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Institut für Wissenschaft und Kunst

Tätigkeitsbericht 2003

 
Über das Institut
SCHWERPUNKTE:
Veranstaltungen
Emigrations- und Exilforschung
Publikationen:
Frauenforschung, Genderstudies
 IWK-Mitteilungen / Zeitschrift 
Sammelbände
Interkulturalität
Dokumentations- und Forschungsstellen:
Kunst und Ästhetik
 Frauenforschung / Wissenschaftsemigration
Politik, Demokratie und Arbeit
 Forschungsgruppe  "Sozial- und   Kulturwissenschaften"
Psychoanalyse und Psychiatrie
Forschungsprojekte
Sozial- und Kulturwissenschaften / Medientheorie
ReferentInnen und KoordinatorInnen
Universität und Bildung

 
VERANSTALTUNGEN
 
FORSCHUNGSPROJEKTE
Einzelveranstaltungen / Symposien / 
Tagungen / Workshops
   
Seminarreihen / Arbeitskreise
 
biografiA. Biografische Datenbank und Lexikon 
österreichischer Frauen / BDÖF (Folgeprojekt)
Projekt- und Datenbankpräsentationen
 
BDÖF - Modul:
Jüdische Frauen in Österreich und ihr Beitrag zu Wissenschaft, Kunst und Kultur

 
EINZELVERANSTALTUNGEN / SYMPOSIEN / TAGUNGEN / WORKSHOPS
 
SEMINARREIHEN / ARBEITSKREISE
Die doppelte Figur des "Lagers" -
Überlegungen zur städtischen Raumproduktion
 
BiografiA. Neue Ergebnisse der 
Frauenbiografieforschung
Frauen schreiben gegen Hindernisse - Zu den Wechselwirkungen von Biografie und Schreiben im weiblichen Lebenszusammenhang
 
Feministische Theorie und Frauenforschung
Margaret Stonborough-Wittgenstein:
Bauherrin, Intellektuelle, Mäzenin
 
Internet - Forschung - Lehre
Staatstheorie im Zeitalter des Empire
 
Psyche und Soma 
 Theodor W. Adorno und die Auseinandersetzung 
um die Moderne. Zum 100. Geburtstag
 
Studien zur Arbeiter/innenbewegung
Wiener Wissenschaftstage:
Stadt.Leben.Zukunft
 
Theorie und Praxis der Interkulturalität:
Menschenrechte im Kulturvergleich
Zeichen und Zeichnung:
Techniken der Visualisierung
 
Universität, Wissenschaft und Demokratie in Österreich
PROJEKT- UND DATENBANKPRÄSENTATIONEN
   
Das Wissensportal Science Exile - 
Exilforschung und Neue Medien. 
Status quo, Perspektiven, Vernetzungsstrategien
   
Das Wissensportal Science Exile: 
Wissensproduktion und Online-Medien
   

 
PUBLIKATIONEN
IWK-MITTEILUNGEN / ZEITSCHRIFT
 
SAMMELBÄNDE
Nr. 1-2/2003: Medien der Architektur
 
Die Revolutionierung des Alltags. Zur intellektuellen Kultur von Frauen der Zwischenkriegszeit
Nr. 3-4/2003: Internet - Forschung - Lehre
 
Was heißt Kontinentalsphilosophie in den USA?
Eine internationale Debatte über Hermeneutik, 
Dekonstruktion, Feminismus
Mitbestimmung. 
Zeitschrift für Demokratisierung der Arbeitswelt
Radikalismus, demokratische Strömungen und
die Moderne in der österreichischen Literatur

 


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Zum Institut

Das Institut für Wissenschaft und Kunst, 1946 in Wien gegründet, begreift sich als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und wissenschaftlicher Bildungstätigkeit. Es umfasst eine Summe von Forschungswerkstätten, in denen aktuelle Ergebnisse und neue Ansätze der Wissenschaft präsentiert und diskutiert werden, insbesondere Themen und Problemstellungen, die trotz ihrer Aktualität und Dringlichkeit noch nicht Eingang in den institutionalisierten Wissenschaftsbetrieb gefunden haben. Damit leistet das Institut einen Beitrag dazu, dass derartige Themen wissenschaftlich fundiert untersucht werden können. Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung bleiben die Themenstellungen nicht jeweils einer Disziplin vorbehalten, sondern werden aus unterschiedlichen Perspektiven reflektiert. Begründbare Beurteilungen der Problemstellungen für einzelne wissenschaftliche Disziplinen werden dadurch möglich.
Die Aktivitäten des IWK konzentrieren sich auf den gesellschaftsbezogenen Forschungsbereich, der in die Schwerpunkte "Frauenforschung / Gender Studies", "Emigrationsforschung" und "weitere Gesellschaftswissenschaften" unterteilt ist. Letzter Schwerpunkt ist wiederum untergliedert in: "Interkulturalität", "Kunst und Ästhetik", "Politik, Demokratie und Arbeit", "Psychoanalyse und Psychiatrie", "Sozial- und Kulturwissenschaften / Medientheorie", "Universität und Bildung". Die Schwerpunktthemen werden auf den Ebenen von Lehre und/oder Forschung realisiert und in Form von Symposien, Tagungen, Workshops, Seminarreihen, Arbeitsgruppen, Einzelvorträgen, Buchpräsentationen, Publikationen oder Forschungsprojekten umgesetzt.

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EMIGRATIONS- UND EXILFORSCHUNG


DOKUMENTATIONS- UND FORSCHUNGSSTELLE

Die Dokumentations- und Forschungsstelle "Österreichische Wissenschaftsemigration" dokumentiert in einer quantitativen und qualitativen Bestandsaufnahme die verlust- und folgenreiche Vertreibung österreichischer Intellektueller in der Epoche des Faschismus. Eine über das Internet zugängliche Datenbank (http://iwk.phl.univie.ac.at/emigration) baut auf den drei Elementen Person (z. B. EmigrantIn / AutorIn), Institution (z. B. Universität / Institut) und Werk (z. B. eines Emigranten / einer Emigrantin, eines nicht-emigrierten Autors / einer nicht-emigrierten Autorin) auf. Diese drei Elemente, Person-Institution-Werk, ermöglichen mit ihrer Verknüpfung vielfältige und komplexe Abfragen. Aufbauend auf diese Datenbank und eng damit verbunden, ist das 2002 abgeschlossene Projekt Wissensportal Science Exile (http://scienceexile.coresearch.org), das einen experimentellen Versuch der Community-Bildung in Lehre und Forschung darstellt sowie Lehrenden und Lernenden die Möglichkeit gibt, selbstständig netzbasiert weiterzuarbeiten und ihre Ergebnisse zu präsentieren. Die Datenbank wird durch eine ständig wachsende Präsenzbibliothek zur österreichischen Wissenschaftsemigration bereichert. Damit existiert eine institutionalisierte Plattform für eine fächerübergreifende Exil- und Emigrationsforschung, die eine Lücke in der Forschung und Dokumentation zum österreichischen Wissenschaftsexil schließt.

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VERANSTALTUNGEN


Das Wissensportal Science Exile / Exilforschung und Neue Medien -
Status Quo, Perspektiven, Vernetzungsstrategien

Konzept und Organisation: Dr. Charlotte Zwiauer (Wien)
Gemeinsame Veranstaltung mit der Österreichischen Exilbibliothek im Literaturhaus;
gefördert von bm:bwk / Abteilung Erwachsenenbildung - IT-Weiterbildungsoffensive

Die österreichische Exilforschung fächert sich derzeit in ein breites Spektrum von Projekten mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten, institutioneller Anbindung und Zukunftsperspektiven auf. Das Wissensportal ScienceExile, welches im Rahmen des bm:bwk-Förderprogramms "Multimediale Bildungsmaterialien" als Kooperationsprojekt des IWK und Vienna Knowledge Net sowie in Zusammenarbeit mit zahlreichen AutorInnen der österreichischen Exilforschung entwickelt wurde, versuchte bei dieser Veranstaltung mit seiner offenen, dynamischen Konzeption, dieser Vielfalt gerecht zu werden. In Anschluss an die Präsentation von Science Exile wurden zentrale Fragen, die sich im Laufe der inhaltlichen Entwicklung des Portals stellten, diskutiert: das zunehmende Aufgehen des Forschungsgebietes in den jeweiligen Disziplinen und in der zeitgeschichtlichen Forschung, die offene Frage des Anschlusses an die neuere Migrationsforschung, das Ende der Zeitzeugen-Ära. Folgende Fragen wurden dabei diskutiert: Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Prozess der Historisierung für die Erinnerungsarbeit? Worin sehen Institutionen der Exilforschung künftig ihre Aufgaben - Beforschung, Archivierung, Erinnerungsarbeit? Wie positionieren sich die entstehenden Portale, Archive und Datenbanken im Internet, die institutionell vereinzelte ForscherInnen wieder vernetzen, dem Bildungsbereich und der breiteren Öffentlichkeit frei zur Verfügung stehen und sich mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen auf diese drei Arbeitsbereiche der Exilforschung beziehen?

An der Podiumsdiskussion nahmen teil:
Dr. Doris Ingrisch (Wien) / Dr. Konstantin Kaiser (Wien) / Dr. Ilse Korotin (Wien) / Dr. Reinhard Müller (Graz) / Univ. Prof. Dr. Friedrich Stadler (Wien) / Gert Tschoegl (Wien).  Die Moderation erfolgte durch Dr. Peter Lachnit (Wien).

Die Veranstaltung fand im Literaturhaus (Zieglergasse 26 A, 1070 Wien) statt.
 


Das Wissensportal Science Exile -
Wissensproduktion und Online-Medien

Konzept und Organisation: Dr. Charlotte Zwiauer (Wien)
Gemeinsame Veranstaltung mit der Lehrentwicklung der Universität Wien
Gefördert von bm:bwk / Abteilung Erwachsenenbildung - IT-Weiterbildungsoffensive

In einer Zeit der immer größer werdenden Datenmengen und unter neuen technischen Bedingungen der Informationsverarbeitung zeichnet sich bereits eine grundlegende Umstrukturierung der Wissenskultur ab. Dabei spielen Medien längst nicht mehr nur die Rolle eines neutralen Vermittlers zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Neue Medien, besonders in der Form von Online-Medien, sind in diesem Prozess nicht länger bloß Gegenstand der Forschung, sondern Forschungsmedium selbst. Neue Methoden der Recherche (z. B. Datenabfragen) bis hin zum Publikationswesen verändern sowohl Forschungsalltag, Erkenntnisinteressen als auch Bedingungen und Struktur wissenschaftlicher Öffentlichkeiten. Mit den neuen Möglichkeiten ändern sich auch die Anforderungen an die Akteure in Wissenschaft, Forschung und Lehre. Neue Kompetenzen sind gefragt; was diese Prozesse für die Produktion wissenschaftlichen Wissens bedeuten, so konnte bei Veranstaltung analysiert werden. Nach der Präsentation des Wissensportals Science Exile referierte:

Univ. Prof. Dr. Michael Giesecke (Erfurt) zum Thema
"Wissensproduktion und Online-Medien"

Die anschließende Diskussion wurde von Univ. Doz. Dr. Frank Hartmann (Wien) moderiert.
Die Veranstaltung fand in der Aula am Universitätscampus (Altes AKH, Hof 1, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien) statt.
 


Kooperationsvorträge:

In Kooperation mit der Universität Wien fanden folgende Veranstaltungen statt:

Bei der akademischen Feier zu Ehren der Physikerin Marietta Blau referierte Dr. Ilse Korotin (Wien) über "Wissenschafterinnen in Österreich".
Im Rahmen der Veranstaltung "1. Tag der Neuen Medien an der Universität Wien" präsentierte Dr. Ilse Korotin (Wien) die Projekte "biografiA" - Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen" und "Austrian Science in Exile".
 

Zum Schwerpunkt "Emigrations- und Exilforschung":
siehe auch die Tagung "Frauen schreiben gegen Hindernisse - Zu den Wechselwirkungen von Biografie und Schreiben im weiblichen Lebenszusammenhang" unter dem nachfolgenden Schwerpunktthema "Frauenforschung / Geschlechertheorie" sowie ebendort die Vorträge der Seminarreihe "Frauen BiografiA - Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung".
 
 
 
 

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FRAUENFORSCHUNG / GENDERSTUDIES


VERANSTALTUNGEN


Tagung:
Frauen schreiben gegen Hindernisse -
Zu den Wechselwirkungen von Biografie und Schreiben im weiblichen Lebenszusammenhang

Konzept und Organisation:
Mag. Dr. Susanne Blumesberger (Wien)

Bei dieser Tagung wurde der Frage nachgegangen, inwieweit die weibliche Biografie Einfluss auf das Schreiben hat und umgekehrt, wie das Publizieren von Texten Einfluss auf das weitere Leben nehmen kann. Die ReferentInnen beschäftigen sich mit dem Schreiben von Frauen in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Es kamen sowohl WissenschaftlerInnen zu Wort als auch Frauen, die über ihre eigenen Erfahrungen berichteten. Die Annäherungen an das Thema erfolgten aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln, wobei sich der zeitliche Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart spannte. Im Mittelpunkt der Diskussion standen folgende Fragen:
Ist es denkbar, dass es einen Zeitpunkt im weiblichen Lebenslauf gibt, der das Schreiben ermöglicht bzw. an dem das Schreiben eine Möglichkeit ist, das Leben zu strukturieren? Welche Bedingungen müssen dabei gegeben sein, dass sich eine Frau schreibend an die Öffentlichkeit wendet? Welche Texte können eventuell daraus entstehen? In welcher Form kann sich das Publizieren von Texten auf das weitere Leben der jeweiligen Frau auswirken?
Die ReferentInnengruppe, die sich aus WissenschaftlerInnen mehrerer Disziplinen und aus Autorinnen zusammensetzte, sprach anhand konkreter Beispiele unter anderem über das Schreiben in Extremsituationen, über das Verfassen von Autobiografien als Ausdrucksmittel in unterschiedlichen Lebenszusammenhängen, über das literarische Wirken im Exil und ob beziehungsweise wie man Hindernisse auch als Chancen nutzen kann.

Mag. Dr. Susanne Blumesberger (Wien):
Schreiben um zu (über-)leben. Texte als Produkte von Grenzerfahrungen

Mag. Dr. Christian Gastgeber (Wien):
Das Selbstverständnis der schreibenden Frauen im Mittelalter

Dr. Ilse Korotin (Wien):
Den Nationalsozialismus denken. Zur (Auto-)Biografie der Mathilde von Kemnitz-Ludendorff

Barbara Neuwirth (Wien):
Vom Mut, an sich zu glauben. Weibliche Biografie und literarisches Schaffen

Dr. Susanne Bock (Wien):
Heimgekehrt und fremd geblieben

Dr. Ernst Seibert (Wien):
Fortschreibung und Selbstinterpretation im Werk von Marlen Haushofer

Ilse Kilic (Wien):
Die Autobiografie als unsicherer Ort

Käthe Recheis (Wien):
Hindernisse, die zu Chancen werden können

Die Diskussionsleitung und Moderation erfolgte durch Mag. Dr. Susanne Blumesberger (Wien)

Die Beiträge der Tagung werden - ergänzt durch weitere Autorinnen - 2004 in der Edition Praesens (Wien) erscheinen.
 

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BiografiA - Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung

Konzept und Koordination:
Dr. Ilse Korotin (AG biografiA - Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen)
Mag. Siglinde Bolbecher (FrauenAG der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung)

Die Projektinitiative "biografiA" (http://www.biografiA.at) am IWK hat die umfassende historisch-biografische Aufarbeitung österreichischer Frauenpersönlichkeiten zum Ziel. Derzeit stehen rund 6.500 frauenbiografische Datensätze in unterschiedlicher Ausarbeitungsstufe zur Verfügung. Im damit verknüpften Arbeitskreis wurden im Sommersemester projektbegleitend mit ExpertInnen biografische Forschungsthemen diskutiert. Dabei war es wichtig, Impulse zur Revision herkömmlicher Aufnahmekriterien zu leisten. Nicht mehr nur den bedeutenden Namen, sondern einem weiten Spektrum historischer Frauenpersönlichkeiten galt in diesem Zusammenhang die Aufmerksamkeit.
Im Wintersemester stand die historisch-biografische Erfassung österreichischer Frauenpersönlichkeiten im Brennpunkt der Aufmerksamkeit, die in der NS-Zeit verfolgt und ins Exil getrieben wurden oder Widerstand leisteten. Die "Österreichische Gesellschaft für Exilforschung" (öge), die sich die Erforschung der Geschichte des Exils aus Österreich im 20. Jahrhundert und ihre Koordination und Kommunikation in Wissenschaften und Öffentlichkeit zur Aufgabe gemacht hat, befasst sich in ihrer FrauenAG mit der frauenspezifischen Situation von Exilantinnen des Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Die erste und zweite Generation von Akademikerinnen, Künstlerinnen und Kulturschaffenden wurden durch die Vorgeschichte 1934 und die Zäsur 1938 in einem großen Ausmaß aus politischen oder rassistischen Gründen ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Der Verlust dieses Potenzials und der Bruch in der gesellschaftlichen Entfaltung von Frauen reicht bis in die Gegenwart Österreichs. Im Exil fanden sich Möglichkeiten, konnte unter erkämpften, aber doch freieren Bedingungen gearbeitet und gelebt werden. Die Kooperation von biografiA und öge-FrauenAG befördert die differenzierte Erforschung dieser vielschichtigen Exilerfahrungen.

Univ. Prof. Dr. Karl Brunner (Wien):
Frauen im Mittelalter - Problemfelder und Annäherungen
Noch in den 60er-Jahren konnte man lesen, dass es interessant wäre, mehr über Frauen im Mittelalter zu lesen, aber auf weite Strecken die Quellen fehlen. Die folgende Welle von Frauengeschichte, vor allem aus den USA und Frankreich, hat das Gegenteil bewiesen: Nicht die Quellen fehlten, sondern die Fragestellungen. Nun sind wir dabei, unter dem Gender-Aspekt die Quellen neu zu lesen, Geschichte ein weiteres Mal umzuschreiben. Einmal mehr erweist sich der Nutzen der Mediävistik in der Erforschung des "eigenen Fremden": Fremd genug, um die Gegenwart zu kontrastieren, aber Bestandteil der eigenen Geschichte.

Mag. Dr. Susanne Blumesberger (Wien):
Vera Ferra-Mikura. Eine große österreichische Schriftstellerin, die auch viele kleine LeserInnen begeisterte.
Leben und Werk einer Nicht-nur-Kinderbuchautorin
(Vortrag und Lesung erfolgten gemeinsam mit Elisabeth Mikura, der Tochter der Autorin)
Vera Ferra-Mikura, der es gelungen ist, Fantastisches und Realistisches gekonnt zu verbinden, wurde durch ihre zahlreichen Bücher für Kinder und Jugendliche bekannt. Man denke nur an die liebevoll beschriebenen "Drei Stanisläuse" oder "Tante Rübchen" und nicht zu vergessen an "Herrn Wuschelkopf". Weitgehend unbekannt ist, dass Ferra-Mikura auch erfolgreich für Erwachsene tätig war. Ihre berührenden Gedichte in "Schuldlos wie die Mohnkapsel" und ihre amüsanten Geschichten in "Horoskop für den Löwen" zeigen die Vielseitigkeit dieser Autorin, die 1997 starb und 2003 ihren 80. Geburtstag gefeiert hätte.
Dazu erschien: Susanne Blumesberger: "Das Brutgeschäft des Autors ist keine stille Wonne der Besinnlichkeit" - Die österreichische Erzählerin, Lyrikerin und Kinderbuchautorin Ferra-Mikura (1923-1997), in: biblos. Beiträge zu Buch, Bibliothek und Schrift, herausgegeben von der Österreichischen Nationalbibliothek, 51, 2, Phoibos Verlag, Wien 2002, S. 215-243.

Mag. Dr. Carina Nekolny (Wien):
Devianz als Überlebensstrategie. Ländliche Unterschichtfrauen
zwischen Mobilität und Sesshaftigkeit im ausgehenden 18. Jahrhundert
Ausgehend von Elisabeth Stainerin, einer in Weyer (OÖ) 1773 verhafteten Vagantin, behandelte der Vortrag die Entwicklung der Problematik ländlicher Unterschichtfrauen und ihrer (Geschlechtsrollen-)Handlungsspielräume. Ein Fragenraster soll Strukturierungshilfe leisten: Welche normativen Vorgaben gab es für diese Frauen im ausgehenden Barock? Welche Lebensentwürfe machten sich diese Frauen? Welche Formen von "Selbstbestimmung" oder "Widerstand" gab es? Von welchen Koordinaten war das Leben bestimmt? Der Bogen spannte sich zu Christine Lubnerin, einer randständigen Frau im Mühlviertel, die aufgrund von "Sinnen verrückhung" einen Ort abbrannte. Dazwischen stand die Klärung der Fragen, welche Möglichkeiten Frauen in Dorf und Gesellschaft sowie vor Gericht hatten.

Dr. Eva Cescutti (Wien):
Maria von Wolkenstein
Die Klarissin Maria von Wolkenstein: "Sie war zänkisch, klatschsüchtig und ehrgeizig", heißt es in der Nicolaus-Cusanus-Forschung, und "kleinliches Nonnengezänk" sei es gewesen, in das "die gehässige Denunziantin" Cusanus verstrickt habe, ihren Diözesanbischof, "der nichts von ihr verlangt hatte, was nicht in der Ordensregel stand." Und doch hätten unter ihrer Führung die "streitbaren Frauen" ihres Konvents allen Strafen des Cusanus getrotzt. "Macht und Rückhalt des mächtigen Adelsclans", zu dem sie gehörte, habe Cusanus eben unterschätzt in dem Streit, und es fällt das schlimme Wort "Raubrittermanier". Die Geschichte, die dahintersteckt, ist schnell erzählt: Nicolaus Cusanus kam 1452 als Fürstbischof nach Brixen in Tirol und machte sich u. a. an die Reform des dortigen Klarissenklosters; es entbrannte ein sehr vehement geführter Konflikt um die Legitimität dieser Reform-Pläne, in dem Maria von Wolkenstein, die Tochter des "letzten Minnesängers" Oswald, seine wichtigste Widersacherin war. Nach längerem Hin und Her wurde das Kloster reformiert. Maria wechselte den Konvent, ging ins Klarissenkloster nach Meran, das nicht zu Cusanus' Diözese gehörte und wurde dort Äbtissin. Der Vortrag rekonstruierte dieser Frauen-Biografie zwischen den vermeintlich unvereinbaren Polen "Ordensregel" und "Adelsclan" im Tirol des 15. Jahrhunderts.

Dr. Primavera Gruber (Wien) im
Gespräch mit der Pianistin, Klavierpädagogin und Theresienstadt-Überlebenden Edith Kraus (Jerusalem)
Edith Kraus, 1913 in Wien geboren, studierte bei Arthur Schnabel in Berlin und lebte in Prag, wo sie auf den Konzertpodien und im Rundfunk als Solistin tätig war, bis sie 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert wurde. Sie gehört zu den wenigen Musikschaffenden, die das KZ überlebten. Nach der Befreiung zog sie nach Jerusalem, wo sie eine gesuchte Konzertpianistin war und heute als Klavierpädagogin und Spezialistin für die Musik von Viktor Ullmann und Pavel Haas lebt. Edith Kraus kehrt zu einem Masterclass an der Universität für Musik und darstellende Kunst erstmals in ihre Geburtstadt Wien zurück und berichtete an diesem Nachmittag über ihr Leben, ihre Beziehung zu Wien und ihre Freundschaft mit der Pianistin Alice Herz-Sommer, die mit ihr das KZ Theresienstadt überlebte und heute 99-jährig in London lebt.

Dr. Doris Ingrisch / Mag. Marion Steinfellner (Wien):
Fremdheit und Alltag
Fremdheit und Selbstentfremdung ist eine der grundlegenden bitteren Erfahrungen, die in dem keineswegs bezugsfertigen Gehäuse Exil vom Fluchtgepäck noch abzuziehen sind. Im Alltag mit seinen Geldsorgen, Unterkunftsproblemen, Krankheit, Schule, Korrespondenzen, Flüchtlingshilfe u. v. a. wurden Frauen stärker mit einer "fremden Bedingtheit" konfrontiert. Annäherung ohne Selbstverleugnung, Respekt und Neugier, Offenheit wie auch Distanz spiegeln sich selbstreferentiell in besonderer Weise im Schreiben von Frauen wieder. Im mexikanischen Exil waren Alice Rühle-Gerstel und Marie Frischauf-Pappenheim, im USA-Exil Alice Herdan (Farmerin), in Großbritannien Edith Rosenstrauch (Fabriksarbeiterin) - anhand von exemplarischen Textpassagen wurde der Perspektivenstandort der Fremdwahrnehmung genauer betrachtet sowie der Frage nachgegangen, ob und inwieweit sich diese Erfahrungen in der 2. Generation (z. B. Sophie Freud) in der intellektuellen Konturierung und wissenschaftlichen Arbeit niederschlugen.
 

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Buchpräsentation / Vortrag
Mag. Dr. Ursula Prokop (Wien):
Margaret Stonborough-Wittgenstein. Bauherrin, Intellektuelle, Mäzenin
(Böhlau Verlag, Wien 2003)

Als Schwester Ludwig Wittgensteins in der einschlägigen Literatur oftmals nur als "Fußnote" angesehen, war Margaret Stonborough, wie neue Quellen zeigen, tatsächlich eine höchst bemerkenswerte Frau. Nicht zuletzt gipfelte der große intellektuelle Einfluss, den sie auf ihren jüngeren Bruder ausgeübt hatte, im Projekt des von ihr initiierten "Wittgenstein-Hauses". Selbst in höchstem Maße an Mathematik und Physik interessiert, förderte sie die Wissenschaften und machte ihren Salon zu einem Zentrum des österreichischen Geisteslebens. Darüber hinaus agierte sie - die von Gustav Klimt porträtiert wurde - als Mäzenin der Kunst der Wiener Moderne. Bedeutend auch ihr soziales Engagement, insbesondere ihre amerikanische Hilfsmission zugunsten hungerleidender Wiener Kinder nach dem Ersten Weltkrieg. In der NS-Zeit verhalf sie zahlreichen Wiener Juden, darunter auch Sigmund Freud, zur Flucht, bis sie schließlich selbst zur Emigration gezwungen wurde.
 

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Feministische Theorie und Geschlechterforschung

Konzept und Koordination:
Dr. Silvia Stoller / Dr. Eva Waniek (Wien)

Die Vortragsreihe widmete sich aktuellen Themen aus dem Bereich der feministischen Theorie, der Frauenforschung und den Gender Studies. Auch in diesem Jahr ging es um die Bestandsaufnahme der feministischen Theorie: Welche Themen stehen im Mittelpunkt der gegenwärtigen Auseinandersetzung? Welche Probleme werden diagnostiziert, und wie sehen deren Lösungsmöglichkeiten aus? Nicht zuletzt ist damit mehr denn je die Frage virulent, welchen Stellenwert die feministische Theorie im Vergleich zu anderen gegenwärtigen Ansätzen heute hat.
Die ReferentInnen, die aus den verschiedenen geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Bereichen der Genderforschung wie der Philosophie, der Geschichte, der Soziologie, Politik- und Erziehungswissenschaften, der Kunstgeschichte, der Film- oder Medienwissenschaft, der Architekturtheorie, der Wirtschaftsgeschichte und Sprachwissenschaft stammen, gingen - ausgehend von ihrer eigenen aktuellen Forschungsarbeit - diesen Fragestellungen nach und stellten ihre Analysen zur Diskussion.

Mag. Helga Eberherr / Dr. Natascha Gruber / Mag. Manuela Hofer /
Mag. Elisabeth Mayerhofer / Mag. Sabine Prokop / Dr. Eva Kalny / Mag. Sabine Kock (Wien):
Vorstellung und Diskussion des Projekts "Gender Studies (Cultural Studies?) -
Perspektiven von Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Wien"

Von September 2001 bis Juli 2002 wurde am Projektzentrum Genderforschung der Universität Wien an diesem Forschungsprojekt gearbeitet. Das mit Mitteln des bm:bwk und unter der Leitung der damaligen Vizerektorin Dr. Gabriele Moser durchgeführte Projekt ermöglichte erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung und einen internationalen Vergleich von Gender Studies mit dem Ziel, die gegenwärtige und künftige Implementierung dieses Forschungsbereichs an der Universität Wien zu unterstützen. Die Studie zeigt ein erfreuliches Ergebnis: An der Universität Wien besteht vom Umfang und der Breite der beteiligten Fächer her ein außerordentlich umfassendes Angebot an Gender Studies, das für die künftige Profilentwicklung der Universität einen innovativen Stellenwert haben kann. Die Hauptergebnisse der Studie wurden an diesem Abend in einen theoretischen Rahmen gestellt - insbesondere mittels des kritischen Blicks auf die gegenwärtigen organisatorischen Veränderungsprozesse der österreichischen Universitäten.

Mag. Stefanie Holuba (Berlin):
Die "Frauenfrage" und eine Antwort von 1904
Einleitende Worte und Diskussionsleitung: Fritz Keller (Wien)

Anlässlich der Präsentation ihres Buches An der Grenze des Marxismus - Arbeiten Paul Lafargues hielt Stefanie Holuba einen Vortrag, der die Relevanz der Theorie Lafargues' für gegenwärtige Fragen der Geschlechterforschung herausarbeitete. Das Thema der Geschlechterverhältnisse hatte den Politiker und Autor Paul Lafargue (1842-1911) lebenslang begleitet und beschäftigt, wobei sein Werk von geschlechtsspezifischer Differenzierung, Parteilichkeit für die Frauen und einem Streben nach Gerechtigkeit geprägt ist. Im Vortrag wurde deshalb insbesondere der Frage nachgegangen, welche Ansprüche Lafargue theoretisch vertrat, wie deren konkrete Umsetzung im Alltag aussah, und ob er damit als Feminist bezeichnet werden kann.

Dr. Anna Babka (Wien):
Hermes, Aphrodite, Hermaphroditos. Zur tropologischen Konstruktion
und Dis-Figuration des vergeschlechtlichten Subjekts
Wird (Geschlechts-)Identität als de-konstruiert angenommen, so spricht einiges dafür, dies über Figuren zu denken, die das Unsagbare sagbar machen, ohne sich selbst der De-Figuration entziehen zu können und ihre Inszeniertheit und Fiktionalität zu leugnen. Die Frage nach dem Geschlecht ist immer auch eine nach dessen Ursprung und verlangt nach Fiktionen und Figurationen beziehungsweise nach den kognitiven Eigenschaften des tropologischen Systems, die Verstehen ermöglichen. Im Vortrag wurde diese Dekonstruktion reflektiert, und zwar unter Bezugnahme auf theoretische Überlegungen des amerikanischen Dekonstruktivismus bzw. bestimmter Facetten der Gender- und Queer Studies, durch die Konzeptualisierungen des vergeschlechtlichten Subjekts hinsichtlich kohärenter Körper- und Identitätsmodelle reformuliert werden. Im Zentrum der Überlegungen stand die Metapher des Hermaphroditen, durch die eine Theoretisierung unentscheidbarer Geschlechtsidentität angedacht wurde.

Dr. Anna Schober (Wien):
Feministische Utopie Kino - Das Zusammenspiel von
Subversion und Bejahung in urbanen Räumen des 20. Jahrhunderts
Abolitionistische Streiterinnen, Frauenklubs, Arbeitervereine, feministische Gruppen, Wissenschaftlerinnen, Theoriezirkel, Filmemacherinnen und Künstlerinnen haben sich im 20. Jahrhundert euphorisch und mit diversen Veranstaltungen, Kunstgriffen, Analysen und Forderungen daran gemacht, das Kino als öffentlich-politischen Ort zu re-definieren. Sozialreformatorische Kampagnen gegen die Nickelodeons (ganz frühe Kinos) in den USA der 1910er-Jahre gehören hier ebenfalls dazu wie "rote" Filmabende im Wien der 30er-Jahre oder Niki de Saint-Phalles Kino im Bauch von Hon, einer durch die Vagina betretbaren Riesenfrau. Das Kino wurde von all diesen Gruppen als Ort ideologie-kritischer Interventionen genutzt - gehen diese, entsprechend der dominierenden feministischen Utopiemodelle, auch in ganz unterschiedliche Richtungen: etwa in Richtung einer Aufhebung von Ungerechtigkeiten und einer Herstellung von Gleichheit zwischen den Geschlechtern und Schichten, in Richtung eines Feierns ureigenster Weiblichkeit und Sinnlichkeit oder in Richtung einer Dekonstruktion herrschender Geschlechterstereotypen. Der Vortrag verfolgte die Taktiken dieser Gruppen und setzte dieses Kinogeschehen in Beziehung zu anderen Verschiebungen in städtischen Metropolen des 20. Jahrhunderts: etwa einer Transformation von Wahrnehmung und von Glaube, einem Wandel von Öffentlichkeit und Privatheit bzw. einer Geschichte der Selbstdarstellung.

Dr. Yvonne P. Doderer (Stuttgart):
Perspektiven auf einen feministischen Stadt- und Raumbegriff
Werden urbane Räume als gesellschaftliche Räume verstanden, so lassen sich die Verräumlichungsprozesse gesellschaftspolitischer und sozialer Bewegungen im städtischen Bereich sichtbar machen. Indem eine solche Lesart urbaner Räume und Raumproduktionen zugrunde gelegt wird, ergeben sich neue Perspektiven auf einen erweiterten feministischen Stadt- und Raumbegriff, dem dieser Vortrag am Beispiel der feministischen Frauenöffentlichkeit auf theoretischer Ebene nachging.

Dr. Irene Bandhauer-Schöffmann (Wien):
Geschlecht und Geschäft. Umrisse einer feministischen Wirtschaftsgeschichte
Die Wirtschaftsgeschichte ist wie die Wirtschaftswissenschaft ein Bereich, in dem die Kategorie "Geschlecht" mit einiger Verspätung und sehr zögerlich zur Anwendung kam. Während andere historische Disziplinen seit den 1970er-Jahren Geschlecht als Analyseinstrumentarium benützen, scheint es in der Wirtschaftsgeschichte immer noch infrage zu stehen, ob ein "Engendering" überhaupt sinnvolle Ergebnisse bringen kann. Der Vortrag zeichnete die Entwicklung hin zu einer feministischen Wirtschaftsgeschichte nach, stellte aktuelle Theoriedebatten vor und skizzierte aufgrund von eigenen Forschungen Umrisse einer möglichen feministischen Wirtschaftsgeschichte.

Mag. Maria Pober (Wien):
Metasprachliche Asymmetrien als Paradigmen der Geschlechterordnung
Ausgehend von der These, dass sich nach 30 Jahren feministischer Sprachkritik verhältnismäßig wenig Substanzielles in der Versprachlichung der Geschlechter getan hat, wurden im Rahmen des Vortrags die Gründe dafür erörtert. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Konzeption der Geschlechter: Wer ist nun der weibliche bzw. männliche Mensch in der Lexik? Sind sie beide als symmetrisch konzipiert und auch lexikalisiert, oder sind diese zwei MenschentypInnen etwas grundsätzlich Anderes, abgesehen vom biologischen Unterschied? Die relative Gendersymmetrie innerhalb der Berufsbezeichnungen kann nicht über den Mangel einer solchen im Bereich der Bedeutungszuschreibungen hinwegtäuschen. Diese bis heute bestehende Asymmetrie in der Polysemie weiblicher und männlicher Lemmata liegt zum einen im geschlechtsspezifischen Bedeutungsumfang dieser Lemmata begründet und zum anderen in den Paradigmen der Geschlechterordnung von Zeit, Raum und Sexus.

Univ. Doz. Dr. Maria Joo (Budapest):
Simone de Beauvoir in der postsozialistischen Situation. Eine ethisch-politische Untersuchung
"Das andere Geschlecht", das als "das" feministische Werk Beauvoirs gilt, wurde hier zum Anlass genommen, um die sozialistische Vergangenheit und die damit verbundenen ambivalenten Identitätsbildungen von Frauen zu durchdenken: Nach einem kurzen Rückblick auf die 1970er-Jahre, als die ungarische Ausgabe von Beauvoirs Werk erschien, befasste sich die Vortragende mit dem Problem der postsozialistischen Identität. Dafür wurden insbesondere die Begriffe der "gelebten Erfahrung" (experience vecue) und der "Ambivalenz" (ambiguite) bei Beauvoir auf ihre ethische Relevanz hin behandelt. Diese Begriffe wurden in Beziehung gesetzt zum Phänomen einer "ambivalenten Identität postsozialistischer Frauen", die nach der Wende wieder in Erscheinung tritt, nach der Periode der homogenen Identität gleichberechtigter sozialistischer Frauen. Was für ethische und politische Konsequenzen ergeben sich daraus für die heutige Situation?
 


Kooperationsvorträge:

Solidaritätsveranstaltung in Kooperation mit dem "Depot":
Mag. Dr. Eva Waniek (Wien): Vom Wunsch nach Veränderung - Feminitische Strategien und die Produktion von Bedeutung im Verhältnis Sprache, Körper und Gesellschaft

Alternativen Ringvorlesung zum Thema "What's left of politics?" in Kooperation mit der Universität Wien:
Mag. Dr. Eva Waniek (Wien): Performativität - Die Konstruktion des Geschlechts durch Sprache

In Kooperation mit dem Literaturhaus Wien im Rahmen des Internationalen Symposions "Mira Lobe":
Susanne Blumesberger (Wien): "Mira Lobe. Stationen eines bewegten Lebens"

In Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien:
Dr. Ilse Korotin (Wien): ÖGDI-Kurs: Lehreinheit mit Vorstellung der Dokumentationsstelle Frauenforschung mit besonderer Berücksichtigung des Projekts "biografiA" und Einführung in deren Arbeitsweise
 
 
 
 

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PROJEKTE
 

biografiA. Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen (Folgeprojekt)

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Projektleitung: Dr. Ilse Korotin
Laufzeit: November 2002 - Oktober 2004

Das Gesamtprojekt "biografiA. Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen" wurde von Beginn an (1998) als Datenbank, Buch und vor allem für die Nutzung des biografischen Forschungs- und Dokumentationsbereichs im Internet konzipiert und kann derzeit auf rund 6.400 biografische Datensätze in unterschiedlichen Ausarbeitungsstufen verweisen. Das auf zwei Jahre konzipierte Folgeprojekt sieht die Bearbeitung nachstehender Bereiche vor:
» 1. Teilbereich: Datenbank (Nachbearbeitung der Datenbank: Beschlagwortung, Ereigniskategorien / Dateneingabe: Schwerpunkt Mittelalter und Frühe Neuzeit / Ergänzung des bisherigen Schwerpunktes (19. und 20. Jahrhundert). / Erfassung von weiteren 2000 biografischen Datensätzen / fachhistorische Nachbearbeitung von ausgewählten 300 Biografien.
» 2. Teilbereich: Internet (Homepage: Laufende Aktualisierung der Projektinformationen. Präsentation von Biografien und web-fertigen Grafiken aus den ÖNB-Projekten "Wissenschaftlerinnen", "Naturwissenschaftlerinnen", "Kinder- und Jugendbuchautorinnen" sowie aus dem Basisprojekt biografiA. / Internet-Datenbank: Für eine weitere Ausbaustufe der Internet-Präsenz ist eine direkte Internet-Datenbankschnittstelle vorgesehen, die eine kombinierte Suche nach Daten (Grunddaten) ermöglicht.
 

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Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen.
Modul: Jüdische Frauen in Österreich und ihr Beitrag zu Wissenschaft, Kunst und Kultur. Ein biografischer Überblick

Projektleitung: Gen. Dir. a. D. Dr. Johann Marte
Projektbearbeitung: Mag. Dr. Susanne Blumesberger
Laufzeit: Jänner 2003 -Dezember 2004

Dieses Projektmodul soll das Leben, Schaffen und Wirken von Frauen jüdischer Herkunft, die innerhalb der jeweiligen historischen Grenzen der Republik Österreich im Zeitraum des 18. bis 20. Jahrhundert geboren wurden, bzw. eine wichtige Phase ihres Lebens hier tätig waren, durch das Erstellen von ausführlichen Biografien beleuchten. Als Grundlage dient der methodische Ansatz, welcher im Rahmen der Entwicklung des Projekts "Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen" (www.biografia.at), diskutiert wurde. Ausgehend von den theoretischen Überlegungen einer feministisch orientierten Biografieforschung wurde eine kritische Auseinandersetzung mit scheinbar allgemein gültigen Kategorien, die in der Betrachtung von menschlichen Lebensläufen nach wie vor bestimmend sind, initiiert und in unterschiedlichen Bereichen eine geschlechterdifferente Sichtweise eingefordert.
Das Projekt ist damit vorrangig auf die biografische Methode ausgerichtet. Ergebnisse werden nicht nur im Bereich Frauenforschung sondern auch im Bereich der jüdischen Geschichte erwartet.
Biografien von Frauen, und besonders von jüdischen Frauen, sind durch mehrere Faktoren schwerer nachzuzeichnen als die der Männer. Zum einen, weil Frauen traditionell eher im Hintergrund tätig waren, bzw. tätig sein mussten und nur wenn es ihnen gelang an die Öffentlichkeit zu treten, ihre Namen in Lexika zu finden sind, und zum zweiten, weil ihre Spuren durch Namenwechsel und aufgezwungene Pseudonyme oft sehr verwischt sind.
Bei diesem Projektmodul werden die Kategorien des Basisprojekts BiografiA berücksichtigt, bei denen man sich um eine kritische Auseinandersetzung mit den an männlichen Lebensläufen orientierten Dokumentationsmodellen bemühte. Die Entwicklung des BiografiA-Kategorien-Schemas folgte den theoretischen Überlegungen einer feministischen Biografieforschung und hatte den Anspruch, die in der Gesellschaft offenkundigen Unterschiede von Männer- und Frauenleben erkennbar zu machen. Veränderungen im weiblichen Lebenslauf durch Bildung, Erwerbsarbeit und Familie sollten dokumentierbar werden und im Weiteren eine feministische, geschlechtssensible Biografieanalyse ermöglichen.
Jüdinnen und Juden haben die Kulturlandschaft Österreichs entscheidend mitgeprägt. Unter ihnen sind zahlreiche Frauen vertreten, die zum Teil heute wegen der oben genannten Faktoren in Vergessenheit geraten sind, bzw. von denen nur noch der Name, aber keine Lebensumstände bekannt sind. In den meisten Lexika, besonders bei früheren Ausgaben, ist der weibliche Anteil an den verzeichneten Personen deutlich unterrepräsentiert. (Das im Jahre 2002 erschienene "Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft", Hg. von der Österreichischen Nationalbibliothek, verzeichnet 688 Autorinnen von über 8100 Gesamteinträgen)
Das Projekt will einen möglichst breiten Überblick über all jene Frauen schaffen, die die österreichische Kultur mitgetragen haben, sei es in öffentlichen Positionen oder im Hintergrund und zugleich die jeweiligen Lebenswege möglichst genau recherchieren und darlegen. Dabei sollen möglichst viele individuelle, unverwechselbare Lebensläufe, um mit Bettina Dausien (Dausien, Bettina: Frauengeschichten. Perspektiven der Biografieforschung in der Frauen- und Geschlechterforschung. In: Desiderate der österreichischen Frauenbiografieforschung Hg. Elisabeth Lebensaft. Östereichische Akademie der Wissenschaften Wien 2001 S. 26) zu sprechen, möglichst viele "rote Fäden" die in individuelle Geschichten verstrickt sind, aufgenommen und die verschiedenen "Webmuster" entziffert werden. Der gemeinsame jüdische Hintergrund der aufgenommenen Frauen wird, unabhängig vom jeweiligen religiösen Bekenntnis, als Schicksalsgemeinschaft begriffen. Die Zugehörigkeit zu Österreich meint hier nicht nur die Geburt innerhalb der jeweiligen historischen Grenzen  sondern bezieht auch all jene Frauen mit ein, die durch ihre Staatsbürgerschaft als österreichisch zu definieren sind, bzw. die hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben.
Der Untersuchungszeitraum umfasst das 18. bis 20. Jahrhundert, also eine Zeitspanne die sowohl die Emanzipationsbestrebungen innerhalb des Judentums, als auch deren Zunichtemachung durch Vertreibung und Ermordung enthält. Biografien stellen nicht nur die Lebensgeschichte der Menschen dar, sondern bieten auch einen Überblick über das jeweilige politische und gesellschaftliche Umfeld, in dem die Personen jeweils lebten und wirkten.
Bei Personen jüdischer Herkunft ist dieser Umstand verstärkt erkennbar, bedenkt man die Tatsache, dass Jüdinnen und Juden in unserem Land besonders im 20. Jahrhundert Verfolgungen ausgesetzt waren. Dabei waren Frauen jüdischer Herkunft oft doppelt unterdrückt, einmal als Frau, die eine Rolle in der Gesellschaft einnehmen wollte und einmal als Person jüdischer Herkunft.
 
 

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DOKUMENTATIONS- UND FORSCHUNGSSTELLE

Die "Dokumentationstelle Frauenforschung" wurde 1985 am IWK als Forschungs- und Servicestelle eingerichtet. Eine Datenbank, in der an österreichischen Universitäten verfasste Arbeiten zum Thema "Frau" von der Jahrhundertwende bis zum Beginn der 1980er-Jahre enthalten sind, war Ausgangspunkt für den Aufbau einer umfassenden Literaturdatenbank zur Frauenforschung und feministischen Forschung. Mit den in der Bibliothek vorhandenen Dissertationen, Diplom- und Hausarbeiten, Abstracts, Zusammenfassungen und den "rein" bibliographischen Angaben, umfasst die Literaturdatenbank etwa 20.000 Einträge.

Die Forschungs- und Projektinitiative "biografiA" verfolgt das Ziel einer biografischen Datenbank bzw. eines Lexikons österreichischer Frauen, wobei eine umfassende historisch-biografische Aufarbeitung österreichischer Frauenpersönlichkeiten angestrebt wird. Dabei sollen die unterbewerteten und unsichtbar gemachten Beiträge von Frauen in Kultur und Wissenschaft rekonstruiert werden, um deren Lebensgeschichte und Wirken als Korrektiv in die Geschichte der Wissenschaftsdisziplinen einzuschreiben, in der sie bislang nur marginal existierten. Im Rahmen des Gesamtprojektes wurde ein Datenbankprototyp entwickelt, in den in Form eines thematischen Modulsystems laufend Datensätze einfließen. Derzeit umfasst die Datenbank zirka 7.000 Frauenbiografien.

Neben der Funktion als Service- und Beratungsstelle für SchülerInnen, StudentInnen und ForscherInnen werden von den Mitarbeiterinnen der Dokumentationsstelle Seminarreihen, Tagungen und Symposien veranstaltet, wobei es von besonderer Bedeutung ist, mit ForscherInnen aus dem Ausland Kontakt aufzunehmen, um am internationalen Diskurs der jeweiligen Fachbereiche aktiv teilnehmen zu können.
 
 

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PUBLIKATIONEN


Ilse Korotin / Doris Ingrisch / Charlotte Zwiauer (Hg.):
Die Revolutionierung des Alltags. Zur intellektuellen Kultur von Frauen im Wien der Zwischenkriegszeit
Peter Lang, Frankfurt am Main (im Druck)

Inhalt: Johann Dvorak: Helene Bauer - Materialistische Theorien von Wirtschaft und Gesellschaft und der Austromarxismus / Renate Flich: Auguste Fickert - "Rote" Lehrerin und radikal bürgerliche Feministin? / Ernst Glaser: Die Zeit der Illegalität - Muriel Gardiner (1901-1985) und Ilse Kulcsar (1902-1976) / Bernhard Handlbauer: Psychoanalytikerinnen und Individualpsychologinnen im Roten Wien / Ilse Korotin: "Bemerkungen über Rassenhygiene und Sozialismus". Oda Olberg-Lerda, die eugenische Bewegung und ihre Rezeption durch die Linke / Brigitte Lichtenberger-Fenz: "Sklavin Frau" und "Junges Weib der Gegenwart". Zur Genese normativer Frauenbilder und -rollen in der österreichischen Sozialdemokratie der Ersten Republik. / Rüdiger Schiferer: Raissa Adler (1872-1962). Von der bürgerlichen Frauenbewegung zum österreichischen Trotzkismus / Michaela Schneider / Margit Wolfsberger: Marianne Pollak - Schreiben für den Neuen Menschen / Barbara Serloth: Käthe Leichter: Eine unorthodoxe Sozialdemokratin im austromarxistischen Umfeld / Charlotte Zwiauer: Aufbruch der Geschlechter zwischen Moderne und Antimoderne: Die Künstlerin und Kunstpädagogin Friedl Dicker (1898-1944) / Christine Zwingl: Grete Lihotzky, Architektin in Wien, 1920-1926
 


Beiträge von IWK-Mitarbeiterinnen in Zeitschriften und Sammelbänden:

Susanne Blumesberger: "Scheu-Riesz, Helene, Schriftstellerin, Verlegerin, Frauenrechtlerin und Übersetzerin". In: Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft. Was wird aus Österreichs Frauen? 30. Jahrgang Nr. 1/2003 Wien.

Susanne Blumesberger: "Vera Ferra-Mikura. Eine biografische Skizze". In: libri liberorum. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (Sonderheft), Edition Praesens, Wien 2003.

Susanne Blumesberger: "Der Weg zum Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft. 18. bis 20. Jahrhundert". In: Adunka, Evelyn / Peter Roessler (Hg.): Die Rezeption des Exils. Geschichte und Perspektiven der österreichischen Exilforschung. Mandelbaum Verlag, Wien 2003.

Susanne Blumesberger: "Österreichische Kinder- und Jugendschriftstellerinnen und -schriftsteller. Das "Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft" als Forschungsgrundlage". In: libri liberorum. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung, Edition Praesens, Jahrgang 4, Heft 11-12/Juni, Wien 2003.

Susanne Blumesberger: "Fanny Neuda als Botin religiöser Literatur von Frau zu Frau. Theologische Schriften für Frauen und Mädchen aus weiblicher Hand". In: Biblos. Beiträge zu Buch, Bibliothek und Schrift. Herausgegeben von der Österreichischen Nationalbibliothek Wien: Phoibos Heft 52,1 / 2003 (im Druck).

Ilse Korotin: "Das Lexikon österreichischer Wissenschafterinnen und die Aufarbeitung des Exils österreichischer Frauen". In: Evelyn Adunka (Hg.): Die Rezeption des Exils in Österreich. Perspektiven der österreichischen Exilforschung. Tagungsdokumentation. Mandelbaum-Verlag, Wien 2003.

Ilse Korotin: "Mit der Bibel in den Widerstand. Katholische Frauen und ihr Einsatz gegen den Nationalsozialismus". In: Biblos, 52, 1 (2003).

Ilse Korotin: "Bertha von Suttner". In: AEP. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, Nr. 2 / 2003.

Eva Waniek: "Sex/Gender - Bedeutungsrelevante Fragestellungen zur Natur- und Kulturdebatte in der feministischen Theorie",. In: metis. Zeitschrift für historische Frauen- und Geschlechterforschung, Heft 20: Verwerfungen, 10. Jg., Königstein / Ts. 2003.
 

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INTERKULTURALITÄT


VERANSTALTUNG

Theorie und Praxis der Interkulturalität - Menschenrechte im Kulturvergleich

Konzept und Koordination:
Univ. Prof. Dr. Franz M. Wimmer (Wien)

Unter dem Schwerpunkt "Menschenrechte" wurden aus der Sicht unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen vor allem diejenigen Bereiche thematisiert, in denen aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen Grundrechte von Menschen in vielen Regionen infrage gestellt sind. Dies betrifft allgemeine Sozialrechte ebenso wie Frauenrechte und zunehmend auch individuelle Freiheitsrechte. Wie Menschenrechte in den verschiedenen Kulturtraditionen verankert sind und welche Ideen angesichts der heutigen Entwicklung daraus zu gewinnen sind, war die leitende Frage des Arbeitskreises.

Univ. Prof. Dr. Franz M. Wimmer (Wien):
Menschenrechtsentwicklungen in der Stadt der Zukunft. Thesen - Überlegungen - Fragen
Die Entwicklungen in den Megastädten des Südens wie auch in den Städten der Industrieländer legen die Vermutung nahe, dass sowohl die klassischen Individualrechte als auch die Sozialrechte weitreichenden Veränderungen unterworfen sind. Wie weit spielen Faktoren wie die neoliberale Ideologie des Marktes dabei eine Rolle im negativen oder auch im positiven Sinn?

Mag. Mathias Thaler (Wien):
Menschenrechte, Kulturrelativismus und Interkulturalität
In diesem Vortrag wurden zwei Problemfelder behandelt: Erstens wurde versucht, Kriterien zu finden, die kulturrelativistische Infragestellungen von anderen Formen der Kritik an Menschenrechten abheben. Durch welche Merkmale lässt sich jene Kritik kennzeichnen, die kulturelle Argumente zu ihren Waffen gegenüber dem universalen Anspruch der Menschenrechte zählt? Zweitens wurde gefragt, welche Antworten auf kulturrelativistische Angriffe möglich und fruchtbar erscheinen. Eine These des Vortrags lautete demnach, dass die Prämissen einer kulturell sensiblen Kritik an den Menschenrechten richtig sind - die Schlussfolgerungen jedoch, die manchmal aufgrund von Fehleinschätzung der Kategorie "Kultur" abgeleitet werden, sind aus theoretischen wie praktischen Erwägungen abzulehnen.

Mag. Paulina Prinz (Wien):
Weltethos und Menschenpflichten
Angesichts der Probleme der globalisierten Welt erscheint es immer notwendiger, ein gemeinsames globales Menschheitsethos zu realisieren. Doch wie kann ein solches Ethos gefunden werden? Hans Küng hat mit seinem "Projekt Weltethos" versucht, Gemeinsamkeiten in Werten, Haltungen und ethischen Maßstäben der Religionen aufzuspüren, um auf Basis der religiösen Traditionen das Fundament eines globalen Ethos zu schaffen. Daraus sind zwei wichtige Dokumente entstanden, die "Erklärung zum Weltethos" des Parlaments der Weltreligionen sowie die "Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten" des InterAction Council, die als ethisches Fundament die Menschenrechte untermauern und abstützen wollen. Im Vortrag wurden die beiden Projekte vorgestellt und auf ihre Tragfähigkeit hin diskutiert.

Die Vorträge werden 2004 in den IWK-Mitteilungen  veröffentlicht werden.
 

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PUBLIKATION

Erik M. Vogt (Hg.):
Was heisst Kontinentalphilosophie in den USA?
Eine internationale Debatte über Hermeneutik, Dekonstruktion, Feminismus
Turia + Kant, Wien 2003

Der Ausdruck "Continental Philosophy" dient in der nordamerikanischen Philosophie zur Abgrenzung gegenüber der Analytischen Philosophie, und zwar im Rückgriff auf europäische Traditionen. Die Kontinentalphilosophie beeinflusst das hermeneutische, dekonstruktive und feministische Denken.
Inhalt: Erik M. Vogt: Kontinental-Drift in den USA / Ludwig Nagl: Amerika, der "neue, aber unbetretbare" Kontinent: Annotationen zu Stanley Cavells Konzept "amerikanischen Philosophierens" / Christina Howells: Kontinentalphilosophie: Über das Subjekt des Feminismus / Hugh Silverman: Merleau-Pontys Gespenster in der amerikanischen Kontinentalphilosophie / Tony O'Connor: Eine Re-Interpretation der Kontinentalphilosophie / James R. Watson: Interkontinentalraketen
 
 

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KUNST UND ÄSTHETIK


VERANSTALTUNG

Tagung zum 100. Geburtstag:
Theodor W. Adorno und die Auseinandersetzungen um die Moderne

Konzept und Organisation:
Univ. Doz. Dr. Johann Dvorak (Wien)

Theodor W. Adorno war ein bedeutender Theoretiker der Moderne und hat Maßstäbe zur Beurteilung moderner Kunstwerke im Zusammenhang mit der Neuen Musik in Wien (von der Zeit um 1900 bis zu den 30er-Jahren) entwickelt. In den Vorträgen dieser Tagung zum 100. Geburtstag Adornos (geb. am 11. September 1903) wurden sowohl die historischen Auseinandersetzungen um die Moderne und Adornos maßgebliche Beteiligung daran (zirka 1925 bis 1935 sowie in den 50er- und 60er-Jahren) als auch die aktuelle Bedeutung seiner Theorien behandelt.

Univ. Doz. Dr. Johann Dvorak (Wien):
Begrüßung und Einführung in die Thematik

Univ. Prof. Dr. Burghart Schmidt (Wien):
Adorno, Moderne und Postmoderne. Über Strategien des Vergessens und Erinnerns

Dr. Gerald Kertesz (Wien):
"Die Ideologie ist in die Sprache gerutscht".
Zur Aktualität von T. W. Adornos "Jargon der Eigentlichkeit" (insbesondere in Österreich)

Dr. Gabriele Eder (Wien):
Die Auseinandersetzungen um die musikalische Moderne im Wien der frühen 20er- und 30er-Jahre

Univ. Doz. Dr. Johann Dvorak (Wien):
Theodor W. Adorno und die Wiederaufnahme des Kampfes um die Moderne in den 50er- und 60er-Jahren
 
 
 



Zum Schwerpunkt "Kunst und Ästhetik":
siehe auch unter "Politik, Demokratie und Arbeit": "Studien zur Arbeiter/Innenbewegung, Schwerpunkt: Theater der Arbeitenden"
 
 

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PUBLIKATION

Dvorak, Johann (Hg.):
Radikalismus, demokratische Strömungen und die Moderne in der österreichischen Literatur
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main (in Druck)

Seit der Gegenreformation im 17. Jahrhundert ist auf dem Territorium der Habsburger-Monarchie vor allem eine 'Kultur' der politischen Unterdrückung und der Untertänigkeit ausgeformt worden, die bis heute nachwirkt. Verhindert werden sollte unter anderem das Eindringen 'westlicher Einflüsse': Aufklärung und Revolution, Parlamentarismus und Konstitutionen, bürgerlich-liberales Gedankengut und allzu entwickelte kapitalistische Wirtschaftsweise. Allerdings gab es auch Elemente einer untergründigen Tradition der Widerständigkeit, Ansätze demokratischer Denk- und Verhaltensweisen sowie Streben nach radikaler Veränderung der je bestehenden Verhältnisse.
 Den Spuren und Erinnerungen an solche untergründigen Strömungen wird in den Aufsätzen dieses Sammelbandes anhand von Beispielen der Wiener und der österreichischen Literatur des 19. Jahrhunderts sowie des Einflusses fiktionaler und nichtfiktionaler Texte der englischen Literatur auf die Wiener Moderne um 1900 nachgegangen: So werden nicht oder wenig bekannte Autoren und Aspekte der Wiener und österreichischen Literatur des 19. und frühen 20 Jahrhunderts dargestellt und damit neue Zugänge zu verschütteten Traditionen der österreichischen Kultur eröffnet.

Inhalt: Wendelin Schmidt-Dengler: Vorwegnahmen im Untergrund - Die Einübung von Widerständigkeit vom Hanswurst zur Wiener Gruppe / Wolfgang Beutin: "Freiheit geb' ich euch, und Gleichheit! Gleich beglückt sollt all ihr sein!" - Spazier- und Waffengänge eines Wiener Poeten: Anastasius Grün / Johann Dvorak: Historisches Bewusstsein und die 'Tradition der Unterdrückten' bei Nikolaus Lenau / Wynfrid Kriegleder: Eine "Republik, wie sie seyn soll, nämlich die der estados unidos". Charles Sealsfields "Herrenvolk democracy" / Johann Sonnleitner: "Ich habe keine Stimme". Immunisierungsstrategien Johann Nestroys gegen die Zensur / Heidi Beutin: "Der ich komm' aus dem Hussitenlande" - Tradition, Revolution und Demokratie in der Gedankenwelt von Moritz Hartmann / Wolfgang Häusler: "Unterdrückte Taten" - Vom Scheitern revolutionärer Vormärzdichtung am Beispiel von Karl Beck / Wolfgang Häusler: Alfred Meißner - Ein deutschböhmischer Dichter zwischen Sozialismus und Nationalismus / Heidi Beutin: Die Revolutionen von 1846 und 1848 im erzählerischen Werk Maries von Ebner-Eschenbach / Wendelin Schmidt-Dengler: Eine Semmeringfahrt: Ferdinand Kürnbergers janusköpfiger Liberalismus / Wolfgang Beutin: Subversive Potenziale in den Dichtungen Jakob Julius Davids / Johann Dvorak: Der Junge Hermann Bahr - Materialismus und Moderne / Wendelin Schmidt-Dengler: Sozialwissenschaften als Relais: John Stewart Mill, Theodor Gomperz und Sigmund Freud / Johann Dvorak: Die Rezeption des englischen Ästhetizismus bei Sigmund Freud, Hugo von Hofmannsthal und Karl Kraus / Wolfgang Beutin: Lord Byrons Don Juan und die Wiener Psychoanalyse (Sigmund Freud und Otto Rank) / Michael Gassenmeier: Philologische Akribie und poetische Gestaltungskraft in Karl Kraus' Nachdichtungen der Sonette Shakespeares / Ursula Prokop: Das britische Paradigma im Konflikt der Wiener Moderne zwischen Dekorativismus und Purismus. Zur unterschiedlichen Rezeption der Arts und Crafts Bewegung bei Josef Hoffmann und Adolf Loos
 

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POLITIK, DEMOKRATIE UND ARBEIT


VERANSTALTUNGEN

Tagung
Staatstheorie im Zeitalter des Empire

Konzept und Organisation:
Martin Birkner / Dr. Karl Reitter (Redaktion "grundrisse") / Mag. Beat Weber (Redaktion "Malmoe")

Laut Michael Hardt und Antonio Negri wird der Staat zunehmend zum Funktionsträger eines globalen Empire, das sich der Absicherung einer transnationalen Ökonomie verschrieben hat. In dieser Weltordnung gibt es keine Kriege zwischen Nationalstaaten und keine Auseinandersetzung um Territorium mehr, sondern militärisches Eingreifen gewinnt den Charakter von Polizeiaktionen zur Beseitigung punktueller Störungen von Ruhe und Ordnung, legitimiert vom Banner der "Menschenrechte". Negris und Hardts Thesen wurden bei dieser Tagung in mehrfacher Hinsicht geprüft: einerseits darauf, wie sehr die von ihnen behauptete Tendenz postfordistischer Wirtschaftsweise ein reales neues Paradigma darstellt; und zum anderen, um die Empire-These mit dem Werkzeug kritischer Staatstheorie auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen.
Mit der Veränderung der globalen Weltordnung verschieben sich einige zentrale gesellschaftliche Verhältnisse, die staatlich (mit-)strukturiert sind. Die Veränderung der im Fordismus wesentlich staatlich strukturierten Territorialität hat Implikationen für politische Strategien, die bei der Veranstaltung ausgelotet wurden.

Dr. Karl Reitter (Wien):
Eröffnung und Begrüßung

Univ. Prof. Dr. Joachim Hirsch (Frankfurt am Main):
Neues "Empire" oder Transformation des Staatssystems?

Mag. Eva Genetti (Wien):
Staat, Kapital und Geschlecht. Elemente einer kritisch-feministischen Staatsanalyse

Mag. Roland Atzmüller (Wien):
Postfordistische Staatlichkeit und die Reorganisation von Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Die Diskussionsleitung und Moderationen wurden von Dr. Karl Reitter (Wien) geführt.
 
 



Studien zur Arbeiter/Innenbewegung

Konzept und Koordination:
Paul Habr / Peter Ulrich Lehner (Redaktion der Zeitschrift "mitbestimmung")

Bei der seit 1986 bestehenden Seminarreihe werden Themen, die mit den Anliegen der Arbeiterbewegung im engeren und weiteren Sinne verbunden sind, behandelt. Dabei werden insbesondere aktuelle Problemstellungen aus dem gesellschaftlichen oder politischen Bereich thematisiert und sowohl aus einer praxisbezogenen als auch theoretischen Perspektive analysiert und zur Diskussion gestellt.
 Der erste Vortrag 2003 stand noch unter dem Schwerpunkt des letzten Wintersemesters "Arbeit und Raumordnung". Der Themenschwerpunkt des Sommersemesters war dann dem Verhältnis von Arbeiterschaft und Theater gewidmet: "Die ganze Welt ist Bühne, und alle Fraun und Männer bloße Spieler", lässt William Shakespeare in der siebenten Szene des zweiten Aktes seiner Komödie Wie es euch gefällt den schwermütig-romantischen Jacques seufzen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstand das Genre des Schäferspiels, das bereits eine Geringschätzung der Fürstengesellschaft ausdrückte. Schon in der griechischen Antike verdeckte die Maske das Mienenspiel, behinderte das Aufgehen des Schauspielers in seiner Rolle und bewirkte dadurch eine gewisse Verfremdung. Diese wurde in der Moderne vor allem durch Bertolt Brecht mit verschiedenen Stilmitteln zum tragenden Effekt entwickelt. Dadurch sollte die Wirklichkeit als gemacht erkannt und ihre Veränderung nahe gebracht werden. Ein Anliegen, das vor allem den Benachteiligten in der Gesellschaft und der großen Mehrheit gewidmet war, die durch ihre Arbeit den Reichtum der Wenigen schaffte. Welche Rolle spielte das Theater selbst im Laufe der Geschichte? Welche Bedeutung hatte es im Spannungsfeld gesellschaftlicher Konflikte und für die Weckung kritischen Bewusstseins? Wie nutzte die Arbeiter/innenbewegung das Theater? Wie ist die Lage kritischer Bühnen heute?
Das Wintersemester beschäftigte sich mit dem Thema "Natur und Arbeit", da zu beobachten ist, dass gesellschaftlicher Vorgänge und Probleme wieder gerne durch den Rückgriff auf naturwissenschaftliche Muster erklärt werden. Ähnlich wie seinerzeit die Vernachlässigung naturwissenschaftlicher Gesichtspunkte durch die Gesellschaftswissenschaft begünstigt der gegenwärtige Trend - wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen - eine unangemessene Frontstellung beider Wissenschaftsbereiche. Darüber hinaus wird einer Mentalität Vorschub geleistet, die gesellschaftliche Probleme durch die "Behebung biologischer Defekte" lösen zu können glaubt. Ein eindimensionales Ursache-Wirkungs-Verständnis statt Berücksichtigung sich wechselseitig beeinflussender Vorgänge, der Glaube an "natürliche Auswahlprozesse" statt Thematisierung demokratischer und sozialer Gestaltungen der Wirklichkeit als Grundlage politischen Handelns lassen sich vortrefflich in den Dienst der Interessen vermeintlicher Eliten stellen. Welche gesellschaftliche Bedeutung haben die Naturwissenschaften? Welche Kräfte wirken in der Natur? Passen sich Lebewesen nur an die Umwelt an oder erschließen auch sie sich diese durch ihre Eigenaktivität? Sind Menschen "gentechnische Konstruktionen" oder "Ensembles gesellschaftlicher Verhältnisse"?
Die unterschiedlichen Einleitungsstandpunkte zu diesen und ähnlichen Problemen bzw. Fragestellungen trugen zur Information und Meinungsvielfalt bei und regten vertiefend die Diskussion zwischen Theoretiker/innen und Praktiker/innen der Arbeiter/innenbewegung an.

Zum Schwerpunkt "Arbeit und Raumordnung":

Dipl. Ing. Brigitte Mang / Dipl. Ing. Kurt Puchinger / Dipl. Ing. Ottokar Uhl (Wien):
Einleitungen zu "Gebaute Umwelt"

Zum Schwerpunkt "Theater der Arbeitenden":

Dr. Herbert Arlt / Univ. Prof. Dr. Evelyn Deutsch-Schreiner / Univ. Prof. Dr. Peter Roessler (Wien):
Einleitungen zu "Theater der Gesellschaft"

Univ. Prof. Dr. Ulf Birbaumer / Dr. Wilhelm Pellert (Wien):
Einleitungen zu "Kein bürgerliches Theater"

Conny Hannes Meyer / Univ. Prof. Dr. Rolf Schwendter / Klaus Uhlich / Gerhard Werdeker (Wien):
Einleitungen zu "Kritisches Theater"

Prof. Herbert Exenberger / Didi Macher / Harald Ruppert (Wien):
Einleitungen zu "Theater der Arbeitenden"

Zum Schwerpunkt "Natur und Arbeit":

Dr. Gerald Kertesz / Prof. Dr. Anton Szanya (Wien):
Einleitungen zu "Naturwissenschaft und Gesellschaft"

Prof. Dr. Friedrich Katscher / Univ. Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb /
Ass. Prof. DI Dr. Hans Mikosch / Univ.Prof. DI Dr. Helmut Rauch (Wien):
Einleitungen zu "Kräfte der Natur"

Mag. Dr. Karl Edlinger / Prof. Dr. Friedrich Katscher / Univ. Prof. Dr. Renee Schroeder (Wien):
Einleitungen zu "Lebenswissenschaft"
 

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PUBLIKATIONEN

Mitbestimmung. Zeitschrift für Demokratisierung der Arbeitswelt
Hg. von der Arbeitsgemeinschaft zur Demokratisierung der Arbeitswelt, Wien 2002

In dieser sechsmal jährlich erscheinenden Zeitschrift werden laufend die Ergebnisse des Arbeitskreises "Studien der Arbeiter/innenbewegung" veröffentlicht. In den Nummern 1-6/2002 wurden folgende Referate und Diskussionsbeiträge publiziert:

1/2003: Kunstbetrieb? - Gerhard Ruiss: Zurück zur Subkultur / Dieter Schrage: Anmerkungen zum Kunstbetrieb heute / Wolfgang Zinggl: Kunst als Konstrukt

2/2003: Gesellschaft und Raumordnung - Alfred Kohlbacher: Angewandte Gesellschaftspolitik / Peter Schneidewind: Wer hat welche Einflussmöglichkeiten / Roland Arbter: Spannungsfeld Planungsphilosophie

3/2003: Stadtplanung - Claudia Doubek: Mehr Anforderungen, weniger Geld / Hannes Minich: Freiräume sichern! / Peter Moser: Stadt und Arbeit / Rudolf Schicker: Entwicklung statt Ordnung

4/2003: Verkehr und Energie - Johannes Gielge: Verkehrszunahme ohne Ende? / Wolfgang Hein: Nutzung erneuerbarer Energien

5/2003: Gebaute Umwelt - Brigitte Mang: Freiräume nutzen! / Janos Karasz: Paradoxien und Widersprüche / Kurt Puchinger: Zwischen Gesetz und Wirklichkeit

6/2003: Theater und Gesellschaft - Herbert Arlt: Wiederholung des Nichtwiederholbaren / Peter Roessler: Modernismus in der Amnesie? / Evelyn Deutsch-Schreiner: Theatron - Spielraum der Zeiten
 
 

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PSYCHOANALYSE UND PSYCHIATRIE


VERANSTALTUNGEN


Psyche und Soma

Konzept und Koordination:
DDr. Ulrike Kadi /  Mag. Gerhard Unterhurner

Ziel dieser Semiarreihe ist es, das wechselseitige Verhältnis von Psyche und Soma unter einem gemeinsamen Aspekt zu betrachten. Auch in diesem Jahr wurden diesbezüglich Konzepte der "Normalität" untersucht: Das Wort "normal" ist Bestandteil unserer Alltagssprache. Darüber hinaus ist es in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen und in einigen Wissenschaften (Psychopathologie, Medizin, Soziologie, Ethnologie oder Philosophie) wichtig, auch wenn Normalität oft nicht eigens reflektiert wird. Normal ist, wenn die Füße eines Menschen ungefähr gleich lang sind. Normal ist, wenn ein Mensch eindeutig männlich oder weiblich ist. Normalerweise sehen wir Kunst nicht als Konstruktion. Es ist normal, in der Nacht zu schlafen und am Tag zu arbeiten. Wer normal ist, kann zwischen Träumen und der Realität unterscheiden. Normal erscheint uns, woran wir uns gewöhnt haben. Was normal sein soll, sagt ein Gesetz, eine Regel, eine Statistik ... . Normalität hält Existenzen ebenso sehr zusammen, wie sie sie infrage stellt. Wir klammern uns an Vorstellungen des Normalen, wir sehen uns ihnen aber auch gegen unseren Wunsch unterworfen. Denn wer nicht normal ist, läuft Gefahr, stigmatisiert zu werden. Normalität schillert so zwischen einem deskriptiven Begriff (im Sinne des Gewöhnlichen, Regelhaften, Durchschnittlichen) und einem präskriptiven Begriff im Sinne des Richtigen. Oft wird das Normale zum Normativen, worauf andere mit der Parteinahme für das Anormale antworten.
Psyche und Soma bilden einen geeigneten Diskussionsrahmen für die Frage nach dem Normalen, denn sie sind nicht nur das Feld, auf welchem individuelle Reaktionen auf vorgegebene Normalität realisiert werden, sondern sie werden selber durch Normalisierungsmechanismen strukturiert. In diesem Sinne bietet die Vortragsreihe eine Auseinandersetzung mit Thesen einzelner TheoretikerInnen der Normalität wie auch mit gegenwärtigen und historischen Phänomenen im Umfeld der Frage nach dem Normalen. Und sie setzt Impulse, um eine Diskussion über Normalität, ihre Genese, ihre Zwecke, ihre Wandelbarkeit und ihre Ausformungen in verschiedenen Wissens- und Erfahrungsräumen anzuregen.

Dr. Gerhard Hammerschmied (Klagenfurt):
Eine Hermeneutik des ungeschriebenen Gesetzes
Der Vortrag unterzog - mit Derrida und Lyotard - Kafkas Prozessakten einer Revision, um einen Blick auf die mannigfachen Prozesse zu werfen, die "unsere" Normalität konstituieren. Welche Gesetze liegen ihnen zugrunde? Oder ist Normalität vielmehr deren Urgrund, verlorener Ursprung, der sich jedem Sagen entzieht? Der mystische Grund der Autorität, Habitus oder Stil, passive Synthesis? Wie der Vortrag darlegte, zeichnet sich an diesen Grenzen eine Schrift ab, die sich - wie in extremis in Kafkas "Strafkolonie" - in den Körper einschreibt: der Eigenname als Urteil.

Prof. Don Ihde (Stony Brook / New York):
Beyond the Brush: Technological Construction in Visual Art
David Hockney shook up the art theory and criticism world with his thesis concerning the use of optical technologies by many Renaissance masters. This presentation investigated the role of technologies in the construction of visual art, particularly the camera obscura and its variants. Heidegger, variational phenomenology, and embodiment technologies was discussed. The thesis tried also to show how close the problems of "construction" are for both art and science. (The lecture was illustrated.)
Der Vortrag wurde in englischer Sprache gehalten und war eine gemeinsame Veranstaltung mit der Gruppe "Phänomenologie".

Univ. Prof. Dr. Alfred Springer (Wien):
Kulturelle Inkorporation und Normalisierung
Gemäß der Theorie des Subkultur-Theoretikers Dick Hebdige werden subkulturelle Symbole, Zeichensysteme und Verhaltensweisen von der Gesamtkultur durch Kommerzialisierung integriert. In diesem Prozess gehen die subversiven Aspekte des subkulturellen Ausdrucks verloren. Damit entsteht auch der Anschein, dass die ursprünglich anstößigen Zeichen und Verhalten in den allgemeinen normativen Rahmen gerückt und damit "normalisiert" werden. Es besteht jedoch die Frage, ob diese "kulturelle Inkorporation" tatsächlich die anstößigen Muster in allen Dimensionen - auf der Verhaltensebene ebenso wie auf der des symbolischen Ausdrucks - integriert oder lediglich die Ausdrucksformen durch Dekontextualisierung zu in ihrer Bedeutung veränderten oder de facto bedeutungslosen Inhalten der populären Kultur und des Konsums werden. Trifft Letzteres zu, könnten auf diesem Wege gesellschaftliche Spannungen verschärft werden und der Kulturprozess unter Umständen eine zunehmende "Denormalisierung" der ursprünglichen subversiv konnotierten Zusammenhänge bedingen. In dem Referat wurde diese Frage anhand des Schicksals der Aufweichung der Geschlechtsrollen in der Jugend-/Populärkultur und der Integration sado-masochistischer Symbolfigurationen in "Punk" und "Neuem Primitivismus" zur Diskussion gestellt.

Mag. Gudrun Hopf (Wien):
"Allerdings nicht ganz normal" - Geistige Behinderung historisch betrachtet
In einer ländlich-alpinen Lebenswelt um 1900 waren "normal" oder "nicht normal" keine abstrakten Begriffe, sondern etwas sehr Konkretes, bestimmt durch Arbeitsfähigkeit und praktische Kenntnisse. "Normal" sein hieß vor allem, der eigenen sozialen Rolle gerecht zu werden. Medizinische Beurteilungen gingen von anderen Kriterien aus beispielsweise Schulbildung. Einmal eingestuft, war es für die Betroffenen kaum möglich, das Stigma des/der "Schwachsinnigen" abzustreifen.

Dr. Stefan Vater (Wien):
Nur nicht aus der Reihe tanzen. Normalität heißt: Sein wie andere
Normalität funktioniert in westeuropäischen Gesellschaften Anfang des 21. Jahrhunderts als Aufforderung zur Selbstnormalisierung und auch als (implizite) Kopplung an einen undefinierten, aber hegemonial konstruierten geregelten gesellschaftlichen Ablauf. Es ließen sich viele Beispiele aus den Bereichen Biopolitik, Politik oder Ökonomie anführen. Das flexible Normalitäts-Dispositiv realisiert mit Jürgen Link eine der effektivsten (anonymen) Machtstrategien moderner Kontrollgesellschaften. Und gerade die Flexibilität der Normalisierungsstrategien lässt die Möglichkeiten irreversibler Denormalisierungen (z. B. als politisches Konzept der Situationisten) angesichts rigider, pragmatischer Alternativenlosigkeit schwierig erscheinen. Normalität setzt sich flexibel fest und erscheint als etwas a priori Gegebenes. Sie ist eine gegebene Form der Darstellung (vgl. Wittgenstein).

Univ. Prof. Dr. Peter Moeschl (Wien):
Biopolitische Normalität
"Jahrtausende hindurch ist der Mensch das geblieben, was er für Aristoteles war: Ein lebendes Tier, das auch einer politischen Existenz fähig ist. Der moderne Mensch ist ein Tier, in dessen Politik sein Leben als Lebewesen auf dem Spiel steht." Mit diesen Worten beschrieb Michel Foucault das Phänomen, dass sich herkömmliche Politik, welche die Lebensgrundlage nicht infrage zu stellen brauchte, zusehends in eine andere, in eine immer expliziter agierende Biopolitik gewandelt hat. Die Frage der Politik, die Frage, wie ein vollkommenes Leben der und in der Gemeinschaft geführt werden kann, setzt - so scheint es - eine Definition des Lebens als Grundlage des so genannten nackten Lebens voraus. Kann Politik jedoch, wie seit Aristoteles üblich, die Sphäre eines nackten Lebens als ursprünglich gegeben, als natürlich voraussetzen? Handelt es sich nicht vielmehr um ein Setzen der Voraussetzungen als einen rückbezüglichen, nachträglichen Akt der Bestimmung eines nackten Lebens, weil dieses eben nicht gegeben, nicht natürlich vorfindbar ist? Und ist nicht gerade dies das Dilemma der modernen Demokratie, dass sie ohne eine heteronome Bestimmung (durch eine göttliche Ordnung etwa) die eigenen Voraussetzungen immer und immer wieder neu setzen muss, selbst also zu bestimmen hat, was Leben als Grundlage des politischen Lebens ist?

Dr. Ramon Reichert (Wien):
Die Listen des Virus. Körperkonzepte des Anderen in der Wissensvermittlung der Immunologie
Der Vortrag beschäftigte sich mit der Definition der List, die in der Immunologie gewöhnlich der einfachen Zweiteilung von Listigem und Überlistetem folgt. Die einzelne List erscheint als ein Mittel, das klug und abwägend, kalkulierend und den Verhältnissen optimal angepasst zur Wirkung und zum Einsatz kommt. Im Rahmen des immunologischen Modells scheint die List immer schon auf ihren Begriff gebracht, selbst vollkommen aufgeklärt und durchschaut. Besteht aber die subversive Performanz der List nicht vielmehr darin, den aufgeklärten Blick der Immunologie durch die Harmlosigkeit alltäglicher Erscheinungen abzuziehen, der genau diese auf verdächtige Anzeichen untergründigen Wirkens abtasten sollte?

Dr. Vera Pfersmann (Wien):
Das psychiatrische Gutachten
Der Vortrag befasste sich sowohl mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen wie mit den praktischen Abläufen einer psychiatrischen Gutachtertätigkeit. Das Psychiatrie-Unterbringungsgesetz und das Strafgesetzbuch bildet den Hintergrund, auf welchem Empfehlungen für eine Sachwalterschaft, in Haftungsangelegenheiten oder hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit von Begutachteten gegeben werden. In den kritischen Betrachtungen einer Gutachterin taucht die Frage nach der Normalität im Kontext von Psychiatriegeschichte und Gesellschaftspolitik auf. Michel Foucault und Gladys Swain bildeten für den Vortrag die theoretische Bezugspunkte.
 
 

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SOZIAL- UND KULTURWISSENSCHAFTEN / MEDIENTHEORIE


VERANSTALTUNGEN
 

Tagung
Die doppelte Figur des "Lagers" - Überlegungen zur städtischen Raumproduktion

Konzept und Organisation: IWK-Forschungsgruppe "Sozial- und Kulturwissenschaften"
DI Mag. Christa Kamleithner / Univ. Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher / Mag. Dr. Eva Waniek
Gefördert von: Magistrat der Stadt Wien / MA 7 - Wissenschafts- und Forschungsförderung

Das Ende flächendeckenden Verwaltungsdenkens lässt sich nicht nur in Begriffen politischer Theorie beschreiben, sondern kann auch an konkreten Veränderungen des Stadtraums nachgezeichnet werden. War es das Bestreben 'alter' Stadtplanung, einen flächendeckenden Plan zu entwerfen, konzentrieren sich neue Ansätze auf einige wenige Standorte, die eine 'totale' Planung erfahren, während die dazwischen liegenden Zonen unbestimmt bleiben. Dahinter verbirgt sich auch eine neue Wunschökonomie aufseiten der BewohnerInnen: Wohnen wird als die Summe individueller Bedürfnisbefriedigung angesehen, die gebaute Umwelt dabei immer detaillierter den Erfordernissen des alltäglichen Lebens untergeordnet - ein ideales Wohnen, das sich nicht für alle verwirklichen lässt und als dessen Gegenfolie sich ein davon geschiedener Restraum abzeichnet. Der Foucault'sche Begriff der Biopolitik scheint sich in besonderer Weise zur Kennzeichnung dieser Entwicklungen zu eignen, darüber hinaus auch Giorgio Agambens Figur des "Lagers" als jenem "nómos des politischen Raums, in dem wir heute leben". Beschreibt diese Figur zwar in erster Linie die räumliche und rechtliche Ausnahmesituation besonderer Topoi, so ist sie auch imstande, deren Zusammenhang mit einer anderen städtebaulichen Entwicklung zu benennen, deren Kehrseite sie darstellt. Die Figur des "Lagers" ist insofern eine doppelte: Sie kann sowohl für das entrechtete, auf seine biologische Faktizität reduzierte Leben stehen wie auch für das von seiner verrechtlichten Form ununterscheidbare bessere Leben in den Enklaven des new urbanism. Eine für die Tagung relevante Frage war deshalb auch, mit welchen Strategien dieser Tendenz zukünftig entgegengewirkt werden kann.

Mag. Dr. Eva Waniek (Wien):
Eröffnung

Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher (Wien) / DI Mag. Christa Kamleithner (Wien):
Einleitungsreferat

Dr. Ralf Rother (Wien):
Lager in Demokratien - Zum Beispiel Flughafenasylverfahren und Schutzzonen
Moderation und Diskussion: DI Mag. Christa Kamleithner

Dr. Karl Bruckschwaiger (Wien):
Zukünftige Lager. Neue Raumordnungen einer global organisierten Flüchtlingspolitik
Moderation und Diskussion: Mag. Dr. Eva Waniek

Mag. Dr. Katharina Zakravsky (Wien):
Enthüllungen - Zum Lager als performativer Raum
Moderation und Diskussion: Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher

DI Mag. Christa Kamleithner (Wien):
Zwischen Analyse und Konstruktion: Themen als Mittel der Raumplanung
Moderation und Diskussion: Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher

Prof. Dr. Rudolf Stichweh (Luzern):
Varianten der räumlichen Organisation der Stadt: Entwicklungsmuster des 20. Jahrhunderts
Moderation und Diskussion: DI Mag. Christa Kamleithner

Dr. Friedrich Balke (Köln/Siegen):
Die Stadt und ihre Auslagerungen. Politik in der 'Antigone'
Moderation und Diskussion: Mag. Dr. Eva Waniek

Prof. Dr. Georg Franck (Wien):
Soziale Raumzeit
Moderation und Diskussion: Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher

Die Tagungsbeiträge werden in einem Schwerpunktheft der IWK-Mitteilungen 2004 erscheinen.
 
 

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Zeichen und Zeichnung - Techniken der Visualisierung

Konzept und Koordination:
IWK-Forschungsgruppe "Sozial- und Kulturwissenschaften"

Im Rahmen der seit einigen Semestern stattfindenen Veranstaltungen zum Thema "Zeichen und Zeichnung - Techniken der Visualisierung" fanden fünf Einzelvorträge statt, die sich mit den Techniken der Visualisierung in wissenschaftlichen Bereichen beschäftigten. Dabei stand im ersten Schwerpunkt der äußere und innere Raum im Zentrum der Auseinandersetzung, so wie er in den Bereichen von Physik und Psychoanalyse visualisiert wurde und wird.
Der darauf folgende Themenschwerpunkt setzte sich mit der Perspektive auseinander: Es gibt im Rahmen einer umfassenden Zeichenkunst, worunter auch alle Arten von technischen Zeichnungen fallen, verschiedene Arten, einen Blickpunkt zu wählen: Entsprechend dem Zweck der Zeichnung, wählt man eine Perspektive. Die Zentralperspektive ist nun schon seit einiger Zeit Gegenstand kunst- und wissenschaftshistorischer Abhandlungen. Die vor allem in der Technik heimische Parallelperspektive (Grund- und Aufriss) ist kaum weniger wichtig, wenn sie auch mit einem 'unmöglichen' Blickpunkt, nämlich im Unendlichen gelegen, operiert. Unter dem Titel 'Perspektive' sind also buchstäblich verschiedene Ansichten des Zeichnens zu verstehen, welche bei den Vorträgen vorgestellt wurden.
Es referierten und diskutierten unter der Moderation von Univ. Ass. Dr. Markus Arnold, Univ. Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher und Dr. Eva Waniek folgende Vortragende:

Dr. Gerhard Grössing (Wien):
Zum Bilderstreit in der Quantentheorie
Die sich heute meist als "orthodox" gerierende "Kopenhagener Deutung" der Quantentheorie (nach Bohr, Heisenberg und anderen) konstatiert(e) ein Bilderverbot: Die "Heisenbergsche Unschärferelation" verbiete demnach prinzipiell ein Nachdenken über Prozesse, die ihr selbst (und dem quantenmechanischen Formalismus überhaupt) zu Grunde liegen könnten. Während der Byzantinische Bilderstreit die "magische Kraft" der Bilder und deren Legitimität verhandelt, wird in der orthodoxen Quantentheorie dem reinen Formalismus selbst eine "Magie" zugeschrieben (Feynman u. v. a.), wobei es nun gerade in Computermodellen generierte "Bilder" (von kausalen, so genannten "verborgenen" Parametern) sind, die aufgrund ihres materialistischen Ansatzes jene "Magie" durch Entmystifizierung bedrohen. Der Vortrag ging dieser Debatte nach und legte deren Gründe am Problem der Visualisierung dar.

Univ. Ass. Dr. Christian Kassung (Berlin / Linz):
"Alles, was der Fall ist." Der Raum des physikalischen Wissens auf dem Papier
In der Welt der Physik ist das, was mit Wittgenstein "der Fall ist", etwas Geschehendes, ein Prozess. Die Visualisierung derartiger Fälle, die sich der Kulturtechniken Bild, Schrift und Zahl bedient, umfasst damit stets ein Wissen von Zeit. Am Beispiel des Papiers, jenem zentralen Beobachter 'der' Zeit, wurde diskutiert, wie Fälle zu Fallgeschichten, Beobachtung zu Beobachtung zweiter Ordnung und Wissen zu Epistemologie werden.

Dr. Lydia Marinelli (Wien):
Typographien der Traumdeutung
Die typographische Gestaltung von Sigmund Freuds "Traumdeutung" wurde in dem Vortrag zum Ausgangspunkt genommen, um die Frage nach der Visualität mithilfe einiger markanter Züge des Schriftbildes neu zu stellen. Die Materialität des Textbildes, das durch typographische Eingriffe organisiert wird, gewinnt in der frühen Traumtheorie weit über die Funktion einer zweitrangigen Illustration hinausreichend erkenntnisbildende Kräfte. Das Problem der materiellen Repräsentation, sowohl der psychoanalytischen Deutung als auch der Traumphänomene, überformt die unterschiedlichen Auflagen von Freuds Traumbuch und bildet den Angelpunkt theoretischer Nachadjustierungen und Kritiken.

Univ. Prof. Dr. Kari Jormakka (Wien):
Papier - Stein - Schere: Flachheiten und Tiefe in der Architektur
Im 16. Jahrhundert erlangte eine neue Visualität eine zentrale Stellung in den Wissenschaften, wofür Andreas Vesalius ein anschauliches Beispiel darstellt. In der Architektur sind Sebastiano Serlio und Andrea Palladio die ersten Theoretiker, die ihre Argumente auf einer visuellen statt einer verbalen Darstellung gründeten. Die Übersetzung von perspektivischen und orthographischen Zeichnungen in Gebäude war aber kein neutraler Prozess. Sie implizierte eine Transformation in der Architektur, die die semiotische These über die Materialität des Zeichens unterstützt. Anhand von Beispielen verschiedener Architekten und Künstler von Pietro und Tullio Lombardo bis Hans Holbein und Palladio wurde im Vortrag die Dialektik von Tiefe und Flachheit in der Renaissance und im Manierismus untersucht.

Dr. Leonhard Schmeiser (Neusiedl bei Güssing):
Die Erfindung der Zentralperspektive und die Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaft
Im Vortrag wurden wichtige Thesen des Buches: "Ursprung der neuzeitlichen Wissenschaft aus dem Geist der Zentralperspektive" dargelegt. Hierzu unterzog der Vortragende bzw. Autor Texte von "Gründerfiguren" der neuzeitlichen Wissenschaft - Leonardo da Vinci, Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Rene Descartes - einer erneuten Lektüre mit erstaunlichem Ergebnis. Die Entstehung der für die spätere Naturwissenschaft seit dem 17. Jahrhundert charakteristischen Form der Forschung und des Diskurses verdankt sich der Reflexion auf die Bildlichkeit der Renaissance und die darin implizierte Verweisungsstruktur von Bildern. Als Angelpunkt der Arbeit fungiert eine Neubewertung der Erfindung der Zentralperspektive. Diese Erfindung des Architekten, Ingenieurs und Archäologen Filippo Brunelleschi ist nicht als Ereignis im Rahmen der Geschichte der Malerei zu verstehen, sondern als Antwort auf ein während des frühen 15. Jahrhunderts akutes Problem der Epistemologie oder - im Verständnis der Zeit - der Theologie.

Zur Reihe siehe auch unter Publikationen: Medien der Architektur. IWK-Mitteilungen 1-2/2003
 

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Internet - Forschung - Lehre

Konzept und Koordination: Dr. Charlotte Zwiauer (Wien)
In Kooperation mit der Lehrentwicklung der Universität Wien
Gefördert von: bm:bwk / Abteilung Erwachsenenbildung - IT-Weiterbildungsoffensive

In dieser Seminarreihe wurden zentrale Themen in den Bereichen Lehre mit Neuen Medien sowie Forschung zu eLearning und Neuen Medien vorgestellt und diskutiert. Im Mittelpunkt standen erprobte und ressourcenschonende Modelle des eLearning, allgemeine didaktische Konzepte und Spezifika der Webdidaktik, Fragen der Standardisierung sowie innovative Open Source Entwicklungen. Ein weiteres Thema war die Beforschung der Neuen Medien und deren systematische Einbindung in die Lehre. Hier sollte der Kreis der AnwenderInnen beim Aufbau von Beurteilungs- und Gestaltungskompetenzen unterstützt und Anregungen zur Umsetzung neuer Lernmodelle geben werden. Ziel der Reihe war es, den TeilnehmerInnen Einblick in den aktuellen Stand der Medienentwicklung im Bildungsbereich zu geben sowie Vernetzung und Erfahrungsaustausch zu fördern.

Mag. Karin Harrasser / Dr. Christina Lutter (Wien):
The (Net-)Work of Cultural Studies
Die website www.culturalstudies.at - Onlinecommunity und e-learning Plattform, Projekt- und Literaturdatenbank - ist Teil des Forschungsschwerpunktes Kulturwissenschaften/Cultural Studies im bm:bwk und seit Juli 2001 im Netz. Eine Zielsetzung des Programmes ist es, einen verstärkten Dialog über die Theorie und Praxis problemorientierter und fachübergreifender kulturwissenschaftlicher Arbeit zu ermöglichen. Im Rahmen von Forschungsprojekten, Workshops, Fellowships etc. werden Kulturwissenschaften als prozessorientiertes Projekt gemeinsam mit der Scientific Community entwickelt. Die Schaffung neuer Orte für eine möglichst unhierarchische Institutionalisierung des erarbeiteten Wissens und die Entwicklung experimentellerer wissenschaftlicher und außerwissenschaftlicher Diskursformen sind Desiderate der Wissenschaften nach dem cultural turn. Dafür stellt die Website CS.at WissenschaftlerInnen, Studierenden und an Kulturwissenschaften Interessierten "Räumlichkeiten" zur Verfügung und ermöglicht die Teilnahme an einer differenzierten, aber gleichzeitig offenen kulturwissenschaftlichen community.

Univ. Prof. Dr. Peter Baumgartner (Innsbruck):
Didaktik des e-learnings
Vor dem Hintergrund dreier verschiedener Lernparadigmen (Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus) wurden unterschiedliche neue Interaktionsformen, die das Internet ermöglicht, diskutiert. Lernen als sozialer Prozess erfordert die "Konstruktion" von Lernumgebungen, die "situiertes Lernen" ermöglichen. Der Vortrag legte dar, welche Ansätze es dazu gibt und welche Organisationsformen sich dafür schon heute ausmachen lassen?

Mag. Georg Pleger (Innsbruck):
Produktion von standardisiertem eLearning Material
Der Vortrag bot eine Einführung in aktuelle bildungstechnologische Spezifikationen. Insbesondere wurde auf die Spezifikationen zur Beschreibung differenzierter didaktischer Ansätze eingegangen: IMS-Learning Design (die Weiterentwicklung der Educational Modelling Language, Open University of the Netherlands) und Web-Didaktik (Norbert Meder).

Dr. Peter Langmann / Univ. Ass. Prof. Mag. Dr. Hubert Stigler (Graz):
Zum Verhältnis von Wissenschaft und Informationstechnologie -
am Beispiel des GEWILAB an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz
Neben der Entwicklung und Betreuung eines datenbankgesteuerten Informationssystems (www-gewi.kfunigraz.ac.at/faculty) unterstütz(t)en die Vortragenden die Institute der Fakultät bei Planung und Umsetzung von wissenschaftlichen Projekten (z. B. languageserver.uni-graz.at ). Weiters sehen sie ihre Aufgabe darin, neben der Bereitstellung von Basisdiensten (Hotline, Benutzerzentrum mit Arbeitsplätzen für DiplomandInnen u. Ä.) im Prozess der Integration "Neuer Medien" in die Lehre unterstützend zu wirken (grips.uni-graz.at). Über die entsprechenden Erfahrungen und Probleme aus diesen Prozessen berichtete die Vortragenden und stellten ihre Überlegungen zur Diskussion.

Univ. Prof. Dr. Gerhard Budin (Wien):
Wissensorganisation im eLearning
Am Beispiel mehrerer derzeit laufender eLearning-Projekte wurde gezeigt, wie wichtig die lernziel- und zielgruppenorientierte Organisation der zu vermittelnden Wissensinhalte ist und welche Methoden dafür eingesetzt werden. Der strukturierte Aufbau einer Wissensbasis (in Form von multimedialen Lernobjekten) stellt eine wesentliche, aber oft unterschätzte Säule in der Architektur von eLearning-Projekten dar. Wissensorganisation ist gleichzeitig auch ein Prozess, der bei jeder lernenden Person den Lernvorgang entscheidend unterstützt.

Dr. Bernd Simon (Wien):
Architekturkonzepte und Erfolgsfaktoren für Wissensmärkte
Bildungsanbieter sind zunehmend mit einer verschärften Wettbewerbssituation konfrontiert. Austauschplattformen für Wissensinhalte, so genannte Wissensmärkte, schaffen neue strategische Möglichkeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Der erste Teil des Vortrags behandelte, wie geschlossene Systeme wie z. B. Lernmanagementsysteme mithilfe von Semantic Web Technologie für einen Wissensmarkt geöffnet werden können, um ihre Wissensinhalte einem größeren Anwenderkreis zugänglich zu machen. Der zweite Teil des Vortrags zeigte schließlich die unterschiedlichen Gestaltungsräume von Wissensmedien auf und präsentierte erfolgskritische Akzeptanzfaktoren.

Dr. Franz Palank (Linz / Wien):
Die Lernfabrik im Netz
Folgende Aspekte von eLearning wurden in diesem Vortrag behandelt: Entwicklung von Lernarrangements, die Rolle des Studienmaterials, mediale Kommunikation, die Lernfabrik als Element universitären Unterrichts sowie einschlägige Projekterfahrung.

Univ. Prof. Dr. Theo Hug (Innsbruck):
eLearning und/oder Living Learning?
Ausgehend von einigen begrifflichen Klärungen und kritischen Überlegungen zu gängigen eLearning-Versprechungen, wurde im Vortrag die Frage nach der Relation von eLearning-Modellen und Konzepten des lebendigen Lehrens und Lernens thematisiert: Was haben Infotainment und Edutainment mit lebendigem Lehren und Lernen zu tun? Inwieweit können eLearning-Ansätze zur Entfaltung gedeihlicher Lernkulturen förderlich oder hinderlich sein? Welche Optionen für die Gestaltung computerunterstützter Lernumgebungen ergeben sich aus der Sicht der Themenzentrierten Interaktion (TZI)? Abschließend wurde die Frage der Gewichtung von Perspektiven der Lernpsychologie und -technologie, der Pädagogischen Psychologie, der Medienpädagogik und auch der Informatik zur Diskussion gestellt.

Mag. Dr. Jutta Pauschenwein (Graz):
Paradigmenwechsel in der Didaktik und das Umsetzungspotenzial durch eLearning
In dem Vortrag wurden nationale und internationale Beispiele für die Umsetzung vorgestellt und diskutiert: ELearning wurde zuerst vorwiegend als Selbststudium mithilfe von "eContent" gesehen (CBTs), das eventuell durch asynchrone (in wenigen Fällen synchrone) Lernunterstützung unterstützt wurde. Im nächsten Ansatz ("Classroom based learning") liegt der Fokus auf der Interaktion zwischen Tutor und Lernenden oder zwischen den Lernenden, eContent unterstützt diesen Prozess. Nun ist die Zeit reif für eine neue Sichtweise auf eLearning, bei der die Interaktionen zwischen Lernenden, ihre Aktivitäten und ihre Interaktion mit dem Tutor im Mittelpunkt stehen. Individuelles Lernen wird durch soziales Lernen in Gruppen unterstützt, die Lernenden arbeiten selbstgesteuert an Problemen aus der Praxis (problem-based learning). In einer demokratischen Lernumgebung - die Tutorin ist Teil des Teams - kann eLearning Auslöser und unterstützender Ansatz für die Umsetzung dieses Lernparadigmas sein, die Theoriebildung fusst auf dem sozialen Konstruktivismus (Vygotzki), Mindful Learning (Langer), Communities of Practice (Wenger) und Etivities (Salmon).

DI Dr. Erwin Bratengeyer (Krems):
Postgradualer Lehrgang eTeaching - eLearning
Im Mittelpunkt des Vortrages stand ein Erfahrungsbericht über den seit 2002 bestehenden postgradualen Lehrgang "eTeaching - eLearning" an der Donau-Universität Krems. Besprochen wurden Blended Learning Szenarien, Tools, Master Thesen und Prüfungsszenarien.

Univ. Prof. Dr. Wilfried Grossmann (Wien):
Erschließung und Nutzung von Lernmaterialien im Internet
Die effektive Nutzung neuer Medien in der Lehre erfordert neben Lernplattformen auch eine geeignete Erschließung und Dokumentation von Unterrichtsmaterialien im Internet. Grundlage dafür sind die Entwicklungen von XML und die damit in Verbindung stehenden Konzepte für ein einheitliches Resource Description Framework (RDF) und dessen Anwendung im Semantic Web. Die Nutzung dieser Konzepte zur Dokumentation von Ressourcen ist unter dem Begriff Metadaten heute ein wichtiges interdisziplinäres Forschungsgebiet. Im Rahmen des Vortrages wurden die wesentlichen Grundkonzepte der Entwicklung von Metadaten für die Lehre dargestellt und deren Anwendung anhand von Beispielen internationaler Forschungsprojekte demonstriert.

Boris Schürmann, M. A. / Matthias Kunkel, M. A. (Köln):
ILIAS als Beispiel für die kooperative Entwicklung einer Open-Source-Lernplattform
Die 1997 an der Universität zu Köln entstandene Lernplattform ILIAS ist heute das wohl bedeutendste Open-Source-LMS auf dem Markt. Zahlreiche Hochschulen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen weltweit beteiligen sich an der Weiterentwicklung. Der Entwicklungsprozess ist an die Open-Source-Idee angelehnt. Die Offenheit des Prozesses und die Transparenz der Methoden entspricht der wissenschaftlichen Tradition und ermöglicht es den Anwendern, ihre eigenen Anforderungen in die Entwicklung einzubringen. Darin unterscheidet sich ILIAS grundlegend von proprietären und kommerziellen Lösungen. Mit der Version 3 liegt ILIAS nun in einer völlig überarbeiteten Fassung vor, die sowohl neueste softwaretechnische Anforderungen wie auch Standards im Bereich Metadaten und Interoperabilität berücksichtigt. Der bereits grosse Funktionsumfang von ILIAS wird mit der neuen Version noch erweitert z. B. um bessere Möglichkeiten zur Layout-Anpassung, ein sehr variables Rechtesystem, eine digitale Bibliothek sowie zusätzliche Groupware-Funktionen. Für die Zukunft geplant ist auch, adaptives Lernen durch die Plattform zu unterstützen. Durch das Engagement in verschiedenen eLearning-Projekten auf EU-Ebene und anderen Kooperationen wird zudem die Verbreitung der Anwenderbasis von ILIAS weiter voran getrieben.

Ausgewählte Vorträge dieser Semianrreihe sind in den IWK-Mitteilungen 3-4/2003 publiziert.
 


Kooperationsvortrag:

In Kooperation mit dem Österreichischen Kultur Service (ÖKS) fand folgende Veranstaltung statt:
Mag. Dr. Eva Waniek (Wien): Sprache und Sprechen - Zwischen Angerufensein und Rufen
 


Zum Thema "Medientheorie"
siehe auch unter dem Schwerpunkt "Emigrationsforschung und Exilforschung":
Das Wissensportal Science Exile / Exilforschung und Neue Medien - Status Quo, Perspektiven, Vernetzungsstrategien;
Das Wissensportal Science Exile - Wissensproduktion und Online-Medien
 
 

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PUBLIKATIONEN

Medien der Architektur
IWK-Mitteilungen 1-2/2003

Die hier versammelten Beiträge gehen großteils auf einen Workshop zurück, der unter dem Titel "Zeichen und Zeichnung 5. Zur Visualisierung in Wissenschaft, Kunst und Technik" im November 2002 am IWK stattgefunden hat. Diese Veranstaltung wurde von der IWK-Forschungsgruppe für Sozial- und Kulturwissenschaften konzipiert und organisiert, die nun schon seit einigen Semestern das Problem der Visualisierung in wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen Bereichen untersucht: Ihre allgemeine Bedeutung als Instrument des Denkens, der Kommunikation, der Analyse und Theoriebildung wird hier in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen heraus gearbeitet und diskutiert. Dabei ist vielfach in der Ausmessung des Raumes von Zeichen und Zeichnung Halt gemacht worden, wobei die Themenspanne von künstlerischen Notationen, über wissenschaftliche Illustrationen bis hin zu technischen Konstruktionen reichten.
Ausgehend von dieser Diskussion, ist es die Absicht des Heftes, solche Kristallisationspunkte für den Bereich der Architektur aufzufinden und zu untersuchen, worin sich das Sichtbare und das Sagbare - oder eben: Zeichen und Zeichnung - berühren und auch direkt mit der Praxis verbunden sind. Denn der Architekt teilt mit dem Ingenieur die Leidenschaft für die Zeichnung. Ohnehin führte erst das 18. Jahrhundert eine striktere Trennung dieser Professionen durch, wobei dem Architekten zunächst die Seite der Kunst (Dekoration), dem Ingenieur aber auch Aufgaben der Landvermessung, der Aufnahme von Stadtplänen und natürlich die Trigonometrisierung der Festungsbauten zufiel. Das 19. Jahrhundert, welches dem Ingenieur wiederum mehr Architekturaufgaben zuweist (Nutzbauten aller Art) und gleichzeitig den Architekten technisch versierter macht, kennt nun auch die Figur des Städteplaners. Hier geht es um die politische Kartographie eines Lebensraumes. Kurzum, die Zeichnung ist das Zeichen eines umfassenden Gestaltungswillens.
Die vorliegenden Beiträge nehmen diese Fährte auf und gehen der Visualisierung in der Architektur nach, um zu ermessen, welche Bedeutung ihr zukommt, wie sich für diesen Bereich das Verhältnis von Zeichen und Zeichnung denken lässt, und inwieweit diese Fragestellungen von den verschiedenen Architekturtheorien unterschiedlich eingeschätzt bzw. beantwortet werden. Den Beiträgen gemein - so viel vorab - ist die Erkenntnis, dass es sich bei der Visualisierung um ein für die Architektur grundlegendes, weil mediales Verfahren handelt, bei dem die menschliche Erfahrung des Raumes und der Wunsch nach seiner städtebaulichen, sozialen und ästhetischen Gestaltung Eingang finden in die planerische Zeichnung, die dann ihrerseits gegenständliche bzw. bauliche Übersetzungen erfährt. Damit könnte man sie als eine Wissensform beschreiben, die im zeichnerischen Entwurf und über seine besondere Perspektivenwahl konkret Gestalt gewinnt und über die Anforderungen der baulichen Praxis zum traditonalen und innovativen Gegenstand des architektonischen Wissens wird.

INHALT:
Christa Kamleithner: Wiederkehr der Diagramme. Zum spatial turn im Architekturdiskurs der 1990er-Jahre
Oliver Schürer: Diagramme, Algorithmen, Typen und Architektur. Positionen zur Morphogenese von Antoni Gaudí bis Greg Lynn
Daniel Chamier: Skizze, Plan, Illusion. Zur Zeichnung in der Architektur
Wolfgang Pircher: Das Schöne und das Nützliche. Historische Anmerkungen zu Architektur und Ingenieurskunst
 

Internet - Forschung - Lehre
IWK-Mitteilungen 3-4/2003

Im Rahmen der seit März 2002 bestehenden Seminarreihe "Internet - Forschung - Lehre" wurden ReferentInnen mit unterschiedlichen Expertisen im Bereich Neue Medien in Forschung und Lehre eingeladen und behandelten grundlegende Aspekte der Medienentwicklung und Medienintegration. Das Spektrum reichte von angewandter Grundlagenforschung, Medienkommunikation, Medientheorie, Didaktik des eLearning, didaktische Standardisierungen, Contententwicklung und Management, eLearning-Strategien und Hochschulentwicklung. Die Vortragenden wurden aufgefordert, ihre Themenstellungen so weit wie möglich entlang von konkreten Projekten zu entwickeln. Ausgehend von eigenen Erfahrungen und der begleitenden theoretischen Reflexion, nahmen die ReferentInnen Stellung zu aktuellen Fragen wie der Konzeption und Umsetzung von Online-Wissensumgebungen, des institutionenübergreifenden Austauschs von Lernmaterialien, Design und Durchführung von Blended Learning und Distance-Learning-Szenarien sowie des Aufbaus von eLearning-Supportstrukturen in Bildungsinstitutionen. Zugleich vernachlässigten die eingeladenen ExpertInnen aus dem In- und Ausland auch Fragen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht - insbesondere entlang des Themenfeldes Urheberrecht. Zwei größere Einzelveranstaltungen wurden zum Anlass genommen, das vom IWK mitgetragene multimediale Portal ScienceExile zu präsentieren. Ausgehend von diesem Wissensportal zur österreichischen Wissenschaftsemigration - einer der Forschungs- und Dokumentationsschwerpunkte des IWK -, wurden zum einen Formen der Online-Wissensvermittlung von zeitgeschichtlichen, gesellschaftlich brisanten Themen mit einem Kreis von ExpertInnen am Podium und einem breiten Publikum diskutiert. Zum andern lag in der zweiten Veranstaltung der Schwerpunkt auf der Frage der Online-Wissensgenerierung, wobei ScienceExile hierfür ein anschauliches Beispiel liefert. Dieses aktuelle Thema wurde sowohl im Kontext von innovativen, auf aktive Wissensproduktion abzielenden Lehr-/Lernkonzepten analysiert als auch im Kontext Forschung mittels neuer Medien und den damit entstehenden neuartigen vernetzten Wissensumgebungen und Kommunikationskulturen.
Ziel war es, den Kreis der AnwenderInnen beim Aufbau von Beurteilungs- und Gestaltungskompetenzen zu unterstützen und Anregungen zur Umsetzung innovativer Formen der Wissensvermittlung und Generierung mittels neuer Medien zu geben. Die ReferentInnen wurden ersucht, bei den Veranstaltungen mit Anschauungsmaterial bzw. Online zu arbeiten. Als Methode wurde Vortrag mit moderierter Diskussion und in einigen Fällen auch Workshop gewählt. Die Veranstaltungsreihe in dieser Konzeption ist derzeit einzigartig in Österreich und hat mittlerweile einen Stammkreis von TeilnehmerInnen, meist Lehrende, Studierende, ForscherInnen und EntwicklerInnen aus unterschiedlichen Bildungsinstitutionen. Gerade die offene - nicht an bestimmte Verwertungszwecke gebundene - Auseinandersetzung mit neuen Medien bietet ein konstruktives Diskussionsforum, das zu Austausch und Vernetzung anregt und Anstöße für neue, an aktuellen Qualitätsstandards orientierten Entwicklungen liefert.

INHALT:
Ilse Schrittesser / Dietmar Treichel: PiN - Pädagogik im Netz
Peter Langmann: Gewilab - Zur Geschichte einer nicht existenten universitären Einrichtung
Herbert Hrachovec: Informationstechnologie von unten. Ein Laborbefund
Karin Harrasser / Christina Lutter: Building a Community. Der Forschungsschwerpunkt Cuttural Studies/Kulturwissenschaften und seine Website CS.at
Karl Müller: Das Online-Projekt "Österreichische Schriftstellerinnen und Schriftsteller des Exils seit 1933. Texte und Kontexte"
Charlotte Zwiauer / Harald Riedmann: Das Wissensportal Science Exile - Konzept, Umsetzung und erste Erfahrungen in Lehre und Forschung
 
 

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UNIVERSITÄT UND BILDUNG


VERANSTALTUNGEN

 

 
 
 
 
 

Universität, Wissenschaft und Demokratie in Österreich

Konzept und Koordination:
Univ. Doz. Dr. Johann Dvorak (Wien)

Unter diesem Titel steht seit einigen Semestern eine systematische und kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Geschichte, der gegenwärtigen Lage und möglichen zukünftigen Entwicklungen des österreichischen Wissenschaftsbetriebes. In Vorträgen und Diskussionen werden - unter Bezugnahme auf aktuelle politische Auseinandersetzungen - universitäre und außeruniversitäre Forschung sowie Universitätspolitik im internationalen Vergleich behandelt.

Sektionschef i. R. Dr. Norbert Rozsenich (Wien):
Die universitäre Forschung im Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdbestimmung

Univ. Doz. Dr. Johann Dvorak (Wien):
Staatliche Verwaltung und Universitätsreform in England und in Österreich - eine historische Skizze

Dr. Karl H. Müller, M. A. (Wien):
Österreichs semiperiphere Wissenschaftslandschaft - Das Beispiel Kognitionswissenschaften

Univ. Prof. Dr. Marianne Springer-Kremser (Wien):
Gender Mainstreaming als Credo der Politik - Aber die Wissenschaft muss männlich bleiben

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Wiener Wissenschaftstage: "Stadt. Leben. Zukunft"

In diesem Kontext fanden am IWK folgende Veranstaltungen (nähere Informationen dazu sind in den Schwerpunkten "Interkulturalität", "Frauen- und Geschlechterforschung" und "Kulturwissenschaften" zu finden) statt:

Vorträge und Diskussionen:

Univ. Prof. Dr. Franz M. Wimmer (Wien):
Menschenrechtsentwicklungen in der Stadt der Zukunft. Thesen - Überlegungen - Fragen

Dr. Yvonne P. Doderer (Stuttgart):
Perspektiven auf einen feministischen Stadt- und Raumbegriff

Tagung:

Die doppelte Figur des "Lagers" - Überlegungen zur städtischen Raumproduktion

Publikationen:

Im Rahmen der Tätigkeit der Seminarreihe "Studien zur Arbeiter/innenbewegung" wurde im Herbstsemester 2002 der Schwerpunkt "Arbeit und Raumordnung" behandelt. Die Vorträge wurden in der Zeitschrift mitbestimmung. zeitschrift für demokratisierung der Arbeitswelt publiziert ( 2 - 5/2003). Hierin wird die Raumordnung als gesellschaftliche Aufgabe (Heft 2/2003), die Stadtplanung (Heft 3/2003), Verkehr und Energie (Heft 4/2003) sowie die gebaute Umwelt (Heft 5/2003) behandelt. Dabei wurde näher auf die Rolle der Öffentlichen Hand als Standortproduzentin und Trägerin der Infrastrukturinvestitionen eingegangen, um aufzuzeigen, welchen widersprüchlichen Anforderungen sie bei ihren Aufgaben ausgesetzt ist. Der Stadt Wien wurde dabei besonderes Augenmerk geschenkt, vor allem in den Bereichen Verkehr und Energie sowie gebaute Umwelt.
 
 

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REFERENTEN UND REFERENTINNEN / KOORDINATOREN UND KOORDINATORINNEN


Arlt, Herbert: freischaffender Literaturwissenschaftler, wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer der Jura Soyfer-Gesellschaft, Wien

Atzmüller, Roland: Studium der Politikwissenschaften, Dissertant am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Forschungsaufenthalt am Center for Research on Innovation and Competition der Manchester University; seit 2002 für FORBA (Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt) tätig.

Babka, Anna: Studium der Komparatistik, Germanistik und Romanistik; externe Lektorin an den Universitäten Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck. Forschungsschwerpunkte: Gender- und Queer Studies, Cyberfeminism; Dekonstruktion und Rhetorik; Theorie und Methodologie der Literatur- und Kulturwissenschaften; Theorie der Autobiografie

Balke, Friedrich: Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs "Medien und kulturelle Kommunikation" an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkte: Politische Philosophie, französische Gegenwartsphilosophie, Gesellschafts- und Kulturtheorie, Wissenschaftsgeschichte

Bandhauer-Schöffmann, Irene: Historikerin; Lehrbeauftragte an der Universität Klagenfurt und der Wirtschaftsuniversität Wien; 2000-2002 Projektleiterin für die Historikerkommission der österreichischen Bundesregierung, 2002-2003 Leiterin der Koordinationsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Klagenfurt. Forschungsschwerpunkte: Historische Frauen- und Geschlechterforschung

Baumgartner, Peter: Studium der Soziologie; Habilitation zu "Der Hintergrund des Wissens. Vorarbeiten zu einer Kritik der programmierbaren Vernunft"; Professor am Institut für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck

Birbaumer, Ulf: Theaterwissenschaftler, Professor am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Wien, Mitgründer des Fo-Theaters in den Arbeiterbezirken Wiens

Birkner, Martin: Industriekaufmann, Studium der Philosophie und politischen Theorie an der Universität Wien; arbeitet derzeit am Instituto Orientale in Neapel an einer Diplomarbeit über marxistische Philosophie in Italien; Mitarbeiter in der Redaktion "grundrisse"

Blumesberger, Susanne: Kommunikationswissenschaftlerin, Projektmitarbeiterin von "biografiA. Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen": derzeit Bearbeitung des Moduls "Jüdische Frauen in Österreich und ihr Beitrag zu Wissenschaft, Kunst und Kultur"

Bock, Susanne: Sprachwissenschaftlerin (Schwerpunkt: angewandte Sprachwissenschaft), Exilantin (1938 bis 1946: Italien, Frankreich, Großbritannien); Publikationen u. a.: Mit dem Koffer in der Hand. Leben in den Wirren der Zeit 1920-1946 (1999); Heimgekehrt und fremd geblieben (in Druck)

Bolbecher, Siglinde: Historikerin und Exilforscherin. Ausstellungen und Publikationen zur Exilkultur, Mitherausgeberin der Zeitschrift "Zwischenwelt" (Wien)

Bratengeyer, Erwin: Studium der Philosophie an der Universität Wien und der Elektrotechnik an der Technischen Universität Wien. 1981-1988 Assistent am Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Wien. Kursleiter und Dozent an der Donau-Universität Krems, seit 2003 Leiter des TIM-Lab

Bruckschwaiger, Karl: Studium der Philosophie und Geschichte an der Universität Wien. Tätigkeit als Übersetzer für den Bereich Philosophie und Psychoanalyse aus dem Englischen sowie im Verlagswesen und ab 1996 im Museum der Sigmund Freud Gesellschaft, Wien; Aktivitäten im performativen Bereich von Theater, Tanz, Film/Video und Musik, insbesondere zur Frage der Darstellbarkeit und Undarstellbarkeit und ihren sozialen und politischen Aspekten

Brunner, Karl: Professor am Institut für österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien

Budin, Gerhard: Lehr- und Forschungstätigkeit am Institut für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung, am Institut für Übersetzen und Dolmetschen der Universität Wien sowie an der Universität Paris VII und an der Donau-Universität Krems. Beteiligung am Projekt "Media Nova Naturae" im österreichischen Förderprogramm Neue Medien in der Lehre an Universitäten und Fachhochschulen, am EU-Projekt "Logos Gaias" und an EU-Projekten in den Bereichen Kultur-, Wissens- und Übersetzungstechnologien

Cescutti, Eva: Romanistin, Mitarbeiterin am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK), Wien

Deutsch-Schreiner, Evelyn: Theaterwissenschaftlerin, Professorin am Institut für Schauspiel der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz

Doderer, Yvonne P.: Architektin und Stadtforscherin, arbeitet im wissenschaftlichen, künstlerischen und kulturellen Bereich zu den Schwerpunkten Raumtheorie, Stadtforschung, Gender, Queer und Cultural Studies. Vorträge und Lehrtätigkeiten an diversen Kunsthochschulen und Universitäten, Konzeption des internationalen Fraueninternetprojekts "womenspacework" (http://www.wspacework.net)

Dvorak, Johann: Politikwissenschaftler und Historiker, wissenschaftlicher Beamter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien

Eberherr, Helga: Studium der Soziologie, Gender Studies / feministische Wissenschaften und Politikwissenschaft in Wien und Paris. Forschungsschwerpunkte: Gender Studies, Kultur- und Mediensoziologie, Bildungs- und Hochschulforschung. Junior Fellow am IHS, Wien

Eder, Gabriele: Musikwissenschaftlerin; Assistentin am Institut für Musikpädagogik der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien

Edlinger, Karl: Biologe und Entwicklungswissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums, Wien

Exenberger, Herbert: ehemaliger Elektromechaniker und Betriebsratsvorsitzender, Bibliothekar, Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien

Franck, Georg: Studium der Philosophie, Architektur und Volkswirtschaftslehre in München; Ordinarius für EDV-gestützte Methoden in Architektur und Raumplanung an der Technischen Universität Wien; zahlreiche Veröffentlichungen zum Ausgleich von Ökonomie und Ökologie, zur Rolle der digitalen Medien in Architektur und Raumplanung, zur Ökonomie der Aufmerksamkeit und zur Philosophie der Zeit

Gastgeber, Christian: Studium der Klassischen Philologie (Latein, Griechisch), Mittel- und Neulatein sowie Byzantinistik, wissenschaftliche Mitarbeit an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Bereich der Kirchenväterkommission mit Schwerpunkt "Augustinus" und in der Byzantinischen Kommission im Bereich der griechischen Paläographie und Diplomatik; Veröffentlichungen zu Literatur, Byzantinistik, Papyrologie; Redakteur mehrerer Zeitschriften

Genetti, Eva: Studium der Politikwissenschaften und Frauenforschung in Wien; Dissertationsvorhaben über die Transformation von Staatlichkeit am Beispiel aktueller Umstrukturierungen im tertiären Bereich

Giesecke, Michael: Professor für Vergleichende Literaturwissenschaften mit den Schwerpunkten Kultur- und Medientheorie, Mediengeschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt

Grossmann, Wilfried: Professor für Statistik am Institut für Statistik und Decision Support Systems. Publikationen: Theoretische Statistik, Angewandte Statistik, Operations Research, Statistische Datenbanken. Derzeitige Arbeitsschwerpunkte: Statistische Metadaten, Data Mining

Gruber, Natascha: Studium der Philosophie, Geschichte, Volkswirtschaft und Soziologie; freie wissenschaftliche Mitarbeiterin am IBW - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (Projektmitarbeit und Studien im Bereich der Arbeits- und Ausbildungsforschung, Berufsinformation). Forschungsschwerpunkte: Erkenntnistheorie, Ethik, Sozialphilosophie

Gruber, Primavera: Kulturmanagerin, Exilmusikforscherin; Gründung und Leitung von Orpheus Trust, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Forschungsprojekt "Verfolgte Musik"

Habr, Paul: Magistratsbeamter, Personalvertreter

Hammerschmied, Gerhard: Studium der Romanistik, Theologie und Philosophie; Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt. Forschungsschwerpunkte: Französische Gegenwartsphilosophie, Phänomenologie und Psychoanalyse, Philosophie und Entwicklungspolitik

Harrasser, Karin: Studium deutscher Philologie und Geschichte; Forschungsschwerpunkte: Medientheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, Popular Culture (Science Fiction), Gender Studies; Projektkoordination im bm:bwk

Hartmann, Frank: Dozent für Medien- und Kommunikationstheorie am Institut für Publizistik der Universität Wien; freier Autor und gewerblicher Medienberater

Hirsch, Joachim: Professor am Institut für Gesellschafts- und Politikanalyse an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Schwerpunkte u. a.: Theorie kapitalistischer Gesellschaften, Staatstheorie, Struktur und Politik neuer sozialer Bewegungen

Hofer, Manuela: Studium der Theater-, Film-, und Medienwissenschaft, Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik; Forschungsschwerpunkte: Queer Studies, Ironie, Ethik. Tätig im Bereich Bildungsforschung und Berufsinformation

Holuba, Stefanie: Studium der Erziehungswissenschaften an der Technischen Universität Berlin, davor tätig als Erzieherin und Lehrerin; derzeit Doktoratsstipendiatin für "Politik und Geschichte des Lachens"; Veröffentlichungen im sozialwisssenschaftlichen und politischen Bereich

Hopf, Gudrun: Sozialhistorikerin; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF), Abteilung Kultur- und Wissenschaftsanalyse, Arbeitsbereich Historische Anthropologie. Aktuelles Forschungsprojekt: "Normen in der Praxis - Praktiken der Norm: Norm und Lebenswelt aus historisch-anthropologischer Sicht"

Hug, Theo: Professor am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck; Arbeitsgebiete: Methodologie der qualitativen Sozialforschung, Wissenschaftsforschung, Hochschuldidaktik, Gruppenpädagogik sowie Medienpädagogik und Kommunikationskultur

Ihde, Don: Professor für Philosophie (Stony Brook/New York), derzeitige Interessen- und Forschungsschwerpunkte: Bildtechniken, feministische Kritik an Wissenschaft und Technik, Multikulturalität und Wahrnehmung, soziale und politische Dimensionen von Wissenschaft sowie Körpertheorien

Ingrisch, Doris: Historikerin, Lehrbeauftragte am Institut für Geschichte der Universität Wien, Forschungsprojekt im Rahmen eines Charlotte Bühler Habilitationsstipendiums "Der diskontinuierliche Status des Seins - Aspekte zur vertriebenen (und verbliebenen) österreichischen Kultur anhand von Lebensentwürfen und -kompositionen intellektueller Frauen und Männer"

IWK-Forschungsgruppe "Sozial- und Kulturwissenschaften": Entlang von erkenntnistheoretischen und wissenschaftsgeschichtlichen Fragestellungen werden im Rahmen dieser Gruppe verschiedene Wissensphänomene untersucht; seit einigen Semestern steht das Problem der Visualisierung in wissenschaftlichen und technischen Bereichen sowie die damit verbundenen unterschiedlichen Theoriebildungen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ausführliche Informationen siehe: . Die Forschungsgruppe setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Univ. Ass. Mag. Dr. Markus Arnold, Mag. Dr. Günter Hefler, Mag. Dr. Harald Katzmair, Mag. Marianne Kubaczek, Mag. Wolfgang Neurath, Univ. Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher, Mag. Dr. Eva Waniek

Joó, Maria: Universitätsdozentin am Institut für Philosophie der Eötvös Lorand Universität (ELTE) in Budapest; Studium der klassischen Philologie und Philosophie in Budapest und Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Literaturwissenschaft, Hermeneutik und Phänomenologie, feministische Philosophie, Ethik und Anthropologie

Jormakka, Kari: Professor für Architekturtheorie an der Technischen Universität Wien; demnächst erscheint: Geschichte der Architekturtheorie

Kadi, Ulrike: Philosophin, Ärztin, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien; Forschungsschwerpunkte: Psychoanalyse, Phänomenologie, Sprachtheorien

Kaiser, Konstantin: Vorsitzender der österreichischen Gesellschaft für Exilforschung, Autor des Projekts "Österreichische Literatur im Exil seit 1933" (http://www.literaturepochen.at/exil)

Kalny, Eva: Ethnologin, externe Lektorin. Forschungsschwerpunkte: indigene Kulturen, Lateinamerika, Südasien, Multikulturalität, Menschenrechte/Frauenrechte

Kamleithner, Christa: Studium der Architektur und Philosophie in Wien, Autorin und Redakteurin bei derive - Zeitschrift für Stadtforschung, Vorstandsmitglied der ÖGFA (Österreichische Gesellschaft für Architektur)

Kaschl, Helga: Historikerin, Generalsekretärin des IWK, Redakteurin der "Mitteilungen des Instituts für Wissenschaft und Kunst"

Kassung, Christian: Studium der Physik, Germanistik, Philosophie und Pädagogik; Assistent am Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Robert Musil; Literatur der Klassischen Moderne; Literatur- und Kulturtheorie diskursanalytisch; Wissenschaftsgeschichte der Physik; Medientheorie und -praxis. Publikationen im Bereich von Epistemologie und Kulturalität der Naturwissenschaften

Katscher, Friedrich: Physiker und Mathematiker, ehemaliger Wissenschaftsredakteur der Arbeiter-Zeitung und der Wiener Zeitung

Keller, Fritz: Geschichtsarbeiter und Herausgeber der kritischen Werkausgabe Paul Lafargues sowie Lebensmittelpolizist und Mitglied des Bundesvorstandes der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten

Kertesz, Gerald: Philosophie-, Psychologie- und Politikwissenschafter

Kilic, Ilse: Autorin, Filmemacherin und Comixzeichnerin. Bewohnt und betreibt mit Fritz Widhalm seit 1986 das "fröhliche wohnzimmer" (www. dfw.at)

Kock, Sabine: Studium der Literaturwissenschaft, Germanistik, Medienwissenschaft und Philosophie in Kiel und Tübingen. Mitarbeiterin am Projektzentrum Genderforschung der Universität Wien, Arbeit an einer Dissertation über "Theoretische (Un-)Möglichkeiten im Diskurs des Gedenkens"; Forschungsschwerpunkte: Ästhetik; Erkenntnistheorie, Auswirkungen von Gentechnik und Reproduktionsmedizin, Gender Studies

Korotin, Ilse: Philosophin, Mitarbeiterin am IWK und Leiterin der IWK-Dokumentationsstelle Frauenforschung, Forschungsschwerpunkte: Frauenbiografieforschung, Philosophie und Nationalsozialismus

Kraus, Edith: Pianistin und Klavierpädagogin; lebt in Jerusalem

Kromp-Kolb, Helga: Meteorologin, Professorin an der Universität für Bodenkultur, Mitglied verschiedener Beratungsgremien des Bundes, Wien

Kunkel, Matthias: Studium der Politikwissenschaft an der Universität zu Köln; Journalist und Nachrichtenredakteur; seit 1997 an der Universität zu Köln u. a. Projektmanager VIRTUS, dabei maßgeblich an der Entwicklung von ILIAS beteiligt

Lachnit, Peter: Historiker, Mitarbeiter des ORF

Langmann, Peter: derzeit interimistischer Leiter des Instituts für Informationsverarbeitung in den Geisteswissenschaften der Universität Graz

Lehner, Peter Ulrich: geschäftsführender Redakteur der "mitbestimmung. zeitschrift für demokratisierung der arbeitswelt"

Lutter, Christina: Historikerin und Kulturwissenschaftlerin, Lehraufträge und Gastprofessuren an österreichischen und deutschen Universitäten, Herausgeberin der Reihe Cultural Studies und Autorin des gleichnamigen Einführungsbandes (mit Markus Reisenleitner); Koordinatorin der Forschungsschwerpunkte Cultural Studies und Gender Studies im bm:bwk

Macher, Didi: studierte am Max Reinhardt-Seminar, Schauspielerin und Theatermacherin, ehemalige Gewerkschaftsfunktionärin, Wien

Mang, Brigitte: freischaffende Landschaftsarchitektin, Wien

Marinelli, Lydia: Historikerin mit Schwerpunkt auf Wissenschafts- und Mediengeschichte, derzeit wissenschaftliche Leiterin des Sigmund Freud-Museums; Lektorin am Institut für Geschichte der Universität Wien

Mayerhofer, Elisabeth: freiberufliche Wissenschaftlerin; Schwerpunkte: Gender Studies, Kunst- und Kulturwissenschaften, empirische Kulturarbeitsmarktforschung; Gründungsmitglied der Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien (FOKUS)

Meyer, Conny Hannes: Gründer des Theaterensembles Die Komödianten, Regisseur, Leiter des Studios für Theaterarbeit, Wien

Mikosch, Hans: Chemiker, Assistenzprofessor, Mitglied des Senats der Technischen Universität Wien, Stellvertretender Vorsitzender der Bundeskonferenz des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals der österreichischen Universitäten, Wien

Mikura, Elisabeth: ehemalige Kostümmalerin an der Wiener Staatsoper; Nachlassverwalterin von Vera Ferra-Mikura

Moeschl, Peter: Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien; Vorstand der 2. Chir. Abteilung, Krankenanstalt Rudolfstiftung. Neben zahlreichen Veröffentlichungen im medizinischen Bereich, kunst- und kulturtheoretische Publikationen, insbesondere im Rahmen der Neuen Wiener Gruppe (Lacan Schule).

Müller, Karl H.: Studium der Philosophie und Geschichte in Graz und Pittsburgh / USA; Leiter der Abteilung Politikwissenschaft und Soziologie am Institut für Höhere Studien Wien (IHS)

Müller, Reinhard: Historiker, Archiv für Geschichte der Soziologie in Österreich (http://www.kfunigraz.ac.at/sozwww/agsoe), Universität Graz

Nekolny, Carina: Studium der Philosophie, Germanistik und Geschichte in Graz und Wien; Post Graduate am IFF, Pilotprojekt "Historische Anthropologie"; Erwachsenenbildnerin

Neuwirth, Barbara: freiberufliche Schriftstellerin und Lektorin für Wissenschaftstexte, Studium der Geschichte, Politikwissenschaften und Ethnologie; Verlegerin im Wiener Frauenverlag, Gastprofessuren in Ohio und in New Mexico

Palank, Franz: Leiter des Zentrums für Fernstudien der Universität Linz (http://www.esc.ac.at), Lehraufträge an der Universität Linz und an der FH in Hagenberg, Lehrtätigkeit im Bereich Didaktik, Medienentwicklung und Fernstudien in Betrieben und anderen Institutionen des In- und Auslandes, Projektleitung in Fernstudienprojekten, Mitglied des Executive Comitees der European Association of Distance Teaching Universities

Pauschenwein, Jutta: Physikerin (Theoretische Physik), Lehrerin (Mathematik, Physik); seit Juni 2003 Leiterin des Zentrums für multimediales Lernen (FH JOANNEUM); Arbeitsschwerpunkte: eDidaktik und virtuelle Kooperationen, Learning in Communities, Unterstützung von Netzwerken, Unterstützung der Lehre durch neueste technische Entwicklungen, Evaluation

Pellert, Wilhelm: Theaterwissenschaftler, Schriftsteller, Wien

Pfersmann, Vera: Studium der Medizin in Wien, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie; freiberufliche Gutachtertätigkeit als allgemein beeidete und zertifizierte Sachverständige; institutionelle Erfahrung in der klinischen Psychiatrie, im Drogenbereich und in der forensischen Psychiatrie; derzeit Oberärztin an der Psychiatrischen Aufnahmestation im SMZ-Ost und in freier Praxis tätig

Pircher, Wolfgang: Assistenzprofessor am Institut für Philosophie der Universität Wien. Studium der Philosophie und Absolvent des TGM (Technologisches Gewerbe Museum, Höhere Abteilung für Nachrichtentechnik und angewandte Elektronik); Forschungsschwerpunkte: Philosophie der Ökonomie, Technik und Politik

Pleger, Georg: Studium der Mathematik und Pädagogik, Schwerpunkt Medienpädagogik; vier Jahre technische Leitung einer digitalen Bibliothek, dann Projektleiter am Medienzentrum des Landes Tirol (Aufbau eines Online-Lehrganges), seit Ende 2001 selbstständig als Bildungstechnologe tätig, Mitglied der CEN/ISSS Arbeitsgruppe Lerntechnologien. Arbeitsschwerpunkt: Verknüpfung bildungstechnologischer Standards mit Open Source

Pober, Maria: Germanistin, DaF-Trainerin und Erwachsenenbildnerin; Gründerin der Vereins "WörterINNENspiegel - Verein zur Erweiterung der deutschen Sprache". Forschungsschwerpunkte: feministische Literaturwissenschaft bzw. Literaturtheorie und feministische Linguistik (Semantik, Lexikologie, Normfragen des Deutschen)

Prinz, Paulina: Studium der Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Germanistik in Wien; Diplomarbeit zum Thema "Weltethos und Weltreligionen"; arbeitet als Erzieherin

Prokop, Sabine: freie feministische Medienwissenschaftlerin und Künstlerin, externe Lehrbeauftragte in verschiedenen Disziplinen an diversen österreichischen Universitäten. Forschungsschwerpunkte: Textproduktion und LeserInnenkonstruktion in TV und Neuen Medien, Vergnügen in der Textproduktion. Beiratsmitglied der IG Externe LektorInnen und freie WissenschaftlerInnen sowie Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Verbands feministischer Wissenschaftlerinnen

Prokop, Ursula: Historikerin und Kunsthistorikerin; Forschungsscherpunkt: österreichische Kunst- und Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts; u. a. Mitarbeiterin am Forschungsprojekt der Akademie der Wissenschaften "Österreichische Architektur des 20. Jahrhunderts"

Puchinger, Kurt: Raumplaner, Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung, Geschäftsführer der "Regional Consulting", Wien

Rauch, Helmut: Physiker, Vorstand des Atominstituts der österreichischen Universitäten, Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien

Recheis, Käthe: Schriftstellerin, Kinderbuchautorin und Übersetzerin; leitete 1956 bis 1961 das österreichische Büro der Internationalen Katholischen Wanderungskommission in Genf, half mit der Herausgabe der "Indianerbibliothek" die indianische Kultur zu bewahren, übersetzte indianische Texte und gründete einen Hilfsfonds

Reichert, Ramon: Studium der Philosophie, Literatur- und Kulturwissenschaft in Wien, Berlin und London. Gastprofessor am Institut für Bildende Kunst und Kulturwissenschaften, Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Linz; aktuelle Lehraufträge: Kulturwissenschaftliches Seminar, Humboldt Universität, Berlin; Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich; Universität Wien; Universität Salzburg

Reitter, Karl: Lektor am Institut für Philosophie der Universität Wien; Autor zahlreicher Artikel zu sozialphilosophischen und sozialpolitischen Themen; arbeitet derzeit zum Thema "garantiertes Grundeinkommen" und ist Redakteur der Zeitschrift "grundrisse"

Roessler, Peter: Theaterwissenschaftler, Professor für Dramaturgie am Institut für Schauspiel und Schauspielregie (Max Reinhardt-Seminar) Wien

Rother, Ralf: arbeitet in Wien als Philosoph und im Ausstellungsbereich. Forschungsschwerpunkte: Philosophie, Psychoanalyse, Politik

Rozsenich, Norbert: ehemaliger Leiter der Abt. "Innovation und Technologie" des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie

Ruppert, Harald: Techniker, ehemaliger Betriebsrat, Mitbegründer des Amateurtheaters Club Hamlet, Wien

Schmeiser, Leonhard: Philosoph; freischaffender Wissenschaftler; Forschungsschwerpunkte u. a.: Medien- und Kulturwissenschaften

Schmidt, Burghart: Professor für Philosophie, Lehrtätigkeit u. a. an den Universitäten Klagenfurt, Graz, Hannover, an der Universität für bildende Künste bzw. für angewandte Kunst in Wien sowie an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main; Forschungsschwerpunkte: Erkenntnistheorie, Sozialphilosophie, Kunst- und Sprachtheorie

Schober, Anna: studierte Geschichte, Kunstgeschichte und politische Theorie in Wien, Frankfurt am Main und Colchester (UK). Lehrbeauftragte an verschiedenen Wiener Universitäten; Forschungsschwerpunkte: Visuelle Kultur, Pop-Kultur und Geschichte des öffentlichen Raums

Schroeder, Renee: Professorin für Molekularbiologie und Genetik der Universität Wien, Wittgenstein-Preis 2003

Schürmann, Boris: Studium der Politikwissenschaft und Philosophie an der Universität zu Köln; Leiter der Softwareentwicklung im ILIAS-Projekt

Schwendter, Rolf: Sozialwissenschaftler, Professor für Devianzforschung, Wien / Kassel

Seibert, Ernst: Germanist, Lektor an der Universität Wien, Projektarbeiten in Zusammenarbeit mit dem "Internationalen Institut für Jugendliteratur und Leseforschung", zuletzt Projektleiter im DFG-Projekt "Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur" an der Univ. zu Köln, Vorsitzender der "Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung"

Simon, Bernd: wissenschaftlicher Mitarbeiter am New Media Lab der Abteilung für Wirtschaftsinformatik an der Wirtschaftsuniversität Wien; Koordinator bei der Entwicklung der Universal Brokerage Plattform, einer Technologie für die Implementierung von Wissensmärkten; technischer Projektleiter des EU-Forschungsprojekts Elena und Mitglied der E-Learning-Strategiegruppe an der Wirtschaftsuniversität Wien. Publikationen zu Themen wie: die Gestaltung von Wissensmärkten, Effektivität von Lernumgebungen sowie zur methodologischen Entwicklung von web-basierten Informationssystemen

Springer, Alfred: Facharzt für Psychiatrie und Neurologie; Psychotherapeut. Habilitiert für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalytiker, Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Suchtforschung seit 1976. Interessens- und Forschungsschwerpunkte: Suchtforschung, Jugend- und Populärkultur; Geschlechtliche Identität und ihre Problembereiche; (Ideen-) Geschichte der Psychoanalyse und der Psychiatrie; Sozial- und Ideengeschichte der drogenbezogenen Probleme; psychoanalytische Kultur- und Kunsttheorie; psychische Struktur und Kreativität. Zahlreiche Publikationen, darunter zuletzt die Bücher: Pathologie der geschlechtlichen Identität; Kokain-Mythos und Wirklichkeit; Drug abuse and AIDS

Stadler, Friedrich: Historiker, wissenschaftlicher Leiter des Instituts Wiener Kreis, Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

Steinfellner, Marion: Studium der Germanistik und Philosophie in Wien. Zahlreiche Aufenthalte in Mexiko und Arbeit über Fremdbegegnung im mexikanischen Exil. Tätigkeit als freie Schriftstellerin und im Lehrgang "Deutsch als Fremdsprache"

Stichweh, Rudolf: Studium der Soziologie und Philosophie an der FU Berlin und der Universität Bielefeld. Professor für soziologische Theorie und allgemeine Soziologie an der Universität Luzern. Arbeitsschwerpunkte: Theorie der Weltgesellschaft; Soziologie des Fremden; Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftssoziologie; Inklusion und Exklusion; Systemtheorie; Theorie soziokultureller Evolution

Stigler, Hubert: Assistenzprofessor am Institut für Informationsverarbeitung in den Geisteswissenschaften der Universtät Graz

Stoller, Silvia: Philosophin, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien; Habilitationsstipendium an der Universität Nimwegen (Holland), Forschungsschwerpunkte: Phänomenologie und feministische Philosophie

Szanya, Anton: Geschichtswissenschaftler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Volkshochschularchivs, Wien

Thaler, Mathias: Studium der Philosophie und Politikwissenschaft in Wien und Paris; Diplomarbeit: "Antworten auf den Kulturrelativismus. Eine philosophische Untersuchung aktueller Debatten zur Universalität der Menschenrechte"

Tschoegl, Gert: Historiker, Mitarbeiter der Burgenländischen Forschungsgemeinschaft, Projekt: Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen (http://www.forschungsgesellschaft.at/vertrieben.htm)

Uhl, Ottokar: Architekt, emeritierter Universitätsprofessor, Wien

Uhlich, Klaus: gelernter Industriekaufmann, Schauspieler, Regisseur, Mitbegründer des Jura Soyfer-Theaters, ehemaliger Betriebsrat, Wien

Unterthurner, Gerhard: Philosoph; Forschungsschwerpunkte: Phänomenologie und französische Gegenwartsphilosophie

Vater, Stefan: Studium der Soziologie in Linz und Berlin, Studium der Philosophie in Salzburg und Wien. Lektor für Bildungssoziologie an der Universität Linz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen.

Waniek, Eva: Philosophin; Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien sowie der Universität Graz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IWK; Forschungsschwerpunkte: Sprachphilosophie, Psychoanalyse, Gendertheorie

Weber, Beat: Ökonom, Mitarbeiter der Zeitschriften "Kurswechsel" und "Malmoe"

Werdeker, Gerhard: studierte am Max Reinhardt-Seminar, Regisseur, Gründer des Theater Spielraum, Wien

Wimmer, Franz M.: Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien; Forschungsschwerpunkt: Interkulturell orientierte Philosophie

Zakravsky, Katherina: Studium der Philosophie an der Universität Wien, Lehrbeauftragte an der Hochschule für visuelle und industrielle Gestaltung, Linz, sowie am Institut für Philosophie der Universität Wien; Übersetzerin aus dem Englischen; Forschungsschwerpunkte: politische Philosophie, Psychoanalyse, Kulturtheorie und Ästhetik, insb. Literatur, Film und Tanz. Daneben Entertainment im performativen Bereich

Zwiauer, Charlotte: Sozialwissenschaftlerin, Mitarbeiterin der Lehrentwicklung an der Universität Wien; Projekte im Rahmen der IWK-Dokumentations- und Forschungsstelle "Österreichische Wissenschaftsemigration" z. B. Entwicklung des Wissensportals Science Exile; weiterer Arbeitsschwerpunkt: Frauenforschung
 
 
 
 
 
 
 

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Letzte Bearbeitung: 10. Februar 2004

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