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Buch- und Projektpräsentationen
im Wintersemester 2011/12

Donnerstag, 16. Februar 2012, 19.00 Uhr, Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog, Armbrustergasse 15, 1190 Wien
Buchpräsentation und Podiumsdiskussion
Vorboten der Barbarei
Zum Massaker von Utøya
Rainer Just, Philologe, Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Wien
Gabriel Ramin Schor, Philosoph, Kunstuniversität Linz
Wolfgang Moitzi, Sozialistische Jugend Österreichs
Moderation: Isolde Charim, Philosophin
Am 22. Juli 2011 explodierte eine Autobombe im Regierungsviertel von Oslo; kurz danach wurde auf der Insel Utøya ein Ferienlager der sozialdemokratischen Jugend überfallen, wobei neunundsechzig Menschen getötet wurden. In unmittelbarer Reaktion vermutete man einen Anschlag islamisch-fundamentalistischer Terroristen; umso größer, weil unheimlicher, waren dann der Schrecken und das Staunen, als man erfahren musste, dass hier ein konservativer „Kreuzritter“ in den Krieg gezogen war, um für die Wiederherstellung längst überkommener Werte der abendländischen Kultur zu kämpfen.

Rainer Just, Gabriel Ramin Schor (Hrsg.), Vorboten der Barbarei. Zum Massaker von Utøya, Laika-Verlag Hamburg 2011
Mit Beiträgen von: Isolde Charim, Gabriel Ramin Schor, Georg Seeßlen, Rainer Just, Slavoj Žižek, Klaus Ganglbauer.
Die Publikation wurde durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) gefördert.

Die Buchpräsentation findet statt im Rahmen der von Isolde Charim kuratierten "Demokratie reloaded", Anmeldung: Tel.: 3188260/20, Fax: 318 82 60/10,  Email: einladung.kreiskyforum@kreisky.org

In Zusammenarbeit mit dem Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog und der Sozialistischen Jugend Österreichs.




Mittwoch, 18. Jänner 2012, 19.00 Uhr, IWK
Buchpräsentation
Christina Kaindl-Hönig
Theater ohne Illusionen
Georg Büchners Ästhetik der Emanzipation
Podiumsdiskussion mit Christina Kaindl-Hönig, Ulf Birbaumer und Anton Thuswaldner
In Verschränkung mit dem historischen und kulturphilosophischen Kontext veranschaulicht Theater ohne Illusionen die Auffassung, dass Georg Büchners Dramen als stringente Fortführung seiner politischen, sozialrevolutionären Praxis mit den Mitteln des Theaters aufgefasst werden können. Beginnend mit Dantons Tod und kulminierend in Woyzeck, versuchte Büchner bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts, mit einer materialistisch fundierten Ästhetik ein geschichtsbewusstes Erkenntnismittel von Realität bereitzustellen.
Christina Kaindl-Hönigs Buch zeigt, wie Büchners kritische Konzeption eines 'Theaters ohne Illusionen' den entlarvenden Blick auf gesellschaftliche Herrschaftsstrukturen zu schärfen sucht, um mit dieser Ästhetik der Emanzipation in den Menschen das Bewusstsein für selbstbestimmtes Handeln zu erwecken. Vor dem Hintergrund der inszenatorischen Verhüllungen heutiger Medien gewinnt dieser politisch-ästhetische Ansatz ungeahnte Aktualität.

Christina Kaindl-Hönig
Theater ohne Illusionen
Georg Büchners Ästhetik der Emanzipation
Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Literaturwissenschaft, Band 19
426 Seiten, Paperback
Marburg: Tectum Verlag, 2011

Christina Kaindl-Hönig studierte Theaterwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien und arbeitete mit zahlreichen internationalen Regisseuren im Sprechtheater und in der Oper. Seit 2001 ist sie als freie Autorin mit dem Schwerpunkt auf Theater für österreichische, deutsche und Schweizer Printmedien tätig. Zudem unterrichtet sie als Lektorin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien und arbeitete von 2009 bis 2011 als freie Dramaturgin für
das Schauspiel der Salzburger Festspiele.

Ulf Birbaumer ist emeritierter Professor am Institut für Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Schwerpunkte: Erforschung der Commedia dell'arte und ihrer Entwicklung bis heute sowie europäisches Volkstheater, Avantgardebewegung im 20. Jahrhundert, Theater nach 1945.

Anton Thuswaldner arbeitet als Literaturkritiker für mehrere deutsche und österreichische Zeitungen und Zeitschriften; Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik (1996).

Einladung als PDF


Donnerstag, 27. Oktober, 19.00 Uhr
Buchpräsentation
Veranstaltungsort: Kunsthalle Wien project space, Treitlstraße 2, Karlsplatz, 1040 Wien,
Sophia Panteliadou / Elisabeth Schäfer (Hg.)
Gedanken im freien Fall
Vom Wandel der Metapher
Wien: Sonderzahl, 2011

Die theoretische Fragestellung inwiefern Metaphern unser Denken und Handeln lenken, hat seit jeher die Forschung beschäftigt. Das »Metaphorische« als jedem Sprechen von der Metapher vorausgehend zu betrachten, impliziert, dass es kein Sprechen über die Metapher gibt, das nicht selbst schon von metaphorischer Struktur bedingt wäre. Dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen, macht eine Wende im Denken dieses Feldes unerlässlich.
Die Autorinnen und Autoren von Gedanken im freien Fall gehen dieser Verschiebung im Denken nach, ihren Beiträgen ist die Idee grundgelegt, dass sich Zeichen von der immanent vorhandenen Struktur des Metaphorischen her definieren, dass in dieser Struktur jedes Zeichen sich auf etwas anderes bezieht und nicht aus diesen Bezügen zu lösen ist. Was ein Zeichen ist und was es sagt, liest sich somit vom Anderen her, in dessen »Bannkreis« und affektivem Feld es sich befindet. Innerhalb dieses Spektrums werden Fragen zu Identifikation und Bedeutung, Identität und Differenz thematisiert. »Veränderung«, »Verschiebung« – ein ›Shifting‹ – im traditionellen Denken von Metaphern bilden den Schwerpunkt der Auseinandersetzung.

Mit Arno Böhler, Sophia Panteliadou und Elisabeth Schäfer
Moderation: Thomas Eder

Veranstaltung in Kooperation mit dem Sonderzahl Verlag und der Kunsthalle.


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Präsentation des Projekts The Art of Knowing (the limits of knowledge), das sich 2010/11 ausgehend von der Frage nach dem Nicht-Gewussten mit den spezifischen Wissensformen der Künste und der Geisteswissenschaften beschäftigt hat.


Freitag, 18. November 2011, 19.00 Uhr
Ort: Garage X Theater, Petersplatz 1, 1010 Wien
Plumpe Spekulation I (Deaktivierung)
19.00:  Nachtlektion Nr. 1: Über das Zaudern (Film mit Joseph Vogl, von K. Harrasser und H. Hurtzig), Tischgespräche & Vorträge
20.00: 1 poor & one 0BADco Zagreb (die Gruppe BADco hat an der Biennale Venedig 2011 teilgenommen)
21.00: Tischgespräche, Vorträge und Screenings
 
u.a. mit Gabu Heindl, Helmut Lethen, Tomislav Medak, Nikolina Pristas, Drehli Robnik, Katja Rothe, Michael Stampfer, Benjamin Steininger, Ingo Zechner

Der erste Abend widmet sich Momenten des Utopischen in der Deaktivierung, dem Aussetzen, der Umkehr einer Bewegung. 1 poor and one 0 analysiert hierfür mit szenisch-choreographischen Mitteln die ersten Filmaufnahmen der Geschichte überhaupt: Die Bewegungsformen jener ersten Szene der Filmgeschichte, in der ArbeiterInnen die Fabrik verlassen. Joseph Vogl thematisiert das Zaudern als einen Schatten des Handelns, der mehr ist als Stillstand der Bewegung: Das Innehalten und Zögern macht Zeit- und Geschichtserfahrung erst möglich und stimuliert damit den Möglichkeitssinn.

GARAGE X Theater Petersplatz
Abendkassa: ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn
Reservierungen: reservierung@garage-x.at
Preise: 1 Abend: 19 €, Ermäßigungen: 10 €
2 Abende: 24 €, Ermäßigungen: 15 €

Programm als PDF

Detailprogramm als PDF

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Samstag, 19. November 2011, 19.00
Ort: Garage X Theater, Petersplatz 1, 1010 Wien
Plumpe Spekulation II (Soziale Choreographie)
19.00: Tischgespräche, Vorträge und Screenings
20.00: We Shall Be Strong in Our Weakness, eine Präsentation des J R M I P mit Yael Bartana, Susanne Sachsse und Marc Siegel (Yael Bartana ist  Teilnehmerin der Biennale Venedig 2011)
21.00: Tischgespräche, Vorträge und Screenings
 
u.a. mit Gudrun Ankele, Barbara Kapusta, Bernd Kräftner, Judith Kröll, Dominic Oley, Sergej Pristas, Marc Ries, Constanze Ruhm, Benjamin Steininger, Axel Stockburger, Isabel Warner

Der zweite Abend kreist um den Begriff der Sozialen Choreographie, der Utopie von Gemeinschaft durch Anordnung von Körpern im Raum. Ausgangspunkt ist hier Yael Bartanas und dreiteiliges Filmprojekt J R M I P, das von der Katastrophe der Vertreibung der Juden und der Unmöglichkeit einer Wiedergutmachung ausgehend, eine Vision politischer Multipolarität entwickelt.

GARAGE X Theater Petersplatz
Abendkassa: ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn
Reservierungen: reservierung@garage-x.at
Preise: 1 Abend: 19 €, Ermäßigungen: 10 €
2 Abende: 24 €, Ermäßigungen: 15 € 

Detailliertes Programm als PDF

Detailprogramm als PDF

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Eine Veranstaltung von: The Art of Knowing (the limits of knowledge), Karin Harrasser, Alexander Martos
Einrichtung der Beobachtungs- und Selbstbeobachtungsinstanzen: Hannah Hurtzig
 
Wir denken uns politische und persönliche Entscheidungen im Alltag als notwendig und herleitbar. Gerade im Faktischen und Sachlichen lauert jedoch Erpressung. Denn Wirklichkeitsbehauptungen dienen nicht selten dazu, strategische aber im Kern kontingente Handlungen als unausweichlich und unhinterfragbar darzustellen. Dagegen lassen sich Techniken der Spekulation in Anschlag bringen. Die Spekulation ist eine visuelle Operation, die angebliche Sachzwänge aushebelt und Alternativen in den Blick treten lässt; eine Denkbewegung, die einen Wirklichkeitsausschnitt festhält und extrapoliert, die lieber Fragen stellt als Antworten gibt, die Konfliktherde ausleuchtet anstatt das Feuer zu löschen. Die Spekulation ist gleichzeitig eine alltägliche, wie eine schwer entwirrbare ökonomische Praxis, die Gewinn aus dem Ungewissen schlägt. Im ökonomischen Kalkül zirkulieren in hoher Geschwindigkeit Spekulationen um abstrakte Werte.
Plump sind die Spekulationen des Abends im Sinne Bertolt Brechts und Walter Benjamins. Als plumpes Denken bezeichnen sie die Herstellung von (Sprach)Bildern, deren Anschaulichkeit nicht darauf abzielt, Abstraktionen zu illustrieren oder Modelle zur Weltgestaltung herzustellen, sondern umzingelt von Widersprüchen – und in pädagogischer Absicht – Position zu beziehen. Es geht also um ein Denken, das seine Freiheit nicht in der Abwendung von der Wirklichkeit gewinnt, sondern in einem Anschmiegen an ihre Unwägbarkeiten. Durch die Verpflichtung auf eine Antizipation seiner möglichen Effekte wird so ein Denken aber auch gewunden, stolpernd – plump eben.

Charismatische Berater (Nicolas Siepen, Helmut Lethen) bieten an beiden Abenden Einzelgespräche an: 1968, Arabischer Frühling, Proteste in Spanien und Griechenland, die Occupy-Wall-Street-Bewegung in New York vermischen sich medial mit der vermeintlich großen Krise des Kapitalismus zu einer Erzählung mit aufforderndem Charakter. Wie soll man sich verhalten – Repolitisierung, Mobilisierung, Deaktivierung?
 
BADco und Yael Bartana sind TeilnehmerInnen der Biennale Venedig 2011.
Performances in englischer Sprache, Begleitprogramm in deutscher und englischer Sprache
 
Veranstalter des Abends ist das Projekt The Art of Knowing (the limits of knowledge), das sich ausgehend von der Frage nach dem Nicht-Gewussten mit den spezifischen Wissensformen der Künste und der Geisteswissenschaften beschäftigt hat.
Gefördert vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF), unterstützt und begleitet von  Garage X und IWK.



Rückblick SS 2011





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