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Institut für Wissenschaft und Kunst

Symposien, Vorträge, Buchpräsentationen
im Wintersemester 2009/10


Seminar
Symposien Vorträge

Buchpräsentationen

Podiumsdiskussion und Buchpräsentation:



Symposion
Donnerstag, 8. Oktober:
Jüdisches Museum, Dorotheergasse 11

Freitag, 9. Oktober:
Club Stephansplatz 4: Lageplan

Deutsch-jüdische Kinderliteratur
Von der österreichisch-ungarischen Monarchie bis zur Gegenwart

In Kooperation mit der Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung
Konzept und Organisation: Susanne Blumesberger und Rahel Rosa Neubauer (Wien)

Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist die Kinder- und Jugendliteratur in zunehmendem Maße als historisches Material für die Erforschung der Kulturgeschichte entdeckt worden. Dementsprechend erweist sich auch die Literatur für jüdische Kinder und Jugendliche als hervorragende Quelle zum Verständnis der Entwicklung jüdischen Kulturlebens im deutschsprachigen Raum und zur Erforschung der deutsch-jüdischen Kultur­beziehungen. Im Rahmen dieser Tagung werden mit Zohar Shavit aus Tel Aviv und Gabriele von Glasenapp aus Frankfurt am Main zwei der Pionierinnen dieser Forschungsrichtung vortragen. Dies gibt Gelegenheit, auf die bisherigen Ergebnisse zurückzublicken, wie auch aktuelle Tendenzen zu diskutieren. Im Rahmen der Veranstaltung soll anhand konkreter Beispiele gezeigt werden, in welchem kulturellen Kontext diese Bücher entstanden sind, welche pädagogischen Strömungen auf sie einwirkten und wie sich die historischen Brüche des 20. Jahrhunderts auf die Produktion und Rezeption von Kinder- und Jugendliteratur ausgewirkt haben.

Download des Tagungfolders

Donnerstag, 8. Oktober
18.30 Uhr
Eröffnungsvortrag
Zohar Shavit (Tel Aviv):
„Gewöhne einen Knaben an seinen Weg“ (Sprüche 22,6)
Was kann man von der Geschichte der jüdischen Kinderbücher lernen?

Freitag, 9. Oktober
9.15 
9.30 Uhr
Begrüßung
Susanne Blumesberger, Rahel Rosa Neubauer

9.30 – 10.00 Uhr
Gabriele von Glasenapp (Frankfurt am Main):
Mi., 09.12. 2009, 19:00 Uhr
Zur Definition von jüdischer Kinderliteratur
Vorschläge zu ihrer Definition und wissenschaftlichen Beschreibung

10.00 – 10-30 Uhr
Anna Maja Misiak (Bern):
Form und Uniform
Kinderliteratur betrachtet von der jiddisch-polnischen Schriftstellerin Debora Vogel

11.00 – 11.30 Uhr
Jennifer Tharr (Berlin):
Anna Maria Jokl als deutsch-jüdische Kinder- und Jugendbuchautorin?
Eine Befragung der rezeptionellen Zuschreibungen und literaturwissenschaftlichen Kategorisierungen

11.30 – 12.00 Uhr
Uta Fröhlich (Berlin/Heidelberg):
Die mährisch-jüdische Kinderbuchautorin Franziska Bloch-Mahler (1884-1942)
Leben und Werk einer vergessenen Schriftstellerin

14.0014.30 Uhr
Ernst Seibert (Wien):
Béla Balázs. Grenzgänger des jugendliterarischen Kanons


14.30 
15.00 Uhr
Jana Mikota (Prag/Siegen):
Ilse Weber und ihre jüdischen Kindermärchen

15.30 – 16.00 Uhr
Heidy Margrit Müller (Brüssel):
Sprache als Anker, Krücke und Flügel. Identitätskrisen von Jugendlichen irakisch-jüdischer Herkunft in Werken Sami Michaels, Mona Yahias, Samir Naqqashs  und Eli Amirs

16.00 – 16.45 Uhr
Susanne Blumesberger, Rahel Rosa Neubauer (Wien):
Der Forschungsstand zu österreichischen Kinderbuch-AutorInnen jüdischer Herkunft sowie zu österreichisch-jüdischer Kinderliteratur

16.45 17.00 Uhr: Abschlussdiskussion

17.00 – 17.30 Uhr: Prämienverleihung der ÖG-KJLF, anschließend: Wein & Brot

19.00 Uhr
Lesung
Jutta Schumacher (Freiburg im Breisgau):
Wenn die schlauen Hühner den dummen Fuchs überlisten
Oder: Wie jüdisch sind jüdische Fabeln?

Unterstützt von der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und von der ÖFG.

                       jghj                       Uni Wien                ÖFG                                                                                                     

ReferentInnen und KoordinatorInnen:

Blumesberger, Susanne: Dr.in, Mitarbeiterin am IWK und an der Universitätsbibliothek Wien. Lehrauftrag an der Universität Wien.

Fröhlich, Uta, M.A. (Berlin/Heidelberg): Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg im Rahmen des Projekts "Schreiben im Holocaust"

Glasenapp, Gabriele von: Dr.in, Akademische Rätin an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main. Publikation: (zus. mit Michael Nagel): Das jüdische Jugendbuch. Von der Aufklärung bis zum Dritten Reich. Stuttgart, Weimar: Metzler 1996.

Mikota, Jana: Dr.in, Studium der Germanistik, Geschichte und Kunst­geschichte an den Universitäten Siegen und Prag.

Misiak, Anna Maja: Dr.in, Kunst- und Literaturhistorikerin, freie Übersetzerin. Editionsprojekt zur polnisch-jiddischen Schriftstellerin Debora Vogel.

Müller, Heidy Margrit: Professorin für deutschsprachige Literatur an der „Vrije Universiteit Brussel“.

Neubauer, Rahel Rosa: Mag.a, Komparatistin, Lehrbeauftragte der Universität Wien, Dissertationsprojekt über Irma Singer.

Schumacher, Jutta: Dr.in, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Seibert, Ernst: Dozent am Institut für Germanistik der Universität Wien, Begründer und Obmann der österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung.

Shavit, Zohar: Professorin an der Universität Tel Aviv. Publikation: (mit Hans-Heino Ewers) Deutsch-jüdische Kinder- und Jugendliteratur. Von der Haskalah bis 1945. Die deutsch- und hebräischsprachigen Schriften des deutschsprachigen Raums. Ein bibliographisches Handbuch. Stuttgart, 1996.

Tharr, Jennifer: Mag.a: Magisterarbeit über Erinnerungskonzepte in der Literatur deutschsprachiger jüdischer AutorInnen.




Ergänzend zum Symposion veranstaltet die STUBE am 10. Oktober einen Studientag mit dem Titel
"Ringparabel reloaded? Weltreligionen als Thema der Kinder- und Jugendliteratur".
Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der STUBE.


Symposion
4. – 7. November 2009
Bild – Raum – Materie:
Film und Geschichte bei Siegfried Kracauer

Zur Tagungshomepage



Symposion
Donnerstag, 12. November
Kleiner Festsaal der Universität Wien

Gertrud Herzog-Hauser (1894-1953)
Klassische Philologin, Universitätsdozentin und Schuldirektorin
Zum Gedenken
Koordination: Heidi Schrodt (GRG Rahlgasse), Ilse Korotin (biografiA, IWK) 

Download des Einladungsfolders

Gertrud Herzog-Hausers Leben und Wirken ist geprägt von einem Grenzgängerinnentum zwischen Schule und Universität. Ihr wissenschaftliches Oeuvre, welches Arbeiten zur antiken Mythologie und Religions­geschichte, zum römischen Kaiserkult, zu den severischen Kaiserinnen und zur spätantiken Biographie umfasst, steht neben einem breiten Engagement auf dem Gebiet der Fachdidaktik der Alten Sprachen und der Lehrerausbildung sowie ihrem prononcierten öffentlichen Eintreten für die Mädchen- und Frauenbildung. Nach dem März 1938 wurde Gertrud Herzog-Hauser aus politischen Gründen und auf Grund ihrer jüdischen Herkunft der Direktion am Mädchengymnasium Rahlgasse enthoben und zwangspensioniert, von der Uni­versität wurde ihr die venia legendi aberkannt. 1939 gelang ihr die Flucht in die Niederlande. Nach der Rück­kehr 1946 erhielt sie ihre Stelle als Direktorin nicht zurück. Institutioneller Höhepunkt ihrer akademischen Karriere war 1947 die Verleihung des Titels „außerordentlicher Universitätsprofessor“. 1950 scheiterte eine Be­rufung nach Innsbruck an antisemitischen Vorurteilen der dortigen Fakultät
Die Zäsur des Nationalsozialismus und die in diesem Kontext erlittene Diskriminierung und Verfolgung hinterließ Brüche, die über das Einzelschicksal hinaus auch auf die gesellschafts- und kulturpolitische Entwicklung im Nachkriegsösterreich hinweisen. Im Rahmen der Tagung werden Themen aus Herzog-Hausers Leben und Wirken aufgenommen und aus der Perspektive der gegenwärtigen Forschung reflektiert.
 

10.00-13.00 Uhr
Begrüßung:
Ilse Korotin, biografiA (IWK) 

Eröffnung:
Franz Römer, Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
Johannes Michael Rainer, Vorsitzender des Universitätsrates der Universität Innsbruck
Heidi Schrodt, Direktorin des GRG Rahlgasse 

Vorträge:
Eva Cescutti (Bozen):
Gertrud Herzog-Hauser und die Klassische Philologie 

Doris Ingrisch (Wien):
Gertrud Herzog-Hauser und Vertreibung, Exil sowie Remigration der Pionierinnen in der Wissenschaft 

Renate Göllner (Wien):
Gertrud Herzog-Hauser und die Emanzipation 

14.30 Uhr

Einletende Worte:
Susanne Brandsteidl, Präsidentin des Stadtschulrats für Wien
Renate Kaufmann, Bezirksvorsteherin von Mariahilf
Heidi Schrodt, Direktorin des GRg6
SchülervertreterInnen des GRg6

Enthüllung einer Gedenktafel am GRG Rahlgasse.


Unterstützt vom Zukunftsfonds der Republik Österreich und vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus.


ReferentInnen und KoordinatorInnen:

Cescutti, Eva: Dr.in, Studium der Klassischen Philologie Innsbruck und Padua, Mitarbeiterin des Bildungsressorts der Südtiroler Landes­regierung in Bozen.

Göllner, Renate: Dr.in, Publizistin; zuletzt erschien: „Schule und Verbrechen. Die Vertreibung jüdischer Schülerinnen und Schüler von Wiens Mittelschulen". Frankfurt 2009.

Ingrisch, Doris: Dozentin für Zeitgeschichte, freiberufliche Wissen­schaftlerin sowie derzeit Gastprofessorin für Gender Studies am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Korotin, Ilse: Dr.in, Wissenschaftshistorikerin, Leiterin der IWK-Doku­mentationsstelle Frauenforschung und des Projekts „biografiA“ (http://www.biografia.at).

Römer; Franz: Altphilologe, Universitätsprofessor an der Universität Wien und Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

Schrodt, Heidi: Mag.a, AHS-Direktorin am Gymnasium Rahlgasse. Teil­nahme an großen Schulentwicklungsprojekten




Symposion

Samstag, 21. November

Olympe de Gouges
Humanistische Schriftstellerin und feministische Aufklärerin

Konzept und Organisation: Viktoria Frysak

Olympe de Gouges (1748-1793) bezeichnete sich in einer ihrer Schriften als ein „amphibisches Wesen“, um auszudrücken, wie wenig sie sich innerhalb der bestehenden (Geschlechter-)Kategorien zuordnen ließ und wie sehr ihre Teilnahme am öffentlichen politischen Leben von ihren Zeitgenossen als Grenzverletzung empfunden wurde. Sie schrieb sozialkritische Romane und Theaterstücke sowie politische Texte und forderte die konsequente Umsetzung des revolutionären Anspruchs –  für Frauen genauso wie für versklavte Schwarze und sozial unterprivilegierte Menschen. 1793 wurde sie guillotiniert. Von ihren fast hundert erhaltenen Schriften ist im deutschen Sprachraum bislang nur die „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ (1791) bekannt.

 
10.00 Uhr
Begrüßung und Einleitung: Viktoria Frysak

10.30 Uhr
Birgit Reuille-Rompré (Wien):
Zwischen Diffamierung und Einflussnahme: „l’administration nocturne des femmes“ („die nächtliche Amtsführung der Frauen“)

11.30 Uhr
Lesley S. Curtis (Durham, NC, USA):
„Zamore et Mirza“ – Sklaverei auf der Bühne: Olympe de Gouges und der haitianische Sklavenaufstand

13.30 Uhr - dieser Vortrag entfällt leider!
Laurette Burgholzer (Wien):
Amazone des lettres und politisches (Nicht-)Theater: Die Marginalisierung Olympe de Gouges' als Dramatikerin

14.30 Uhr
Corinne Walter (Wien):
Frauenrechte sind Menschenrechte: „Mann, bist du fähig, gerecht zu sein?“

15.30 Uhr
Viktoria Frysak (Wien):
Olympe de Gouges’ politisches Engagement: „Selbstbewusst und furchtlos wie Jean-Jacques“

Tagungshomepage: http://olympe-de-gouges.info

ReferentInnen und KoordinatorInnen:

Burgholzer, Laurette: Studienassistentin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft.

Curtis, Lesley S.: derzeit Doktoratsstudium an der Duke University (USA) zum feministischen Abolitionismus-Engagement

Frysak, Viktoria: Studium von Philosophie sowie Geschichte und Rechtswissenschaft im Nebenfach an der Uni Wien, arbeitet an einer Dissertation zu „Denken und Werk von Olympe de Gouges“.

Reuille-Rompré, Birgit: Dissertationsprojekt zur Erforschung weiblicher Bildungswege zur Zeit des Ancien Régime.

Walter, Corinne: Übersetzerin und Französischlehrerin. Engagement für französisch-österreichischen Kulturaustausch im „Club du Mardi“.

frz



Symposion
Freitag, 27. November: 15.00 19.00 Uhr 

Zur Archäologie des politischen Wissens und der politisch-kulturellen Bildung
Teil 2: Theorie und Geschichte gewerkschaftlicher Bildung in Österreich – am Beispiel von Richard Wagner (1888-1941)

Konzept und Organisation: Johann Dvořák, Günther Sandner  

Mit dieser Veranstaltungsreihe sollen wichtige, aber verdrängte oder vergessene Theorien, Denkweisen und Denkansätze aus diversen Bereichen von Wissenschaft und Kunst der späten Habsburger-Monarchie sowie der Ersten Republik herausgearbeitet und auf ihre Aktualität hin untersucht  werden.
Am Beispiel von Richard Wagner (1888-1941), einem der wichtigsten Historiker und Theoretiker der österreichischen Gewerkschaften, werden Grundsätze und Probleme gewerkschaftlicher Organisation und Bildungsarbeit historisch und in Bezug auf ihre gegenwärtige Bedeutung dargestellt und diskutiert.
 

Günther Sandner (Wien):
Otto Neurath und Richard Wagner


Brigitte Pellar (Wien):
Richard Wagner als Historiker der freien Gewerkschaften


Johann Dvořák (Wien):
Zur Theorie der Gewerkschaften und zur Theorie gewerkschaftlicher Bildungsarbeit
 
Sabine Lichtenberger (Wien):
Zur Biographie von Richard Wagner


ReferentInnen und KoordinatorInnen:

Dvořák, Johann: Univ. Doz., Politikwissenschaftler und Historiker, Studiengangsleiter am Institut für Politikwissenschaft (Uni Wien).

Lichtenberger, Sabine: Mag.a, Geschichtswissenschafterin, wissen­schaftliche Mitarbeiterin des Instituts zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und der Arbeiterkammern.

Pellar, Brigitte: Dr.in, Geschichtswissenschafterin, Universitätslektorin, ehemalige Leiterin des Instituts zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und der Arbeiterkammern.

Sandner, Günther: Dr., leitet derzeit das Projekt „Otto Neurath – Eine intellektuelle und politische Biographie“ an der Universität Wien.




Vortrag
Freitag, 23. Oktober, 18.30 Uhr 

Migrations and acculturation in the anthropological perspective
Migrations of Montenegrins in Serbia after World War II 

Vortrag in englischer Sprache von Saša Nedeljković (Belgrad) 

Auf dem Gebiet des heutigen Serbien spielte Migration lange Zeit eine große Rolle. Daraus resultierte auch eine heute noch bestehende große Pluralität der serbischen Bevölkerung. Am Beispiel montenegrinischer Migration thematisiert der Anthropologe Saša Nedeljković Prozesse der Identitätsbildung im Zusammenhang der aktuellen Staatenbildungen und im Kontext von Migration in, von und nach Serbien nach dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projekts „Viel Glück. Migration heute – Perspektiven aus Wien, Zagreb, Belgrad und Istanbul“, das sich mit bestehenden Migrationsbewegungen und -politiken und deren Kontextualisierung in einem globalen geopolitischen Zusammenhang seit den späten 1980er Jahren befasst.

Nedeljković, Saša: PhD, Assistant Professor, Department of Ethnology and Anthropology, University of Belgrade.



Vortrag
Mittwoch, 28.  Oktober, 17.00 Uhr,  Inst. f. Philosophie, NIG, Uni Wien 

Eine Pragmatik jenseits der Handlungstheorie

Vortrag von Andreas Hetzel (Innsbruck, Klagenfurt)

Was geschieht, wenn gesprochen wird? Für viele AutorInnen ist Sprechen ein Handeln. Hetzel argumentiert, dass diese handlungstheoretische Pragmatik letztlich reduktionistisch ist und schlägt eine Pragmatik jenseits der Handlungstheorie vor, die das Verhältnis von Kompetenz und Performanz enthierarchisieren würde.

Hetzel, Andreas: Privatdozent für Philosophie an der TU Darmstadt, Lehrbeauftragter für Philosophie in Innsbruck sowie für Medienwissenschaften in Klagenfurt.




Buchpräsentation
Freitag, 13. November, 19.00 Uhr, Depot, 1070, Breite Gasse 3 

Über Geschlechterdemokratie hinaus 

Die Beiträge dieses Tagungsbandes versuchen die pragmatisch sinnvolle, aber zugleich verwirrende Vagheit des Terminus „Geschlechterdemokratie“ im Sinne einer präziseren Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Demokratie, Geschlechterverhältnissen und Sexualitäten zu überschreiten. 

Präsentation und Diskussion der Herausgeberinnen mit Hanna Hacker, anschließend Büffet. 

Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy
Hg. von Alice Pechriggl, Brigitte Hipfl, Utta Isop, Kirstin Mertlitsch, Klagenfurt, Drava 2009.




Buchpräsentation
Dienstag, 3. November, 18.00 Uhr
: Ort: Kongress-Saal des Bundeskanzleramtes, Wien I., Ballhausplatz 2

„Man ist immer allein…“
Johanna Monschein (1907-1997), Diplomatin und Forscherin

Download des Einladungsfolders

Begrüßung und einführende Worte
Gabriele Heinisch-Hosek
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst

Johanna Monschein und die Kinderbuchforschung
Univ.-Doz. Dr. Ernst Seibert, Universität Wien
Prof. Dr. Otto Brunken, Universität Köln

Biographische Forschung - Abenteuer mit ungewissem Ausgang
Dr. Edith Stumpf-Fischer

Im Anschluss lädt Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek zu einem kleinen Buffet.
Es wird gebeten, die Einladung beim Eintritt vorzuweisen.

U.A.w.g. : Tel. 01 795 40 104 E-Mail: gertrude.enderle-burcel@oesta.gv.at

Johanna Monschein (1907-1997) erlebte alle einschneidenden geschichtlichen Ereignisse im Österreich des 20. Jahrhunderts vom Ende der Habsburger-Monarchie bis zum Beitritt zur Europäischen Union. Nach dem Kriegsende trat sie in den diplomatischen Dienst und wurde 1959 die erste Botschafterin Österreichs. Als scharfe und geistreiche Beobachterin verfasste sie Analysen ihrer Gastländer, äußerte sich über Faschismus und Neonazismus, über Kunst und Literatur, aber auch über Mode und Kochkunst. In ihren Briefen und Tagebüchern schildert sie pointiert Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Bruno Kreisky oder Herbert von Karajan.
Sie hat im Lauf ihres Lebens eine bedeutende Sammlung alter Kinderbücher zusammengetragen, erwarb hohe fachliche Kenntnisse auf diesem Gebiet und war Wegbereiterin der historischen Kinderbuchforschung in Österreich. Aus ihren Aufzeichnungen und den Erzählungen der Menschen, die sie kannten, entsteht das Bild einer starken und faszinierenden, aber auch zutiefst einsamen Persönlichkeit. Das Buch enthält zahlreiche Photos sowie eine CD, auf der Johanna Monschein selbst über ihr Leben erzählt.

ReferentInnen:

Brunken, Otto : apl. Professor an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkt: Kinder- und Jugendliteratur und Medien. 

Heinisch-Hosek, Gabriele: Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst.

Seibert, Ernst: Dozent am Institut für Germanistik der Universität Wien.
 

Stumpf-Fischer, Edith: Dr.in, Ministerialrätin i. R., bis 1995 Leiterin der Abteilung für wissenschaftliches Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen des BMWF. 




Buchpräsentation
Mittwoch, 21. Oktober, 18.30 Uhr

Lustvolle Hinterfragung des Kapitalismus 

Der präsentierte Band „Die Welt, ein System von Annahmen“ ist bereits das dritte Buch von Alfred Hirschenberger, der seine politische Sozialisation noch durch die Arbeiterbewegung der Zwischenkriegszeit erfahren hat.
Im ersten Teil setzt Hirschenberger sein Augenmerk auf die Schöpfungskraft der Sprache. Sie ist es, die mythisch verklärt und scheinbar Selbstverständliches schafft. Der Autor zieht uns in ein lustvolles Hinterfragen des etablierten Weltbildes und des mit ihm verbundenen Wirtschaftsgeschehens hinein. Alle Welt verteufelt den Turbokapitalismus, dem guten alten Kapitalismus nachtrauernd. Es gehört nicht zum guten Ton, dessen Entwicklung nachzuspüren.
Im zweiten Teil des Textes wird das System Kapitalismus in seine Bauteile zerlegt. Der Versuch, „sezierend zu erklären“, bietet weder Lösungsmodelle noch politische Strategien und erst recht keine einfachen Erklärungsmuster an. Und dennoch ist daraus ein parteiischer Essay geworden, in dem Alfred Hirschenberger die Konsequenzen kapitalistischer Logik aufzeigt.
 

Heimo Gruber (Wien):
Alfred Hirschenbergers Weg zur Literatur – Grundlagen und Bedingungen seines Schreibens 

Peter Fleissner (Wien):
Präsentation und Besprechung des Buches „Die Welt, ein System von Annahmen. Eine lustvolle Hinterfragung des Systems ‚Kapitalismus’“ 

Im Anschluss daran liest der Schauspieler und Regisseur Alfred Rupprecht aus den Werken Alfred Hirschenbergers.

Diskussion mit Alfred Hirschenberger (Wien)
 

Alfred Hirschenberger: Die Welt, ein System von Annahmen. Eine lustvolle Hinterfragung des Systems „Kapitalismus“. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag 2008 (edition wortmeldung Band 4)

ReferentInnen:

Fleissner, Peter: Vorstandsmitglied von transform.at; bis 2006 Pro­fessor am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU Wien.

Gruber, Heimo: Bibliothekar in den Wiener Städtischen Büchereien, Koordinator des Arbeitskreises kritischer Bibliothekar/inn/e/n.

Hirschenberger, Alfred, Schriftsteller, ehemaliger Werkzeugmacher und Betriebsleiter.

Rupprecht, Alfred: Schauspieler und Regisseur




Podiumsdiskussion und Buchpräsentation
Mittwoch, 9. September, 19.00 Uhr
Stoppt die Druckerpressen!
Zum Zusammenhang von Medienwesen und Rassismus in Österreich

Zehn Jahre nach dem Tod von Marcus Omofuma berichten österreichische Medien teilweise immer noch völlig unkritisch über schwerste Verfehlungen der Polizei: Todesfälle, Folter, Misshandlungen. Bei Fällen von rassistisch motivierter Gewalt durch BeamtInnen der österreichischen Polizei werden Opfer verleumdet, TäterInnen und Tatverdächtige kategorisch in Schutz genommen.
Welche Wirkung hat eine Berichterstattung, die rassistische Stereotype und Vorurteile bedient, auf das Denken und Handeln der LeserInnen? Wie hat der österreichische Journalismus auf die Kritik an der medial aufbereiteten Kriminalisierung der afrikanischen Communities in Folge der Polizeiaktion !Operation Spring" reagiert? Und wie stellt sich das Verhältnis der Medien zu RepräsentantInnen der Staatsgewalt in einem internationalen Vergleich dar?
Über diese und andere Fragen diskutieren:
Araba Evelyn Johnston-Arthur (Institut für Afrikawissenschaften / Institut für Politikwissenschaft, Uni Wien; Verein Pamoja)
Irene Brickner (Redakteurin Der Standard)
Petra Herczeg (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Uni Wien, Autorin der Studie Integration und Inszenierung: Der 'Fall Arigona' in den österreichischen Medien)
Renée Winter (Historikerin, Autorin des Buches Nicht alle Weißen schießen)
Karin Zauner (Dissertantin am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft; Diplomarbeit zu Einstellungen österreichischer ChronikjournalistInnen zum Thema Migration)
Moderation: Gerd Valchars (Grüne Bildungswerkstatt Minderheiten)

Eine Veranstaltung des Redaktionsteam der Broschüre Ohne Aufenthaltstitel gemeinsam mit der Grünen Bildungswerkstatt Minderheiten und den Grünen Wien.

In der Broschüre Ohne Aufenthaltstitel werden Fragen zum Thema institutioneller Rassismus in Österreich aufgeworfen. Sie ist anlässlich des zehnten Todestages von Marcus Omofuma 2009 erschienen.

Nähere Informationen: http://www.ohneaufenthaltstitel.blogspot.com






Seminar

Freitag, 15. Jänner 2010
Institut Français de Vienne, Währingerstraße 30, 1090 Wien

Sozialwissenschaften und Gesellschaft
Konzept: Claire Lévy-Vroelant und Christoph Reinprecht

Thema des Seminars ist der Nutzen und die "applicability" sozialwissenschaftlichen Wissens für die Gesellschaft. Diese Thematik wird in drei transdisziplinären Dialogen erörtert, wobei jeweils ExpertInnen unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche (Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung) aus Frankreich und Österreich eingeladen sind, miteinander zu diskutieren. Die Ergebnisse werden anschließend mit den Vortragenden in einem Workshop und einer Podiumsdiskussion bearbeitet. Die Veranstaltung dient dem Austausch über Wissenschafts-, Nationalstaats- und institutionelle Grenzen hinweg. Interessierte aus Forschung und Praxis sowie Studierende sind herzlich eingeladen. Französischkenntnisse sind nicht erforderlich - die gesamte Veranstaltung wird simultan gedolmetscht.

Transdisziplinäre und interkulturelle Dialoge (17.00-19.30 Uhr)
* Forschungsprioritäten:
Unterordnung der Sozialwissenschaften - Hegemonie
der Naturwissenschaften?
Mit Pierre Caye (CNRS), Ulrike Felt (Universität Wien), Roswitha Breckner (Universität Wien) und Jane Freedman (Universität Paris 8)
* Über den Nutzen der Sozialwissenschaften für die Wirtschaft:
Was kann die
Unternehmenswelt von den Sozialwissenschaften lernen (und umgekehrt)?
Mit Maurice Biriotti (SHM), Wilhelm Hemetsberger ("ithuba Capital AG"), Alain Mathieu (Legrand Österreich), Sighard Neckel (Universität Wien) und Claire Lévy-Vroelant (Universität Paris 8)
* Welche Resonanz finden die Sozialwissenschaften in der Politik (und umgekehrt)?
Mit Didier Blanchet (INSEE), Josef Kytir (Statistik Austria), Hans Steiner (Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen), Michel Joubert (Universität Paris 8) und Hilde Weiss (Universität Wien)

Workshop und Podiumsdiskussion (19.30 - 21.00 Uhr)

Zum Abschluss lädt das Institut Français zu einem Empfang ein.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Entwicklung des gemeinsamen  Masterprogrammes in Soziologie zwischen der Universität Wien und der Universität Paris 8 Saint-Denis statt.

Partnerinstitutionen:
Universität Wien
Université Paris 8
Institut Français de Vienne
FFG -
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft

Sprachen:
Französisch, Deutsch, Simulationübersetzung

Um Anmeldung wird gebeten: raoul.mille@diplomatie.gouv.fr

Nähere Informationen:
http://www.ifvienne.org:80/content/séminaire-sciences-sociales-et-société-seminar-sozialwissenschaften-und-gesellschaft




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