Graduiertenkoferenz

1.6.-2.6.2017

Inter, Inter, Inter ‒ komparatistische Forschung im Dazwischen

7. Graduiertenkonferenz der Vergleichenden Literaturwissenschaft

 

Intertextuell, interdisziplinär und intermedial sind als Schlagwörter der zeitgenössischen Komparatistik quasi omnipräsent. Sie versprechen einen Blick „darüber hinaus“, bezogen sowohl auf Inhalte und Motive als auch auf Theorien und Methoden.

Die Vergleichende Literaturwissenschaft beschäftigt sich seit jeher mit unterschiedlichen Epochen, Gattungen, Sprachen und Themen, denn: „Während andere Diskurse und Systeme sich strikte Themenbeschränkung auferlegen müssen, handelt Dichtung schlichtweg, ja geradezu enthemmt von allem“, stellt Jochen Hörisch in Das Wissen der Literatur fest. Literaturwissenschaft als Universallehre? Hörisch bezeichnet die Philologie darüber hinaus als „einzige hard science“, da sie die paradoxen Unbestimmtheiten und unauflöslichen Unklarheiten der postmodernen Welt zentral zum Thema habe und diese nicht, wie andere Wissenschaftsgebiete, leugnen müsse, um ihre Daseinsberechtigung aufrecht zu erhalten.

Diese thematische Enthemmung, die der Literatur und den Philologien eingeschrieben ist, trifft im Besonderen auf die komparatistische Forschung zu, die sich stets in mehreren philologischen Räumen bewegt und das spannungsgeladene Feld der (Un)Vergleichbarkeit(en) ihr ureigenstes Thema nennt. Durch das ständige Abwägen von Gemeinsamkeiten und Differenzen, den Anspruch, zu verknüpfen ohne gleichzumachen, zu unterscheiden ohne zu trennen, befindet sich eine Vergleichende Literaturwissenschaft immer schon im Dazwischen, zwischen Texten, Disziplinen, Gattungen, Sprachen, Kulturen, Zeiten, Medien, Methoden, Theorien und Kategorien. Dies führt unweigerlich zu der Frage, ob Komparatistik eine Zwischenwissenschaft genannt werden darf?

Die Siebente Graduiertenkonferenz der Wiener Komparatistik möchte die Versprechen, die Errungenschaften, sowie die Grenzen und die Sackgassen von literaturwissenschaftlicher Intertextualität, Interdisziplinarität und Intermedialität beleuchten. Was ist im Dazwischen zu finden? Lohnt sich die Suche? Wo spielt sich diese überhaupt ab? Textimmanent an seiner Oberfläche, oder in einiger Entfernung dazu? Wie ist gerade im intermedialen Bereich der Quantität kultureller Massenproduktion zu begegnen? Neben diesen teils praktischen Fragen bildet die Art des Zusammenwirkens der verschiedenen Disziplinen, Medien und Themen den besonderen Fokus der Veranstaltung: Handelt es sich wirklich um ein „zwischen“, nicht vielmehr um ein „und“ oder gar ein „oder“?

Auf die Frage nach der Quantität wird bereits im Rahmen des Pre-Conference Workshops „Quantität als Problem der komparatistischen Gattungstheorie“ am Mittwoch, den 31.5.2017, näher eingegangen. Die Konferenz am 1.6. und 2.6.2017 beginnt am Donnerstag mit einer gemeinsamen Diskussion der Teilnehmer_innen, in der grundlegende Fragen und Herangehensweisen an das Thema besprochen werden. Donnerstagnachmittag und am Freitag finden 15-minütige Vorträge in thematisch gebündelten Panels mit anschließender Diskussion im Plenum statt. Einen vergnüglichen Abschluss der zweitägigen Veranstaltung bildet der zweite komparatistische Science Slam am Freitagabend.

 


Der Call for Abstracts ist bereits beendet. Anmeldungen für den Workshop nehmen wir jedoch gerne noch bis 24.4. entgegen. Für den Science Slam können Sie sich laufend anmelden.