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Buch- und Projektpräsentationen
im Sommersemester 2011

Buchpräsentation und Diskussion
Freitag, 8. April, 18.30 Uhr, Akademie der bildenden Künste Wien, Hörsaal M20, Schillerplatz 3, 1010 Wien
Streit im Bild: Zwei Bücher zu Film, Politik, Ästhetik und Geschichte bei Jacques Rancière
Eine Theorierevue in Wort und Clip mit den AutorInnen und HerausgeberInnen Thomas Hübel, Siegfried Mattl, Vrääth Öhner, Drehli Robnik, Joachim Schätz und Ruth Sonderegger.
Präsentation der Bücher:
Drehli Robnik, Thomas Hübel, Siegfried Mattl (Hrsg.): Das Streit-Bild. Film, Geschichte und Politik bei Jacques Rancière. Wien, Berlin: Turia+Kant 2010.
Drehli Robnik: Film ohne Grund. Filmtheorie, Postpolitik und Dissens bei Jacques Rancière. Wien, Berlin: Turia+Kant 2010
Einladungskarte...


Buchpräsentation
Dienstag, 10. Mai, 18.30 Uhr
Ilse Korotin (Hg.):
„Die Zivilisation ist nur eine ganz dünne Decke ...“ Ella Lingens (1908-2002). 

Ärztin – Widerstandskämpferin – Zeugin der Anklage
(= biografiA - Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung, hg. v. Ilse Korotin; 8)
Wien: Praesens Verlag 2011
An Ella Lingens – Juristin, Ärztin und Widerstandskämpferin – zu erinnern bedeutet auch, die Verflechtung eines individuellen Lebens mit den bedeutsamen zeithistorischen Phänomenen aufzuzeigen. Aus einer bürgerlichen Familie stammend, wandte sie sich im Roten Wien früh der Sozialdemokratischen Partei zu. Im kulturradikalen Kreis um Karl Motesiczky gewann die Psychoanalyse an Bedeutung, später, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, die in diesem Kontext gegründete antifaschistische Widerstandsgruppe. Daraufhin folgten Denunziation, Verhaftung und Deportation nach Auschwitz, aber Ella Lingens überlebte als nichtjüdische Ärztin den Holocaust. In der Nachkriegszeit erfüllte Ella Lingens neben ihrer beruflichen Tätigkeit als leitende Mitarbeiterin im Sozialministerium unermüdlich eine Reihe von wesentlichen Aufgaben: Als „Zeugin der Anklage“ brachte sie die Kraft auf, 1964/65 im Auschwitz-Prozess auszusagen, als Zeitzeugin ging sie in Schulen und zu LehrerInnenseminaren. Ihr 1947 verfasster autobiografischer Bericht „Prisoners of Fear" (deutsch: „Gefangene der Angst.“ Wien 2003) ist ein Klassiker der frühen analytischen Literatur zum KZ-System und ein Meilenstein der Erinnerungsliteratur. Zum 100. Geburtstag von Ella Lingens nahmen WissenschafterInnen am IWK Bezug auf wichtige Stationen ihres bewegten und inhaltserfüllten Lebens, um diese mit aktuellen Forschungsfragen und -ergebnissen zu ergänzen. Die Dokumentation der Tagungsbeiträge wurde ergänzt durch Interviews, Originaltexte und Archivmaterial. 




Zeitschriftenpräsentation
Mittwoch, 8. Juni, 19.30 Uhr, IWK:
Präsentation von polylog Nr. 24 zum Thema "Übersetzen" und Jour Fixe der WiGiP
Mit Anand Amaladass, Bianca Boteva-Richter und Franz Martin Wimmer

Dass eine Zeitschrift, in der philosophische Themen in weltweiter Kommunikation angesprochen werden sollen, Übersetzungen enthält, liegt auf der Hand. Seit Beginn erscheint polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren auf Deutsch, aber die Texte darin waren zu einem guten Teil zunächst in anderen Sprachen geschrieben. Wir halten es nicht für ausgemacht, dass alle philosophisch bedeutsamen Ideen der Menschheit in einer einzigen Sprache artikuliert werden, sondern gehen davon aus, dass alle Sprachen in dieser Hinsicht gleichrangig sind und dass jede Sprache ihre eigenen Vorzüge und Kompetenzen wie auch ihre Mängel hat.
In der Nummer 24 von polylog bildet Übersetzen den Themenschwerpunkt, wobei nicht nur sprachliche, sondern auch kulturelle Schwierigkeiten und Möglichkeiten des Übersetzens thematisiert werden.

Prof. Dr. Anand Amaladass SJ, lehrt Philosophie, Sanskrit und tamilische Literatur in Chennai-Madras (Indien) und Wien.
Dr. Bianca Boteva-Richter, Studium der Japanologie und Philosophie; Buch: Der Methodentransfer nach Watsuji Tetsuro. Ein abendländisch-asiatischer Vorschlag für das Arbeiten im interkulturellen Bereich. Nordhausen: Traugott Bautz, 2009.
a.o. Prof. i.R. Dr. Franz Martin Wimmer lehrt Philosophie in Wien und Innsbruck.



Freitag, 1. Juli, 19.00 Uhr, Institut Français de Vienne, Währinger Straße 30, 1090 Wien
Vortrag und Buchpräsentation

Alice Pechriggl (Klagenfurt):
Ist die Dialektik in der Philosophie der Andersheit aufgehoben oder aufgelöst?
Versuch einer an-a-lysis im Anschluss an Hegel und Lévinas
Von Hegel zu Lévinas radikalisieren sich die Begriffe des Anderen, der Andersheit, der Veränderung. Bei Lévinas fungiert das Weibliche bzw. die Weiblichkeit als Paradigma des Anderen. Der Vortrag geht von der Ausgangsthese aus, dass dabei Integration und Vermittlung im Veränderungsprozess weitgehend durch spezifische Spaltungsprozesse im Denken ersetzt werden.

Alice Pechriggl:
Philosophin, Professorin am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt, Philosophin und Gruppenpsychoanalytikerin, studierte an den Universitäten Wien und Florenz sowie an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris Philosophie, Politologie und Alte Geschichte. Sie war Gastprofessorin u. a. an den Universitäten Paris VIII St. Denis und Paris I Sorbonne und ist seit 2003 Professorin am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt. Letzte Monographie: Eros, Wien 2009, UTB/Facultas.

Im Anschluss an den Vortrag präsentiert Britta Keintzel das von ihr und Burkhard Liebsch (Universität Leipzig) herausgegebene Buch:
Hegel und Levinas
Kreuzungen, Brüche und Überschreitungen
Hg. von Brigitta Keintzel und Burkhard Liebsch
Freiburg i. Breisgau: Alber 2010.
Thema des Buches ist das Verhältnis zwischen Hegel und Levinas, das in der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts zu den faszinierendsten und komplexesten Problemfeldern gehört. Die hier initierten Debatten, die DenkerInnen wie Jacques Derrida oder Luce Irigaray angeregt und beeinflusst haben,  kreisen um Kernthemen der Philosophie wie etwa die Frage nach Identität und Alterität oder das Spannungsfeld von Legitimation und Dekonstruktion.

Brigitta Keintzel:
Dr.in phil., Forschungsschwerpunkte: Gender Philosophie und Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts. Arbeitet zur Zeit an Gender-Konzepten bei Franz Rosenzweig, Walter Benjamin und Jacques Derrida. Jüngste Veröffentlichung: Urteil und Gewissen: Hegel und Levinas im Vergleich. In: S. Lehmann / S. Loidolt, Urteil und Fehlurteil. Wien: Turia+Kant 2011.




Rückblick WS 2010/11
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