Das Agrartreibstoffprojekt in der Ukraine

Als eine der vielversprechendsten landwirtschaftlichen Regionen weltweit wird die Ukraine von den Mitgliedsstaaten der EU als zukünftig wichtige Agrartreibstoffproduzentin erachtet. Sie könnte so einen essentiellen Anteil zur Erfüllung der Direktive zu erneuerbaren Energien der Europäischen Union von 2009 beitragen. Zudem unterstützt auch die Ukraine selbst die Produktion von Agrartreibstoffen auf ihrem Territorium durch verschiedene politische Maßnahmen.

Im Mittelpunkt des Promotionsvorhabens steht daher die Frage, was die politisch-institutionellen Bedingungen für die Entwicklung des Agrartreibstoffsektors in der Ukraine sind; d.h. welche Rolle der ukrainische Staat im internationalen Kontext bei der Entstehung des Agrartreibstoffsektors spielt. Dabei wird analysiert, welche Regelungen zur Forcierung der Agrartreibstoffproduktion entstehen und welche Interessen sich darin widerspiegeln oder marginalisiert werden. Die potentiell hervorgerufenen Widerstände sind ebenso von Bedeutung für die Untersuchung wie auch sozial-ökologische Konsequenzen der Agrartreibstoffproduktion. Den theoretischen Rahmen der Dissertation bilden die kritische Staatstheorie sowie Ansätze der politischen Ökologie. Methodisch ist das Projekt qualitativer Forschung zuzuordnen, da es auf der Verwendung von qualitativer Inhaltsanalyse, Interviews und teilnehmender Beobachtung fußt.

Die Dissertation ist Teil des DOC-teams (gemeinsam mit Alina Brad und Anke Schaffartzik) „Öl ins Feuer: Agrartreibstoffe und sozial-ökologische Konflikte“, das von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gefördert wird.

christina.plank@univie.ac.at