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Vortragsreihen, Seminarreihen, Lesekreise und Einzelvorträge im Sommersemester 2012





Die Veranstaltungen finden - wenn nicht anders angegeben - im IWK, 1090 Wien, Berggasse 17, statt.






Semesterprogramm als PDF

Jour fixe Bildungstheorie
Community-Ansätze in der Erwachsenenbildung
Eine Kooperation mit der Universität Wien/Institut für Bildungswissenschaften (Bettina Dausien), dem Ring Österr. Bildungswerke (Wolfgang Kellner) und Verband Österr. Volkshochschulen (Stefan Vater)
Community-Ansätze sind seit langem fixer Bestandteil der Erwachsenenbildung: als gemeindebezogene oder gemeinwesenorientierte Bildungsarbeit, als lokale Bildungs- und Kulturarbeit, als Stadtteilarbeit usw.– jüngere Konzepte sprechen von Lernenden Regionen, kommunalem Bildungsmanagement usw. Der Jour fixe Bildungstheorie befragt im Sommersemester 2012 den Wandel städtischer und ländlicher Community-Konzepte, insbesondere ihr politisches und kritisches Potenzial. Ein Anlass für das Thema ist die Berücksichtigung der Community-Orientierung in der jüngsten Fassung der nationalen Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich (LLL:2020) – unter dem Titel: „Verstärkung von „Community-Education“-Ansätzen mittels kommunaler Einrichtungen und in der organisierten Zivilgesellschaft“.
Im Rahmen der ExpertInnengespräche mit den ReferentInnen, jeweils am Vormittag nach den Vortragsabenden, werden ErwachsenenbildnerInnen Community-Ansätze aus der österr. Erwachsenenbildung zur Diskussion stellen.


Donnerstag, 26. April 2012, 19.00, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Ulrich Klemm (Augsburg/Leipzig):
Zum Wandel partizipativer Bildung und Kultur im ländlichen Raum
"Lernende Regionen" und "regionales Bildungsmanagement" sind die aktuellen Leitformeln für Bildungsinitiativen im ländlichen Raum. Traditionelle und "alternative" Formen lokaler Bildungs- und Kulturarbeit sowie ländlicher Erwachsenenbildung wurden durch Regionalisierungsprogramme mit neuen Entwicklungs- und Veränderungsimperativen konfrontiert. Im Rahmen einer kurzen kritischen Entwicklungsgeschichte ländlicher Bildungs- und Kulturarbeit von den 1980er Jahren bis heute werden aktuelle Chancen und Paradoxien partizipativer Bildung und Kultur im ländlichen Raum zur Diskussion gestellt

Ulrich Klemm ist derzeit Vertretung der Professur für Kompetenzentwicklung und lebenslanges Lernen an der Universität Leipzig, Forschungsschwerpunkte: regionale Erwachsenenbildung, Alternativ- und Antipädagogik, Anarchismus, Interkulturelle Pädagogik.

In Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung.


Freitag, 27. April 2012, 9.00 - 12.00 Uhr
Institut für Wissenschaft und Kunst, Berggasse 17, 1090 Wien
ExpertInnengespräch mit Ulrich Klemm
Das Gespräch gibt Gelegenheit, gemeinsam mit Ulrich Klemm die Thesen seines Vortrags vom 26. April eingehender zu debattieren oder auch eigene Forschungsfragen und -ansätze zur Diskussion zu stellen.
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at, 0664 45 43 103


Donnerstag, 10. Mai 2012, 19.00, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Kira Funke (Köln):
Befreiende Bildung: Anknüpfen an Paulo Freire
Die Befreiungspädagogik des Brasilianers Paulo Freire (1921-1997) wurde weltweit rezipiert und adaptiert, verknüpft mit ihrem Anspruch „Als Lehrer sind wir Politiker und Künstler“ politische und ästhetische Bildung, hat das emanzipatorische Potenzial nonformaler und informeller Bildungsarbeit erkannt und genutzt usw. Die Frage nach dem aktuellen Stellenwert von Freires "Pädagogik der Unterdrückten" mündet im Anspruch, Paulo Freire „neu zu erfinden“.

Kira Funke ist Erziehungswissenschaftlerin, Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln, Fachberaterin bei der Koordinationsstelle Kinderarmut in Köln, Forschungsschwerpunkte: Konstruktivistische Erziehungswissenschaft, Paulo Freire, Cultural Studies, Migration, aktive Zivilgesellschaft.

In Kooperation mit dem Paulo Freire Zentrum.


Freitag, 11. Mai 2012, 9.00 - 12.00 Uhr, IWK, Berggasse 17, 1090 Wien
ExpertInnengespräch mit Kira Funke
Das Gespräch gibt Gelegenheit, gemeinsam mit Kira Funke die Thesen ihres Vortrags vom 10. Mai eingehender zu debattieren oder auch eigene Forschungsfragen und -ansätze zur Diskussion zu stellen.
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at, 0664 45 43 103


Dienstag, 22. Mai 2012, 19.00, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Peter Jarvis (Surrey, UK):
Learning to Do: Learning to be a Self
Traditionally learning has been studied as a cognitive process but in this lecture, reflecting the second pillar of the Delors Report (1996), learning to do is the focus. The lecture is about learning throughout life rather than looking at children’s or adult learning specifically. The first part examines seven learning processes – some which are reactions to a stimulus and others that are pro-active. In the second part six implications of studying learning to do are examined concluding with the fact that the formation of the self comes through the processes of learning.

Peter Jarvis ist Professor of Continuing Education an der University of Surrey, Autor und Herausgeber von über 30 Büchern, zuletzt: Learning to Be a Person in Society (2009), The Routledge International Handbook of Lifelong Learning (2010).



Mittwoch, 23. Mai 2012, 9.00 - 12.00 Uhr, IWK, Berggasse 17, 1090 Wien
ExpertInnengespräch mit Peter Jarvis
Das Gespräch gibt Gelegenheit, gemeinsam mit Peter Jarvis die Thesen seines Vortrags vom 22. Mai eingehender zu debattieren oder auch eigene Forschungsfragen und -ansätze zur Diskussion zu stellen.
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at, 0664 45 43 103


Freitag, 15. Juni 2012, 19.00 Uhr, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Felicitas von Küchler (Offenbach):
Entwicklung kommunaler Bildungsräume: Erfahrungen aus der Lernen-vor-Ort-Initiative
"Lernen vor Ort" ist ein Projekt des BM für Bildung und Forschung in Deutschland. Ziel ist die Entwicklung eines „kohärenten Bildungsmanagements vor Ort“, das „die Bildungsstationen entlang der individuellen Lebensläufe systematisch aufeinander bezieht": von der Kinderkrippe über die Jugendfreizeit bis zur Erwachsenenbildung und von Schulen über Museen und Theater bis zur Bildung für SeniorInnen. Die Kurzdarstellung des Gesamtprojekts und konkrete Beispiele der Umsetzung vor Ort sollen die Diskussion über ein neues Verständnis kommunaler Bildungsräume eröffnen.
 
Felicitas von Küchler ist Erziehungswissenschaftlerin, Lehrbeauftragte an der Universität Bielefeld, Projektleitung von „Lernen vor Ort“ in Offenbach, Forschungsschwerpunkte: Qualitätssicherung in der Weiterbildung, Inklusion, Organisationsentwicklung, kommunales Bildungsmanagement.


Samstag, 16. Juni 2012, 9.00 - 12.00 Uhr, IWK, Berggasse 17, 1090 Wien
ExpertInnengespräch mit Felicitas von Küchler
Das Gespräch gibt Gelegenheit, gemeinsam mit Felicitas von Küchler die Thesen ihres Vortrags vom 14. Juni eingehender zu debattieren oder auch eigene Forschungsfragen und -ansätze zur Diskussion zu stellen.
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at, 0664 45 43 103


Workshop Bildungstheorie: Als Feedback-Veranstaltung zum Semesterprogramm wird der dreistündige Workshop Bildungstheorie angeboten. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich – Information/Anmeldung: Ring Österr. Bildungswerke (Tel.: 01 533 88 83, www.ring.bildungswerke.at).

Die Teilnahme an den Jour-fixe-Veranstaltungen und am Workshop ist als Seminar Bildungstheorie von der WeiterBildungsAkademie Österreich (www.wba.or.at) akkreditiert.

Der Termin für den Workshop wird in Abstimmung mit den TeilnehmerInnen fixiert.



Ring Österreichischer Bildungswerke  

    VOEV      

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PFZ

Uni Wien
Institut für Bildungswissenschaft







Interkulturelles Philosophieren in Theorie und Praxis
Jour fixe der WiGiP (Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie)
Koordination: Karin Kuchler
Philosophieren ist nicht nur eine kulturelle Tätigkeit, es findet immer auch in einem kulturellen Kontext statt. Einen solchen Kontext bot und bietet aber nicht bloß, wie generell angenommen, die okzidentale Kultur. Daher verstehen wir unter interkulturellem Philosophieren zunächst die Orientierung, philosophische Diskurse aus vielen verschiedenen Kulturen und Traditionen als gleichberechtigte Beiträge wahrzunehmen und zu respektieren. Es reicht aber nicht, verschiedene Philosophien vergleichend nebeneinander zu stellen. Philosophische Diskurse unterschiedlicher Traditionen sind in einen offenen gemeinsamen Raum zu leiten - damit sie in einem Polylog ihre Unterschiede verstehen, einander verändern und gemeinsame Positionen entwickeln können. Das Projekt interkulturelles Philosophieren wird von der Annahme getragen, dass Probleme unserer heutigen Welt nur durch Beiträge aller betroffenen Kulturen und Traditionen gelöst werden können. Die WiGiP versteht sich als ein Forum eines solchen philosophischen Polylogs. Mit dem Jour Fixe der WiGiP möchten wir dieses Forum zeitlich und räumlich öffentlich zugänglich machen.

Weitere Informationen zur WiGiP, alle Abstracts sowie eventuelle Workshops finden Sie unter http://www.wigip.org/



Montag, 7. Mai 2012, 18.30 Uhr, IWK
Franz Martin Wimmer (Wien):
Die Türkei, Europa und die Philosophie  Versuch einer Näherung
Ausgehend von Bildern des osmanischen Reiches beziehungsweise der Türkei in deutschsprachiger philosophischer Literatur und entsprechenden Europabildern in türkischsprachiger Literatur werden in diesem Vortrag folgende Fragen thematisiert:
  • Gibt es historisch ein Interesse der europäischen bzw. deutschen  Philosophiehistorie an philosophischen Diskursen in osmanischer oder türkischer Sprache? Wenn nicht: Wie sehen neuzeitliche deutsche Philosophen osmanische bzw. türkische Verhältnisse generell?
  • Gibt es Besonderheiten in osmanischen oder türkischen Darstellungen westlicher Philosophie im Vergleich zu okzidentalen Darstellungen und/oder zu Darstellungen aus anderen Regionen? Spielt dieses Thema insbesondere in Diskussionen im Zusammenhang mit der Entwicklung der Europäischen Union eine Rolle?
  • Welches Bild von Philosophie vermitteln neuere Studien über die Geschichte des Denkens im osmanischen Reich bzw. in türkischer Sprache? Wie wird darin der Status dieser Regionalgeschichte der Weltphilosophie im Verhältnis zu anderen Regionalgeschichten, insbesondere zur europäischen, gesehen?

Franz Martin Wimmer, Wiener Philosoph in interkultureller Orientierung. Publikationen u.a. zur Einführung in die interkulturelle Philosophie, Philosophiegeschichtsschreibung, Philosophie und
Globalität. Ehrenpräsident der Wiener Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie.

Montag, 11. Juni 2012, 18.30 Uhr
Ort: Seminar-Zentrum, Liechtensteinstraße 41, 1090 Wien

Präsentation der Nummer 26 von polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren
zum Thema
Selbstkultivierung. Politik und Kritik im zeitgenössischen Konfuzianismus
Mit Fabian Heubel und Ralph Weber
Chinesische Philosophie in Europa ist bislang selten mehr als ein historischer Gegenstand gewesen, der mit der Entwicklung moderner Philosophie und der Krise, mit der die intellektuelle Welt Chinas seit dem 19.Jahrhundert kämpft, wenig zu tun hat. Indem der zeitgenössische Konfuzianismus – in diesem Band geht es vor allem um den sogenannten »zeitgenössischen Neokonfuzianismus«, der sich nach 1949 in Hongkong und Taiwan herausgebildet hat – ins Zentrum rückt, wird die Perspektive in einer Weise verschoben, die es erlaubt, diesem bisher vernachlässigten Aspekt besser gerecht zu werden.
Insbesondere aus der Perspektive von Entwicklungen in der zeitgenössischen chinesischsprachigen Philosophie, für die inter- und transkulturelle Fragestellungen niemals schmückendes Beiwerk sein konnten, sondern konstitutive Bedeutung hatten und haben, tritt die Diskrepanz zwischen den Anforderungen an Philosophie in einer globalen Welt und die nach wie vor fest institutionalisierte Blindheit gegenüber allem, was jenseits des euro-amerikanischen Horizonts liegt, drastisch zutage.
Zum Inhaltsverzeichnis

Fabian Heubel ist Assiociate Research Fellow am Institute of Chinese Philosophy der Academia Sinica, Taipei.
Ralph Weber lehrt am Universitären Forschungsschwerpunkt "Asien und Europa" der Universität Zürich.



Montag, 9. Juli, 18.30 Uhr, IWK
Graham Parkes (Cork)
Nuclear Power after Fukushima 2011
Buddhist and Promethean Perspectives
The debate about nuclear power - given the dangers of global warming, should we meet our energy needs by building more nuclear power plants or by investing in carbon sequestration technologies to mitigate the effects of burning fossil fuels? -  is missing the fundamental point. We are unconsciously enacting the story of Prometheus by persisting in employing technologies to make life comfortable, even though this course of action is threatening our very survival.
The opposite of this approach is the Japanese Buddhist attitude, with its emphasis on the acceptance and celebration of impermanence. The impermanence inflicted on Japan by the atomic bombs dropped on Hiroshima and Nagasaki eventually showed the scientific world that
one significant long-term effect of ionizing radiation is cancer - mutations in individual cells that make them refuse impermanence.
This unsettling connection should encourage us to abandon nuclear power, while reflection on our Promethean drives should wean us away from fossil fuel burning. There are viable alternatives for
meeting more modest energy needs for all the world’s people.

Graham Parkes, born and raised in Glasgow, taught Asian and comparative philosophy for thirty years at the University of Hawaii before taking up his present position at Professor and Head of the Department of Philosophy at University College Cork, in Ireland, where he is also the founding director of the Irish Institute for Japanese Studies. Among his publications are: Heidegger and Asian Thought (ed., 1987), Nietzsche and Asian Thought (ed., 1991).




Jour fixe
Simulation komplexer Systeme - Forschen in der Von-Neumann-Galaxis
Koordination: Manfred Füllsack

Die Möglichkeit, das Verhalten komplexer Systeme am Computer zu simulieren, eröffnet zur Zeit einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen neue Forschungszugänge. Viele bisher für „dirigiert“ gehaltene Phänomene – von Tierschwärmen über Verkehrsstaus und Spezifika der Stadtentwicklung bis hin zu Märkten und sozialen Normen – entpuppen sich mit ihr als selbst-organisiert und lassen sich in ihren Parametern verändern und in ihrem Entstehen beobachten. Die bottom-up-Methode der Simulation macht Wirkungen sichtbar, die top down, also von ihrem Ergebnis her, oft auf andere Ursachen zurückgeführt würden. Sie scheint damit in der Lage, „altbekannte“ wissenschaftliche Fragen in ein  neues Licht zu rücken.
Die Veranstaltungsreihe will – Disziplinen-übergreifend – Personen, die an dieser Methode Interesse haben, eine gemeinsame Plattform bieten und den Austausch von Informationen und Neuigkeiten zu dieser Methode und entsprechenden Forschungsprojekten fördern.
Weitere Informationen: http://sim.econ.tuwien.ac.at/


Donnerstag, 22. März 2012, 19.00 Uhr, IWK
Florian Windhager (Wien):
Existence Analytics.  Ego, Komplexität und visuelle Analyse
Das Forschungsfeld der Visual Analytics arbeitet an der Entwicklung von Methoden, um auf visueller Basis Erkenntnisse aus großen Mengen von komplexen und oftmals widersprüchlichen Daten zu gewinnen. Der Ansatz kombiniert die Stärken der computerbasierten Datenanalyse mit den hervorragenden Fähigkeiten der menschlichen Wahrnehmung, Muster oder Trends optisch zu erfassen.
Mit Blick auf die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur dynamischen Netzwerkanalyse (ViENA) sondiert der Vortrag assoziativ Möglichkeiten und Grenzen der visuellen Analyse von komplexen anthropogenen Räumen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der dynamischen Lokalisierung und Analyse individueller Systeme (you are here) in den Makroszenarien der ‚Choreographie der Existenz‘ (Alan Pred).

Florian Windhager, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Kognition, Information und Management (KIM.research), Donau-Universität Krems. Studium der Philosophie, Psychologie und Soziologie an der Universität Wien. Forschungsbereiche: Wissensvisualisierung, Informationsdesign und dynamische Netzwerkanalyse. http://www.donau-uni.ac.at/opt/fdb/people/view/4294993455


Donnerstag, 10. Mai 2012, 19.00 Uhr, IWK
Jürgen Pfeffer (Wien):
The Importance of Local Clusters for the Diffusion of Opinions and Beliefs in Interpersonal Communication Networks
Opinions and beliefs are essential ingredients in the diffusion of innovation. We present a framework to model and simulate diffusion processes of opinions and beliefs in interpersonal communication networks. We introduce an algorithm to create stylized networks with attributes of real world interpersonal communication networks. We also introduce a simple, but expandable model for simulating the dynamics of the diffusion processes of opinions and beliefs. We apply network multi-agent simulations to show the importance of local clusters of connected agents for keeping opinions and beliefs endemic in a social system. We also argue that due to the structure of interpersonal networks, these local clusters have the capability to propagate opinions and ideas into the entire system.

Jürgen Pfeffer is a Post-Doctoral Associate at the School of Computer Science at Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA. His research focus is the dynamic analysis of large-scale real world networks.



Donnerstag, 24. Mai 2012, 20.00 Uhr, IWK
Katja Mayer (Wien):
"Matrizen analysieren, Graphen träumen"
Die Visualisierungen sozialer Netzwerke sind seit jeher wichtiger Bestandteil der sozialwissenschaftlichen Methode und ihrer Ausläufer. Der Vortrag wird einen Blick auf die Geschichte dieser Soziogramme werden, sowohl auf die Geschichte der Form des Knoten Kanten Diagramms, als auch auf die Geschichte ihrer Nutzung.

Katja Mayer
unterrichtet am Institut für Wissenschaftsforschung und am Institut für Soziologie der Universität Wien, und arbeitet derzeit für die Präsidentin des European Research Council an der Analyse von Geistes- und Sozialwissenschaften in der Förderlandschaft.


Donnerstag, 21. Juni 2012, 19.00 Uhr, IWK
Lukas Zenk
(Krems):
Dynamische Interaktionen: Die Evolution und Veränderung von interpersonaler Kommunikation

Bei den meisten Netzwerken werden Interaktionen zwischen Akteuren über eine längere Zeitdauer aggregiert und beispielsweise mit der Frage “Mit wem haben Sie in Ihrer Organisation in den letzten drei Monaten kommuniziert?” erhoben. Es werden dadurch wie bei einer Langzeitbelichtung wiederholende Interaktionen zwischen Menschen erfasst um soziale Muster visualisieren und analysieren zu können. Diese statischen Untersuchungen sind der Versuch komplexe dynamische Netzwerke zu reduzieren, um sie in einer zeitlosen Dimension zu analysieren.

Akteure interagieren jedoch über die Zeit: A spricht mit B, danach sendet B ein email an C usw. Dynamische Interaktionen stellen insofern die tatsächlich ablaufenden interpersonalen Kommunikationen dar, durch die soziale Muster erst über die Zeit emergieren. In dem Vortrag werden neueren Konzepte dynamischer Netzwerkanalysen vorgestellt und anhand eines Beispiels von virtueller Team-Kommunikation demonstriert.

Lukas Zenk, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement, Donau-Universität Krems. Individuelles Diplomstudium in Wirtschaftsinformatik, Soziologie und Psychologie, Promotion in Wirtschaftsinformatik (“Dynamische Team-Netzwerke und Performance”).








Feministische Theorie und Gender Studies

Konzept und Organisation: Susanne Hochreiter, Silvia Stoller

Die Vortragsreihe widmet sich aktuellen Themen aus dem Bereich der feministischen Theorie, der Gender Studies und der Queer Theory. Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Disziplinen präsentieren ihre Forschungsarbeiten und stellen sich der Diskussion.


Mittwoch, 21. März 2012, 18.30 Uhr, IWK
Marina Rauchenbacher (Wien):
Haare, Augen und andere Körperteile
Die Disposition von Bildern in der Rezeption Karoline von Günderrodes
Karoline von Günderrode, Literatin um 1800, wurde und wird vor allem aufgrund ihrer vielmythisierten Biografie rezipiert. In diesem Rezeptionsprozess werden wiederholt „Bilder“ aufgegriffen und fortgeschrieben. Neben den überlieferten Gemälden und Lithografien sind vor allem Bettina Brentanos / von Arnims detailreiche Beschreibungen diskursformierend. Die Imaginationen der Figur „Günderrode“ folgen dabei dem Dispositiv einer „idealen Frau“ mit „Pallasaugen blau von Farbe“.

Marina Rauchenbacher: Universitätsassistentin i. A. am Institut für Germanistik Wien; zuvor Assistentin im FWF-Projekt "Kunst im Text" in Salzburg und Wien; Dissertationsprojekt zur Rezeption Karoline von Günderrodes; Mitherausgeberin des Handbuchs der Kunstzitate.


Mittwoch, 18. April 2012, 18.30 Uhr, IWK
Erzsébet Barát (Budapest):
Systematic Contingency Instead of Pure Arbitrariness – How to Conceptualize Linguistically Articulated Injuries?
In my talk I wish to re-think how to approach the various forms of hate-speech in Hungarian media discourses. The public discussions in the liberal-left media about hate speech, using anti-Semitic labelling serves as a precedent for thinking strategically about discrimination against other minorities, with a particular focus on homophobic stigmatization.

Erzsébet Barát: Associate Professor am Department of English, University of Szeged, und Gastprofessorin am Department of Gender Studies an der Central European University (CEU) in Budapest.


Mittwoch, 9. Mai 2012, 18.30 Uhr, IWK
Ursula Knoll (Wien):
Geständige Nazis
In meinem Dissertationsprojekt beschäftige ich mich mit Gegenwartsliteratur, die sich mit sexualisierenden Narrativen an NS-TäterInnenschaft abarbeitet. Reetabliert die Sexualisierung den geschlechtlich codierten Gegensatz von „monster“ und „ordinary men“ als Grundnarrativ im Sprechen über TäterInnen, oder gelingt es den Texten, über einen Diskurs des Obszönen die Ikonografie des sexualisierten Nazis als Teil der westlichen Nachkriegskultur kritisch zu reflektieren?

Ursula Knoll: Studium der Germanistik, Judaistik und Romanistik in Wien, Studienaufenthalte in Bishkek (Kirgistan) und Washington DC. Dissertantin und freischaffende Dramatikerin.


Mittwoch, 16. Mai 2012, 18.30 Uhr, IWK
Gabriele Michalitsch (Wien):
Geschlechter-(Re)Produktion: Eine feministische Kritik der politischen Ökonomie
Wie (re)produziert das gegenwärtige politökonomische System das Geschlecht? Von dieser Frage ausgehend analysiert der Vortrag vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise, wie Geschlecht in politökonomische Strukturen eingelassen ist, welche Mechanismen dessen Reproduktion sicherstellen und wie diese miteinander verknüpft sind. Produktion, Reproduktion und Konsum werden dabei in ihrem Zusammenhang beleuchtet und im Hinblick auf die Zurichtung geschlechtlicher Subjekte untersucht. Auf dieser Grundlage problematisiert der Vortrag die Relation von Staat und Ökonomie, den herrschenden Begriff von Wirtschaft und deren Geschlechterdimensionen.

Gabriele Michalitsch: Politikwissenschaftlerin und Ökonomin und lehrt an den Universitäten Wien und Innsbruck


Mittwoch, 27. Juni 2012, 18.30, IWK
Kajsa Widegren  (Göteborg):
Another Girl’s Room
Sex, Age and Sexuality in Maria Lindberg’s, Anna Maria Ekstrand’s and Helene Billgren’s Images of Girls
“The girl’s room” is a metaphor grounded in the feminist theoretical and literary tradition. It is used to grasp the specific double-bind of the girl’s situation in late-modern times. On the one hand, the girl’s room offers a separate space for girls, giving freedom to explore practices that transgress the norms of girlhood. On the other hand, however, the room’s enclosed space can be a threat of invisibility, especially in relation to sexual abuse.
This lecture revolves around Swedish contemporary women artists and the ways in which they engage visually with critical discourses on sex, age and sexuality. It will show how their work reacts to the construction of sexual abuse against girls as a societal problem. Secondly, their relation to postmodern artistic strategies and their interest in reshaping traditional notions of girls and sexuality shall be discussed.

Kajsa Widegren is a lecturer in Gender Studies at the University of Gothenburg, Sweden, and an art critic for the newspaper Expressen GT. "Her book Another Girl's Room: Sex, Age and Sexuality in Maria Lindberg, Anna Maria Ekstrand and Helene Billgren's Images of Girls" was published in Swedish in 2010. It focuses on sexualized representations of girls in contemporary Swedish art and culture.

In Kooperation mit dem Initiativkolleg "Gender, Violence and Agency in the Era of Globalization"





Silvia Stoller: Universitätsdozentin am Institut für Philosophie der Universität Wien

Susanne Hochreiter: Universitätsassistentin am Institut für Germanistik der Universität Wien




Digitale Objekte sichern, archivieren und rasch verbreiten

Das digitale Langzeitarchivierungssystem Phaidra an der Universität Wien
Eine Einführung

Mit
Susanne Blumesberger
(Wien)
Diese Veranstaltung dient zur Einführung in den Umgang mit Phaidra ("Permanent Hosting, Archiving and Indexing of Digital Resources and Assets"), dem Digital Asset Management System mit Langzeitarchivierungsfunktionen der Universität Wien.
Phaidra erfüllt vielfältige Aufgaben: Es kann als sicherer Speicherort für wertvolle digitale Objekte verwendet werden. Auch eigene digitalisierte Objekte oder „digital-born“-Objekte können in Phaidra gespeichert werden. Jedes Objekt, das mit Lizenzen und ausführlichen Metadaten versehen wird, erhält einen persistenten Link, der eine beständige Zitiermöglichkeit bietet. Die Zugangsberechtigung kann für jedes archivierte Objekt nach Bedarf vergeben werden. Daraus ergibt sich eine Fülle an Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Anlegen von Bildersammlungen oder das Archivieren von wertvollen Audio- bzw. Videodokumenten. Phaidra wird auch in der Lehre und Forschung verwendet. Lehrmaterialien können in Phaidra archiviert, mit Zugangsberechtigungen auf bestimmte Personen oder Institute versehen und zu Sammlungen zusammengefügt werden. Eine wichtige Funktion ist auch die rasche Publikationsmöglichkeit von Forschungsergebnissen, Beiträgen oder audiovisuellen Materialien Lehrender und Studierender.
Der aktive Umgang mit Phaidra, das heißt das Speichern und Verlinken von Objekten, ist – ohne bürokratische Hürden – offen für Angestellte der Universität Wien und Externe, die diese Berechtigung erhalten, sowie für Studierende mit u:net-Account.

Das Recherchieren und Ansehen der Inhalte ist für jede/n ohne Einloggen möglich.

Die Serviceseite (http://phaidraservice.univie.ac.at) gibt einen ersten Einblick in das System.

Termine:
Dienstag, 13. März, 18.30 Uhr, IWK
Montag, 23. April, 18.30 Uhr, IWK
Montag, 4. Juni, 18.30 Uhr, IWK
Donnerstag, 14. Juni, 18.30 Uhr, IWK


Susanne Blumesberger ist Mitarbeiterin im IWK und im Langzeitarchivierungssystem Phaidra an der Universitätsbibliothek Wien.

 



Suchterkrankungen:
Ursachen, präventive Maßnahmen, Therapien
Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit der Aktion für 0,0 Promille
Koordination: Peter Wasservogel


Dienstag, 20. März 2012, 18.30 Uhr, IWK
Franz Pietsch (Wien):
Europäische Suchtpolitik - quo vadis?
Ausgehend von den Rahmenbedingungen auf internationaler und europäischer Ebene, werden Aspekte der Drogenproblematik im legalen und illegalen Bereich einschließlich substanzungebundener Süchte behandelt. Der Vortragende spricht auch die aktuellen Problemstellungen bei der Koordinierung und Kooperation der unterschiedlichen Stakeholder an (Europäische Kommission, Rat der Europäischen Union, Europarat, Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, International Narcotics Control Board, Commission on Narcotic Drugs). Dies gibt Gelegenheit, Trends und Entwicklungen im Bereich der illegalen Drogen einschließlich neuer psychoaktiver Substanzen sowie legaler Drogen (Alkohol, Tabak) aufzuzeigen und Lösungsansätze und Strategien dazu zu diskutieren.

Franz Pietsch: Jurist, Leiter der Abteilung II/1 (Ombudsstelle für Nichtraucherschutz, Rechts- und Fachangelegenheiten Tabak, Alkohol und substanzungebundene Süchte sowie Internationale Suchtangelegenheiten) im Bundesministerium für Gesundheit.

Hier können Sie die Powerpoint-Präsentation von Franz Pietsch als PDF ansehen    >>>


Dienstag, 24. April 2012, 18.30 Uhr
Richard Felsleitner (Wien):
Süchte und andere Störungen im Pflichtschulbereich
"
Kinder machen Probleme, weil sie Probleme haben"
Der Referent stellt das Wiener Modell der schulischen Integration verhaltensauffälliger, ausgrenzungsgefährdeter, dissozialer und normabweichender Kinder vor. Es beinhaltet Sucht- und Gewaltprävention durch integrative Maßnahmen (BeratungslehrerInnen, psychagogische BetreuerInnnen, Projektklassen und Schulsozialarbeit) im Bereich der Wiener Pflichtschulen.

Richard Felsleitner ist seit 1996/1997 Bezirksschulinspektor. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören die Sonderpädagogischen Zentren für sozial und emotional benachteiligte Kinder, die Sonderpädagogischen Zentren für körper- und sinnesbehinderte Kinder, die Heilstättenschule - Schule im Krankenhaus sowie die Fachaufsicht der LehrerInnen für "Soziales Lernen" in der Wiener Schulsozialarbeit.

Dienstag, 19. Juni 2012, 18.30
Daniela Haluza (Wien):
Suchtentwöhnungen am Beispiel Nikotin: Quo vadis?
Die Referentin erläutert die neurobiologischen Grundlagen von Süchten an Hand der Nikotinabhängigkeit und deren negativen Gesundheitsfolgen auf den menschlichen Organismus. Sobald der/die RaucherIn den Entschluss gefasst hat, mit dem Zigarettenrauchen aufzuhören, können unterschiedliche Entwöhnungsstrategien einzeln oder in Kombination die gewünschte längerfristige Nikotinabstinenz erzielen. 

Daniela Haluza, Dr.in med.univ., Universitätslektorin und Ärztin an der Medizinischen Universität Wien, ist am Institut für Umwelthygiene des Zentrums für Public Health im Bereich Krebsprävention und Umweltmedizin tätig. Sie besitzt ein Zertifikat für Raucherentwöhnung der Wiener Ärztekammer und hält regelmäßig Fachvorträge zum Thema Rauchen und Passivrauchen.




Druckgraphik erlesen – erforschen – erleben
Eine Gesprächs- und Vortragsreihe mit Philipp Maurer

in Kooperation mit dem Künstlerhaus und "Um:Druck – Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur"

Druckgraphiken sind vervielfältigte und verbreitete Bilder, die seit dem 15. Jahrhundert unsere Wahrnehmung und Beurteilung von Alltag, Geschichte, Politik und Kunst wesentlich beeinflussen oder sogar prägen. Zeitgenössische KünstlerInnen bedienen sich der traditionellen und der digitalen Methoden der Bildherstellung und nehmen mediale Aufgaben der Bilder in der Gegenwart wahr. Um der Druckgraphik gerecht zu werden, dürfen ihre Geschichte und ihre aktuellen Formen nicht mehr als reine Kunstgeschichte dargestellt, sondern Druckgraphik muss als wesentlicher Teil der Medien- und Sozialgeschichte erkannt werden.

Die Um:Druck-Gespräche wollen Geschichte und Theorie von Druckgraphik und Bildmedien vermitteln, die sozialen und politischen Botschaften der Druckgraphik analysieren sowie junge DruckgraphikerInnen einem interessierten und fachkundigen Publikum präsentieren. Um:Druck-Gespräche leisten einen rationalen und kontroversiellen Diskurs über Kunst, lassen ExpertInnen zu Wort kommen und nehmen die Expertisen der DiskutantInnen ernst.

Philipp Maurer, Kulturwissenschafter, Studium der Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte an der Universität Wien, langjähriger Direktor der Kleinen Galerie, Wien, Herausgeber von "Um:Druck - Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur".

Donnerstag, 12. April 2012, 18.00 Uhr, Künstlerhaus:
Zur Kulturgeschichte der Druckgraphik
Warum Druckgraphik entstehen musste.
Philipp Maurer behandelt die gesellschaftlichen, ideologischen und ökonomischen Entwicklungen im 15. Jahrhundert, die zur Entstehung und zum Erfolg der vervielfältigten und verbreiteten Bilder und ihrer besonderen Eigenschaften und Qualitäten führten.


Donnerstag, 3. Mai 2012, 18.00 Uhr, Künstlerhaus
Zur Kulturgeschichte der Druckgraphik
Totentänze.
Herwig Zens und Philipp Maurer über öffentliche Bilder vom Spätmittelalter bis heute, ihre ästhetischen Formen und ideologischen Funktionen. Von Hrastovlje über Basel bis Lübeck, von HAP Grieshaber über Hammerstiel bis Zens – von den Wanderungen und Fortschreitungen einer Idee.


Donnerstag, 24. Mai 2012, 18.00 Uhr, Künstlerhaus
Zur Kulturgeschichte der Druckgraphik
Piranesis Antike
Johann Dvořák und Philipp Maurer über Giovanni Battista Piranesis Rekonstruktion der Antike in seinen Radierungen und die europaweite Verbreitung eines neuen und zeitgenössischen Rom-Bildes durch reisende Engländer.


Donnerstag, 31. Mai 2012, 18.00 Uhr, Künstlerhaus 
Zur Kulturgeschichte der Druckgraphik
Fotographie und Druckgraphik

Jan Svenungsson, Professor für Druckgraphik an der Universität für angewandte Kunst, Michael Schneider und Philipp Maurer präsentieren anhand aktueller Ausstellungen und Projekte alte und neue Formen der Verbindung von Fotographie und Druckgraphik.

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Wissenschaft und Kunst im Wiener Künstlerhaus
Die Um:Druck-Gespräche sind das Gesprächsforum von Um:Druck – Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur


Kuenstlerhaus                         UM:DRUCK





Lesekreis:
Philosophie auf Türkisch
Koordination: Franz Martin Wimmer

Ziel des Lesekreises ist die Erarbeitung von philosophischer Terminologie im Türkischen an Hand der Lektüre philosophischer Texte in türkischer Sprache. Alle Texte werden in türkischer Sprache gelesen und auf Deutsch interpretiert. Das Leseprogramm des Sommersemesters sieht den Abschluss der Lektüre kulturtheoretischer Texte von Cemil Meriç (1916-1987) vor:
Kendi Semasında Tek Yıldız (S. 139-163, Über Ibn Khaldun, aus: Umrandan Uygarlığa. Hg.: Mahmut Ali Meriç. 15. Aufl., Bütün Eserleri Bd. 7, İstanbul: İletişim, 2002).
Das weitere Programm wird am 21. März vereinbart.
Die Teilnahme am Lesekreis ist frei, sie setzt Kenntnisse der türkischen und der deutschen Sprache sowie Grundkenntnisse der Philosophie voraus. Um Anmeldung per Email ersucht:

franz.martin.wimmer@univie.ac.at

Nähere Informationen zum Lesekreis sowie die Lektürevorlagen in elektronischer Form finden Sie unter: www.lesekreis.wikispaces.com

Termine ab März jeweils mittwochs 18.00-20.00 Uhr am IWK
21.3.., 18.4., 9.5., 23.5., 6.6., 20.6., eventuell 4.7.

Franz Martin Wimmer ist Professor i.R. am Institut für Philosophie der Universität Wien; Präsident der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie, Forschungsschwerpunkt: Interkulturell orientierte Philosophie.





Lesekreis: Sektion Logik
(Neue Wiener Gruppe / Lacan-Schule)
Koordination: Sándor Ivády
Einmal im Monat veranstaltet die Sektion Logik der Neuen Wiener Gruppe Workshops und Vorträge zum Thema Lacan und Logik.
Nähere Informationen finden Sie unter:
http://logik.psychoanalyse.co.at
http://www.lacan.at
logik@psychoanalyse.co.at

Montag, 2. April 2012, 20.00 Uhr, IWK,
Neue Wiener Gruppe / Lacan-Schule: Sektion Logik 
Sebastian Kirsch (Bochum/Berlin): 

Die Père-spektive und ihre Rückseite

In seiner berühmten Darstellung der „Spaltung von Auge und Blick“ (Seminar XI) beschreibt Lacan eine grundsätzliche Zweiteilung des optischen Feldes, die er mit Verweis auf die Einrichtung der Zentralperspektive um 1600 in einen engen Zusammenhang mit der Entstehung des cartesianischen Subjekts, des „Subjekts der Psychoanalyse“, rückt. Im modernen Sehvorgang arbeiten, wie Lacan zeigt, immer schon zwei Prinzipien, das „geometrale“ und das „visuelle“, die einander asymmetrisch entgegengesetzt und doch untrennbar miteinander verbunden sind. Wie Hubert Damisch und andere im Anschluss an Lacan gezeigt haben, hat der große Fehler einer traditionellen Kritik der Zentralperspektive darin bestanden, in ihrer Konzentration auf die geometrale „Vorderseite“ die visuelle „Rückseite“ vernachlässigt zu haben – eine Erkenntnis, die bei genauerem Hinsehen strukturell analog mit dem „anti-ödipalen“ Vorwurf ist, die Psychoanalyse habe sich nur auf die familiäre/väterliche Herkunft des Subjekts konzentriert und dabei seine zweite Herkunft übersehen, die man als „Gattungsherkunft“ bezeichnen könnte. 
Ich möchte darum zeigen, inwiefern gerade Lacan mit seiner Entdeckung der Rückseite der Perspektive (oder „Père-spektive“) die Möglichkeit eröffnet, einen unauflöslichen Widerstreit zwischen diesen zwei Herkünften zu denken. Damit soll zugleich nach jener Linie in Lacans Denken gefragt werden, die ein anderes symbolisches Feld im Jenseits der symbolischen Kastration erkundet und die speziell in Seminar XI eine erste explizite Formulierung in der Konturierung des Triebs gegenüber dem Begehren findet.  

Sebastian Kirsch: Theaterwissenschafter, Redaktionsmitglied von „Theater der Zeit“ und Mitarbeiter am Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

Dienstag, 5. Juni 2012, 19.00 Uhr, IWK
Mittwoch, 6. Juni 2012, 19.00 Uhr, IWK
Thanos Lipowatz (Athen):
Workshop: psychoanalytische Diskurstheorie und Politik
In den letzten Jahrzehnten hat die politische Theorie eine Reihe von Interventionen seitens der Psychoanalyse erfahren, die den Diskurs maßgeblich geprägt haben. Thanos Lipowatz gehörte zu den ersten, die im deutschsprachigen Raum der psychoanalytischen Diskurstheorie Gehör verschafft haben. In seinem Workshop wird er vor allem der Diskussion Raum geben zu Fragen über das Verhältnis von Wissen, Wahrheit, Gesetz, Macht, Ethik und der Erneuerung einer lacanianischen Perspektive auf Politik. Ziel ist es, die psychoanalytischen Beiträge zur politischen (Diskurs-) Theorie nicht »klassisch« (und damit vergessen) werden zu lassen, sondern ihnen in der gemeinsamen Diskussion zu neuer Aktualität zu verhelfen.
»Wenn die moderne Demokratie und die Bürgerethik, die sie impliziert, den Begriff der Wahrheit, des symbolischen Gesetzes und der Gerechtigkeit nicht mehr wahrhaben will, so muss die Philosophie darüber reflektieren. Aber wenn der philosophische Diskurs den psychoanalytischen Diskurs ernst nimmt [...], und das darin fragende Subjekt ernst nimmt, wird er jene Aporie der modernen Demokratie vielleicht beantworten können. [...] die Disjunktion zwischen Wahrheit und Wissen bzw. zwischen Wahrheit und Freiheit bleibt weiter das Merkmal und das Symptom der Moderne.« 

Thanos Lipowatz
: Studium der Soziologie, Ökonomie und Psychologie, 1981 Promotion, 1986 Habilitation  an der FU Berlin.  Lehrtätigkeit an der Freien Universität Berlin, an der Universität Oldenburg, an der Universität Freiburg,  an der Universität Paris VIII, Forschungsaufenthalt in Paris. Seit 1987 Professor für Politische Psychologie an der Universität Panteion in Athen. Veröffentlichungen u.a.: Diskurs und Macht. Der Begriff des Diskurses bei J. Lacan, Berlin 1982; Die Verleugnung des Politischen, Weinheim 1986; Politik der Psyche, Wien 1998; Der „Fortschritt in der Geistigkeit“ und der „Tod Gottes“, Würzburg 2005.






Lesekreis: Gender- und Postcolonial Studies
Koordination: Birgit Haehnel (Wien)

In diesem Lesekreis werden seit Frühling 2009 wichtige Texte aus dem Bereich Gender und Postcolonial Studies gelesen.

Nächster Termin:
Donnerstag, 29. März 2012, 19.00, Sensengasse 3, C3 - Frauensolidarität im C3
Wir lesen Anne McClintock: Soft-Soaping Empire. In: Dies.: Imperial Leather. Race, Gender and Sexuality in the Colonial Contest, New York 1995, S.207-231.

Es werden Vorschläge für weitere Texte, aber auch Ideen zu Projekten und Netzwerken gesammelt. Nähere Informationen zum Lesekreis bei: birgithaehnel@web.de

Birgit Haehnel: Dr.in, freischaffende Kunsthistorikerin. Forschungsschwerpunkte: Postcolonial- und Gender Studies im Bereich der Visuellen Kultur; Migration und Erinnerung. Mitglied im CePoG (Centrum für Postcolonial und Gender Studies) Universität Trier.




Dienstag, 27. März 2012, 18.00 Uhr, IWK
Hadwig Kräutler
(Wien):
 "...wenn nicht unter der Haube, so zwischen den Stühlen..."
Zu Leben und Wirken von Alma S. Wittlin (1899-1990).
Alma S. Wittlin wurde in der Nähe Lembergs geboren, verbrachte ihre Schul- und Studienzeit in Wien, arbeitete zeitweilig am Kaiser Friedrich-Museum, dem heutigen Berliner Bodemuseum. Sie emigrierte nach England und übersiedelte 1952 in die USA, wo sie an diversen Universitäten und Erwachsenenbildungsinstitutionen arbeitete. Mit den wiederholten Brüchen gleicht die Biographie der Schriftstellerin, Museologin, Erziehungswissenschafterin Alma Wittlin in manchen Aspekten der vieler jüdischer Intellektueller, die vom Nazi-Terror vertrieben wurden. Auch die Arbeit in mehreren Disziplinen wirkte sich hinderlich für ihre Karriere aus. In einem vorläufigen Forschungsbericht beleuchte der Vortrag diesen Aspekt mit einigen konkreten Beispielen.

Hadwig Kraeutler ist Museologin, Mitarbeiterin der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien. Studium der Malerei, Kunsterziehung, Kunstgeschichte und Anglistik in Wien, Museologie an der Universität Leicester, GB (Ph.D. 2004). Ehrenamtlich ist Hadwig Kraeutler in in- und ausländischen Museumsverbänden tätig. Sie lehrt, forscht und publiziert zu Themen aus den Bereichen Museologie, Kunst und Kunstvermittlung.

Veranstaltet in Kooperation mit der Frauen AG der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung.









 




























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