Archives for category: Gruppe Internetforschung

Mit dem neuen Semester fängt an 7. März (18:30) auch wieder unsere monatliche Jour-Fixe-Reihe an. Der Märztermin ist eine Diskussionsrunde zu den Fragen: braucht Internet und Gesellschaft Webscience bzw. Internetforschung als eine eigenständig zu etablierende Disziplin oder soll es ein interdisziplinärer Treffpunkt von verschiedenen Ansätzen/Sichtweisen/Denktraditionen bleiben? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile? Wie stehen wir selbst mit unseren Arbeiten und unser Wirken in und zwischen diesen Mustern? und ähnliche Fragen.

Keine Anmeldung notwendig. Wer kommen möchte, möge bitte 1-5 Minuten Gedanken/Input für die Diskussionseinstiegsrunde zu dem Thema vorbereiten.

Ort und Zeit:
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien
07. März 2011, ab 18:30 Uhr

Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe Internetforschung

Sozio-Technische Wissenspraktiken im Netz

10.Jan.2011, ab 19:00 Uhr  – (keine Anmeldung nötig)
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien

In den letzten Jahren sind eine Reihe neuer Anwendungen im Internet entstanden, die zumeist als Web2.0 oder social software bezeichnet werden. Viele dieser Anwendungen sind gekennzeichnet durch die Einbindung mehrerer Agenten in Prozesse zur Verbreitung, Organisation und Herstellung von Wissen. Da die Kommunikation und Interaktion zwischen mehreren Agenten deren Schlüsselmerkmal darstellt, erscheint die Soziale Erkenntnistheorie als philosophische Disziplin, welche die Weisen untersucht, in denen Wissen sozial bedingt ist, als theoretische Grundlage für die Analyse der epistemischen Prozesse innerhalb dieser Systeme geeignet. Allerdings wird bei genauerer Betrachtung ersichtlich, dass bisherige soziale Erkenntnistheorien eine zentrale Leerstelle haben: das Technische und seine Beziehung zum Sozialen und zum Epistemischen. In meinem Vortrag möchte ich daher eine neue soziale Erkenntnistheorie für sozio-technische epistemische Systeme vorstellen und diskutieren, welche diese Lücke zu schließen versucht.

Judith Simon ist post-doctoral research fellow am Institut Jean Nicod – Ecole Normale Supérieure in Paris. Zuvor arbeitete sie am Institut für Philosophie der Universität Wien sowie im Bereich der Technikfolgenabschätzung in Berlin. Sie war Gastwissenschaftlerin am Forum on Contemporary Europe der Stanford University, am Department for Information Science and Engineering der Universität Trento sowie dem Artificial Intelligence Research Institute (CSIC-IIIA) in Barcelona. Derzeit forscht sie zu den erkenntnistheoretischen und technologischen Implikationen des Verhältnisses von Wissen, Vertrauen und Reputation sowie zur Relevanz von Informations- und Kommunikationstechnologien für wissenschaftliches Publizieren und wissenschaftliche Wissensproduktion.

Wie jeden ersten Montag im Monat, findet auch im Dezember wieder unser Jour Fixe statt, zu dem wir herzlich einladen. Diesmal wird u.a. Cornelius Puschmann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vorläufige Ergebnisse einer computergestützten Untersuchung von Twitter-Gesprächen und Blogs vorstellen, die wir dann unter methodologischen Gesichtspunkten diskutieren werden.

Ort und Zeit:
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien
06.12.2010, ab 18:30 Uhr
(keine Anmeldung nötig)

Programm:
Die Wissenschaft – so scheint es – wird immer öffentlicher: ForscherInnen sind im Netz unmittelbar adressierbar, sie nutzen zunehmend Social-Media-Angebote und lehren in teils öffentlich zugänglichen E-Learning-Plattformen. Hochschulen verfügen über verschiedenste Repräsentationen im Netz – von umfangreichen Homepages bis Facebook und Twitter. Open-Access-Fachzeitschriften sprießen aus dem Boden, mitunter sogar mit öffentlichen Begutachtungsverfahren. Kontroversen werden offen in Foren, Mailinglisten und auf Blogs ausgetragen. In diesem Kontext bekommt das Wissenschaftssystem als Autorität der gesellschaftlichen Wissensproduktion zunehmend Konkurrenz von außerhalb und wird ständig hinterfragt und kritisiert.

Von den einen wird diese Entwicklung als „Demokratisierung“ des elitären Wissenschaftsbetriebs begrüßt, während andere die neue Rolle der Öffentlichkeit als Gefahr für die Qualität und Unabhängigkeit von Forschung und Lehre kritisieren. Diesem Spannungsfeld wollen wir uns mit unserem Themenabend unter dem Titel “Öffentliche Wissenschaft, demokratische Wissenschaft? Chancen und Risiken öffentlicher Forschung und Lehre im Internet” widmen. Dazu wird zunächst Michael Nentwich einen Überblick über die Entwicklung der von ihm 2003 diagnostizierten Cyberscience zu einer offeneren und sozialeren Cyberscience 2.0 geben. Anschließend werden sich Cornelius Puschmann und René König einen verbalen Schlagabtausch liefern, der die Pro- und Kontra-Argumente einer internetöffentlichen Wissenschaft zutage fördern soll. Diese werden – ganz im Sinne des Themas – anschließend offen unter allen Interessierten weiter diskutiert.

Ort und Zeit:
Raum D / quartier21
QDK / Electric Avenue, MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien
07.12.2010, ab 18:00 Uhr
(keine Anmeldung nötig)

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Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe Internetforschung,

18. November 2010, 19h, Achtung Adressänderung! nun im Besprechungsraum, Berggasse 11, Stiege 1, 1090 Wien

Ambivalente epistemologische Verschiebungen in technologischer Wissensproduktion

Feministische Technikforschung hat vielfach aufgezeigt, dass der in der Informatik verbreitete Anspruch, möglichst realitäts- bzw. naturgetreu zu modellieren, dazu führt, Ausschlüsse entlang der bestehenden sozialen Ordnungen herzustellen und damit zugleich die strukturell-symbolische Geschlechterordnung zu reproduzieren. Während die frühen Bestimmungen des Semantic Web noch stark von derartigem Abbildungsbestreben geprägt waren, scheinen aktuelle Visionen und das praktische Engineering dieser Technologie  eher auf sozialen und konstruktivistischen Epistemologien zu basieren. Damit besteht die Hoffung, dass Kategorien wie Geschlecht in unserem zukünftigen, zunehmend technologisch vermittelten Umgang mit Wissen an Bedeutung verlieren werden.

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Was bedeutet Google und die Praxis des Googlen für die Wissenschaft? Zu diesen und ähnlichen Fragen hat René König der noch zum ORF gehörenden Futurezone ein Interview gegeben:

http://futurezone.orf.at/stories/1652900/

Das schon Google im Titel steht und nicht der bunte Markt der Suchmaschinenanbieter zeigt schon ein Merkmal – bzw. Problem: die Monopolisierung. Zu weiteren Fragen, wie etwa, was es bedeutet, wenn ein Großteil der WissenschaftlerInnen, Nachwuchs und Etablierte, nicht weiß, wie die Reihenfolge (Ranking) zustande kommt, was sie bedeutet, oder, dass Verweigerung auch kein Mittel oder Ziel sein kann, der ausführliche Bericht aus dem Projekt Interactive Science:

http://epub.oeaw.ac.at/ita/ita-projektberichte/d2-2a52-3.pdf

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