Kurzbeschreibung des Inhalts und der Ziele des Vorhabens

Bei "Kulturtransfer" handelt es sich um ein in den Kulturwissenschaften mittlerweile verbreitetes Konzept, das sowohl in der Ethnologie, den Geschichtswissenschaften wie den Philologien, in der Soziologie und Pädagogik Anwendung findet.

In den Geschichtswissenschaften scheint das Konzept geeignet, die nach wie vor gängigen nationalgeschichtlichen Perspektiven interkulturell zu durchbrechen und zu relativieren. Langfristiges Ziel ist es, den interkulturellen Charakter europäischer Geschichte auch in der Neuzeit, der klassischen Epoche der Nationalstaaten und Nationalkulturen, zu erforschen.

Die geplante Tagung "Kulturtransfer im europäischen 16. Jahrhundert" mit internationaler Beteiligung soll neben internen Vorarbeiten in Lehre und Forschung am Institut seit dem Sommersemester 1999 einen öffentlichkeitswirksamen Baustein für dieses Projekt darstellen.

Die Wahl fiel auf das 16. Jahrhundert, weil dort kulturell eminent bedeutsame Weichenstellungen erfolgten, die bis heute wirksam sind. Vieles, was gegenwärtig geschieht, läßt sich als Versuch begreifen, die alten säkularen Weichenstellungen durch neue, ebenfalls säkulare zu ersetzen und sich von den Prämissen des 16. Jahrhunderts zu lösen.