PD Dr. Peter RAUSCHER
070365 KU Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte:
Grundprobleme österreichischer Geschichte

Zeit: 14tägig abwechselnd 11:15-13:45, 12:15-13:45 Uhr
Beginn: 13. Oktober 2010
Ort: Hörsaal 45 Hauptgebäude, 2. Stock, Stiege 8
BA Geschichte, Pflichtmodul Quellen und Methoden 1 (4 ECTS); Lehramt neu, Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte (4 ECTS); Diplomstudium: S4, W3
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Gegenstand der Lehrveranstaltung und Leistungskontrolle | Termine und Prüfung| Literatur


 

Gegenstand der Lehrveranstaltung und Leistungskontrolle

Mit den verschiedenen Landesbildungen im Mittelalter und der dynastischen Expansion der Habsburger seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert und vor allem dem Erwerb der Kronen Ungarn und Böhmen sowie der Verankerung der österreichischen Länder im Heiligen Römischen Reich ist eine Abgrenzung des Inhalts "Österreichischer Geschichte" nur schwer möglich. Im Kurs werden unterschiedliche Ansätze zu einer "österreichischen" Geschichtsschreibung vorgestellt und besprochen.
In der Lehrveranstaltung werden ausgewählte Texte vom 19. bis 21. Jahrhundert zum Problem einer "österreichischen" Geschichte gelesen und diskutiert. Leistungskontrolle: Mitarbeit, kleinere schriftliche und mündliche Aufgaben, schriftliche zweistündige Prüfung über den Stoff der Lehrveranstaltung mit Wissens- und Verständnisfragen


Termine und Prüfung

13.10.2010, 11:15-13:45: Einführung in die Lehrveranstaltung
Aufgaben:
1. Bereiten Sie EINEN der folgenden Texte bis zur nächsten Stunde vor. Sie sollten in der Lage sein, den von Ihnen gelesenen Text in der Lehrveranstaltung in 5-10 Minuten vorzustellen. Daher bringen Sie unbedingt Ihre Notizen mit.
Texte:
a) Ihr Familienname beginnt mit den Buchstaben A-M: Lektüre von Erich Zöllner, Perioden der österreichischen Geschichte und Wandlungen des Österreich-Begriffes bis zum Ende der Habsburgermonarchie.
b) Ihr Familienname beginnt mit den Buchstaben N-Z: Lektüre von Grete Klingenstein, Was bedeuten "Österreich" und "österreichisch" im 18. Jahrhundert? Eine begriffsgeschichtliche Studien
2. Basteln Sie sich ein gut lesbares und standfestes Namensschild (um es auf den Tisch zu stellen) und bringen Sie es in der nächsten Lehreinheit mit.
3. Bringen Sie die beiden folgenden Texte ausgedruckt in die nächste Lehrveranstaltung mit:
a) Pragmatische Sanktion über die Erbfolge des Hauses Österreich, Wien, 19. April 1713 (siehe auch: http://www.verfassungen.de/at/pragmatischesanktion13.htm)
b) Patent Kaiser Franz II. über die Annahme des Titels und der Würde eines erblichen Kaisers von Österreich

20.10.2010, 12:15-13:45: Grundlagen: Der Wandel des Österreichbegriffs
Aufgabe: Bereiten Sie folgende Texte bis zur nächsten Stunde vor. Sie sollten in der Lage sein, den von Ihnen gelesenen Text in der Lehrveranstaltung in 5-10 Minuten vorzustellen. Daher bringen Sie unbedingt Ihre Notizen mit. Wichtig sind nicht die genannten Details, sondern ist die Frage, welches Konzept einer "Österreichischen Geschichte" die Autoren haben und wie dies von ihnen begründet wird.
Texte:
a) Josef Alexander Helfert, Über Nationalgeschichte und den gegenwärtigen Stand ihrer Pflege in Oesterreich, Prag 1853 [Auszug S. 1-4, 50-65]. (Zum Autor)
b) Joseph Chmel, Die Aufgabe einer Geschichte des Österreichischen Kaiserstaates, Wien 1857. (Zum Autor)


27.10.2010, 11:15-13:45: Der dynastische "Staat": Pragmatische Sanktion und Patent über die Annahme der Kaiserwürde. Konzepte österreichischer Geschichtsschreibung im Zeitalter des Neoabsolutismus.
Aufgaben:
1. Bringen Sie Ihre Namensschilder und die vorbereiteten Texte von Helfert und Chmel in die nächste Sitzung mit!
2. Bereiten Sie folgende Texte vor:
Otto Brunner, Das österreichische Institut für Geschichtsforschung und seine Stellung in der deutschen Geschichtswissenschaft, in: Mitteilungen des österreichischen Instituts für Geschichtsforschung 52 (1938), S. 385-416. Leitfrage: Welche Ansätze von österreichischer Geschichtsschreibung führt Brunner an?
Zu dessen Sicht auf die österreichische Geschichte lesen Sie bitte:
Otto Brunner, Die geschichtliche Funktion des alten Österreich, in: Friedrich F. G. Kleinwächter, Heinz von Paller (Hrsg.), Die Anschlußfrage in ihrer kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung, Wien/Leipzig 1930, S. 1-11.


03.11.2010, 12:15-13:45: Konzepte einer "groß-österreichischen" Geschichte in der Epoche des Neoabsolutismus (Helfert, Chmel).
Aufgaben:
1. Bringen Sie den Text von Hans v. Voltelini, Die österreichische Reichsgeschichte, ihre Aufgaben und Ziele, in: Deutsche Geschichtsblätter 2 (1901), S. 97-108 mit. Sie brauchen den Text nicht [!] vorzubereiten.
2. Bringen Sie die beiden vorbereiteten Texte von Otto Brunner mit.
3. Beantworten Sie schriftlich folgende Frage: Welchen Umfang hat laut Lhotsky die österreichische Geschichte? Textgrundlage: Alphons Lhotsky, Der Stand der östereichischen Geschichtsforschung und ihre nächsten Ziele (Vortrag 1949). Umfang: 2 Seiten.
4. Bereiten Sie folgenden Text mündlich vor: Adam Wandruszka, Zur Problematik der österreichischen Geschichte, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 78 (1970), S. 468-484.

10.11.2010, 11:15-13:45: Österreichische Reichsgeschichte - Österreich und das deutsche Volk (am Bsp. des IfÖG und Otto Brunners) - Rekurs auf das Mittelalter: Österreichische Geschichte und Identitätskonstruktion nach 1945 (Karl Renner, 950 Jahre Österreich; Alphons Lhotsky)
Aufgaben:
1. Bringen Sie den vorbereiteten Text von Wandruszka mit.
2. Bereiten Sie folgende Texte mündlich vor:
Gerhard Botz, Eine deutsche Geschichte 1938 bis 1945? Österreichische Geschichte zwischen Exil, Widerstand und Verstrickung, in: Zeitgeschichte 14 (1986/87), S. 19-38.
Ernst Hanisch, Überlegungen zu einer Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert, in: Zeitgeschichte 16 (1988/89), S. 1-11.

17.11.2010, 12:15-13:45: Aspekte der Historiographie zur österreichischen Geschichte bis 1970 - Österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts
Aufgaben:
1. Bereiten Sie EINEN der folgenden Texte bis zur nächsten Stunde mündlich vor.
a) Ihr Familienname beginnt mit den Buchstaben A-M: Gerald Stourzh, Der Umfang der österreichischen Geschichte. In: Herwig Wolfram, Walter Pohl (Hg.), Probleme der Geschichte Österreichs und ihrer Darstellung, Wien 1991, S. 3–27.
b) Ihr Familienname beginnt mit den Buchstaben N-Z: Gernot Heiss, Im "Reich des Unbegreiflichkeiten". Historiker als Kontrukteure Österreichs, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 7/4 (1996), S. 455-478.
2. Bereiten Sie die BEIDEN folgenden Texte ebenfalls mündlich vor:
a) Reinhard Stauber, Dynastien, Länder, Völker - Das "Haus Österreich" und seine Bewohner in der Neuzeit. "Österreich"-Konzeptionen in den Neuzeit-Bänden der Wolframschen "Österreichischen Geschichte", in: Martin Scheutz, Arno Strohmeyer (Hg.), Was heißt "österreichische" Geschichte? Probleme, Perspektiven und Räume der Neuzeitforschung, Innsbruck u.a. 2008, S. 21-36.
b) Karl Vocelka, Das Habsburgerreich als Gegenstand und Aufgabe der österreichischen Geschichtsforschung, in: ebd., S. 37-50.


24.11.2010, 11:15-13:45: "Gesellschaftsgeschichte" von E. Hanisch - Konzepte einer österreichischen Geschichte im zeitlichen Längsschnitt - Politik/Ideologie und Geschichtskonstruktion
Aufgabe: Bringen Sie die vorbereiteten Texte von Stauber und Vocelka mit in die Lehrveranstaltung.


01.12.2010, 12:15-13:45: Probleme der Darstellung der österreichischen Geschichte in den Neuzeit-Bänden der Wolframschen "Österreichischen Geschichte": Lektüre der Beiträge von R. Stauber und K. Vocelka (siehe 17.11.). Abschlussdiskussion


08.12.2010: Feiertag Mariä Empfängnis


15.12.2010, 12:15-13:45 Uhr: Abschlussprüfung und Abschlussfeier

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Ein- und weiterführende Literatur:
Martin Scheutz, Arno Strohmeyer (Hgg.), Was heißt „österreichische“ Geschichte? Probleme, Perspektiven und Räume der Neuzeitforschung (Wiener Schriften zur Geschichte der Neuzeit, Bd. 6), Innsbruck u. a. 2008.

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