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Vortragsreihen, Seminarreihen, Lesekreise und Einzelvorträge im Wintersemester 2011/12

Termine werden laufend ergänzt!


Die Veranstaltungen finden - wenn nicht anders angegeben - im IWK, 1090 Wien, Berggasse 17, statt.





Semesterprogramm des Jour fixe Bildungstheorie als PDF
jour fixe

Jour fixe Bildungstheorie

Partizipation lernen: Modelle, Erfolge und die Ambivalenz der Erfolgsmessung
Eine Kooperation mit der Universität Wien/Institut für Bildungswissenschaften (Bettina Dausien), dem Ring Österr. Bildungswerke (Wolfgang Kellner) und dem Verband Österr. Volkshochschulen (Stefan Vater)
Die Zunahme sozialer Spaltungen in der Gesellschaft „erzeugt“ auch neue Krisenantworten: „Lernen durch Partizipation“ und „Partizipation durch Lernen“, seit je konstitutive Elemente kritischer Erwachsenenbildung, gewinnen eine neue Aktualität – mit „neuen“ Leitbegriffen (Active Citizenship, Community Education, Inklusion usw.), „neuen“ Konzepten (BürgerInnen-Rat, Basisbildung usw.) und neuen Formen der Erfolgsmessung (Sozialkapital, Lernergebnisorientierung usw.). Der Jour fixe Bildungstheorie stellt im Wintersemester 2011/12 ausgewählte Beispiele zur Diskussion – in Vorträgen, ExpertInnengesprächen, Workshops und im Rahmen der Jubiläumstagung anlässlich „10 Semester Bildungstheorie“.

Ring Österreichischer Bildungswerke       VOEV         Uni Wienoieb

IFA


Mittwoch, 21. September 2011, 9.00-14.00 Uhr, 
Veranstaltungsort: C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Alois-Wagner-Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien
Jim Rough, Jean Rough (Port Townsend/USA)
Demokratisierung durch Beteiligung:
Workshop zu “Dynamic Facilitation & Wisdom Council”

(in englischer Sprache)
Das Beteiligungsinstrument BürgerInnen-Rat (Wisdom Council) und die Moderationsmethode „Dynamic Facilitation“ wurden von Jim Rough entwickelt und werden in verstärktem Umfang erfolgreich eingesetzt. BürgerInnen-Rat und Dynamic Facilitation eröffnen neue Wege der partizipativen und kreativen Lösung von Problemen im Gemeinwesen. Jim und Jean Rough werden sie in diesem Workshop vorstellen – und zeigen, wie Menschen für die aktive Mitwirkung an Fragen, die sie und ihr Lebensumfeld betreffen, begeistert und in ihrer Selbstorganisationsfähigkeit gestärkt werden können.

Jim Rough: Dynamic Facilitation Associates, Port Townsend, USA, ist Psychologe, Organisationsentwickler, Seminarleiter, sozialer Innovator und Autor des Buches „Society‘s Breakthrough! Releasing the Essential Wisdom and Virtue of All the People.“ Er entwickelte erfolgreiche Methoden zur Öffentlichkeitsbeteiligung, unter anderem „Dynamic Facilitation“ und „Wisdom Council“.
Jean Rough ist Psychologin und Psychotherapeutin, Moderatorin und Trainerin.

Einladung als PDF

Anmeldung:
Edith Zwieb, Tel: +43 1 315 63 93-10, edith.zwieb@oegut.at
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
Wir ersuchen um verbindliche Anmeldung bis 15. September.
Der Workshop wird in englischer Sprache abgehalten.

Kontakt:
Martina Handler, ÖGUT,
Tel: +43 1 315 63 93-21, edith.zwieb@oegut.at
Rita Trattnigg, Lebensministerium,
Tel: +43 1 51522-1309, rita.trattnigg@lebensministerium.at

Informationen zur Veranstaltung finden Sie auch auf www.partizipation.at.
OEGUT   Lebensministerium



Donnerstag, 6. Oktober 2011, 19.00 Uhr, IWK
Martin Strele (Bregenz):
Der BürgerInnen-Rat:
Beteiligung als Lernprozess für BürgerInnen, Verwaltung und Politik?

Respondenz: Wolfgang Kellner (Wien)
Der BürgerInnen-Rat (Wisdom Council) ist ein Beteiligungsmodell, das vom Psychologen und Organisationsentwickler Jim Rough in den USA entwickelt wurde, um demokratische Grundhaltung, Selbstorganisation und Eigenverantwortung in einem Gemeinwesen zu stärken. Ausgehend vom Vorarlberger Büro für Zukunftsfragen und unterstützt vom Lebensministerium wird der BürgerInnen-Rat seit einigen Jahren auch in Österreich umgesetzt (siehe www.partizipation.at). Der Referent stellt das Beteiligungsmodell kurz vor und gibt einen Überblick über erste Zwischenergebnisse aus einem Forschungsprojekt, das die Grenzen und Potenziale der Anwendung des BürgerInnen-Rats in Österreich untersucht. Insbesondere werden mögliche Lernpotenziale für die unterschiedlichen Gruppen von Beteiligten in einem BürgerInnen-Rat im Fokus stehen.

Martin Strele, Geschäftsführer der Kairos Wirkungsforschung & Entwicklung GmbH (Bregenz), Regionalentwickler und seit zehn Jahren international im Bereich Wirkungsforschung tätig. Schwerpunkte sind dabei Wirkungsmonitoring, ländliche Entwicklung und internationale Zusammenarbeit. www.kairos.or.at

Wolfgang Kellner, Erwachsenenbildner und Bildungsforscher, Ring Österreichischer Bildungswerke.


Freitag, 7. Oktober 2011, 9.00 bis 12.00 Uhr, IWK
ExpertInnengespräch zum BürgerInnen-Rat (Vortrag vom 6. Oktober)
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at
TeilnehmerInnen: Martin Strele (Geschäftsführer der Kairos Wirkungsforschung & Entwicklung, Bregenz), Martina Handler (Politikwissenschaftlerin und Mediatorin, Österr. Gesellschaft für Umwelt und Technik, ÖGUT), Wolfgang Kellner (Erwachsenenbildner und Bildungsforscher, Ring Österreichischer Bildungswerke), Renate Schnee (Leiterin des Stadtteilzentrums Bassena, Lehrbeauftragte für Gemeinwesenarbeit FH Campus Wien),  Rita Trattnigg (Politikwissenschaftlerin, Expertin für Nachhaltige Entwicklung und Partizipation, Lebensministerium) u.a.

Anmeldung :  0664 45 43 103 oder wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at
 

Donnerstag, 24. November 2011, 19.00 Uhr, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Antje Doberer-Bey (Wien):
Schreib dich nicht ab! Alphabetisierung als Grundlage einer selbstbestimmten Teilhabe
Respondenz: Christian Kloyber (Strobl)
Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben, Rechnen und IKT und die Fähigkeit zu einem autonomen und selbst-organisierten Lernen sind Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Rechts auf Bildung und für die Teilhabe an Prozessen des lebensbegleitenden Lernens und an der Gesellschaft überhaupt. Basisbildungs- und Alphabeti-sierungsarbeit mit Erwachsenen ist in Österreich ein relativ junges Arbeitsfeld. Ihr zentrales Ziel ist es, Erwach-senen mit Basisbildungsdefiziten den Zugang und die Inklusion in Lernangebote zu ermöglichen, in denen sie - erwachsenengerecht – diese Grundkompetenzen entwickeln können.

Antje Doberer-Bey ist Gründungsmitglied von "Netzwerk.Alphabetisierung.at" und im Bereich Basisbildung mit Erwachsenen deutscher Erstsprache tätig.
Christian Kloyber leitet das Geschäftsfeld Bildungsentwicklung am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung



Donnerstag, 26. Jänner, und Freitag, 27. Jänner 2012
"The Wider Benefits of Learning" und die Ambivalenz der Messung von Lernerfolgen
Jubiläumstagung anlässlich von zehn Semestern „Jour fixe Bildungstheorie“

Welchen "Nutzen" hat Lernen, für wen hat es diesen "Nutzen" und wie kann er "gemessen" werden? Die Tagung versucht zu klären, was unter Nutzen des Lernens in einem umfassenderen Sinn verstanden werden kann. Wie steht es etwa um den nichtökonomischen Nutzen des Lernens jenseits der Verbesserung von Employability und der Steigerung von Humankapital? Und welchen Nutzen jenseits der individuellen Ebene hat das Lernen für größere Gruppen und das Gemeinwohl?

Der Jour Fixe Bildungstheorie besteht seit nunmehr zehn Semestern. Er wurde im Frühling 2007 als Kooperation zwischen dem Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK), dem Ring Österreichischer Bildungswerke, dem Verbandm Österreichischer Volkshochschulen und dem Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien ins Leben gerufen. Seither finden in jedem Semester vier Vortragsveranstaltungen, ein ExpertInnengespräch und ein Workshop zu aktuellen Fragen der Bildungstheorie – mit einem Schwerpunkt auf der Erwachsenenbildung – statt.

Programm als WORD-Datei
Programm als PDF
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Donnerstag 26. Jänner 2012
Institut Français de Vienne, Währinger Straße 30, 1090 Wien
14.00 Uhr: Begrüßung und Einleitung
Bettina Dausien (Institut für Bildungswissenschaft, Universität Wien)
Thomas Hübel (Institut für Wissenschaft und Kunst)
Wolfgang Kellner (Ring Österreichischer Bildungswerke)
Stefan Vater (Verband Österreichischer Volkshochschulen)

14.30 - 17.30 Uhr:
Open Space zum Thema:
Partizipation lernen: erfolgreiche Konzepte und die Messbarkeit ihres Erfolgs
Moderation: Barbara Kreilinger (Verband Österreichischer Volkshochschulen)

Erfolgreiche Konzepte partizipativen Lernens sind verstärkt mit Ansprüchen der Erfolgsmessung
konfrontiert. Anhand konkreter Beispiele wie Lernende Regionen, Active Citizenship, Bildungsnetzwerke, lokale Bildungs- und Kulturarbeit usw. fragen wir nach „angemessenen“ Kriterien und Standards für die Erfolgsmessung. Welche Vorstellungen von Partizipation und Bildung stehen beispielsweise hinter Modellen und Methoden wie Sozialkapital, Kompetenzerfassung, Lernergebnisorientierung usw.? Inwieweit erscheint es sinnvoll, zwischen
emanzipatorisch-kritischen und technokratisch-affirmativen Kriterien zu unterscheiden – und
inwieweit sind Bildung und Partizipation überhaupt messbar?

Mit Kurzbeiträgen u.a. von
Genoveva Brandstetter (freiberufliche Bildungsforscherin, Wien)
Maria Gutknecht-Gmeiner (Impulse – Evaluation und Organisationsberatung, Wien)
Wolfgang Jütte (Weiterbildung & Governance of Lifelong Learning, Universität Bielefeld)
Klaus Thien (Österreichisches Institut für Erwachsenenbildung, Wien)
Rita Trattnigg (Lebensministerium, angefragt)

Anmeldung zum Open Space: iwk.institut@aon.at

17.30-18.30 Uhr: Buffet

18.30 Uhr
Jubiläumsvortrag
Tom Schuller (London):
The Wider Benefits of Learning: Exploring Individual and Social Dimensions
(Vortrag in englischer Sprache)
The lecture discusses the wider benefits of learning in theory and in application to political practice. Its aim is to deepen the understanding of the complex ways in which learning can benefit individuals, and to the ways in which we can provide robust evidence about the scale of these effects and the returns they represent. But how to measure these wider benefits such as improved well-being, better health or lively community life? The lecture will pay particular attention to social capital as a central concept in both the methodological and political debate.

Tom Schuller ist Direktor von Longview, Centre for Longitudinal Studies. Zuvor leitete er das
Centre for Educational Research and Innovation bei der OECD in Paris. Tom Schuller ist Professor
für Lifelong Learning in Birkbeck, University of London, und gemeinsam mit John Bynner Direktor des Centre for Research in the Wider Benefits of Learning.
Video-Interview mit Tom Schuller: http://www.youtube.com/watch?v=gXJsjoVBp7Y




20.00 Uhr:
Institut Français de Vienne
Buchpräsentation
Stefan Vater, Wolfgang Kellner, Wolfgang Jütte (Hrsg.):
Erwachsenenbildung und Sozialkapital
Die Herausgeber präsentieren einen Sammelband, der unterschiedliche Ansätze des Sozialkapital-
Konzepts und daran anknüpfende Bildungsprojekte vorstellt.

Stefan Vater, Wolfgang Kellner, Wolfgang Jütte (Hrsg.):
Erwachsenenbildung und Sozialkapital (= Band 4 der von W. Jütte, J. Markowitsch und A. Pellert
herausgegebenen Reihe „Studies in Lifelong Learning“) Münster: 2010, LIT Verlag.

20.30 Uhr: Empfang im Salon beige

Freitag, 27. Jänner 2012, 9.00 - 12.00 Uhr
Institut für Wissenschaft und Kunst, Berggasse 17, 1090 Wien
ExpertInnengespräch mit Tom Schuller
Das Gespräch gibt Gelegenheit, gemeinsam mit Tom Schuller die Thesen seines Vortrags vom 26. Jänner eingehender zu debattieren oder auch eigene Forschungsfragen und -ansätze zur Diskussion zu stellen.
Anmeldung: wolfgang.kellner@ring.bildungswerke.at, 0664 45 43 103

Freitag, 27. Jänner 2012, 19.00 Uhr
Institut Français de Vienne, Währinger Straße 30, 1090 Wien
Tom Schuller (London):
Capital Humain: les filles/femmes dépassent les garçons/hommes – et alors?
Humankapital: Mädchen und Frauen überholen die Männer – und wenn schon?
(Vortrag in französischer Sprache)
Dass in der Schule die Mädchen ihre Mitschüler und dass an der Universität Studentinnen ihre männlichen Kollegen in ihren Leistungen übertreffen, gilt für fast jedes OECD-Land und nahezu jeden Gesellschaftsbereich. Frauen verfügen über weit mehr von dem, was Ökonomen gerne „Humankapital“ nennen. Diese Entwicklung hat sich vielfach sehr positiv auf die Beschäftigungsmöglichkeiten von Frauen ausgewirkt; dennoch haben sich ihre Karrierechancen bei Weitem nicht so verbessert, wie man hätte annehmen können. Woran das liegt, wird der Vortrag zu klären versuchen.


Workshop Bildungstheorie: Als Feedback-Veranstaltung zum Semesterprogramm wird der dreistündige Workshop Bildungstheorie angeboten. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich – Information/Anmeldung: Ring Österr. Bildungswerke (Tel.: 01 533 88 83, www.ring.bildungswerke.at).
Die Teilnahme an den Jour-fixe-Veranstaltungen und am Workshop ist als Seminar Bildungstheorie von der WeiterBildungsAkademie Österreich (www.wba.or.at) akkreditiert. Termine in Abstimmung mit den TeilnehmerInnen.






Der politische Mensch in der globalen Polis
Zur Rolle der politischen Erwachsenenbildung

In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB)
Konzept und Moderation: Rahel Baumgartner (ÖGPB) und Hakan Gürses (ÖGPB)

Politische Erwachsenenbildung widmet sich der Frage, wie Individuen in den heutigen Gesellschaften zusammenleben und welches Wissen sowie welche Fähigkeiten sie benötigen, um diese Polis aktiv mitzugestalten. Ziele, Ansätze und didaktische Methoden der Bildungsangebote werden daher ausgewählt entlang der Frage, was die (post-)moderne Polis charakterisiert. Globalisierung, Vorrang der Information, Postdemokratie und strukturelle Ungleichheit sind nur einige Charakteristika, die in politiktheoretischen Debatten der letzten Jahre gegenwärtigen Gesellschaften attestiert wurden.


Mittwoch, 12. Oktober 2011, 18.30 Uhr, IWK
Hakan Gürses (Wien):
Das Politische in der politischen Erwachsenenbildung
Was ist der Gegenstand der politischen Bildung? Die Antworten auf diese vermeintlich schlichte Frage pendeln zwischen "das politische System und die Parteien" und "alles". Ist aber wirklich alles politisch? Oder soll Politik in rechtstaatlich verfassten Gesellschaften nurmehr als Synonym zu Demokratie begriffen werden? Ausgehend von der rezenten politiktheoretischen Debatte zur "politischen Differenz" wird der Vortragende versuchen, aktuelle Potenziale der politischen Erwachsenenbildung auszuloten.

Dr. Hakan Gürses, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB); Lektor und zuletzt Gastprofessor für Politische Philosophie am Institut für Philosophie der Universität Wien.


Mittwoch, 9. November 2011, 18.30 Uhr, IWK
Helmuth Hartmeyer (Wien):
Globales Lernen - eine politische Bildung im Weltzusammenhang
Globalität begegnet uns in vielen Bereichen des täglichen Lebens - in unseren Berufen, in der Freizeit, im alltäglichen Konsum von Waren und Informationen. Globales Lernen kann helfen, Zugänge zu dieser Globalität zu erschließen, die Welt in ihrer Vielfalt in Erfahrung zu bringen und Perspektiven für ein Leben und Handeln im globalen Zusammenhang zu entwickeln.

Dr. Helmuth Hartmeyer leitet die Abteilung Förderungen Zivilgesellschaft in der ADA (Austrian Development Agency), ist Vorsitzender der österreichischen Strategiegruppe Globales Lernen und des internationalen Netzwerkes GENE (Global Education Network Europe) sowie Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien.


Mittwoch, 23. November 2011, 18.30 Uhr, IWK
Margit Appel (Wien):
Wirtschaftskompetenz stärken - Herausforderung für (feministische) politische Erwachsenenbildung
Die kritische Reflexion der herrschenden Wirtschaftsweise und die Entwicklung alternativer Wirtschaftskompetenz: Politische Erwachsenenbildung kann durch das verstärkte Angebot solcher Bildungsgegenstände zur Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch die BürgerInnen wesentlich beitragen. Die praktischen Erfahrungen des frauenspezifischen Lehrgangs "Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln" bieten in Verbindung mit dem Konzept der Economic Literacy einen Diskussionsbeitrag dazu.

Margit Appel, Mag.a, Politologin und Erwachsenenbildnerin, Mitarbeiterin der Katholischen Sozialakademie Österreichs - ksoe; Leitung des ksoe-Lehrgangs "Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln".


Mittwoch, 7. Dezember 2011, 18.30 Uhr, IWK, MUSS ENTFALLEN
Christian Kloyber (Wien):
Kunst und Literatur in der politischen Erwachsenenbildung
Die Empfehlungen des Europäischen Parlaments rücken "Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit" als ein Thema für den Wettbewerb der Individuen ins Zentrum. Künstlerischer Ausdruck wird mit dieser "Empfehlung" als eine "Schlüsselkompetenz für lebenslanges Lernen" festgemacht. Kann diese Empfehlung einfach so hingenommen werden? Denn, wie zeigen sich Kunst und Literatur in der Erwachsenenbildung, und was ist ihre politische Dimension?

Christian Kloyber, Dr.,  wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb). Gemeinsam mit Dr.in Andrea Bramberger gibt er die nächste Ausgabe des Magazin erwachsenenbildung.at zum Thema "Kunst und Literatur. Wie zeigen sie sich in der Erwachsenenbildung?" heraus.


Link: www.politischebildung.at/oegpb/bildungsangebot/weitere_angebote/?detail=53656


ÖGPB







Jour fixe der WiGiP (Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie)
Koordination: Karin Kuchler
Philosophieren ist nicht nur eine kulturelle Tätigkeit, es findet immer auch in einem kulturellen Kontext statt. Einen solchen Kontext bot und bietet aber nicht bloß, wie generell angenommen, die okzidentale Kultur. Daher verstehen wir unter interkulturellem Philosophieren zunächst die Orientierung, philosophische Diskurse aus vielen verschiedenen Kulturen und Traditionen als gleichberechtigte Beiträge wahrzunehmen und zu respektieren. Es reicht aber nicht, verschiedene Philosophien vergleichend nebeneinander zu stellen. Philosophische Diskurse unterschiedlicher Traditionen sind in einen offenen gemeinsamen Raum zu leiten - damit sie in einem Polylog ihre Unterschiede verstehen, einander verändern und gemeinsame Positionen entwickeln können. Das Projekt interkulturelles Philosophieren wird von der Annahme getragen, dass Probleme unserer heutigen Welt nur durch Beiträge aller betroffenen Kulturen und Traditionen gelöst werden können. Die WiGiP versteht sich als ein Forum eines solchen philosophischen Polylogs. Mit dem Jour Fixe der WiGiP möchten wir dieses Forum zeitlich und räumlich öffentlich zugänglich machen.
Weitere Informationen zur WiGiP unter: http://www.wigip.org/

Alle Vorträge im Rahmen des Jour Fixe der WiGiP im Wintersemester 2011/12 finden in den Räumlichkeiten des IWK statt und beginnen um 18.30 Uhr s.t. Alle Abstracts sowie eventuelle Workshops finden Sie unter http://www.wigip.org/


Freitag, 28. Oktober, 17.00 Uhr
"Polylog" Nummer 25
Präsentation der Jubiläumsnummer
Publikumsdiskussion mit Nikita Dhawan, Hans Schelkshorn und Franz Martin Wimmer
Die Jubiläumsnummer der Zeitschrift "Polylog" widmet sich dem Thema "Das Projekt interkulturelles Philosophieren heute". Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Wo steht das Projekt interkulturelles Philosophieren heute? Wie hat es sich entwickelt und welchen Herausforderungen gilt es zu begegnen? Die Jubiläumsausgabe Nr. 25 versucht eine kritische Bestandsaufnahme: Nach dreizehn Jahren diskursiver Praxis werden die Herausforderungen dargelegt, die sich vor dem Hintergrund postkolonialen Erbes und und globaler Interdependenz stellen: Kann man schon von einem Paradigmenwechsel in der Philosophielandschaft in den letzten zehn Jahren durch interkulturell orientiertes Philosophieren sprechen? Inwiefern trägt die philosophische Praxis dazu bei, den Alleinvertretungsanspruch der "westlichen" Philosophie zu reproduzieren und wie ist dem entgegenzuwirken?

Nach der Präsentation und der Publikumsdiskussion gibt es einen kleinen Umtrunk.

Nikita Dhawan ist Juniorprofessorin für Gender und postkoloniale Studien im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der politischen Philosophie, der transnationalen Gender Studies und der postkolonialen Theorie.

Hans Schelkshorn ist Professor für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät, Wien. Publikation: Entgrenzungen. Ein europäischer Beitrag zum Diskurs der Moderne, Velbrück: Weilerswist 2009

Franz Martin Wimmer ist Professor i.R. am Institut für Philosophie der Universität Wien; Präsident der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie, Forschungsschwerpunkt: Interkulturell orientierte Philosophie



Freitag, 11. November 2011, 18.30 Uhr, IWK
Willie van der Merwe (Südafrika/Amsterdam):
Modernity and Multiculturalism
(Vortrag in englischer Sprache)
Van der Merwe notes that the process of modernization and globalization in societies of multiple cultures is a process of increasing fragmentation and pluralisation of lifestyles, knowledge, concepts and modes of orientation. The paradoxical coincidence of the de facto
emergence of a world culture and simultaneously an intra- and intercultural pluralism seems puzzling. In his opinion, however, it is to be explained by the "logic of modernity".
A specific strand of European Modernity emphasized the detachment of the autonomous individual from his/her own cultural group, tradition or collective horizon of meaning. This “detachment” was necessary for science and capitalism to be exported worldwide and be assimilated by other cultures. It was one of the preconditions for Europe to expand cross-culturally and to develop a global culture. But for the same reason, and that is the solution of the paradox, it expanded an “empty” universalism, a culture without the cultural content
to which people can attach.
It would seem, argues Van der Merwe that the global culture creates a vacuum which can only be filled by a return to or a recovery of specific collective identities and cultural affinities. The rise of populism (as a counter reaction to people who claim and live their attachment to a
particular identity) in Europe testifies to this trend – the legacy of modernity has come to roost!

Willie van der Merwe is an South African philosopher, who works currently as a professor of philosophy of religion at the University of Amsterdam and Director of ACCORD (Amsterdam Centre for the Study of Cultural and Religious Diversity). He is engaged with questions about cultural diversity and identity.


Dienstag 13. Dezember 2011, 15.30-17.30 Uhr, IWK
Workshop mit Anke Graneß (Bonn):
Was ist globale Gerechtigkeit?
Um den Begriff  “globale Gerechtigkeit” gibt es gegenwärtig eine sehr breite Diskussion in der Philosophie, die sich auch in einer rasant anwachsenden Anzahl neuer Publikationen widerspiegelt. Nach langen Jahren, in denen der Begriff Gerechtigkeit fast ausschließlich auf streng abgegrenzte lokale Gemeinschaften angewendet wurde (Staat, Nation), haben neue globale Abhängigkeiten und neu entstandene supranationale politische Einheiten, dazu geführt, dass sowohl die innere wie auch die äußere Souveränität des einzelnen Staates in Frage gestellt wurde. Dies führte zu neuen Fragestellungen, wie z.B.: Wie weit reicht die Verantwortung des Einzelnen, des Staates, der Weltgemeinschaft? Heute wird in den philosophischen Debatten immer öfter eine universale Gültigkeit von Gerechtigkeitsprinzipien vertreten (u.a. Pogge, Nussbaum, Sen) und von globaler Gerechtigkeit gesprochen – allerdings gibt es auch eine starke Strömung in der Philosophie, die die Möglichkeit globaler Gerechtigkeitsprinzipien generell in Frage stellt (Rawls, Miller, Nagel). Dieser Workshop führt in die Eckpunkte der derzeitigen Debatte ein und versucht in ersten Ansätzen eine interkulturelle Öffnung der Debatte.

Struktur des Workshops
1. Begriffsbestimmung
2. Positionen aus der Diskussion der Gegenwart: Pro und Contra
3. Globale Gerechtigkeit interkulturell

Die für den Workshop empfohlene Literatur stellen wir Ihnen virtuell zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich hierzu an office@wigip.org. Die Literaturliste finden Sie hier...

Alle weiteren Informationen finden Sie auf www.wigip.org

Anke Graneß hat Philosophie und Afrikanistik in Leipzig und Wien studiert. Heute leitet sie die Redaktion der Zeitschrift "Polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren" und ist Lehrbeauftragte an der Universität Wien.


Dienstag 13. Dezember 2011, 18.30 Uhr, IWK
Anke Graneß (Bonn):
Buchpräsentation: "Henry Odera Oruka (1944 – 1995): Das menschliche Minimum"
Der kenianische Philosoph Henry Odera Oruka gehört zu den einflussreichsten Philosophen in Afrika. Im Mittelpunkt des Buches von Anke Graneß stehen seine ethischen Ansätze. Geprägt durch die speziellen Umstände in Afrika, hat Odera Oruka bereits in den 1980er Jahren eine Frage aufgeworfen, die heute, über zwanzig Jahre später, im Diskurs um Gerechtigkeit wieder zentral geworden ist, nämlich die Frage nach einer globalen Gerechtigkeit.
Odera Oruka verbindet das Ideal einer globalen Gerechtigkeit mit der Absicherung eines minimalen Lebensstandards für jeden Menschen und begründet diesen Anspruch auf ein menschliches Minimum in einem nicht mehr hintergehbaren Recht auf Selbsterhaltung als grundlegender Notwendigkeit für ein Individuum, um in den Genuss jedes anderen Rechts zu gelangen.
Das Buch macht deutlich, inwiefern ein Ignorieren philosophischer Ansätze aus dem Süden den weltphilosophischen Diskurs selbst beschneidet.

Anke Graneß hat Philosophie und Afrikanistik in Leipzig und Wien studiert. Heute leitet sie die Redaktion der Zeitschrift "Polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren" und ist Lehrbeauftragte an der Universität Wien.


Dienstag, 31. Jänner 2012, 18.30 Uhr, IWK
Karin Kuchler (Wien):
Kleine Archäologie der europäischen Philosophie
Der Vortrag von Karin Kuchler ist eine diskursanalytisch orientierte Darstellung ihres Forschungsthemas. Sie untersucht die europäische Philosophie kritisch mit Blick auf den Eurozentrismus im Allgemeinen und in der Philosophie im Besonderen, die Formierung Europas und die entscheidende Rolle der Philosophiehistoriographie in der Formation europäischer Philosophie. Gezeigt wird, dass die Fabrikation Europas und die kritische Wende in der Geschichtsschreibung der Philosophie die Rede von europäischer Philosophie ermöglichen werden.

Karin Kuchler hat Philosophie und Bibliothekswissenschaften studiert und ist Lehrbeauftragte an der Universität Wien. Sie arbeitet derzeit an ihrer Dissertation über die Etablierung des universalistischen Gestus in der europäischen Philosophiegeschichtsschreibung.


Montag, 6. Februar 2012, 18.30 Uhr, IWK
Hsueh-i Chen (Taipei, Taiwan):
Intercultural Identity and Intercultural Philosophizing
In the presentation two different foci, identity – meaning how a person regards, orientates and presents itself – and philosophizing, concerning action and formulation of thinking and reasoning, will be analyzed from an intercultural perspective, whereas the meaning of the word "intercultural" will be further explained. The aim of the presentation is to expound the complementary relation between identity and philosophizing with regard to interculturality.
Identity is, on the one hand, usually said to be deep rooted in a specific culture. It could have influences of different cultures but it has a traceable origin. On the other hand, it seems to be common knowledge that philosophy should have a universal claim because it is regarded as cultural independent and should be situated beyond cultural issues. This presentation takes the actual reality into account, presupposes the human ability to put down roots in different cultures – like many contemporaries in voluntary or compulsory diaspora –, and attempts to explore the uncertain, trans-planted nature of intercultural identity. With the assistance of the conception of an intercultural identity, finding one's identity does not only involve one's own pre-existing tradition but also includes influences from other cultures as well.
Due to changing cultural orientation, personal inter-cultural involvements of philosophers, the activity of philosophizing seems to be uprooted from its usual mono-cultural or occidental dominated background and merged with ideas coming from various cultures and disciplinaries. The main objective of the presentation is to find possible answer to the question: how does the tendency of interculturalization affect the identity of philosopher and the activity of philosophizing?

Hsueh-I Chen is working as assistant professor at National Taiwan Normal University and lectures on European cultures, history and philosophy. His research area comprises intercultural philosophy, problem of identity and difference with a special focus on the concept of simulacra. Recently, he is working on narrative theories with regard to concepts of metalepsis and simulation.


Cristal Huang (Taipei, Taiwan):
The Method of Narrative in Time as Entrance to Intercultural Philosophizing
The paper will focus on how to apply the hermeneutic method from Paul Ricoeur's suggestion on the order of time in narrating. When one subject obtains a new perspective from another speaker's horizon, he or she may use the method of narrative in time. The method of narrative in time means to face the distance between the beginning timing from the speaker's concern, and then to move back to his/her historical timing in the text. And then from the new order of timing from present narrative toward both the past and future identity in narrating, the subject may understand a new order of time from the other's present narrative on his/her past and future. By this method, the narrative in time may achieve understanding from the present narrative about the past. And from the understanding about the past event, the subject may understand why this other person has the current understanding about future action. Intercultural philosophizing may need this kind of method on narrative in time in order to obtain different cultural perspective via narrative in time.

Cristal Huang is associate professor in the department of philosophy at Soochow University in Taipei, Taiwan. She finished her doctoral study at the Fu-Jen Catholic University with a thesis about theory of text-interpretation. She cooperates internationally with philosophers worldwide, publishes numerous papers in international journals and gives lectures in the USA, Europe and many Asian countries. Her research area is primarily hermeneutics, phenomenology and narratology.





Jour fixe
Simulation komplexer Systeme - Forschen in der Von-Neumann-Galaxis
Koordination: Manfred Füllsack

Die Möglichkeit, das Verhalten komplexer Systeme am Computer zu simulieren, eröffnet zur Zeit einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen neue Forschungszugänge. Viele bisher für „dirigiert“ gehaltene Phänomene – von Tierschwärmen über Verkehrsstaus und Spezifika der Stadtentwicklung bis hin zu Märkten und sozialen Normen – entpuppen sich mit ihr als selbst-organisiert und lassen sich in ihren Parametern verändern und in ihrem Entstehen beobachten. Die bottom-up-Methode der Simulation macht Wirkungen sichtbar, die top down, also von ihrem Ergebnis her, oft auf andere Ursachen zurückgeführt würden. Sie scheint damit in der Lage, „altbekannte“ wissenschaftliche Fragen in ein  neues Licht zu rücken.
Die Veranstaltungsreihe will – Disziplinen-übergreifend – Personen, die an dieser Methode Interesse haben, eine gemeinsame Plattform bieten und den Austausch von Informationen und Neuigkeiten zu dieser Methode und entsprechenden Forschungsprojekten fördern.
Weitere Informationen: http://sim.econ.tuwien.ac.at/

Donnerstag, 10. November 2011, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Spitalgasse 23, Bauteil 86, 2. Stock (Lageplan)
Peter Csermely
(Budapest):
Krisenbewältigung und „schwache Verbindungen“
Was können wir von biologischen Netzwerken lernen?

Vortrag in englischer Sprache
Ausgehend von Beispielen wie dem der Krisenbewältigungsstrategien von Hefezellen wird dieser Vortrag die Möglichkeiten komplexer, aber nicht nur biologischer Netzwerke thematisieren, auf Störungen und kritische Umweltveränderungen zu reagieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Funktion inter-modularer Verbindungen, die verschiedene Netzwerkteile im Vergleich zu den „stärkeren“ intra-modularen Bindungen eher „schwach“, aber dafür global verbinden, auf der Funktion so genannter „weak links“ also. Die Struktur der Protein-Protein-Interaktionsnetzwerke der Hefezelle zeigt zum Beispiel, dass diese „schwachen Verbindungen“ bei Stress schnell gelöst werden und damit der Zelle erlauben, unterschiedliche Adaptionsstrategien zu erkunden. Den „schwachen Verbindungen“ kommt damit die Funktion „kreativer Elemente“ zu, die mit steigender Komplexität des Systems an Relevanz gewinnen und sich damit als generelle Überlebens- und Krisenbewältigungsmittel darstellen.

Peter Csermely: Biochemiker und Netzwerkforscher, Prof. für Biochemie an der Semmelweis Universität in Budapest, Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften und des Weisenrates des ungarischen Präsidenten, Forschungsbereiche: molekulare Chaperons, Stress, Alterung, Netzwerke; Zahlreiche internationale Publikationen, Bücher u.a.: Weak Links (2006, Paperback: 2009), http://www.linkgroup.hu/petercsermely.php

Zum englischen Abstract


Donnerstag, 24. November 2011, 19.00 Uhr, IWK
Michael Barber (Wien)
Eva Buchinger (Wien):
Luhmann angewandt: Kontingenz, Erwartung und Lernen in konzeptueller (und mathematischer) Modellierung
Der Nutzen und die Anwendbarkeit des Autopoiese-Konzeptes der Theorie sozialer Systeme von Niklas Luhmann wird immer wieder in Frage gestellt. In diesem Vortrag sollen die Grenzen und Möglichkeiten der Anwendbarkeit dieses Konzeptes („Luhmann Applied“) diskutiert werden. Dies geschieht anhand von Modell-Beispielen entlang des Themas „Lernen“. Einleitend wird das Autopoiese-Konzept mit seinen Konstituenten „Selbstreferenz & Fremdreferenz“ und „Erwartungs-Erwartungen“ dargestellt.

Eva Buchinger: Researcher und Projektleiterin im “Foresight & Policy Development Department” des Austrian Institute of Technology (AIT). Sie studierte Philosophie, Geschichte und Soziologie an der Universität Wien und beschäftigt sich als graduierte Soziologin seit 1986 mit dem Thema Innovation. Ihre Forschung konzentriert sich auf ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der Steuerung technischer Entwicklung auf betrieblicher und gesamtgesellschaftlicher Ebene. Den theoretischen Hintergrund bilden dabei die Theorie sozialer Systeme und die Evolutionäre Ökonomie. Gegenwärtig leitet sie Projekte zu „Innovation und Nachhaltigkeit: Untersuchung der Auswirkungen der Kyoto Instrumente auf Innovation in Österreich“ und zu „Innovationsfördernde öffentliche Beschaffung: Strategien und Handlungsoptionen anhand der Beispiele Energie und Verkehr“. http://www.soqua.net/start.asp?ID=222

Michael Barber ist ausgebildeter Physiker (B.S. an der Michigan Technological University und Ph.D. an der Washington University). Einer seiner Schwerpunkte während des Studiums war die Untersuchung und Analyse von neuronalen Netzwerke (Titel der Dissertation: Studies in Neural
Networks: Neural Belief Networks and Synapse Elimination). Michael Barber ist seit 2006 Wissenschaftler im Foresight &Policy Development Department des Austrian Institute of Technology (AIT). Davor war er Gastwissenschaftler am Zentrum für Mathematische Wissenschaften an der Universität Madeira und postdoctoral member des Graduiertenkolleg Azentrische Kristalle am Institut für theoretische Physik der Universität zu Köln. Seine aktuellen Forschungssinteressen umfassen Methoden der statistischen Physik, komplexe Systeme, machine learning und Struktur und Funktion von Netzwerksystemen.


Donnerstag, 1. Dezember 2011, 19.00 Uhr, IWK
Rudolf Hanel (Wien)
Genetische Regulationsnetzwerke
Ein einfaches Modell zwischen Nützlichkeit und Adäquanz

Biologie und Medizin stehen vor zunehmend komplexen Herausforderungen, die ohne adäquate quantitative Beschreibungen der intra/inter-zellulären regulativen Mechanismen und deren systemischen Eigenschaften nicht zu meistern sind. Quantitative Modelle müssen dabei einen schmalen Pfad zwischen empirischer Nützlichkeit und systemischer Adäquanz finden, um einerseits die Extraktion regulativer Strukturen aus experimentellen Daten zu erlauben, andererseits systemische Reaktionen auf variable Randbedingungen adäquat zu beschreiben. Letzteres umfasst „selbstorganisiert stabile Dynamiken“, „Differenzierbarkeit“ (die Fähigkeit ein und desselben Systems, in verschiedenen Modi zu operieren) und „alternierende Aktivitäten“ biochemischer Agenten.
Ein gewisser Typ „stückweise linearer Modelle“ besitzt all diese gewünschten Eigenschaften und bietet sich daher zur systematischen Analyse der fundamental nicht-linearen Landschaft genetischer Regulationsmechanismen an. Dieser Modelltyp verdeutlicht dabei auch die Relevanz der häufig vernachlässigten Variabilität von „decay rates“ biochemischer Agenten (e.g. mRNA, Proteine) und deren Kontrolle (e.g. Ubiquitin) für das systemische Verständnis von Zelldifferentiation.

Rudolf Hanel: Physiker und Komplexitätsforscher, Mitarbeiter in der Complex System Research Group der Medizinischen Universität Wien, Zahlreiche Publikationen im Spektrum von statistischer und theoretischer Physik über medizinische Abbildungsverfahren bis hin zu Robotics und zur Evolution komplexer Systeme, Interessensbereiche: Nicht-Gleichgewichtsprozesse und ihre thermodynamischen Eigenschaften, Phasenübergänge und „Tipping Point“-Phänomene, zB. in Phasen „kreativer Zerstörung“ in der Evolution komplexer Nicht-Gleichgewichts-Systeme. http://www.complex-systems.meduniwien.ac.at/people/rhanel/


Donnerstag, 19. Jänner 2012, 19.00 Uhr
Konrad Mönks (Wien):
Emergenz und Evolution in der Biologie: eine philosophische Perspektive
Die Theorie natürlicher Selektion kann zu Recht als die umfassendste Theorie bezeichnet werden, die die moderne Biologie zu bieten hat. Um so wichtiger ist es zu verstehen, welche Aspekte des Lebens (im biologischen Sinne) und der Evolution natürliche Selektion erklären kann bzw. soll und welche nicht. Insbesondere das immer wiederkehrende Phänomen der Emergenz, d.h. die selbständige Entstehung funktionaler Einheiten, scheint durch natürliche Selektion alleine nur unzureichend erklärt.
Um das Verhältnis von Emergenz und Evolution zu konkretisieren werden einige ausgewählte Diskussionen aus der Philosophie der Biologie aufgegriffen. Zentrale Themenkomplexe sind dabei die „level of selection“-Debatte, der Adaptionismus und das Problem der Modularität. Grundsätzlich steht hierbei weniger die Diskussion möglicher Lösungen im Vordergrund als vielmehr der Versuch zu einer klaren Beschreibung des Problems zu gelangen.

Konrad Mönks: MMag., wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Emergentec Biodevelopment, Studium der Biologie, Computerwissenschaften, Linguistik und Philosophie an der Technischen Universität und der Universität Wien, Forschungsinteressen: biologische Netzwerke, biologische Einheiten und deren Epistemologie.






Semesterprogramm als PDF
jour fixe

Digitale Objekte sichern, archivieren und rasch verbreiten
Das digitale Langzeitarchivierungssystem Phaidra an der Universität Wien
Konzept und Durchführung:
Susanne Blumesberger (Universitätsbibliothek Wien / IWK)
Phaidra, ein Akronym für "Permanent Hosting, Archiving and Indexing of Digital Resources and Assets", ist ein gesamtuniversitäres Digital Asset Management System mit Langzeitarchivierungsfunktionen der Universität Wien. Das System steht ohne Einschränkungen allen Angehörigen der Universität Wien (Lehrenden wie Studierenden) frei. Der aktive Umgang mit Phaidra, das heißt das Speichern und Verlinken von Objekten, ist – ohne bürokratische Hürden – offen für BenutzerInnen mit Mailbox-Account, das sind in der Regel Angestellte der Universität Wien und Externe, die diese Berechtigung erhalten, sowie für Studierende mit u:net-Account. Das Recherchieren und Ansehen der Inhalte ist – wenn gewünscht – ohne Einloggen weltweit möglich.
Phaidra erfüllt somit mehrere Funktionen: Es kann als sicherer Speicherort für wertvolle digitale Objekte verwendet werden. In Phaidra sind unter anderem alte Buchbestände in aufbereiteter digitaler Form archiviert; sie werden  mittels eines eigens entwickelten Bookviewers online zur komfortablen Verwendung zur Verfügung gestellt  Selbstverständlich können auch eigene digitalisierte Objekte oder „digital-born“-Objekte, die gesichert werden sollen, in Phaidra gespeichert werden. Jedes Objekt, das mit Lizenzen und ausführlichen Metadaten versehen wird, erhält einen permanenten Link, der eine beständige Zitiermöglichkeit bietet. Weiters kann die Zugangsberechtigung  für jedes archivierte Objekt nach Bedarf vergeben werden. Daraus ergibt sich eine Fülle an Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Anlegen von Bildersammlungen oder das Archivieren von wertvollen Audio- bzw. Videodokumenten. Phaidra fungiert somit als Wissensportal. Phaidra wird auch in der Lehre und Forschung verwendet. Zum Beispiel ist es möglich, mittels eines Bookimporters selbst digitale Werke wie Bücher, Skripten oder Endberichte zu erstellen und im Bookviewer sichtbar zu machen. Lehrmaterialien können in Phaidra archiviert, mit Zugangsberechtigungen auf bestimmte Personen oder Institute versehen und zu Sammlungen zusammengefügt werden. Eine wichtige Funktion ist auch die rasche Publikationsmöglichkeit von Forschungsergebnissen, Beiträgen oder audiovisuellen Materialien, von Lehrenden und Studierenden.
Phaidra wird inzwischen auch an anderen Universitäten erfolgreich verwendet.
Die Serviceseite gibt einen ersten Einblick in das System: http://phaidraservice.univie.ac.at

Die Veranstaltungsreihe führt in mehreren Schritten in den Umgang mit Phaidra ein.

Montag, 7. November 2011, 18.30 Uhr
Phaidra im Überblick
Digitale Langzeitarchivierung an der Universität Wien

Dienstag, 29. November 2011, 18.30 Uhr
Sicherheit durch Phaidra
Objekte beschreiben und sicher archivieren

Donnerstag, 12. Jänner 2012, 18.30 Uhr
Phaidra für Lehre und Forschung
Eine Einführung für Lehrende und Studierende der Universität Wien

 



Suchterkrankungen:
Ursachen, präventive Maßnahmen, Therapien
Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit der Aktion für 0,0 Promille
Koordination: Peter Wasservogel


Dienstag, 4. Oktober 2011, 18.30 Uhr, IWK:
Birgit Angel (Wien):
Sucht und Politik
In ihrem Vortrag wird die Referentin auf Bedrohungen der allgemeinen Gesundheit durch Süchte, insbesondere durch den Alkohol, eingehen und Ansätze der Gesundheitspolitik zum Umgang der Gesellschaft mit aktuellen Suchtphänomenen skizzieren. Im Anschluss daran ist Gelegenheit zu Publikumsfragen und zu eingehender Diskussion mit der in mehreren Bereichen der Medizin ausgebildeten Vortragenden.

Birgit Angel: Dr.in med., Master of Public Health, Prävention und Gesundheitsvorsorge, Fachreferentin für Medizin und Gesundheitsberufe im Kabinett des Bundesministers für Gesundheit Alois Stöger.

Dienstag, 8. November 2011, 18.30 Uhr, IWK:
Oliver Scheibenbogen (Wien):
Alkoholmythen:
Was wir schon immer geglaubt haben, über Alkohol zu wissen!
Der Referent wird zunächst einige wichtige Daten und Fakten zum Thema Alkoholabhängigkeit präsentieren, aber auch Medikamenten-, Drogen- und Nikotin- und die nichtstoffgebundenen Abhängigkeiten behandeln. Geschlechts- und altersspezifische Unterschiede beim Suchtverhalten werden unter besonderer Berücksichtigung des Themas Jugend und Sucht analysiert. Der Referent, der an Europas größter Suchtklinik, dem Anton-Proksch-Instituts in Wien-Kalksburg, arbeitet, wird das dort entwickelte innovative Therapiekonzept "Orpheusprogramm" vorstellen, das in der Therapie einen besonderen Schwerpunkt auf die Stärkung der individuellen Ressourcen der
Patienten legt.

Oliver Scheibenbogen, Dr. rer.nat., Klinischer und Gesundheitspsychologe.Seit 1996 ist er am Anton Proksch Institut tätig und leitet dort mittlerweile den Bereich Kreativität und Lebensgestaltung. Er koordiniert die Belange der European Society on Treatment of Alcohol Dependence and related Disorders (ESTAD), arbeitet als Biofeedbacktherapeut und -lehrtherapeut und ist Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie (ÖBfP).


Dienstag, 6. Dezember 2011, 18.30 Uhr, IWK:
Georg Psota (Wien):
Stoffungebundene Süchte – Betrachtungen eines Psychiaters in Zeiten der weltweiten Finanz-, Liquiditäts- und Identitätskrise

Georg Psota ist seit 1993 Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. 1994 wurde er Oberarzt. Daneben leitete er als Primar das Sozialpsychiatrische Ambulatorium Josefstadt sowie den 2005 gegründeten Mobilen Psychiatrischen Krisendienst und gestaltete den Sozialpsychiatrischen Notdienst mit. Seit 2010 leitet er den Psychosozialen Dienst in Wien (PSD).


Dienstag, 17. Jänner 2012, 18.30 Uhr, IWK
Michael Dressel (Wien):
Drogenpolitik in Wien
Der Referent, der maßgeblich am Wiener Drogenkonzept von 1999 mitgearbeitet hat und seit 2003 Wiener Drogenkoordinator ist, wird die Wiener Drogenpolitik vorstellen, auf die Situation opiatabhängiger Personen in Wien eingehen und über Maßnahmen im Bereich Beratung, Behandlung und Betreuung sprechen.

Michael Dressel,  Master of Arts der University of North London, absolvierte das Programm MACESS der EU und des Europarats "Comparative European Social Studies" in Maastricht (NL). Er ist diplomierter Sozialarbeiter und Psychotherapeut. 2003 wurde Michael Dressel zum Wiener Drogenkoordinator bestellt, seit 2006 ist er auch Geschäftsführer der Sucht- und Drogenkoordination Wien gemeinnützige GmbH. 

Dienstag, 21. Februar 2012, 18.30 Uhr, IWK
Georg Psota (Wien):
Arbeit - Sucht - Gesellschaft
Georg Psota ist seit 1993 Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. 1994 wurde er Oberarzt. Daneben leitete er als Primar das Sozialpsychiatrische Ambulatorium Josefstadt sowie den 2005 gegründeten Mobilen Psychiatrischen Krisendienst und gestaltete den Sozialpsychiatrischen Notdienst mit. Seit 2010 leitet er den Psychosozialen Dienst in Wien (PSD).


Dienstag, 20. März 2012, 18.30 Uhr, IWK
Franz Pietsch (Wien):
Europäische Suchtpolitik - quo vadis?
Ausgehend von den Rahmenbedingungen auf internationaler und europäischer Ebene, werden Aspekte der Drogenproblematik im legalen und illegalen Bereich einschließlich substanzungebundener Substanzen behandelt. Der Vortragende spricht auch die aktuellen Problemstellungen bei der Koordinierung und Kooperation der unterschiedlichen Stakeholder an (Europäische Kommission, Rat der Europäischen Union, Europarat, Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, International Narcotics Control Board, Commission on Narcotic Drugs). Dies gibt Gelegenheit, Trends und Entwicklungen im Bereich der illegalen Drogen einschließlich neuer psychoaktiver Substanzen sowie legaler Drogen (Alkohol, Tabak) aufzuzeigen und Lösungsansätze und Strategien dazu zu diskutieren.

Franz Pietsch: Jurist, Leiter der Abteilung II/1 (Ombudsstelle für Nichtraucherschutz, Rechts- und Fachangelegenheiten Tabak, Alkohol und substanzungebundene Süchte sowie Internationale Suchtangelegenheiten) im Bundesministerium für Gesundheit.




Druckgraphik erlesen – erforschen – erleben
Eine Gesprächs- und Vortragsreihe mit Philipp Maurer im Wiener Künstlerhaus
In Kooperation mit dem Künstlerhaus und "Um:Druck – Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur"

Druckgraphiken sind vervielfältigte und verbreitete Bilder, die seit dem 15. Jahrhundert unsere Wahrnehmung und Beurteilung von Alltag, Geschichte, Politik und Kunst wesentlich beeinflussen oder sogar prägen. Zeitgenössische KünstlerInnen bedienen sich der traditionellen und der digitalen Methoden der Bildherstellung und nehmen mediale Aufgaben der Bilder in der Gegenwart wahr. Um der Druckgraphik gerecht zu werden, dürfen ihre Geschichte und ihre aktuellen Formen nicht mehr als reine Kunstgeschichte dargestellt, sondern Druckgraphik muss als wesentlicher Teil der Medien- und Sozialgeschichte erkannt werden.

Die Um:Druck-Gespräche wollen Geschichte und Theorie von Druckgraphik und Bildmedien vermitteln, die sozialen und politischen Botschaften der Druckgraphik analysieren sowie junge DruckgraphikerInnen einem interessierten und fachkundigen Publikum präsentieren. Um:Druck-Gespräche leisten einen rationalen und kontroversiellen Diskurs über Kunst, lassen ExpertInnen zu Wort kommen und nehmen die Expertisen der DiskutantInnen ernst.

Die Um:Druck-Gespräche sind das Gesprächsforum von Um:Druck – Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur.

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 18.00 Uhr, Künstlerhaus, Karlsplatz 5, 1010 Wien
Zur Kulturgeschichte der Druckgraphik:
Porträt und Macht. Die vervielfältigten Porträts in der Frühen Neuzeit
Ein druckgraphischer Nachtrag zur Ausstellung „Dürer Cranach Holbein“ im Kunsthistorischen Museum.

Gast: Alfred Kohler,
Historiker, Prof. emer. an der Universität Wien.


Donnerstag, 3. November 2011,
18.00 Uhr, Künstlerhaus, Karlsplatz 5, 1010 Wien
Lesezirkel

Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Kommentare zu einem berühmten und vielfach missverstandenen Buch.
Gast: Johann Dvořák, Univ.Doz. Dr., Politologe, Universität Wien.


Donnerstag, 24. November 2011, 
18.00 Uhr, Künstlerhaus, Karlsplatz 5, 1010 Wien
Lesezirkel
Wolfgang Ullrich: Raffinierte Kunst.
Eine Diskussion über den Wertzuwachs von Bildern durch die Reproduktion.
Gast: Michael Schneider,
Mag., MFA, Künstler, Universität für angewandte Kunst, Wien und Webster, Wien.


Donnerstag, 1. Dezember 2011
18.00 Uhr, Künstlerhaus, Karlsplatz 5, 1010 Wien
Zur Kulturgeschichte der Druckgraphik:
Porträt und Prestige
Ferdinand Schmutzers Porträtradierungen zwischen Repräsentation und Intimität
Gast: Monika Knofler,
Dr.in, Kunsthistorikerin, Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste, Wien.


Donnerstag 15. Dezember 2011, 
18.00 Uhr, Künstlerhaus, Karlsplatz 5, 1010 Wien
KünstlerInnengespräch
Druckgraphik im Wiener Künstlerhaus – Rückschau und Ausblick aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler
Gäste: Katharina Trieb, Künstlerin, Studentin der Kunstgeschichte
Georg Lebzelter, Mag., Künstler, Graphische Lehr- und Versuchsanstalt, Mitglied des Künstlerhauses

 


Kuenstlerhaus                         UM:DRUCK





Lesekreis:
Philosophie auf Türkisch
Koordination: Franz Martin Wimmer

Ziel des Lesekreises ist die Erarbeitung von philosophischer Terminologie im Türkischen an Hand der Lektüre philosophischer Texte in türkischer Sprache. Alle Texte werden in türkischer Sprache gelesen und auf Deutsch interpretiert. Das Leseprogramm des Wintersemesters sieht die Lektüre kulturtheoretischer Texte von Cemil Meriç (1916-1987) vor. Die Teilnahme am Lesekreis ist frei, sie setzt Kenntnisse der türkischen und der deutschen Sprache sowie Grundkenntnisse der Philosophie voraus. Um Anmeldung per Email ersucht:
franz.martin.wimmer@univie.ac.at

Nähere Informationen zum Lesekreis sowie die Lektürevorlagen in elektronischer Form finden Sie unter: www.lesekreis.wikispaces.com

Termine: 5.10., 19.10., 16.11., 30.11., 14.12, 11.1., 25.1.
jeweils Mittwoch, 18.00 - 20.00 Uhr, IWK

Franz Martin Wimmer ist Professor i.R. am Institut für Philosophie der Universität Wien; Präsident der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie, Forschungsschwerpunkt: Interkulturell orientierte Philosophie.





Lesekreis: Sektion Logik
(Neue Wiener Gruppe / Lacan-Schule)
Koordination: Sándor Ivády
Einmal im Monat veranstaltet die Sektion Logik der Neuen Wiener Gruppe Workshops und Vorträge zum Thema Lacan und Logik.
Nähere Informationen finden Sie unter:
http://logik.psychoanalyse.co.at
http://www.lacan.at
logik@psychoanalyse.co.at


Montag, 3. Oktober 2011, 20.00 Uhr
Noah Holtwiesche (Wien):
Enjoy your job!
Zu Leistungsprinzip und Genießen im Kapitalismus
Zur kapitalistischen Arbeitswelt heute gehört, dass Arbeit nicht mehr Mühsal und Entfremdung sein, sie nicht der "Not des Lebens" gehorchen soll, von der Freud noch sprach. Statt dessen soll das Erbringen von Leistungen, die Unterwerfung unter das Leistungsprinzip dem Subjekt ein Genuss sein, Freude und Glück bringen.
Diesen Imperativ zum Genießen von Leistung und Arbeit möchte ich anhand dreier Theorien schärfer konturieren und diskutieren: (1) anhand der Gesellschaftskritik Herbert Marcuses, dem vergessenen Stichwortgeber der sexuellen Befreiung; (2) anhand des Konzepts des "Flow" als leistungssteigernde, "optimale Erfahrung", wie es der Psychologe Mihaly Csikczentmihalyi entwickelt hat; und (3) anhand von Lacans Theorie des Subjekts, insbesondere seiner Gegenüberstellung von Genießen und Begehren.

Noah Holtwiesche, lebt in Wien und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Performance Art, Theater, Kulturwissenschaft und Psychoanalyse. Er ist Gründer des Performance Art Networks Vienna und Mitglied der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule.


Mittwoch, 14. Dezember 2011, 20.00 Uhr 
Andrea Wald (Wien/Chicago):
Das Subjekt zwischen Einschrift und Auslöschung - Aphanisis
Im Zentrum dieses Abends wird die Frage nach der Subjektkonstitution bei Lacan stehen. Wie ist dessen Begriff der Subjektivität zu verstehen? Wie sind Welt und Subjekt miteinander verwoben? Und welche "Aufgabe" hat das Subjekt nach Lacan für das Individuum zu leisten?
Ich möchte mich diesen Fragen durch die Analyse des Lacan'schen Begriffs der Aphanisis annähern, wie dieser ihn im Seminar XI ("Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse") in Abgrenzung zu Ernest Jones entwickelt hat. Während Jones Aphanisis als "Angst vor dem Verschwinden des Begehrens" versteht, reinterpretiert Lacan jenes Verschwinden als grundsätzlich und subjektkonstitutiv. Das Subjekt verschwindet. In diesem Verschwinden aber, und nur durch dieses Verschwinden, kann es sich im Symbolischen verankern.
Im Mittelpunkt des Workshops wird ein Close Reading von zwei Kapiteln aus dem Seminar XI (Alienation & Aphanisis) stehen. Ausgehend davon sollen Verbindungen zu Lacans Buchstabentheorie ("Das Drängen des Buchstaben im Unbewussten") sowie zu seinen Überlegungen zu Alienation und Separation ("Graph des Begehrens") gemacht werden.


Mittwoch, 15. Februar 2012, 2000 Uhr
Marco Meuli (Zürich):
Filmbesprechung: "Opfer" von Andrej Tarkovski
Andrej Tarkovskis Film "Opfer" von 1986 stellt eine philosophische Auseinandersetzung mit einer als "materialistisch" kritisierten Gesellschaft dar. Dabei überzeugt die immanente Gesellschaftskritik wie auch die Konzeption von Opfer und Ereignis als Bedingungen der Möglichkeit "autonomer" Subjektkonstitution. Jedoch wo Religion und Spiritualität die Rolle einer "Aufklärung der Aufklärung" einnehmen, nötigt der Film auch zur Kritik. Entlang dieser im Film enthaltenen Bruchlinie einer Gesellschaftskritik, die partiell hinter sich selbst zurückfällt, wird sich die Diskussion erstrecken.

Marco Meuli studiert Philosophie und Kulturanalyse an der Universität Zürich und ist Mitglied im Lacan Seminar Zürich.





Lesekreis: Gender- und Postcolonial Studies
Koordination: Birgit Haehnel (Wien)

In diesem Lesekreis werden seit Frühling 2009 wichtige Texte aus dem Bereich Gender und Postcolonial Studies gelesen werden. Der nächste Termin ist::


Montag, 14. November 2011, 19.00, 1090, Sensengasse 3, C3 - Frauensolidarität
Eske Wollrad: „Getilgtes Wissen, überschriebene Spuren. Weiße Subjektivierungen und antirassistische Bildungsarbeit", in: Rassismus bildet. Hg. von Anne Broden und Paul Mecheril. Bielefeld: transcript 2010, 141-162.

Mittwoch, 14. September 201
1, 19.00 Uhr, 1090, Sensengasse 3, C3 - Frauensolidarität
Lektüre für den nächsten Termin:
Chimamanda Ngozi Adichie: Blauer Hibiskus (im Original 2003 erschienen)
Das Buch gibt es als Taschenbuch (btb-Verlag, 9,30 €)
Mehr Informationen zur Autorin ...

Montag, 10. Oktober 2011, 19.00 Uhr, 1090, Sensengasse 3, C3 - Frauensolidarität
Lektüre:
Trinh T. Minh-ha: Far Away, From Home (The Comma Between), in: Dies.: Elsewhere, within here, N.Y/London 2010, S. 11-25.
(Die Diskussion dient auch der Vorbereitung auf die Veranstaltung in der Frauensolidarität am 17. Oktober 2011, 19.00 Uhr: Buchpräsentation und Gespräch mit Trinh T. Minh-ha, nähere Informationen ...)


Montag, 27. Februar 2012, 19.00 Uhr, 1090, Sensengasse 3, C3 - Frauensolidarität im C3:
Lektüre
Judith Butler: The Charge of Anti-Semitism: Jews, Israel and the Risks of Public Critique, in: Dies.: Precarious Life. The Politics of Mourning and Violence, London 2004, 101-127.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, schicken wir Ihnen den Text gerne zu. Schreiben Sie bitte in diesem Fall ein Mail an birgithaehnel@web.de

In den letzten Semestern wurden folgende Texte gelesen: 

  • Claire Pajaczkowska: Issues in Feminist Visual Cultures, 2000
  • Pauline de Souza: Multicultural Discourses, 2000. (Beide Aufsätze finden sich in: Fiona Carson and Claire Pajaczkowska: Feminist Visual Culture, Edinburgh 2000)
  • Gloria Wekker: The Politics of Passion. Women's Sexual Culture in the Afro-Surinamese Diaspora, Columbia University Press. Between women, between men series, 2006
  • Miriam Nandi: Am I that Other? Postkoloniale Intellektuelle und die Grenzen des Postkolonialismus. In: Julia Reuter, Paula-Irene Villa (Hg.): Postkoloniale Befunde, theoretische Anschlüsse, politische Intervention.
  • Gabriele Dietze: Okzidentalismuskritik. Möglichkeiten und Grenzen einer Forschungsperspektivierung, in: Dies. u.a. (Hg.): Kritik des Okzidentalismus. Transdisziplinäre Beiträge zu (Neo-)Kolonialismus und Geschlecht. Bielefeld: Transcript, S. 23-54.
  • Jin Haritaworn, Tamsila Tauquir and Esra Erdem: Gay Imperialism. Gender and Sexuality Discourse in the “War on Terror”. In: Adi Kuntsman / Esperanza Miyake: Out of Place. Interrogating Silences in Queerness/Raciality, University of York, 2008, S. 71-95.
  • Ella Shohat: Post-Third Worldist Culture. Gender, Nation and the Cinema. In: Dies.: Taboo Memories Diasporic Voices, Durham / London 2006, 290-329.


Es werden Vorschläge für weitere Texte, aber auch Ideen zu Projekten und Netzwerken gesammelt. Nähere Informationen zum Lesekreis bei: birgithaehnel@web.de

Birgit Haehnel: Dr.in, freischaffende Kunsthistorikerin. Forschungsschwerpunkte: Postcolonial- und Gender Studies im Bereich der Visuellen Kultur; Migration und Erinnerung. Mitglied im CePoG (Centrum für Postcolonial und Gender Studies) Universität Trier.






Donnerstag, 13. Oktober 2011, 18.00 Uhr
Ort: Universität Wien / Zeitschriftensaal der Universitätsbibliothek
Teinfaltstraße 8, 1010 Wien
Vortrag
Raewyn Connell (University of Sydney, Faculty of Education and Social Work):
Gender Theory on a World Scale
The lecture looks at gender theory on a world scale, i.e. tries to think about the nature of gender studies in the global South (e.g. Latin America, India, sub-saharan Africa) and how it relates to gender analysis as practiced in Europe and North America. That will necessarily bring in issues about global power, masculinities, and neoliberalism ... and might lead to interesting discussions about eastern Europe too.

Raewyn Connell, Professorin an der Faculty of Education and Social Work der Universität Sydney (AUS) wurde im deutschsprachigen Raum vor allem mit ihrem Konzept der "Hegemonialen Männlichkeit" bekannt. Ihre Forschungen der letzten Jahre setzen den Fokus verstärkt auf neoliberale Globalisierung, Maskulinitäten und globale Wissensproduktion. Connell  ist Fellow der Academy of Social Sciences in Australia und Mitherausgeberin zahlreicher wissenschaftlicher Zeitschriften wie zum Beispiel Sexualities und The British Journal of Sociology. Ihre umfassende Forschungs- und Publikationstätigkeit wurde u.a. mit dem "American Sociological Association's award for distinguished contribution to the study of sex and gender" und dem "Australian Sociological Association's award for distinguished service to sociology in Australia" ausgezeichnet.
Eine Kooperation zwischen dem Referat Genderforschung der Universität Wien, dem Verband Österreichischer Volkshochschulen und dem Institut für Wissenschaft und Kunst.

Eine gemeinsame Veranstaltung des IWK mit dem Referat Genderforschung der Universität Wien und dem Verband Österreichischer Volkshochschulen.






 




























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