Schwerpunkt Gendergerechtigkeit

Die Institution Universität vereinte lange Zeit ausschließlich männliche Studierende und Lehrende. Mit dem Schwerpunkt Geschlechtergerechtigkeit im Jubiläumsjahr setzt die Universität Wien ein Zeichen: Sie reflektiert die hierarchischen Geschlechterverhältnisse, macht Wissenschafterinnen sichtbar und präsentiert Beiträge der Frauen- und Geschlechterforschung/Gender Studies für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft.

Organisation des Schwerpunkts Gendergerechtigkeit: AG "UniFrauenJubel": Das Team besteht aus Gabriella Hauch (Leitung), Nikolaus Benke, Elisabeth Holzleithner, Maria Mesner, Birgit Sauer, Sigrid Schmitz, Renée Schroeder, Ruth Wodak, Mischa Messer (Koordination).

Unterstützt werden die Veranstaltungen des Schwerpunkts Gendergerechtigkeit von der Vienna Insurance Group.

"Gender_Language _Politics" - internationales Symposium

der Sitzungssaal des EU-Parlaments
Foto: Wikimedia Commons

Wann: 22. und 23. Oktober 2015
Wo: Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien, Skylounge
Website

Das interdisziplinäre und internationale Symposium „Gender _Language_ Politics“ ist die letzte Veranstaltung des Genderschwerpunkts im Jubiläumsjahr 2015. Hier werden aus überwiegend sprach-, medien- und politikwissenschaftlicher Perspektive Formen der Sichtbarmachung wie auch die des Verschweigens von Frauen in der Öffentlichkeit diskutiert.

Als Keynotes sprechen Deborah Tannen, Luise F. Pusch, Helga Kotthoff und Stephanie Schnurr - prominente Wissenschafterinnen, die ihrerseits Paradigmenwechsel in der Forschung lanciert haben.

Ringvorlesung "Wissenschafterin als Beruf"

alte Aufnahme einer Wissenschafterin im Labor

Wann: 16. März, 20. April, 18. Mai, 15. Juni, 19. Oktober und 16. November 2015, jeweils 18 Uhr
Wo: Dachgeschoß im Juridicum [9]
Website: Folder zur Ringvorlesung (PDF)

Wie sehen Wissenschafterinnen die Chancen und die Hürden ihrer Laufbahn? Welche Möglichkeiten haben sie ergriffen, welchen Widerständen sind sie begegnet? Welche Fragen und Inhalte beschäftigen sie? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird jeweils eine Wissenschafterin von ihren Karrierewegen erzählen, die sie an die Universität Wien geführt haben. Im Fokus stehen die Angelpunkte wissenschaftlicher Laufbahnen von Frauen. Über die Thematik der karriererelevanten Rahmenbedingungen und Strategien hinaus sind die Gesprächspartnerinnen auch eingeladen, ihre Forschungsinhalte zu präsentieren und in einem interdisziplinären Diskurs zu vermitteln.

Nächster Termin: Montag, 19. Oktober: Gunda Köllensperger (Institut für Analytische Chemie)
Messen heißt Wissen: Die Rolle der Analytischen Chemie in der Gesellschaft.

Frauen | Fragmente, Wissenschafterinnen Gestern Heute Morgen

Schattenintarsie "Der Muse reicht's" der Künstlerin Iris Andraschek im Arkadenhof

Wann: ab März 2015
Wo: Universität Wien, Hauptgebäude [1]
Zum Video-Loop

Der Video-Loop "Frauen | Fragmente, Wissenschafterinnen Gestern Heute Morgen" leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung von Frauen in den Wissenschaften. Porträtiert werden Frauen, die sich einst wie heute zu einem Studium bzw. einer wissenschaftlichen Karriere an der Universität Wien entschieden haben. Die Geschichte des "Frauenstudiums" beginnt mit Gabriele Possaner, die als erste Frau 1897 im Fach Medizin promovierte. Elise Richter habilitierte sich schließlich 1907 als erste Frau an der Universität Wien im Fach Romanistik. "Frauen | Fragmente, Wissenschafterinnen Gestern Heute Morgen" ist als ganzjährig stattfindende Aktivität im Rahmen der Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 2015 konzipiert, um den vergessenen Wissenschafterinnen der Universität Wien die lange verwehrte Wertschätzung zu erweisen. Darüber hinaus soll ein gegenwärtiger Blick auf weibliche Studierende der Universität Wien zeigen, was sich für Studentinnen an der Universität zum Positiven verändert hat. Aber auch, mit welchen Hürden die Nachwuchswissenschafterinnen von heute noch konfrontiert sind.

Veranstaltungen im Rückblick

25 Jahre "L'Homme"

L'Homme. Seit 1990

Wann: 28. November 2014, 18 Uhr
Wo: Wappensaal des Wiener Rathauses [8]
Website

"L'Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft" erscheint seit Dezember 1990 als erste, bis heute im deutschen Sprachraum bedeutendste Fachzeitschrift im weiten Feld der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Sie feiert Ende des Jahres 2014 ihren 25. Jahrgang. Ein Fest im Wiener Rathaus bietet Anlass, den sich auch verändernden Zusammenhang von "allgemeiner" Wissenschaft und feministischer Wissenschaftskritik zu diskutieren bzw. die Frage des Verhältnisses von Frauen- und Geschlechtergeschichte zu "allgemeiner" Geschichte zu erörtern - mit einem Festvortrag von Ute Frevert, Rückblicken einiger (ehemaliger) Herausgeberinnen und der Vorstellung des Jubiläumsheftes "Zeitenschwellen" (25. Jg., 2/2014). Anschließend Buffet und Tanz mit DJane-Line.

Radical Busts – Ein Ausstellungsprojekt von Marianne Maderna

Büste von Marie Curie
Büste von Marie Curie. (Foto: Marianne Maderna)

Wann: 2. März bis 26. April 2015 (verlängert!)
Wo: Universität Wien, Aula und Arkadenhof [1]
Website

Für ihr neues Projekt Radical Busts hat die interdisziplinär arbeitende Künstlerin Marianne Maderna 36 goldene Büsten herausragender Frauen geschaffen, die den Lauf der Geschichte bedeutend beeinflusst haben. Jede der Büsten wird von einem poetischen Text der Künstlerin begleitet, der an dem tragenden Sockel der Büsten angebracht ist. Madernas Konzept, die Büsten gegenüber der bleibenden Erinnerungstafeln und Büsten männlicher Wissenschaftler im Arkadenhof und der Aula der Universität Wien zu präsentieren, stellt eine proaktive Kritik an der Geschlechterrepräsentation in so genannten "Ehrenhallen" dar, die von männlichen Figuren dominiert werden. Als Kuratorin fungiert Maia Damianovic (futuresystemsprojects). Realisiert wird die Ausstellung „Radical Busts“ im Programmschwerpunkt „Geschlechtergerechtigkeit“ mit Unterstützung des Referats Genderforschung der Universität Wien und der Vienna Insurance Group.

Wissenschaftliches Symposium "Representation - Revisited"

Wann: 17. April 2015, 13:00 - 18:00 (21.00)
Wo: Universität Wien, Hauptgebäude, Kleiner Festsaal und Arkadenhof [1]
Website

Das interdisziplinäre Symposium des Referats Genderforschung der Universität Wien nimmt die Ausstellung RADICAL BUSTS von Marianne Maderna im Arkadenhof der Universität Wien als Anlass, um Relevanz und Aktualität feministischer Repräsentationsdiskurse im Kontext von Wissenschaft und Gesellschaft zu thematisieren. Auf dem Programm stehen der Vortrag „Zukunft braucht Vergangenheit. Zur Perspektive der Frauen- und Geschlechtergeschichte“ der Historikerin Gabriella Hauch (Universität Wien), gefolgt vom englischsprachigen Beitrag der Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan (Universität Innsbruck) zur „(Un)möglichen Politik der Repräsentation – „(Im)Possible Politics: The Representation of Violence and the Violence of Representation“. Abschließend referiert die Kulturwissenschaftlerin Anna Babka (Universität Wien) unter dem Titel „Ambivalenzen einer Poltik der Sichtbarkeit (radical representations?). Drei Szenen zu Radical Busts von Marianne Maderna“ und leitet damit zur feierlichen Stehempfang im Arkadengang und einem Rundgang durch die Ausstellung in Anwesenheit der Künstlerin und Kuratorin über. Voraussichtliches Programmende: 21 Uhr

 


Frauen Aus/Schluss - Ein Jelinek-Sprechchor

die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek
(Foto: Martin Jukovich)

Wann: 10. Juni 2015, 16 Uhr
Wo: Arkadenhof, Universität Wien [1]
Website

Elfriede Jelinek, österreichische Literaturnobelpreisträgerin und ehemalige Studierende der Universität Wien, hat für das 650-jährige Jubiläum der Universität Wien einen Text mit dem Titel "Schlüsselgewalt" verfasst, der die Situation und fehlende Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft thematisiert. Die Autorin beschreibt darin den langen Ausschluss von Frauen und ihre Nicht-Präsenz im Raum der Wissenschaft – und damit auch an der Universität Wien. Die Forschungsplattform "Elfriede Jelinek: Texte – Kontexte – Rezeption" gestaltet diesen neuen Text in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft UniFrauenJubel als großen Sprechchor im Arkadenhof der Universität Wien. Der von der Regisseurin Claudia Bosse choreographierte Sprechchor wird sich aus Frauen zusammensetzen, die an der Universität Wien in allen Bereichen der Forschung, Lehre und Administration arbeiten sowie studieren. Die Frauen werden mit ihrem Sprechchor den Arkadenhof der Universität Wien besetzen und damit ihre Präsenz im Raum der Wissenschaft bekräftigen. Am Ende der Performance wird der Sprechchor als Demonstrationszug aus der Universität

Women for Future – Internationales Symposium

Abstraktes Bild

Wann: 1. Juli 2015, 9 Uhr bis 2. Juli 2015, 16 Uhr
Wo: Campus der Universität Wien, Hörsaal C2/Hörsaalzentrum [14]
Website
Folder zur Veranstaltung (PDF)

Die menschliche Kreativität schafft Ideen und Technologien, die in hohem Maße Gesellschaftsentwicklungen, zukünftige Menschenbilder und individuelle Handlungsmöglichkeiten beeinflussen. Sind wir uns der eigenen Rolle bei dieser Entwicklung bewusst und reflektieren wir deren Auswirkungen auf die Zukunft? Wie wollen wir uns in und mit Technologien vernetzten? Wie gestalten wir unsere Umwelt in Verbindung mit anderen Lebewesen? Wie setzen wir uns mit Evolutionsanforderungen zwischen Biologie und Kultur auseinander?
Das internationale Symposium Frauen und Zukunft bringt unter diesen Leitfragen ausgewiesene Expertinnen aus verschiedenen Wissenschaftsfeldern mit exzellenten Nachwuchswissenschafterinnen ins Gespräch. Mit Networking-Gesprächen werden Diskussionen zwischen den Vortragenden und den Teilnehmenden initiiert und Zukunftsperspektiven auf einem hochkarätig besetzten Podium zusammengeführt. 

Angela Davis: Life between Politics and Academia - Vortrag

Foto von Angela Davis
Foto: Angela Davis

Wann: 5. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Wo: Universität Wien, Großer Festsaal [1], Kleiner Festsaal (Livestream)
Einladung (PDF)

Die Frauen- und Geschlechterforschung zählt zu den so genannten "heißen" Wissenschaften – denn sie tangiert Wissenschaften ebenso wie das Feld des Politischen. Die Philosophin Angela Davis, Jg. 1944, emeritierte Professorin der University of California in Santa Cruz, ist eine der Pionierinnen, die dieses Spannungsverhältnis wissenschaftlich reflektierte und persönlich auslotete. Bereits in den 1970er Jahren lehrte sie in den USA Women's and Gender Studies und African American Studies. Gleichzeitig wurde sie zu einer zentralen Symbolfigur der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Bis heute fragt sie nach den Verbindungen der Unterdrückung aufgrund des Geschlechts, der "Rasse"/Ethnizität und der Klasse in der weltweiten Globalisierung. 2011 wurde Angela Davis mit dem Blue Planet Award für "herausragendes Engagement bei Rettung und Erhalt unseres blauen Planeten" ausgezeichnet.

"Class – Race – Gender: Revisited": Gespräch mit Angela Davis

Blick über den Donaukanal auf das Universitätsgebäude am Oskar-Morgenstern-Platz

Wann: 6. Oktober 2015, 10 bis 13 Uhr
Wo: Skylounge in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften/Fakultät für Mathematik [13]
Website

Intersektionalität und Interdependenz sind seit einigen Jahren viel diskutierte Konzepte in der queer-feministischen Theorie, um die Verwobenheit vielfältiger Strukturen von Differenz und Ungleichheit bzw. Privilegierung zu fassen. Im Gespräch soll gemeinsam mit Angela Davis und ausgehend von ihrem "Klassiker" zum Thema aus dem Jahr 1981 "Women, Race and Class" die wissenschaftliche und politisch-strategische Bedeutung der Unterschiede zwischen Frauen diskutiert werden. Angela Davis wird in einer Keynote einen Input für die gemeinsame Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen frauenbewegten gemeinsamen Handelns geben.