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Institut für Wissenschaft und Kunst

Symposien, Vorträge, Buchpräsentationen
im Sommersemester 2010


Symposien

Workshop

Buchpräsentationen, Lesung


Die Veranstaltungen finden - wenn nicht anders angegeben - im IWK, 1090 Wien, Berggasse 17, statt.



Symposion  
Donnerstag, 11. März, bis Samstag, 13. März
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Negative Sozialphilosophie
Konzept: Burkhard Liebsch (Universität Bochum), Andreas Hetzel (TU Darmstadt), Hans Rainer Sepp (Universität Prag)
 
Die interdisziplinär orientierte Tagung fächert ein breites Spektrum von Phänomenen negativer Sozialität auf. Einerseits ist es plausibel, deren Aufhebung, Entschärfung oder Regelung anzustreben; andererseits kann argumentiert werden, dass Gemeinschaften und Gesellschaften mit unaufhebbarem Widerstreit, innerem Konflikt oder dem sogenannten „Unvernehmen“ (Rancière) leben müssen. Diesem Spannungsfeld widmet sich die Tagung. Sie unternimmt den Versuch, diese negativen Erfahrungen (Antagonismus, Missverständnis, Entfremdung etc.) aus einer sozial- und kulturphilosophischen Perspektive näher zu untersuchen und damit auch gängige Konzepte des Sozialen einer grundlegenden Revision zu unterziehen. Diese Revision wird parallel auch in anderen Diskursen und in Nachbardisziplinen betrieben, etwa in der Soziologie mit der Renaissance von Helmuth Plessners „Grenzen der Gemeinschaft“ und in der Revision des Politischen durch AutorInnen wie Jean-Luc Nancy, Nicole Loraux und Alain Badiou.
 
Donnerstag, 11. März,
15.30 Uhr

Begrüßung: Thomas Hübel (IWK)
Einführung: Burkhard Liebsch (Bochum)
 
16.00 Uhr
Burkhard Liebsch (Bochum):
Grenzen eines dialektischen Negativismus
Zum Konzept einer negativistischen Sozialphilosophie
 
17.15 Uhr
Andreas Hetzel (Darmstadt)
Alterität
Zur leeren Mitte der Kommunikation


 
Freitag, 12. März
9.00 Uhr
Arthur Boelderl (Linz):
Unterbrechung der Ökonomie – Ökonomie der Unterbrechung

10.15 Uhr
Tobias Klass (Wuppertal):
Schweigen
Zum Zentrum von Kafkas sozialer Welt
 
11.30 Uhr
Andreas Oberprantacher (Innsbruck):
Entfremdung
Unheimliche Seiten des Arbeitens
 
12.45 Uhr Mittagspause
 
14. 00 Uhr
Sophie Loidolt (Wien):
Indifferenz
Ontologische Struktur, anthropologisches Faktum oder geschichtlich-gesellschaftliche Entwicklung?
 
15.15 Uhr
Hans Rainer Sepp (Prag):
Widerstand
Zwischen pathischer Negation und negativer Aktion
 
16.30 Uhr Pause
 
16.45
Tatiana Shchyttsova (Vilnius):
Missverständnis
Dialektik und Hermeneutik generativer Verhältnisse


Samstag, 13. März
9.00 Uhr
Sandra Lehmann (Wien):
Hass
Haltung des Unversöhnlichen
 
10.15 Uhr
Andreas Niederberger (Frankfurt am Main):
Willkür
 
11.45 Uhr
Michael Staudigl (Wien):
Rassismus: Zur Phänomenologie leibhaftiger sozialer Inferiorisierung


ReferentInnen und KoordinatorInnen:  

Boelderl, Arthur: Dozent an der Katholisch-theologischen Universität Linz.

Hetzel, Andreas: Privatdozent für Philosophie an der TU Darmstadt, Lehrbeauftragter für Philosophie in Innsbruck sowie für Medienwis­senschaften in Klagenfurt

Klass, Tobias: Juniorprofessor am Philosophischen Seminar der Universität Wuppertal.

Lehmann, Sandra: Studium der Philosophie, Theologie und Judaistik, Promotion 2002 zum Existenz- und Geschichtsdenken des Phänomenologen Jan Patočka.

Liebsch, Burkhard: apl. Professor an der Universität Bochum.

Loidolt, Sophie: Lehrbeauftragte für Philosophie an den Universitäten Wien und Klagenfurt.

Niederberger, Andreas: Professor am Institut für Philosophie der Uni Frankfurt am Main.

Oberprantacher, Andreas: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Innsbruck.

Staudigl, Michael: Philosoph, Projektleiter des FWF-Projekts „The Many Faces of Violence“; Visiting Fellow am IWM.

Sepp, Hans Rainer: Dozent an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität Prag.

Shchyttsova, Tatiana: Professorin für Philosophie, European Humanities University in Vilnius.






Symposion
Freitag, 19. März, 15.00-19.00 Uhr
 
Zur Archäologie des politischen Wissens und der politisch-kulturellen Bildung
Teil 2: Theorie und Geschichte gewerkschaftlicher Bildung in Österreich
am Beispiel von Richard Wagner (1888-1941)
Konzept und Organisation: Johann Dvořák, Günther Sandner
 
In dieser Veranstaltungsreihe werden wichtige, aber verdrängte oder vergessene Theorien und Denkansätze aus diversen Bereichen von Wissenschaft und Kunst der späten Habsburger-Monarchie sowie der Ersten Republik herausgearbeitet und auf ihre Aktualität hin untersucht. In Fortsetzung und Vertiefung der Tagung vom November 2009 werden am Beispiel von Richard Wagner (1888-1941), einem der wichtigsten Historiker und Theoretiker der österreichischen Gewerkschaften, Grundsätze und Probleme gewerkschaftlicher Organisation und Bildungsarbeit dargestellt und diskutiert.
 
Johann Dvořák (Wien):
Zur Theorie der Kultur und zur Kultur der Arbeiterklasse
 
Günther Sandner (Wien):
„Faust“ als Thema der Ideologiekritik bei Otto Neurath und Richard Wagner
 
Brigitte Pellar (Wien):
Richard Wagner und die Bildungsarbeit der freien Gewerkschaften
 
Sabine Lichtenberger (Wien):
Auf der Spurensuche – Bericht einer biografischen Annäherung an Richard Wagner

ReferentInnen und Koordinatoren:  

Dvořák, Johann: Univ. Doz., Politikwissenschaftler und Historiker, Studien­gangsleiter am Institut für Politikwissenschaft (Uni Wien).

Lichtenberger, Sabine: wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Geschichte der Gewerkschaften und Arbeiterkammern, Arbeiter­kammer-Archiv


Pellar, Brigitte: Dr.in Geschichtswissenschafterin, Universitätslektorin, ehemalige Leiterin des Instituts zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und der Arbeiterkammern.

Sandner, Günther: Dr., Politikwissenschaftler an der Universität Wien.






Symposion  
Donnerstag, 15. April  bis Freitag, 16. April

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Frauenbiografieforschung
Theoretische Diskurse und methodologische Konzepte
Konzeption und Organisation: Susanne Blumesberger, Ilse Korotin
 
Das gegenwärtige Konzept von frauenspezifischer bzw. feministischer Biografieforschung begreift sich als ein offenes Programm, das vielfältige Anknüpfungspunkte zu aktuellen theoretischen Diskussionen in der Geschlechterforschung aufweist. Widmete sich die Biografieforschung mit wenigen Ausnahmen politisch, künstlerisch oder in anderen Lebensbereichen herausragenden Einzelpersönlichkeiten, so wendet sie sich nun vermehrt auch größeren Gruppierungen sowie unauffälligen, aber exemplarisch als wertvoll erachteten Fallstudien und Lebensläufen zu. Die Rekonstruktion und Analyse von Lebensläufen und Sinnkonstruktionen – oftmals auf der Basis biografischer Erzählungen oder persönlicher Dokumente – verflicht individuelle Erfahrung und gesellschaftliche Bedingtheit. Geschlechtssensible Interpretationen fokussieren dabei das grundsätzliche Problem der Differenz zwischen der „tatsächlichen“ (historisch überlieferten), der erlebten und der erzählten Lebensgeschichte.
Die Frauenbiografieforschung stellt auf Grund ihres komplexen Forschungsansatzes und durch die sich daraus ergebenden disparaten Ergebnisse seit Längerem ein wichtiges Korrektiv zu bislang gültigen wissenschaftlichen Einschätzungen von biografischen Verläufen und von Epochen dar. Die These, dass Geschlecht biografisch konstruiert ist, stellt nicht nur eine Weiterentwicklung feministischer Theorie zur sozialen Konstruktion von Geschlecht dar, sondern zeigt auf vielen Ebenen eine politische und gesellschaftsverändernde Wirkung.
 

Donnerstag, 15. April
9.00 Uhr:
Eröffnung: Susanne Blumesberger, Ilse Korotin
 
9.30 Uhr:
Patricia Tesch (Bochum):
Hadwig von Schwaben – War die Herzogin eine Frau?
 
10.00 Uhr:
Michaela Bill-Mrziglod (Saarbrücken):
Geschlecht als Thema katholischer Leichenpredigten des 17. Jahrhunderts

11.00 Uhr:

Gesa Finke (Oldenburg):
Arbeit am Gedächtnis
Die Komponistenwitwe als Nachlassverwalterin

11.30 Uhr:
Sarolta Lipóczi (Kecskemét):
Theresia Brunswick (1775-1861) als Begründerin des ersten Kindergartens in der Habsburger Monarchie in Buda (1828)
 
Mittagspause

14.00 Uhr:
 
Eberhard Demm (Lyon, Koszalin):
Else Jaffé von Richthofen
Methodologische Probleme einer Frauenbiographie

14.30 Uhr:
Marion Röwekamp (Harvard):
Die Biographie der Juristin Marie Munk (1885-1978) als empirisch-theoretische Studie zu Gender, Recht und Biographie.
 
15.30 Uhr:
Hadwig Kraeutler (Wien):
Die Forschung zu Leben und Wirken der Museologin Alma S. Wittlin (1899-1990)
 
16.00 Uhr:
Wulfhard Stahl (Bern):
Wanda von Sacher-Masoch (1845-1933?): Annäherung an eine bekannte Unbekannte
 
19.00-20.00 Uhr:
Präsentationen von Projekten und Datenbanken
Katia Frey, Eliana Perotti (Zürich):
A feminine theory of urban design (18th-21th centuries)
 
Sarah Guddat, Sabine Hastedt (Bremen):
Geschlecht im Fokus. Literatur als Schnittstelle von Autorinnenbiografie, Werk und sozialen Verhältnissen

 
Petra Unger (Wien):
Frauenspuren in Wien
Frauenstadtgeschichtsforschung und -vermittlung in Wien
 


Freitag, 16. April
9.00 Uhr:
Susanne Blumesberger, Ilse Korotin
Zwischenbilanz
 
9.30 Uhr:
Rebekka Denz
(Bamberg):
Die Biografik der Lubliner Bundistin Bela Shapiro (1891-1943/44?)
 
10.00 Uhr:
Ursula Schneider, Annette Steinsiek (Innsbruck):
Zur biographischen Konstruktion des Verhältnisses von „Werk“ und „Leben“ am Beispiel der Schriftstellerin Christine Lavant (1915-1973)
   
11.00 Uhr:
Karin Herrmann (RWTH Aachen):
Frauen. Leben. Schreiben.
Marlene Streeruwitz’ Roman „Nachwelt“ als kritischer Versuch über die Biografie
 
11.30 Uhr:
Monika Ankele
(Wien):
„Denn ich habe ja doch noch mich selber“ – Von den Möglichkeiten praxistheoretischer Ansätze für die Frauenbiografieforschung
 
Mittagspause
 
14.00 Uhr:
Wolfgang Gippert (Köln):
Frauenreiseschriften als kultur- und bildungshistorische Quellen
 
14.30 Uhr:
Heide Inhetveen
(Göttingen), Mathilde Schmitt (Innsbruck), Ira Spieker (Dresden):
Vom Einzelporträt zur Kollektivbiographie
Pionierinnen des ökologischen Landbaus
 
15.30 Uhr:
Sonja Niehaus
(Berlin, Wien):
Ella G.: eine genderspezifische Untersuchung der Biografie einer jüdischen Holocaust-Überlebenden im Rahmen eines Oral History-Projekts über Antisemitismus in NS-Deutschland
 
16.00 Uhr:
Ute Luise Fischer (Dortmund):
Fallrekonstruktionen zur Biografie- und Gesellschaftsanalyse
 
16.30 Uhr:
Schlussdiskussion



ReferentInnen und KoordinatorInnen:  

Ankele, Monika: Dr.in, Studium der Geschichte in Graz, Wien, Berlin.

Bill-Mrziglod, Michaela: Studium der Katholischen Theologie und Ger­manistik an der Universität des Saarlandes.

Blumesberger, Susanne: Dr.in, Mitarbeiterin am IWK und an der Universitätsbibliothek Wien. Lehrauftrag an der Universität Wien.

Demm, Eberhard: emeritierter Professor für  „Civilisation allemande” an der Universität Lyon; Professor für deutsche Geschichte an der TU Koszalin (Polen).

Denz, Rebekka: arbeitet an einer Disseration „Freiheiten und Unfreiheiten. Sozialistisch, weiblich, jüdisch: Jüdische Sozialistinnen in Deutschland und Polen im Spiegel ihrer publizistischen Tätigkeit (1918-1939)“

Finke, Gesa: wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Musik der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg; Promotionsvorhaben zu Constanze Mozart.

Fischer, Ute Luise: Mitarbeiterin an der Wirtschafts- und Sozialwissen­schaftlichen Fakultät der TU Dortmund, Forschungsprojekt „Ge­schlechtsspezifische Sinnerfüllung“.

Frey, Katia: Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich.

Gippert, Wolfgang: Akademischer Rat am Lehrbereich für Historische Bildungsforschung/Gender-History der Universität zu Köln. Arbeitsschwerpunkte: Historische Bildungsforschung, Biografiefor­schung, Gender-History.

Guddat, Sarah: M.A., Studium der englischen und skandinavischen Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen mit dem Schwerpunkt postcolonial studies. Seit 2009 Mitarbeit in der „Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V.“

Hastedt, Sabine: Diplompolitologin mit dem Schwerpunkt Gender Studies, Mitarbeit in der „Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V.“ und im Referat für Chancengleichheit an der Hochschule für Künste Bremen.

Herrmann, Karin: Juniorprofessorin für Allgemeine Literaturwissen­schaft / Analyse literarischer Konzepte an der RWTH Aachen; Lei­terin des interdisziplinären Forschungsprojekts „Brain / Concept / Writing“.

Inhetveen, Heide: emeritierte Professorin für Land- und Agrarsoziolo­gie, Rurale Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Göttingen.

Kraeutler, Hadwig: Dr.in, Museologin und Mitarbeiterin der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien (Aufbau und Leitung der Abteilung Publikumsbetreuung, heute Kunstvermittlung und Besucherservice, 1992 bis 2001; seit 2002 im Bereich Museologie, Konzepte, Projekte tätig).

Lipóczi, Sarolta: Professorin an der Pädagogischen Fakultät der Hochschule Kecskemét, Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft/ Abteilung Deutsche Sprache und Literatur.

Niehaus, Sonja: M.A., Dissertationsprojekt „Haltung und Verhalten von nichtjüdischen Deutschen gegenüber Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich“.

Perotti, Eliana: Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich.

Röwekamp, Marion: Historikerin und Juristin, Harvard. Zurzeit arbeitet sie als John F. Kennedy Fellow am Center for European Studies in Harvard.

Schmitt, Mathilde: Dr.in, Studium der Agrar- und Sozialwissenschaften, Forschungsschwerpunkte: Rurale Frauen- und Geschlechterforschung.

Schneider, Ursula: Dr.in, Mitarbeiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck und Mitglied der Interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung.

Spieker, Ira: Dr.in, Kulturwissenschaftlerin am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden. Forschungsschwerpunkte: Ländliche Gesellschaften, Area Studies, Wissenschaftsgeschichte, Frauen- und Geschlechterforschung.

Stahl, Wulfhard: Studium der Germanistik und Anglistik in Hannover, Bibliothekar im World Trade Institute.

Steinsiek, Annette: Dr.in, Mitarbeiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck und Mitglieder der Interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung.

Tesch, Patricia: Wissenschaftliche Hilfskraft im Historischen Institut der Ruhr-Universität Bochum, Bereich „Geschichte des Früh- und Hochmittelalters und historische Hilfswissenschaften“.

Unger, Petra: M. A., Expertin für Gender Studies und Feministische Forschung, Kulturvermittlerin, Autorin und Begründerin der Wiener Frauenspaziergänge.

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Symposion
Freitag, 23. April 15.00-19.00 Uhr

J.S. Machar, die tschechische Moderne
und die Prozesse der (Selbst-)Aufklärung in Wien in der späten Habsburger-Monarchie
 
Josef Svatopluk Machar (1864-1942) war in der späten Habsburger-Monarchie maßgeblich beteiligt an der tschechischen literarischen Erneuerungsbewegung, die 1895 mit dem „Manifest der tschechischen Moderne“ an die Öffentlichkeit trat. Gleichzeitig wurden seine Texte ins Deutsche übersetzt und in Verlagen, die sich um Volksbildung und insbesondere um die Bildung der arbeitenden Klassen bemühten, publiziert. In dieser Tagung soll – aus Anlass der Neuauflage seines Prosabuches „Rom“– an einen bedeutenden Vertreter der zentraleuropäischen Kultur der Moderne und an deren politische Bedeutung erinnert werden.
 
Johann Dvořák (Wien):
Die tschechische Moderne, Aufklärung und der Radikalismus in der Wiener Arbeiterbewegung
 
Wolfgang Beutin (Stormarn):
Jan Hus und die hussitische Revolution in der historischen Tradition und in Machars „Rom“
 
Heidi Beutin (Stormarn):
Die Tschechische Moderne, die Frauenbefreiung und das Bild der Frau in Machars „Rom“
 
Florian Ruttner (Wien):
Machar, Masaryk und die Erste Tschechoslowakische Republik
 

Neuerscheinung:
Josef Svatopluk Machar: Rom. Geschrieben 1906-07. Neuauflage der Übersetzung von Emil Saudek (Prag 1908). Mit Vorwort, Einleitung, Kommentar und Register von Heidi Beutin und Wolfgang Beutin. Badenweiler: Wissenschaftlicher Verlag Dr. Michael P. Bachmann, 2010.


ReferentInnen und KoordinatorInnen:
 
Beutin, Heidi: Politologin und Germanistin, Wissenschaftspublizistin.

Beutin, Wolfgang: Germanist und Historiker, Privatdozent an der Universität Bremen; zahlreiche Veröffentlichungen zur Literaturge­schichte des Mittelalters, der frühen Neuzeit und der Moderne.

Dvořák, Johann: Univ. Doz., Politikwissenschaftler und Historiker, Studien­gangsleiter am Institut für Politikwissenschaft (Uni Wien)

Ruttner, Florian: Politikwissenschafter, schreibt an einer Dissertation uber Edvard Beneš.




Workshop
Mittwoch, 19. Mai, 15.00 Uhr

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Der weibliche Blick?
Eine Geschichte der Wahrnehmung und Interpretation
Konzept und Organisation: Susanne Blumesberger
 
Wie man die Umwelt wahrnimmt und interpretiert, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem vom verfügbaren Wissen, vom soziokulturellen Umfeld und vielem mehr. Der Workshop soll sich mit der Frage beschäftigen, ob es gerechtfertigt ist, von einem weiblichen Blick auf die Welt zu sprechen, und wenn ja, wie dieser spezielle Blick charakterisiert werden kann, welche Bedingungen vorhanden sein müssen, damit dieser Blick auch öffentlich sichtbar wird, und vor allem auch, wie sich dieser Blick manifestiert.
Der Workshop stellt auch den Versuch dar, eine Zwischenbilanz über zwölf Jahre Frauenbiografieforschung (siehe www.biografia.at) zu ziehen, eine Art Rückschau auf die bisherigen Forschungsschwerpunkte zu unternehmen und zugleich einen neuen Arbeitskreis vorbereiten. Es ist nämlich geplant, in den nächsten Semestern Frauen aus Politik, Wissenschaft und Kunst vorzustellen, die sich die Umwelt auf eine innovative Weise erfahrbar gemacht, die neuartige Wahrnehmungen und Interpretationen der Wirklichkeit entwickelt und dies auch zum Ausdruck gebracht haben. So haben zum Beispiel Frauenaktivistinnen zunächst einen Blick abseits vom Mainstream auf die Gesellschaft geworfen, Künstlerinnen „ermalen“ oder „erschreiben“ sich die Welt auf ihre Weise, und Wissenschafterinnen fokussieren möglicherweise andere Probleme als ihre männlichen Kollegen.
 
15.00 Uhr
Susanne Blumesberger: Begrüßung
 
15.15 Uhr
Ilse Korotin (Wien):
„Ich glaube, dass ich imstande gewesen wäre in der Philosophie etwas zusagen“ (Rose Rand) – Überlegungen zu Philosophinnen im Exil
 
15.45 Uhr
Karin Nusko (Wien):
Weiblicher Widerstand? Rollenzuschreibung und Selbstreflexion von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
 
16.15 Uhr
Rahel Rosa Neubauer (Wien):
„Ihr egoistischen Jungens!“ Die Rolle der deutsch-jüdischen Frauen in Prag zu Beginn des 20. Jahrhunderts
 
16.45-17.15 Pause
 
17.15 Uhr
Brigitte Bischof (Wien)
Ein weiblicher Blick auf die Natur? Naturwissenschafterinnen in Wien
 
17.45 Uhr
Christine Kanzler (Wien):
Frauen erleben die Berge. Selbstzeugnisse von Alpinistinnen des 19. und 20. Jahrhunderts
 
18.15 Uhr
Susanne Blumesberger (Wien):
Gibt es einen weiblichen Blick in der Kinder- und Jugendliteratur?
 
18.45
Schlussdiskussion
 
Ausklang mit Brot und Wein


Referentinnen und Koordinatorinnen:

Bischof, Brigitte: Physikerin; Forschungsschwerpunkte: Physikgeschichte und Frauen in den Naturwissenschaften; u. a. Organisatorin der Ausstellung "Physikerinnen, 100 Jahre Frauenstudium an den Physikalischen Instituten der Universität Wien", Bearbeiterin des Moduls "Naturwissenschaftlerinnen" für das IWK-Projekt "biografiA". Publikation: „...junge Wienerinnen zertrümmern Atome ...“ – Physikerinnen am Wiener Institut für Radiumforschung (Mössingen-Talheim 2004).  

Blumesberger, Susanne: Dr.in, Mitarbeiterin am IWK und an der Universitätsbibliothek Wien. Lehrauftrag an der Universität Wien.

Korotin, Ilse: Dr.in, Wissenschaftshistorikerin, Leiterin der IWK-Doku­mentationsstelle Frauenforschung und des Projekts „biografiA“ (http://www.biografia.at).

Kanzler, Christine: Dr.in, Theaterwissenschaftlerin, Erwachsenen­bildnerin. Forschungsschwerpunkte: Exilforschung ,Biografieforschung

Neubauer, Rahel Rosa: Mag.a, Komparatistin, Lehrbeauftragte der Universität Wien.


Nusko, Karin: Mag.a, Studium der Volkskunde, Philosophie und Geschichte; Arbeitsschwerpunkt: Frauenforschung; derzeit Mitarbeiterin des IWK-Projekts „Österreichische Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“





 
Lesung
Freitag, 26. März, 18.30 Uhr

Kostüm und Maske
Ein (ver)lustvoller Reigen der Identitäten

Anneliese Rieger präsentiert eine literarische Collage aus eigenen Gedichten, Kurzgeschichten und Textfragmenten. Die unterschiedlichen Textgattungen kreisen um das Begehren und die damit einhergehenden Enttäuschungen im Kontext des Sich-Kostümieren. Dabei sind die literarischen Figuren der Kurzgeschichten und Gedichte ebenso zerbrechlich wie die menschliche Identität. 
 
Lesung mit Anneliese Rieger (Wien)
 
Rieger, Anneliese: Studentin der Philosophie und Germanistik, Schriftstellerin, Aufführung des Theaterstücks „Das Neue Forschungsprojekt“ (Textbuch, Regie und Schauspiel), im Dezember 2008 und Jänner 2009, schauspielerische Mitwirkung bei Produktionen des Studierenden Theaters „Stuthe“, Lesungen im Einbaumöbel, Café Kafka und Literaturhaus Wien, Infos unter www.myspace.com/penibelartig.




Buchpräsentation
Dienstag, 27. April, 18.30 Uhr

Wenn die eigene Familie erforscht wird …
 
Von böhmischen Wilderern und wandernden Hutmachergesellen, von rebellischen Holzhackern im Waldviertel, von Wirtsleuten in Klosterneuburg und Schneidern in Semlin, von Uhrmachern und Schafmeistern im Weinviertel, von mährischen Bauern und Prager Bürgern, von Fabriksarbeitern im Steinfeld und Dienstmädchen in Wien, von k.u.k. Offizieren und ihren Ehefrauen, von Armut und Wohlstand, vom Heiraten und Kinderkriegen in guten und schlechten Zeiten, vom Sterben im Krieg, vom Überleben und vom Wiederaufbau danach berichtet Evamaria Glatz ihrem neuen Buch.
Alle Menschen, von denen die Rede ist, sind ihre direkten Vorfahren, deren Lebensgeschichten sie teilweise bis ins 16. Jahrhundert aufgespürt hat. Was bringt jemanden dazu, die eigene Familie im Kontext der sozialen und politischen Geschichte Mitteleuropas zu erforschen?
 
Buchpräsentation mit Evamaria Glatz (Wien), Moderation: Gert Dressel (Wien)  

Gert Dressel: 
Dr. Historiker und Fortbildner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung an der IFF Wien (Alpen-Adria-Universität), Leiter, Berater und Mitarbeiter zahlreicher biografieorientierter Forschungs- und Bildungsprojekte.

Evamaria Glatz: Dr.in phil, Studium der Klassischen Philologie, Germanistik und Psychologie in Wien, langjährige Tätigkeit im öffentlichen Dienst als Psychologin und Sozialmanagerin in der Betreuung von Kinder und Jugendlichen.




Buchpräsentation
Mittwoch, 5. Mai, 18.30 Uhr
 
Einige Gründe für den Ausschluss von Künstlerinnen
aus dem kulturellen Gedächtnis
 
Der Band beruht auf Forschungen aus über dreißig Jahren und wählt die klassischen Form einer Literaturgeschichte. Der Zusammenhang der Literatur von Frauen mit den politischen und sozialen Entwicklungen, die sie vorbereitet, begleitet oder bekämpft, wird immer wieder hergestellt. Dieser Zusammenhang ist bei den Frauen oft deutlicher (z.B. Naturalismus, generell soziales Engagement in der Literatur) als bei der Literatur von Männern, die, dem Genie-Gestus verpflichtet, stärker von Individualismus und Opposition zur Gesellschaft geprägt ist.
Zum ersten Mal wird hier die Produktion von Frauen nicht in ein isoliertes Kapitel abgeschoben, sondern sie wird kontinuierlich mit der von Männern verglichen, in die traditionelle Literaturgeschichte eingeordnet, an der Adaptionen vorgenommen werden müssen – die Addition ist keine rein mechanische, sondern sie führt zu Strukturveränderungen.
 
Buchpräsentation mit Sigrid Schmid-Bortenschlager  
Sigrid Schmid-Bortenschlager: Österreichische Schriftstellerinnen 1800-2000. Eine Literaturgeschichte. Darmstadt: WBG 2009.
 
Schmid-Bortenschlager, Sigrid: lehrte an der Universität Salzburg, Portland University, University of Illinois (Salzburg Programs), Gastprofessuren an den Universitäten Graz, Paris VIII und XII und Utrecht. Publikationen (Auswahl): Konstruktive Literatur. Bonn: Bouvier 1985, Eigensinn und Widerstand. Schriftstellerinnen  der Habsburgermonarchie (gemeinsam mit Christa Gürtler) Wien: Ueberreuter 1999, ,Erfolg und Verfolgung. Österreichische Schriftstellerinnen 1918-1945.  Salzburg: Residenz 2002 (gem. mit Christa Gürtler), Hermann Broch - éthique et ésthetique. Paris: PUF 2001
 


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