Mehrsprachigkeit bei Gericht und Behörden
Transdisziplinärer Forschungsschwerpunkt an den Instituten für Afrikawissenschaften und Sprachwissenschaft der Universität Wien

 

Logo Projekt Sprachmittlung
 

Jeder Angeklagte hat das Recht "in einer für ihn verständlichen Sprache über die Art und den Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigung in Kenntnis gesetzt zu werden."

EMRK Artikel 6/3a



 
 

 

 

  Aktivitäten

>  Vorträge

>  Konferenzen

>  Workshops

>  Pressespiegel

>  Lehrveranstaltungen

>  Praxisseminare

 

  PlusPunkte


>  Veranstaltungen

>  Annotierte Bibliografie

>  Links

 

 

 

 

 

 

 


PlusPunkte

Workshops
Baustelle Mehrsprachigkeit
Herausforderung für Berufswelt und Arbeitsplatz

23. und 24. Jänner 2013
AK Bildungszentrum Großer Saal
Theresianumgasse 16-18,1040 Wien

Das Wort „Mehrsprachigkeit“ erweckt sofort Bilder: Hochqualifizierte AkademikerInnen, die neben Englisch auch noch eine weitere Fremdsprache verhandlungssicher beherrschen. Schulkinder der 2. MigrantInnengeneration, die ihre Erstsprache nur als Umgangssprache kennen und in Deutsch zur PISA-Risikogruppe zählen. Freundliche und unterbezahlte Rezeptionist - Innen. ÄrztInnen, die auch in einer anderen Sprache als Deutsch behandeln können. Unternehmen mit Firmensprache Englisch. Große Baustellen mit babylonischer Sprachenvielfalt. Bilinguale Kindergärten und Gymnasien.
In dieser zweitägigen Kooperationsveranstaltung von AK Wien, dem Netzwerk Sprachenrechte, der Universität Wien und der VHS Wien geht es um Mehrsprachigkeit als Ressource und Herausforderung – sei es für den Export, für Spitäler, Unternehmen und Banken, Polizei und Militär, für Bauindustrie und Berufsbildung.
Die insgesamt sechs Workshops werden an beiden Tagen angeboten, sie vertiefen noch einmal die Vorträge. Ein Tagungsband wird die Veranstaltung dokumentieren.

Anmeldung bis Mittwoch, 16. Jänner 2013 per E-Mail: veranstaltungenbp@akwien.at

 Weitere Informationen

Gastvortrag:

"Wir sind alle Anfal" - Trauma und Sprache in den Erzählungen Anfal überlebender Frauen in Kurdistan-Irak
von Karin Mlodoch

Dienstag, 8. Jänner 2013, 19.00 Uhr
Institut für Afrikawissenschaften, Seminarraum 1, Spitalgasse 2, Hof 5, 1090 Wien

Unter dem Codewort Anfal zerstörte die irakische Armee unter Saddam Hussein 1988 tausende kurdischer Dörfer im Norden des Irak. Mehr als hunderttausend Menschen verschwanden damals; ihr individuelles Schicksal ist bis heute ungeklärt. Ausgehend von einem sozial und politisch kontextualisierten psychologischen Traumabegriff beschäftigt sich der Vortrag mit den Erzählungen einer Gruppe Anfal überlebender Frauen im Germian-Gebiet in Kurdistan-Irak aus verschiedenen Zeitabschnitten. Ihre Erzählungen spiegeln die langanhaltende Wirkung von Gewalt, Verlust und Ungewissheit auf ihre Erinnerungen und ihre Sprachbilder. Keineswegs aber sind diese Trauma-Bilder statisch: In ständiger Kommunikation untereinander haben die Frauen ein kollektives, erzählbares und trauma-protektives Anfal-Narrativ entwickelt, das sich in Wechselwirkung mit den sozialen und politischen Umbrüchen in Kurdistan und im Irak ständig verändert und oft in Konflikt steht mit dominanten politischen und gesellschaftlichen Anfal-Narrativen. Das Beispiel Anfal überlebender Frauen zeigt die große Bedeutung von Empathie, Respekt und gesellschaftlicher Anerkennung ihrer "subjektiven Wahrheit" für die Traumabearbeitung. Der Vortrag thematisiert auch die Implikationen für Verantwortung, Umgang und Methodik von WissenschaftlerInnen, die in Kontexten extremer Gewalt forschen.

Karin Mlodoch ist Diplompsychologin, geb. 1958, und arbeitet seit 20Jahren in psychosozialen Projekten für Opfer politischer und sozialer Gewalt in Kurdistan-Irak - zurzeit für den Verein HAUKARI e.V. Sie promoviert am Institut für Sozialpsychologie, Ethnopsychoanalyse und Psychotraumatologie der Universität Klagenfurt zum Thema "Gewalt, Erinnerung und Aufarbeitung im Irak." Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vorlesung zu "Sprache und Handlung, Sprache als Handlung" statt und wird von Katrin Bromber moderiert.

Konferenz:
A Commonality That Cannot Speak: Europe in Translation

8/9 June 2012, 10.30-17.00
Kunsthalle Exnergasse, WUK
Währinger Strasse 59, 1090 Vienna

What is at the core of the European crisis today? The trouble with the Euro, as the ruling elites want us to believe? Wrong! The crisis is not about the common currency, but about the current commonality. Europe not only lacks a common language to collectively respond to the crisis, or a common public space to mobilize joint democratic action against its disastrous social consequences. It fails, above all, to address the very commonality of today's capitalist crisis that now returns to Europe after having long been displaced to other parts of the world, outsourced to those "others" who were not, and still are not, supposed to enter a truly shared sphere of commonality. Hence, when today, caught in crisis, the European modes of speaking and decision-making fall apart into a cacophony of national languages and a chaos of parallel political realities, they simultaneously keep silencing the very commonality of the question of commonality.
It has been claimed that translation can offer a solution to the enigma of linguistic and political commonalities. But what kind of translation? Certainly not the one that simply serves the communication between allegedly homolingual communities and thus reproduces the already existing regimes and imaginaries. So how can we think of another kind of translation, one that addresses a non-aggregate community of foreigners, migrants of all sorts, but also all those who are becoming increasingly foreign to their own "native" languages, cultures, societies and political institutions: a translation that evokes a new mode of sociality
still in search of its political actualization.

Weitere Infos und Programm

Lesung und Gespräch:

Esther Mujawayo: ÜberLeben
Ruanda - Sprache als Ort des Erinnerns


15. Mai 2012 | 18:30 - 20:30 Uhr
Hauptbücherei Wien, Veranstaltungssaal
Urban-Loritz- Platz 2a | 1070 Wien

Lesung und Gespräch mit: Esther Mujawayo | Autorin und Traumatherapeutin Dorit Ehlers | Schauspielerin Moderation Martina Kopf | Institut für Afrikawissenschaften Begrüßung Franz Schmidjell |VIDC Wiener Institut
Um Anmeldung wird gebeten: toth@vidc.org

MEINE SPRACHEN - MEINE LEBENSWELT
Projekt PluS bei der "Langen Nacht der Forschung" am 27. 04. 2012


Niemand ist einsprachig. Was bedeuten uns unsere Sprachen oder Dialekte? Mit welchen Personen und Lebensabschnitten verbinden wir welche Sprachen? Welche positiven oder negativen Erfahrungen bringen wir mit Sprachen und Sprechen in Verbindung?

Um diesen Fragen nachzugehen, laden wir Sie ein, Ihr eigenes Sprachenbild zu malen und sich mit uns und anderen über ihre Sprachlichkeit auszutauschen. Wir möchten Ihnen außerdem einen Einblick in unsere Forschungsarbeit zu Mehrsprachigkeit geben. Anhand von Postern aus aktuellen Forschungsprojekten zeigen wir, welchen aktuellen Fragestellungen sich unsere Mehrsprachigkeitsforschung im Kontext von Schule, Gericht und Behörden widmet.

EINLADUNG ZUM ERSTEN FILMTHEMENABEND:
„AFRIKA IM TRANSNATIONALEN RAUM“


„Über Sprachen sprechen. Sprachengebrauch in der afrikanischen Diaspora Wiens“ (2012, 18.21 Min)
Ein Film von Kristina Kroyer, Christine Schordan, Miriam Weidl

„Music as Mouthpiece of Diasporic Identity“ (2011, 23.55 Min)
Ein Film von Mathias Augdoppler, Melissa Ari

am Dienstag, dem 24. April 2012 um 19 Uhr im Seminarraum 1, Institut für Afrikawissenschaften, Spitalgasse 2, Hof 5.1., 1090 Wien Im Anschluss Diskussion mit den FilmemacherInnen über Diaspora, Forschen mit der Kamera, Filmemachen, uvm.
Beide Filme entstanden im Rahmen der Lehrveranstaltung „Sprachliche und kulturelle Ausdrucksformen im transnationalen Raum – Schwerpunkt afrikanische Diaspora in Europa“ (Sommersemester 2011) unter der Leitung von Birgit Englert und Daniela Waldburger.
Eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe TRARAA – Transnationale Räume Afrika.

Vortragsreihe des Instituts für Afrikawissenschaften - Termine im Sommersemester:

Di 20.03.2012, 17.00 Uhr, Seminarraum 1 Georg Ziegelmeyer: Bade zwischen Hausa und Kanuri. Sprachkontakt in Nordostnigeria.

Di 17.04.2012, 17.00 Uhr, Seminarraum 1 Daniela Waldburger: Plurilinguales Repertoire der komorischen Community in Marseille und Bordeaux.

Di 22.05.2012, 17.00 Uhr, Seminarraum 1 Michaela Krenceyova: Menschenrechte und Entwicklung in/aus/für/gegen Afrika. Diskurse afrikanischer Intellektueller seit 1980.

Di 12.06.2012, 17:00 Uhr, Seminarraum 1 Martina Rienzner: Sprache, Translation und Biografie. MigrantInnen aus afrikanischen Ländern als DolmetscherInnen bei Gericht und Behörden in Österreich.


↑  Zum Anfang                                                                                Letztes Update: 22/12/12

© 2012 Institut für Afrikawissenschaften


Offenlegung gem. §25 MedienG: Medieninhaberin: Universität Wien, Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Afrikawissenschaften, Spitalgasse 2, Hof 5, 1090 Wien > afrika (at) univie.ac.at
Webmaster: Lukas Schlögl > lukas (punkt) schloegl (at) gmail (punkt) com