Podiumsdiskussion „Imperiale Lebensweise? Die Ursachen der großen sozialen und ökologischen Probleme des 21. Jahrhunderts“ mit Markus Wissen// 1.2.2018 in Kassel

Veranstaltungen Dienstag, 09.01.2018

Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltung “Die Linksregierungen Lateinamerikas: Eine kritische Bilanz” an der Universität Kassel

Die neoliberale Politik der 1980er und 1990er Jahre ließ in Lateinamerika statt der Wirtschaft vor allem Armut und Ungleichheit wachsen. Die soziale Unzufriedenheit mündete zum Jahrhundertwechsel in einen „Linksruck“, der eine bemerkenswerte Ausweitung von Arbeits- und Sozialpolitiken nach sich zog. Ein Jahrzehnt lang gewannen Mitte-Links-Parteien fast überall in Südamerika die Wahlen und konnten als Regierungen durchaus Erfolge vorweisen. Als der Westen mit der globalen Finanzkrise die Gefahren entfesselter Märkte zu spüren bekam, reduzierte sich in Lateinamerika beispielsweise die Armut fast um die Hälfte. Ergänzt wurden diese Erfolge von neuen Leitbildern, die eine Erneuerung der Demokratie und nachhaltige Entwicklung zum Ziel hatten.

Doch diese Politik ist in Bedrängnis geraten. Venezuela steckt seit Jahren in einer tiefen Krise, die Regierungen Brasiliens, Honduras und Argentiniens wurden gestürzt oder abgewählt. In Bolivien und Ecuador beginnt man sich von sozialen Zielen zu verabschieden, und auch Kuba leitet verstärkt marktwirtschaftliche Reformen ein. Die regionale Wirtschaft schwächelt, Armut und Ungleichheit steigen wieder an. Regierungen verlieren ihre Unterstützung und scheinen vor allem darum bemüht, sich selbst zu retten.

Zeit, kritisch Bilanz zu ziehen: Welche Erfolge des „progressiven Jahrzehnts“ gibt es trotz der Krise? Welche Fehler wurden gemacht und was können wir aus ihnen lernen? Wieweit sind die Politiken der Rohstoffausbeutung und der „imperialen Lebensweise“ mitverantwortlich für das Scheitern der Linksregierungen? Woran liegt es, dass die Linksregierungen keine tragfähigen Wirtschaftsalternativen entwickeln konnten?

Zeit und Ort der Podiumsdiskussion: 18 Uhr, Gießhaus, Kassel

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