Rudolf Carnap Lebensdaten

1891
Geburt am 18. Mai in Ronsdorf (Wuppertal).

1898
Tod des Vaters und Umzug der Familie nach Barmen.

1909
Umzug nach Jena.

1910-14
Studium der Philosophie, Mathematik und Physik in Jena und Freiburg im Breisgau. In Jena hört Carnap die Vorlesungen von Gottlob Frege.

1913
Beginn einer nicht beendeten Dissertation in Physik.

1914-18
Kriegsdienst an der Front und ab 1917 als Physiker in einer militärischen Einheit in Berlin.

1921
Einreichung seiner bei Bruno Bauch verfassten Dissertation in Philosophie, Der Raum. Ein Beitrag zur Wissenschaftslehre.

1923
Persönliche Bekanntschaft mit Hans Reichenbach anlässlich einer logisch-philosophischen Tagung in Erlangen.

1925
Niederschrift einer ersten Fassung der späteren Habilitationsschrift Der logische Aufbau der Welt. Erste Vorträge im Wiener Kreis; Carnap wird zu eines der aktivsten Mitglieder des Kreises werden.

1926
Carnap folgt einer Einladung von Moritz Schlick nach Wien und habilitiert sich an der Universität Wien.

1926-31
Privatdozent für Philosophie an der Universität Wien, ab 1930 mit dem Titel eines außerordentlichen Professors.

1927-8
Mehrmalige Treffen mit Ludwig Wittgenstein gemeinsam mit Schlick und Waismann.

1930
Bekanntschaft in Wien mit Alfred Tarski, der einen wesentlichen Einfluß auf Carnaps spätere Semantik ausüben wird. Treffen mit Vertretern der Polnischen Schule der Logik in Warschau (Tarski, Lesniewski, Kotarbinski)
Gemeinsam mit Hans Reichenbach gibt Carnap die Zeitschrift Erkenntnis heraus.

1931-35
Ausserordentlicher Professor für Naturphilosophie an der Deutschen Universität in Prag.

1934
Drei Vorlesungen an der Universität London und Bekanntschaft mit Bertrand Russell.
Erste Kontakte ergeben sich in Wien und Prag mit den amerikanischen Philosophen W.V.O. Quine, Ernest Nagel und Charles Morris. Erscheinung von Logische Syntax der Sprache.

1935
Im Dezember emigriert Carnap nach Amerika.

1936
Vortragsreise durch die Vereinigten Staaten. Einladung zur 300 Jahrfeier von Harvard (September), wo er wieder Herbert Feigl, E. Nagel und Quine trifft. Ab Herbst hält Carnap Vorlesungen an der University of Chicago. Er erhält dort eine Professur für Philosophie, die er bis 1952 innehat. Charles Morris gründet in Chicago ein Kolloquium über Wissenschaftsphilosophie, an dem sich Carnap aktiv beteiligt.

1936-37
Carnap hält in Chicago ein Forschungsseminar über Semantik mit Olaf Helmer und Carl Hempel (der 1937/38 an der Universität Chicago tätig ist) ab.

1939
Erscheinung von Foundations of Logic and Mathematics, Carnaps Beitrag zur International Encyclopedia of Unified Science, die er gemeinsam mit Otto Neurath und Charles W. Morris herausgibt.

1940-41
Gastprofessur in Harvard.
Beteiligt sich in Harvard an einer Arbeitsgruppe über Probleme der Logik mit W.V.O. Quine, A. Tarski, B. Russell, Nelson Goodman sowie an Philipp Franks Kolloquium über Grundlagen der Wissenschaft.

1942
Erscheinung der Introduction to Semantics.

1943
Arbeit am Buchmanuskript Extension und Intension.

1944-52
Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit in Chicago.

1947
Erscheinung von Meaning and Necessity: A Study of Semantics and Modal Logic.

1950
Sommersemester an der Universität von Illinois, Urbana.
Quine in Chicago, wo er seine "Two Dogmas of Empiricism" vorstellt, eine Kritik von Carnaps Unterscheidung zwischen synthetischen und analytischen Sätzen (Carnap-Quine Kontroverse).

1952-54
Gast am Institute for Advanced Studies in Princeton. Dort Gespräche mit John von Neumann, Wolfgang Pauli und Albert Einstein.

1954
Übernahme nach dem Tod Reichenbachs von dessen Lehrstuhl an der University of California / Los Angeles.

1959
Veröffentlichung gemeinsam mit Wolfgang Stegmüller von Induktive Logik und Wahrscheinlichkeit.

1970
Tod am 14. September in Los Angeles.


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