DE | EN | Drucken

4. November 2017 – Führung

Vom Linienwall bis zur Arena: Donauprallhang, Erdberger Mais und Schlachthofgründe

Eine Flanerie geführt von Anton Tantner
und Leonhard Weidinger

Das Gelände im Eck von Baumgasse und Schlachthausgasse weiß viel zu erzählen, wenn man nur bereit ist, sich darauf einzulassen: Einst umfloss hier eine Schlinge der Donau das "Erdberger Mais", auf dem die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Vorstadt ihre Küchengärten bewirtschafteten. Am Ufer befanden sich die östlichen Ausläufer des 1703 errichteten Linienwalls, Überreste dieser Befestigungsanlage haben sich bis heute an dieser Stelle erhalten, genauso wie die ehemaligen Eiskeller der Mautner Brauerei. Das angrenzende Gebiet der Schlachthofgründe beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der StadtplanerInnen, und nur mehr wenige Bauten erinnern daran, dass gewaltige Herden von aus Ungarn kommenden Rindern und Ochsen hier den Boden zum Erbeben brachten. Folgt man der Trasse der stillgelegten Schlachthofbahn, erreicht man schließlich das Areal, auf dem 1976 mit der Arena-Besetzung Wiener Subkulturgeschichte geschrieben wurde. Die Stadtexkursion führt zu den Rändern von Erdberg und Simmering, durchquert gleichermaßen Gstettn, temporäre autonome Zonen und Spekulationsgebiete.

Beginn: 13 Uhr, U3-Station Schlachthausgasse (stadtauswärts gelegener Ausgang)

Ende: ca. 15 Uhr, U3-Station Zippererstraße.

Dauer: ca. 2 Stunden.

18. Oktober 2017 – Jour Fixe

Eva Chodejovská (Brünn):

Ichnographia et orthographia metropolis pragensis. Iconography of Prague during the Reign of Maria Theresa

Moderation: Anton Tantner

Zeit und Ort: 18:30 Uhr, Hörsaal 45, Hauptgebäude der Universität Wien (1010 Wien, Universitätsring 1, 2. OG)

Abstract:

Early modern Prague compared to similar cities in the 18th-century Europe lacks guide books. There are, however, rare prints – topographies and occasional books – that can substitute them: they also provide a visitor with detailed description of Prague townscape in words and images which complement each other. One of them is the description of the official entrance to the city and the coronation ceremony description of Maria Thesesa and Franz Stephen of Lorraine as queen and king of Bohemia (1743), which presents mid-18th-century Prague in a unique way. Besides the images in the above mentioned books and occasional prints, many cartographers, surveyors, drawers and painters produced pieces of work depicting Prague; due to the numerous military campaigns which impacted Central Bohemia Prague was depicted on dozens of leaflets and in newspapers. Altogether, regardless if topographically correct or not, they constitute the image of the city among the European public. Therefore they provide us not only with the valuable information about the real topography and visual look of the city, but also with the establishment of its idealised image. In my lecture, I will suggest their typology, introduce their major authors, trace their genealogies and point out general trends in iconography and cartography of the capital city of Bohemia in the 18th century.

Zur Person:

Eva Chodějovská studied history and urban history in Prague, Rome and Pardubice (Ph.D. thesis Image of Prague in the Early Modern Period. Iconography of a European City, 2014). She is co-author of 2-volume book Across the Alps and the Pyrenees: a Grand Tour of Heřman Jakub Černín to the German Lands, Italy, France, Spain and Portugal in 1678–1682 (2014) and of several volumes of the Historic Towns Atlas of the Czech Republic.

21. Juni 2017 – Jour Fixe

Janine Maegraith (Cambridge):

Vermögen der Unvermögenden? Strategien bei ungleichen Besitzverteilungen im südlichen Tirol des 16. Jahrhunderts

Moderation: Anton Tantner

Abstract:

Die Analyse ungleicher Besitzverteilung und ihrer historischen Ursachen ist nach wie vor äußerst relevant. In einer Pilotuntersuchung über Witwenverträge im südlichen Tirol hat sich gezeigt, dass in Bezug auf Landbesitz ein großes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bestand, das seine Ursache in mehreren Aspekten hatte: Erbpraxis, Gütertrennung, Geschlecht, Vermögen und Verwandtschaft. Doch dieses Ungleichgewicht war nicht auf Frauen begrenzt; es betraf all jene, die keinen Anteil an den privilegierten Vermögenstransfers beteiligt hatten. Ausgehend vom Gerichtsbezirk Sonnenburg im Pustertal im südlichen Tirol werden zwei Perspektiven auf das Ungleichgewicht in der Besitzstruktur gerichtet: zum einen lebten im ländlichen Bereich, in dem Haus- und Landbesitz eine wichtige ökonomische Grundlage bedeutete, nicht nur Bauern mit Hofbesitz, sondern auch Handwerker, Tagelöhner, Dienstleute und Witwen. Diese besaßen mitunter ein Seldenhaus, ein Hausanteil oder waren „Eingehäuste“. Zum anderen waren laut Tiroler Landesordnung unehelich geborene Kinder aus den erblichen Vermögenstransfers ausgeschlossen. Trotzdem finden sich Testamente ihrer Eltern, die ihnen einen Teil ihres Vermögens vermachen wollten. Beide Perspektiven eröffnen Einblicke in ökonomische Nischen und zeigen mögliche Strategien in einer scheinbar statischen Ökonomie.

Zur Person:

Dr. Janine Maegraith ist Projektmitarbeiterin im FWF-Projekt „Vermögen als Medium der Herstellung von Verwandtschaftsräumen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert” (P29394-G28), unter der Leitung von PD Mag. Dr. Margareth Lanzinger. Sie wohnt in Cambridge und ist Affiliated Lecturer und Director of Studies für Geschichte, Newnham College, Cambridge.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 >

Aktuelles & Termine

  • 4. November 2017 – Führung Vom Linienwall bis zur Arena: Donauprallhang, Erdberger Mais und Schlachthofgründe Eine Flanerie geführt von Anton Tantner und Leonhard Weidinger Das
  • 18. Oktober 2017 – Jour Fixe Eva Chodejovská (Brünn): Ichnographia et orthographia metropolis pragensis. Iconography of Prague during the Reign of Maria Theresa Moderation: Anton

Weblog