt wird”4. Auch dieser Begriff ist praktischerweise mit “dem Gendern” kombinierbar und erhält durch die wahnsinnig kreative Schöpfung “GutmenschInnen” bzw. “Gutmenschinnen” noch zusätzliche Würze.5
1. Kulturbereicherer: Wohl eine der unsäglichsten rechten Wortschöpfungen, die zumeist als Ersatzbegriff für offen rassistische Termini eingesetzt wird. Für mich persönlich der (vorläufige) Tiefpunkt meiner kleinen Auflistung.6
Ich würde eine (sprach)wissenschaftliche Untersuchung dieser gegenwärtigen Ausformungen rechter Kampfrhetorik begrüßen – wenn es so etwas schon geben sollte, freue ich mich über Literaturhinweise.
Eine simple Google-Recherche macht rasch die dümmlichsten Verwendungen des Begriffs deutlich: http://www.google.at/search?q=kulturbereicherer. Warnung: Bei intensiver Durchsicht der Suchergebnisse sind dauerhafte Schädigungen Ihrer Denkleistung nicht auszuschließen! [↩]
Aus einem aktuellen, für unser Projekt höchst interessanten Call for Papers des Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK):
23.–29. August 2009, Maria Taferl (Niederösterreich)
IFK_faculty:
Leitung: Prof. Dr. Helmut Lethen (IFK, Wien)
Weitere Mitglieder:
Prof. Dr. Peter Becker (Johannes Kepler Universität Linz)
Prof. Dr. Elisabeth Bronfen (Universität Zürich)
Prof. Dr. Michael Hagner (ETH Zürich)
Prof. Dr. Eva Horn (Universitäten Basel und Wien)
Rahmenthema: Spuren und Archive des “Bösen”
Die historische Spannbreite der Akademie erstreckt sich von der Physiognomik, frühen Kriminologie und Kriminalanthropologie im 18. und 19. Jahrhundert (Lavater, Lombroso, Gross u. a.), den Rassen- und Dekadenztheorien des Fin de Siècle und den ersten Verbrecherdateien (Fotos, Fingerabdrücke) bis hin zur Gegenwart. Archäologisch sollen die Vorgänger der modernen Kriminalistik, Rasterfahndung und biometrischen Verfahren zur Personenfeststellung analysiert werden, die gegenwärtig im “Kampf gegen den Terror” und gegen das Verbrechen eingesetzt werden. Ziel der Akademie ist es, die Diskurse über Normalität, soziale Devianz und Verbrechen und die Verfahren der Datenerhebung bzw. -speicherung von der Daktyloskopie und Fotografie bis hin zum so genannten “genetischen Fingerabdruck” und der elektronischen Iriserkennung nachzuzeichnen und in ihren jeweiligen historischen Kontexten zu verorten. Dabei soll das enge Wechselspiel von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in der kulturellen Festlegung, der sozialen Definition und der polizeilichen wie juristisch-institutionellen Einhegung, Kontrolle und Verfolgung des “Bösen” untersucht werden.
Subthemen:
1. Spuren der “Bösen”: Kriminologie, Kriminalpolitik und Kriminalistik aus dispositivanalytischer Sicht (Peter Becker)
2. Hollywood und Krieg (Elisabeth Bronfen)
3. Der Körper des “Bösen” (Michael Hagner)
4. Spuren lesen – das Indizien-Paradigma (Eva Horn)
5. Die Physiognomie des “Bösen” in Literatur, Grafik und Fotografie (Helmut Lethen)
Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen unter: www.ifk.ac.at
Der Klappentext zu einer Sammlung von Erzählungen Edgar Allan Poes mit dem Titel “Der Untergang des Hauses Usher und andere Erzählungen” beschreibt den Schriftsteller so: “Edgar Allan Poe hat unverkennbare Spuren hinterlassen: Dem Detektivroman prägte er mit Auguste Dupin den Prototyp der exzentrischen, aber genialisch-scharfsinnigen Spürnase auf. Sherlock Holmes und zahlreiche Film- und Fernsehdetektive sind nach seinem Vorbild geschaffen.”
In der Kurzgeschichte “Der Mann der Menge” (S. 30–40, Online-Volltext bei zeno.org) beschreibt der Erzähler das Leben auf den Straßen Londons und seine Klassifizierung der Vorübergehenden unter anderem so:
Meine Beobachtungen waren zunächst ganz allgemeiner Art. Ich sah die Passanten nur als Gruppen und stellte mir ihre Beziehungen zueinander vor. Bald jedoch ging ich zu Einzelheiten über und prüfte mit eingehendem Interesse die zahllosen Verschiedenheiten in Gestalt, Kleidung, Haltung und Mienenspiel. (…)
Ferner gab es viele entschlossen und kühn aussehende Gestalten, die ich mühelos als zur Zunft der Taschendiebe gehörig erkannte, von der alle Großstädte heimgesucht werden. Ich beobachtete diese Herren sehr genau und konnte mir kaum vorstellen, wie sie von wirklich vornehmen Leuten jemals für ihresgleichen gehalten werden könnten. Die Weite ihrer Manschetten und ein gewisser übertriebener Freimut mußte sie sogleich verraten.
Die Spieler, von denen ich nicht wenige entdeckte, waren noch leichter herauszufinden. Sie trugen die verschiedenste Kleidung, von der des tollkühnen Taschenspielers mit Samtweste, phantastischem Halstuch, goldenen Ketten und Filigranknöpfen bis zu der des sorgfältig gekleideten Geistlichen, denn gerade dies Gewand erregt am wenigsten Verdacht. Sie alle zeichneten sich durch eine gewisse dunkle Gesichtsfarbe, ein mattes Auge und bleiche zusammengekniffene Lippen aus. Und noch zwei andere Merkmale waren es, an denen ich sie erkennen konnte; sie sprachen stets in gesucht leisem Ton und hielten den Daumen rechtwinklig zur Hand weit abgestreckt. (…)
Weiter herabsteigend auf der Stufenleiter der menschlichen Gesellschaft, fand ich dunklere und schwierigere Aufgaben zum Analysieren. Ich sah jüdische Hausierer mit Falkenaugen, die aus Gesichtern blitzten, in denen alles andere nur das Gepräge kriechender Demut trug; freche gewerbsmäßige Bettler, die mit schalen Blicken jene Genossen besseren Schlages musterten, die nur Verzweiflung, Mitleid heischend, in die Nacht getrieben: gebrechliche, gespenstisch dürre Gestalten, auf die der Tod schon seine schwere Hand gelegt, die kraftlos daherschwankten und jedermann flehend ins Antlitz blickten, als suchten sie einen Trost, eine verlorene Hoffnung (…)
Die Geschichte schließt mit der Beschreibung eines alten Mannes, den der Erzähler verfolgt hat:
»Dieser alte Mann«, sagte ich schließlich, »ist das Urbild und der Dämon des Triebes zum Verbrechen. Er kann nicht allein sein. Er ist der Mann der Menge. Es wäre vergeblich, ihm zu folgen, denn ich werde weder ihn noch sein Tun tiefer durchschauen. Das schlechteste Herz der Welt ist ein umfangreicheres Buch als der ›Hortulus Animae‹, und vielleicht ist es nur eine der großen Gnadengaben Gottes, dies: ›Es läßt sich nicht lesen.‹«
Virtuelle Alternativwelten und Online-Nachbildungen der ‘echten’ Welt erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Boomten lange Zeit Fantasy-Umgebungen wie “World of Warcraft” (kurz WoW), so scheint nun die ‘schöne’ Realität auf dem Vormarsch. Das “Second Life” (Slogan “Your world. Your imagination.”) gibt es ja schon länger, nun stößt auch Sony mit seiner Playstation 3 in diese Richtung: “PlayStation®Home” nennt sich das Projekt, das seit einigen Monaten als “closed beta trial”, also für eine geschlossene Community läuft. Morgen öffnet Sony die “Home”-Welt dann für alle PS3-User.
Ich habe mich in diese mir bisher fremde Online-Welt gewagt. Noch bevor ich allerdings in diese schöne neue Welt durfte, wurde ich mit handfesten ‘realen’ Nutzungsbedingungen konfrontiert – ich muss also vor meinem Eintritt quasi meine Privatsphäre draußen lassen: Ich werde “überwacht“, alles was ich online tue, wird “aufgezeichnet” und “erfasst“; wenn ich mich schlecht benehme, kann ich auch mit den “Strafverfolgungsbehörden” zu tun kriegen. (Ziemlich sicher verstoße ich mit diesem Blog-Eintrag auch schon gegen einige dieser Bestimmungen, z. B. die Verschwiegenheitsklausel, die der Beta-Version eine geheimbündlerische Aura verleiht.)
Wenn ich damit einverstanden bin – die Hemmschwelle zum “Bestätigen” der Vereinbarung ist ja sehr gering –, dann kann ich daran gehen, mein virtuelles Alter Ego zu erschaffen. Die Akribie, mit der ich hier vorgehen darf, erinnert fast an polizeiliche Identifizierungstechniken wie die Bertillonage. Geschlecht, Schädelform, Gesicht, Körperform, Haut, Haare, auch Kleidung – alles darf ich nach meinen Wünschen bis ins letzte Detail anpassen.
Faszinierend ist dabei, dass die meisten User offenbar versuchen, ein (idealisiertes) Abbild ihres ‘echten’ Körpers zu erschaffen. Wenn also jemand mal diesem jungen Mann im Kino oder in der Bowlingbahn von PlayStation®Home begegnen sollte: Ich bin’s.
Klingt spannend, der Sammelband “Kriminalisieren – Entkriminalisieren – Normalisieren. Criminaliser – Décriminaliser – Normaliser“, bereits 2006 herausgegeben von Claudia Opitz, Brigitte Studer und Jakob Tanner. Heute ist auf H-Soz-u-Kult eine Rezension des Bandes von PeterBecker erschienen. Er beschreibt den Band so:
Die sozial- und kulturwissenschaftlich inspirierten Zugangsweisen zum institutionellen wie gesellschaftlichen Umgang mit Personen, die entweder Normen verletzt hatten oder zu einer Risikogruppe zählten, bilden die konzeptuelle Klammer für die Beiträge. Die Begriffstrias ‚Kriminalisieren, Entkriminalisieren, Normalisieren’ ist ein gut gewählter Titel, weil er das Verständnis von Kriminalität als Resultat eines komplexen Zuschreibungsprozesses mit erheblichen institutionellen Konsequenzen zum Ausdruck bringt.
Der Band erzählt keine kohärente Geschichte; er reduziert sich aber auch nicht auf die Publikation von Vorträgen, die auf der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Jahre 2004 gehalten wurden.
Der Band spricht viele für uns relevante Themen und Thesen an (Verständnis von Kriminalität als Resultat eines Zuschreibungsprozesses, institutionelle Konsequenzen dieses Prozesses, Grenzziehungen zwischen ‘Anständigkeit’ und ‘Devianz’, Bedrohungsvorstellungen,…)
Eine Inhaltsübersicht ist auf der Verlagswebsite zu finden. Peter Beckers rundum positives Fazit:
Der Band präsentiert Arbeiten aus der Schweiz bzw. über die Schweiz. Das ist der Entstehung des Bandes geschuldet. Die Beiträge zu diesem Band sind lesenswert und eröffnen neue Einblicke in die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex von Kriminalisierung und Normalisierung aus einer interdisziplinären und meist auch vergleichenden Perspektive. Der Band ist daher ohne Einschränkung zu empfehlen.
Sie musste ja ins Spiel kommen bei der Berichterstattung über den nächsten US-Präsidenten Barack Obama: die “Rasse”. In der heutigen Ausgabe des STANDARD etwa:
Unter den internationalen “Pressestimmen” ist ein Auszug aus “The Daily Telegraph” abgedruckt: Verblüffend, wie selbstverständlich da von der “gemischtrassigen Abstammung” Obamas geschrieben wird, der sich aber trotzdem “nicht über seine Rasse identifiziert”. Kann man in diesem Fall noch von einer sehr schlampigen Übersetzung (engl. “race” – dt. “Rasse”!?) ausgehen, so ist diese Ausrede für die deutschsprachigen Kommentatoren nicht mehr brauchbar: Erhard Stackl etwa schreibt unter dem Titel “Klasse statt Rasse”(!) über die “vor kurzem noch für unüberwindbar gehaltene Rassenbarriere”. Können halbwegs gebildete Redakteure das heute noch schreiben, zumal in einem sogenannten “Qualitätsmedium”? “Yes we can!”, denken sie sich offenbar …
Dass es auch anders ginge, zeigt etwa Christoph Prantner, wenn er von einer “neue(n) Zusammenarbeit über die Grenzen der (…) Ethnien hinweg” schreibt.
Dabei wäre doch nicht mal die Beschäftigung mit Rassismustheorien notwendig, ein Blick zu Wikipedia würde genügen, wo unter dem Lemma “Rasse” zu lesen ist:
Rasse bezeichnet:
eine noch bei Haustieren gebräuchliche, in der biologischen Systematik ansonsten veraltete Untereinheit der Art, siehe Rasse (Zoologie)
Und Wikipedia führt sogar über die “Heutigen Ansätze” weiter aus:
Heute wird die Menschheit nicht mehr in Rassen unterteilt. Die genetischen Unterschiede haben sich innerhalb einzelner Populationen als größer erwiesen als die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Populationsräumen. So lässt sich beispielsweise innerhalb der Grenzen Japans eine größere Varianz nachweisen als im Vergleich Japan – Australien. Eine einheitliche Klassifizierung sowohl nach morphologischen Kategorien wie “Hautfarbe”, “Haarstruktur” etc. hat sich als ebenso wenig haltbar erwiesen wie eine genetische Einteilung.
Es bleibt zu hoffen, dass die Wahl des neuen US-Präsidenten auch zu einem differenzierteren Umgang mit dem “Rassen”-Begriff in der Alltagssprache beiträgt. Und dass Klaus Emmerich, ehemaliger ORF-USA-Korrespondent, künftig vorher nachdenkt, bevor er in einer Live-Diskussion von sich gibt, dass er sich “nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen” möchte.
Von uns dabei ist Stephan Gruber; er wird am 4. Dezember 2008 einen Vortrag zum Thema “Persons-Beschreibung. Steckbriefliche Identifizierung im 18. Jahrhundert in der Habsburgermonarchie” halten.
… im doppelten Sinn. In den letzten Wochen haben wir unsere ganze Anstrengung darin gesetzt, unseren Antrag für das Förderungsprogramm DOC-team zu verfassen. Gestern haben wir den Antrag nun (endlich) eingereicht. Die Zeit des (an)gespannten Wartens auf einen Bescheid kann also beginnen. Auf diesen ersten Schritt haben wir angestoßen:
(Foto: Stephan Gruber)
Einige Anmerkungen zum Identifizierungsvorgang bei dieser Einreichung: Im Zuge der Antragstellung mussten wir einen “Online-Erfassungsbogen”(!) ausfüllen, auf dem wir unter anderem eine Klassifizierung unseres Projektes und unserer institutionellen Zugehörigkeiten zu treffen hatten. Die Einordnung in einen Fachbereich mittels Kennzahl erfolgt auf Basis der Klassifikationsdatenbank der Wissenschaftszweige, die von der Statistik Austria erstellt wird. Nach Übertragung unserer Daten sind diese nun in einer Datenbank der Stipendienabteilung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gespeichert.
Unser nächster Wegpunkt in diesem Antragsverfahren: Die erste Hürde ist Ende November; hier erfahren wir, ob unser Projekt in Begutachtung geht.