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Themenabend: Black Box Suchmaschine. Google & co. im gesellschaftspolitischen Kontext

Organisiert von Dr. Astrid Mager und Dipl.-Soz. René König (in Zusammenarbeit mit dem Verein BIKUM und der Gruppe Internetforschung)

Termin: 25.04.2012, 18.30
Ort:
Museumsquartier Wien, Raum D
Zudem Online-Anbindung durch Streaming und/oder Microblogging;
Facebook Event hier.

(Image credit: Anja Goller. Something interesting..)

Suchmaschinen wie Google prägen das Netz wie kaum ein anderer Dienst. Zwar gewinnen soziale Netzwerkseiten wie Facebook zunehmend an Bedeutung, doch werden Nutzungsstatistiken noch immer von Suchmaschinen dominiert. „Googeln“ ist eine alltägliche Praxis geworden, die nur selten hinterfragt wird. Dabei strukturieren Suchmaschinen unseren Zugang zu Netzinformationen maßgeblich. In der Privatwirtschaft ist diese Erkenntnis längst etabliert und Firmen geben viel Geld für sogenannte Suchmaschinenoptimierung aus. Aus gutem Grund, denn bisherige Nutzungsforschung zeigt deutlich, dass mehrheitlich den hierarchischen Ordnungen der Ergebnislisten gefolgt wird. Gleichzeitig wird dabei häufig eine fragwürdige Datenpolitik betrieben, die immer wieder für Kontroversen sorgt. Erst kürzlich hat sich etwa Google mit seinen geänderten Nutzungsbedingungen wieder ins Zentrum des öffentlichen Interesses katapultiert. Denn seit März müssen angemeldete NutzerInnen zustimmen, dass das Unternehmen umfangreiche User-Daten aus seinen verschiedenen Diensten (dazu gehört nicht nur Google Web Search sondern auch beispielsweise Google Maps, Google Mail, YouTube, Google+ uvm.) zusammenführt, was DatenschützerInnen auf die Barrikaden steigen lässt. Entsprechend kommt Suchmaschinen wie Google eine erhebliche gesellschaftspolitische Bedeutung zu, mit der sich unser Themenabend „Black Box Suchmaschine“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln auseinander setzen möchte. Dazu geben WissenschaftlerInnen Einblicke in aktuelle Forschungen, die wir zur Diskussion stellen wollen. Schließlich wird im Anschluss das Netzwerk „[Re]Search“ gegründet, an dem sich alle Interessierten beteiligen können.

 

Programm

18.30 Begrüßung

18.35 Keynote:

Asymmetrische Beziehungen – Klassifizierungskämpfe in Informationsgesellschaften
Konrad Becker
Institut für neue Kulturtechnologien & World-Information.Org (Wien)

18.50-19.30 Block 1: Wie Suchmaschinen unser Wissen gestalten

Ganz persönlich? Alte und neue Soziometriken der Suchmaschinen
Katja Mayer
Universität Wien, Wissenschaftsforschung

Das suchende Individuum – Subjektive Perspektiven zwischen globalen Strukturen und Personalisierung
René König
Karlsruher Institut für Technologie

Vertrauen, Diversität und Empfehlungssoftware
Judith Simon
Universität Wien / Karlsruher Institut für Technologie

19.30-20.10 Block 2: Wie Google & co. mit unseren Daten Geld verdienen

Suche und Werbung: Fundamentale Interessenkonflikte im Google-Empire
Bernhard Rieder
Universität Amsterdam

Suchmaschinen im Spannungsfeld von globaler Informationsökonomie und lokaler Gesellschaftspolitik
Astrid Mager
Österreichische Akademie der Wissenschaften

Auf der (Web-)Suche nach der informationellen Selbstbestimmung – Privacy by Design als Regulierungsansatz?
Jaro Sterbik-Lamina, Stefan Strauß
Österreichische Akademie der Wissenschaften

20.10 Podiumsdiskussion
Moderierte Podiumsdiskussion mit Publikumseinbindung (auch online) zu quer liegenden Fragen der präsentierten Themenschwerpunkte. Anschließend Gründung des Netzwerks [Re]Search für alle Interessierten.

 

 

 

Hier der Link zum Video meines Vortrag “Search technology in society. Constructing search engines, shaping knowledge”, den ich kuerzlich im HUMlab/ University of Umeå gegeben habe.

Das Video Archiv ist ziemlich eindrucksvoll mit super Vorträgen im weiteren Themenfeld der “Digital Humanities” und geht zurueck bis ins Jahr 2002 – umfasst also schon fast eine Technologie Historie! Mehr Infos zum HUMlab Archiv hier auf meinem Blog.

Check out my review of the Association of Internet Researchers (AoIR) conference on my blog. The conference took place in Gotheburg, 21-23 October. The review is not supposed to be a full review (6 parallel sessions are hard to follow simultaneously!). Rather, it’s very much biased by my interest in search engines and knowledge production, as well as my HUMlab affiliation. Unfortunately I didn’t hear Axel’s talk, sorry for that! Anyway, it’s worth reading I hope!

Die Dissertation “Mediated Knowledge” von Astrid Mager untersucht soziotechnische Praxen der Kommunikation von medizinischem Wissen über das Netz und welche epistemologischen Auswirkungen sich daraus ergeben. Mit Hilfe der Actor-Network Theory (ANT) diskutiert sie, wie unterschiedliche Typen von AnbieterInnen medizinische Webseiten strukturieren, am Netz positionieren und für NutzerInnen vertrauenswürdig gestalten, und wie unterschiedliche NutzerInnen nach medizinischen Informationen suchen, Webseiten auswählen und nutzen, und wie sie die Qualität und Glaubwürdigkeit von online Gesundheitsinformationen einschätzen.

Diese Analyse zeigt, dass die Mediatisierung oder „Informatisierung“ von medizinischem Wissen durch das Internet neue Wissenspraxen hervor bringt, die neue Fähigkeiten erfordern. Die Stabilisierung von Google als „obligatory passage point“ führt zu Informationshierarchien und Marktmechanismen, die nur durch technisches Know-How und Wissen über Suchmaschinen umgangen werden können. Über das Handling der Technologie hinaus, erfordert die Aneignung von medizinischem Wissen über das Netz profunde kognitive Fähigkeiten und Wissensarbeit. Online Gesundheitsinformationen – z.T. fragmentiert und de-kontextualisiert – müssen entlang individueller Bedürfnisse und medizinischer Denkstile kombiniert, re-kontextualisiert und in Wissen transformiert werden. Dies relativiert Visionen des Netzes als „empowerment tool“ und zeigt, dass sich PatientInnen mit Hilfe der Technologie selbst „empowern“ müssen. Es legt weiters nahe, „informierte PatientInnen“ in dieser Wissensarbeit zu unterstützen. Anstelle von standardisierten Qualitätskriterien für Medizinwebseiten, schlägt die Arbeit vor, individuelle Informationspraxen und dazugehörige Wissensarbeit ins Zentrum zu rücken. Insbesondere ÄrztInnen sind aufgefordert, das Netz nicht als Gefahr zu begreifen, sondern auf Netzinformationen und Wissensbestände ihrer PatientInnen einzugehen. Diese könnten als Fenster in die Welt von PatientInnen und deren Bedürfnisse begriffen und genutzt werden, um ein neues Vertrauensverhältnis zwischen ÄrztInnen und PatientInnen aufzubauen.

Link zum <Download> der Arbeit

Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe Internetforschung,
14. Juni 2010, 19h, Museumsquartier, Raum D

Gerade jetzt, wo semantische und netzwerkanalytische Technologien im Bereich des „Information Retrieval“ konvergieren, scheint es angebracht vermeintlich selbstverständliche Paradigmen zu dekonstruieren und die ihnen inhärenten Tendenzen zur sozialen Optimierung zu beleuchten. In der Zusammenschau einiger historischer Momente der Entwicklung von heute gängigen online Suchmaschinen, wie etwa in der Soziometrie der 1930er Jahre oder der Szientometrie der 1960er Jahre, will dieser Vortrag die Aufmerksamkeit auf die Strategien zu Bestimmung der Autorität oder Relevanz eines Datensatzes über das Konzept der Verlinkung lenken. Read the rest of this entry »

Wiederum auf Einladung von Transforming Freedom trifft sich am 1. April 2009 ab 18:30 die Gruppe Internetforschung im Raum D des Quartiers für Digitale Kultur im Museumsquartier. Diesmal stehen Verschwörungstheorien im Web im Zentrum des Interesses – René König hat die Patenschaft für die inhaltliche Gestaltung übernommen und wird uns in folgende Thematik einführen:

Das Internet gibt der Öffentlichkeit neue Artikulationsmöglichkeiten, was spätestens mit Einführung des Begriffs „Web 2.0“ weitläufig diskutiert wird. Die einstigen Autoritäten der Wissensproduktion und –distribution – das Wissenschaftssystem und die Massenmedien – haben dadurch ihre Monopolstellung verloren. Abweichende Weltdeutungen erhalten gleichzeitig durch das Internet neue Chancen zur Rezeption und auch zur Organisation und Vernetzung. Ein Beispiel dafür sind Verschwörungstheorien zu den Terroranschlägen des 11. September 2001, die sich seit einigen Jahren im Gewand einer sozialen Bewegung („9/11 Truth Movement“) präsentieren und organisieren.

Bisherige Untersuchungen dieses Phänomens tendieren zu einer Pathologisierung dieser Ansichten und postulieren mehr oder weniger explizit ihre Falschheit. Wissenssoziologisch erscheint dies unbefriedigend, da solche Ansätze kaum Erklärungen für die durchaus beachtliche Popularität dieses „falschen“ Wissens liefern. Diesem Mangel soll mit der Diplomarbeit begegnet werden, indem eine konstruktivistische Perspektive eingenommen wird. Anstatt Fragen der Richtigkeit und Falschheit zu stellen, soll dazu viel mehr der Prozess gesellschaftlicher Wirklichkeitskonstruktion selbst zum Untersuchungsgegenstand gemacht werden.

Meine Ansätze dazu würde ich euch gerne in der kommenden Sitzung vorstellen. Ich würde mich sowohl über theoretische, als auch über methodische Diskussionen und Tipps freuen.

Falls jemand einführend zu dem Thema noch mehr lesen möchte, empfehle ich:

Schetsche, M., 2007, Die ergoogelte Wirklichkeit. Verschwörungstheorien und das Internet, in: Lehmann, K. und Schetsche, M. (Hg.): Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens, Bielefeld: Transcript Verlag, 113-120 <http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19964/1.html>

Einen Anfahrtsplan findet man auf den Seiten von Digitalks – man beachte ebenfalls den/das Blog der Forschungsgruppe Internet am Graduiertenzentrum SOWI (= Gruppe Internetforschung).

„Deep Search“ befasst sich mit den sozialen und politischen Dimensionen unserer Navigation durch die Tiefen des Wissens. Wir wollen den Vorgang der Datenkategorisierung untersuchen und fragen, was es bedeutet, die Beziehung zur Welt über digitale Suchtechnologien herzustellen. Jenseits von futuristischen Anwendungen und komplexen Rechenvorgängen verbirgt sich in kognitiven Technologien, die spezifisch für Ergebnisse in einem begrenzten Bezugsrahmen entwickelt werden, eine politische Philosophie in einem scheinbar neutralen Code. In der täglichen Wirklichkeit des Informationsüberflusses kommt es darauf an, derartige Setzungen als solche zu erkennen, und zu begreifen, dass Hierarchien nicht auf wundersame Weise von der Natur selbst hervorgebracht werden. Unscheinbare Dienstprogramme, die sich unauffällig in die Abläufe unserer täglichen Arbeit einfügen, verändern unsere Wahrnehmung und spinnen die Fäden im Gewebe unserer kognitiven Wirklichkeit.

Für zuhause gebliebene gibt’s jetzt die Vorträge online :)

Programm und Präsentationen..

Symposion in der Wienbibliothek im Rathaus
Do-Sa 9.-11.10.2008 

Das Internet-Zeitalter beginnt seine Vorgeschichte zu schreiben: An Stelle der “politischen Haupt- und Staatsaktionen” rücken zunehmend Medien ins Zentrum des historischen Interesses, es werden Aufschreibesysteme, Datenverarbeitung und Übertragungstechnologien untersucht. Zu diesen Forschungen möchte das Symposion einen Beitrag leisten, indem es sich mit jenen Einrichtungen, Personen und Techniken beschäftigt, die als “Vorläufer” heutiger Suchmaschinen betrachtet werden können, seien es Staatshandbücher, Diener, Bibliothekskataloge, Fragebögen oder Zeitungskomptoire. Welche strukturellen Ähnlichkeiten gibt es zwischen diesen vergangenen und den heutigen Suchmaschinen? Welche Unterschiede lassen sich feststellen? Welche Utopien knüpften sich an die Suchmaschinen des analogen Zeitalters? Welche Formen von Kontrolle ermöglichten sie? – Diese und ähnliche Fragen sollen im Rahmen des Symposions behandelt werden. Ein solcher Zugang verspricht, nicht nur neue Erkenntnisse über die Medien der Vergangenheit zu liefern, sondern auch die Analysen der gegenwärtigen medialen Lage zu vertiefen.

Programm und mehr…