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20. Juni 2018 – Jour Fixe

Heike Krause (Wien):

Historisch-archäologische Forschungen zur Wiener Stadtbefestigung

Moderation: Wladimir Fischer

Zeit und Ort: 18:30 Uhr, Hörsaal 30, Hauptgebäude der Universität Wien (1010 Wien, Universitätsring 1)

Abstract:

Anlass für intensive Recherchen zur Wiener Stadtbefestigung waren Ausgrabungen, die die Stadtarchäologie Wien in den letzten Jahren an mehreren Stellen in der Innenstadt durchgeführt hat. Sie waren der Ausgangspunkt für ein interdisziplinäres Projekt, aus dem zahlreiche Publikationen hervorgingen. Schrift- und Bildquellen zur mittelalterlichen Befestigung und zum frühneuzeitlichen Festungsbau wurden erschlossen und quellenkritisch ausgewertet, Ergebnisse weiterer Ausgrabungen erfasst und zusammengeführt. Auf dieser Basis konnten die Bauphasen der Stadtbefestigung bis zur Demolierung nachvollzogen sowie Bauverantwortliche ermittelt werden. Mit Hilfe historischer, georeferenzierbarer Pläne sowie archäologischer Befunde wurden der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer sowie der Umfang der Festung rekonstruiert und die einstigen Baukörper im heutigen Stadtgebiet verortet. Das daraus entstandene Stadtbefestigungs-GIS dient dazu, die „Verdachtsflächen“ realistisch einzugrenzen, so dass heute im Vorfeld von Baumaßnahmen präzise Prognosen über zu erwartende Überreste gestellt werden können.

Zur Person:

Mag. Heike Krause studierte Ur- und Frühgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist seit 1998 Mitarbeiterin der Stadtarchäologie Wien mit dem Forschungsschwerpunkt Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. 2017 erschien das gemeinsam mit Ferdinand Opll und Christoph Sonnlechner verfasste Buch „Wien als Festungsstadt im 16. Jahrhundert. Zum kartografischen Werk der Mailänder Familie Angielini“.

16. Mai 2018 – Jour Fixe

Stephan Sander-Faes (Zürich):

Krieg, Staat und Herrschaft. Böhmen und die Habsburgermonarchie um 1700

Moderation: Thomas Winkelbauer

Zeit und Ort: 18:30 Uhr, Hörsaal 30 (linker Flügel, 1. Stock), Hauptgebäude der Universität Wien (1010 Wien, Universitätsring 1)

Abstract:

Der Vortrag behandelt die Folgen dynastischer Politik der Habsburgermonarchie zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und der Regierungszeit Karls VI. am Beispiel Böhmens. Im Gegensatz zu den meisten vorliegenden Studien stehen weder der Hof noch die ständischen Eliten im Mittelpunkt. Die Untersuchung dieser Jahrzehnte erfolgt am Beispiel der Besitzungen der Eggenberg um Krumau und fokussiert die folgenden Fragen: Welche Folgen zeitigten die vielen Kriege, die zu der großen Ausweitung habsburgischer Macht führten? Wie wirkte sich dies auf das böhmische Steuerwesen beziehungsweise die betroffenen Verwalter und Untertanen aus? Die Untersuchung basiert auf folgenden zwei Thesen: einerseits eine ausdrücklich nicht die höfisch-ständischen und zentralbehördlichen Eliten fokussierende Perspektivierung; sowie andererseits die Annahme, dass Staatsintegration gleichzeitig auch desintegrative Auswirkungen in nicht kriegsrelevanten Bereichen nach sich zog. Die untersuchte Epoche, inmitten einer historiographische „Delle“ zwischen 1648 und 1740 gelegen, und der Untersuchungsgegenstand weichen deutlich von den vielfach besser und umfangreicher erforschten Mächten wie Frankreich, Großbritannien oder Preußen ab. Gleichzeitig ermöglicht die Fokussierung der habsburgischen Steuer- und Kreditgeschichte „von unten“ die Zuordnung der Studie zu den Arbeiten Jean Bérengers (1975; 1984; zuletzt 2014) und P.G.M. Dicksons (1987). So erfüllt die nun vorliegende Studie mit ihrer einzigartigen Fokussierung die kürzlich erhobene Forderung John Brewers nach mehr Forschungen „into the means of gathering income rather than […] the mechanisms that underpinned expenditure“ (2016, 31).

Zur Person:

2001–2006 Geschichte- und Italienischstudium an der Universität Wien; 2006–2011 Doktoratsstudium in Wien und Graz, 2011 Promotion an der Universität Graz; 2010–2016 wissenschaftlicher Assistent, seit 2016 Oberassistent, Historisches Seminar, Universität Zürich; zudem seit 2015 externer Lehrbeauftragter am Departement für Historische Wissenschaften, Universität Freiburg/Fribourg; 2017 Eröffnung des Habil.verfahrens an der Universität Zürich. Weitere Informationen verfügbar unter: http://www.hist.uzh.ch/de/fachbereiche/neuzeit/lehrstuehle/roeck/team/lehrstuhlmitarbeitende/sander-faes.html

 

18. April 2018 – Jour Fixe

Stefan Seitschek (Wien):

Zwischen Arbeitseifer und Melancholie: Die Erschließung der Tagebücher Kaiser Karls VI.

Moderation: Andrea Sommer-Mathis

Zeit und Ort: 18:30 Uhr, Hörsaal 30 (linker Flügel, 1. Stock), Hauptgebäude der Universität Wien (1010 Wien, Universitätsring 1)

Abstract:

Die persönlichen Notizen Kaiser Karls VI. wirken zwar auf den ersten Blick als eine im Telegrammstil verfasste, sich wiederholende und damit wenig ergiebige Abfolge von Tagesstationen, bieten bei genauerem Hinsehen aber viel mehr. Neben Bemerkungen zu Beratungen betreffend der europäischen Politik, Hinweise zu Gesprächen mit bestimmten Ratgebern und damit auf den Zugang zum Herrscher, Notizen zu den Kindern und der Kaiserin bieten diese etwa auch ganz persönliche Einblicke zu diesem selbst. So notierte Karl VI. regelmäßig den eigenen Gesundheits- und Gemütszustand, Freude oder auch Enttäuschung über (wenig) gelungene Hoffeste oder auch durchaus Zorn über Personen aus dem unmittelbaren Umfeld. Einige Beispiele aus dieser wichtigen, im Österreichischen Staatsarchiv (Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv) verwahrten Quelle sollen im Rahmen des Vortrages dargestellt und mit Hinblick auf die Tagebuchführung allgemein kontextualisiert werden.

Zur Person:

Stefan Seitschek, langjährige Tätigkeit im Österreichischen Staatsarchiv, Abteilung Allgemeines Verwaltungs-, Finanz- und Hofkammerarchiv (zuständig für Adelsarchiv und Alte Hofkammer), derzeit Universitätsassistent am Institut für Österreichische Geschichtsforschung. Forschungsschwerpunkte umfassen die analoge und digitale Erschließung von Archivmaterial sowie die dazu gehörenden Standards, Adelsgeschichte, Diplomatiegeschichte und den Wiener Hof des 18. Jahrhunderts, insbesondere jenen Kaiser Karls VI.

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Aktuelles & Termine

  • 20. Juni 2018 – Jour Fixe Heike Krause (Wien): Historisch-archäologische Forschungen zur Wiener Stadtbefestigung Moderation: Wladimir Fischer Zeit und Ort: 18:30 Uhr, Hörsaal
  • 16. Mai 2018 – Jour Fixe Stephan Sander-Faes (Zürich): Krieg, Staat und Herrschaft. Böhmen und die Habsburgermonarchie um 1700 Moderation: Thomas Winkelbauer Zeit und Ort:

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