BILDENDE KUNST UND POLITIK: ASPEKTE EINER PROBLEMATIK
Konzept und Koordination:
Dr. Tasos Zembylas
Ziel der zweitägigen Veranstaltung war es, die umfangreiche Beziehung von Bildender Kunst und Politik zu beleuchten, um in einer gegenwarts- und problemorientierten Weise sowohl verschiedene Aspekte dieser Beziehung diskutieren als auch die Grundlagen für konstruktive Lösungsvorschläge der anstehenden Probleme erarbeiten zu können. Dabei wurden vor allem zwei Themenbereiche analysiert:
1. Kunst und Rechtsnormen.
Umfang und Konkretisierung der Kunstfreiheit
Einige Fragestellungen zu diesem Bereich lauteten: Wie wird heute die Garantie für Kunstfreiheit unterwandert? Welche formalen Lücken hat das Rechtssystem, und wie wirken sich diese auf die Rechtsprechung aus? Wie kann sich die liberale Öffentlichkeit rüsten, um repressive kulturpolitische Eingriffe erfolgreich abzuwehren?
2. Kulturpolitik als Sozialpolitik.
Geschlechterverhältnisse im Kunstbetrieb
Die Geschlechterrepräsentation im österreichischen Kunstbetrieb spiegelt die übliche Geschlechterasymmetrie in der gegenwärtigen Gesellschaft wider. Während die Anzahl der weiblichen und männlichen HochschulabsolventInnen künstlerischer Studienrichtungen nahezu gleich ist, beträgt der Anteil von Künstlerinnen an der Gesamtzahl hauptberuflich gemeldeter KünstlerInnen nur etwa achtundzwanzig Prozent. Betrachten wir weiters die Geschlechterrepräsentation in musealen Institutionen, so läßt sich hier eine Zuspitzung der Asymmetrie feststellen. Ausgehend von einer Analyse des Ist-Zustandes und der Unterschiede im Berufsverlauf zwischen Künstlerinnen und Künstlern, wurden mögliche Wege zur Verbesserung der sozialen und ökonomischen Lage weiblicher Kunstschaffender diskutiert. Dabei wurde auch der Frage nachgegangen, was der Staat tun kann, um die Gleichheit zwischen den Geschlechtern im Kunstbereich durchzusetzen.
Das Symposium war nicht nur durch die hohe Qualität der Referate, sondern auch durch die Präsenz eines gut informierten Publikums gekennzeichnet, wodurch eine ausführliche und weiterführende Diskussion verschiedener Probleme und Dispute möglich wurde.
REFERENT/INN/EN UND THEMEN:
Einleitung von Dr. Tasos Zembylas in den Themenbereich "Kunst und Rechtsnormen. Umfang und Konkretisierung der Kunstfreiheit"
Univ. Prof. Dr. Gerhard Luf (Wien):
Kunstfreiheit. Aufgabe oder Überforderung des Rechts?
Dr. Norbert Campagna (Serrouville):
Der liberale Staat und die Kunst
Dr. Tasos Zembylas (Wien):
Recht und Kunst - Zwischen Förderung und Zensur
Mag. Elisabeth Holzleithner (Wien):
Reaktionen des Rechts an den "Grenzen" der Kunst
Einleitung von Dr. Tasos Zembylas in den Themenbereich "Kulturpolitik als Sozialpolitik. Geschlechterverhältnisse im Kunstbetrieb"
Dr. Michael Wimmer (Wien):
Die Kunst und ihre Vermittlung im demokratischen Rechtsstaat
Mag. Barbara Baier (Wien):
Wege von jungen Künstlerinnen zur professionellen
Kunstausübung (der wegen Erkrankung abgesagte Vortrag wurde
schriftlich vorgelegt)
Mag. Doris Guth (Wien):
Im Labyrinth sexueller Kunstpolitik
Dr. Neda Bei (Wien):
Geschlechterasymmetrie im Bereich der Bildenden Kunst
Dr. Edith Almhofer und Dr. Tasos Zembylas (Wien):
Präsentation zweier empirischer Studien über die Berufssituation von Künstlerinnen in Österreich
Eine Publikation der Symposiumsbeiträge in Form eines Sammelbandes ist in Planung.
KUNSTUNIVERSITÄT. ZUR BILDUNGSPOLITISCHEN ALLIANZ DER UNIVERSITÄTEN MIT DEN KUNSTHOCHSCHULEN
Konzept und Koordination:
Mag. Marianne Kubaczek / Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher / Mag. Dr. Eva Waniek-Arnold
Im Rahmen der letzten Bildungsreform wurden in Österreich die Kunsthochschulen dem Modell der Universität angeglichen. Was die damit verbundenen Veränderungen für die ehemaligen Kunsthochschulen, für ihre Lehrenden, Studenten und Studentinnen, aber auch für die Universität selbst bedeuten, wurde bei diesem Symposium thematisiert und diskutiert.
Ziel der Veranstaltung war es, die weitreichende bildungspolitische Relevanz dieser Neustrukturierung sichtbar zu machen, aber auch die in der Praxis anfallenden Probleme oder neuen Möglichkeiten für den Bereich Ausbildung (Kompetenz) und Lehre darzustellen: Die Erweiterung des universitären Feldes um die künstlerische Ausbildung gab unterschiedlichen VertreterInnen der Kunstuniversitäten die Gelegenheit, ihren spezifischen Beitrag zum höheren Bildungswesen zu formulieren. Das eröffnete auch die Frage nach den besonderen Wissensformen, die sich mit dem Konzept der "Erschließung der Künste" sowie deren Vermittlung verbinden, wobei insbesondere das traditionelle Meisterklassensystem problematisiert wurde.
Erörtert wurde in diesem Kontext aber auch, was diese Angliederung vice versa für die herkömmlichen Universitäten heißt: dementsprechend wurde der Frage nachgegangen, ob sich die derzeitige Entwicklung als eine Inflation der Universitäten interpretieren läßt, ob hinter der Reform mehr als nur der Wille zur Einsparung steht beziehungsweise ob mit den neuen Kunstuniversitäten nicht auch der Status des universitären Wissens neu definiert werden muß.
REFERENT/INNEN UND THEMEN:
Mag. Dr. Eva Waniek-Arnold / Mag. Marianne Kubaczek: Eröffnung
Univ. Prof. Dr. Herbert Lachmayer (Linz):
Gibt es eine Ausbildung zur Kunst? Vom Nutzen und Nachteil der Wissenschaften für die Kunst und umgekehrt
Dr. Peter Seitz (Wien):
Die Reform als Chance zum Wandel für Universität und Ministerium
Dr. Tasos Zembylas (Wien):
Künstlerische Hochschulausbildung - "Berufsvorbildungî und/oder "Praxisbezugî
Mag. Christine Perle (Wien):
Neues Recht, neue Chancen, neue Herausforderungen
Mag. Dr. Gabriele Jutz (Wien):
Ausbildung zur Einbildung. Zur Lage der filmwissenschaftlichen Lehre in Österreich
Mag. Dr. Ursula Brandstätter (Wien):
Ästhetisches Denken. Die Allianz von Kunst und Wissenschaft als
Impuls für eine Neuorientierung universitärer Bildung
Bernhard Kernegger / Michaela Nestler (Wien):
Perspektiven zur Neugestaltung unserer Universität
Studierende der Freien Klasse der Universität für angewandte Kunst (Wien):
Rosa Container - Institution oder Alternative?
Univ. Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow (Wien):
Von der Topik der Findung zur Topik der Erfindung - Grund und Wahrheit
des Booms der Kunst im Kanon des Wißbaren und Wissenswerten
Dr. Robert Pfaller (Linz):
Die Wiedervereinigung von Wissenschaft und Künsten unter der Hegemonie der Wissenschaften
Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher (Wien):
Inflation der Universität? Das Verhältnis des theoretischen zum technischen und künstlerischen Wissen
Moderation:
Mag. Marianne Kubaczek / Mag. Dr. Eva Waniek-Arnold
Die Vorträge des dreitägigen Symposions werden in den IWK-Mitteilungen publiziert.
SYMBOL - STRUKTUR - KULTUR. ZUR THEORETISCHEN GRUNDLEGUNG DER SOZIAL- UND KULTURWISSENSCHAFTEN NACH ERNST CASSIRER, CLAUDE LÉVI-STRAUSS UND PIERRE BOURDIEU
Konzept und Koordination:
Ass. Prof. Dr. Elisabeth Nemeth / Mag. Günter Hefler /
Dr. Harald Katzmair
Die Begriffe des "Symbols", der "Struktur" und der "Kultur (bzw. kulturellen Form)" zählen zu den Schlüsselbegriffen der zeitgenössischen Sozial- und Kulturwissenschaft und spielen auch - insbesondere im Falle des Kulturbegriffs - eine wesentliche Rolle in aktuellen politischen Diskursen.
Die Vielfältigkeit der ideengeschichtlichen Kontexte, aus denen diese Begriffe stammen, erschwert jedoch ihren kontrollierten theoretischen Einsatz. Aus unterschiedlichen Gründen war längere Zeit der Versuch, zu einer theoretischen Grundlegung dieser Schlüsselbegriffe zu gelangen, in den Hintergrund getreten: Im Fall Ernst Cassirers (beziehungsweise der Marburger Schule) wurde das Projekt der erkenntniskritischen Grundlegung des Kulturbegriffs gewaltsam durch den Nationalsozialismus unterbrochen. Das Interesse am Werk von Claude LÈvi-Strauss sowie an bestimmten Aspekten des Werkes von Pierre Bourdieu verlor sich im deutschen Sprachraum in den 80er Jahren unter dem Einfluß einer wenig geglückten Rezeption "(post-)strukturalistischer" Theorieansätze.
Um dem entgegenzuwirken, regte der Workshop zu einer Renaissance dieser durch die Namen Cassirer, LÈvi-Strauss und Bourdieu markierten theoretischen Traditionen an und rückte dabei vor allem die gezielte Grundlagenarbeit an den genannten Schlüsselbegriffen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Mittels dieser Aufarbeitung sollte ein produktiverer und kontrollierterer Einsatz dieser Begriffe in unterschiedlichen Forschungskontexten ermöglicht werden. Gleichermaßen sollte damit die Basis für eine fruchtbare interdisziplinäre Kommunikation innerhalb der Sozial- und Kulturwissenschaften gefestigt werden.
Die inhaltliche und organisatorische Konzeption des zweitägigen Workshops erfolgte in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Forschungsgruppe "Projekt Sozio-logik" am Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien und Mitgliedern des Instituts für Philosophie an der Universität Wien.
REFERENTEN UND THEMEN:
Mag. Dr. Harald Katzmair (Wien):
Symbolische Formen, Codestrukturen und soziale Felder - Zum
Verhältnis von Erkenntnistheorie und empirischer
Sozialwissenschaft bei Cassirer, LÈvi-Strauss und Bourdieu
(Einleitung)
Dr. John Michael Krois (Berlin):
Zur Darstellung von symbolischen und sozialen Strukturen
Mag. Günter Hefler (Wien):
Recht als symbolische Form? Zur Problematik einer Soziologie des Rechts
im Anschluß an Pierre Bourdieu, Hans Kelsen und Ernst Cassirer
Dr. Steve Lofts (Heidelberg):
Cassirerës Morphology: The Structure of Meaning and the Meaning of Structure in the Science of Culture
MMag. Dr. Klaus Hamberger (Wien):
Die Bedeutung des Raumproblems für die Sozial- und Kulturwissenschaften
Prof. Dr. Michael Oppitz (Zürich):
Transformation dinglicher Gegenstände
Im Anschluß an die Referate fand unter der Moderation von Harald Katzmair und Hermann Rauchenschwandtner eine gemeinsame Abschlußdiskussion statt.
Die Ergebnisse des Workshops wurden in den IWK-Mitteilungen 2-3/1999 publiziert.
ÜBER DIE GEGENWÄRTIGE BEDEUTUNG DER PHILOSOPHIE VON THEODOR W. ADORNO
Koordination: Dr. Johann Dvorák
Zur 30. Wiederkehr des Todestages von Theodor W. Adorno (11.9.1903 - 6.8.1969) wurde in Referaten und Diskussionen überlegt, was an dem kritischen Instrumentarium der Philosophie Adornos noch Bestand hat und in welcher Weise seine Theorien auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Phänomene anwendbar sind.
Das Symposium wurde gemeinsam mit dem Institut für Philosophie der Universität Wien veranstaltet.
REFERENTEN / REFERENTIN UND THEMEN:
Univ. Prof. Dr. Hauke Brunkhorst (Flensburg):
Zur Aktualität von Theodor W. Adorno
Univ. Prof. Dr. Herbert Hrachovec (Wien):
Solidarität und Subversion
Univ. Ass. Mag. Dr. Sonja Rinofner-Kreidl (Graz):
Totalität und Individualität. Über den Zusammenhang von
Erkenntnismetaphysik und Sozialtheorie im Denken Hegels und Adornos
Dr. Gerald Kertesz (Wien):
Adorno und Heidegger
Dr. Johann Dvorák (Wien):
Theodor W. Adorno, Walter Benjamin und Alfred Sohn-Rethel im Exil - Das
Projekt materialistischer Erkenntnis angesichts der Erfahrungen mit dem
Faschismus
Dr. Reinhard Kager (Wien):
Musik und Erkenntnis
Dr. Claus-Steffen Mahnkopf (Freiburg i. Br.):
Adorno und die musique informelle
Univ. Doz. Dr. Günther Seubold (Bonn):
De-Kom-Positionen. Adornos Wiener Moderne-Begriff
Die Ergebnisse des Symposiums werden in den IWK-Mitteilungen publiziert.
Konzeption und Koordination: Dr. Johann Dvorák
Seit der Gegenreformation im 17. Jahrhundert ist auf dem Territorium der Habsburger Monarchie vor allem eine 'Kultur' der politischen Unterdrückung und der Untertänigkeit ausgeformt worden, die bis heute nachwirkt. Verhindert werden sollte unter dem habsburgischen Regime das Eindringen 'westlicher Einflüsse': Aufklärung und Revolution, Parlamentarismus und Konstitutionen, bürgerlich-liberales Gedankengut und allzu entwickelte kapitalistische Wirtschaftsweise ... .
Allerdings gab es auch Elemente einer untergründigen Tradition der Widerständigkeit, Ansätze demokratischer Denk- und Verhaltensweisen sowie Streben nach radikaler Veränderung der je bestehenden Verhältnisse. Den Spuren und Erinnerungen an solche untergründigen Strömungen wurde bei diesem zweitägigen Symposium anhand von Beispielen der Wiener und der österreichischen Literatur des 19. Jahrhunderts nachgegangen.
REFERENTEN / REFERENTIN UND THEMEN:
Univ. Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler (Wien):
Vorwegnahmen im Untergrund - Die Einübung von Widerständigkeit vom Hanswurst zur Wiener Gruppe
Univ. Prof. Dr. Wolfgang Häusler (Wien):
"Unterdrückte Thaten" - Vom Scheitern revolutionärer Vormärzdichtung am Beispiel von Karl Beck
Univ. Doz. Dr. Wolfgang Beutin (Hamburg):
"Freiheit geb' ich euch, und Gleichheit! Gleich beglückt sollt all
ihr sein!" - Spazier- und Waffengänge eines Wiener Poeten:
Anastasius Grün (1806-1876)
Dr. Johann Dvorák (Wien):
Historisches Bewußtsein und die 'Tradition der Unterdrückten' bei Nikolaus Lenau
Univ. Prof. Dr. Wynfrid Kriegleder (Wien):
Eine "Republik, wie sie seyn soll, nämlich die der estados unidos". Charles Sealsfields "Herrenvolk democracy"
Heidi Beutin (Hamburg):
"Der ich komm' aus dem Hussitenlande". - Tradition, Revolution und
Demokratie in der Gedankenwelt von Moritz Hartmann (1821-1872)
Dr. Eckart Früh (Wien):
Nestroy im Klassenkampf
Die Ergebnisse des Symposiums werden in den IWK-Mitteilungen publiziert.
FRANZ KAIN-KOLLOQUIUM 1999: MOuml;GLICHKEITEN UND GRENZEN DES SCHREIBENS GEGEN DEN FASCHISMUS "EINST" UND "JETZT"
Konzeption und Organisation:
Erich Hackl / Konstantin Kaiser
Bei diesem zweitägigen Kolloquium fand am ersten Abend eine von Ilse M. Aschner koordinierte Lesung des 1947 entstandenen Stücks von Franz Kain: "Um eine Mutter" statt.
Am zweiten Abend widmeten sich zwei Vorträge Franz Kain und seiner Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Danach wurden österreichische Schriftsteller zu Impulsreferaten eingeladen, um über literarische Möglichkeiten, mittels derer man gegen den Faschismus anschreiben kann, nachzudenken. Bei der gemeinsamen - von Siglinde Bolbecher moderierten - Podiumsdiskussion konnte das Phänomen "Faschismus" aus einer historischen, allgemein strukturellen und auch ästhetischen Perspektive reflektiert werden.
Das Kolloquium war eine gemeinsame Veranstaltung mit der Theodor Kramer Gesellschaft und dem Neuen Forum Literatur.
TEILNEHMER/INNEN:
Dr. Konstantin Kaiser (Wien):
Lesung des Stücks von Franz Kain "Um eine Mutter"
Univ. Prof. Dr. Erik Adam (Klagenfurt):
Anmerkungen zu Franz Kains literarischer Auseinandersetzung mit dem Faschismus
Richard Wall (Wien):
Der Weg zum Ödensee - oder: Wem gehör(t)en die Berge. Erste Begegnungen mit Franz Kain in den 1970er Jahren
Impulsreferate und Podiumsdiskussion der AutorInnen: Erich Hackl, Konstantin Kaiser, Anna Mitgutsch, Barbara Neuwirth, Walter Wippersberg
Moderation: Dr. Siglinde Bolbecher
1989-1999: GESELLSCHAFTLICHE UND POLITISCHE TRANSFORMATION IN MITTEL- UND OSTEUROPA
Konzeption und Organisation:
Mag. Heinz M. Pascher
Dieses Symposium setzte sich zum Ziel, einen Überblick über die gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozesse in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn zu geben.
An zwei Halbtagen wurden zunächst die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Vorgeschichten zum Sommer und Herbst 1989 thematisiert: Zehn Jahre nach der "Wende" und sieben Jahre nach der friedlichen Teilung der Tschechoslowakei gelten alle vier Länder in Hinblick auf demokratische und marktwirtschaftliche Reformen als weitgehend konsolidiert. Mit Ausnahme der Slowakei sind die Staaten Polen, Tschechien und Ungarn fixe Beitrittskandidaten bei der nächsten Erweiterungsrunde der Europäischen Union. Trotz der äußerlichen Ähnlichkeiten der Transformationsprozesse in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft und trotz des allen gemeinsamen Ziels einer baldigen EU-Mitgliedschaft unterscheiden sich die Wege und Probleme der gesellschaftlichen und politischen Transformation in den einzelnen Ländern dennoch deutlich.
Zur Bestandsaufnahme der Unterschiede und Gemeinsamkeiten standen deshalb grundsätzlich drei Fragen im Zentrum der Diskussion:
1. Was sind die größten Erfolge der letzen zehn Jahre?
2. Was waren und sind die größten Probleme?
3. Worin bestanden die größten Niederlagen?
Alle vier Länder liegen in der unmittelbaren - bzw. im Falle Polens: weiteren - Nachbarschaft Österreichs. Diese geographische, wie auch - im Kontext der Europäischen Integration - gesellschaftspolitische Nähe erfordert von Österreich ein größeres Maß an Interesse an und eine intensivere Auseinandersetzung mit den Entwicklungen der Länder Mittel- und Osteuropas. Ein weiterer Schwerpunkt des Symposiums bestand deshalb darin, das wechselseitige Bild zwischen den Mittel- und Osteuropastaaten zu thematisieren und auch das Verhältnis Österreichs zu den einzelnen Ländern zu forcieren.
REFERENT/INNEN UND THEMEN:
Dr. Sándor Kurtán (Budapest):
Die ausgehandelte "Refolution" und ihre Folgen
Dr. Andreas Pribersky (Wien):
Zwischen Modernisierung und Tradition: Ungarn und Österreic h
Univ. Prof. Dr. Grazyna Skapska (Krakó):
Umbruch oder Kontinuität? Institutionenbildung in Polen vor und nach 1989
Dr. Christoph Reinprecht (Wien):
Historisch Mythen, nationale Selbstbilder:
Österreich und Polen
Dr. Jana Starek (Brno):
"Versuch in der Wahrheit zu leben?" - Anmerkungen zum Transformationsprozeß in der Tschechischen Republik
Univ. Prof. Dr. Hilde Weiss (Wien):
Der tschechische Weg oder "normale Transformation" in der Tschechischen Republik heute?
Dr. Olga Gyarfasova (Bratislava):
Die Dynamik der öffentlichen Meinung in der Slowakei nach 1989
Dr. Claire Wallace (Wien):
Die Grundmuster des Transformationsprozesses im postkommunistischen Europa
Koordination:
Dr. Johann Dvorák
Die Veranstaltungsreihe setzte sich mit der Geschichte und Aktualität von Wissenschaft, ihrer Organisationsweise, Popularisierung und Demokratisierung auseinander. Darüber hinaus wurde auch die allgemeine Bedeutung der Wissenschaft für eine bewußte Gestaltung des gegenwärtigen Alltagslebens sichtbar gemacht. Die besondere Aufmerksamkeit galt jenen aktuellen Modellen der Wissensvermittlung, die jenseits von elitären, hierarchischen oder traditionell verwalteten Bildungskonzepten die medialen Möglichkeiten moderner Wissensvermittlung zu nutzen wissen, um breitere soziale Gruppen erreichen zu können. Die Vortragsreihe endete vorläufig mit dem Vortrag von:
Dr. Hubert Christian Ehalt (Wien):
Wissensstadt WIEN - Traditionen, Hypotheken, Barrieren, Chancen
Koordination: Univ. Prof. Dr. Franz M. Wimmer
Im Sommersemester lag der Schwerpunkt des Arbeitskreises auf "philosophischen Reflexionen im Zusammenhang mit Interkulturalität. Für die Philosophie insgesamt ist es eine zentrale Frage, welche Denkformen, Menschenbilder und Wertvorstellungen die regional begrenzten Kulturen (einschließlich der europäischen), die zur Bewältigung der gegenwärtigen und künftigen Menschheitsprobleme wichtig sind, hervorgebracht haben. Das Philosophieren interkulturell zu orientieren, ist daher - zumindest für PhilosophInnen - eine Notwendigkeit:
Ursula Baatz beschäftigte sich in ihren Forschungen hauptsächlich mit philosophischen Fragen in bezug auf Religionen, insbesondere auch des Buddhismus; Rafael Angel Herra arbeitete zu Fragen des Selbstverständnisses und der Werteproblematik im Globalisierungsprozeß; Ram Adhar Mall entwickelte das Konzept einer "offenen Hermeneutik" für den Dialog beziehungsweise den Polylog zwischen kulturell differenten Philsophien, worin der jeweilige Blick von Außen eine wichtige Rolle spielt; Benedikt Wallner referierte über typische Erfahrungen als Verteidiger in Gerichtsprozessen mit "Ausländern", um problematische Fälle schildern und analysieren zu können; Franz M. Wimmer befaßte sich vorrangig mit Fragen interkulturell orientierter Philosophie, wobei ein Vortrag die Zeitrechnung im Kulturvergleich behandelte.
An den beiden ersten Abenden im Wintersemester stellte Franz M. Wimmer weiters die frühen Entwicklungen philosophischen Denkens im chinesischen bzw. indischen Altertum vor. Dabei zeigte er nicht nur die jeweiligen Besonderheiten und Unterschiede der Denktraditionen auf, sondern auch die Möglichkeiten, um ein besseres Verstehen heutiger Differenzen zu erreichen. Dilek Cinar und Barbara Herzog-Punzenberger stellten Ergebnisse einer Untersuchung über die Frage dar, "wer wir überhaupt sind": dabei ging es um das Selbst- und Fremdverständnis von Jugendlichen, die in Wien aufgewachsen sind. Elmar Holenstein berichtete über seine Erstellung eines Atlas zur Geschichte des philosophischen Denkens, in dem die landläufige Vorstellung, diese Geschichte habe sich lange Zeit so gut wie ausschließlich in Europa abgespielt, einer kritischen Sichtung unterzogen wird. Im Vortrag stellte er die vorläufigen Ergebnisse dieser Arbeit vor.
REFERENT/INN/EN UND THEMEN:
Univ. Prof. Dr. Rafael A. Herra (San José / Bonn):
Moral und imaginäre Konstruktionen
Univ. Prof. Dr. Ram A. Mall (München):
Eine nichteuropäische Entdeckung Europas
Dr. Benedikt Wallner (Wien):
Institutionelle Rechtsverweigerung für AusländerInnen
Univ. Prof. Dr. Franz M. Wimmer (Wien):
Kalender und Zeiteinteilungen im Kulturvergleich
Dr. Ursula Baatz (Wien):
Buddhismus - Ein säkulares Modell?
Univ. Prof. Dr. Franz M. Wimmer (Wien):
Ursprünge der chinesischen Philosophie
Univ. Prof. Dr. Franz M. Wimmer (Wien):
Ursprünge der indischen Philosophie
Dr. Dilek Cinar / Mag. Barbara Herzog-Punzenberger (Wien):
"Wir haben nur klargestellt, wer wir sind!" Reflexionen über
Identitätsprozesse Jugendlicher unterschiedlicher Herkunft in Wien
Univ. Prof. Dr. Elmar Holenstein (Zürich):
Wie europäisch ist die europäische Kultur? Außereuropäische Kontexte europäischer Philosophie
Koordination: Dr. Silvia Stoller / Mag. Dr. Eva Waniek-Arnold
Wie schon im Vorjahr stand die Seminarreihe auch in diesem Jahr unter dem Schwerpunktthema von Sex/Gender. Weist dieses Gegensatzpaar im anglo-amerikanischen Raum bereits in seiner alltagssprachlichen Bedeutung auf den Unterschied zwischen biologischer und kulturell bedingter Geschlechtlichkeit hin, so erwies sich der Begriff Gender im Sinne dieser Unterscheidung in zunehmendem Maße nützlich für feministische und geschlechtsspezifische Fragestellungen, da er Geschlechtlichkeit fernab essentialistischer Zuschreibungen nunmehr als soziale Kategorie und diskursive Größe zu bezeichnen erlaubte und eine dementsprechende Analyse voranzutreiben half. Seit geraumer Zeit wird dieser Gender-Begriff und die ihn umgebenden theoretischen Debatten auch von Feministinnen im deutschsprachigen Raum kontroversiell diskutiert: wird er von den einen als soziale Kategorie für u. a. historische oder soziologische Analysen genützt und verteidigt, so klagen andere seine nicht unproblematische Abgrenzung vom biologischen sex als ein ebenfalls gesellschaftsbedingtes Geschlechterkonstrukt an, während wiederum andere - gleichsam die Krise dieser Begrifflichkeit diagnostizierend - eine analytische Weiterentwicklung einfordern; gleichzeitig wird andernorts das baldige 'Ableben' des Begriffs angekündigt und das Zeitalter von Post-Gender bereits ausgerufen, wobei von politisch-praktischer Seite von Anfang an der Einzug der Gender-Studies mit argwöhnischem Auge beobachtet wurde, da damit eine institutionalisierte Entradikalisierung feministischer Forschung und Eindämmung frauenspezifischer Förderung im akademischen Bereich befürchtet wurde und wird.
Die Referentinnen, die in verschiedenen kultur- und geisteswissenschaftlichen Bereichen wie jenen der Philosophie, Ethnologie, Anthropologie, Soziologie, Pädagogik, Romanistik, Geschichte oder Literaturwissenschaft forschen, waren eingeladen, diesen Fragestellungen und den damit zusammenhängenden Problemen nachzugehen: Ihre unterschiedlichen Vortragsbeiträge konnten sowohl über den aktuellen Stand der feministischen Forschung informieren als auch Impulse für die Klärung der damit verbundenen Grundlagenprobleme geben.
REFERENTINNEN UND THEMEN:
Mag. Dr. Maria-Christina Lutter (Wien):
Feministische Forschung, Gender Studies und Cultural Studies - eine Annäherung
Ass. Prof. Dr. Linda Fisher (Windsor, Kanada / Budapest):
Sex, Gender and Beyond
Mag. Eva Waniek (Wien):
Sex/Gender - Bedeutungsrelevante Fragestellungen zur Natur- und
Kulturdebatte in der feministischen Theorie (siehe Präsentation
der IWK-Texte 2)
Univ. Prof. Dr. Edith Saurer (Wien):
Feminismus und die Geschichte der Geschlechterbeziehung
Priv. Doz. Dr. Barbara Rendtorff (Frankfurt/M.):
Geschlecht, Differenz und das Phantasma männlicher Überlegenheit
Univ. Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer (Wien):
Freiheit - ein Grundbegriff der feministischen politischen Philosophie?
Univ. Ass. Mag. Claudia Leitner (Wien):
Medea in Amerika. Metamorphosen der Donna Marina ,lenguaí (Übersetzerin) des Cortés
Ass. Prof. Dr. Gertrude Postl (Port Jefferson / USA):
Über den Körper sprechen: Materialität und Diskurs in der gegenwärtigen Gender-Debatte
Univ. Prof. Dr. Herta Nagl-Docekal (Wien):
Wo steht die feministische Ästhetik heute?
MMag. Susanne Moser (Wien):
Die Frau, Opfer der Dialektik? Das Thema Anerkennung im Werk von Simone de Beauvoir
Univ. Ass. Dr. Andrea Griesebner (Wien): Geschlecht als relationale Kategorie. Anmerkungen zur aktuellen Gender-Debatte aus Sicht einer Historikerin der Frühen Neuzeit
Mag. Evelyn Annuß (Berlin): Theoriepolitik und Geschlechterforschung
Die Veröffentlichung von Referaten dieser Seminarreihe ist in dem Sammelband "Verhandlungen des Geschlechts. Zeitgenössische Betrachtungen zur Gender-Forschung" geplant.
Koordination: Dr. Michael Ertl / Mag. Dr. Brigitta Keintzel / Rudolf P. Wagner
In dieser Seminarreihe wurden unterschiedliche Positionen zu Philosophie, Psyche und Psychiatrie vorgestellt. Dabei wurden nicht nur die interdisziplinären Schnittpunkte zum Verhältnis von Psyche und Soma aufgezeigt, sondern auch eine vielschichtige Spurensuche im Kontext gesellschaftlicher und kultureller Rahmenbedingungen anvisiert. Gleichzeitig wurde mit diesem Arbeitskreis ein Forum initiiert, auf dem eigenständige philosophische und psychiatrische Denk- und Praxismodelle vorgestellt werden können. Die kritische Rezeption der Tradition sollte hierbei ebenso Berücksichtigung finden wie neue Ansätze in Theorie und Praxis.
Der Schwerpunkt im Sommersemester umfaßte Fragestellungen aus dem Bereich der Kulturtheorie, zum Verhältnis von Philosophie und Psychiatrie - insbesondere aus der phänomenologischen Perspektive -, sowie zum Umgang mit Traditionen an Hand der Psychoanalyse von Sigmund Freud und Jacques Lacan.
Der Schwerpunkt des Wintersemesters lag in der Präsentation unterschiedlicher Tendenzen, Entwicklungen und Aspekte der klinischen Theorie. Über die Darstellung divergierender Positionen wurde das nicht immer einfache Verhältnis zwischen der Institution Psychiatrie und dem psychotherapeutischen Prozeß thematisiert. In diesem Kontext wurden die geschichtlichen Hintergründe in der Psychotherapieforschung ebenso analysiert wie das Bedeutungsgeflecht zwischen Psychiatrie, Geschichte und Gesellschaft.
REFERENT/INN/EN UND REFERATE:
Dr. Ulrike Kadi (Wien):
Zum Frauenbild in Lacans (Psychosen-) theorie / Dr. Juan-David Nasio
(Paris): Wie arbeitet ein Psychoanalytiker? Vorträge und
Buchpräsentationen (siehe Buchpräsentationen S. 13)
Dr. Michael Dumfahrt (Wien):
"Der Verlust der natürlichen Selbstverständlichkeit" -Phänomenologische und psychiatrische Bezüge
Dr. Gudrun Perko (Wien):
Angst als Schlüsselmoment für neue Ver-rücktheiten?
Über die verräumte Imaginationslust oder die Möglichkeit
von Einbildungen
Univ. Prof. Dr. Karl Toifl (Wien):
Die Selbstorganisation von Gesund und Krank und Folgerungen für den medizinischen Alltag
Prim. Dr. Anton Tölk (Linz):
Psychiatrie und Psychotherapie. Zwei Gegensätze, die eigentlich zusammengehören
Koordination: Dr. Roswitha Muttenthaler / Herbert Posch / Dr. Eva S.-Sturm
Die Seminarreihe Museum im Kopf hat sich zum Ziel gesetzt, die Konstruktion Museum auf ihre Funktion, Tauglichkeit und auch Geschichtlichkeit hin zu befragen. Sie versteht sich als theoretisches Laboratorium für ein Denken, das quer durch und rund um das Museum verläuft und versucht dabei, dessen strukturelle Beschaffenheit immer wieder neu zu analysieren. Hierbei sollen selbstverständliche Praktiken des Zeigens kritisch hinterfragt werden, denn Museen und Ausstellungen gilt es, vor allem auch als Austragungsorte für kulturelle und individuelle Konflikte, für Neigungen und Leidenschaften, die erforscht werden wollen, zu betrachten: In diesem Sinne werden hier Objekte ebenso analysiert wie Rezeptions- und Repräsentationsprozesse reflektiert werden, Geschichte ebenso beleuchtet wie deren Konstruktion oder Medialisierung aufgezeigt werden. Aber auch die auf den ersten Blick nicht zugänglichen gesellschaftlichen oder wahrnehmunsgrelevanten Seiten sollen hier thematisiert werden genauso wie das, was mitunter zu offensichtlich an das Licht tritt, als daß es beachtet werden würde.
Der ersten Abend in diesem Jahr war dem neu eröffneten Bundesmuseum gewidmet, das vor Ort - samt einem Rundgang - auf seine Neukonzeption hin befragt wurde. Der Schwerpunkt des Sommersemesters war dem Anliegen gewidmet, den Blick auf Museen, Ausstellungen und auf daraus entwickelte experimentelle Praktiken und Kooperationen zu werfen, wobei insbesondere konkrete Praktiken zur Diskussion standen.
Im Wintersemester stand das Museum als Idee und Institution im Zentrum der Aufmerksamkeit, wobei befragt werden sollte, wie Museen und museumsähnliche Unternehmungen konstruiert werden, was sie an Einsichten über deren Hersteller/innen und Nutzer/innen freigeben, was sie auslösen können und wie sie sich benutzen lassen.
REFERENT/INN/EN UND REFERATE:
Dr. Ilsebill Barta-Fliedl / Mag. Herbert Posch (Wien):
Vom Depot zum Museum: Die Neugestaltung einer Schausammlung
(Einleitungsvortrag und Rundgang mit anschließender Diskussion
durch das Kaiserliche Hofmobiliendepot)
Mag. Lydia Marinelli (Wien):
"Meine ... alten und dreckigen Götter". Aus Sigmund Freuds
Sammlung (Gespräch und Führung durch die Ausstellung, Ort:
Sigmund Freud-Museum. 1090 Wien, Berggasse 19)
Zoya Kozur (New York):
Museums, Artists and Schools
Martin Breindl / Andrea Sodomka (Wien):
Wände haben Ohren. Oral History als künstlerisches Projekt
Dr. Gert Dressel (Wien):
Nationalsozialismus und Lebensgeschichten Her-ausstellen als Möglichkeit biographischer Erinnerungsarbeit
Dr. Eva S.-Sturm (Wien):
Give A Voice. Neue partizipatorische künstlerisch-edukative Projekte aus Amerika
Hanna Schimek (Wien):
Aufsicht - Hüter der Kunst (Salon Verlag, Köln 1999) (siehe Buchpräsentation S. 14)
Heiderose Hildebrand / Sara Smidt (Linz / Wien):
-Erzählweisen-. Beispielhafte Bildungsarbeit an europäischen Kunsteinrichtungen
Jerri Allyn (New York):
Is the personal still political in the millennium? Innovative, "New Genreî art projects bei women artists in USA
Die Referate werden in dem Sammelband "Seiteneingänge. Museumsidee & Ausstellungsweisen" veröffentlicht
Koordination: Dr. Johann Dvorák
Im Zentrum der Veranstaltung stand auch in diesem Jahr die Moderne und ihre untrennbares Verbundensein mit der Durchsetzung und Entfaltung der kapitalistischen Produktionsweise, mit der Entstehung der großen Industrie und der großen Städte sowie der massenhaften Lebensweise. Dementsprechend unternahmen die Vortragsbeiträge den Versuch, die Moderne von ihrer historischen Entwicklung her stückweise zu rekonstruieren, die um sie gebildeten Mythen zu analysieren und ihre aktuelle Bedeutung aufzuzeigen. Anhand der modernen Kunst und der sie begleitenden Kunsttheorie gelang es, sowohl die Bedingungen der bestehenden kapitalistischen Gesellschaft zu erkennen als auch die in ihr aufbewahrten und weiter entwickelten Hoffnungen und Erwartungen der aufbrechenden Neuzeit und damit die Anfänge des Kapitalismus darzustellen.
REFERENT/INN/EN UND REFERATE:
Prof. Hugo Pepper (Wien):
Kurt Tucholsky - Schreiben für den Tag und die Entwicklung der kleinen Form
Dr. Gerald Kertesz (Wien):
Der Essay als literarische Form in der Moderne (am Beispiel von Georg Simmel und Theodor W. Adorno)
Dr. Eckart Früh (Wien):
Die 'Arbeiterzeitung' als Quelle der 'Letzten Tage der Menschheit'
Dr. Johann Dvorák (Wien):
Karl Kraus, die 'Fackel' und das Weltgericht. Zum 100. Jahrestag des Erscheinens der ersten Nummer der 'Fackel'
Gerald Krieghofer (Wien):
Die Opfer der Satire in der 'Fackel'
Mag. Dr. Ursula Prokop (Wien):
Franz Ferdinand und das Neo-Barock. Die Institutionalisierung eines
österreichischen Nationalstils und deren politische Bedeutung
Gerald Krieghofer (Wien):
Karl Kraus und die Operette
Dr. Johann Dvorák (Wien):
Karl Kraus im Spiegel der Schriften von Walter Benjamin und Theodor W. Adorno
Dr. Eckart Früh (Wien):
Aus der Geschichte der "Vereinigung Karl Kraus"
Mag. Dr. Ursula Prokop (Wien):
Karl Kraus und Adolf Loos
Koordination: Dr. Ilse Korotin / René Korotin / Dr. Martin Luksan
Die Seminarreihe beschäftigte sich zentral mit der Konstruktion von Rasse und ihren verhängnisvollen Auswirkungen auf die Anthropologie der Jahrhundertwende bis hin zum Nationalsozialismus. Trotz der unheilvollen Rolle der "Rassenklassifikation des Menschen" wurde erst im Jahre 1996 der "Rassensaal" des Naturhistorischen Museums in Wien endgültig gesperrt, weil darin die sogenannten Menschenrassen noch immer hierarchisch präsentiert wurden.
Von ihren Anfängen an diente die Konstruktion von "Rasse" der Legitimation von Sklaverei, Kolonisierung und politischer Diskriminierung. Im 19. Jahrhundert wuchs gerade in der deutschsprachigen Anthropologie das Interesse an Sozialdarwinismus und "Rassenhygiene". Die rassenkundlichen und erbbiologischen Forschungen der anthropologischen Disziplinen erwiesen sich als brisantes politisches Instrument. Die "gelungene" Verquickung von (angewandter) Wissenschaft und Politik lieferte Marksteine zum Ausbau der auf Aussonderung und Ermordung ausgerichteten NS-Rassenideologie.
Die Vortragenden waren eingeladen, diesen Themenkomplex in seinen vielschichtigen Verknüpfungen darzustellen, wobei teilweise auch Videos und Diamaterial gezeigt wurden.
REFERENT/INNEN UND REFERATE:
Univ. Doz. Dr. Maria Teschler-Nicola (Wien):
Die Rassenkunde des Naturhistorischen Museums in Wien
Dr. Klaus Hödl (Graz):
Der Irrweg der Rassenanthropologie "des Juden"
Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer (Wien):
Medizin ohne Menschlichkeit
Dr. Martin Luksan (Wien):
Die Rassenforschung des SS-Ahnenerbes
Koordination: Dr. Ilse Korotin / Mag. Dr. Barbara Serloth
Ziel des Arbeitskreises war es, die Frage nach den ideengeschichtlichen und gesellschaftspolitischen Voraussetzungen des Nationalsozialismus mit jener nach den hier aufzufindenden Vorstellungen von Geschlecht und Geschlechterverhältnis zu verknüpfen. Dabei wurden neue Analysekriterien der Frauenforschung über den Nationalsozialismus berücksichtigt, die darauf hinweisen, wie scheinbar "traditionelle" Organisationsprinzipien des "Geschlechterverhältnisses" eine ausgrenzende Wirkungsweise entfalten können, wenn sie im Kontext einer totalitären, rassistischen Volksgemeinschaftsideologie stehen. Den Abschluß der Seminarreihe bildeten die Vorträge von:
Dr. Eva-Maria Ziege (Berlin):
Zur Geschlechtergeschichte antisemitischer Diskurse in Deutschland 1918-1936
Mag. Maria Steiner (Wien):
"Heimkehr" (1941) - Strategien eines nationalsozialistischen Films
Die Vorträge werden 2000 in Form eines Sammelbandes publiziert
Koordination: Dr. Ilse Korotin / Mag. Dr. Barbara Serloth
Der Arbeitskreis widmete sich der Bewertung und Gewichtung von Arbeit, die nicht nur vom Grad der damit verbundenen Qualifikation abhängt, sondern in einem wesentlich entscheidenderen Ausmaß auch von der gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz der spezifischen Tätigkeit. Welche Tätigkeit als Arbeit anerkannt wird, wie sie bewertet und welche Bedeutung ihr zugemessen wird, hängt von soziopolitischen Rahmenbedingungen und realen Machtfaktoren ab.
Die Vorträge im Arbeitskreis sollten sich deshalb mit den Rahmenbedingungen, die für die Bewertung von Arbeit und Tätigkeit entscheidend sind, auseinandersetzen, um zu klären, ob - und wenn ja, warum - es zu einer Kontinuität der Bewertung, der Über-, Unter- oder Nichtschätzung gekommen ist. Um hier eine breite Diskussion erreichen zu können, wurden sowohl historische Perspektiven als auch gegenwartsbezogene Migrations- und Minderheitenfragen berücksichtigt ebenso wie eine frauenspezifische Problematik und Fragen der Mechanismen des Sozialstaates an sich.
REFERENTINNEN UND REFERATE:
Univ. Prof. Dr. Gudrun Biffl (Wien):
Der Arbeitsmarkt der Zukunft - Eine Herausforderung für das Wohlfahrtssystem
Dr. Josef Schmee / Univ. Prof. Dr. Erwin Weissel (Wien):
"Die Armut des Habens. Wider den feigen Rückzug vor dem Neoliberalismus" (siehe Buchpräsentation)
Univ. Prof. Dr. Emmerich Talos (Wien):
Armut im Sozialstaat
Mag. Dr. Gerhard Benetka (Wien):
Die Anfänge der psychologischen Armutsforschung in Österreich
Dr. Eva Cyba (Wien):
Armut trotz Arbeit. Zur Geschlechterungleichheit in der Arbeitswelt
Koordination: Paul Habr / Peter Ulrich Lehner (Redaktion der Zeitschrift "mitbestimmung")
Bei dem Arbeitskreis werden Themen, die mit den Anliegen, Entwicklungen und Zielsetzungen der Arbeiter/innenbewegung im engeren und weiteren Sinne verbunden sind, behandelt und zur Diskussion gestellt. Dabei werden insbesondere aktuelle Problemstellungen aus dem gesellschaftlichen oder politischen Bereich thematisiert und aus einer sowohl praxisorientierten als auch theoretischen Perspektive analysiert.
Der erste Abend in diesem Jahr war noch dem letztjährigen Themenschwerpunkt "Arbeit und Demokratie" gewidmet.
Mit dem neuen Schwerpunkt im Sommersemester wurde "Die Welt des Kapitals" thematisiert, wobei vor allem folgenden Fragen nachgegangen wurde: Wie entstand das Kapital? Was bewirkte den Wandel vom Agrar- zum Industrie- und von diesem zum Finanzkapital? Wodurch unterscheidet sich das Finanzkapital von seinen geschichtlichen Vorgängern? Welche Geld- beziehungsweise Währungsmengen werden täglich von wo wohin bewegt? Wieso wird das eine Mal von einer Zinserhöhung, das andere Mal von einer Zinssenkung die Lösung wirtschaftlicher Probleme erwartet? Wer sind die sogenannten Akteure auf den Finanzmärkten? Welchen Einfluß hat das Finanzkapital auf Kunst und Kultur?
Schwerpunkthema des Wintersemesters war "Das andere Bürgertum", das bei der Entstehung der Arbeiter/innenbewegung und ihrer Organisationen eine wesentliche Rolle spielte, insofern es die Arbeitenden bei der Entwicklung ihrer eigenen Vorstellungen unterstützte, ohne ihnen ein bürgerliches Ideal aufzudrängen. Folgende Fragen sollten hierbei zentral behandelt werden: Aus welchen Schichten des Bürgertums entstammte das andere Bürgertum? Wie kam es zur Hinwendung zur Arbeiter/innenbewegung? Worin bestand seine Mitwirkung bei der Befreiung des Proletariats?
ReferentInnen und Themen:
Univ.Prof.Dr. Otmar Höll / Abg.z.NR Dr. Helga Konrad (Wien):
Einleitungen zu "Überstaatlichkeit und Parlamentarismus"
Dr. Christoph Parnreiter / Univ.Prof.Dr. Erwin Weissel (Wien):
Einleitungen zu "Wie das Kapital entstand"
Univ. Doz. Dr. Dieter Proske / Dr. Martin Schürz (Wien):
Einleitungen zu "Strukturen des Kapitals"
Mag. Wolfgang Edelmüller / Mag. Thomas Goldmann / Mag. Gerhard Jersabek (Wien):
Einleitungen zu "Kapitalanleger"
Mag. Eva Blimlinger / Univ. Doz. Dr. Robert Schediwy (Wien):
Einleitungen zu "Kapital und Kultur"
Dr. Johann Dvorák / Prof. Dr. Ernst Glaser / Dr. Gerald Kertesz (Wien):
Einleitungen zu "Das andere Bürgertum"
Vizebürgermeister a. D. Hubert Pfoch / Peter Ulrich Lehner / Dr. Robert Streibel (Wien):
Einleitungen zu "Förderung von Arbeiter/innenkindern"
Mag. Renate Flich / Dr. Doris Ingrisch (Wien): Einleitungen zu "Vorbotinnen der Frauenbefreiung"
Die Vorträge dieser Seminarreihe werden seit Beginn (Oktober 1986) laufend in der mitbestimmung. zeitschrift für demokratisierung der arbeitswelt veröffentlicht. Die Zeitschrift liegt in der Bibliothek des Instituts für Wissenschaft und Kunst auf.
Die Bezugnahme auf eine "Philosophie der Gefühle" erfolgt in dem vorliegenden Sammelband auf zweifache Weise: In Zusammenhang mit geschichtlichen und realen Lebenskontexten und über eine Annäherung an mögliche Strukturierungsprinzipien im Realen. Eine "Philosophie der Gefühle" wird dabei nicht losgelöst von einer "Philosophie des Realen" betrachtet. Ihre vielfältigen Facetten, mythologischen Untiefen und ihre Sedimentierung in Raum, Zeit, Geschichte und Gesellschaft werden über unterschiedliche philosophische Positionen allerdings nicht sui generis und a priori definiert, sondern es wird eine dem entgegengesetzte Vorgangsweise vorgeschlagen, die davon ausgeht, daß diese Positionen als nachträgliche Resultate zu begreifen sind, die in Konfrontation mit sozialen Kontexten als Phänomen der Vielgestaltigkeit weiter ausdifferenziert werden können.
Zu dem Band, dessen Beiträge zum Teil aus IWK-Vorträgen hervorgegangen sind, sprachen und diskutierten:
Dr. Ingvild Birkhan (Wien),
Dr. Marc Ries (Wien)
Univ. Prof. Dr. Helmuth Vetter (Wien)
(=IWK-TEXT NR. 2, Institut für Wissenschaft und Kunst,
Wien 1999)
Rückblickend auf unterschiedliche Entwicklungen in der feministischen Theorie, sind in dieser Publikation bedeutungsrelevante Fragestellungen ausgearbeitet, mit deren Hilfe insbesondere jene Problemstellungen geklärt werden sollen, die die Kultur- und Naturdebatte über die Geschlechter betreffen. Denn die unterschiedlichen Aufgaben und Bedeutungen der Geschlechter wurden traditionell wie zum Beispiel in der Philosophie (bei Hegel etwa) an eine Natur/Kultur-Dichotomie gebunden, nach der den Frauen mit der Befähigung zur Reproduktion auch die Erfüllung familiärer Pflichten auferlegt wurde, wohingegen den Männern die Befähigung zur Regelung öffentlicher Belange und politischer Aufgaben zugespochen wurde.
Die Frage, wie man mit diesen für unsere Kultur paradigmatischen Bedeutungszuweisungen, die ihrerseits die soziale Geschlechterordnung maßgeblich beeinflußten, umgehen soll, führt einerseits zur Reflexion dessen, was man unter "Bedeutung" begrifflich verstehen kann. Andererseits soll darüber hinaus die im angloamerikanischen Raum übliche Sex/Gender-Unterscheidung im Sinne einer Trennung von biologisch generierter und kulturell determinierter Geschlechtlichkeit problematisiert werden.
Die Präsentation erfolgte im Rahmen der Vortragsreihe "Feministische Theorie und Frauenforschung" durch einen Vortrag der Autorin mit anschließender Diskussion unter der Leitung von Dr. Silvia Stoller.
Klaus Horn, der von 1934 bis 1985 lebte, zählt zu den wichtigsten Vertretern eines interdisziplinären Diskurses von Soziologie und Psychoanalyse. Mit seiner gemeinsam mit Alfred Lorenzer entwickelten Konzeption einer "Kritischen Theorie des Subjekts" trug er wesentlich dazu bei, einerseits die Potentiale der Psychoanalyse für sozialwissenschaftliche Fragestellungen zu erschließen und andererseits die Psychoanalyse für sozialwissenschaftliche Fragestellungen zu konzipieren. Sein Werk umfaßt damit sowohl theoretisch-systematische Beiträge als auch eine Fülle aus dieser Perspektive beleuchteter konkreter politisch-psychologischer Themen (von der Hochschuldidaktik über Gesundheitsverhalten und Friedensforschung bis zur Aktionsforschung und struktureller Gewalt - um nur einige wenige zu nennen).
Die Arbeiten dieses inzwischen zum "Klassiker" einer psychoanalytischen Sozialpsychologie avancierten Autors waren jedoch bisher kaum zugänglich. Sein Mitarbeiter am Sigmund Freud-Institut, Dr. Hans-Joachim Busch, hat seine weit verstreuten Texte gesammelt und sorgfältig ediert. Die zunächst vom Nexus-Verlag begonnene, nach dessen Verkauf vom Psychosozial-Verlag fortgesetzte Edition der Schriften von Klaus Horn ist mit dem Erscheinen des fünften Bandes nunmehr abgeschlossen. Dies wurde zum Anlaß genommen, um dieses Projekt der interessierten Öffentlichkeit darzustellen.
Nach einleitenden Worten von Prof. Dr. Johann Schülein (Wien) und der Präsentation der Ausgabe durch den Herausgeber Dr. Hans-Joachim Busch (Frankfurt) nutzte Prof. Dr. Helmut Kramer (Wien) die Gelegenheit, um an den kreativen Wissenschaftler und bemerkenswerten Menschen Klaus Horn zu erinnern.
Das Auge, die Paranoia und die Frau sind bei Jacques Lacan in besonderer Weise verknüpft. Alle drei Themenbereiche spielen gemäß seiner viel später entworfenen Lehre von den drei Registern eine besondere Rolle im Imaginären. Gemeinsam werden sie von einer Minderbewertung getroffen, deren Hintergrund in diesem Band reflektiert wird. Das Frauenbild in Lacans Psychosentheorie wird in dieser Studie nicht zuletzt auch unter die Lupe genommen, weil es sein späteres Verhältnis zum Weiblichen deutlich beeinflußt hat.
Anläßlich der Publikation ihres Buches hielt die Autorin den Vortrag "Zum Frauenbild in Lacans Psychosentheorie"
Aus dem Französischen übersetzt von Angela Mauritz, Robert Pfaller, Liebgard Pramhas und August Ruhs.
(Turia & Kant, Wien 1999)
Dem praktizierenden Psychoanalytiker bietet diese Studie eine prägnante und sorgfältig herausgearbeitete Darstellung der Querverbindungen zwischen den Grundtheoremen Freuds und ihrer Weiterentwicklung durch Jacques Lacan. Dem Interessierten liefert sie eine verständliche Einführung in die wesentlichen Konzepte der strukturalen Psychoanalyse und eine spannende Eröffnung des psychoanalytischen Denkens in seiner aktuellen Entwicklung. Die Grundzüge der psychoanalytischen Theorie werden an den sieben Konzepten: Kastration, Phallus, Narzißmus, Sublimierung, Identifizierung, Über-Ich und Verwerfung entworfen.
Im Anschluß zur Präsentation seines Buches hielt der Autor den Vortrag "Comment travaille un psychanalyste?"
Die Moderation und Leitung der Diskussionen zu den Vorträgen von Dr. Ulrike Kadi und Dr. Juan-David Nasio erfolgte durch Dr. August Ruhs.
Der Abend wurde gemeinsam mit der Sigmund Freud-Gesellschaft und dem Institut Françle;ais de Vienne veranstaltet und fand im Französischen Kulturinstitut statt.
Das spezifische Profil der Wiener Psychiatrie wird in diesem Buch über rechtliche, medizinhistorische, psychiatrische, psychoanalytische, psychologische, psychotherapeutische und soziologische Debatten erforscht. Erörtert werden u. a. die wissenschaftshistorischen Einflüsse bei der Etablierung der Wiener Psychiatrie als eigene medizinische Fachdisziplin, die Verflechtungen zwischen Medizin und NS-Verbrechen, aber auch die historischen Wurzeln für die Integration von psychotherapeutischen Sichtweisen und Verfahren in der Psychiatrie sowie der Wandel der rechtlichen Rahmenbedingungen für Psychiatriepatienten.
Im Anschluß an die Buchpräsentation referierten Univ. Prof. Dr. Heinz Katschnig und Univ. Prof. Dr. Marianne Springer-Kremser. Die Veranstaltung fand im Vortragssaal des "Narrenturms" statt.
Die Wiener Künstlerin Hanna Schimek realisierte in vierzehn europäischen und amerikanischen Museen moderner und zeitgenössischer Kunst ein Fotoprojekt, das jene Menschen in den Mittelpunkt rückt, die unauffällig und doch ständig präsent, unbeobachtet und doch ständig beobachtend, scheinbar untätig, doch ständig wachsam in der Wahrnehmung der Museumsbesucher normalerweise eine Nebenrolle spielen - die Hüter der Kunst, das Aufsichtspersonal. Diesen Menschen, die mehr Zeit mit der Kunst unserer Tage verbringen als die meisten anderen Menschen, ist das Buch gewidmet, das aus dem Fotoprojekt entstanden ist.
Die Präsentation des Buches erfolgte durch einen Vortrag der Künstlerin mit anschließender Publikumsdiskussion.
Neoliberalismus isoliert den Menschen in seinem gesellschaftlichen Dasein, um ihn zu einer totalen Mobilisierung all seiner Kräfte und Fähigkeiten zu zwingen, weil er anders im Krieg aller gegen alle nicht bestehen kann. Seine Beziehung zu anderen Menschen wird auf den Tauschakt reduziert, kollektives Vorgehen tunlichst unterdrückt. Wirtschafts- und SozialwissenschaftlerInnen wie Brigitte Unger, Reinhard Pirker, Johann Hagen, Josef Schmee, Sepp Wall-Strasser, Gudrun Biffl, Karl Wörister, Erwin Weissel und Neda Bei setzen sich sowohl kritisch mit den Konsequenzen des ökonomisch die Welt beherrschenden Neoliberalismus als auch mit alternativen Entwicklungsmöglichkeiten auseinander.
Die Präsentation des Buches erfolgte durch die Herausgeber Dr. Josef Schmee und Univ. Prof. Dr. Erwin Weissel (Wien), daran anschließend fand eine Diskussion mit den AutorInnen statt.
(Campus Verlag, Frankfurt am Main 1999)
Der größte Streik in der Geschichte Großbritanniens war die erste Massenmobilisierung gegen den Monetarismus Thatcherschen Zuschnitts; er belebte vergessen geglaubte Widerstandsformen der Arbeiterbewegung und stellte in neuer Weise die Frage nach den zentralen gewerkschaftlichen Aufgaben: Solidarität, innergewerkschaftliche Demokratie, die Rolle der Frauen im Arbeitskampf, die Rolle des Staates, der Exekutive und der Medien. Die Erfahrungen des Streiks wurden zwar schnell aus dem politischen Bewußtsein gedrängt, doch die ungelösten Fragen der industriellen Beziehungen stellen einen heute wiederum aktuellen Angelpunkt politischer Standortbestimmung dar. Die Präsentation erfolgte durch Univ. Prof. Dr. Gero Fischer mit anschließender Publikumsdiskussion.
"Täterprofile" und "offender profiling" sind seit einigen Jahren neue Schlagwörter im Bereich der modernen Verbrechensbekämpfung. Gerade jedoch die teilweise oberflächliche mediale Auseinandersetzung hat diesen Themenbereich oftmals in ein verzerrtes Bild gerückt. In seinem Vortrag mit anschließender Diskussion zeigte der Referent die Möglichkeiten und Grenzen der kriminalpsychologischen Verbrechensanalyse anhand einiger Fallbeispiele auf, um den Begriff des "Täterprofils" objektiv bestimmen zu können: Psychologische Einzelfallanalysen können das Verbrechen in der Regel zwar nicht lösen, sie können jedoch ein zusätzliches Hilfsmittel hierfür sein.
Die Emigration von hunderten Psychoanalytikern in den 30er Jahren prägte die Geschichte der Psychoanalyse nachhaltig. Ihren Auswirkungen wurde anhand zweier Themenstellungen nachgegangen: Die erste beschreibt den Einfluß der Wiener Emigranten auf die Entwicklung und Ausbreitung der Psychoanalyse in den USA: In den Bereichen psychoanalytische Ausbildung, Theorieentwicklung und Psychiatrie hat die Amerikanisierung der Psychoanalyse einerseits zu großen Erfolgen, andererseits zu problematischen Veränderungen geführt. Im zweiten Teil wurden die traumatischen Erfahrungen, denen so viele und so bedeutende Psychoanalytiker unterworfen waren, in Erinnerung gerufen. Neben gesteigerter Kreativität und Produktivität haben die Verlusterfahrungen auch zu stagnierenden und rigiden Entwicklungen beigetragen.
PUBLIKATIONEN VON IWK-VERANSTALTUNGEN
Toleranz - Minderheiten - Dialog
Franz M. Wimmer: Toleranz - Eine überholte Forderung?
Eine Einleitung
Ernst Wangermann: Toleranz und Minderheitenrechte in Österreich seit der Reformation
Michael Lackner / Liu Yi-Shan: Toleranz in Taiwan - Eine schwere Geburt
Walther Lichem: Leben in Anderheit. Aspekte des kanadischen Multikulturalismus
Ram A. Mall: Toleranz aus interreligiöser Perspektive
Toleranz - Minderheiten - Dialog. Teil II
Franz M. Wimmer: Brauchen wir Dialoge? Eine Einleitung
Ermanno Bencivenga: Jenseits von Toleranz
John Bendix: Die unbequeme Fixierung: Amerikanischer schwarz-weiß Dialog
Theo Hug: Dialogische Pädagogik im Zeitalter der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
Samuel Scolnicov: Ist eine Erziehung zum Pluralismus unvereinbar mit realer Nichtübereinstimmung?
Symbol - Struktur - Kultur
Zur erkenntnistheoretischen Grundlegung der Sozial- und Kulturwissenschaften nach Ernst Cassirer, Claude Lévi-Strauss und Pierre Bourdieu
Harald Katzmair / Günter Hefler: Einleitung
Harald Katzmair: Soziologie und Sozio-Logik symbolischer Formen. Die erkenntnistheoretischen Modelle von Ernst Cassirer, Claude Lévi-Strauss und Pierre Bourdieu
John Michael Krois: Zur Darstellung von symbolischen und sozialen Strukturen
Klaus Hamberger: Die Bedeutung des Raumproblems für die Sozial- und Kulturwissenschaften. Der Raum als Erkenntnisbedingung
Steve G. Lofts: Cassirers Morphologie: Strukturbedeutung und Bedeutungsstruktur in den Kulturwissenschaften
Michael Oppitz: Materielle Kultur und Transformationsbegriff. Zur Morphologie der Schamanentrommel
Brigitta Keintzel: Gründe der Seele - Die Wiener Psychiatrie im 20. Jahrhundert (Vorwort)
Eberhard Gabriel: Zur Beziehung zwischen Psychiatrie und Psychotherapie in Wien im 20. Jahrhundert - Eine psychiatriegeschichtliche Einführung zu ihrer Entwicklung um die Jahrhundertwende
Helmut Gröger: Zur Entwicklung der Psychiatrie in der Wiener Medizinischen Schule
Ulrike Hoffmann-Richter: Die Wiener akademische Psychiatrie und die Geburt der Psychoanalyse
Elisabeth Brainin: Über Kriegsneurosen
Alfred Springer: Die Verwirklichung der "geeinten neuen deutschen Seelenheilkunde" im Nationalsozialistischen Österreich - Ideengeschichtliche Aspekte
Wolfgang Neugebauer: Wiener Psychiatrie und NS-Verbrechen
Rudolf Forster: Staat, Politik und Psychiatrie in Österreich - am Beispiel der rechtlichen Regulierung von Zwangsmaßnahmen von 1916 bis 1990
Irmgard Eisenbach-Stangl: Von der Trunksucht zur Alkoholkrankheit: Der Beitrag der Psychiatrie zur Bewältigung alkoholbezogener Probleme
Friedrich Schmidl / Stephan Rudas: Die Entwicklung organisierter psychiatrischer Hilfen in Wien
Michael Ertl: Kommunikation, ein Wert in der Psychiatrie?
IN VORBEREITUNG:
FORSCHUNGSPROJEKTE IM JAHR 1999
Biografische Datenbank (BDÖF) und Lexikon österreichischer Frauen (BLÖF).
Erstellung eines Strukturplans des Projektes BDÖF/BLÖF
Auftraggeber: Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
Projektleitung: Dr. Brigitta Keintzel / Dr. Ilse Korotin
Biografien österreichischer Frauen sind in den biografischen Lexika lediglich zu einem geringen Prozentsatz vertreten und beziehen sich zudem überwiegend auf Persönlichkeiten, welche im künstlerischen oder schriftstellerischen Bereich tätig waren. Zur Idee einer umfassenden historisch-biografisch Aufarbeitung österreichischer Frauenpersönlichkeiten trugen auch bereits existierende internationale Vorbilder bei. Zu erwähnen sind das dreibändige Standardwerk "Notable American Women: 1607-1950" sowie das im Zusammenhang mit einer biografischen Datenbank konzipierte "Dansk Kvindebiografisk Leksikon". Nach einem Blick auf die internationale frauenspezifische Biografieforschung kann folglich das Fehlen eines gesonderten biografischen Lexikons sowie einer Datenbank österreichischer Frauen als Desiderat bezeichnet werden.
Die Projektinitiative "Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen" gründet sich auf historische Wurzeln und bezieht die in der Ära Hertha Firnberg entstandene umfangreiche Materialsammlung zu einem "Biografischen Lexikon der österreichischen Frau" in das Vorhaben ein. Im Rahmen dieses Projektes wurde auf der Grundlage von Expertinnen-Interviews und einer neugegründeten Arbeitsgruppe zur "Österreichischen Frauenbiografieforschung" ein Datenbankprototyp entwickelt (Eingabemaske, normierte Berufsliste, Auswahlkriterien,... ). Kooperationen mit anderen Institutionen (Österreichisches Biografisches Lexikon und biografische Dokumentation" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien, Sozialwissenschaftliche Dokumentation, Österreichische Exilbibliothek u. a.) wurden in der ersten Projektphase angebahnt und Strategien der Zusammenarbeit für Folgeprojekt festgelegt.
Nach Abschluß der Pilotphase konnten insgesamt 834 Biografien - zum Großteil im Umfang der biografischen Eckdaten - im Prototyp der Datenbank erfaßt werden.
In einer Ist-Analyse und einer Workflow-Analyse wurde der auf zwei Datenbanken aufgeteilte Datenbestand der mehr als zehnjährigen Forschung im IWK zum Thema "Wissenschaftsemigration aus Österreich" untersucht und aufbereitet. Auf dieser Basis wurde ein neues Datenbankmodell entwickelt, das besonderen Wert auf zukünftige flexible Erweiterbarkeit legt. Es integriert die Datenstrukturen der bisherigen bibliographischen und biographischen Datenbanken. Daraufhin wurde zuerst eine auf Windows NT laufende lokal Access-Datenbank mit entsprechenden Eingabe- und Verwaltungstools entwickelt, in die die Datenbestände importiert wurden. Diese lokale Datenbank wurde dann im Rahmen einer Kooperation mit dem Institut für Philosophie der Universität Wien auf dem Webserver installiert und über das Internet zugänglich gemacht. Vom IWK werden die laufende Wartung und regelmäßige Updates vorgenommen.
Dieses Informationssystem soll auch als Grundlage für weiterführende Kooperationen im Bereich der Emigrationsforschung dienen und deren Forschungsergebnisse effizient in die Bildungseinrichtungen vermitteln.
Im Laufe der Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre kam es in Wien zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit von verschiedenen pädagogischen Schulen. Die Initiative dazu ging oft aus von jungen, den Idealen der Jugendbewegung verpflichteten engagierten Pädagoginnen und Pädagogen, die im Zeichen der Aufbruchstimmung der Zeit Anregungen der verschiedensten Richtungen aufnahmen und in einer sinnvollen Synthese zu neuartigen pädagogischen Ansätzen verbanden. Ein Beispiel dafür ist die Offenheit der Wiener Montessori-Bewegung für die Erkenntnisse der Psychoanalyse. Führende Praktikerin der Montessori-Pädagoginnen war von Anfang an Emma (Spira-)Plank.
Mit dem Einbruch des Nationalsozialismus 1938 wurde auch dieses pädagogische Experiment gewaltsam beendet und die meisten maßgeblichen Betreiberinnen mußten in die Emigration gehen. Emma Plank konnte sich in die USA retten, wo sie durch die dortige Aufgeschlossenheit für neue psychologische und pädagogische Ansätze die Chance bekam, an ihre früheren beruflichen Erfahrungen anzuknüpfen. Im Umkreis von aus Wien emigrierten Psychoanalytikern und Psychoanalytikerinnen gelang es ihr, unter gänzlich anderen gesellschaftlichen Bedingungen und einem für sie neuen institutionellen Rahmen ihren Wiener Ansatz in modifizierter Form fortzuführen, universitär zu verankern und schließlich ein neues Berufsfeld zu schaffen.
In diesem Projekt wurde entlang dem durch den Nachlaß gut dokumentierten Leben der bedeutenden Montessori- bzw. psychoanalytischen Pädagogin Emma (Spira-)Plank das nuancenreiche Zusammenwirken von Montessori-Pädagik und psychoanalytischer Pädagogik in der Zwischenkriegszeit sowie die Fortsetzung dieses Erziehungsansatzes in der Emigration herausgearbeitet.
Auftraggeber: Jubiläumsfond der Österreichischen Nationalbank
Projektleitung: Dr. Brigitta Keintzel / Dr. Ilse Korotin
Im Forschungsvorhaben wird eine umfassende Erfassung biografischer und bibliografischer Angaben von Wissenschafterinnen in Österreich ab der Jahrhundertwende bis in die späte Nachkriegszeit angestrebt.
Im Rahmen dieses Projektvorhabens werden zu circa 200 österreichischen Wissenschafterinnen bio-bibliographische Artikel verfaßt, die die Grundlage für das im Frühjahr 2001 projektierte Lexikon (Verlag Böhlau) darstellen. Berücksichtigung findet auch der außeruniversitäre Bereich: Psychoanalytikerinnen, Psychotherapeutinnen, Frauenrechtlerinnen und Theoretikerinnen werden in eingeschränkter Weise berücksichtigt. Die Artikel werden nach einheitlichen Gesichtspunkten verfaßt. Im Vordergrund steht eine sachbezogene Auseinandersetzung mit der jeweiligen Arbeit. Analysiert wird ferner die daraus resultierende Bedeutung für den wissenschaftlichen Gesamtkontext und das gesellschafts- und wissenschaftspolitische Umfeld. Als relevant werden jene biografischen Angaben erachtet, in denen die für das wissenschaftliche Wirken repräsentativen Lebensstationen zur Geltung gebracht werden. Angefügt ist den Artikeln ein umfassendes Schriftenverzeichnis und eine Auswahl der repräsentativen Sekundärliteratur.
Laufende Forschungsprojekte :
Psychiatrie und Geschlecht
Auftraggeber: Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
Projektbearbeiterin: Dr. Brigitta Keintzel
In diesem Forschungsprojekt geht es darum, den Transformationsprozeß der Geschlechterparadigmen hin zur Jahrhundertwende und ihren weiteren Verlauf bis zur Zwischenkriegszeit darzustellen.
Die Psychiatrie wird in mehrfacher Weise als signifikanter Ort für die Moderne begriffen: in sozioökonomischer, kultureller, politscher, frauenrechtsgeschichtlicher und in wissenschaftlicher (sowohl geistes- und als auch naturwissenschaftlicher) Hinsicht. Diese Faktoren werden in Zusammenhang mit der Entstehung eines psychiatrischen und eines psychoanalytischen Wissenschaftsbegriffes untersucht. Die Rückwirkungen auf die unterschiedlichen Interpretationen der Geschlechterverhältnisse sollen in diesem Projekt recherchiert, dokumentiert und analysiert werden. Mögliche Schlußfolgerungen zu Divergenzen und Aporien werden aus philosophischer Perspektive thematisiert.
Das Projekt beinhaltet die Erarbeitung eines feministischen Bedeutungsbegriffs, der zur Klärung von erkenntnis- und gesellschaftstheoretischen Gundlagenproblemen in den Gender-Studies beitragen soll. Denn obwohl die Gender-Forschung von der Unterscheidung zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und dem kulturellen Geschlecht (gender) ausgeht, um die historisch entwickelten und sozialen Bedeutungen von Geschlechtlichkeit kritisch zu beschreiben, blieb bislang eine grundlagenspezifische Analyse der Verwendung dieser zentralen interpretativen Kategorie aus. Da dieses Forschungsdefizit weitere ungeklärte Fragestellungen in Schlüsselbereichen der geschlechtsspezifischen Forschung nach sich zieht, sollen wichtige sprachphilosophische und zeichentheoretische Aspekte dessen, wie Bedeutung begriffen werden kann, versammelt und untersucht werden. Dadurch sollen zum einen die Verwendungen des Bedeutungsbegriffs in der Gender-Forschung geklärt, zum anderen sollen damit aber auch die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen der Geschlechterkonstruktion dargelegt werden.
In diesem Projekt wird die Problematik der Remigration nach 1945, konzentriert auf die Bereiche Politik und Wissenschaft mit geschlechterdifferenzierenden Fragestellungen behandelt. Es soll untersucht werden, mit welchen politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen EmigrantInnen, verschleppte Personen und displaced persons nach 1945 konfrontiert waren, wobei die Situation in den jeweiligen Herkunfts- und Aufnahmeländern bzw. jenen, in denen sie sich zum Zeitpunkt der Befreiung befanden, besonders berücksichtigt wird. Im Zentrum des Interesses steht die Frage nach den spezifischen Bedingungen für Frauen. Auf der Basis einer Reihe allgemeiner Fragestellungen soll die in der bisherigen Forschung bemerkbare Individualisierungstendenz (als Quellen dienten meist veröffentlichte und unveröffentlichte Autobiografien sowie lebensgeschichtliche Interviews) durchbrochen werden; herausgearbeitet werden soll vielmehr das gesellschaftspolitische Umfeld, in dem eine Remigration glücken oder mißlingen konnte.
In der Weiterführung des ersten Projekts konzentriert sich die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Datenbankenprototyps auf inhaltliche Auseinandersetzungen bezüglich der Aufnahme- und Suchkriterien, wie sie vor allem in den ExpertInnen-Interviews angeschnitten wurden bzw. auf Probleme, die während des Probelaufs auftraten sowie auf daraus resultierende EDV-relevante weitere Entwicklungsschritte. Für den Aufbau der Datenbank wird die großzügige Aufnahme von biografischen Datensätzen als notwendig erachtet. Es wurde davon ausgegangen, daß - im Unterschied zum gedruckten Medium "Lexikon" - eine Datenbank die prozeßhafte Entwicklung von Biografien (oft ist nach ersten Erkundungen nur der "Name" bekannt) erlaubt. Die Eingabe von biografischen Datensätzen wird sich vorwiegend auf das 19. und 20. Jahrhundert konzentrieren; es ist die Erfassung von mindestens 2000 biografischen Datensätzen sowie die fachhistorische Nachbearbeitung von ausgewählten 300 Biografien vorgesehen.
1998 bekam das Institut für Wissenschaft und Kunst vom Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr den Auftrag, die umfassenden bio-bibliographischen Datenbanken zum Thema "Wissenschaftsemigration aus Österreich" neu zu strukturieren und über Internet zugänglich zu machen. Die neuerarbeitete Datenbank ist mit ihrer komplexen Struktur von Anfang an so konzipiert, daß in einer zweiten Projektphase (in Kooperation mit anderen Emigrationsforschungsstätten) die Integration der gesamten EDV-mäßig erfaßten Forschungsergebnisse zum Thema Emigration erfolgen kann. In ihrer Struktur entspricht die neue Datenbank den, die forschungsrelevante Literatur bestimmenden Schwerpunkten "Personengeschichte", "Tätigkeitsgeschichte", "Werkgeschichte". Damit sind jetzt über einzelbiographische Abfragen hinaus differenzierte, (statistische) kollektivbiographische Abfragen in Hinblick auf Wanderungs-, Exil- und Disziplingeschichte möglich. Die neue Konzeption macht aber auch Lücken der bisherigen Datenerfassung sichtbar; insbesondere die Erfassung der Berufs- und Karrieredaten, aber auch des sozialen Umfeldes der einzelnen Emigranten. Ziel des Projektes ist es daher, die IWK-Datenbank zum Thema Wissenschaftsemigration inhaltlich systematisch nachzubearbeiten. Damit erst wird eine umfassende Basis geschaffen für einen sinnvollen Einsatz der neuen Internet-Datenbank in Forschung und Lehre.
Ziel dieses Folgeprojektes ist es, eine inhaltliche Erweiterung des Datenmodells zur Erfassung des kulturellen Exils aus Österreich insgesamt vorzunehmen. Damit soll die Basis geschaffen werden zur gemeinsamen öffentlichen Präsentation dieses Forschungsbereichs in einer einheitlichen Informationsinfrastruktur. Mit diesem Projekt soll sowohl der weiteren Forschung, den verschiedenen Bildungsinstitutionen als auch der allgemeinen Öffentlichkeit ein umfassendes Informationsnetzwerk zum österreichischen Exil zur Verfügung gestellt werden.
Das Produkt und verwertbare Ergebnis des geplanten Vorhabens ist ein multimediales Bildungsmodul zur Integration in den Unterricht der AHS-Oberstufe, für den Einsatz im Zweiten Bildungsweg sowie in der Studieneingangsphase. Es ist fächerübergreifend für die Bereiche Geschichte, Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Politische Bildung angelegt und will durch seine, das selbständige Lernen unterstützende didaktische Struktur einen maßgeblichen Beitrag zur "Neuen Lernkultur" zu leisten.
Inhaltlich umfaßt das Modul den Themenbereich der 1938 durch den Nationalsozialismus ausgelösten politisch und "rassisch" begründeten Verfolgung von Wissenschaftlern und Intellektuellen, ihre Vertreibung aus Österreich und das erzwungene, manchmal lebenslängliche Exil. Im Zentrum des Moduls steht der Exodus jener innovativen Schulen und Disziplinen, die in den 20er Jahren die wissenschaftliche Moderne repräsentierten, insbesondere Psychoanalyse und akademische Psychologie, Sozialforschung und Philosophie.
Dieses Bildungsmaterial baut auf den langjährigen wissenschaftlichen Vorarbeiten auf, die im Rahmen des IWK und dessen universitärem Umfeld unternommen wurden. Die Ergebnisse dieser Forschung werden durch das Projekt einer erheblich breiteren Öffentlichkeit als bisher zugänglich gemacht.
Almhofer, Edith: Kunsthistorikerin und Archäologin, freie Autorin und Kuratorin, Verlegerin, Lektorin an der Universität Wien
Allyn, Jerri: Künstlerin und Art-Educator, Positionierungen zwischen Kunstproduktion, Beratung, Lehre, Vermittlung und Kommunikation über moderne und zeitgenössische Kunst, New York
Annuß, Evelyn: Germanistin und Soziologin, Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin
Aschner, Ilse M.: Studium der Germanistik und Kinderpsychologie, ehemals Redakteurin der "Stimme der Frau", Mitarbeit beim "neuen Forum" und bei der Grazer Autorenversammlung
Baatz, Ursula: Lektorin für Philosophie an der Universität Wien, Mitarbeiterin des ORF
Barta-Fliedl, Ilsebill: Kunsthistorikerin, Kuratorin der Museen des Mobiliendepots, Lehrbeauftragte an der Universität Wien
Bei, Neda: Juristin, Arbeiterkammer Wien
Benetka, Gerhard: Psychologe, Lehrbeauftragter am Institut für Psychologie der Universität Wien
Beutin, Heidi: Politologin, Germanistin, Wissenschaftspublizistin, Hamburg
Beutin, Wolfgang: Germanist und Historiker, Dozent für Linguistik und Mediävistik an der Universität Hamburg
Biffl, Gudrun: Wirtschaftswissenschaftlerin, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien
Birkhan, Ingvild: Philosophin, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien, Leiterin der Interuniversitären Koordinationsstelle für Frauenforschung
Blimlinger, Eva: Historikerin, Wien
Bolbecher, Siglinde: Historikerin und Literaturwissenschaftlerin, Mitherausgeberin von Mit der Ziehharmonika. Zeitschrift für Literatur des Exils und des Widerstands
Brandstätter, Ursula: Assistentin für Musikpädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien
Breindl, Martin: Künstler, arbeitet in den Bereichen Intermediakunst, Sound Art, net.art, Radiokunst, Video und Bildende Kunst, Wien
Brunkhorst, Hauke: Erziehungswissenschaftler, Professor am Institut für Soziologie der Universität Flensburg und dessen geschäftsführender Direktor
Busch, Hans-Joachim: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sigmund Freud Institut, Frankfurt/M.
Campagna, Norbert: Philosoph, AHS-Lehrer und Universitätslektor, Luxemburg
Cinar, Dilek: Sozialwissenschaftlerin, Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung Wien, Programmbereich "International Migration, Social Integration and Human Rights"
Cyba, Eva: Institut für Höhere Studien, Wien
Dressel, Gert: Historiker, Ausstellungs-, Lehr- und Forschungstätigkeit, Mitarbeiter des Programmbereiches "Historische Anthropologie"/IFF, Wien
Dumfahrt, Michael: Philosoph, Telematikmanager, Tätig im EDV-Bereich im Gesundheitswesen, Wien
Dvorák, Johan: Polotikwissenschaftler und Historiker, wissenschaftlicher Beamter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
Edelmüller, Wolfgang: Volkswirtschaftler, Abteilungsleiter in der Bank Austria, Wien
Ehalt, Hubert Christian: Historiker, Wissenschaftsreferent bei der Stadt Wien, Leiter des Ludwig Boltzmann-Institutes für historische Anthropologie
Ertl, Michael: Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut, Oberarzt der psychiatrischen Abteilung im Sozialmedizinischen Zentrum Ost
Fischer, Gero: Slawist und Sprachwissenschaftler, Professor am Institut für Slawistik der Universität Wien
Fisher, Linda: Philosophin, Forschungsschwerpunkt: Feminismus, Hermeneutik und Phänomenologie, Assistenzprofessorin an der University of Windsor, Kanada
Flich, Renate: Historikerin, Mitarbeiterin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien
Früh, Eckart: Mitarbeiter der Sozialwissenschaftlichen Dokumentation der Arbeiterkammer in Wien
Gabriel, Eberhard: Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Universitätsprofessor für Psychiatrie und Ärztlicher Direktor des Psychiatrischen Krankenhauses der Stadt Wien
Glaser, Ernst: Historiker, Schriftsteller und Sachbuchautor; ehemaliger Generalsekretär des IWK, Bildungsreferent der Wiener Arbeiterkammer und Intendant des ORF-Studio Wien
Goldmann, Thomas: Volkswirt, Direktor der Bundeswertpapieraufsicht, Wien
Griesebner, Andrea: Universitätsassistentin am Institut für Geschichte der Universität Wien
Guth, Doris: Hochschulassistentin am Institut für Gegenwartskunst, Akademie der Bildenden Künste, Wien.
Gyarfasova, Olga: Soziologin, Institut für öffentliche Angelegenheiten, Universität Bratislava
Habr, Paul: Magistratsbeamter, Personalvertreter
Hackl, Erich: österreichischer Schriftsteller
Hamberger, Klaus: Philosoph und Volkswirt, Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik, Wirtschaftsuniversität Wien
Handlbauer, Bernhard: Psychotherapeut in Salzburg und an einer Jugendstrafanstalt in Bayern
Häusler, Wolfgang: Historiker, Professor am Institut für Geschichte der Universität Wien
Hefler, Günter: freier Sozialforscher, Wien
Herra, Rafael A.: Professor für Philosophie an der Universität in San José/Costa Rica; derzeit Botschafter Costa Ricas in Bonn
Herzog-Punzenberger, Barbara: Politikwissenschaftlerin, Mitarbeiterin am Institut für Höhere Studien, Wien
Hildebrand, Heiderose: Galerieleiterin, Kunstvermittlerin u. a. am Museum Moderner Kunst, Lehrtätigkeit im Bereich Museumskommunikation
Hödl, Klaus: Historiker, Abteilung Zeitgeschichte der Universität Graz
Höll, Otmar: Jurist, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, Universitätsprofessor, Direktor des Österreichischen Institutes für internationale Politik
Holenstein, Elmar: Professor an der ETH Zürich, Schwerpunkte: Philosophie, Philosophische Psychologie, Kulturphilosophie
Holzleithner, Elisabeth: Rechtswissenschaftlerin, Assistentin am Institut für Rechtsphilosophie und Rechtstheorie, Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlung
Hrachovec, Herbert: Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien, Schwerpunkte: Analytische Philosophie, Ästhetik, Filmtheorie
Ingrisch, Doris: Historikerin, Wien
Jersabek, Gerhard: Volkswirt, Mitarbeiter der Österreichischen Industrieholding, Wien
Jutz, Gabriele: Filmwissenschaftlerin, Universität für angewandte Kunst
Kaiser, Konstantin: österreichischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, Sekretär der Theodor Kramer Gesellschaft, Mitherausgeber von Mit der Ziehharmonika. Zeitschrift für Literatur des Exils und des Widerstands
Kadi, Ulrike: Philosophin und Medizinerin, Lektorin für Philosophie, Wien
Kager, Reinhard: Studium der Philosophie, Soziologie und Musik, Lehrbeauftragter am Philosophischen und Soziologischen Institut der Universität Graz, Forschungsbeauftragter der Akademie der Wissenschaften, journalistische Tätigkeit
Katschnig, Heinz: Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Professor für Psychiatrie und Neurologie, Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie in Wien
Katzmair, Harald: Soziologe, Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik: Prozeßorientierte Ökonomie, Wirtschaftsuniversität Wien
Keintzel, Brigitta: Philosophin, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien, Mitarbeiterin am IWK
Kernegger, Bernhard: Österreichische HochschülerInnenschaft der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien
Kertesz, Gerald: Philosoph und Politikwissenschaftler, Wien
Konrad, Helga: Sprachwissenschaftlerin, Abgeordnete zum Nationalrat, Präsidentin des IWK
Korotin, Ilse: Philosophin, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien, Mitarbeiterin am IWK
Korotin, René: Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie, Wien
Kozur, Zoya: Kunstvermittlerin, Museumsberaterin und Filmemacherin, momentan Lehrtätigkeit zu zeitgenössischer Kunst, Pädagogik und multikultureller Theorie, New York
Kramer, Helmut: Politikwissenschaftler, Professor am Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien
Krieghofer, Gerald: Literaturwissenschaftler, Wien
Kriegleder, Wynfrid: Professor am Institut für Germanistik der Universität Wien
Krois, John Michael: Philosoph, Institut für Philosophie, Humboldt Universität Berlin
Kubaczek, Marianne: Musikpädagogin, Institut für Musikpädagogik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Musikschule Klosterneuburg
Kurtán, Sándor: Politikwissenschaftler, Assistenzprofessor am Institut für Politikwissenschaft der Wirtschaftsuniversität Budapest
Lachmayer, Herbert: Professor der Meisterklasse für experimentelle visuelle Gestaltung, Universität für industrielle Gestaltung Linz
Lehner, Peter Ulrich: Grundlagenforscher in einem gemeinwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen, Redakteur der "mitbestimmung. zeitschrift für demokratisierung der arbeitswelt"
Leitner, Claudia: Assistentin am Institut für Romanistik der Universität Wien, Forschungsschwerpunkt: feministische Fragestellungen im Bereich der hispanischen Literatur- bzw. Kulturwissenschaft
Lofts, Steve: Philosoph
Luf, Gerhard: Jurist, Professor für Rechtsphilosophie, Wien
Luksan, Martin: Studium der Theaterwissenschaften, Geschichte und Soziologie, Tätigkeitsbereiche: ORF, Film, Volksbildung
Lutter, Maria-Christina: Historikerin, Forschungsschwerpunkt: Cultural Studies
Mahnkopf, Claus-Steffen: Studium der Musikwissenschaften, Philosophie und Soziologie, Hochschulabschluß in Komposition und Theorielehrerexamen an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg
Mall, Ram A.: lehrt Philosophie an der Universität München, 1999 Gastprofessor am Institut für Philosophie in Wien; Präsident der internationalen "Gesellschaft für interkulturelle Philosophie"
Marinelli, Lydia: Verlagslektorin und Übersetzerin, Mitarbeit und Konzeption von kultur- und wissenschaftshistorischen Ausstellungen, seit 1996 Kuratorin des Sigmund Freud-Museums Wien
Mitgutsch, Anna: österreichische Schriftstellerin
Moser, Susanne: Philosophin und Volkswirtschaftlerin, Mitbegründerin des Instituts für Axiologische Forschungen, Wien
Müller, Thomas: Kriminalpsychologe, Bundesministerium für Inneres, Aufgabenbereich: Kriminalpsychologischer Dienst und Logistik
Muttenthaler, Roswitha: Historikerin, Leitung des Sammlungsbereiches "Technik im Alltag" am Technischen Museum Wien, Forschungsprojekte zu Gender und Museum
Nagl-Docekal, Herta: Philosophin, Forschungsschwerpunkt: Feministische Philosophie, Professorin am Institut für Philosophie der Universität Wien
Nasio, Juan-David: Facharzt für Psychiatrie, Psychoanalytiker, Paris
Nemeth, Elisabeth: Philosophin, Assistenzprofessorin am Institut für Philosophie der Universität Wien
Nestler, Michaela: Österreichische HochschülerInnenschaft der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Neugebauer, Wolfgang: Historiker, Wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands, Wien
Neuwirth, Barbara: österreichische Schriftstellerin
Oppitz, Michael: Ethnologe, Ethnologisches Seminar der Universität Zürich, Direktor des Völkerkundemuseums Zürich
Parnreiter, Christoph: Wirtschaftshistoriker, Universitätslektor, Wien
Pascher, Heinz M.: Soziologe, Lektor am Institut für Soziologie der Jagiellonen Universität, Krakau
Pauer-Studer, Herlinde: Philosophin, Forschungsschwerpunkt Ethik sowie politische, feministische und analytische Philosophie, Professorin am Institut für Philosophie der Universität Wien
Pepper, Hugo: Germanist, Historiker, Anglist, Staatswissenschaftler, Arbeiter- und Volksbildner
Perko, Gudrun: Philosophin, Lektorin für Philosophie, Wien
Perle, Christine: Juristin, Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr, Bereich Wissenschaft
Pfaller, Robert: Assistent der Meisterklasse für experimentelle visuelle Gestaltung der Universität für industrielle Gestaltung Linz
Pfoch, Hubert: ehemaliger Vizebürgermeister und Landtagspräsident von Wien und ehemaliger Präsident des DÖW
Pircher, Wolfgang: Assistenzprofessor am Institut für Philosophie der Universität Wien
Posch, Herbert: Historiker, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe für theoretische und angewandte Museologie / IFF, Mitarbeit in den Museen des Mobiliendepots, Wien
Postl, Gertrude: Assistant Professor für Philosophie am Suffolk Community College in Selden, New York, Forschungsschwerpunkt: Feministische Philosophie sowie Philosophie im Bereich der Postmoderne und Literatur
Pribersky, Andreas: Politologe, Leiter der Abteilung Sozialwissenschaften des Ost- und Südosteuropa Instituts, Wien
Prokop, Ursula: Historikerin und Kunsthistorikerin, Mitarbeiterin in der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Architektur des 20. Jahrhunderts
Proske, Dieter: Wirtschaftswissenschaftler, Mitarbeiter der Österreichischen Nationalbank, Wien
Reinprecht, Christoph: Soziologe, Assistent am Institut für Soziologie der Universität Wien
Rendtorff, Barbara: Soziologin und Pädagogin; Privatdozentin in Osnabrück und Frankfurt, Mitbegründerin der Frankfurter Frauenschule, Frankfurt/M.
Ries, Marc: Kultur- und Medientheoretiker
Rinofner-Kreidl, Sonja: Assistentin am Institut für Philosophie der Universität Graz
Ruhs, August: Assistenzprofessor, Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalytiker, Institut für Tiefenpsychologie und Psychotherapie, Wien
S.-Sturm, Eva: Museologin und Kunstvermittlerin, Projekte und Lehrtätigkeit im Bereich Museumskommunikation, Assistentin am Institut für Didaktik der Bildenden Kunst der Universität Hamburg
Samsonow, Elisabeth von: Philosophin und Bildhauerin, Professorin für Sakrale Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien
Saurer, Edith: Historikerin, Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Wien, Leiterin der "Arbeitsgruppe Frauengeschichte"
Schediwy, Robert: Gesellschaftswissenschaftler, Universitätsdozent, Publizist, Wien
Seubold, Günther: Studium der Philosophie, Germanistik und Katholischen Theologie, Dozent am Philosophischen Seminar der Universität Bonn
Schimek, Hanna: Künstlerin (Malerei, Grafik, Fotografie, Installationen), Konzeption und Organisation von interdisziplinären Projekten, Wien
Schmee, Josef: Volkswirtschaftler, Referent in der kommunalpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer in Wien
Schmidt-Dengler, Wendelin: Professor für Neuere deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Wien
Schülein, Johann: Soziologe, Professor am Institut für Soziologie, Wirtschaftsuniversität Wien
Schürz, Martin: Volkswirt, Mitarbeiter der Österreichischen Nationalbank
Seitz, Peter: Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr, Leiter der Abteilung Universitäten der Künste
Serloth, Barbara: Politikwissenschaftlerin, Lehrbeauftragte am Institut für Staats- und Politikwissenschaft der Universität Wien
Skapska, Grazyna: Professorin am Institut für Soziologie, Jagiellonen Universität Krakau
Smidt, Sara: Kunstvermittlerin, Mitglied des Ausstellungsbüros "Zislaweng", Lehrtätigkeit im Bereich Museumskommunikation, Wien
Sodomka, Andrea: Künstlerin, arbeitet in den Bereichen Intermediakunst, Elektronische Musik, net.art, Radiokunst, Video und künstlerische Fotografie, Wien
Springer-Kremser, Marianne: Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, Psychoanalytikerin, Professorin für Psychiatrie, Vorstand des Instituts für Tiefenpsychologie und Psychotherapie, Vorsitzende des wissenschaftlichen Planungsausschusses im IWK
Starek, Jana: Leiterin der Außenstelle des Ost- und Südost Europa Instituts in Brünn
Steiner, Maria: Theaterwissenschaftlerin und Historikerin, Mitarbeiterin der Stiftung "Bruno Kreisky Archiv"
Stoller, Silvia: Philosophin, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien
Streibel, Robert: Geschichtswissenschaftler, Direktor der Volkshochschule Hietzing, Wien
Talos, Emmerich: Politikwissenschafter, Professor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
Teschler-Nicola, Maria: Leiterin der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien
Toifl, Karl: Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Professor für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie, Psychotherapeut, Qualitätsmanager im Gesundheitswesen
Tölk, Anton: Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut, Vorstand des Instituts der oberösterreichischen Landesnervenklinik für Psychotherapie
Vetter, Helmuth: Philosoph, Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien
Wagner, Rudolf P.: Psychotherapeut, tätig im Bereich der Sozialpsychiatrie bei Pro Mente, Gesellschaft für Psychische und Soziale Gesundheit Wien
Wall, Richard: österreichischer Schriftsteller
Wallace, Claire: Soziologin, Mitarbeiterin am Institut für Höhere Studien Wien
Wallner, Benedikt: Rechtsanwalt in Wien
Waniek-Arnold, Eva: Philosophin, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien, Forschungsschwerpunkt: Feministische Theorie und Sprachphilosophie, Mitarbeiterin am IWK
Weiss, Hilde: Soziologin, Professorin am Institut für Soziologie der Universität Wien
Weissel, Erwin: Universitätsprofessor für Sozial-, Wirtschafts- und Finanzpolitik, Wien
Wimmer, Franz M.: Philosoph, Schwerpunkt: Interkulturell orientierte Philosophie, Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien
Wimmer, Michael: Sozialwissenschaftler, Leiter des Österreichischen Kulturservice, Wien
Wippersberg, Walter: österreichischer Schriftsteller und Filmemacher
Zembylas, Tasos: Philosoph, Schwerpunkt: Kunstsoziologie und Sprachphilosophie; Assistent am Institut für Kulturmanagement der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien
Ziege, Eva-Maria: Studium der politischen Wissenschaft und Geschichte in Bonn, Promotion an der Universität Potsdam
Letzte Bearbeitung: 15. März 2000
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