Sprachmittlung bei Gericht und Behörden
Interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt

am Institut für Afrikawissenschaften 

Logo Projekt Sprachmittlung
 

Jeder Angeklagte hat das Recht "in einer für ihn verständlichen Sprache über die Art und den Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigung in Kenntnis gesetzt zu werden."

EMRK Artikel 6/3a



 

 

Projekte

>>> PluS - Plurilingual Speakers in Unilingual Environments

Durch eine transdisziplinäre Kooperation von Angewandter Sprachwissenschaft, Afrikawissenschaften und Menschenrechts-forschung werden in dem Projekt „PluS“ die folgenden Ziele verfolgt:

  1. In der Praxis bei Behörden und Gerichten tätige Akteur_innen für die Themen Mehrsprachigkeit, Sprachenrechte und Migration sensibilisieren

  2. Die Bedeutung plurilingualer Repertoires für behördliche oder gerichtliche Verfahren sichtbar machen sowie mit deren Wahrnehmung verbundene Sprachideologien aufzeigen.

  3. Den Bereich Kommunikation bei Behörden und Gerichten betreffende und im österreichischen Kontext gültige Rechtsnormen systematisch aufbereiten sowie deren Auslegung in der Praxis und damit verbundene institutionelle Strukturen untersuchen.

  4. Kooperationen mit in der Praxis tätigen Akteur_innen aus- und aufbauen, um langfristig mit ihnen gemeinsam durch konkrete Maßnahmen zu einer Verbesserung der Kommunikationsbedingungen beitragen zu können.

  5. Füllen von Forschungslücken (a) zur Bedeutung und Wahrnehmung plurilingualer Repertoires im Rahmen von behördlichen und gerichtlichen Verfahren sowie (b) zur Auslegung von Sprachenrechten von Migrant_innen im österreichischen Kontext und den dieser Auslegung zu Grunde liegenden Strukturen.

Die Umsetzung des Projekts erfolgt mittels Methoden der Aktionsforschung, basierend auf Triangulation: Erstellung von Sprachbiografien aller Beteiligter, teilnehmende Beobachtung anhand von Buddying-Kooperationen, und menschenrechtliche Analyse von relevanten Rechtstexten. Die Auswertung erfolgt durch eine Verschränkung von Diskurs- und Biografieforschung. Neben der wissenschaftlichen Publikation der Ergebnisse und deren Diskussion mit VertreterInnen aus der Praxis und Wissenschaft, ist geplant Trainingsmodule für die verschiedenen involvierten Akteure zu den Themen Mehrsprachigkeit und Sprachenrechte zu entwickeln.


Beispiel eines Sprachenportraits

Projektteam

Institut für Sprachwissenschaft, Universität Wien
Brigitta Busch, Projektleiterin

Institut für Afrikawissenschaften, Universität Wien
Martina Rienzner
Walter Schicho, Projektleiter
Gabriele Slezak
Karlheinz Spitzl

Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte Wien
Margit Ammer
Barbara Liegl

treffpunkt sprachen – Zentrum für Sprache, Plurilingualismus und Fachdidaktik, Universität Graz
Dieter Halwachs

Mehr Informationen:

Infoblatt deutsch
Infoblatt englisch
Abstract
Mind Map
Work Packages
Projektantrag


Gefördert von

Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technolgiefonds


 

 

 

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