Sprachmittlung bei Gericht und Behörden
Interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt

am Institut für Afrikawissenschaften 

Logo Projekt Sprachmittlung
 

Jeder Angeklagte hat das Recht "in einer für ihn verständlichen Sprache über die Art und den Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigung in Kenntnis gesetzt zu werden."

EMRK Artikel 6/3a



 

 

Schnittstellen

Die Zahl von MigrantInnen, die in Kontakt mit Behörden und Gerichten in Österreich treten, ist in den letzten Jahren angestiegen. Für die zuständigen Institutionen bringt dies große Herausforderungen mit sich. Sie betreffen zum einen administrative Abläufe wie z.B. die Feststellung der zu dolmetschenden Sprache, die Suche nach DolmetscherInnen und die Beschaffung von verlässlichen Hintergrundinformationen zu sprachlichen und soziokulturellen Rahmenbedingungen in den Herkunftsländern. Zum anderen sehen sich die verfahrensleitenden Personen mit Problemen während der Verhandlungen bzw. Einvernahmen konfrontiert. Dazu zählen kulturelle Differenz, „Fremdheit“ und Verständigungsschwierigkeiten, die sich selbst bei einfachsten formalisierten Kommunikationsabläufen zeigen (Protokollieren der Personalia, Nennung von Personen etc.).

Unterschiedliche wissenschaftliche Fachrichtungen – wie Angewandte Sprachwissenschaft, Translationswissenschaft oder auf spezifische Herkunftsregionen spezialisierte Regionalwissenschaften – können mit ihrer Expertise und Ergebnissen von Forschungsarbeiten zu einer Verbesserung der Kommunikation in Asyl- und Strafverfahren beitragen. Dies erfordert jedoch den Ausbau bestehender und die Schaffung neuer Schnittstellen von Wissenschaft und Praxis - wie in der Kommunikation in den Verfahren selbst gilt es auch zwischen Praxis und Wissenschaft Asymmetrien abzubauen und ein „interkulturelles“ Verstehen zu fördern.

Als einen von mehreren Schritten in diese Richtung veranstalte das Projektteam am 12. März und 13. März 2010 am Institut für Afrikawissenschaften einen Workshop an dem VertreterInnen unterschiedlicher Institutionen aus Wissenschaft und Praxis teilnahmen, um über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu diskutieren. Eine ausführliche Dokumentation der einzelnen Vorträge und der Diskussion finden Sie hier.

Follow-Up
Dokumentation erster Workshop-Tag
Dokumentation zweiter Workshop-Tag

Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgruppe „Englisch“ des Österreichischen Verbands der Gerichtsdolmetscher und dem Projektteam „Sprachmittlung“

Seit 2009 gibt es eine Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Afrikawissenschaften und dem Verband der Österreichischen Gerichtsdolmetscher (ÖVGD) (verlinken www.gerichtsdolmetscher.at) - insbesondere mit der Arbeitsgruppe „Englisch“ die von Bettina Rittsteuer geleitet wird. Im Vordergrund stehen dabei der Austausch zwischen in der Praxis tätigen DolmetscherInnen und dem Projektteam „Sprachmittlung“.

Mehr Informationen: Artikel von Bettina Rittsteuer in der Zeitschrift Universitas

!NEU! Diskussionsforum für DolmetscherInnen

 

 

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