Institut
für
Wissenschaft und Kunst
Seminar- und
Vortragsreihen
im WINTERSEMESTER
2008/09
Die Veranstaltungen finden - wenn nicht
anders angegeben - im IWK, 1090 Wien, Berggasse 17, statt.
AUFTAKT DER VORTRAGSREIHE:
NEUE PERSPEKTIVEN: MIGRATION IM ZENTRAL- UND SÜDOSTEUROPÄISCHEN RAUM
In Kooperation mit der Initiative
Minderheiten
Donnerstag 22.1.2009, 18.30 Uhr
The
politics of international migration: a debate over the Turkey-EU relationship (Vortrag in englischer Sprache)
Prof. Dr. Ahmet Içduygu, Direktor des
Programms für Migrationsforschung an der Koç Universität (Istanbul)
Ausgehend davon, dass die Türkei nicht nur
ein Auswanderungsland darstellt, sondern auch als Transit- und Einwanderungsland
fungiert, spricht Ahmet Içduygu über Migrationspolitiken als eines der
zentralen Themenfelder der Verhandlungen zum EU-Beitritt der Türkei. Içduygu
gibt einen Überblick über aktuelle Debatten und Studien zum Thema.
Diese Veranstaltung bildet den Auftakt einer Vortragsreihe der Initiative
Minderheiten in Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst im
Rahmen des Projekts "Neue Perspektiven. Migration im zentral- und
südosteuropäischen Raum". Das Projekt beschäftigt sich mit bestehenden
Migrationsbewegungen und -politiken in der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien
und Österreich und deren Kontextualisierung in einem globalen geopolitischen
Zusammenhang seit den späten 1980er Jahren. Unter der Beteiligung von
Rechercheteams in Belgrad, Istanbul, Wien und Zagreb sind ein Symposium in
Zagreb (8.-10. Mai 2009) sowie Ausstellungen in Wien, Istanbul und Belgrad,
geplant.
Die Vortragsreihe am IWK ist als öffentlicher Dialog des Wiener Projektteams
mit internationalen ExpertInnen gedacht und soll so auch einen Ort der
Präsentation und Diskussion aktueller migrationspolitischer Fragen unter
Einbezug verschiedener Perspektiven darstellen.
Vorschau:
Am 20. Februar 2009 wird Dr. Silva Mežnarić, langjährige Leiterin von
Forschungsprojekten am Institute for Migration and Ethnic Studies (Zagreb), zum
Thema New Immigration Policies and New Europe: Case of Croatia sprechen.
Koordination der Vortragsreihe: Renée Winter renee.winter@reflex.at
Kuratorium: Vida Bakondy, Vlatka Frketić, gangart / Simonetta
Ferfoglia, Heinrich Pichler /, Jasmina Janković, Cornelia Kogoj, Gamze Ongan,
Renée Winter, Zagreb: Amir Hodžić, Beograd:
Jelena Đorđević, Istanbul: Dilman Muradoğlu,
Kunstausstellung: Christian Kravagna
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln der: ERSTE STIFTUNG, BMUKK
– Kunstsektion, Arbeiterkammer Wien, Wirtschaftskammer Österreich
INFORMELLES
LERNEN: KONZEPTE -
ORTE - KONTROVERSEN
Konzept
und Organisation: Arbeitsgruppe Informelles Lernen (Norbert Bichl,
Wolfgang Brückner, Hedwig Presch, Wolfgang Stifter, Eva
Tepperberg,
Martina Zach und Reinhard Zürcher)
Das
informelle Lernen hat in den letzten Jahren insbesondere deshalb
beträchtliches Interesse gefunden, weil manche - auch
beruflich
verwertbare - Kompetenzen informell erworben werden. In dieser
vierteiligen Reihe wird versucht, die ökonomisch verwertbaren
Aspekte
des informellen Lernens in einen erweiterten Bildungszusammenhang zu
stellen und Bezüge zur nachhaltigen Entwicklung zu
identifizieren.
ENTFÄLLT
Mittwoch,
1. Oktober, 18.30 Uhr
Kornelia
Hauser
(Innsbruck):
Der
neokapitalistische Umbau des Selbst
Alle
Anforderungen an das "neue Subjekt", das neokapitalistische Selbst,
sind dekontextualisiert, werden eher als Vereigenschaftung von
Verhältnissen dennals Aneignung, Kompetenz und Haltung
gefasst. Diese
Entwicklungen sind mit einerm kritsichen Bildungsbegriff unvereinbar,
obwohl diese Anforderungen in Begriffen der vormaligen westlichen
Befreiungsbewegungen gefasst werden, indem Freiheit, Gruppe,
Transparenz, Emanzipation, Kreativität, Eigensinn,
Flexibiltät und
Mobilität explizit benannt und in den Kontext der
erfolgreichen
Selbst-Vermarktung gestellt werden. Für die
öffentlichen
Bildungsdebatten und -prozesse stellt unverhohlen Bildung selbst eine
Rechtfertigung dar, und der Ein- und Ausschluss von Bildungsprozessen
artikuliert fehlendes bzw. vorhandenes Engagement mit.
Mitwoch,
5. November, 18.30 Uhr
Luise
Gubitzer (Wien):
"Literarität" im
Bereich
Wirtschaft
Beim
Lernen ökonomischer Grundbegriffe in formalen Bildungswegen
wird immer
auch eine Realität und eine dahinter stehende Theorie
vermittelt. Mit
"Wirtschaft" ist dabei häufig gewinnorientierte Wirtschaft
gemeint.
Insbesondere Frauen lernen mit dem Einstieg in das Berufsleben und wenn
sie Kinder bekommen, dass es noch eine andere Wirtschaft, die
Hauswirtschaft, die öffentliche Wirtschaft und auch andere
Menschenbilder gibt. Informelles Lernen als Lernen durch den Alltag der
verschiedenen Tätigkeitsbereiche und als nicht zertifiziertes
Lernen in
Economic Literacy-Workshops erweitert die Sicht auf Wirtschaft, auf
Arbeit, auf Rationalität und auf tätige Frauen und
Männer. An diesem
Abend sollen Grundlagen vorgestellt werden, formal erlernte
ökonomische
Grundbegriffe durch informelles Lernen zu dekonstruieren.
Freitag,
5. Dezember, 18.30 Uhr
Bernd
Overwien (Kassel):
Informelles Lernen als
Teil einer
Bildung für nachhaltige Entwicklung
In
der Diskussion um informelles Lernen stellt sich die Frage, wie denn
informelle und formale Lehr- und Lernformen miteinander in Verbindung
treten können. Der Rahmen, in dem diese Diskussion an diesem
Abend
geführt wird, bildet das Themenfeld der Bildung für
nachhaltige
Entwicklung, die in den letzen Jahren nicht nur durch die von der UNO
ausgerufenen Dekade besondere Aktualität gewonnen hat.
Mittwoch,
17. Dezember, 14.00-17.00 Uhr, Albert Schweitzer-Haus,
Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Gabriella Kovacs (Linz):
Kompetenzprofil
für MigrantInnen
Elisabeth Chlebecek (Wien):
Kompetenzenbilanz
Markus
Bretschneider
(Bonn):
Kompetenzenbilanzen
für MigrantInnen im Spannungsfeld individuellen,
gesellschaftlichen und
betrieblichen Nutzens
Eines
der wichtigsten Themen und zentralen Herausforderungen der
europäischen
und österreichsichen Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik ist die
Frage
nach dem Umgang mit Migration und der Anerkennung von berufsbezogenen
Qualifikationen und Kompetenzen. Kompetenzbilanzen und -profile
könnten
gerade MigrantInnen darin unterstützen, Berufs- und
Bildungsziele zu
erreichen. In dieser Veranstaltung werden zwei spezifische
Kompetenzbilanzmodelle für MigrantInnen in Österreich
vorgestellt, und
es wird über erste Erfahrungen berichtet. Den Abschluss bildet
eine
Nutzenanalyse von Markus Bretschneider.
Weitere
Informationen und Anmeldung unter www.interculturexpress.at
bzw. www.migrant.at.
E-mail:
kompetenzzentrum@migrant.at
ReferentInnen und
KoordinatorInnen:
Hauser, Kornelia: Professorin
am Institut für Erziehungswissenschaften an
der Universität Innsbruck
Gubitzer, Luise: Professorin
an der Wirtschaftsuniversität Wien am Institut für
Volkswirtschaftstheorie
und –politik.
Overwien, Bernd:
Professor für "Didaktik der Politischen
Bildung" an der Universität Kassel.
Bretschneider, Markus:
Dr.; Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn.
Bichl, Norbert:
DSA, Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen, Wien.
Brückner,
Wolfgang: Mag.; Die Wiener Volkshochschulen, Wien
Floridsdorf
Presch, Hedwig:
Dr.in; Institut für Alterskompetenzen
Stifter, Wolfgang:
Mag., Erwachsenenbildnerund Bildungsberater, biv integrativ.
Tepperberg, Eva:
Dr.in; Berufschulinspektorin, Campus
Längenfeld
Zach, Martina:
Mag.a; Lektorin, Projektkoordinatorin EB (V/8)
Zürcher, Reinhard:
Dr., Institut für Forschung, Innovation und Schulentwicklung,
Pädagogische Hochschule Wien.
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FRAUENNETZWERKE
IN
WISSENSCHAFT UND KUNST: UTOPIE UND WIRKLICHKEIT
Konzept und
Organisation: Susanne Blumesberger
Obwohl
das Thema Frauennetzwerke derzeit einen Boom erlebt, handelt es sich
keineswegs um ein zeitgenössisches Phänomen. Private
Verbindungen,
Frauenverbände und andere Zusammenschlüsse hatten
nicht selten
wesentlichen Einfluss auf Wissenschaft oder Kunst. Dieser Arbeitskreis
wird sowohl historische Beispiele vorstellen als auch aktuelle
Frauennetzwerke diskutieren.
Montag,
6. Oktober, 18.30 Uhr
Irmgard
Neubauer (Wien):
"Ihr wollt die Freiheit? Wohlan mein Herz glüht nach ihr"
Betty Paoli
Die
erste österreichische Berufsjournalistin Betty Paoli verfasste
Beiträge
für die "Neue Freie Presse", rezensierte Literatur, bildende
Kunst und
Burgtheateraufführungen. Der FreundInnenkreis von Petty Paoli,
Annette
von Drose-Hülshoff und Marie von Ebner-Eschenbach bildete ein
Netzwerk,
das weibliche Karrieren schuf. Diese drei Lebensfreundinnen
unterstützten und förderten sich gegenseitig - auch
neue Kolleginnen,
die sich mit Rat an sie wandten. Es handelt sich hierbei um eine erste
Vernetzung zwischen Autorinnen - dieses Beziehungsnetz kann als
Vorstufe zur ersten weiblichen Berufsgenossenschaft, dem "Verein der
Schriftstellerinnen und Künstlerinnen" in Wien, gesehen
werden.
Montag,
27. Oktober, 18.30 Uhr
Sarolta Lipóczi (Budapest):
Die Romane von
Zsuzsanna Gahse und Zsuzsa Bánk über ungarische
EmigrantInnen
nach 1956
Nach
einem Überblick über den historischen Hintergrund und
das literarische
Umfeld werden zwei Romane analysiert: "Nichts ist wie oder Rosa kehrt
nicht zurück" (1999) der 1946 in Ungarn geborenen und 1956 in
den
Westen emigrierten Zsuzsanna Gahse und "Der Schwimmer" (2002) der 1965
in Frankfurt am Main geborenen Zsuzsa Bánk. Was für
Vorstellungen haben
die ProtagonistInnen von der Freiheit, wie bewältigen sie die
Situation
im Exil und welche Chancen bietet die Emigration für sie?
Hajna
Stoyan (Kecskemét):
Leben und Werk von Magda Szabó (1917 - 2007) im Spiegel
ihrer
autobiographischen Romane
Der
Vortrag befasst sich mit Romanen der ungarischen Schrifstellerin Magda
Szabó, die auf ihre unterschiedlichen autobiographischen
Motive und
Darstellungsformen hin analysiert werden. Abschließend wird
auf die
jugendliterarische Tätigkeit der Autorin eingegangen, vor
allem auf den
Roman "Abigél" (1970).
Montag, 10. November, 18.30
Uhr
Christine
von Oertzen (Berlin):
Netzwerke für
die Wissenschaft:
Zur
transnationalen Geschichte der International Federation of University
Women 1917-1945
Der
Vortrag verfolgt Gründung und Geschichte eines transnationalen
Netzwerks von Akademikerinnen, das 1919 im Umfeld des
Völkerbundes
entstand. Er analysiert Programm und Politik einer angloamerikanischen
Initiative, die darauf abzielte, das berufliche und wissenschaftliche
Fortkommen von Hochschulabsolventinnen zu befördern und damit
gleichzeitig zur Völkerverständigung beizutragen. Ein
besonderes
Augenmerk wird darauf gerichtet, was die Gründung der IFUW
für die
europäischen, und insbesondere für die
österreichischen und deutschen
Akademikerinnen bedeutete, die dem Netzwerk 1922 bzw. 1926 als
nationale Vereinigung beitraten. Dies betrifft die Zeit vor und nach
1933 bzw. 1938, als die IFUW zum Netzwerk weiblicher akademischer
Fluchthilfe wurde.
ReferentInnen und
KoordinatorInnen:
Neubauer, Irmgard:
IT-Fachfrau, Buchhändlerin, Musikerin.
Stoyan,
Hajna: Dr.in, Studium der
Germanistik, Ungarologie,
Slavistik;
intensive Beschäftigungn mit deutschsprachiger Kinderliteratur
als
Dozentin der Lehrerbildungsfakultät der
Eötvös-Lórand-Universität in
Budapest; ausgehend von ihrer Dissertation zum Thema "Phantastische
deutsche Kinder- und Jugendliteratur in den Jahren 1960 bis 1900"
entstand das Buch "Die phantastischen Inderbücher von Michael
Ende"
(Frankfurt am Main 2004); Vorträge auf mehreren
internationalen
Konferenzen sowie Organisation inländischer und
internationaler
Konferenzen; Ehrung mit dem Verdienstkreuz der Ungarischen
Volksrepublik in Silber 2004.
Lipóczi,
Sarolta:
Professorin an der Pädagogischen Fakultät der
Hochschule Kecskemét,
Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft/ Abteilung
Deutsche
Sprache und Literatur; Arbeits- und Forschungsschwerpunkte:
Komparatistische Fragestellungen zur Entwicklung der ungarischen und
deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur im Zusammenhang mit den
gesellschaftlichen Veränderungen nach 1945; Die
europäische Dimension
im Sprach- und Literaturunterricht; Forschungsaufenthalte in
Deutschland (Frankfurt, Freiburg) und Österreich (Wien);
Kooperation in
bilateralen und multilateralen europäischen Forschungs- und
Entwicklungsprojekten mit zahlreichen Hochschulen/
Universitäten in
Europa.
Oertzen, Christine von:
promovierte an der Freien Universität Berlin und war von 2002
bis 2005
Research Fellow am Deutschen Historischen Institut in Washington D.C.;
seit Juni 2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut
für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.
Blumesberger, Susanne:
Dr.in, Kommunikationswissenschafterin; Mitarbeiterin des IWK-Projekts
"biografiA.Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen."
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STUDIEN
ZUR
ARBEITERINNENBEWEGUNG -
SCHWERPUNKTTHEMA:
ARBEITERINNENBEWEGUNG
UND FILM
Koordination:
Paul
Habr und Peter Ulrich Lehner (Redaktion der Zeitschrift
"mitbestimmung") in Zusammenarbeit mit Christian Dewald (Filmarchiv
Austria) und Susanne Pyrker
Der
Film, ein Medium, das Bewegung auf Zelluloid bannte, um sie als bewegte
Bilder wiederzugeben, und sein Verhältnis zur
ArbeiterInnenbewegung
bildet in diesem Semester das Thema der Seminarreihe. Filme werden
gemacht und haben daher im Wortsinn etwas mit Arbeit zu tun. Doch vor
Jahrzehnten schon hat sich das Kapital des Films bemächtigt
und ihn als
Filmindustrie zu einem maßgeblichen Bestimmungsfaktor der
Bewusstseinsindustrie gemacht. Wie stehen die FilmemacherInnen zur
ArbeiterInnenbewegung? Konnte die ArbeiterInnenbewegung das Medium Film
für ihre Ziele erfolgreich in Anspruch nehmen? Wie werden die
Anliegen
von Menschen im Film dargestellt, die zur Vermietung ihrer Arbeitskraft
genötigt sind (oder dafür immer weniger Mieter
finden)?
Dienstag,
7. Oktober, 18.30 Uhr
Patrice
Blaser (Wien):
Wie der Film entstand
Was
waren die Anfänge des Films? Wie wurden Amateure zur
professionellen
Filmherstellern? Welche gesellschaftlichen Schichten bedienten sich
dieses neuen Mediums?
Dienstag,
4. November, 18.30 Uhr
Susanne
Pyrker und Gerhard Schedl (Wien):
Film
als Arbeit
Welche
vielfältigen Tätigkeiten sind notwendig, ehe das
Kunstwerk über die
Leinwand oder den Bildschrim flattern kann? Welche
schöpferischen
Freiräume bieten die einzelnen Arbeitsbereiche? Gibt es
geschlechtsspezifische Herstellungstätigkeiten?
Dienstag, 2.
Dezember, 18.30 Uhr
Christian
Dewald und
Michael
Loebenstein (Wien):
ArbeiterInnenbewegung
und Film
Welche
Themen greifen ausgesprochene "ArbeiterInnenfilme" mit welchen Mitteln
auf und für welche Ziele? Wie thematisieren sie die
Geschlechterverhältnisse?
Dienstag, 13. Jänner, 18.30 Uhr
Christian
Dewald und Gerhard Schedl (Wien):
ArbeiterInnenbewegung im österreichischen Film
Bestehen
in der kapitalistischen Filmproduktion Freiräume zur
authentischen
Thematisierung des Lebens und der Probleme erwerbsarbeitender und
erwerbsarbeitsloser Menschen?
Die
Vorträge dieser Seminarreihe
werden seit ihrem Beginn im Oktober 1986 nachträglich
regelmäßig in der
mitbestimmung.zeitschrift
für demokratische arbeitswelt veröffentlicht.
Diese
Zeitschrift liegt in der Bibliothek des Insituts für
Wissenschaft und
Kunst auf.
ReferentInnen
und KoordinatorInnen:
Blaser, Patrice:
Dr.; Regisseur, Filmwissenschafter, wissenschaftlicher Mitarbeiter des
Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der
Universität
Wien.
Pyrker,
Susanne: Geschäftsführerin des
Pressebüros Pyrker, Presse
und PR für Film und Kino, Wien
Schedl, Gerhard:
Mag.; Filmschaffender; Filmproduzent; Berater bei filmsupport;
gehört
dem Filmbeirat Cine Tirol und dem Kuratorium des Filmfonds Wien an;
ehemaliger Direktor des Österreichischen Filminstituts Wien.
Dewald, Christian:
Dr.; Filmhistoriker; Mitarbeiter des Filmarchivs Austria in Wien.
Loebenstein, Michael:
Mag.; Autor und Mediengestalter; Mitarbeiter des
Österreichischen
Filmmuseums in Wien.
Habr, Paul:
Magistratsbeamter, Personalvertreter
Lehner, Peter Ulrich:
ehemaliger Grundlagenforscher in
einem gemeinwirtschaftllichen Dienstleistungsunternehmen, Mitarbeiter
der Zeitschrift "mitbestimmung"
Die
Seminarreihe wird unterstützt von

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FEMINISTISCHE
THEORIE UND
GENDER STUDIES
Die
Vortragsreihe widmet sich aktuellen Themen aus dem Bereich der
feministischen Theorie und der Gender Studies. Dieses Semester steht
das vielschichtige Thema Liebe im Zentrum der Auseinandersetzung, das
im Unterschied zu Begehren und Sexualität im feministischen
Kontext
noch weitgehend wissenschaftlich unaufgearbeitet ist. Dabei wird das
Phänomen Liebe aus unterschiedlichen Perspektiven und
interdisziplinär
verhandelt. Den Beginn macht die Literatur- und Kulturwissenschafterin
Barbara Schaff, die über Liebe in Zeiten der
Populärkultur und deren
unstete Liebesformen spricht. Der Repräsentation romantischer
Liebe in
Lifestyle-Magazinen widmet sich die Kunsthistorikerin Doris Guth. Die
Literaturwissenschafterin Stefanie Rinke zeigt, wie in feministische
Liebeskonzepten des 20. Jahrhunderts Gedanken der mittelalterlichen
Mystik eingeflossen sind. Zu guter Letzt setzt sich die Germanistin
Angelika Baier mit dem Liebesdiskurs in deutschsprachigen Rap-Texten
auseinander.
Mittwoch, 8. Oktober, 18.30 Uhr
Barbara Schaff (Göttingen):
Love Actually -
Liebe als Episode in der zeitgenössischen
Populärkultur
Als
typisch postmoderne Lebensform beschreibt Zymunt Baumann den Tourismus:
Der Tourist ist dem Sammeln von Erfahrungen an Orten verpflichtet, an
denen er fremd bleibt. Ähnliches lässt sich auf
für postmoderne
Liebesformen sagen. In den flüchtigen, unsteten Bindungen der
spätkapitalistischen Konsumgesellschaft, von Baumann als
"liquid love"
bezeichnet, verpflichten sich die ProtagonistInnen zwar dauerhaft der
romantischen Liebe, nicht mehr jedoch dem/der PartnerIn und bleiben,
ähnlich wie der/die TouristIn ortlos. Anhand von
zeitgenössischen Film-
und Literaturbeispielen zeigt der Vortrag, wie dieses Prinzip der
episodischen Reihung von Beziehungen auf die Darstellung postmoderner
Liebe als serielle Monogamie hin funktionalisiert wird.
Mittwoch,
12. November, 18.30 Uhr
Stefanie
Rinke (Berlin):
"Ich glaube an das Genießen der
Frau" (Jacques Lacan) - Liebeskonzepte der Mystik in der
psychoanalytischen Theorie
Der
Vortrag geht den Bezügen psychoanalytischer Werke von Lacan,
Irigaray
und Kristeva auf Liebeskonzepte der religiösen Mystik des
Mittelalters
nach. Der Bezug, der durch Lacan geprägten psychoanalytischen
Schule
auf die Mystik hat geschlechtsspezifische Codierungen in die
Psychoanalyse übertragen, ohne dass diese Übertragung
reflektiert
wurde. Das gilt unter anderem für Lacan selbst, der sich auf
das
Genießen Gottes der mittelalterlichen Mystikerinnen bezieht.
Hierbei
übernimmt er die geschlechtsspezifische Codierung der
Mystikerin als
"Empfangsmedium" Gottes. Er lässt allerdings
unberücksichtigt, dass es
sich im Mittelalter um strategische Selbstinszenierungen der
religiösen
Frauen gehandelt hat.
Montag, 17. November, 18.30 Uhr
Doris
Guth (Wien):
True
Love - Zur Repräsentation romantischer Liebe in
Lifestyle-Zeitschriften.
Romantische
Liebesideale, die auf heterosexuellen Grundlagen beruhen, dominieren
nach wie vor unsere Vorstellungen von Liebe. Dass auch diese von
Ambivalenzen durchzogen sind, zeigt uns der konkrete mediale Alltag. Im
Vortrag werden folgende Fragen behandelt. Inwieweit werden in
Lifestyle-Zeitschriften Idealvorstellungen von Liebe entworfen? Welche
Positionen von Männlichkeit und Weiblichkeit werden hier
konstituiert
bzw. dekonstruiert? Gibt es in Lifestyle-Zeitschriften auch Bilder oder
Beiträge, die normative Diskurse unterlaufen? Inwieweit gibt
es
(queere, polyamouröse etc.) Alternativen zur romantischen
Liebe?
Mittwoch,
21. Jänner, 18.30 Uhr
Angelika
Baier (Wien):
"Wer soll ich für dich
sein?" - Spielformen des Selbst in Liebesliedern des deutschsprachigen
Rap
„Es
wird oft angemerkt“, meint Simon Frith, „aber nur
selten ernsthaft
diskutiert,
dass ein Großteil der Popsongs Liebeslieder sind.“
Das Konzept der
Liebe und
damit einhergehend die Aushandlung von (Geschlechts-)Identität
spielen
in
vielen Rap-Texten eine große Rolle. In meinem Vortrag gehe
ich der
Frage nach,
welche Topoi des Liebesdiskurses in Rap-Texten aufgegriffen bzw. auf
welche
Weise das Ich und Du in den Texten (geschlechtlich) markiert werden. Es
gilt zu
hinterfragen, inwiefern in Rap-Texten gängige Konzepte des
(heterosexuellen)
Liebesdiskurses sowie der Geschlechtsidentität
übernommen, adaptiert
oder gegebenenfalls
überschritten werden.
ReferentInnen und
KoordinatorInnen:
Schaff, Barbara:
Professorin für Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft
an der
Universität Göttingen.
Käthe-Leichter-Gastprofessorin für Gender
Studies am Institut für Komparatistik der Universität
Wien 2005;
Forschungsinteressen: Reiseliteratur und Tourismus;
zeitgenössische
Populärkultur
Guth,
Doris:
Kunsthistorikerin; Assistenzprofessorin an der Akademie der bildenden
Künste Wien; Arbeitsschwerpunkte: Zeitgenössische
Kunstproduktion und
Geschlechterverhältnisse, Liebe und Feminismus im 20.
Jahrhundert,
Geschlechterpolitik an Universitäten
Rinke,
Stefanie:
Literatur- und Kulturwissenschafterin in Berlin; wissenschaftliche
Mitarbeiterin des Feministischen Instituts der
Heinrich-Böll-Stiftung
Berlin; Forschungsschwerpunkte: Christliche Geschlechterordnung,
Mystik, Körper und Religionsausübung,
Kulturgeschichte und Literatur
des 19. und 20. Jahrhunderts, Ästhetik der Moderne und
Mediengeschichte
Baier,
Angelika:
Studium der Deutschen Philologie und Publizistik und
Kommunikationswissenschaften; Lehrende im Bereich "Deutsch als
Fremdsprache"
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GEISTIGES
EIGENTUM - DAS
GENIE DES URHEBERINNENRECHTS
Konzept und
Organisation: Odin Kroeger
Das
UrheberInnenrecht wird gerne mit Verweis auf die kreative Leistung der
KünstlerInnen legitimiert: Seien deren Werke Skulpturen,
Popsongs oder
Werbetexte, sie müssen als Ausdruck der besonderen
Individualität ihrer
SchöpferInnen verstanden werden, denen daher allein Kontrolle
über den
Vollzug des Schöpfungsakts oder dessen Nachahmung, der Kopie,
zukommen
soll. Aber das Image der KünstlerIn, mit dem geistiges
Eigentum
beworben wird, scheint die Realität nicht richtig abzubilden.
Es ist an
einigen Stellen zu weich gezeichnet, an anderen verzerrt; seiner
Nachzeichnung mit Blick auf die Praxis der Kultur-, Medien- und
Rechteindustrie widmen sich die Vorträge dieses Semesters.
Dienstag,
21. Oktober, 19.00 Uhr, Depot,
Breite Gasse 3, 1070 Wien:
Volker Grassmuck
(Berlin):
Remixing
and User Generated Content
Das
Urheberrecht schützt das Autorsubjekt und sein geistiges
Eigentum, wie
sie im 18. und 19. Jahrhundert formuliert wurden. Die Medienumwelt des
21. Jahrhunderts dagegen stützt das Remixing bestehender Werke
und eine
geistige Großzügigkeit und Promiskuität. In
Appropriation,
Tropikalisierung, Hybriden und Mash-Ups verschwinden die Autoren nicht
etwa, doch als Kristallisationspunkt von Reputation wird ihre Funktion
neu ausgehandelt - zwischen Persönlichkeitsrechten und
Kunstfreiheit,
zwischen Erwerbsarbeit der Profis und Selbstausdruck aller.
Montag,
24. November, 19.00 Uhr, Depot,
Breite Gasse, 1070 Wien:
Eberhard
Ortland (Hildesheim):
Ästhetik des
Urheberrechts
Die
Entwicklung der Künste in der Moderne verläuft seit
dem 18. Jahrhundert
in enger Wechselwirkung mit der Herausbildung des Urheberrechts.
Während das beginnende Uhrheberrecht im 18. Jahrhundert
zunächst nur
die Rechte an er Verbreitung von Druckwerken regelte, wurde sein
Zuständigkeitsbereich in der Folge sukzessive ausgedehnt, und
betraf
auf die Bedingungen, unter denen die Produktion neuer,
eigenständiger
Werke im Ausgang von bestehenden der Kontrolle durch die Rechteinhaber
der Vorlage unterstellt sein sollte. Das hat erhebliche Konsequenzen
für die Freiheit in der Entwicklung neuer Werke. So erweist
sich das
Urheberrecht als die gesellschaftlich-normative Bedingung der
Möglichkeit der modernen Kunst und zugleich als eine Schranke
ihrer
Entwicklung. So wie urheberrechtliche Normen vielfach
ästhetische
Konsequenzen zeitigen, spielen im Streit um die Legitimität
oder
Revisionsbedürftigkeit urheberrechtlicher Normen
ästhetische
Präferenzen eine irreduzible Rolle.
Donnerstag,
18. Dezember, 19.00 Uhr, Depot,
Breite
Gasse, 1070 Wien:
Cornelia
Sollfrank (Dundee/Hamburg):
Das Genie als
Bedürfnis der
Medienindustrie
Das
Urheberrecht ist geprägt durch Konzepte von
Kreativität und
Originalität, die aus dem 18. Jahrhundert stammen und in deren
Zentrum
das aus sich selbst schöpfende Individuum steht.
Ästhetische Praxis und
Kunsttheorie haben mittlerweile derlei Vorstellungen weitgehend
dekonstruiert, dennoch werden sie von bestimmten Interessengruppen
aktiv am Leben erhalten. Ausgehend von der Arbeitsthese, dass
KünstlerInnenbilder und Kunstbegriffe Konstruktionen sind, die
nicht
zuletzt politischen und/oder ökonomischen Interessen dienen -
die
wiederum nicht selten den Interessen von KünstlerInnen
diametral
entgegengesetzt sind - möchte ich anhand einiger Beispiele
aufzeigen,
mit welchen KünstlerInnenbildern im Diskurs um das geistige
Eigentum
operiert wird. Dabei möchte ich eine Verbindungslinie
aufzeichen vom
Genie als Bedürfnis der bürgerlichen Gesellschaft zum
Genie als
Bedürfnis der Medienindustrie.
Montag, 19. Jänner,
19.00 Uhr, Depot, Breite
Gasse, 1070 Wien:
Odin
Kroeger (Wien):
Kalkulierte
Originalität?
Legitimationsmythos und ökonomische Wirklichkeit
Nicht
jeder Einfall gilt dem UrheberInnenrecht als schützenswert,
vielmehr
verlangt es nach einem Mindestmaß an Originalität.
Diesem juristischen
Aspruch entspricht dessen Legitimierung durch das Bild der genialen
KünstlerIn, deren Arbeiten wegen ihres unverwechselbaren Stils
den
Schutz desselben vor NachahmerInnen verlangen können sollen.
Damit gilt
der Stil selbst als individuelle Freiheitssphäre, die vor dem
Zugriff
anderer zu schützen ist, wofür unter
bürgerlichen Verhältnissen das
Instrument "Eigentum" dient. Dieses tendiert aber dazu, Ware zu werden
und Kultur ist tatsächlich ein handelbares Gut, doch Waren
zeichnen
sich dadurch aus, für die Erwartungen eines Markts produziert
zu
werden, sind Kalkulationsobjekte und als solche wenig originell. Die
Tiefe dieses Abgrunds zwischen Theorie der Legitimierung und Praxis der
Ökonomie möchte ich ausloten.
ReferentInnen und
KoordinatorInnen:
Grassmuck, Volker:
Publizist, Sozial- und Medienwissenschafter; arbeitet derzeit beim
DFG-Projekt "Bild, Schrift, Zahl in der Turing-Galaxis. Die technischen
und soziokulturellen Hintergründe geistigen Eigentums unter
den
Bedingungen multimedialer Digitalisierung und globaler Vernetzung";
zuletzt erschien u.a. "Recent Copyright Trends on the Internet" in
InterCommunication Magazine (2008, Nr. 65).
Ortland, Eberhard:
Dr.; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Philosophie der
Universität Hildesheim; zuletzt erschien (u.a.): "Urheberrecht
als
Bildregime", in: Cornelia Vismann und Thomas Weitin (Hg.), Bildregime
des Rechts, merz & solitude, Stuttgart 2007.
Sollfrank, Cornelia:
Künstlerin; beschäftigt sich derzeit praktisch und
theoretisch mit dem
Verhältnis von Kunst und geistigem Eigentum.
Kroeger, Odin:
studiert Philosophei mit Schwerpunkt politische Theorie und
Medientheorie und schreibt derzeit an seiner Diplomarbeit zu geistigem
Eigentum.
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ÖSTERREICHISCHE
FRAUEN IM
WIDERSTAND GEGEN DEN NATIONALSOZIALISMUS
Konzept und
Koordination: Christine Kanzler, Ilse Korotin, Karin Nusko
Frauen
haben im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur in
Österreich eine maßgebliche Rolle gespielt. Diese
Tatsache
wurde sowohl
in der historischen Forschung als auch in der öffentlichen
Wahrnehmung
lange Zeit - zum Teil bis heute - ignoriert. Unter dem Einfluss der
Oral History-Forschung sowie der Frauenbewegung hat die Erforschung des
weiblichen Widerstands in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts
einen entscheidenden Impuls erhalten. Besonders in den letzten Jahren
haben sich WissenschafterInnen der Aufarbeitung wichtiger Thematiken
innerhalb dieses Forschungsfelds angenommen. Neben dem Widerstand von
Frauen in organisierten politischen und weltanschaulichen
Zusammenhängen, sei es in Österreich selbst oder im
Exil,
rückten auch andere Themen ins Blickfeld der
Forschung:
Solidarität und Hilfe für die Opfer politischer und
rassistischer Repression oder Formen der Selbstbehauptung von
Verfolgten.
In dieser Vortragsreihe, die im Rahmen des
Modulprojektes
"Österreichische Frauen im Widerstand gegen den
Nationalsozialismus"
von "biografiA -
biografische datenbank
und lexikon österreichischer frauen"
veranstaltet wird, sollen die mannigfaltigen Aspekte weiblicher
Präsenz
im österreichischen Widerstand sichtbar gemacht und neue
Forschungsergebnisse präsentiert werden.
Dienstag,
21. Oktober, 18.30 Uhr
Sieglinde
Bolbecher (Wien):
Frauen - Widerstand -
Exil: Die
weibliche Perspektive
Von
Vertreibung, Flucht,
Exilantendasein waren Frauen in gleichem Ausmaß, aber auch in
differenter Weise
getroffen wie Männer. Ein „Exil“ stand
nirgendwo bereit, sondern musste
erkämpft,
erkauft,
erschlichen werden und ist doch selbst eine besondere Form des
Widerstandes.
Und es erweist sich, dass erstens Einzelschicksale nicht als isolierte
Einzelfälle
anzusehen sind, und dass zweitens die zeitgeschichtliche Trennung von
Widerstand und
Exil bei politisch engagierten Frauen, bei Frauen, die sich
Exilorganisationen
anschlossen, nicht dem realen Lebensverlauf entsprach. Wir begegnen
ihnen als
Verfolgte, als Widerstandskämpferinnen, als Illegale, als
Gefangene in
Internierungslagern und als Deportierte in die Vernichtungslager. Sie
sind mit
der Entprivatisierung des Lebens konfrontiert und setzen
vielfältige
Anstrengungen der Widerwehr, knüpfen Netzwerke der
individuellen,
sozialen und
politischen Selbstbehauptung, ohne dabei die Männer an
Militanz
übertreffen zu
müssen.
Dienstag, 11. November, 18.30
Uhr
Irene Filip
(Wien):
Österreicherinnen
in den
Internationalen Brigaden
Als
im Juli 1936 General Franco gegen die demokratisch gewählte
Regierung
putschte
und damit den spanischen Bürgerkrieg auslöste, eilten
zehntausende
Freiwillige
aus aller Welt der Spanischen Republik zu Hilfe, knapp 1400 davon
ÖsterreicherInnen. Sie reihten sich in der Mehrzahl in die
Internationalen
Brigaden ein, einige kämpften auch in anderen
Milizverbänden wie z.B.
der CNT.
Ungefähr 50 von ihnen waren Frauen, die vor allem im
Sanitätsdienst der
Interbrigaden als Ärztinnen und Krankenschwestern
tätig waren. Im
Vortrag
sollen auch jene Frauen erwähnt werden, die zwar selbst nicht
in
Spanien waren,
aber durch ihre Tätigkeit in den Transportorganisationen in
Wien,
Vorarlberg,
der Schweiz und besonders in Paris erst das Durchschleusen der
Männer
zu den
Brigaden ermöglichten.
Dienstag, 16. Dezember, 18.30
Uhr
Annemarie
Fenzl (Wien)
Die
Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische
Katholiken
Der
Theodor Innitzer ist in der Öffentlichkeit vor allem mit jenem
unseligen
„Heil Hitler“ verbunden, das der Kardinal im
März 1938 unter sein
Begleitschreiben zur „Feierlichen
Erklärung“ der damaligen
Österreichischen Bischofskonferenz
setzte. Nur wenige wissen, dass derselbe Theodor Innitzer als einziger
Kirchenfürst im deutschsprachigen Raum in seinem
bischöflichen Palais
eine
„Hilfsstelle für nichtarische Katholiken“
eingerichtet hatte, die
hunderten
katholischen „Nichtariern“ zur Flucht in ein
sicheres Ausland verhalf
und als
das nicht mehr möglich war, mit den Deportierten Kontakt
aufrecht hielt
und
ihnen neben praktischen Hilfeleistungen vor allem das Gefühl
gab, nicht
vergessen zu sein.
Unterstützt
wurde der Kardinal dabei von einer
Gruppe mutiger Frauen, zumeist selber jüdischer Abstammung,
unter der
Leitung
von Liselotte Fuchs, welche knapp vor Kriegsende nach Theresienstadt
und von
dort weiter nach Auschwitz deportiert wurde.
Dienstag,
20. Jänner, 18.30 Uhr
Brigitte
Halbmayr (Wien):
Selbstbehauptung,
Solidarität und
Widerstand im Frauenkonzentrationslage Ravensbrück
Über
120.000 Frauen aus ganz Europa waren im Konzentrationslager
Ravensbrück
zwischen Mai 1939 und Kriegsende 1945 inhaftiert, mindestens 2.500 von
ihnen kamen aus Österreich. Im Laufe der Jahre
verschlechterten sich
die Lebens- und Überlebensbedingungen aufgrund von
Überfüllung des
Lagers, durch Zwangsarbeit, Reduktion der Essensrationen, Selektionen,
Einrichtung einer Gaskammer etc. enorm. Ausgehend von zahlreichen
Überlebendenberichten wird gezeigt, welch vielfältige
Formen des
Widerstands die Frauen dem zunehmenden Vernichtungsdruck der SS
entgegensetzten, auf welchen Motivationen widerständiges
Verhalten
beruhte und was ein Widerstehen überhaupt ermöglichte
bzw. verhinderte.
Die Vortragsreihe wird von Zukunftsfonds der
Republik
Österreich und vom Nationalfonds der Republik
Österreich für Opfer des
Nationalsozialismus unterstützt.
ReferentInnen und
KoordinatorInnen:
Bolbecher,
Sieglinde: Historikerin
und Exilforscherin; wissenschaftliche
Mitarbeiterin des Dokumentationsarchivs des Österreichischen
Widerstandes;
Mitbegründerin der Theodor Kramer Gesellschaft; derzeit
stellv.
Vorsitzende,
und Herausgeberin der Zeitschrift für Kultur des Exils und des
Widerstandes Zwischenwelt;
zahlreiche Ausstellungen (Theodor Kramer - Dichter im Exil, Wien 1938,
Kabarett
und Satire im Widerstand, Elisabeth Bergner u.a.); Studien und
Beiträge
zur österreichischen
Exilliteratur, zur Literatur von Frauen im Exil; u.a. Herausgeberin der
Prosa
und Lyrik von Stella Rotenberg Ungewissen Ursprungs (Wien 1997), An den
Quell.
Gesammelte Gedichte (Wien 2003). Mitverfasserin des Lexikon der
österreichischen
Exilliteratur (Wien 2000); zuletzt erschien Frauen im Exil (Jahrbuch
der Theodor Kramer Gesellschaft,
2007).
Filip,
Irene:
1952 in
Mödling als Tochter des
österreichischen Interbrigadisten Leopold Baumann geboren;
viele Jahre
politische Tätigkeit in verschiedenen Bereichen der
KPÖ, zuletzt
Schwerpunkt
Frauen und Lateinamerika; Mitarbeit in der
Chile-Solidaritätsfront bzw.
dem
Chile-Komitee und seit den 1990er Jahren in der Vereinigung der
österreichischen
Freiwilligen in der Spanischen Republik; ab Mai 2007 ehrenamtliche
Mitarbeiterin in dem von Hans Landauer aufgebauten Spanienarchiv des
DÖW.; zur
Zeit biographische Forschungsarbeit über die
Österreicherinnen im
Spanischen
Bürgerkrieg.
Fenzl,
Annemarie:
Studium der
Geschichte und Germanistik an der
Universität Wien; Mitglied des Instituts für
Österreichische
Geschichtsforschung; seit 1975 Leiterin des Wiener
Diözesanarchivs und
von 1986
Leiterin des Büros von Kardinal König bis zu dessen
Tod im März
2004.
Halbmayr, Brigitte: Mag.a
Dr.in; Soziologin
und Politologin; seit 1992 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut
für Konfliktforschung
in Wien; Forschungsschwerpunkte: Rassismus, Rechtsextremismus,
Integration,
Gender Studies, Nationalsozialismus und Holocaust, Oral History;
Mitarbeit in
der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück
und FreundInnen
(ÖLGRF),
seit 1995, seit 2005 deren Obfrau.
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BILDUNG UND
AKTIVIERUNG
ZUR
AMBIVALENZ DER AKTIVIERUNGSDISKURSE IN DER
ERWACHSENENBILDUNG
Eine
Kooperation mit dem Institut für Bildungswissenschaft der
Universität
Wien, dem Ring Österreichischer Bildungswerke und Verband
Österreichischer Volkshochschulen.
Konzept und
Organisation: Agnieszka Dzierzbicka, Wolfgang Kellner, Klaus
Ratschiller, Stefan Vater
Bildungsdiskurse
verhandeln in vielfältiger Weise das Wechselspiel von zwei
anspruchsvollen Zielen: gilt es doch, neue Räume der Reflexion
und Muße
ebenso zu eröffnen wie neue Räume der Aktivierung und
Initiative.
Letzere sind gegenwärtig gleichermaßen Gegenstand
von Bildungsförderung
und Bildungskritik: insbesondere die Bildungsmaßnahmen einer
aktivierenden Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik des "aktivierenden
Staates" - mit den Leitbildern wie Employability, Empowerment,
Integration. Alle Spielarten von "Aktivierung durch Bildung" befinden
sich im vielfältigen Spannungsfeld von Mobilisierung und
Kontrolle, von
Freiheit und Disziplinierung, von Anpassung und Widerstand. Wir
befragen das Bildungsverständnis aktueller
Aktviierungsdiskurse und
-konzepte anhand von Beispielen für MigrantInnen, für
ältere Menschen,
für die Bereiche Arbeitsmarkt sowie für Genderpolitik
- und erkunden
Chancen und Grenzen von Aktivierung durch Bildung ebenso wie von
Bildung als "zweckfreier" Eigenaktivität.
Donnerstag,
23. Oktober, 18.30 Uhr:
Erich
Ribolits (Wien):
Arbeit und Muße
- wird Lernen zur
Arbeit, geht's nicht um Bildung
Das
in modernen Gesellschaften zu seiner Entfaltung gelangte Arbeitsethos
wird in der Postmoderne zunehmend voneinem Lernethos abgelöst.
Statt:
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, heißt die
Wohlverhaltensregel nun: Wer nicht lernt, soll auch nicht essen. Es
gilt, sich durch Lernen permanent aktiv und markttauglich zu halten.
Für eine Bildung, die sich an der Vorstellung orientiert,
Menschen zu
befähigen, die Welt im Sinne ihrer Interessen und
Bedürfnisse
beeinflussen zu können, ist eine solche Ausrichtung des
Lernens
allerdings äußerst kontraproduktiv.
Donnerstag, 6.
November, 18.30 Uhr:
Barbara
Strametz, Lilli Müller (Wien):
Aktivierung ohne
Emanzipation?
Gender und Erwachsenenbildung im Kontext feministischer Bildungsarbeit
Respondentin:
Petra Steiner (Wien)
Im
Sinne eines Brückenschlags von theoretischer Konstruktion hin
zu
empirischer Forschung untersuchen die ReferentInnen die Begriffe
Autonomie und Emanzipation im Hinblick auf Möglichkeiten der
Rückeroberung von Autonomie und Emanzipation als Grundbegriffe
für eine
feministische Bildungsarbeit, die Geschlechtergerechtigkeit zum Ziel
hat. Feministische Bildungsarbeit und Erwachsenenbildung sind im Sinne
der Geschlechtergerechtigkeit gefordert, die eigene Position und
Richtung kritisch zu hinterfragen.
Donnerstag, 11.
Dezember, 18.30 Uhr:
Paul Mecheril (Bielefeld/Innsbruck):
Rassismen und
Handlungsvermögen. Aspekte eines Zusammenhangs
Respondentin:
Helga Eberherr (Wien)
An
Rassismen anschließende und diese bestätigende
Unterscheidungen können
als Praxen der Fremd- und Selbstpositionierung bezeichnet werden. In
diesen Positionierungen formen sich Verständnisse, die von
Individuen
als normal, als ordnend und strukturierend wahrgenommen werden, die
ihre Sicht auf die Welt bilden und Grundlage von Handlungsweisen sowie
des "Aktiviert-Seins" darstellen. Es gilt, diesen Zusammenhang so
auszuloten, dass auch Möglichkeiten seiner Schwächung
angesprochen
werden.
Donnerstag, 15. Jänner, 18.30 Uhr:
Dietmar Köster
(Witten):
Aktivierung
im Alter: Konzepte kritischer Altersbildung
Respondentin:
Charlotte Strümpel (Wien)
In
einer "Gesellschaft des langen Lebens" wächst die Erkenntnis,
dass die
Gestaltung von kollektiven Alterungsprozessen unter der Perspektive der
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, unter dem Blickwinkel der
Potenziale und der Partizipation älterer Menschen zu erfolgen
hat.
Kritische Altersbildung setzt bei der "Aktivierung im Alter" vor allem
auf zivilgesellschaftliches Engagement, auf Partizipation und
Gemeinwesenorientierung.
ReferentInnen und
KoordinatorInnen:
Ribolits, Erich: Professor
für Bildungswissenschat an der Universität Wien
Strametz, Barbara:
Mag.a; freie Bildungswissenschafterin in Wien
Müller, Lilli:
Mag.a;
freie Bildungswissenschafterin in Wien
Steiner, Petra:
Mag.a;
freie Bildungswissenschafterin in Wien
Mecheril, Paul:
Professor an der Fakultät für Erziehungswissenschaft
der Universitäten
Bielefeld und Innsbruck
Eberherr, Helga:
Mag.a; Soziologin; wissenschaftliche
Mitarbeiterin am
Forschungsinstitut für Gender & Diversität
der
Wirtschaftsuniversität Wien
Köster, Dietmar:
Dr.; Sozialwissenschafter; Geschäftsführer des
Forschungsinstituts
Geragogik in Witten.
Strümpel,
Charlotte:
Mag.a; Sozialwissenschafterin;
Österreichisches
Rotes Kreuz, Wien.
Dzierzbicka, Agnieszka:
Dr.in; Universitätsassistentin am
Institut für Bildungswissenschaft der Universität
Wien
Kellner, Wolfgang:
Leiter des Bildungs- und Projektmanagements im Ring
Österreichischer Bildungswerke
Ratschiller, Klaus: Lektor für Philosophie; freier
Schriftsteller
Vater, Stefan:
Bildungssoziologe, Philosoph; wissenschaftlicher Mitarbeiter des
Verbandes österreichischer Volkshochschulen
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_________________________________________________
FORSCHUNG,
TECHNOLOGIE UND
GESELLSCHAFT IN ÖSTERREICH
WISSENSCHAFTSPOLITISCHES
KOLLOQUIUM
Eine
Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für
Technologiepolitik (ÖGTP).
Konzept und
Organisation: Norbert Rozsenich, Johann Dvorák
Aus
Aktualitätsgründen steht in diesem Semester die
Wissenschafts- und
Hochschulpolitik im Vordergrund, die nach Ansicht von Tibor
Vámos
eigentlich keine Politik mit all den negativ besetzten Konnotationen,
sondern eine Kultur im umfassenden Sinne des Wortes sein sollte. Eine
Rückbesinnung auf die erkenntnisorientierte und
emanzipatorische Rolle
der Hochschulen in Österreich soll keineswegs deren
über Jahre
gewachsene Bereitschaft in Abrede stellen, wesentliche
Beiträge zur
Stärkung des nationalen Innovationssystems und der
europäischen
Wettbewerbsfähigkeit - unter Einschluss der KMUs - zu leisten,
wie zwei
weitere Vortragende klar belegen. Wie jedoch das Fallbeispiel der
Eliteuni Gugging zeigt, führt jeden Störung der
Ausgewogenheit zwischen
wissenschaftsimmanenten und öffentlichen Interessen einerseits
und
lobbyistischen Partei- und Industrieinteressen anderseits - gelinde
gesagt - zu suboptimalen Konstrukten in unserer prinzipiell
leistungswilligen und leistungsfähigen scientific community.
Im
Wintersemester werden vier Vortragende aus unterschiedlichen
Perspektiven ihre Erfahrungen im Umgang mit wissenschafts- und
hochschulpolitischen Fragen einbringen. Die Veranstalter freuen sich
insbesondere darüber, dass sich zwei Mitglieder des
Internationalen
Beirates der ÖGTB - Gordane Popovic von der
Europäischen Kommission in
Brüssel und Tibor Vámos von der Ungarischen
Akademie der Wissenschaften
- als Vortragende zur Verfügung gestellt haben.
Dienstag,
28. Oktober, 18.30 Uhr:
Gordana
Popovic (Brüssel):
Forschung und
Technologieentwicklung in den KMUs - Welche Initiativen setzt die EU?
Der
Vortrag stellt das Forschungsrahmenprogramm der EU und das CIP
(Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und
Innovation 2007-2013) vor,
das KMUs in der Forschung und im Technologietransfer
unterstützt.
Präsentiert werden weiters das Entreprise Europe Network, das
Entrepreneurship and Innovation Programme (EIP) sowie die
Aktivitäten
der Exekutivagentur für Wettbewerbsfähigkeit und
Innovation (EAWI).
Abschließend werden die Chancen der Universitäten
bei der Bewerbung in
diesen Programmen besprochen.
Dienstag, 18.
November, 18.30 Uhr:
Tibor
Vámos (Budapest):
Wissenschaftspolitik:
Politik
oder Kultur?
In
diesem Vortrag wird der Beitrag analysiert, den die Forschung zur
Erreichung wirtschaftlicher Ziele leistet, wobei zwischen
Großmächten
und kleineren Staaten differenziert wird. Weitere Themen sind das
Verhältnis von Megaorganisationen und Politik, die Aufgaben
der
Verwaltung (Infrastruktur, Bildung im Spannungsfeld von
Chancengleichheit und Elitenförderung), Probleme der
Konzentration
(Monopole versus KMUs) und der Finanzierung (seed money und
Grundfinanzierung). Am Beispiel Österreich-Ungarn wird
schließlich auch
das Verhältnis von Tradition und Modernität in der
Wissenschaftspolitik
untersucht.
Dienstag, 16. Dezember, 18.30 Uhr: ÖGTP,
Floragasse 7/2, 1040 Wien
Helmut Detter
(Wien):
Was
leisten die österreichischen Universitäten und
Fachhochschulen für die
Industrie?
Der
Vortrag analysiert die Rolle der Hochschulen für die Sicherung
des
Wirtschaftsstandortes Österreich sowie die Kooperation
zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft als Motor permanenter Innovation. Dazu
werden Fallbeispiele aus der Praxis des Referenten (Umwelttechnik,
Tribologie, Mikro- und Nanoengineering) herangezogen. Ausgehend davon
wird schließlich der Ist-Zustand der
österreichischen Hochschulpolitik
im Bund und in den Bundesländern kritisch beleuchtet.
Dienstag,
27. Jänner, 18.30 Uhr, Institut für Politikwissenschaft, Uni Wien, NIG, Universitätsstraße 7, 2. Stock, Hörsaal 3)
Norbert
Rozsenich (Wien):
Eliteuniversität
Gugging
- Chance oder Farce?
Nachdem
zunächst internationale Vorbilder für sogenannte
Eliteuniversitäten
vorgestellt werden, zeichnet der Referent den Weg nach, den Anton
Zeilingers Gedankenexperiment zur Gründung einer
Spitzenforschungseinrichtung in Österreich genommen hat: von
der
Bemächtigung der Gründungsidee durch Politik und
Industrie bis zur
Mutation zu einem Insitute for Science and Technology Austria (ISTA).
Der Vortrag mündet in eine kritische Analyse des
Elitenbegriffs, des
Gründungsgesetzes des ISTA, der Standortentscheidung und der
bisherigen
Entwicklung.
ReferentInnen
und KoordinatorInnen:
Popovic, Gordana: Dr.in;
Diplom-Ingenieurin
Elektronik und Mikrosystemtechnik (TU Wien); Ass. Prof.
Fakultät
Elektrotechnik TU Wien (karenziert); Officer in der
Europäischen
Kommission in Brüssel in der GD Forschung und der GD
für
Informationssysteme und Medien, sowie in den Exekutivagenturen der
EU-Kommission für Bildung bzw. für
Wettberwerbsfähigkeit und
Innovation; Mitglied des Internationalen Beirates der ÖGTP;
Universitätsrätin der Uni Salzburg; Gastprofessorin
der Uni Malta;
Tutorin der Schweizer Stiftung für Mikrosystemtechnik
Vámos, Tibor:
Doktor
und Professor der Elektrotechnik (TU
Budapest); Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
(Vorstand des
Computer und Automation Instituts); Spezialgebiete: komplexe Systeme,
Gestalterkennung, Texterkennung, epistemologische Probleme der
Rechnerwissenschaft; Ehrenmitglied der OCG und der ÖSGK;
Präsident IFAC
1981-84; Fellow IEEE, IFAC und ECCAI; Ehrenpräsident der John
von
Neumann Gesellschaft,
Mitglied des Internationalen Beirates der ÖGTP.
Detter, Helmut: Doktor des
Maschinenbaus (TU Wien);
F&E-Erfahrung bei Siemens München; Professor bzw.
Institutsvorstand an der
TU Wien (Feinwerktechnik, Sensor- und Aktuatorsysteme);
Geschäftsführer
Forschungszentrum Seibersdorf;
Gründungsgeschäftsführer der FH Wiener
Neustadt;
Vorstandsmitglied ÖGTP; Präsident der
Österr. Gesellschaft für Mikrosystemtechnik;
Ehrendoktor der TU
Chemnitz; Ehrenkreuz
I. und II. Klasse für Wissenschaft und Kunst der Republik
Österreich.
Rozsenich, Norbert: Doktor
der Mathematik (Uni Wien); Industrieerfahrung bei Böhler
Kapfenberg;
Forschungs- bzw. Technologiesektionschef im Wissenschafts-, bzw.
Infrastrukturministerium; Präsident der ÖGTP und der
Österreichischen
Gesellschaft für Automatisierungs- und Robotertechnik;
Universitätslektor für Forschungspolitik an der
Universität Wien;
Mitglied des Aufsichtsrates der Austrian Research Centers GmbH; stv.
Vorsitzender des Universitätsrates der Uni für
Bodenkultur Wien;
Ehrensenator der TU Wien.
Dvorák, Johann:
Politikwissenschaftler und Historiker, Studiengangsleiter am Institut
für Politikwissenschaft der Universität Wien
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________________________________________________
PSYCHE
- KÖRPER -
GESELLSCHAFT:
SCHWERPUNKTTHEMA: WAHN
Konzept und
Organisation: Ulrike Kadi und Gerhard Unterthurner
Um
ein Wahngebilde als psychopathologisches Phänomen anzusehen,
stützen
wir uns auf Konventionen von Normalität und Krankheit, von
Inklusion
und Exklusion. Die Vorträge der Reihe widmen sich im
Wintersemester den
Objekten der Exklusion ebenso wie einer Infragestellung der Grenze
zwischen Normalität und Krankheit. Insbesondere wird nach
Kriterien
einer Grenzziehung zwischen einem Wahn als Teil einer Erkrankung und
strukturähnlichen künstlerischen Produktionen
gefragt.
ENTFÄLLT
Freitag,
5. Dezember, 19.00 Uhr, Depot,
Breite Gasse 3, 1070 Wien:
Susanne Regener (Siegen):
Normierte
Leidenschaft? Visualisierungen weiblicher Seelenkrankheit in der
Psychiatrie
Ab
1900 spielte die Fotografie von PatientInnen in europäischen
Psychiatrien eine Rolle für die Diagnose, die Dokumentation
von
Krankheitsverläufen und die didaktische Vermittlung von
Krankheitsbildern. Insbesondere Frauen waren Zielobjekte, an denen mit
visuellen Zeichen von Verrücktheit und Anormalität
experimentiert
wurde. Bilder aus der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts konstruieren die
Frau als Ikone psychischen Leidens und Anormalität.
Die
Referentin
untersucht die Blickkultur, die über visuelle
Normierungsversuche der
Psychiatrie Weiblichkeit be- und festschreibt.
Freitag,
12. Dezember, 18.30 Uhr, IWK:
Rainer Gross
(Hollabrunn):
Wahnsinn
und/oder Kunstwerk
Der
Art brut zugerechnete Kunstwerke werden in der Regel nicht als
Produktionen des Wahnsinns angesehen. Die Psychoanalyse sieht im Wahn
weniger ein pathognomonisches Zeichen als einen Resitutionsversuch.
Unter Einbeziehung der Theorien von H. Segal und W. Bion werden
psychoanalytische Perspektiven auf die Grenze zwischen Wahn und Kunst
gesucht.
Mittwoch, 14. Jänner, 18.30 Uhr, IWK:
Georg Psota (Wien):
Wahn und
Wirklichkeit - Vom Gegensatz bis zur Ergänzung
Konstruktionen
bestimmen unser Verhältnis zur Realität mit.
Konstruierte
Wirklichkeiten sind dem Menschen mögliche Gedankenwelten. Wir
schätzen
ihre Formen in Literatur und Kunst. Wo mündet das kreative
Konstruieren
in Krankheit? Und wer beurteilt das?
Freitag,
23. Jänner, 18.30 Uhr, IWK:
Marc Rölli (Darmstadt):
Logik des
Wahnsinns?
Der
französische Philosoph Gilles Deleuze hat in den 1960er-Jahren
eine
Logik des Sinns entwickelt, die im Rekurs auf "minoritäre"
Daseinsformen - z.B. der Schizophrenie - den gängigen Begriff
der
Vernunft einer grundlegenden Revision unterzieht. Während eine
rein
exklusive Vernunft alle mit ihr nicht übereinstimmenden Denk-
und
Handlungsweisen ausschließt, enftaltet Deleuze einen
neuartigen
Vernunftbegriff auf der Basis der "Differenz", der "Wunschmaschinen"
oder des Begehrens. Zusammengeführt werden diese
Überlegungen in der
sogenannten "Schizoanalyse" des "Anti-Ödipus". Wie ist es aber
möglich,
eine solche "Analyse" vorzunehmen, wenn dem Anspruch nach die Distanz
zwischen dem vernünftigen Subjekt der Analyse und ihrem
"un-vernünftigen" Objekt preisgegeben wird?
ReferentInnen und
KoordinatorInnen:
Regener,
Susanne: Professorin
für
Mediengeschichte/ Visuelle Kultur an der Universität Siegen .
Sie lebt
in Berlin und Siegen.
Gross, Rainer:
Dr.; Primar der Psychiatrischen Abteilung des KH Hollabrunn; Facharzt
für Psychiatrie und Neurologie; Psychoanalytiker;
Publikationen zu
psychiatrischen, psychoanalytischen und ästhetischen Themen
Psota, Georg:
Dr.; Facharzt für Psychiatrie und Neurologie; seit 2001
leitender
Oberarzt am Gerontopsychiatrischen Zentrum des Psychosozialen Dienstes
Wien sowie seit 2007 Ärztlicher Leiter des Ambulatoriums
Josefstadt, Psychosozialer
Dienst Wien; zahlreiche Publikationen in diversen medizinischen
Fachzeitschriften, vor allem zu den Themen Demenz und Altersdepression
Rölli, Marc:
Dr.; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Philosophie der TU
Darmstadt; Forschungsscherpunkte: Philosophische Anthropologie und
Anthropologiekritik, Philosophie der Biowissenschaften und Biopolitik,
Französische Gegenwartsphilosophie, Pragmatismus;
Buchveröffentlichungen (u.a.): "Gilles Deleuze. Philosophie
des
transzendentalen Empirismus" (Wien 2003); Hg.: "Ereignis auf
Französisch. Von Bergson bis Deleuze" (München 2004);
Mithg.:
"Ambivalenzen des Todes" (Darmstadt 2007).
Kadi, Ulrike:
Philosophin, Ärztin; Lehrbeauftragte am Institut für
Philosophie der Universität Wien
Unterthurner, Gerhard:
freier Wissenschaftler; Lehrbeauftragter am Insitut für
Philosophie der Universität Wien
Die
Vortragsreihe wird unterstützt von

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Bearbeitung: 5. November 2008
Die
Seiten werden eingerichtet und gewartet von IWK.
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