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ABGESCHLOSSENE
FORSCHUNGSPROJEKTE:
EMIGRATIONS- UND EXILFORSCHUNG:
Psychiatrie und Geschlecht Zur Erarbeitung eines feministischen Bedeutungsbegriffs im Bereich der Gender-Studies
In einer Ist-Analyse
und einer Workflow-Analyse
wurde der auf zwei Datenbanken aufgeteilte Datenbestand der mehr als
zehnjährigen
Forschung im IWK zum Thema "Wissenschaftsemigration aus
Österreich"
untersucht und aufbereitet. Auf dieser Basis wurde ein neues
Datenbankmodell
entwickelt, das besonderen Wert auf zukünftige flexible
Erweiterbarkeit
legt. Es integriert die Datenstrukturen der bisherigen
bibliographischen
und biografischen Datenbanken. Dieses Informationssystem soll auch als
Grundlage für weiterführende Kooperationen im Bereich
der Emigrationsforschung
dienen und deren Forschungsergebnisse effizient in die
Bildungseinrichtungen
vermitteln.
Adresse: http://iwk.phl.univie.ac.at/emigration
Wissenschaftsemigration
aus Österreich
Wissenschaftliche
Bearbeitung
der Internet-Datenbank
Auftraggeber:
Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank
Projektbearbeiterin: Dr.
Charlotte Zwiauer
Laufzeit: Juli 1999 bis
Februar 2001
Die im Rahmen des Projektes "Die österreichische Wissenschaftsemigration im Internet" neu strukturierte Datenbank wurde von Anfang an so konzipiert, dass in einer zweiten Projektphase (in Kooperation mit anderen Emigrationsforschungsstätten) die Integration der gesamten EDV-mäßig erfassten Forschungsergebnisse zum Thema Emigration erfolgen kann. Entsprechend der forschungsrelevanten Literatur wurde die Datenbank nach den Schwerpunkten "Personengeschichte", "Tätigkeitsgeschichte", "Werkgeschichte" gegliedert, wodurch - über einzelbiografische Abfragen hinaus - differenzierte, (statistische) kollektivbiografische Abfragen in Hinblick auf Wanderungs-, Exil- und Disziplingeschichte möglich ist. Die neue Konzeption erforderte aber auch eine Ausweitung der Daten, insbesondere die Erfassung der Berufs- und Karrieredaten, aber auch des sozialen Umfeldes der einzelnen Emigranten. Ziel des Projektes war es daher, die IWK-Datenbank zum Thema Wissenschaftsemigration inhaltlich systematisch nachzubearbeiten und eine umfassende Basis für einen sinnvollen Einsatz in Forschung und Lehre zu schaffen.
Von der Wissenschaftsemigration
zum kulturellen Exil
Eine
biobibliographische
Datenbank im Internet
Auftraggeber:
Bundesministerium für
Wissenschaft und Verkehr
Projektleiterin: Dr.
Charlotte Zwiauer
Projektmitarbeiter: Mag.
Harald Riedmann,
Alexander Jerusalem, Jan Wessely
Laufzeit: November 1999 - Mai
2001
In diesem Folgeprojekt wurde eine inhaltliche Erweiterung des Datenmodells zur Erfassung des kulturellen Exils aus Österreich insgesamt vorgenommen und damit die Basis für eine gemeinsame öffentliche Präsentation dieses Forschungsbereichs in einer einheitlichen Informationsinfrastruktur geschaffen. Ziel des Projektes war es, sowohl der weiteren Forschung und den verschiedenen Bildungsinstitutionen als auch der allgemeinen Öffentlichkeit ein umfassendes Informationsnetzwerk zum österreichischen Exil zur Verfügung zu stellen.
Science Exile - Die österreichische
Wissenschaftsemigration
Ein
fächerübergreifendes
multimediales Bildungsmodul im Internet
Auftraggeber:
Bundesministerium für
Unterricht und kulturelle Angelegenheiten /
Bundesministerium
für Wissenschaft
und Verkehr
Projektleiterin: Dr.
Charlotte Zwiauer
Projektmitarbeiter: Mag.
Harald Riedmann,
Alexander Jerusalem, Jan Wessely
Laufzeit: Mai 2000 - August
2002
Das Produkt und verwertbare Ergebnis des Projektes ist ein multimediales Bildungsmodul zur Integration in den Unterricht der AHS-Oberstufe, für den Einsatz im Zweiten Bildungsweg sowie in der Studieneingangsphase. Es ist fächerübergreifend für die Bereiche Geschichte, Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Politische Bildung angelegt und will durch seine das selbstständige Lernen unterstützende didaktische Struktur einen maßgeblichen Beitrag zur "Neuen Lernkultur" leisten. Inhaltlich umfasst das Modul den Themenbereich der 1938 durch den Nationalsozialismus ausgelösten politisch und "rassisch" begründeten Verfolgung von WissenschaftlerInnen und Intellektuellen, ihre Vertreibung aus Österreich und das erzwungene, manchmal lebenslängliche Exil. Im Zentrum des Moduls steht der Exodus jener innovativen Schulen und Disziplinen, die in den 20er-Jahren die wissenschaftliche Moderne repräsentierten, insbesondere Psychoanalyse und akademische Psychologie, Sozialforschung und Philosophie. Dieses Bildungsmaterial baut auf den langjährigen wissenschaftlichen Vorarbeiten auf, die im Rahmen des IWK und dessen universitärem Umfeld unternommen wurden. Die Ergebnisse dieser Forschung werden durch das Projekt einer erheblich breiteren Öffentlichkeit als bisher zugänglich gemacht.
Emma (Spira-)Blank - Psychoanalytisch
orientierte Montessori-Pädagogik
in
Wien von 1922-1938
und deren Tradierung in der Emigration
Auftraggeber:
Hochschuljubiläumsstiftung
der Stadt Wien
Projektbearbeiterin: Dr.
Charlotte Zwiauer
Laufzeit: Dezember 1998 -
Dezember 1999
Im Laufe der Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre kam es in Wien zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit von verschiedenen pädagogischen Schulen. Die Initiative dazu ging oft aus von jungen, den Idealen der Jugendbewegung verpflichteten engagierten Pädagoginnen und Pädagogen, die im Zeichen der Aufbruchstimmung der Zeit Anregungen der verschiedensten Richtungen aufnahmen und in einer sinnvollen Synthese zu neuartigen pädagogischen Ansätzen verbanden. Ein Beispiel dafür ist die Offenheit der Wiener Montessori-Bewegung für die Erkenntnisse der Psychoanalyse. Führende Praktikerin der Montessori-Pädagoginnen war von Anfang an Emma (Spira-)Plank. Mit dem Einbruch des Nationalsozialismus 1938 wurde auch dieses pädagogische Experiment gewaltsam beendet und die meisten maßgeblichen Betreiberinnen mussten in die Emigration gehen. Emma Plank konnte sich in die USA retten, wo sie durch die dortige Aufgeschlossenheit für neue psychologische und pädagogische Ansätze die Chance bekam, an ihre früheren beruflichen Erfahrungen anzuknüpfen. Im Umkreis von aus Wien emigrierten Psychoanalytikern und Psychoanalytikerinnen gelang es ihr, unter gänzlich anderen gesellschaftlichen Bedingungen und einem für sie neuen institutionellen Rahmen ihren Wiener Ansatz in modifizierter Form fortzuführen, universitär zu verankern und schließlich ein neues Berufsfeld zu schaffen. In diesem Projekt wurde entlang dem durch den Nachlass gut dokumentierten Leben der bedeutenden Montessori- bzw. psychoanalytischen Pädagogin Emma (Spira-)Plank das nuancenreiche Zusammenwirken von Montessori-Pädagik und psychoanalytischer Pädagogik in der Zwischenkriegszeit sowie die Fortsetzung dieses Erziehungsansatzes in der Emigration herausgearbeitet.
Remigration nach 1945 - betrachtet aus der Gender Perspektive
Auftraggeber:
Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank
Projektleitung: Mag. Dr.
Krzysztof Glas
(+) / Univ. Doz. Dr. Johann Dvorak
Projektmitarbeiterinnen: Dr.
Ilse Korotin
/ Mag. Karin Nusko / Dr. Barbara Serloth
Laufzeit: Juli 1998 - Juni
2001
In diesem Projekt wurde die Problematik der Remigration nach 1945, konzentriert auf die Bereiche Politik und Wissenschaft, mit geschlechterdifferenzierenden Fragestellungen behandelt. Dabei wurde untersucht, mit welchen politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen EmigrantInnen, verschleppte Personen und Displaced Persons nach 1945 konfrontiert waren, wobei die Situation in den jeweiligen Herkunfts- und Aufnahmeländern bzw. jenen, in denen sie sich zum Zeitpunkt der Befreiung befanden, besonders berücksichtigt wurde. Im Zentrum des Interesses stand die Frage nach den spezifischen Bedingungen für Frauen. Auf der Basis einer Reihe allgemeiner Fragestellungen sollte die in der bisherigen Forschung bemerkbare Individualisierungstendenz (als Quellen dienten meist veröffentlichte und unveröffentlichte Autobiografien sowie lebensgeschichtliche Interviews) durchbrochen werden; herausgearbeitet werden sollte vielmehr das gesellschaftspolitische Umfeld, in dem eine Remigration glücken oder misslingen konnte.
Biografische Datenbank
(BDÖF) und Lexikon österreichischer Frauen
(BLÖF).
Erstellung
eines Strukturplans
des Projektes BDÖF/BLÖF
Auftraggeber:
Bundesministerium für
Wissenschaft und Verkehr
Projektleitung: Dr. Brigitta
Keintzel
/ Dr. Ilse Korotin
Laufzeit: 1. Juli 1998 - 31.
Dezember
1998
Biografien österreichischer Frauen sind in den biografischen Lexika lediglich zu einem geringen Prozentsatz vertreten und beziehen sich zudem überwiegend auf Persönlichkeiten, welche im künstlerischen oder schriftstellerischen Bereich tätig waren. Zur Idee einer umfassenden historisch-biografischen Aufarbeitung österreichischer Frauenpersönlichkeiten trugen auch bereits existierende internationale Vorbilder bei. Zu erwähnen sind das dreibändige Standardwerk "Notable American Women: 1607-1950" sowie das im Zusammenhang mit einer biografischen Datenbank konzipierte "Dansk Kvindebiografisk Leksikon". Nach einem Blick auf die internationale frauenspezifische Biografieforschung kann folglich das Fehlen eines gesonderten biografischen Lexikons sowie einer Datenbank österreichischer Frauen als Desiderat bezeichnet werden. Die Projektinitiative "Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen" gründet sich auf historische Wurzeln und bezieht die in der Ära Hertha Firnberg entstandene umfangreiche Materialsammlung zu einem "Biografischen Lexikon der österreichischen Frau" in das Vorhaben ein. Auch Kooperationen mit vergleichbaren Nachschlagewerken und Datenbanken wurden angebahnt. Das Projektdesign orientiert sich an einem Modulsystem. Im Zentrum befindet sich die Datenbank, in welche prozesshaft laufend Datensätze einfließen. In thematischen Modulen wird die Ausarbeitung von Text-Biografien in Einzelprojekte ausgegliedert.
Wissenschaftlerinnen in
Österreich - Datenbank und Lexikon
Schwerpunkt
20. Jahrhundert:
Jahrhundertwende bis Nachkriegszeit
Auftraggeber:
Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank
Projektleitung: Dr. Brigitta
Keintzel
/ Dr. Ilse Korotin
ProjektmitarbeiterInnen:
Peter Apathy
/ Elisabeth Aufhauser / Gerhard Benetka / Elisabeth Berger / Doris
Beyer
/ Edith Bielek / Brigitte Bischof / Sieglinde Bolbecher / Michaela
Brodl
/ Felix Butschek / Ildico Cazan / Rosa Diketmüller / Karl
Fallend
/ Margarete Friedrich / Brigitte Fuchs / Ute Georgeacopol-Winischhofer
/ Hertha Hanus / Helga Hofmann-Weinberger / Doris Ingrisch / Erika
Kanduth
/ Christine Kanzler / Clara Kenner / Herbert Killian / Christian
Klösch
/ Elisabeth Lebensaft / Harriet Leischko / Edith Leisch-Prost /
Brigitte
Mazhol-Wallnig / Lydia Miklautsch / Elke Mühlleitner /
Jürgen
Nautz / Herbert Nikitsch / Martina Pippal / Sabine Plakholm-Forsthuber
/ Judith Rollinger / Ursula Scholda / Barbara Serloth / Franz Speta /
Marcella
Stern / Roswitha Stiegner / Eva Waniek / Christa Wille / Gudrun
Wolfsgruber
/ Claudia Wurzinger / Charlotte Zwiauer
Laufzeit: Jänner
1998 - Februar 2000
Das
Forschungsvorhaben hatte eine umfassende
bio-bibliographische Aufarbeitung österreichischer und
österreichbezogener
Wissenschaftlerinnen zum Ziel. Berücksichtigung fanden jene
Frauen,
welche innerhalb der historischen Grenzen der Republik
Österreich
geboren wurden bzw. dem österreichischen Kulturkreis
zuzuordnen sind
oder in einer bedeutenden Phase ihren Lebensmittelpunkt hier hatten.
Die
ausführliche Dokumentation von Leben, Werk und Wirkung
österreichischer
Wissenschaftlerinnen ab dem Zeitpunkt der Zulassung zum Frauenstudium
bis
in die Nachkriegszeit kann als Desiderat der österreichischen
Wissenschaftsgeschichte
bezeichnet werden. Aus diesem Grund wurden im Rahmen des Projekts
umfangreiche
Recherchen getätigt und als Ausgangsbasis ein
Personenverzeichnis
("Wissenschaftlerinnenindex") erstellt, welches 488 Namen von
Wissenschaftlerinnen
unterschiedlicher Disziplinen enthält. Sämtliche
Namen wurden
in einer Datenbank zumindest im Ausmaß der biografischen
Eckdaten
erfasst.
Für das geplante
Lexikon, in dem
Leben, Werk und Wirkung österreichischer Wissenschaftlerinnen
in knapper
und komprimierter Form nachschlagbar sind, wurden 352 Biografien
ausgewählt
und zur Bearbeitung an AutorInnen der jeweiligen Disziplin vergeben.
Die
vorzugsweise Vergabe an VertreterInnen der einzelnen Disziplinen sollte
eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen Werk
ermöglichen
und dessen Relevanz zur Diskussion stellen. Besonderes Augenmerk fand
auch
die Berücksichtigung des gesellschafts- und
wissenschaftspolitischen
Umfelds (besonders Verfolgung, Emigration, Exil, Remigration). Das
Lexikonprojekt
wurde durch den Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank
teilfinanziert. Die im Rahmen der genehmigten Mittel beauftragten und
bis
zum Abschluss des Projektzeitraums eingelangten Biografien wurden im
Hinblick
auf das Lexikon redaktionell bearbeitet. Das Lexikon erschien 2002 im
Böhlau
Verlag.
Biografische Datenbank
(BDÖF) und Lexikon österreichischer Frauen
(BLÖF)
Schwerpunkt
19. und 20.
Jahrhundert (Folgeprojekt)
Auftraggeber:
Bundesministerium für
Wissenschaft und Verkehr
Projektleitung: Dr. Ilse
Korotin
Dokumentarin: Mag. Ursula
Scholda
ProjektmitarbeiterInnen:
Hertha Arnberger
/ Christa Bittermann-Wille / Susanne Blumesberger / Eva Cescutti /
Elisabeth
Dietrich / Wolfgang Duchkowitsch / Johann Dvorak / Roland Feigl / Karin
Gludowatz / Helmut Gröger / Harald Hagemann / Hertha Hanus /
Gabriella
Hauch / Manuela Hinteregger / Ulrike Hoffmann-Richter / Helga
Hoffmann-Weinberger
/ Johanna Holaubek / Bärbel Holaus / Sonia Horn / Uwe Humpesch
/ Clara
Kenner / René Korotin / Elsa Koss / Sigrid Kretschmer /
Ursula Kubes
Hofmann / Elisabeth Lebensaft / Susanne Lichtmannegger / Tamara
Loitfellner
/ Gerhard Luf / Elisabeth Malleier / Juliane Mikoletzky / Maria Mizzaro
/ Elke Mühlleitner / Karin Nusko / Elena Ostleitner / Sabine
Plakolm-Forthuber
/ Richard Potz / Anton Ruttner / Gabriele Sauberer / Friedrich Schaller
/ Peter Schöttler / Sylvia Schreiber / Christian Seipel /
Barbara
Smetschka / Barbara Steininger / Edith Stumpf Gischer / Ingrid
Tomkowiak
/ Friedrich Wallner / Karin Walzl / Gudrun Wolfgruber / Margit
Wolfsberger
/ Annika Zednicek
Laufzeit: Juli 1999 - Juni
2001
In der Weiterführung des ersten, abgeschlossenenen Projekts konzentrierte sich die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Datenbankenprototyps auf inhaltliche Auseinandersetzungen bezüglich der Aufnahme- und Suchkriterien, wie sie vor allem in den ExpertInnen-Interviews angeschnitten wurden bzw. auf Probleme, die während des Probelaufs auftraten sowie auf daraus resultierende EDV-relevante weitere Entwicklungsschritte. Für den Aufbau der Datenbank wurde die großzügige Aufnahme von biografischen Datensätzen als notwendig erachtet. Es wurde davon ausgegangen, dass - im Unterschied zum gedruckten Medium "Lexikon" - eine Datenbank die prozesshafte Entwicklung von Biografien (oft ist nach ersten Erkundungen nur der "Name" bekannt) erlaubt. Die Eingabe von biografischen Datensätzen konzentrierte sich vorwiegend auf das 19. und 20. Jahrhundert; mit der Erfassung von mindestens 2.000 biografischen Datensätzen sowie einer fachhistorischen Nachbearbeitung von ausgewählten 300 Biografien.
Biografische und wissenschaftsgeschichtliche Studien zu Naturwissenschaftlerinnen
Auftraggeber:
Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank
Projektleitung: Dr. Brigitta
Keintzel
Mitarbeiterin: Mag. Brigitte
Bischof
Laufzeit: Juni 2000 -
September 2002
Das
Geschlechterverhältnis in den
naturwissenschaftlichen Studienrichtungen an der Universität
Wien
war in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts bis 1938
teilweise
bei weitem nicht so dramatisch, wie rückblickend oft vermutet
wird.
Es finden sich zahlreiche Frauen, die ein naturwissenschaftliches Fach
an der Universität studierten und abschlossen (bis 1945 ca.
1.100).
In den 30er-Jahren liegt der Frauenanteil in den
größeren naturwissenschaftlichen
Studienrichtungen bei den DissertantInnen zwischen ca. 20% (Chemie) und
40% (Botanik). Etliche Naturwissenschaftlerinnen sind nach dem Studium
weiter wissenschaftlich tätig und in der Zwischenkriegszeit
werden
sie auch an den Instituten eingestellt. Aber hier endete die besondere
Entwicklung an der Wiener Universität, die sich in der
großen
Anzahl von Absolventinnen widerspiegelte. Als freie Mitarbeiterinnen an
universitären wie außeruniversitären
Einrichtungen und
als Assistentinnen durchaus akzeptiert, finden sie selten die
Möglichkeit
zu einer weiteren wissenschaftlichen Qualifikation. Als gleichwertige
Mitglieder
der Universität sind Frauen nur ganz vereinzelt und im
Vergleich mit
anderen Ländern deutlich später willkommen. Die
wenigen Habilitationen
bis 1938 sind eher als Ausnahmen, denn als eine langsame
Öffnung zu
interpretieren, zu groß waren die Vorbehalte und Vorurteile
gegenüber
Frauen in höheren, selbstständigen Positionen.
Gekoppelt mit
dem latent wachsenden Antisemitismus wurden einige viel versprechende
Entwicklungen
unterbunden bzw. 1938 abgebrochen. Gleichzeitig finden wir in den
Jahren
des Zweiten Weltkrieges wieder verstärkt Frauen als
wissenschaftliche
MitarbeiterInnen an den Instituten. Sie werden wie im Ersten Weltkrieg
und wie in anderen "männlichen" Bereichen als
"Ersatzkräfte"
und entgegen dem propagierten faschistischen Frauenbild zahlreich
eingestellt.
Allerdings müssen die meisten - wie in anderen Bereichen auch
- den
rückkehrenden Männern wieder Platz machen. Viele der
frühen
Naturwissenschaftlerinnen führten ihre wissenschaftliche
Arbeit ohne
fixe Anstellung und Bezahlung durch. In den entsprechenden Fachkreisen
waren ihre Forschungen jedoch durchwegs anerkannt. Dass sie heute nicht
mehr bekannt sind beziehungsweise als vereinzelte Ausnahmen dargestellt
werden, kommt nicht daher, dass sie einfach
Çvergessení wurden, sondern
ist einer mehrfachen Verdrängung zuzuschreiben, deren wir uns
erst
langsam bewusst werden.
In dem Forschungsprojekt,
welches ein
weiteres Modul für das Projekt "biografiA -Datenbank und
Lexikon österrreichischer
Frauen" darstellt, konnten über 160 neue und ca. 100 bereits
vorhandene
biografische Skizzen zu Naturwissenschaftlerinnen erstellt und
vervollständigt
werden.
Biografische Datenbank
und Lexikon österreichischer Frauen -
Modul:
Kinder- und Jugendbuchautorinnen
Auftraggeber:
Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank
Projektleitung: Dr. Ilse
Korotin
Mitarbeiterin: Mag. Dr.
Susanne Blumesberger
Laufzeit: Juli 2000 -
Dezember 2002
Leben, Schaffen und Wirken von Kinder- und Jugendbuchautorinnen, die innerhalb der historischen Grenzen der Republik Österreich im 18., 19. und 20. Jahrhundert geboren wurden bzw. eine wichtige Phase ihres Lebens hier tätig waren, wurden in diesem Projekt biografisch erfaßt werden. Als Grundlage dient der methodische Ansatz, welcher im Rahmen des Projekts "biografiA. Lexikon und Datenbank österreichischer Frauen" entwickelt wurde. Ausgehend von den theoretischen Überlegungen einer feministisch orientierten Biografieforschung wurde eine kritische Auseinandersetzung mit scheinbar allgemeingültigen Kategorien, die in der Betrachtung von menschlichen Lebensläufen nach wie vor bestimmend sind, initiiert und in unterschiedlichen Bereichen eine geschlechterdifferente Sichtweise eingefordert. Unter den 857 im Projekt biografierten Frauen finden sich zahlreiche bekannte Namen wie Vera Ferra-Mikura, Anneliese Umlauf-Lamatsch, Mira Lobe und Marlen Haushofer, aber auch zahlreiche Autorinnen, die heute mehr oder weniger vergessen sind. Viele derer, an die man sich heute nicht mehr erinnert, waren jüdischer Herkunft. Mehrere Emigrantinnen, wie die 1925 in Wien geborene und heute in England lebende Eva Ibbotson oder die drei Jahre später geborene Lore Segal, die heute als Schriftstellerin in Amerika lebt, sind heute in Österreich der Allgemeinheit kaum bekannt. Kaum Spuren hinterließen auch jene, die die NS-Zeit nicht überlebten wie - um nur ein Beispiel zu nennen - Ilse Weber, die 1927 "Jüdische Kindermärchen" veröffentlichte und 1944 in Auschwitz ermordet wurde.
Das Gesamtprojekt
"biografiA.
Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen"
wurde
von Beginn an (1998) als Datenbank, Buch und vor allem für die
Nutzung
des biografischen Forschungs- und Dokumentationsbereichs im Internet
konzipiert
und kann auf rund 10.500 biografische Datensätze in
unterschiedlichen
Ausarbeitungsstufen verweisen. In dem auf zwei Jahre konzipierten
Folgeprojekt
wurden nachstehender Bereiche bearbeitet:
» 1.
Teilbereich: Datenbank
(Nachbearbeitung der Datenbank: Beschlagwortung, Ereigniskategorien /
Dateneingabe:
Schwerpunkt Mittelalter und Frühe Neuzeit / Ergänzung
des bisherigen
Schwerpunktes (19. und 20. Jahrhundert) / Erfassung von
weiteren
2000 biografischen Datensätzen / fachhistorische
Nachbearbeitung von
ausgewählten 300 Biografien.
» 2. Teilbereich:
Internet (Homepage:
Laufende Aktualisierung der Projektinformationen. Präsentation
von
Biografien und web-fertigen Grafiken aus den ÖNB-Projekten
"Wissenschaftlerinnen",
"Naturwissenschaftlerinnen", "Kinder- und Jugendbuchautorinnen" sowie
aus
dem Basisprojekt biografiA) / Internet-Datenbank:
Für eine weitere
Ausbaustufe der Internet-Präsenz ist eine direkte
Internet-Datenbankschnittstelle
vorgesehen, die eine kombinierte Suche nach Daten (Grunddaten)
ermöglicht.
Biografische Datenbank
und Lexikon österreichischer Frauen -
Modul:
Jüdische
Frauen in Österreich und ihr Beitrag zu Wissenschaft, Kunst
und Kultur
Schwerpunkt:
18. bis
20. Jahrhundert
Auftraggeber:
Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank
Projektleitung: Gen. Dir. Dr.
Johann Marte
Mitarbeiterin: Mag. Dr.
Susanne Blumesberger
Laufzeit: Jänner
2003 - März
2005
In diesem
Projektmodul wird das Leben,
Schaffen und Wirken von Frauen jüdischer Herkunft, die
innerhalb der
jeweiligen historischen Grenzen der Republik Österreich im
Zeitraum
des 18. bis 20. Jahrhundert geboren wurden bzw. eine wichtige Phase
ihres
Lebens hier tätig waren durch das Erstellen von
ausführlichen
Biografien beleuchtet. Als Grundlage dient der methodische Ansatz,
welcher
im Rahmen der Entwicklung des Projekts "Biografische Datenbank und
Lexikon
österreichischer Frauen" (www.biografiA)
diskutiert wurde. Ausgehend von den theoretischen Überlegungen
einer
feministisch orientierten Biografieforschung wurde eine kritische
Auseinandersetzung
mit scheinbar allgemein gültigen Kategorien, die in der
Betrachtung
von menschlichen Lebensläufen nach wie vor bestimmend sind,
initiiert
und in unterschiedlichen Bereichen eine geschlechterdifferente
Sichtweise
eingefordert. Das Projekt ist damit vorrangig auf die biografische
Methode
ausgerichtet. Ergebnisse werden nicht nur im Bereich Frauenforschung
sondern
auch im Bereich der jüdischen Geschichte erwartet.
Biografien von Frauen und
besonders von
jüdischen Frauen sind durch mehrere Faktoren schwerer
nachzuzeichnen
als die der Männer. Zum einen, weil Frauen traditionell eher
im Hintergrund
tätig waren bzw. tätig sein mussten, und nur wenn es
ihnen gelang,
an die Öffentlichkeit zu treten, ihre Namen in Lexika zu
finden sind;
und zum zweiten, weil ihre Spuren durch Namenwechsel und aufgezwungene
Pseudonyme oft sehr verwischt sind.
Jüdinnen und Juden
haben die Kulturlandschaft
Österreichs entscheidend mitgeprägt. Unter ihnen sind
zahlreiche
Frauen vertreten, die zum Teil heute wegen der oben genannten Faktoren
in Vergessenheit geraten sind bzw. von denen nur noch der Name, aber
keine
Lebensumstände bekannt sind. In den meisten Lexika, besonders
bei
früheren Ausgaben, ist der weibliche Anteil an den
verzeichneten Personen
deutlich unterre-präsentiert. (Das im Jahre 2002 erschienene
"Handbuch
österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer
Herkunft",
Hg. von der Österreichischen Nationalbibliothek, verzeichnet
688 Autorinnen
von über 8100 Gesamteinträgen.)
Das Projekt will einen
möglichst
breiten Überblick über all jene Frauen schaffen, die
die österreichische
Kultur mitgetragen haben, sei es in öffentlichen Positionen
oder im
Hintergrund und zugleich die jeweiligen Lebenswege möglichst
genau
recherchieren und darlegen. Dabei sollen möglichst viele
individuelle,
unverwechselbare Lebensläufe, um mit Bettina Dausien (Dausien,
Bettina:
Frauengeschichten. Perspektiven der Biografieforschung in der Frauen-
und
Geschlechterforschung. In: Desiderate der österreichischen
Frauenbiografieforschung.
Hg. Elisabeth Lebensaft. Östereichische Akademie der
Wissenschaften,
Wien 2001 S. 26) zu sprechen, möglichst viele "rote
Fäden", die
in individuelle Geschichten verstrickt sind, aufgenommen und die
verschiedenen
"Webmuster" entziffert werden. Der gemeinsame jüdische
Hintergrund
der aufgenommenen Frauen wird, unabhängig vom jeweiligen
religiösen
Bekenntnis, als Schicksalsgemeinschaft begriffen. Die
Zugehörigkeit
zu Österreich meint hier nicht nur die Geburt innerhalb der
jeweiligen
historischen Grenzen, sondern bezieht auch all jene Frauen mit ein, die
durch ihre Staatsbürgerschaft als österreichisch zu
definieren
sind bzw. die hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben.
Der Untersuchungszeitraum
umfasst das
18. bis 20. Jahrhundert, also eine Zeitspanne die sowohl die
Emanzipationsbestrebungen
innerhalb des Judentums als auch deren Zunichtemachung durch
Vertreibung
und Ermordung enthält. Biografien stellen nicht nur die
Lebensgeschichte
der Menschen dar, sondern bieten auch einen Überblick
über das
jeweilige politische und gesellschaftliche Umfeld, in dem die Personen
jeweils lebten und wirkten. Bei Personen jüdischer Herkunft
ist dieser
Umstand verstärkt erkennbar, bedenkt man die Tatsache, dass
Jüdinnen
und Juden in unserem Land besonders im 20. Jahrhundert Verfolgungen
ausgesetzt
waren. Dabei waren Frauen jüdischer Herkunft oft doppelt
unterdrückt,
einmal als Frau, die eine Rolle in der Gesellschaft einnehmen wollte,
und
einmal als Person jüdischer Herkunft.
Psychiatrie und Geschlecht
Auftraggeber:
Bundesministerium für
Wissenschaft und Verkehr
Projektbearbeiterin: Dr.
Brigitta Keintzel
Laufzeit: Dezember 1997 -
Oktober 2000
Im ersten Kapitel dieser Arbeit wird das metaphysische Zeitverständnis mit jenem der Moderne verglichen. Unterschiede, aber auch Wechselwirkungen zwischen der Wiener Psychiatrie und der Psychoanalyse werden daran anschliessend über eine Analyse der Bedeutung der Vergangenheit und der daraus resultierenden Relevanz für therapeutische Verfahren und für die Kulturtheorie heraus gearbeitet. Mit den Ausführungen zur Psychoanalyse der Weiblichkeit wird gezeigt, dass Freud bereits ab den Anfängen keine einheitliche Theorie vertrat. Besonders in den Frühschriften (ca. bis 1908) verknüpfte Freud soziale mit sexuellen Fragestellungen. Entwicklungsdynamische und gesellschaftskritische Aspekte sind in abgeschwächter Form auch noch in den Spätschriften enthalten. Im zweiten Kapitel wird über den Verlauf der Frauenrechtsbewegung und über die Anfänge einer modernen Psychiatrie untersucht, wie sich aus den Ideen der Aufklärung und in der Interpretation der Geschlechterverhältnisse sowohl romantische Schöpfungsfantasien als auch ein verdinglichtes positivistisches Verständnis entwickeln konnten. Idealisierung und Entidealisierung des Weiblichen werden mit dieser zweifachen Geschlechterkonzeption in Verbindung gebracht. Der Antifeminismus der Jahrhundertwende wird mit einer historisch gewachsenen Problemstellung einer Krisis der Wissenschaften und einer Krisis des Ich-Begriffs in Verbindung gebracht. Die Debatte um die Prostitution wird im Spannungsfeld zwischen Fürsorge-, Frauenbewegung, Sexualwissenschaft, Rassen-, Sozialhygiene, Medizin und Psychoanalyse verfolgt. Das positivistische und pathologisch-anatomisch orientierte Wissenschaftsverständnis in Medizin und Psychiatrie schuf eine hermeneutische und psychische Lücke in der Begründung psychischer Krankheiten. Die daraus resultierenden Aporien und Widersprüchlichkeiten eines "geschlechtsspezifischen Krankheitsbegriffs" werden im dritten Kapitel herausgearbeitet. Ebenso behandelt wird anhand dieser Defizite das ideengeschichtliche Vorfeld der Psychoanalyse. Untersucht wird dazu der psychiatrische und gynäkologische Diskurs vor und nach der naturwissenschaftlichen Wende. Psycho-physische Probleme ab der Jahrhundertwende bis zur Zwischenkriegszeit werden im Wiener psychiatrischen, gynäkologischen und im sexualwissenschaftlichen Diskurs erforscht. Über den rassenhygienischen Diskurs (mit Schwerpunkt Wien) wird gezeigt, dass die Bestimmung von gesund und krank, männlich und weiblich durch eine Abgrenzung von einem psychoanalytischen und philosophisch bestimmten Persönlichkeitsbegriff erfolgte.
Zur Erarbeitung eines feministische Bedeutungsbegriffs im Bereich der Gender-Studies
Auftraggeber:
Bundesministerium für
Wissenschaft und Verkehr
Projektbearbeiterin: Mag. Eva
Waniek
Laufzeit: Dezember 1997 - Mai
2000
Das Projekt hatte
die Erarbeitung eines
feministischen Bedeutungsbegriffs zum Ziel, der zur Klärung
von gesellschafts-
und erkenntnistheoretischen Gundlagenproblemen in den Gender-Studies
beitragen
soll. Denn obwohl die Gender-Forschung von der Unterscheidung zwischen
dem biologischen Geschlecht (sex) und dem kulturellen Geschlecht
(gender)
ausgeht, um die historisch entwickelten und sozialen Bedeutungen von
Geschlechtlichkeit
zu beschreiben und kritisch darzustellen, blieb bislang eine
grundlagenspezifische
Analyse der Verwendung dieser zentralen interpretativen Kategorie aus.
Dieses Forschungsdefizit, das weitere offene Fragestellungen in
Schlüsselbereichen
der geschlechtsspezifischen Forschung nach sich zieht, wurde durch die
Adaption wichtiger sprachphilosophische Aspekte dessen, wie Bedeutung
begriffen
werden kann, geklärt. Dementsprechend gelang es, zum einen
gegensätzliche
Bedeutungsauffassungen in der Gender-Forschung kenntlich zu machen und
zum anderen ihre unterschiedlichen Argumentationen und
erkenntnistheoretischen
Voraussetzungen aufzuzeigen. Das Ziel des Vorhabens war es somit, eine
Klärung im disziplinären Grundlagenbereich der
Gender-Studies
zu leisten und richtet sich insbesondere:
» auf die
Klärung definitorischer
Probleme in der feministischen Literatur (Sex/Gender);
» auf eine
Methodenklärung
im Bereich der Gender-Forschung (Wie kann geschlechtsspezifische
Bedeutung
komplex verstanden werden?);
» auf die
Entwicklung einer Argumentation,
die gegen aktuelle essentialistische Interpretationen des Geschlechts
verwendet
werden kann.
Zum
Seitenanfang
Jüdische
Frauen in Österreich und ihr Beitrag zu Wissenschaft, Kunst
und Kultur. Ein
biografischer Überblick
Schwerpunkt:
Opfer des
Nationalsozialismus
Projektleitung:
Gen. Dir. Dr. Johann Marte
Mitarbeiterin: Mag. Dr.
Susanne Blumesberger,
Dr. Ilse Korotin
Hauptfinanziert von
Jubiläumsfonds der
Österreichischen Nationalbank (siehe abgeschlossene Projekte)
Teilfinanzierung:
Nationalfonds der Republik
Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
Laufzeit: März
2005 - Februar 2007
In dem vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank hauptfinanzierten Projekt konnten bisher zirka 2.400 Datensätze von Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen aufgenommen bzw. ergänzt werden. In vielen Fällen war es möglich, vollständige Biografien auszuarbeiten, bei anderen konnten jedoch nur Spuren aufgenommen werden. Da es sich bei der letzten Gruppe vor allem um jene Frauen handelt, die die Verfolgung durch das NS-Regime nicht überlebt haben, ist eine weitere Recherche, vor allem in Archiven, notwendig.
Auftraggeber:
Jubiläumsfonds
der Österreichischen Nationalbank
Projektleitung: Univ.
Doz. Mag. Dr. Ernst
Seibert
Projektbearbeitung: Dr.
Susanne Blumesberger
Laufzeit: April 2005 -
März 2007
Projektziel ist eine biografische Aufarbeitung jener österreichischer Frauen jüdischer Herkunft, die als Schriftstellerinnen an die Öffentlichkeit traten und somit entscheidend an der österreichischen Kultur mitgewirkt haben. Schwerpunkt des Projektes ist einerseits die Sichtbarmachung heute fast vergessener Schriftstellerinnen und andererseits die Darstellung der Vernetzung von bekannten und unbekannten schreibenden Frauen anhand erhalten gebliebener Aufzeichnungen und Korrespondenzen. Es sollen ausführliche Biografien von jenen Schriftstellerinnen erstellt werden, die innerhalb der jeweiligen historischen österreichischen Grenzen geboren wurden beziehungsweise hier ihren Lebensmittelpunkt hatten. Der Untersuchungszeitraum umfasst das 18. bis 20. Jahrhundert. Eine Publikation nach Abschluss des Projektes ist geplant.
1.
Teilbereich: Datenbank
Ausarbeitung von speziellen
Kategorien der Datenbank (Epochen, Ereignisse, Be-schlagwortung,
spezifische Berufsgruppen): Manche Felder der Datenbank wurden zur
Evaluierung der im Prototyp vorgestellten Lösung und zur
Klärung weiterer Anforderungen bei der Eingabe
zurückgestellt und sollen nun - nach Vorlage entsprechender
Erfahrungswerte - ausgearbeitet werden. Andere Felder (Beschlagwortung,
Ereignisse) wurden in einer späteren Phase für
biografiA entwickelt und in die Datenbank integriert. Jede dieser
Kategorien erfordert die Erstellung spezieller standardisierter Listen,
welche die systematische Zuordnung der jeweiligen Biografien erlauben.
Dateneingabe mit Schwerpunkt
2. Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart bzw. -
Erweiterung des Gesamtbestandes durch neue Forschungsergebnisse.
Vergabe von Einzelbiografien
und Themenmodulen an Fach-AutorInnen
Die Frauen im Umfeld des
jüdischen Prager Kreises
Kreative
Netzwerke und Transaktionsfelder
aus historisch-biografischer Perspektive
Es ist heute kaum bekannt, dass sich fast alle Frauen im Umfeld des „jüdischen Prager Kreises" aktiv und engagiert gesellschaftlich, journalistisch und literarisch für die „zionistische Sache" eingesetzt haben. Mit der Gründung von Vereinen und der Organisation von Vorträgen und Lesungen schufen sie eine Plattform für die moderne deutschsprachige Literatur in Prag. Zu ihnen gehörten auch Ottla Kafka (die Schwester Franz Kafkas), Elsa Brod (die Frau Max Brods), Else Bergmann (die Frau Hugo Bergmanns), Berta Fanta und viele andere.
Dass Alfred Engel eine Notschule für jüdische Flüchtlinge aus Galizien initiierte, ist zwar mehrfach dokumentiert, die Tatsache jedoch, dass Ida Freund (die Schwester von Berta Fanta) das Flüchtlingsheim für die Kinder, die eben diese Notschule besuchten, ins Leben rief, war hingegen bisher nicht bekannt. Auch die auf die Initiative von Frauen zurückgehenden Vereine wie der „Klub jüdischer Frauen und Mädchen“ und der „Mädchenklub“ sind nahezu unerforscht – im Gegensatz zu den von Männern gegründeten wie dem „Bar Kochba“. Ziel des Projekts ist es, die Bedeutung des von Frauen geschaffenen kulturellen Netzwerkes, in dem Prag als ehemaliges Zentrum der Monarchie eine wichtige Rolle spielte, wieder bewusst zu machen.
Kontakt:
Mag.
Dr. Susanne Blumesberger,
Institut
für Wissenschaft und Kunst, Berggasse 17/1 1090 Wien,
Tel:
315 76 88, E-mail: s_blumesberger@yahoo.de
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Letzte Bearbeitung: 14.03.2008
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