Archives for category: Veranstaltungen / Events

Die Gruppe Internetforschung und die Quintessenz laden ein zu einem Vortrag von Axel Bruns mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema “Neue Herausforderungen für den Journalismus”. Axel Bruns, Associate Professor in der Creative-Industries-Fakultät an der Queensland University of Technology in Brisbane (Australia) wird zuerst einen Vortrag zum Thema halten, das in einer anschließenden Podiumsdiskussion mit VertreterInnen des Journalismus und der Wissenschaft weiter diskutiert wird.

Axel Bruns: Gatekeeping, Gatewatching, Echtzeitfeedback: Neue Herausforderungen für den Journalismus

Wie Blogger und andere unabhängige Kommentatoren im Netz den herkömmlichen Journalismus kritisieren, korrigieren, und anderweitig herausfordern, ist bereits seit Jahren bekannt, aber noch längst nicht von allen Journalisten verinnerlicht worden; noch immer flammen die Feindseligkeiten zwischen dem Medienestablishment und der neuen Generation von Webseiten gelegentlich wieder auf. Das alte Gatekeeping-Monopol der Massenmedien wird dabei durch die neue Praxis des Gatewatching infragegestellt: von einzelnen Bloggern und Communities von Kommentatoren, die zwar selbst nicht viel Neues berichten, dabei aber die Nachrichten und sonstige Informationen offizieller Quellen neu zusammenstellen und bewerten und so einen wichtigen Dienst leisten. Und dies geschieht nun auch noch immer schneller, geradezu in Echtzeit: über neueste soziale Netzwerke, die in Minutenschnelle Nachrichten weiterleiten, kommentieren, hinterfragen, oder widerlegen können, und über zusätzliche Plattformen, die schnelle und effektive Ad-Hoc-Zusammenarbeit möglich machen. Wenn hunderte Freiwilliger innerhalb weniger Tage einen deutschen Minister des schweren Plagiats überführen können, wenn die Welt von Erdbeben und Tsunamis zuerst per Twitter erfährt: wie kommt der Journalismus da noch mit?

 

Ort und Zeit:
Raum D / quartier21QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien
Montag, 9.5.2011, 18:30 Uhr
(keine Anmeldung nötig)

18.30 Vortrag Axel Bruns

19.15: Podiumsdiskussion (Gäste werden noch bekannt gegeben)

Dr Axel Bruns (@snurb_dot_info) ist Associate Professor in der Creative-Industries-Fakultät an der Queensland University of Technology in Brisbane, Australia, und ein Chief Investigator im ARC Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation (CCi). Er ist ein Experte für soziale Medien und Onlinejournalismus, und Autor der Bücher Blogs, Wikipedia, Second Life and Beyond: From Production to Produsage (2008) und Gatewatching: Collaborative Online News Production (2005), und Herausgeber von Uses of Blogs, mit Joanne Jacobs (2006; alle bei Peter Lang, New York). Seine Webseite ist snurb.info, und Informationen zu seinen Forschungsprojekten zu Öffentlichkeiten in sozialen Medien finden sich bei http://mappingonlinepublics.net/.

 

Mit dem neuen Semester fängt an 7. März (18:30) auch wieder unsere monatliche Jour-Fixe-Reihe an. Der Märztermin ist eine Diskussionsrunde zu den Fragen: braucht Internet und Gesellschaft Webscience bzw. Internetforschung als eine eigenständig zu etablierende Disziplin oder soll es ein interdisziplinärer Treffpunkt von verschiedenen Ansätzen/Sichtweisen/Denktraditionen bleiben? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile? Wie stehen wir selbst mit unseren Arbeiten und unser Wirken in und zwischen diesen Mustern? und ähnliche Fragen.

Keine Anmeldung notwendig. Wer kommen möchte, möge bitte 1-5 Minuten Gedanken/Input für die Diskussionseinstiegsrunde zu dem Thema vorbereiten.

Ort und Zeit:
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien
07. März 2011, ab 18:30 Uhr

Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe Internetforschung

Sozio-Technische Wissenspraktiken im Netz

10.Jan.2011, ab 19:00 Uhr  – (keine Anmeldung nötig)
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien

In den letzten Jahren sind eine Reihe neuer Anwendungen im Internet entstanden, die zumeist als Web2.0 oder social software bezeichnet werden. Viele dieser Anwendungen sind gekennzeichnet durch die Einbindung mehrerer Agenten in Prozesse zur Verbreitung, Organisation und Herstellung von Wissen. Da die Kommunikation und Interaktion zwischen mehreren Agenten deren Schlüsselmerkmal darstellt, erscheint die Soziale Erkenntnistheorie als philosophische Disziplin, welche die Weisen untersucht, in denen Wissen sozial bedingt ist, als theoretische Grundlage für die Analyse der epistemischen Prozesse innerhalb dieser Systeme geeignet. Allerdings wird bei genauerer Betrachtung ersichtlich, dass bisherige soziale Erkenntnistheorien eine zentrale Leerstelle haben: das Technische und seine Beziehung zum Sozialen und zum Epistemischen. In meinem Vortrag möchte ich daher eine neue soziale Erkenntnistheorie für sozio-technische epistemische Systeme vorstellen und diskutieren, welche diese Lücke zu schließen versucht.

Judith Simon ist post-doctoral research fellow am Institut Jean Nicod – Ecole Normale Supérieure in Paris. Zuvor arbeitete sie am Institut für Philosophie der Universität Wien sowie im Bereich der Technikfolgenabschätzung in Berlin. Sie war Gastwissenschaftlerin am Forum on Contemporary Europe der Stanford University, am Department for Information Science and Engineering der Universität Trento sowie dem Artificial Intelligence Research Institute (CSIC-IIIA) in Barcelona. Derzeit forscht sie zu den erkenntnistheoretischen und technologischen Implikationen des Verhältnisses von Wissen, Vertrauen und Reputation sowie zur Relevanz von Informations- und Kommunikationstechnologien für wissenschaftliches Publizieren und wissenschaftliche Wissensproduktion.

Wie jeden ersten Montag im Monat, findet auch im Dezember wieder unser Jour Fixe statt, zu dem wir herzlich einladen. Diesmal wird u.a. Cornelius Puschmann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vorläufige Ergebnisse einer computergestützten Untersuchung von Twitter-Gesprächen und Blogs vorstellen, die wir dann unter methodologischen Gesichtspunkten diskutieren werden.

Ort und Zeit:
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien
06.12.2010, ab 18:30 Uhr
(keine Anmeldung nötig)

Programm:
Die Wissenschaft – so scheint es – wird immer öffentlicher: ForscherInnen sind im Netz unmittelbar adressierbar, sie nutzen zunehmend Social-Media-Angebote und lehren in teils öffentlich zugänglichen E-Learning-Plattformen. Hochschulen verfügen über verschiedenste Repräsentationen im Netz – von umfangreichen Homepages bis Facebook und Twitter. Open-Access-Fachzeitschriften sprießen aus dem Boden, mitunter sogar mit öffentlichen Begutachtungsverfahren. Kontroversen werden offen in Foren, Mailinglisten und auf Blogs ausgetragen. In diesem Kontext bekommt das Wissenschaftssystem als Autorität der gesellschaftlichen Wissensproduktion zunehmend Konkurrenz von außerhalb und wird ständig hinterfragt und kritisiert.

Von den einen wird diese Entwicklung als „Demokratisierung“ des elitären Wissenschaftsbetriebs begrüßt, während andere die neue Rolle der Öffentlichkeit als Gefahr für die Qualität und Unabhängigkeit von Forschung und Lehre kritisieren. Diesem Spannungsfeld wollen wir uns mit unserem Themenabend unter dem Titel “Öffentliche Wissenschaft, demokratische Wissenschaft? Chancen und Risiken öffentlicher Forschung und Lehre im Internet” widmen. Dazu wird zunächst Michael Nentwich einen Überblick über die Entwicklung der von ihm 2003 diagnostizierten Cyberscience zu einer offeneren und sozialeren Cyberscience 2.0 geben. Anschließend werden sich Cornelius Puschmann und René König einen verbalen Schlagabtausch liefern, der die Pro- und Kontra-Argumente einer internetöffentlichen Wissenschaft zutage fördern soll. Diese werden – ganz im Sinne des Themas – anschließend offen unter allen Interessierten weiter diskutiert.

Ort und Zeit:
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien
07.12.2010, ab 18:00 Uhr
(keine Anmeldung nötig)

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Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe Internetforschung,

18. November 2010, 19h, Achtung Adressänderung! nun im Besprechungsraum, Berggasse 11, Stiege 1, 1090 Wien

Ambivalente epistemologische Verschiebungen in technologischer Wissensproduktion

Feministische Technikforschung hat vielfach aufgezeigt, dass der in der Informatik verbreitete Anspruch, möglichst realitäts- bzw. naturgetreu zu modellieren, dazu führt, Ausschlüsse entlang der bestehenden sozialen Ordnungen herzustellen und damit zugleich die strukturell-symbolische Geschlechterordnung zu reproduzieren. Während die frühen Bestimmungen des Semantic Web noch stark von derartigem Abbildungsbestreben geprägt waren, scheinen aktuelle Visionen und das praktische Engineering dieser Technologie  eher auf sozialen und konstruktivistischen Epistemologien zu basieren. Damit besteht die Hoffung, dass Kategorien wie Geschlecht in unserem zukünftigen, zunehmend technologisch vermittelten Umgang mit Wissen an Bedeutung verlieren werden.

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Rick Duque, der im April bei uns vorgetragen hat hält am Freitag, den 15. Oktober, 11:00-12:00 einen Vortrag, diesmal am Vienna Institute of Demography:

Mapping Digital Brain Drain:

A Proposed Longitudinal Panel Study of Developing World Post-graduate Migration Patterns, Career Paths and New ICT Practices & Attitudes

…mehr Infomation dazu hier

Die Gruppe Internetforschung veranstaltet nun wieder jedes Monat des Semesters einen Jour Fix. Hier werden aktuelle Themen in der Internetforschung verschiedener Disziplinen diskutiert.

Interessierte sind gerne Willkommen vorbei zu schauen!

Wintersemester 2010/11 ist der Jour Fix normalerweise jeweils der erster Montag des Monats.

Am 4. Okotober wird Philipp Budka das Impulsreferat basierend auf einen Konferenzbeitrag über Hintergründe von Begriffen von Onlinesozialität wie Community und Netzwerk halten. Anschließend viel Raum für offene Diskussion.

Ort: diesmal Ferstelgasse 5/25, 1090 Wien, 18:00, beim noch existierenden Graduiertenzentrum, oberstes Stockwerk.

Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe Internetforschung,
14. Juni 2010, 19h, Museumsquartier, Raum D

Gerade jetzt, wo semantische und netzwerkanalytische Technologien im Bereich des „Information Retrieval“ konvergieren, scheint es angebracht vermeintlich selbstverständliche Paradigmen zu dekonstruieren und die ihnen inhärenten Tendenzen zur sozialen Optimierung zu beleuchten. In der Zusammenschau einiger historischer Momente der Entwicklung von heute gängigen online Suchmaschinen, wie etwa in der Soziometrie der 1930er Jahre oder der Szientometrie der 1960er Jahre, will dieser Vortrag die Aufmerksamkeit auf die Strategien zu Bestimmung der Autorität oder Relevanz eines Datensatzes über das Konzept der Verlinkung lenken. Read the rest of this entry »

Rick B. Duque: The Collaboration Paradox Revisited // Mapping  Developing World Science in the Internet Age

Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe Internetforschung,
17. Mai 2010, 19h, Museumsquartier, Raum D

A half decade ago my colleagues and I reported a ‚collaboration paradox‘ with regards to the adoption, use, and impact of Internet technologies in the research process of Kenyan, Ghanaian and Keralan (India) scientists.

Our ongoing multi-method study (quantitative communication survey, qualitative interviews, and video-ethnography) examines the ways in which the research process differs among scientific communities located in developing regions by focusing on three questions: (1) Is collaboration associated with productivity in these regions?; (2) Is access and use of the Internet associated with reduced problems in collaboration in these regions?; and (3) what is the Internet‘s impact on the geographical distribution of professional contacts and publications in these regions? Read the rest of this entry »