Mehrsprachigkeit bei Gericht und Behörden
Transdisziplinärer Forschungsschwerpunkt an den Instituten für Afrikawissenschaften und Sprachwissenschaft der Universität Wien
Jeder Angeklagte hat das Recht "in einer für ihn verständlichen
Sprache über die Art und den Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigung in Kenntnis gesetzt zu werden."
In der Praxis bei Behörden und Gerichten
tätige Akteur_innen für die Themen Mehrsprachigkeit,
Sprachenrechte und Migration sensibilisieren
Die Bedeutung plurilingualer
Repertoires für behördliche oder gerichtliche Verfahren
sichtbar machen sowie mit deren Wahrnehmung verbundene
Sprachideologien aufzeigen.
Den Bereich Kommunikation bei Behörden und
Gerichten betreffende und im österreichischen Kontext gültige
Rechtsnormen systematisch aufbereiten sowie
deren Auslegung in der Praxis und damit
verbundene institutionelle Strukturen untersuchen.
Kooperationen mit in der Praxis
tätigen Akteur_innen aus- und aufbauen, um langfristig
mit ihnen gemeinsam durch konkrete Maßnahmen zu einer
Verbesserung der Kommunikationsbedingungen beitragen zu können.
Füllen von Forschungslücken
(a) zur Bedeutung und Wahrnehmung plurilingualer Repertoires im
Rahmen von behördlichen und gerichtlichen Verfahren sowie (b)
zur Auslegung von Sprachenrechten von Migrant_innen im
österreichischen Kontext und den dieser Auslegung zu Grunde
liegenden Strukturen.
Die Umsetzung des Projekts erfolgt mittels Methoden der
Aktionsforschung, basierend auf Triangulation: Erstellung von
Sprachbiografien aller
Beteiligter, teilnehmende Beobachtung anhand von
Buddying-Kooperationen, und menschenrechtliche Analyse
von relevanten Rechtstexten. Die Auswertung erfolgt durch
eine Verschränkung von Diskurs- und Biografieforschung.
Neben der wissenschaftlichen Publikation der
Ergebnisse und deren Diskussion mit VertreterInnen
aus der Praxis und Wissenschaft, ist geplant Trainingsmodule
für die verschiedenen involvierten Akteure zu den Themen
Mehrsprachigkeit und Sprachenrechte zu entwickeln.
Beispiel eines Sprachenportraits
Projektteam
Institut für Sprachwissenschaft, Universität Wien Brigitta Busch,
Projektleiterin
„PluS stellt sich vor“: Projektpräsentation in der
Alten Kapelle am Campus der Universität Wien. Mitschnitt der
Präsentation (05. Mai 2011). Wir danken Melanie Romstorfer von Radio Stimme für
die Aufnahme und Zur-Verfügung-Stellung des Audiofiles!