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Vortragsreihen, Jours fixes, Lesekreise und Einzelvorträge im Sommersemester 2013





Die Veranstaltungen finden wenn nicht anders angegeben im IWK, 1090 Wien, Berggasse 17, statt.




Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis
Wer ich bin und was ich kann: Fragen an kompetenzorientierte Bildung

Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, dem Ring Österreichischer Bildungswerke und dem Verband Österreichischer Volkshochschulen
Konzept: Bettina Dausien, Thomas Hübel, Wolfgang Kellner, Stefan Vater

Semesterprogramm als PDF:

Die Kompetenzorientierung hat sich in den letzten zehn Jahren in allen Bildungsbereichen durchgesetzt: in der vorschulischen Bildung, in der Schule, in der beruflichen Bildung und Weiterbildung, in der Erwachsenenbildung, an den Universitäten, in der Bildungsberatung usw. Die Konzepte sind unterschiedlich, die Versprechungen groß: Subjekt- und Handlungsorientierung sowie eine bessere Messbarkeit von Lernergebnissen stehen im Mittelpunkt. Insgesamt stellt Kompetenzorientierung einen stärkeren Bezug zum »wirklichen Leben« in Aussicht. Der »Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis« zielt in diesem Semester auf eine Art Zwischenbilanz und fragt: Welche Unterschiede kennzeichnen heute die Kompetenzverständnisse in den verschiedenen Bildungsbereichen? Befinden wir uns auf dem Weg zu einer Anerkennung auch informell erworbener Kompetenzen? Wie bewerten wir heute die Möglichkeiten, Grenzen und Perspektiven kompetenzorientierter Bildung?


► Donnerstag, 25.4.2013, 19.00 Uhr, WUK, Foyer, Währinger Straße 59, 1090 Wien
Genoveva Brandstetter (Wien), Elke Schildberger (Linz):
Kompetenz + Biografie: Wissen, Können, Handeln

Biografieorientierte Bildungs- und Beratungskonzepte unterstützen das Erkennen und Anerkennen von Kompetenzen. Die KundInnen stehen dabei im Mittelpunkt dieses Prozesses. Ausgehend von vielfältigen Lernerfahrungen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen werden Kompetenzen bewusst und sichtbar gemacht, nachvollziehbar beschrieben und in die weitere Lebensgestaltung und Laufbahnplanung integriert. Erinnern, Bewerten und Auswählen sind die zentralen Schritte, Rekonstruieren und Reflektieren die zentralen Prinzipien dieses Prozesses. Das informelle Lernen bzw. die informell erworbenen Kompetenzen gewinnen dabei eine besondere Bedeutung. Anhand des im Rahmen des Netzwerks »Bildungsberatung Österreich« neu entwickelten Formats »Kompetenzberatung« und des eingeführten Kompetenzfeststellungsverfahrens »Kompetenzprofil« der VHS Linz werden Hintergrund und Methoden, Nutzen und Grenzen der Verfahren diskutiert.
Genoveva Brandstetter: Bildungsforscherin und Erwachsenenbildnerin in Wien, Co-Leiterin der Ausbildungslehrgänge zur/zum KompetenzberaterIn.
Elke Schildberger: Leiterin des Kompetenzanerkennungszentrums KOMPAZ der Volkshochschule Linz.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projektnetzwerks  »Bildungsberatung Österreich« statt, gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur und des Europäischen Sozialfonds.

                       Bildungsberatung          esf      

                         bmukk

► Mittwoch, 15.5.2013, 19.00 Uhr, Institut für Bildungs­wissenschaft, Hörsaal 1, Sensengasse 3a, 1090 Wien
Gabriele Bäck (Wien):
Von Anfang an: Kompetenzorientierung in der Elementarpädagogik

Respondenz: Regina Romanek (Wien)
Kinder sind neugierig, wissbegierig und erforschen handelnd ihre Umwelt. Durch ihre Interessen und Begabungen sind sie aktiv an der Entwicklung ihrer Kompetenzen beteiligt und eignen sich in Co-Konstruktion ein Bild von Welt an: Sie entwickeln in dynamischen wechselseitigen Beziehungen mit ihrer Umwelt Kompetenzen im Sinne von Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Sachkompetenz sowie lernmethodische Kompetenz. Transitionskompetenzen unterstützen Kinder beim Übergang vom Kindergarten in die Volksschule. Mit dem »Bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich« liegt seit 2009 ein wissenschaftlich fundierter gemeinsamer Orientierungsrahmen für frühe Bildung vor. Wie sind die institutionellen und methodischen Möglichkeiten, Grenzen und Perspektiven für Kompetenzförderung in der Elementarpädagogik heute zu bewerten?
Gabriele Bäck: Geschäftsführerin des Charlotte Bühler Instituts für praxisorientierte Kleinkindforschung, Leiterin der Elementaren Bildung an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems; Kollegkoordinatorin und Lehrende an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Wien 10.
Regina Romanek: Kindergartenpädagogin, Leiterin eines Transitionsprojekts, Montessoripädagogin, Legasthenie-/Dyskalkulietrainerin.


► Donnerstag, 23.5.2013, 19.00 Uhr, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Peter Dehnbostel (Bonn):
Kompetenz: Fragen an eine (berufs-)pädagogische Kategorie
Respondenz: Peter Schlögl (Wien)
Die Erlangung einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz ist zur Leitidee der Berufs- und Weiterbildung avanciert; Validierungsverfahren zur Anerkennung informell erworbener Kompetenzen stehen auf der Tagesordnung. Liegt dieser Kompetenzorientierung aber noch der Kompetenzbegriff der 1970er Jahre zugrunde, trägt die Kompetenz­entwicklung zur Gleichwertigkeit beruflicher und allgemeiner Bildung bei? Anders gefragt: Ist die berufliche Kompetenzentwicklung als Konvergenz von Bildung und Ökonomie anzusehen oder ist sie Ausdruck einer Reduktion der Bildung auf ökonomische Verwertbarkeit?
Peter Dehnbostel: Professor für Betriebliches Bildungsmanagement an der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW), von 1999 bis 2010 Inhaber des Lehrstuhls für Berufs- und Arbeitspädagogik an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Peter Schlögl: Geschäftsführender Institutsleiter des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung (öibf).

► Freitag, 24.5.2013, 9.00–12.00 Uhr, IWK
ExpertInnengespräch mit Peter Dehnbostel
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at


► Mittwoch, 5.6.2013, 19.00 Uhr, Institut für Bildungs­wissenschaft, Hörsaal 1, Sensengasse 3a, 1090 Wien
Henning Schluß (Wien):
Kompetenzorientierung in der Schule: Chancen und Grenzen, Beispiele und Perspektiven

Respondenz: Klaus Ratschiller (Wien)
Mit dem Boom an internationalen Vergleichen schulischer Leistungen (PISA, TIMSS) und der Umstellung des Bildungssystems von der Input- zur Outcome-Steuerung (von Lernzielen zu Lernergebnissen) gewinnen Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse eine Schlüsselstellung. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten »harten Fächer«: Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften. Der Referent behandelt zunächst die Frage »Was sind Standards und Kompetenzen?«, untersucht dann die Möglichkeiten und Perspektiven von Kompetenzmodellen für sogenannte »weiche Fächer« wie Ethik, Religion, Kunst usw. und präsentiert schließlich ein Modell zum Kompetenzerwerb im Evangelischen Religionsunterricht.
Henning Schluß: Universitätsprofessor für empirische Bildungsforschung und Bildungstheorie am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien.
Klaus Ratschiller: Schriftsteller und Lehrer in Wien; literarische Veröffentlichungen: »Kollege M.« (Wien 2009), »An deiner Stelle« (Wien 2012).


► Donnerstag, 20.6.2013, 19.00 Uhr, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Andreas Gelhard (Darmstadt):
Ein Maß für alles: Kritik der Kompetenz

Respondenz: Wolfgang Horvath (Wien)
Der Begriff der Kompetenz ist zum Kassenschlager einer psychologischen Industrie geworden, die privates Lebensglück, soziale Sicherheit und beruflichen Erfolg unterschiedslos auf die Ausbildung entsprechender Kompetenzen zurückführt: Ein Maß für alles – ganz gleich, ob es um die zügige Karriere oder die harmonische Partnerschaft geht. Der flexible Umgang mit einem beliebig erweiterbaren Repertoire fachlicher, sozialer, emotionaler, kommunikativer und personaler Kompetenzen schafft dabei eine paradoxe Situation, die zugleich durch eine Ausweitung informeller Prüfungssituationen und einen Boom auf dem Gebiet standardisierter Testformate gekennzeichnet ist. Besonders gravierende Folgen hat das im Bildungswesen. Der Nachweis, dass die der Personalentwicklung entstammenden Test- und Trainingstechniken auch in Erziehung und Unterricht zu besseren Ergebnissen führen, steht noch aus.
Andreas Gelhard: seit 2009 wissenschaftlicher Leiter des Forum interdisziplinäre Forschung und wissenschaftlicher Mitarbeiter des philosophischen Instituts der TU Darmstadt, 2007–2009 Wissenschaftslektor im Suhrkamp Verlag.
Wolfgang Horvath: Bildungswissenschafter und Lehrer, unterrichtet am Lycée Français de Vienne. Publikation: Glücklich standardisiert: Vom heimlichen Nutzen der Bildungsstandards, Wien: Löcker 2012.

► Freitag, 21.6.2013, 9.00–12.00 Uhr, IWK
ExpertInnengespräch mit Andreas Gelhard
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at


Workshop Bildungstheorie 
| Bildungspraxis: Als Feedback-Veranstaltung zu den Vortragsabenden wird der dreistündige »Workshop Bildungstheorie | Bildungspraxis« angeboten. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich
Information/Anmeldung: Ring Österreichischer Bildungswerke (Tel.: 01 533 88 83, www.ring.bildungswerke.at).
Die Teilnahme an mindestens drei Jour-fixe-Veranstaltungen und am Workshop ist als Seminar Bildungstheorie von der WeiterBildungsAkademie Österreich (www.wba.or.at) akkreditiert. Termine in Abstimmung mit den TeilnehmerInnen.


KoordinatorInnen:
Bettina Dausien: seit 2009 Professorin für Pädagogik der Lebensalter am Institut für Bildungswissenschaft der Uni­versität Wien
Thomas Hübel: Generalsekretär des Instituts für Wissenschaft und Kunst (IWK).
Wolfgang Kellner: Leiter des Bildungs- und Projektmanagements im Ring Österreichischer Bildungswerke.
Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen.


 
Ring
                            Österreichischer Bildungswerke

VOEV


Inst fuer Bildungswiss2      Uni Wien







Interkulturelles Philosophieren in Theorie und Praxis
Jour fixe der WiGiP
Koordination: WiGiP (Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie)

Semesterprogramm als PDF:

Philosophieren ist nicht nur eine kulturelle Tätigkeit, es findet immer auch in einem kulturellen Kontext statt. Einen solchen Kontext bot und bietet aber nicht bloß, wie generell angenommen, die okzidentale Kultur. Daher verstehen wir unter interkulturellem Philosophieren zunächst die Orientierung, philosophische Diskurse aus vielen verschiedenen Kulturen und Traditionen als gleichberechtigte Beiträge wahrzunehmen und zu respektieren. Es reicht aber nicht, verschiedene Philosophien vergleichend nebeneinanderzustellen. Philosophische Diskurse unterschiedlicher Traditionen sind in einen offenen gemeinsamen Raum zu leiten – damit sie in einem Polylog ihre Unterschiede verstehen, einander verändern und gemeinsame Positionen entwickeln können. Das Projekt interkulturelles Philosophieren wird von der Annahme getragen, dass Probleme unserer heutigen Welt nur durch Beiträge aller betroffenen Kulturen und Traditionen gelöst werden können. Die WiGiP (Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie) versteht sich als ein Forum eines solchen philosophischen Polylogs. Mit dem Jour fixe der WiGiP möchten wir dieses Forum öffentlich zugänglich machen.

 

► Donnerstag, 23.5.2013, 18.30 Uhr, IWK
Grzegorz Gugulski (Wien):
Das Individuum und die (nationale) Kultur bei Witold Gombrowicz und im gegenwärtigen politischen Diskurs in Polen
Witold Gombrowicz gehört zweifelsohne zu den interessantesten Persönlichkeiten der (polnischen) Literatur des 20. Jahrhunderts. Neben seinen herausragenden literarischen Leistungen hat er sich vor allem mit Themen wie Polen, Polentum und der Rolle des Individuums innerhalb der Gesellschaft oder Nation auseinandergesetzt. Der Begriff Nation erweist sich nach wie vor als geeignetes Mittel, um identitätsstiftende kulturelle Konstrukte aufrechtzuerhalten, zu kreieren und diese in den Dienst der Macht im breitesten Sinne des Wortes einzuspannen. Dies veranschaulicht nicht nur seine Auseinandersetzung mit der (nationalen) Kultur, sondern auch der gegenwärtige politische Diskurs in Polen.

Grzegorz Gugulski: Senior Lecturer am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien (Sprachbereich Polnisch).


► Donnerstag, 20.6.2013, 18.30 Uhr, IWK
Eike Bohlken (Hannover):
Was wir vom Anderen wissen sollten
Interkulturelle Ethik als Teildisziplin der Angewandten Ethik?
Geht man davon aus, dass es innerhalb der interkulturellen Philosophie auch einer interkulturellen Ethik bedarf, stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis diese zur Allgemeinen Ethik des moralischen Universalismus steht. Löst sie diese ab? Oder ergänzt sie sie als Teildisziplin der Angewandten Ethik, indem sie versucht, die Realisierungsmöglichkeiten eines moralischen Universalismus in kulturell heterogenen und postkolonialen Gesellschaften auszuloten? Der Vortrag geht diesen Fragen nach und versucht, die Position der interkulturellen Ethik zwischen Allgemeiner und Angewandter Ethik zu bestimmen.

Eike Bohlken: Assistent am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Privatdozent am Philosophischen Seminar der Universität Tübingen; Bohlken war in den 90er Jahren Mitglied der Hamburger Band Blumfeld.
 




Feministische Theorie und Gender Studies
Konzept und Organisation: Susanne Hochreiter, Silvia Stoller

Semesterprogramm als PDF:

Die Vortragsreihe widmet sich wie bereits im vergangenen Semester der Männlichkeitsforschung. Die in jüngerer Zeit sehr öffentlichkeitspräsente neue Männerrechts- und Väterrechtsbewegung mit ihrer teils antifeministischen Einstellung stellt den unmittelbaren Anlass für diese Fokussierung dar. Aber auch die Tatsache, dass Männlichkeitsforschung in den Gender Studies nach wie vor unzureichend berücksichtigt wird, lässt eine Beschäftigung mit diesem Zweig der Geschlechterforschung aus unserer Sicht notwendig erscheinen. In diesem Sommersemester widmen sich die Vorträge weiteren wichtigen Aspekten aktueller Männlichkeitsforschung.

 

► Mittwoch, 10.4.2013, 18.30 Uhr, IWK
Paul Scheibelhofer (Wien):
Seilschaft – Begehren – Gewalt
Zur patriarchalen Organisation von Männerbund und Homosozialität
Ist von Männerbünden die Rede, so geht es meist um Burschenschaften oder Ähnliches. In diesem Vortrag soll der Blick erweitert werden, um zu zeigen, dass männerbündisch-homosoziale Strukturen in der gesamten Gesellschaft zu finden sind: von den Chefetagen der Politik oder Wissenschaft bis hin zu Gefängnissen und Schulhöfen. So ein erweiterter Blick zeigt, dass homosoziale Räume vielschichtig und widersprüchlich sind, gleichsam getragen von männlicher Intimität und Begehren, wie auch ein Hort der Normierung von Heterosexualität und Reproduktion von männlicher Gewalt, Homophobie und Rassismus.

Paul Scheibelhofer: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Wien.

 

► Mittwoch, 22.5.2013, 18.30 Uhr, IWK
Michael Meuser (Dortmund):
Die Entdeckung der »neuen Väter«. Ambivalenzen aktiver Vaterschaft
Vor dem Hintergrund des spannungsreichen Verhältnisses von neuem Vaterschaftsdiskurs, der die Bedeutung einer aktiven Vaterschaft betont, und einer Vaterschaftspraxis, welche weitgehend tradierten Mustern verhaftet bleibt, befasst sich der Vortrag mit der Minderheit von Vätern, die ein neues, auf erzieherische Tätigkeiten fokussiertes Verständnis von Vaterschaft nachhaltig in die alltägliche Praxis umsetzen. Es wird gezeigt, mit welchen Ambivalenzen und Herausforderungen dies gewöhnlich verbunden ist. Das intrafamiliale Geschehen wird zu einer wichtigen Arena der Konstruktion von Männlichkeit, die es im Rahmen des traditionellen Ernährermodells in deutlich geringerem Maße war. Ein Wandel der Vaterschaftspraktiken ändert die Bedingungen der Konstruktion von Männlichkeit.

Michael Meuser: Professor für Soziologie der Geschlechterverhältnisse an der TU Dortmund.

 

► Mittwoch, 12.6.2013, 18.30 Uhr, IWK
Silvia Stoller (Wien):
Was ist philosophische Männlichkeitsforschung?
Gegenwärtig kann man im deutschsprachigen Raum in Bezug auf die Masculinity Studies bzw. Männlichkeitsforschung von einem florierenden Forschungszweig sprechen. Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie und Ethnologie sind in diesem Forschungsfeld stark vertreten. Die Philosophie scheint diesen Entwicklungen schwer hinterherzuhinken. Was ist bzw. könnte eine philosophische Männlichkeitsforschung sein? Dieser Frage soll im Vortrag systematisch nachgegangen werden.

Silvia Stoller: Universitätsdozentin am Institut für Philosophie der Universität Wien.

 

► Mittwoch, 19.6.2013, 18.30 Uhr, IWK
Sylka Scholz (Dresden):
Postsozialistische Männlichkeiten. Theoretische
Herausforderungen und empirische Befunde
Die Männlichkeitsforschung richtet sich vorrangig auf die Entwicklungen in Westeuropa und Nordamerika. Die Entwicklungen in den osteuropäischen Gesellschaften werden nur unzureichend betrachtet. Der Vortrag geht der Frage nach, ob sich die gängigen theoretischen Konzepte eignen, die Transformationsprozesse von Geschlechterverhältnissen in diesen Gesellschaften zu untersuchen. Vorgestellt werden empirische Ergebnisse, die auf einem systematischen Vergleich von Ost- und Westdeutschland seit 1989 beruhen und die Entwicklungen in Osteuropa einbeziehen. Lässt sich so etwas wie eine »postsozialistische« Männlichkeit identifizieren, und wenn ja, wie ist sie charakterisiert?

Sylka Scholz: Kulturwissenschaftlerin und Soziologin an der TU Dresden sowie Co-Projektleiterin des Teilprojekts »Transzendenz und Gemeinsinn in privaten Lebensformen«.

Koordinatorinnen:
Susanne Hochreiter: Universitätsassistentin am Institut für Germanistik der Universität Wien und Theaterpädagogin.
Silvia Stoller: Universitätsdozentin am Institut für Philosophie der Universität Wien.
 





Frauenbiographieforschung
Konzept und Koordination: Ilse Korotin

Semesterprogramm als PDF:

Die folgenden Veranstaltungen stehen im Zusammenhang mit der Projektinitiative »biografiA. biografische datenbank und lexikon österreichischer frauen«, die 1998 am IWK eingerichtet wurde. Bis auf die Präsentation der Lebenserinnerungen von Lilli Beer-Jergitsch finden alle Veranstaltungen in Kooperation mit der »FrauenAG der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung« statt.

► Dienstag, 16.4.2013, 18.30 Uhr, IWK
Music from the Roots. Die jüdische Komponistin Erika Fox (London) im Gespräch über ihre Wiener Wurzeln (in Englisch)
Moderation: Evelyn Adunka, Primavera Driessen Gruber (Wien)
1936 als Sara Esther Roth in Wien geboren, flüchtete sie 1939 mit ihrer Familie nach Großbritannien. Sie ist die Enkelin des chassidischen Rabbiners Shalom Hager, der in Wien, später in Willesden und im Swiss Cottage, London, ordinierte. Sie erhielt ein Stipendium für das Royal College of Music in London, wo sie Klavier und Komposition studierte und ihr Studium mit einem Diplom in Klavierpädagogik abschloss. Neben ihrer Arbeit als Musiklehrerin war sie Pianistin und Klavierbegleiterin und studierte ab 1967 nochmals Komposition am Morley College bei Jeremy Dale Roberts; Sommerkurse führten sie u.a. an die Dartington School of Music (1970), zu P. Maxwell Davies und Harrison Birtwistle. Ihre Kompositionen sind von der chassidischen Musik ihrer Kindheit beeinflusst. 1983 erhielt sie den Gerald Finzi Award für ihr Streichquartett »Kaleidoscope«. In den 1990er-Jahren war sie Visiting Composer and Teacher an der University of Auckland, Neuseeland, und neben John Cage beim Almeida Festival (Europeras 1 & 2) in Paris und Straßburg zu Gast. Erika Fox lebt als freischaffende Komponistin in London.

Evelyn Adunka: Historikerin in Wien, Redaktionsmitglied von »Zwischenwelt«, Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands. Vorstandsmitglied der österreichischen Gesellschaft für Exilforschung.
Primavera Driessen Gruber: Studium der Niederlandistik und Rechtswissenschaften. 1996 Gründung von »Orpheus Trust – Verein zur Erforschung und Veröffentlichung vertriebener und vergessener Kunst«.


► Mittwoch, 17.4.2012, 18.00 Uhr, IWK
Helga Embacher (Salzburg), Margit Reiter (Wien):
Geschlechterbeziehungen in Extremsituationen: Österreichische und deutsche Frauen im Shanghai der 1930er und 1940er Jahre

Die Hafenstadt Shanghai stand auf der Liste der erwünschten Exilländer ganz zuunterst. Für rund 18.000, größtenteils jüdische Flüchtlinge aus Europa wurde sie dennoch zur letzten Zuflucht. Die Armut und die »Ghettoisierung« ab 1943 zwangen die jüdischen Flüchtlinge, sich im armen, von den Japanern zerbombten chinesischen Stadtteil Honkew anzusiedeln. Dadurch ergab sich im Alltagsleben ein enger Kontakt mit der chinesischen Bevölkerung und auch mit den Japanern. Ein auffallendes Charakteristikum des Exils in Shanghai ist somit die unfreiwillig erfolgte Konfrontation mit einer von europäischen Flüchtlingen als sehr fremd empfundenen Kultur, mit Menschen, deren Sprache, Lebensweisen und Mentalitäten auf die meisten befremdend wirkten.
Anhand von großteils unveröffentlichten Autobiographien, Erzählungen, Interviews und Berichten in den »Jüdischen Nachrichten« wird im Vortrag den durch diese Extremsituation massiv ins Wanken geratenen Geschlechterbeziehungen nachgegangen. Das harte Leben in Shanghai, vor allem Arbeitslosigkeit und sozialer Abstieg, belastete häufig massiv die Beziehung zwischen Ehepaaren. Für junge Männer erwies sich vor allem der Frauenüberschuss als großes Problem. Rund zehn Prozent der Ehen in Shanghai galten als »Mischehen«, wobei es sich beim »arischen Partner« zumeist um Frauen gehandelt hat. Diese Frauen fühlten sich oft zwischen allen Stühlen und waren innerhalb der jüdischen Gemeinde nicht immer anerkannt.

Helga Embacher: Professorin am Fachbereich Geschichte an der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte: jüdische Geschichte, Nationalsozialismus, Israel, Antisemitismus, derzeit vor allem »muslimischer Antisemitismus«.
Margit Reiter: Dozentin für Zeitgeschichte an der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Beziehungen zwischen Österreich und Israel, Antisemitismus und Antiamerikanismus, NS-Nachgeschichte, Generationen und (Familien-)Gedächtnis.


► Montag, 6.5.2013, 18.00 Uhr, Institut Français de Vienne, Palais Clam-Callas - Salon Rouge, Währinger Straße 30, 1090 Wien
Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung an Elly Braun Schlesinger
Elly Braun, geboren als Elly Schlesinger am 13. Juni 1924 in Wien, wuchs in einem orthodox-jüdischen Milieu auf. Ihre Flucht führte nach dem »Anschluss« Österreichs über Bratislava, Antwerpen, Montesquieu-Volvestre, Castelsarassin und Annemasse auf abenteuerlichen Wegen in die Schweiz. Dort lernte sie den Sohn eines Wiener Kantors kennen und zog nach Kriegsende mit ihm nach Israel, wo sie auch heute lebt.
In Frankreich wurde die junge Exilantin zur Lebensretterin des kleinen Simha Arom, der im Kinderheim der jüdischen Pfadfinder Frankreichs (E.I.F.), der Maison de Moissac, Zuflucht fand. Simha Arom ist heute einer der bedeutendsten französischen Musikethnologen. Darüber hinaus wurde Elly Schlesinger zur Fürsprecherin aller ihrer SchicksalsgenossInnen im französischen Exil: Ihre Vorsprache als Begleiterin ihres Vaters bei Jules-Gérard Saliège, dem Erzbischof von Toulouse, führte zum berühmt gewordenen Hirtenbrief dieses Erzbischofs, der Pfarrer und Kirchenvolk zur Fluchthilfe ermutigte und wahrscheinlich tausenden NS-Flüchtlingen das Leben gerettet hat.
Programm als PDF: icon


► Montag, 13.5.2013, 19.00 Uhr, IWK
Buchpräsentation:
Im Alltag der Stahlzeit. 18 Jahre in der UdSSR
Die Lebenserinnerungen von Lilli Beer-Jergitsch
(1904–1988)

Präsentation mit den Herausgeberinnen Ilse Korotin und Karin Nusko
Lilli Beer-Jergitsch, Übersetzerin, Erzieherin, Bibliothekarin, Kommunistin, verfasste nach ihrer Rückkehr nach Österreich auf Anregung des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes einen umfangreichen Bericht über ihren 18-jährigen Aufenthalt in der UdSSR. Dieses Tagebuch ist ein wichtiges Dokument einer Zeitzeugin, welche die Geschehnisse in den 1930er- und 1940er-Jahren in der Sowjetunion auf eindringliche und unsentimentale Art schildert.
Lilli Jergitsch wird am 2. April 1904 in Graz geboren. Bereits ihre Eltern waren Kommunisten und an der Gründung des Arbeitervereines Kinderfreunde in Graz beteiligt. Wie für viele andere politisch engagierte Menschen wird auch für Lilli Jergitsch die Sowjetunion mit ihren propagierten gesellschafts- und kulturpolitischen Entwicklungen das Land ihrer Sehnsucht. Die letzten Jahre, die sie in Österreich verbringt, stellt sie in den Dienst der Kommunistischen Partei. 1928 verlässt sie Wien – völlig mittellos und hochschwanger – in Richtung Moskau. Lilli Jergitsch arbeitet dort u.a. als literarische Mitarbeiterin bei zwei deutschsprachigen Zeitungen, später bei der »Roten Jugend«, der Zeitung des Komsomol, im Verlag der nationalen Minderheiten, als Bibliothekarin und Übersetzerin. Sie entgeht, im Gegensatz zu vielen anderen, den einsetzenden Verhaftungswellen. Doch ab dieser Zeit lebt sie in ständiger Angst. 1940 findet sie die Stelle, die sie vor politischer Verfolgung als »feindliche Ausländerin« schützt: Sie arbeitet für den Moskauer Rundfunk in deutscher Sprache als Übersetzerin. So entgeht sie 1941 auch der großen Ausweisungswelle, welche viele AusländerInnen erfasste.
Nach dem Eintritt der Sowjetunion in den Zweiten Weltkrieg kommt sie fern der feindlichen Linien in der russischen Provinz als Radioberichterstatterin aus dem Hinterland zum Einsatz. Dort bekommt sie die Hungersnot der Kriegszeiten voll und ganz zu spüren. 1943 kehrt sie nach Moskau zurück, von wo aus sie ihre Rückkehr nach Wien betreibt, die ihr nach einigen Schwierigkeiten im Juli 1946 gelingt.

»Im Alltag der Stahlzeit. 18 Jahre in der UdSSR. Lilli Beer-Jergitsch (1904–1988). Lebenserinnerungen«. Hg. v. Karin Nusko, Ilse Korotin. Band 11 der Reihe »biografiA. Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung«, Praesens Verlag, Wien 2013

Ilse Korotin: Leiterin der Dokumentationsstelle Frauenforschung sowie des multimodularen Forschungs- und Dokumentationsprojekts »biografiA. datenbank und lexikon österreichischer frauen« am IWK.
Karin Nusko: zahlreiche Projekte in den Bereichen Frauenbiografieforschung und Exil.


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Jour fixe: Simulation komplexer Systeme
Konzept und Koordination: Manfred Füllsack

Semesterprogramm als PDF:


Die Möglichkeit, das Verhalten komplexer Systeme am Computer zu simulieren, eröffnet zurzeit einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen neue Forschungszugänge. Viele bisher für »dirigiert« gehaltene Phänomene – von Tierschwärmen über Verkehrsstaus und Spezifika der Stadtentwicklung bis hin zu Märkten und sozialen Normen – entpuppen sich mit ihr als selbstorganisiert und lassen sich in ihren Parametern verändern und in ihrem Entstehen beobachten. Die Bottom-up-Methode der Simulation macht Wirkungen sichtbar, die top down, also von ihrem Ergebnis her, oft auf andere Ursachen zurückgeführt würden. Sie scheint damit in der Lage, »altbekannte« wissenschaftliche Fragen in ein neues Licht zu rücken.
Die Veranstaltungsreihe will – disziplinenübergreifend – Personen, die an dieser Methode Interesse haben, eine gemeinsame Plattform bieten und den Austausch von Informationen und Neuigkeiten zu dieser Methode und entsprechenden Forschungsprojekten fördern. Weitere Informationen: http://sim.econ.tuwien.ac.at/.


► Donnerstag, 21.3.2013, 19.00 Uhr, IWK
Manuela Korber (Wien):
Agentenbasierte Modellierung von Komplexität in den Biowissenschaften – unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses öffentlicher Förderungen auf Forschungstätigkeiten
In dieser Präsentation wird ein agentenbasiertes Modell eines regionalen biowissenschaftlichen Innovationssystems vorgestellt, das es erlauben soll, die Auswirkungen von öf-fentlichen Fördermitteln auf Innovationen in den Biowissen-schaften zu untersuchen. Im Allgemeinen müssen Organisa-tionen mit Unsicherheit umgehen können und beteiligen sich häufig an Forschungsnetzwerken, um dem Innovationsdruck Rechnung zu tragen. Ein hoher Bedarf an betriebsfremdem und implizitem Wissen führt zu interdisziplinären Kooperationen mit regionalen und überregionalen Partnern, welche unterschiedliche Arten des Wissensaustausches ermöglichen. Die Interaktionen der zusammenarbeitenden Akteure sind durch Rückkoppelungen gekennzeichnet, die deren Verhalten und Strategien mitbestimmen, wodurch nicht lineare Dynamiken und Unvorhersehbarkeit entstehen. Die Dynamiken und die Komplexität im System werden durch vielfältige Abhängigkeiten zwischen den Akteuren noch gesteigert. Bestehende Modelle von Innovationsnetzwerken sollen mit der vorliegenden Arbeit erweitert werden, um Entscheidungsträgern eine Grundlage zu bieten, die Auswirkungen von unterschiedlichen öffentlichen Förder-programmen abzuschätzen.

Manuela Korber arbeitet am AIT – Austrian Institute of Technology. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Innova-tionsökonomik, Komplexitätswissenschaften und agenten-basierter Modellierung.


► Donnerstag, 25.4.2013, 19.00 Uhr, IWK
Mark Reimann (Graz):
Modellierung und Optimierung in geschlossenen Lieferketten
Die Forschung zu geschlossenen Lieferketten fokussiert auf die Notwendigkeit, die traditionellen Vorwärtsprozesse wie Produktion, Lagerung, Transport mit den – durch Kundenre-touren induzierten – Rückwärtsflüssen von Produkten zu koordinieren. Die Rückwärtsflüsse entstehen z.B. durch Ga-rantievereinbarungen, Warenrücksendungen von Kunden im (Online-)Versandhandel oder Austausch von Produkten am Ende der Nutzung (z.B. Elektrogroßgeräte). Im Vortrag werde ich zunächst die wichtigsten betrieblichen Entschei-dungsprozesse thematisieren und danach Modelle zur Ana-lyse unterschiedlicher Zusammenhänge vorstellen. Als Aus-blick werde ich die Weiterentwicklung dieser Modelle in Richtung umfassenderer Betrachtungsweisen erläutern und die Verbindung zur Simulation kurz diskutieren.

Mark Reimann: Doktorat an der Uni Wien, Senior Researcher an der ETH Zürich, Associate Professor an der Warwick Business School, Professor und Leiter des Instituts für Pro-duktion und Logistik an der Universität Graz.


► Donnerstag, 16.5.2013, 19.00 Uhr, IWK
Maximilian Mrotzek (Graz):
Geht uns das Silber aus?
Aktuell wird erwartet, dass die Bestände vieler Edelmetalle in den nächsten Jahrzehnten erschöpft sind. Oftmals werden statische Ansätze zur Untersuchung der Extraktionsprozesse verwendet, die nur ein unzureichendes Verständnis erlau-ben. Solche Ansätze ignorieren die entscheidenden Bestände und Flüsse, Rückkoppelungen, Zeitverzögerungen und Schwankungen in Nachfrage und Angebot. Im Unterschied dazu wird in dieser Präsentation ein integriertes dynamisches Modell vorgestellt, das den komplexen Prozess der Silberverarbeitung von der Lithosphäre (Quelle) bis zur Verteilung (Senke) mithilfe von System Dynamics zu erfassen sucht. Das dazu entwickelte Modell dürfte sich auch für die Analyse der Bestandsdynamiken anderer Edelmetalle eignen. Die Analyse der Ergebnisse zeigt, dass bestehende Prognosen die Verfügbarkeit von Silber unterschätzen. Die dynamische Modellierung scheint sich damit für Vorhersage zur zukünftigen Silbernutzung zu empfehlen.

Maximilian Mrotzek forscht als Post-Doc am Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsfor-schung an der Universität Graz.


► Donnerstag, 20.6.2013, 19.00 Uhr, Ort wird noch bekanntgegeben
Claus Rüffler (Wien):
Die Evolution von Biodiversität
Die Entstehung von Biodiversität ist ein zentrales Problem in der Evolutionsbiologie. In diesem Bereich existiert eine lang-anhaltende Debatte über die Frage, ob die Evolution neuer Spezies ein Nebenprodukt räumlicher Isolation unterschied-licher Teilpopulationen ist oder ob dem Ursprung der Arten ein Adaptionsprozess zugrunde liegt, der keine räumliche Isolation benötigt. In meinem Vortrag werde ich Modelle präsentieren, die zeigen, dass biologische Vielfalt als eine natürliche Folge der Anpassung an die Umwelt auftritt, wenn Dynamiken der Arten und ihrer jeweiligen Umwelt in ihren Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Dazu wird der Evolutionsprozess als Vereinfachung mit einer beschränkt niedrigen Mutationsrate (»adaptive dynamics«) beschrieben.

Claus Rueffler: PhD in theoretischer Evolutionsbiologie (Uni-versität Leiden), Postdoctoral Fellow (Universität Toronto); 2007 die Gründung einer Forschungsgruppe im Rahmen des Bereichs Mathematik und Biowissenschaften am Institut für Mathematik an der Universität Wien.


Koordinator:
Manfred Füllsack:
Universitätsprofessor für Systemwissen-schaften am Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung (ISIS), Universität Graz.

 





Digitale Objekte sichern, archivieren und r
asch verbreiten
Das digitale Langzeitarchivierungssystem Phaidra an der Universität Wien
Eine Einführung

Mit
Susanne Blumesberger
(Wien)

Diese Veranstaltung dient zur Einführung in den Umgang mit Phaidra (Permanent Hosting, Archiving and Indexing of Digital Resources and Assets), dem Digital Asset Management System mit Langzeitarchivierungsfunktionen der Universität Wien.
Phaidra erfüllt vielfältige Aufgaben: Es kann als sicherer Speicherort für wertvolle digitale Objekte verwendet werden. Auch eigene digitalisierte Objekte oder Digital-born-Objekte können in Phaidra gespeichert werden. Jedes Objekt, das mit Lizenzen und ausführlichen Metadaten versehen wird, erhält einen persistenten Link, der eine beständige Zitiermöglichkeit bietet. Die Zugangsberechtigung kann für jedes archivierte Objekt nach Bedarf vergeben werden. Daraus ergibt sich eine Fülle an Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Anlegen von Bildersammlungen oder das Archivieren von wertvollen Audio- bzw. Videodokumenten. Phaidra wird auch in der Lehre und Forschung verwendet. Lehrmaterialien können in Phaidra archiviert, mit Zugangsberechtigungen auf bestimmte Personen oder Institute versehen und zu Sammlungen zusammengefügt werden. Eine wichtige Funktion ist auch die rasche Publikationsmöglichkeit von Forschungsergebnissen, Beiträgen oder audiovisuellen Materialien Lehrender und Studierender.
Der aktive Umgang mit Phaidra, das heißt das Speichern und Verlinken von Objekten, ist – ohne bürokratische Hürden – offen für Angestellte der Universität Wien und Externe, die diese Berechtigung erhalten, sowie für Studierende mit u:net-Account.
Das Recherchieren und Ansehen der Inhalte ist für jede/n ohne Einloggen möglich.
Die Serviceseite (http://phaidraservice.univie.ac.at) gibt einen ersten Einblick in das System.

Termine/Ort: 18.3.2013, 18.4.2013, 15.5.2013, 18.6.2013, jeweils 18.30 Uhr im IWK

Anmeldung erforderlich, E-Mail an: susanne.blumesberger@univie.ac.at

Susanne Blumesberger
: Mitarbeiterin im Langzeitarchivierungssystem Phaidra an der Universitätsbibliothek Wien.

 


Positionen und Fragen aktueller Druckgraphik
Um:Druck-Gespräche
Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit »Um:Druck –  Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur« und dem Künstlerhaus Wien
Moderation: Philipp Maurer
Organisation: Georg Lebzelter, Philipp Maurer, Michael Wegerer

Semesterprogramm als PDF:

Die Um:Druck-Gespräche im Frühjahr 2013 begleiten die Druckgraphik-Triennale »INPRINTOUT« mit Vortrags- und Diskussionsabenden, um die aktuellen Themen und Tendenzen der Ausstellung mit internationalen Gästen zu diskutieren.
Die Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt, mit deutschsprachigen Vorausinformationen sowie zusammenfassenden Übersetzungen.

Ort: Künstlerhaus Wien, Karlsplatz 5, 1010 Wien

► Freitag, 19.4.2013, 17.00 Uhr, Künstlerhaus
Fay Nicolson (London):
Arbeit mit dem Material
Ein Performance-Vortrag zur These Josef Albers’: »Am Anfang steht das Material.« Die Künstlerin Fay Nicolson erläutert den ästhetischen Wert technischer Experimente und nonverbaler, rein taktiler und unakademischer Auseinandersetzungen mit dem Material. Ein Vortrag, der zwischen Experiment und Wissen, zwischen Aktion und Wiederholung, Wort und Bild pendelt.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion findet vor der Eröffnung der Josef-Albers-Ausstellung statt.

Fay Nicolson: Studium am Royal College of Art, Künstlerin, Lehrerin, Publizistin.


► Donnerstag, 2.5.2013, 18.00 Uhr, Künstlerhaus
Ondrej Michálek (Olomouc):
Drucktechnik – der wesentliche Teil der Aussage
Die Drucktechnik ist weit mehr als eine Möglichkeit zur Vervielfältigung von Bildern, sie ist die Handschrift des Künstlers und selbst Bedeutungsträger. Die Technik kreiert die Bilder dank ihrer besonderen Qualitäten, wird Inhalt des Kunstwerks oder Ausgangspunkt einer konzeptuellen Serie. Der Vortrag illustriert diese Thesen anhand von Beispielen tschechischer Druckgraphik.

Arbeiten von Ondrej Michálek sind in der Triennale und vom 17.4. bis 18.5.2013 im Tschechischen Zentrum, 1010 Wien, Herrengasse 17 zu sehen.

Ondrej Michálek: teaches printmaking at the Department of Art Education of the Pedagogical Faculty of Palacký University in Olomouc.

 

Verschiebung: Freitag, 17.5.2013, 16.00 Uhr, Künstlerhaus
(zunächst angekündigt für: Donnerstag, 16.5.2013, 18.00 Uhr)
Jo Stockham (London):

Hard Copies zwischen Begrenzung und Verbreitung
Druckgraphik bewegt sich im Spannungsfeld zwischen der marktkonformen Begrenzung der Auflage und dem Wunsch nach möglichst weiter Verbreitung der künstlerischen Ideen. Das Schöne am Druck ist, dass die Werke verbreitet werden können. Viele Druckgraphiken werden allerdings nicht verkauft, sondern als »Exchange Portfolios« mit KollegInnen getauscht, wodurch sie zur Verbreitung von Ideen beitragen. Heute ermöglicht es die digitale Bildproduktion vielen Menschen, ihre Ideen zu realisieren. Die Allgegenwart digitaler Bilder erfordert die kritische Sichtung.

Jo Stockham: Künstlerin, Professorin und Vorstand des Printmaking Department, Royal College of Art, London.

 

► Donnerstag, 6.6.2013, 18.00 Uhr¸ Künstlerhaus
Scott Betz (Chapel Hill, North Carolina):
Die erweiterte Druckgraphik
Technischer Fortschritt und neue gesellschaftliche Anforderungen führen zu einer Erweiterung der Druckgraphik, veranlassen oder zwingen KünstlerInnen, Grenzen zu überschreiten und sich Kenntnisse über neue Mittel der Bildproduktion anzueignen. Traditionelle Aufgaben der KünstlerInnen in der gesellschaftlich relevanten Bildproduktion werden heute immer öfter von AmateurInnen mit digitalen Werkzeugen wahrgenommen. Brauchen wir also noch KünstlerInnen? Welche Rolle können sie im Zeitalter des massenweisen digitalen Drucks noch spielen?

Scott Betz: Künstler, Professor am Center for Design Innovation der University of North Carolina.

Führungen durch die Ausstellung »INPRINTOUT« mit Georg Lebzelter: Mittwoch, 8.5.2013, 16.00 Uhr; Donnerstag, 6.6.2013, 16.00 Uhr.


Koordinator:
Philipp Maurer: Kulturwissenschafter, langjähriger Direktor der Kleinen Galerie, Wien, Herausgeber von »Um:Druck – Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur«.




Lesekreis: Philosophie auf Türkisch
Koordination: Franz Martin Wimmer


Ziel des Lesekreises ist die Arbeit an philosophischer bzw. humanwissenschaftlicher Terminologie im Türkischen anhand der Lektüre philosophischer Texte in türkischer Sprache. Alle Texte werden in türkischer Sprache gelesen und auf Deutsch interpretiert und diskutiert. Die Teilnahme am Lesekreis ist frei, sie setzt Kenntnisse der türkischen und der deutschen Sprache sowie Grundkenntnisse der Philosophie voraus.Beim ersten Termin am 6. März wird folgender Text gelesen: Nermi Uygur: Türk Felsefesinin Boyutları. Denemeler. (2. Aufl. İstanbul: Yapı Kredi Yayınları, 2012) sowie das weitere Semesterprogramm beschlossen. Vorschläge sind willkommen. Um Anmeldung per E-Mail wird ersucht: franz.martin.wimmer@univie.ac.at.
Nähere Informationen zum Lesekreis sowie die Lektürevorlagen in elektronischer Form finden Sie unter: www.lesekreis.wikispaces.com.
 
Termine/Ort:
6.3., 20.3., 10.4., 24.4., 15.5., 29.5., 12.6., 26.6. jeweils mittwochs, 18.00–20.00 Uhr in der Bibliothek des  IWK, Berggasse 17, 1090 Wien
 
Franz Martin Wimmer ist Professor i. R. am Institut für Philosophie der Universität Wien; Gründungsmitglied der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie. Forschungsschwerpunkt: interkulturell orientierte Philosophie.





Late NITE Lacan
Vortragsreihe der Sektion Logik der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule
Koordination: Sándor Ivády


»Late NITE Lacan« versteht sich als experimentelle Theoriewerkstätte, die sich mit verschiedensten Fragen im Bereich der Gesellschaftstheorie und Kulturwissenschaften befasst. Der Bezug zur psychoanalytischen Theorie Jacques Lacans bildet dabei den losen Faden, der die einzelnen Vorträge zu gesellschaftlichen, kulturellen und ästhetischen Phänomenen verbindet. Organisiert wird diese Vortragreihe von der Sektion Logik innerhalb der 1989 in Wien gegründeten Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule.

► Dienstag, 30.4.2013, 20.00 Uhr, IWK
(Der Termin wurde zunächst für den 29. April angekündigt)
Sándor Ivády (Wien):
Über Übertragung
Die Übertragung gehört zu den grundlegenden Konzepten der Psychoanalyse. So schreibt die britische Psychoanalytikerin Ella Freeman Sharpe 1930 etwa, dass ihre Handhabung überhaupt der entscheidende Punkt in der psychoanalytischen Technik sei. Der Vortrag problematisiert eine naive Auffassung des für die klinische Arbeit unerlässlichen Konzepts und leistet eine strukturelle Annäherung an die Dimension der Übertragung.

► Dienstag, 28.5.2013, 20.00 Uhr, IWK
(Der Termin wurde zunächst für den 27. Mai angekündigt)
Thanos Lipowatz (Berlin, Athen):
Die trügerische Verführung und die unheimliche Enthüllung des Bösen
Der Vortrag entwickelt eine Theorie des Bösen unter Rückgriff auf die Theorie Lacans. Die Überlegungen setzen damit ein, wie die Psychoanalyse die Problematik der Existenz in der Form des Verhältnisses zwischen dem Begehren und dem Gesetz analysiert. In der Folge wird mit Blick auf die Suche nach dem Absoluten in der Machtpolitik eine psychoanalytische Theorie des Bösen in der Politik entworfen.

► Montag, 3.6.2013, 20.00 Uhr, IWK
Magda Sorger-Domenigg (Wien):
Das Rätsel der Sphinx

Sándor Ivády: Kulturwissenschafter, Mitbegründer der Sektion Logik der Neuen Wiener Gruppe (Lacan-Schule) und Kandidat im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse.

Magda Sorger-Domenigg: Psychoanalytikerin in freier Praxis in Wien, Mitglied im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse, in der Neuen Wiener Gruppe/Lacan Schule und im Neuen Lacan’schen Feld.

Thanos Lipowatz, Lehrtätigkeit an der Freien Universität Berlin, an der Universität Oldenburg, an der Universität Freiburg, an der Universität Paris VIII, Forschungsaufenthalt in Paris. Seit 1987  Professor für Politische Psychologie an der Universität Panteion in Athen. 




Nähere Informationen finden Sie auch unter:

http://logik.psychoanalyse.co.at
http://www.lacan.at

logik@psychoanalyse.co.at




 




























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