DE | EN | Drucken

Kongresse und Tagungen

Internationale Tagung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des IEFN

Die sieben Todsünden in der Frühen Neuzeit

14.–16. Oktober 2009

Zur Tagungsseite

Tagung: Die sieben Todsünden in der Frühen Neuzeit


Justiz und Gerechtigkeit

8.–10. November 2000

Zur Tagungsseite

VeranstalterInnen

Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit (IEFN) und Institut für Geschichte an der Universität Wien, in Kooperation mit der Stadt Wien, Wiener Vorlesungen.

Organisation

Andrea Griesebner, Martin Scheutz, Herwig Weigl

Tagung: Justiz und GerechtigkeitDie von Gerichten überlieferten Schriftstücke sind in der österreichischen historischen Forschung zum Spätmittelalter und zur Frühen Neuzeit erst in den letzten Jahren zu einer prominent verwendeten Quellengruppe geworden.

Vor allem NachwuchswissenschaftlerInnen haben gezeigt, dass die im Kontext der Straf- und Zivilgerichtsbarkeit produzierten Quellen für vielfältigste Fragestellungen - von kriminalitätsgeschichtlichen Fragen im engeren Sinn, über alltagsgeschichtliche Fragen bis hin zu Fragen nach der Konstruktion von Geschlecht - produktiv gemacht werden können. Wurden 'vormoderne' Gerichte bis vor wenigen Jahren primär als Orte der Repression konzeptualisiert, so gelangte jüngst auch ihre Funktion als Mittel zur Konfliktaustragung, als Mittel zur Verhandlung von Recht und Unrecht in den Blick. Die Tagung möchte dazu anregen, die von Justizinstitutionen überlieferten Texte im Hinblick auf die Frage zu analysieren, welche Rechts- und Gerechtigkeitsvorstellungen ihrer Produktion zugrunde liegen.

Zentrales Ziel der Tagung ist es gleichermassen, die Grenzen zwischen den traditionellen universitären Disziplinen zu überwinden. Unabhängig ihrer disziplinären Verortung sollen WissenschaftlerInnen, die von Justizinstitutionen oder vergleichbaren Behörden überlieferte Texte interpretieren und analysieren oder sich mit Gerechtigkeitsvorstellungen in Literatur und Kunst beschäftigen, in einen Dialog gebracht werden.

Die Tagung richtet sich deshalb an HistorikerInnen ebenso wie an JuristInnen, SoziologInnen, EthnologInnen, GermanistInnen, KunsthistorikerInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen etc. Angesichts des Faktums, dass es im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern in Österreich kaum überregionale Arbeitskreise gibt, soll diese Tagung, die von der Universität Wien und der Stadt Wien finanziell unterstützt wird, auch die Gelegenheit zu einer personellen Vernetzung österreichischer NachwuchswissenschaftlerInnen mit in- und ausländischen KollegInnen bieten. Auch wenn die Tagung ihren zeitlichen Schwerpunkt im Bereich des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit setzt, so sind Beiträge zum 19. und zum 20. Jahrhundert ebenso willkommen.

Vorgesehen sind maximal fünf Referate von 30 Minuten und ca. 15 Referate bzw. Werkstattberichte von 20 Minuten. Eine Drucklegung ausgewählter Beiträge ist geplant.


Ars memorativa II

Gattungstraditionen, Funktionen und Leitungsgrenzen der Mnemotechniken des 14. bis 17. Jahrhunderts

6. Interdisziplinäres Symposion des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit

29. November–2. Dezember 1995

Ars Memorative

Leitung

Jörg Jochen Berns und Wolfgang Neuber

Ort

Österreichisches Theatermuseum
Wien 1, Lobkowitzplatz 2

Programm

Mittwoch, 29. November 1995

Mary Carruthers (New York)
Mnemotechnique and invention in the medieval monastic tradition
Wolfgang Neuber (Wien/Frankfurt)
Die vergessene Stadt. Zum Verschwinden des Urbanen in der Ars memorativa der Frühen Neuzeit
Ulrich Schütte (Marburg)
Fortifizierte Tugenden - Zur mnemotechnischen Nutzung realer und fiktiver Architekturen. Unter besonderer Berücksichtigung von Erhard Weigels Wienerischem Tugend-Spiegel (1687)
Martin Mulsow (München)
Das Cosmolabium als mnemotechnisches System. Möglichkeiten und Grenzen der geometria practica für die Ars memorativa
Elmar Locher (Verona)
Tapisserie und Fünffacher Denkring - Memoria und Kombinatorik bei Harsdörffer

Donnerstag, 30. November 1995

Kilian Heck (Hamburg)
Ahnentafel und Stammbaum - Zwei genealogische Modelle und ihre Aufrüstung bei frühneuzeitlichen Dynastien
Jörg Jochen Berns (Marburg)
Aquila biceps - Die mnemotechnische Belastbarkeit des Reichsadlers und das Problem der Schemataüberblendung
Anita Huber (Wien)
Domänen des Gedächtnisses. Zum Verhältnis von historia, memoria und prudentia und ihrer Bedeutung für die frühneuzeitliche Herrschaftstheorie
Thomas Rahn (Marburg)
Geschichtserinnerung am Körper - Merk- und Meditationsbilder der Vier Weltreiche (nach Dan. II) in der Frühen Neuzeit
Gerhard F. Strasser (Pennsylvania)
Johannes Bunos mnemotechnische Verfahren
Valerio Marchetti (Bologna)
Mnemotechnik und Druck

Freitag, 1. Dezember 1995

Lina Bolzoni (Pisa)
Frescoes, illustrated books and mnemonic systems: the art of memory as the art of transcodification
Jan Assmann (Heidelberg)
Hieroglyphen als mnemotechnisches System
Barbara Bauer (Marburg)
Die Philosophie auf einen Blick - Graphische Veranschaulichungen philosophischer Lehrsysteme auf Einblattdrucken des frühen 17. Jahrhunderts
Aleida Assmann (Konstanz)
Die lebendigen Buchstaben - Zur Gedächtniskraft der Schrift in der Renaissance
Barbara Keller (Heidelberg)
Girolamo Argenti: El Assombro Elucidado de las Ideas, o Arte de Memoria Especulativo, y Practico (1735)
Stefan Rieger (Konstanz)
Der Wahnsinn des Merkens: Ausnahmezustand Auswendigkeit
Lothar Schmidt (Marburg)
Andachtsmnemonik im italienischen geistlichen Madrigal
Johann Kreuzer (Wuppertal)
Seelengrund als Objekt und Subjekt der memoria (Meister Eckhart, Tauler)
Jürgen Müller (Hamburg)
Erinnern als Vergessen. Eine neue Deutung von Pieter Bruegels "Triumph der Zeit"
Sabine Heimann-Seelbach (Münster)
Ars und scientia - Wissenschaftssystematische Implikationen in Memoria-Traktaten des 15. Jahrhunderts
Massimiliano Rossi (Pisa)
Arte della memoria come disciplina antiquaria e metodo collezionisticofra Cinque e Seicento
Thomas Leinkauf (Berlin)
Alsted
Ulrich Ernst (Wuppertal)
Mnemonik in der Tradition der Enzyklopädie

Aktuelles & Termine

  • 15. November 2017 – Jour Fixe Scott Edwards (Wien): Im Spannungsfeld von Konfession, Nation und Tradition: Ludwig Senfl in den böhmischen Sammeldrucken Moderation: Petr Mat’a Zeit
  • 4. November 2017 – Führung Vom Linienwall bis zur Arena: Donauprallhang, Erdberger Mais und Schlachthofgründe Eine Flanerie geführt von Anton Tantner und Leonhard Weidinger Das

Weblog