Zur Bedeutung von Partizipation in transdisziplinären Vulnerabilitäts- und Klimawandelanpassungsprozessen. Eine kritische Betrachtung wissenschaftlicher Assessments

Wissenschaftliche Assessments sind der von der Wissenschaft intendierte Versuch, eine Brücke zwischen dem eigenen wissenschaftlichen Referenzbereich und dem der Politik und der Gesellschaft zu schlagen, um eine effektive, zuverlässige und „sozial robuste“ Klimawandelanpassungspolitik zu betreiben. Diese Assessments sind wissenschaftliche Bewertungsprozesse, die nicht einer konkreten Methode oder einem Verfahren entsprechen, sondern vielmehr eine inter- und transdisziplinäre Vorgehensweise beschreiben. Im Kern dienen die Assessments dazu, prozesshaft Wissen über Kausalbeziehungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf biophysikalische und sozioökonomische Systeme in regionalen Untersuchungseinheiten von verschiedenen Disziplinen zusammen zu tragen, zu integrieren, zu aggregieren und letztlich auch zu interpretieren und zu kommunizieren. Es soll Wissen über Klimawandelrisiken und -vulnerabilitäten in einem

interdisziplinären Kontext generiert, auf reale, gesellschaftlich relevante Problemstellungen bezogen und die für Entscheidungsträger_innen als wesentlich eingestuften Informationen in für diese nutzbarer Form aufbereitet werden. Die Dissertation erforscht dabei 17 Fallbeispiele von integrierten Assessments im Bereich der Vulnerabilitäts- und Klimawandelanpassungsforschung. Im Mittelpunkt

der Analyse stehen die Integration außer-wissenschaftlicher Akteure und deren Wissensbestände unter dem Postulat der Partizipation. In diesen transdisziplinären Forschungsprojekten wird die Beteiligung auf einer normativ-demokratiepolitischen, prozesshaften (instrumentellen) und

inhaltlichen (substanziellen) Dimension untersucht. Ziel der Arbeit ist es, den Stellenwert und die Bedeutung dieser drei Funktionen der Partizipation in transdisziplinären Vulnerabilitäts- und

Klimawandelanpassungsprozessen zu analysieren und zu hinterfragen. D.h. es geht einerseits um die Herausforderungen und Grenzen der Partizipation und andererseits um die Frage, inwieweit die Wissenschaft zur Machtabgabe in transdisziplinären Forschungsprozessen bereit ist.