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Frühneuzeit-Studien

Band 1

Privatisierung der Triebe? Sexualität in der Frühen Neuzeit. Hg. von Daniela Erlach, Markus Reisenleitner und Karl Vocelka. Frankfurt/Main [u.a.]: Peter Lang 1994 (= Frühneuzeit-Studien 1)

Das Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit veranstaltete in der Zeit vom 28. November bis 30. November 1991 in Wien eine Tagung zum Thema "Privatisierung der Triebe? Sexualität in der Frühen Neuzeit".

Folgende Themenbereiche wurden von HistorikerInnen, KunsthistorikerInnen und LiteraturwissenschaftlerInnen in einer interdisziplinären Perspektive diskutiert: Sozialdisziplinierung, legitime und illegitime Sexualität, Prostitution, Wandel in den Normen und Tabus. Im vorliegenden Band sind die Beiträge der TagungsteilnehmerInnen abgedruckt und durch zusätzliche Beiträge ergänzt.

FRANZ X. EDER
"Sexualunterdrückung" oder "Sexualisierung"? Zu den theoretischen Ansätzen der "Sexualitätsgeschichte"
KARL VOCELKA
Überlegungen zum Phänomen der "Sozialdisziplinierung" in der Habsburgermonarchie
PETER DINZELBACHER
Mittelalterliche Sexualität - die Quellen
GERHARD AMMERER
"...als eine liederliche Vettel mit einem ströhenen Kranz zweymahl of entlich herum geführet... " Zur pönalisierten Sexualität in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts anhand Salzburger Kriminalrechtsquellen
JOSEPH F. PATROUCH
Sexualität und Herrschaft: Sexuelles Fehlverhalten in Strafprozessen vor drei grundherrlichen Gerichten Oberösterreich
ERNST ENGLISCH
Die Ambivalenz in der Beurteilung sexueller Verhaltensweisen im Mittelalter
MALCOLM JONES
Sex and Sexuality in Late Medieval and Early Modern Art
NEVEN BUDAK
Sexualität und Rechtsbruch in Varazdin. Eine Fallstudie
ISTVÁN GYÖRGY TÓTH
Legale und illegale Sexualität der ungarischen Bauern im 18. Jahrhundert
MONICA KURZEL-RUNTSCHEINER
Das Kurtisanenwesen Roms im 16. Jahrhundert
BRIGITTE RATH
Von Huren, die keine sind
DANIELA HAMMER-TUGENDHAT
Erotik und Geschlechterdifferenz. Aspekte zur Aktmalerei Tizians
GÜNTER ZIMMERMANN
Zwischen Didaktik und Obszönität. Literarische Positionen der Minne im Spätmittelalter bei Hermann von Sachsenheim 447
REINHARD HAHN
Zur Darstellung von Sexualität in den Gedichten des Hans Sachs

Band 2

Intertextualität in der Frühen Neuzeit. Studien zu ihren theoretischen und praktischen Perspektiven. Frankfurt/Main [u.a.]: Peter Lang 1994 (= Frühneuzeit-Studien 2)

Der Band dokumentiert das internationale Arbeitsgespräch zum Thema Intertextualität in der Frühen Neuzeit – Textuelle Sinnkonstitution 1450-1700: Bedingungen, Funktionen und Strukturen, das im Oktober 1992 als Jahrestagung des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit in Wien stattgefunden hat. Ausgangsbefund war die Feststellung, daß "Intertextualität" von der Forschung in den meisten Fällen unter den Bedingungen des modernen Subjektsbegriffs an Texten des 19. und 20. Jahrhunderts untersucht wurde. Das heißt: Obwohl das Intertextualitätskonzept zur Überprüfung bestehender methodischer wie historischer Konzepte auffordert, wurde es im Bereich der Frühen Neuzeit noch unzureichend erprobt.

Die germanistischen, romanistischen, rhetorikhistorischen, kunst- sowie geschichtswissenschaftlichen Beiträge des Bandes fokussieren daher ihre theoretisch-praktischen Anstrengungen auf eine bestimmte Epoche, eben die Frühe Neuzeit.

MARKUS REISENLEITNER
Der Umgang der modernen Kulturgeschichtsschreibung mit Intertextualität in der Frühen Neuzeit
BARBARA BAUER
Intertextualität und das rhetorische System der Frühen Neuzeit
JAN-DIRK MüLLER
Texte aus Texten. Zu intertextuellen Verfahren in frühneuzeitlicher Literatur, am Beispiel von Fischarts Ehzuchtbüchlein und Geschichtklitterung
WILHELM KÜHLMANN
Kombinatorisches Schreiben. "lntertextualität" als Konzept frühneuzeitlicher Erfolgsautoren (Rollenhagen, Moscherosch)
HANNES KÄSTNER
Glaubwirdiger bericht von dem Todt des Edlen Hochgelerten Herrn Thome Mori, 1535. Kompilation, Interpretation und Sprachwechsel im gedruckten Nachrichten-Brief des 16. Jahrhunderts
GEORG EICKHOFF
Biographie und Allegorie. Narrative Textstrategien in den ignatianischen Exerzitien. Ein Kommentar zur Anotacion Segunda
ELMAR LOCHER
Topos und Argument. Anmerkungen zur Verknüpfung des Monströsen - von Schedels Weltchronik zu Gaspar Schotts Physica Curiosa
SABINE WAGNER
Der Text auf der Karte - die Karte im Text. Zum Verhältnis von Bild, Texttafel und Begleittext in der deutschen Kosmographie des 16. Jahrhunderts
WOLFGANG NEUBER
Topik und Intertextualität. Begriffshierarchie und ramistische Wissenschaft in Theodor Zwingers METHODVS APODEMICA
FERDINAND VAN INGEN
Strukturierte Intertextualität. Poetische Schatzkammern und Verwandtes
GEORG BRAUNGART
Intertextualität und Zeremoniell: Die höfische Rede
ULRICH ERNST
Intextualität in der barocken Kasuallyrik
HARTMUT LAUFHÜTTE
Uber die Gedichte des Thewen Etzenden. Die verlorenen Gedichte des Rudolf von Dietrichstein im Briefgespräch und Dichterwettstreit zwischen Gottlieb von Windischgrätz und Sigmund von Birken
ANDREAS BRANDTNER
Intertextualität und Diskursintegration. Die Fiktionalisierung der Pflanzenschafsequenz der Moscovia Herbersteins in Florian von der Fleschen
HERBERT JAUMANN
Zur Intertextualität der gelehrten Journale im 17. Jahrhundert
FRANCESCA FERRARIS
Exotismus und Intertextualität. Die Literarische Kuriositätensammlung
ERNST ROHMER
Wolfgang Helmhard von Hohbergs Habspurgischer Ottobert im Kontext der historischen Forschung der Zeit
JOACHlM KNAPE
Rhetorizität und Semiotik. Kategorientransfer zwischen Rhetorik und Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit
HANS H. AURENHAMMER
Multa oedium exempla variarum imaginum atque operum. Das Problem der imitatio in der italienischen Architektur des frühen 16. Jahrhunderts
JÜRGEN MÜLLER
Vom lauten und vom leisen Betrachten. Ironische Bildstrukturen in der holländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts

Band 3

Karl A. E. Enenkel: Kulturoptimismus und Kulturpessimismus in der Renaissance. Studie zu Jacobus Canters Dyalogus de solitudine mit kritischer Textausgabe und deutscher Übersetzung. Frankfurt/Main [u.a.]: Peter Lang (= Frühneuzeit-Studien 3)

In der Arbeit wird die für die Ideengeschichte der Frühen Neuzeit wichtige Thematik des Kulturoptimismus-Kulturpessimismus zum ersten Mal erschlossen. In ihrem Zentrum steht der wohl interessanteste Traktat zum Thema, der Dyalogus de solitudine des niederländischen Humanisten Jacobus Canter (ca. 1470–1529).

Canter hat ein aufreizend-radikales "Zurück-Zum-Urmenschen" zur Diskussion gestellt, sich in der vita-activa vita-contemplativa-Debatte in neue Regionen vorgewagt, und fast nebenbei eine der beachtlichsten literarischen Leistungen des nördlichen Humanismus um 1500 geliefert. Canters Dyalogus des solitudine wird zum ersten Mal kritisch herausgegeben und mit einer deutschen Übersetzung versehen.

Band 4

(vergriffen) Fischer von Erlach und die Wiener Barocktradition. Hg. von Friedrich Polleroß. Wien; Köln; Weimar: Böhlau 1995 (= Frühneuzeit-Studien 4)

Das Wirken von Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656–1723) und seinem Sohn Joseph Emanuel (1693–1742) wird in diesem Band unter zwei Aspekten betrachtet:

Einerseits wird versucht, die bis in die Gegenwart reichende kunsthistorische Interpretation als nationale Heldenfiguren aufzuarbeiten; andererseits bietet das Oeuvre dieser beiden Architekten die Möglichkeit, auf neue Strömungen und Desiderata der Barockforschung hinzuweisen. In monographischen Aufsätzen werden neue Forschungsergebnisse zum Josephsbrunnen, zur Hofburg und zum Prunksaal der Hofbibliothek in Wien sowie zur Kurfürstenkapelle in Breslau vorgestellt.

Der zweite Abschnitt beleuchtet die Rolle des Kunsthistorikers, Museumsbeamten und Kulturjournalisten Albert Ilg (1847–1896) bei der Erforschung der barocken Kunst und seinen Einfluß auf Kunstgewerbe und Plastik der Ringstraßenzeit.

Der Autor der ersten Fischer-Monographie war an der Einrichtung der kaiserlichen Sammlungen sowie der Programmatik des Kunsthistorischen Museums beteiligt und spielte als "Denkmalminister ohne Portefeuille" u.a. bei den kulturpolitischen Kontroversen um die Errichtung des Mozart- und des Goethedenkmals eine skandalträchtige Rolle.

FRIEDRICH POLLEROSS
Johann Bernhard Fischer von Erlach und das österreichische "Entweder-und-oder" in der Architektur
FRIEDRICH POLLEROSS
Kunstgeschichte oder Architekturgeschichte. Ergänzende Bemerkungen zur Forschungslage der Wiener Barockarchitektur
HELLMUT LORENZ
Dichtung und Wahrheit - das Bild Johann Bernhard Fischers von Erlach in der Kunstgeschichte
ELISABETH SLADEK
Der Italienaufenthalt Johann Bernhard Fischers zwischen 1670/71 und 1686. Ausbildung - Auftraggeber - erste Tätigkeit
RYSZARD HOLOWNIA
Fischers Werke in Schlesien
ANDREAS KREUL
Regimen rerum und Besucherregie. Der Prunksaal der Hofbibliothek in Wien
BARBARA MIKUKA-HÜTTEL
Der Colossus der Fischer von Erlach auf dem Hohen Markt zu Wien. Ein Beitrag zur Entwurfs- und Planungsgeschichte
WILHELM GEORG RIZZI
Zum Stand der Forschung über Joseph Emanuel Fischer von Erlach
CHRISTIAN BENEDIK
Die Fischer von Erlach und die Wiener Hofburg
WALTER KRAUSE
Einleitung zum zweiten Teil
ELISABETH SPRINGER
Biographische Skizze zu Albert Ilg (1847–1896)
EVA B. OTTILLINGER
Vom Blondel'schen Styl zum Maria Theresien Stil. Albert Ilg und die Rokoko-Rezeption in der Wiener Wohnkultur des 19. Jahrhunderts
SELMA KRASA-FLORIAN
Albert Ilg und Viktor Tilgner. Zur Plastik des Neubarock in Wien
ANDREAS KREUL
Zwischen Pathos und Neuordnung. Die Fischer von Erlach-Monographien von Albert Ilg

Aktuelles & Termine

  • 15. November 2017 – Jour Fixe Scott Edwards (Wien): Im Spannungsfeld von Konfession, Nation und Tradition: Ludwig Senfl in den böhmischen Sammeldrucken Moderation: Petr Mat’a Zeit
  • 4. November 2017 – Führung Vom Linienwall bis zur Arena: Donauprallhang, Erdberger Mais und Schlachthofgründe Eine Flanerie geführt von Anton Tantner und Leonhard Weidinger Das

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