IG Bildungswissenschaft

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Bildungswissenschaft

 
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Die Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP)

Aller Anfang ist schwer. Oder wird schwer gemacht?

Gerade einmal vier Semester durfte die letzte Änderung der Studieneingangsphase bestehen, bis die nächste gesetzliche Regelung ins Haus flatterte, an die sich der Studienplan anpassen musste. Bist du also einE StudienanfängerIn des Wintersemesters 2011/12 bzw. des Sommersemesters 2012, heißt es wieder einmal: Herzlichen Glückwunsch, du bist Teil des ersten Jahrganges der die neuen Änderungen erproben darf! Ironie aus.

Aus Sicht der IG Bildungswissenschaft war die bisherige Studieneingangsphase (STEP) schon sehr kritisch zu betrachten (siehe Anmerkungen am Ende des Textes). Tatsächlich bringt aber nun die neue Regelung noch einmal Verschlechterungen in diesem Bereich. Doch zuerst einmal das Formale.

So sah die STEP bisher aus

Die STEP bestand aus 3 Lehrveranstaltungen, welche jeweils in zwei Abschnitte geteilt wurden: STEP 1a+ 3a; STEP 1b+ 3b; STEP 2+ 4. Die jeweils ersten Abschnitte (1a, 1b, 2) wurden zu Beginn des Semesters gleichzeitig begonnen. Nach den ersten 6 Wochen entschied dann eine Zwischenprüfung darüber, ob mit den darauf aufbauenden Kursen (3a, 3b, 4) weitergemacht werden durfte.

Ausschlaggebend für die Beurteilung und damit das Bestehen dieser Kurse waren nicht nur die Zwischenprüfungen, sondern auch wöchentlich online zu absolvierende Multiple-Choice-Tests. Nach der positiven Absolvierung der ersten drei Teile begann das Ganze dann praktisch von Neuem: Auch die zweiten Teile mussten mittels MC-Tests und schließlich der Abschlussprüfung (in der je nach LV-LeiterIn auch die Inhalte des vorherigen Teils noch einmal geprüft werden) bestanden werden. Bereits ein negativ absolvierter Kurs hatte zur Folge, dass die gesamte Studieneingangsphase als nicht abgeschlossen galt und im nächsten Semester der fehlende Kurs wiederholt werden musste.

Nun die Änderungen

Einem neuen Gesetz folgend müssen im kommenden Semester alle Studienrichtungen mit einer Studieneingangsphase ausgestattet sein. Die STEP (Studieneingangsphase) wurde damit zur StEOP (Studieneingangs- und Orientierungsphase), wobei das O noch seine Berechtigung sucht...

Wesentliche Änderung ist die Einführung von 2 Modulprüfungen, die EINZIG über das Bestehen der Studieneingangsphase entscheiden. Diese finden kurz vor dem Ende des Semesters statt. Die Kurse der Studieneingangsphase wurden zu ÔÇ×prüfungsvorbereitendenÔÇť Kursen degradiert. Konkret heißt das: Diese Kurse müssen nun nicht mehr besucht werden und der darin geleistete Arbeitsaufwand hat für die Prüfung absolut keine Relevanz. In der alten Studieneingangsphase konnten während des Semesters kontinuierlich Punkte erworben werden, die dann zur Endprüfung hinzugezählt wurden. Dies ist nun nicht mehr der Fall.

Weitere Verschlechterung: Die Prüfungen dürfen mittlerweile 2 Mal wiederholt werden (bei der Einf├╝hrung der STtEOP nur einmal). Bei negativer Beurteilung des dritten Antritts erlischt die Zulassung für das Studium der Bildungswissenschaft an der Uni Wien.

Wenn die 3 Antritte der StEOP negativ waren, kannst du dich fr├╝hestens f├╝r drittfolgenden Semster wieder zulassen lassen.

Du kannst 2 Mal erneut zugelassen werden.

Bei jeder neuen Zulassung stehen dir f├╝r die StEOP wieder alle Pr├╝fungstermine zur Verf├╝gung.

Und noch eins oben drauf: Die Studieneingangsphase muss vor ALLEN anderen Kursen absolviert werden. Wer in den letzten Semestern die Studieneingangsphase nicht auf Anhieb geschafft hat, konnte im Folgesemester zumindest jene Kurse (im Ausmaß von vier Vorlesungen) besuchen, für die die Studieneingangsphase nicht als Voraussetzung galt. Diese Möglichkeit besteht nun nicht mehr.

Nur Verschlechterungen?

Nicht ganz. Immerhin ist die Absolvierung der StEOP jetzt auch im Sommersemester möglich, was vorher nicht der Fall war. Mit der ÔÇ×kleinenÔÇť Einschränkung allerdings, dass es f├╝r die QuereinsteigerInnen nur einen pr├╝funngsvorbereitenden Kurs zu besuchen und nicht 3 wie im Wintersemster.
Grund: Der gesetzliche Rahmen sieht zwar vor, dass die StEOP in jedem Semester angeboten wird; es ist ihr aber nicht möglich, die Institute mit genügend finanziellen Mitteln auszustatten, damit diese die neue Bürde auch wirklich tragen können.

Tipps zur Absolvierung der StEOP

Sofern die prüfungsvorbereitenden Kurse angeboten werden (was zumindest im Wintersemester der Fall sein wird): Besuch sie! Auch wenn du die Kurse formell nicht brauchst, ist es sehr empfehlenswert sie trotzdem zu besuchen. Es werden hier auch Prüfungsinhalte vermittelt! Wahrscheinlich werden die Kurse wieder so oder ähnlich aussehen, wie sie auch schon die letzten Jahre durchgeführt worden sind (eingangs beschrieben). Du kannst also dein erworbenes Wissen auch in wiederkehrenden übungen festigen und erproben. Außerdem lernst du auch die Studieninhalte kennen und kannst dich ein wenig im frisch gewählten Fach ÔÇ×orientierenÔÇť. Nicht zuletzt ist es auch sehr wichtig und wertvoll, andere Studierende kennen zu lernen; sich mit ihnen auszutauschen, Lerngruppen zu bilden und sich gegenseitig zu unterstützen.

Die StEOP ist Voraussetzung für alle anderen Kurse. Das heißt aber nicht, dass du parallel zu den prüfungsvorbereitenden StEOP-Kursen keine Kurse besuchen kannst, für die NUR die StEOP Voraussetzung ist. Konkret: Sofern in den Modulen BM4, BM10, BM13 BM16 und BM19 Vorlesungen angeboten werden, kannst du diese bereits in deinem ersten Semester besuchen. Am Ende des Semesters schließt du einfach zuerst die StEOP positiv ab und kannst dann zur entsprechenden Vorlesungsprüfung antreten.

Wichtig ist es uns zu betonen, dass eine negative Beurteilung in der StEOP nicht zwangsläufig mit dem Talent, der Begabung für das gewählte Studium oder gar mit Intelligenz zu tun haben muss. Prüfungsleistungen hängen ganz stark von der momentanen Tagesverfassung, von dem Vertrautsein mit bestimmten Fragestrukturen und noch von vielen anderen Bedingungen ab. Und das weiß niemand besser als angehende BildungswissenschafterInnen. Gerade deshalb - und hier ist auch die ProfessorInnenschaft am Institut ganz bei uns - ist es besonders absurd, solche didaktisch-pädagogischen Verschlechterungen an einem Institut einzuführen, dass seinen Studierenden von optimalen Lehr-/Lernbedingungen erzählt.

..."Und wer ist da dran schuld?", wirst du dich jetzt vielleicht fragen. Die StEOP wird von uns als ein Symptom wirtschaftlicher Umstrukturierungen der Hochschulen gesehen - mehr zu diesem Thema findest du unter dem Menüpunkt "Die IG BiWi" -> "Grundsätze und Positionen"

 
 

 
     

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