Symposion
Donnerstag, 8. Oktober:
Jüdisches Museum,
Dorotheergasse 11
Freitag,
9.
Oktober:
Club
Stephansplatz 4: Lageplan
Deutsch-jüdische
Kinderliteratur
Von der österreichisch-ungarischen
Monarchie bis zur Gegenwart
In
Kooperation mit der Österreichische Gesellschaft
für Kinder- und
Jugendliteraturforschung
Konzept und Organisation:
Susanne Blumesberger und Rahel Rosa Neubauer (Wien)
Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist die Kinder- und Jugendliteratur in zunehmendem Maße als historisches Material für die Erforschung der Kulturgeschichte entdeckt worden. Dementsprechend erweist sich auch die Literatur für jüdische Kinder und Jugendliche als hervorragende Quelle zum Verständnis der Entwicklung jüdischen Kulturlebens im deutschsprachigen Raum und zur Erforschung der deutsch-jüdischen Kulturbeziehungen. Im Rahmen dieser Tagung werden mit Zohar Shavit aus Tel Aviv und Gabriele von Glasenapp aus Frankfurt am Main zwei der Pionierinnen dieser Forschungsrichtung vortragen. Dies gibt Gelegenheit, auf die bisherigen Ergebnisse zurückzublicken, wie auch aktuelle Tendenzen zu diskutieren. Im Rahmen der Veranstaltung soll anhand konkreter Beispiele gezeigt werden, in welchem kulturellen Kontext diese Bücher entstanden sind, welche pädagogischen Strömungen auf sie einwirkten und wie sich die historischen Brüche des 20. Jahrhunderts auf die Produktion und Rezeption von Kinder- und Jugendliteratur ausgewirkt haben.
Download des TagungfoldersDonnerstag, 8. Oktober
18.30 Uhr
Eröffnungsvortrag
Zohar Shavit (Tel Aviv):
„Gewöhne einen Knaben an seinen Weg“
(Sprüche 22,6)
Was kann man von der Geschichte der jüdischen
Kinderbücher lernen?
Freitag,
9. Oktober
9.15 – 9.30 Uhr
Begrüßung
Susanne Blumesberger, Rahel Rosa Neubauer
9.30
– 10.00 Uhr
Gabriele von Glasenapp (Frankfurt am Main):
Mi., 09.12. 2009, 19:00 Uhr
Zur Definition von jüdischer Kinderliteratur
Vorschläge zu ihrer Definition und
wissenschaftlichen Beschreibung
10.00
– 10-30 Uhr
Anna Maja Misiak (Bern):
Form und Uniform
Kinderliteratur betrachtet von der
jiddisch-polnischen Schriftstellerin Debora Vogel
11.00
– 11.30 Uhr
Jennifer Tharr (Berlin):
Anna Maria Jokl als deutsch-jüdische Kinder- und
Jugendbuchautorin?
Eine Befragung der rezeptionellen Zuschreibungen und
literaturwissenschaftlichen Kategorisierungen
11.30 –
12.00 Uhr
Uta Fröhlich (Berlin/Heidelberg):
Die mährisch-jüdische Kinderbuchautorin Franziska
Bloch-Mahler (1884-1942)
Leben und Werk einer vergessenen Schriftstellerin
14.00 –14.30
Uhr
Ernst
Seibert (Wien):
Béla
Balázs. Grenzgänger des jugendliterarischen Kanons
14.30 –15.00
Uhr
Jana
Mikota (Prag/Siegen):
Ilse
Weber und ihre jüdischen Kindermärchen
15.30
– 16.00 Uhr
Heidy Margrit Müller (Brüssel):
Sprache als Anker, Krücke und Flügel.
Identitätskrisen
von Jugendlichen irakisch-jüdischer Herkunft in Werken Sami
Michaels, Mona
Yahias, Samir Naqqashs und
Eli Amirs
16.00
– 16.45 Uhr
Susanne Blumesberger, Rahel Rosa Neubauer (Wien):
Der Forschungsstand zu österreichischen
Kinderbuch-AutorInnen jüdischer Herkunft sowie zu
österreichisch-jüdischer
Kinderliteratur
16.45 –17.00 Uhr: Abschlussdiskussion
17.00 – 17.30 Uhr: Prämienverleihung der ÖG-KJLF, anschließend: Wein & Brot
19.00
Uhr
Lesung
Jutta Schumacher (Freiburg im Breisgau):
Wenn die schlauen Hühner den dummen Fuchs überlisten
Oder: Wie jüdisch sind jüdische Fabeln?
Unterstützt von der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und von der ÖFG.
ReferentInnen und KoordinatorInnen:
Blumesberger, Susanne: Dr.in, Mitarbeiterin am IWK und an der Universitätsbibliothek Wien. Lehrauftrag an der Universität Wien.
Fröhlich,
Uta, M.A.
(Berlin/Heidelberg): Wissenschaftliche Mitarbeiterin des
Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg im Rahmen
des
Projekts "Schreiben im Holocaust"
Glasenapp, Gabriele von: Dr.in, Akademische Rätin an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main. Publikation: (zus. mit Michael Nagel): Das jüdische Jugendbuch. Von der Aufklärung bis zum Dritten Reich. Stuttgart, Weimar: Metzler 1996.
Mikota, Jana: Dr.in, Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an den Universitäten Siegen und Prag.
Misiak, Anna Maja: Dr.in, Kunst- und Literaturhistorikerin, freie Übersetzerin. Editionsprojekt zur polnisch-jiddischen Schriftstellerin Debora Vogel.
Müller, Heidy Margrit: Professorin für deutschsprachige Literatur an der „Vrije Universiteit Brussel“.
Neubauer, Rahel Rosa: Mag.a, Komparatistin, Lehrbeauftragte der Universität Wien, Dissertationsprojekt über Irma Singer.
Schumacher, Jutta: Dr.in, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Seibert, Ernst: Dozent am Institut für Germanistik der Universität Wien, Begründer und Obmann der österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung.
Shavit, Zohar: Professorin an der Universität Tel Aviv. Publikation: (mit Hans-Heino Ewers) Deutsch-jüdische Kinder- und Jugendliteratur. Von der Haskalah bis 1945. Die deutsch- und hebräischsprachigen Schriften des deutschsprachigen Raums. Ein bibliographisches Handbuch. Stuttgart, 1996.
Tharr, Jennifer: Mag.a: Magisterarbeit über Erinnerungskonzepte in der Literatur deutschsprachiger jüdischer AutorInnen.
Symposion
4. – 7.
November 2009
Bild –
Raum – Materie:
Film und Geschichte bei Siegfried Kracauer
Symposion
Donnerstag, 12. November
Kleiner Festsaal der
Universität Wien
Gertrud Herzog-Hauser
(1894-1953)
Klassische
Philologin, Universitätsdozentin und Schuldirektorin
Zum Gedenken
Koordination:
Heidi Schrodt (GRG Rahlgasse), Ilse
Korotin (biografiA, IWK)
Download des Einladungsfolders
Gertrud
Herzog-Hausers Leben und Wirken ist geprägt
von einem Grenzgängerinnentum zwischen Schule und
Universität. Ihr
wissenschaftliches Oeuvre, welches Arbeiten zur antiken Mythologie und
Religionsgeschichte, zum römischen Kaiserkult, zu den
severischen Kaiserinnen
und zur spätantiken Biographie umfasst, steht neben einem
breiten
Engagement
auf dem Gebiet der Fachdidaktik der Alten Sprachen und der
Lehrerausbildung
sowie ihrem prononcierten öffentlichen Eintreten für
die
Mädchen- und
Frauenbildung. Nach dem März 1938 wurde Gertrud Herzog-Hauser
aus
politischen
Gründen und auf Grund ihrer jüdischen Herkunft der
Direktion
am
Mädchengymnasium Rahlgasse enthoben und zwangspensioniert, von
der
Universität
wurde ihr die venia legendi aberkannt. 1939 gelang ihr die Flucht in
die
Niederlande. Nach der Rückkehr 1946 erhielt sie ihre
Stelle
als Direktorin
nicht zurück. Institutioneller Höhepunkt ihrer
akademischen
Karriere war 1947 die Verleihung des Titels
„außerordentlicher
Universitätsprofessor“. 1950 scheiterte eine
Berufung
nach Innsbruck an
antisemitischen Vorurteilen der dortigen Fakultät
Die Zäsur des Nationalsozialismus
und die in diesem Kontext erlittene Diskriminierung und Verfolgung
hinterließ
Brüche, die über das Einzelschicksal hinaus auch auf
die
gesellschafts- und kulturpolitische Entwicklung im
Nachkriegsösterreich
hinweisen. Im
Rahmen der Tagung werden Themen aus Herzog-Hausers Leben und Wirken
aufgenommen
und aus der Perspektive der gegenwärtigen Forschung
reflektiert.
10.00-13.00 Uhr
Begrüßung:
Ilse Korotin, biografiA (IWK)
Eröffnung:
Franz Römer, Dekan der
Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der
Universität Wien
Johannes Michael Rainer, Vorsitzender des Universitätsrates der Universität Innsbruck
Heidi Schrodt, Direktorin des GRG
Rahlgasse
Vorträge:
Eva Cescutti (Bozen):
Gertrud Herzog-Hauser und
die Klassische Philologie
Doris Ingrisch (Wien):
Gertrud
Herzog-Hauser und Vertreibung, Exil sowie Remigration der Pionierinnen
in der Wissenschaft
Renate Göllner
(Wien):
Gertrud Herzog-Hauser und
die Emanzipation
14.30 Uhr
Einletende Worte:
Susanne Brandsteidl, Präsidentin des Stadtschulrats für Wien
Renate Kaufmann, Bezirksvorsteherin von Mariahilf
Heidi Schrodt, Direktorin des GRg6
SchülervertreterInnen des GRg6
Enthüllung einer Gedenktafel am GRG Rahlgasse.
Cescutti, Eva: Dr.in, Studium der Klassischen Philologie Innsbruck und Padua, Mitarbeiterin des Bildungsressorts der Südtiroler Landesregierung in Bozen.
Göllner, Renate: Dr.in, Publizistin; zuletzt erschien: „Schule und Verbrechen. Die Vertreibung jüdischer Schülerinnen und Schüler von Wiens Mittelschulen". Frankfurt 2009.
Ingrisch, Doris: Dozentin für Zeitgeschichte, freiberufliche Wissenschaftlerin sowie derzeit Gastprofessorin für Gender Studies am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Korotin, Ilse: Dr.in, Wissenschaftshistorikerin, Leiterin der IWK-Dokumentationsstelle Frauenforschung und des Projekts „biografiA“ (http://www.biografia.at).
Römer; Franz: Altphilologe, Universitätsprofessor an der Universität Wien und Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.
Schrodt, Heidi: Mag.a, AHS-Direktorin am Gymnasium Rahlgasse. Teilnahme an großen Schulentwicklungsprojekten
Olympe de Gouges
Humanistische Schriftstellerin und feministische Aufklärerin
Konzept und Organisation: Viktoria Frysak
Olympe de
Gouges (1748-1793) bezeichnete sich in einer ihrer Schriften als ein
„amphibisches Wesen“, um auszudrücken, wie
wenig sie sich innerhalb der
bestehenden (Geschlechter-)Kategorien zuordnen ließ und wie
sehr ihre Teilnahme
am öffentlichen politischen Leben von ihren Zeitgenossen als
Grenzverletzung
empfunden wurde. Sie schrieb sozialkritische Romane und
Theaterstücke sowie politische
Texte und forderte die konsequente Umsetzung des
revolutionären Anspruchs
– für Frauen genauso wie für
versklavte
Schwarze und sozial unterprivilegierte Menschen. 1793 wurde sie
guillotiniert.
Von ihren fast hundert erhaltenen Schriften ist im deutschen Sprachraum
bislang
nur die „Erklärung der Rechte der Frau und
Bürgerin“ (1791) bekannt.
10.00 Uhr
Begrüßung
und Einleitung: Viktoria Frysak
10.30 Uhr
Birgit Reuille-Rompré (Wien):
Zwischen Diffamierung und Einflussnahme:
„l’administration nocturne des femmes“
(„die nächtliche Amtsführung der
Frauen“)
11.30 Uhr
Lesley S. Curtis (Durham, NC,
USA):
„Zamore et Mirza“ – Sklaverei auf der
Bühne: Olympe de Gouges und der
haitianische Sklavenaufstand
13.30 Uhr - dieser Vortrag entfällt leider!
Laurette Burgholzer (Wien):
Amazone
des lettres und
politisches (Nicht-)Theater: Die Marginalisierung Olympe de Gouges' als
Dramatikerin
14.30 Uhr
Corinne Walter (Wien):
Frauenrechte sind Menschenrechte: „Mann, bist du
fähig, gerecht zu sein?“
15.30 Uhr
Viktoria Frysak (Wien):
Olympe de Gouges’ politisches
Engagement: „Selbstbewusst und furchtlos wie
Jean-Jacques“
Tagungshomepage: http://olympe-de-gouges.info
ReferentInnen und KoordinatorInnen:
Burgholzer, Laurette: Studienassistentin am Institut für Theater-,
Film- und Medienwissenschaft.
Curtis, Lesley S.: derzeit Doktoratsstudium
an der Duke University (USA) zum feministischen
Abolitionismus-Engagement
Frysak, Viktoria: Studium von Philosophie
sowie Geschichte und
Rechtswissenschaft im Nebenfach an der Uni Wien, arbeitet an einer
Dissertation
zu „Denken und Werk von Olympe de Gouges“.
Reuille-Rompré,
Birgit:
Dissertationsprojekt zur Erforschung weiblicher Bildungswege zur Zeit
des
Ancien Régime.
Walter,
Corinne: Übersetzerin und Französischlehrerin.
Engagement für
französisch-österreichischen Kulturaustausch im
„Club du Mardi“.

Symposion
Freitag, 27. November: 15.00 19.00 Uhr
Zur
Archäologie des politischen Wissens und der
politisch-kulturellen Bildung
Teil
2: Theorie und Geschichte gewerkschaftlicher Bildung in
Österreich – am
Beispiel von Richard Wagner (1888-1941)
Konzept und Organisation:
Johann Dvořák, Günther Sandner
Mit
dieser Veranstaltungsreihe sollen wichtige, aber verdrängte
oder vergessene
Theorien, Denkweisen und Denkansätze aus diversen Bereichen
von Wissenschaft
und Kunst der späten Habsburger-Monarchie sowie der Ersten
Republik
herausgearbeitet und auf ihre Aktualität hin
untersucht werden.
Am
Beispiel von Richard Wagner (1888-1941), einem der wichtigsten
Historiker und
Theoretiker der österreichischen Gewerkschaften, werden
Grundsätze und Probleme
gewerkschaftlicher Organisation und Bildungsarbeit historisch und in
Bezug auf
ihre gegenwärtige Bedeutung dargestellt und diskutiert.
ReferentInnen und KoordinatorInnen:
Dvořák,
Johann:
Univ. Doz., Politikwissenschaftler und Historiker, Studiengangsleiter
am
Institut für Politikwissenschaft (Uni Wien).
Lichtenberger,
Sabine: Mag.a, Geschichtswissenschafterin, wissenschaftliche
Mitarbeiterin des
Instituts zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und der
Arbeiterkammern.
Pellar, Brigitte: Dr.in,
Geschichtswissenschafterin, Universitätslektorin, ehemalige
Leiterin des Instituts
zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und der
Arbeiterkammern.
Sandner,
Günther: Dr., leitet derzeit das Projekt „Otto
Neurath – Eine intellektuelle
und politische Biographie“ an der Universität Wien.
Vortrag
Freitag, 23. Oktober, 18.30
Uhr
Migrations and
acculturation in the
anthropological perspective
Migrations
of Montenegrins
in Serbia after World War II
Vortrag in englischer Sprache von Saša Nedeljković (Belgrad)
Auf dem Gebiet des heutigen Serbien spielte Migration lange Zeit eine große Rolle. Daraus resultierte auch eine heute noch bestehende große Pluralität der serbischen Bevölkerung. Am Beispiel montenegrinischer Migration thematisiert der Anthropologe Saša Nedeljković Prozesse der Identitätsbildung im Zusammenhang der aktuellen Staatenbildungen und im Kontext von Migration in, von und nach Serbien nach dem Zweiten Weltkrieg.Vortrag
Mittwoch, 28. Oktober,
17.00 Uhr, Inst. f.
Philosophie, NIG, Uni Wien
Eine Pragmatik jenseits der Handlungstheorie
Vortrag von Andreas Hetzel (Innsbruck, Klagenfurt)
Was geschieht, wenn gesprochen wird? Für viele AutorInnen ist Sprechen ein Handeln. Hetzel argumentiert, dass diese handlungstheoretische Pragmatik letztlich reduktionistisch ist und schlägt eine Pragmatik jenseits der Handlungstheorie vor, die das Verhältnis von Kompetenz und Performanz enthierarchisieren würde.Buchpräsentation
Freitag, 13. November, 19.00
Uhr, Depot, 1070, Breite Gasse 3
Über Geschlechterdemokratie hinaus
Die Beiträge dieses Tagungsbandes versuchen die pragmatisch sinnvolle, aber zugleich verwirrende Vagheit des Terminus „Geschlechterdemokratie“ im Sinne einer präziseren Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Demokratie, Geschlechterverhältnissen und Sexualitäten zu überschreiten.
Präsentation und Diskussion der Herausgeberinnen mit Hanna Hacker, anschließend Büffet.
Über
Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender
Democracy
Hg. von Alice Pechriggl, Brigitte Hipfl, Utta Isop,
Kirstin Mertlitsch, Klagenfurt, Drava 2009.
„Man ist immer
allein…“
Johanna Monschein
(1907-1997), Diplomatin und Forscherin
Download des Einladungsfolders
Begrüßung und einführende Worte
Gabriele Heinisch-Hosek
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst
Johanna Monschein und die Kinderbuchforschung
Univ.-Doz. Dr. Ernst Seibert, Universität Wien
Prof. Dr. Otto Brunken, Universität Köln
Biographische Forschung - Abenteuer mit ungewissem Ausgang
Dr. Edith Stumpf-Fischer
Im Anschluss lädt Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek zu einem kleinen
Buffet.
Es wird gebeten, die Einladung beim
Eintritt vorzuweisen.
U.A.w.g. : Tel. 01 795 40 104 E-Mail: gertrude.enderle-burcel@oesta.gv.at
Johanna Monschein (1907-1997) erlebte alle einschneidenden geschichtlichen
Ereignisse im Österreich des 20. Jahrhunderts vom Ende der Habsburger-Monarchie
bis zum Beitritt zur Europäischen Union. Nach dem Kriegsende trat sie in den
diplomatischen Dienst und wurde 1959 die erste Botschafterin Österreichs. Als
scharfe und geistreiche Beobachterin verfasste sie Analysen ihrer Gastländer,
äußerte sich über Faschismus und Neonazismus, über Kunst und Literatur, aber
auch über Mode und Kochkunst. In ihren Briefen und Tagebüchern schildert sie
pointiert Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Bruno Kreisky oder Herbert von
Karajan.
Sie hat im Lauf ihres Lebens eine bedeutende Sammlung alter Kinderbücher
zusammengetragen, erwarb hohe fachliche Kenntnisse auf diesem Gebiet und war
Wegbereiterin der historischen Kinderbuchforschung in Österreich. Aus ihren
Aufzeichnungen und den Erzählungen der Menschen, die sie kannten, entsteht das
Bild einer starken und faszinierenden, aber auch zutiefst einsamen
Persönlichkeit. Das Buch enthält zahlreiche Photos sowie eine CD, auf der
Johanna Monschein selbst über ihr Leben erzählt.
ReferentInnen:
Heinisch-Hosek, Gabriele: Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst.
Seibert,
Ernst: Dozent am Institut für
Germanistik der Universität Wien.
Stumpf-Fischer, Edith: Dr.in,
Ministerialrätin i. R., bis 1995 Leiterin der Abteilung
für wissenschaftliches
Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen des BMWF.
Buchpräsentation
Mittwoch, 21. Oktober, 18.30
Uhr
Lustvolle Hinterfragung des Kapitalismus
Der
präsentierte Band „Die Welt, ein System von
Annahmen“ ist bereits das dritte Buch von Alfred
Hirschenberger, der seine
politische Sozialisation noch durch die Arbeiterbewegung der
Zwischenkriegszeit
erfahren hat.
Im ersten Teil setzt Hirschenberger sein Augenmerk
auf die Schöpfungskraft der Sprache. Sie ist es, die mythisch
verklärt und
scheinbar Selbstverständliches schafft. Der Autor zieht uns in
ein lustvolles
Hinterfragen des etablierten Weltbildes und des mit ihm verbundenen
Wirtschaftsgeschehens hinein. Alle Welt verteufelt den
Turbokapitalismus, dem
guten alten Kapitalismus nachtrauernd. Es gehört nicht zum
guten Ton, dessen
Entwicklung nachzuspüren.
Im zweiten Teil des Textes wird das System
Kapitalismus in seine Bauteile zerlegt. Der Versuch,
„sezierend zu erklären“,
bietet weder Lösungsmodelle noch politische Strategien und
erst recht keine
einfachen Erklärungsmuster an. Und dennoch ist daraus ein
parteiischer Essay
geworden, in dem Alfred Hirschenberger die Konsequenzen
kapitalistischer Logik
aufzeigt.
Heimo Gruber (Wien):
Alfred
Hirschenbergers Weg zur Literatur – Grundlagen und
Bedingungen seines
Schreibens
Peter Fleissner
(Wien):
Präsentation
und Besprechung des Buches „Die Welt, ein System von
Annahmen. Eine lustvolle
Hinterfragung des Systems
‚Kapitalismus’“
Im Anschluss daran liest der Schauspieler und Regisseur Alfred Rupprecht aus den Werken Alfred Hirschenbergers.
Diskussion
mit Alfred Hirschenberger (Wien)
ReferentInnen:
Fleissner,
Peter: Vorstandsmitglied von
transform.at; bis 2006 Professor am Institut für
Gestaltungs- und
Wirkungsforschung der TU Wien.
Gruber,
Heimo: Bibliothekar in den
Wiener Städtischen Büchereien, Koordinator des
Arbeitskreises kritischer
Bibliothekar/inn/e/n.
Hirschenberger, Alfred, Schriftsteller, ehemaliger Werkzeugmacher und Betriebsleiter.
Rupprecht, Alfred: Schauspieler und Regisseur
Podiumsdiskussion und
Buchpräsentation
Stoppt die Druckerpressen!
Zum Zusammenhang von
Medienwesen und Rassismus in Österreich
Zehn Jahre nach dem Tod von Marcus Omofuma berichten österreichische Medien
teilweise immer noch völlig unkritisch über schwerste Verfehlungen der Polizei:
Todesfälle, Folter, Misshandlungen. Bei Fällen von rassistisch motivierter
Gewalt durch BeamtInnen der österreichischen Polizei werden Opfer verleumdet,
TäterInnen und Tatverdächtige kategorisch in Schutz genommen.
Welche Wirkung hat eine
Berichterstattung, die rassistische Stereotype und Vorurteile bedient, auf das
Denken und Handeln der LeserInnen? Wie hat der österreichische Journalismus auf
die Kritik an der medial aufbereiteten Kriminalisierung der afrikanischen
Communities in Folge der Polizeiaktion
!Operation Spring" reagiert? Und wie stellt
sich das Verhältnis der Medien zu RepräsentantInnen der Staatsgewalt in einem
internationalen Vergleich dar?
Über
diese und andere Fragen diskutieren:
Araba Evelyn Johnston-Arthur (Institut
für Afrikawissenschaften / Institut für Politikwissenschaft, Uni Wien; Verein
Pamoja)
Irene Brickner (Redakteurin
Der Standard)
Petra Herczeg (Institut für Publizistik-
und Kommunikationswissenschaft, Uni Wien,
Autorin der Studie Integration und Inszenierung: Der 'Fall Arigona' in den
österreichischen Medien)
Renée Winter
(Historikerin, Autorin des Buches Nicht
alle Weißen
Karin Zauner (Dissertantin
am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft; Diplomarbeit zu Einstellungen
österreichischer ChronikjournalistInnen zum Thema Migration)
Moderation: Gerd Valchars (Grüne
Bildungswerkstatt Minderheiten)
Nähere Informationen: http://www.ohneaufenthaltstitel.blogspot.com
Version: 18. Deze,ber
2009
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