PS Grundlagen der Geoinformation SS99
(Gruppe 7- Ober, Pöschl, Rücklinger )


E R G E B N I S
(Durchführen einer Analyse mittels der GIS-Software "ArcInfo")

 

Problemstellung:
 - "Standortsuche Ökowohnsiedlung (mit Solarstromversorgung)" -

Generelle Überlegungen:

Grundlagen der Bauplanung:Siedlungsgrundriss
Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um eine Reihenhaussiedlung, die gewählt wurde, da diese Siedlungsform eine der platzsparendsten Lösungen darstellt. Die Siedlung wird Wohnraum für durchschnittlich 320 Personen in insgesamt 80 Wohnungen bieten. Aufgebaut aus 5 Häuserreihen mit jeweils 4 Häusern befinden sich also 20 Häuser in der Siedlung. Jedes der 4 einstöckigen Häuser einer Häuserreihe umfasst 2 Wohnungen im Erdgeschoß und 2 Wohnungen im 1. Stock, wobei die ebenerdigen Wohnungen mit je einem Garten gleich der Wohnungsgröße ausgestattet sind. Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt bei 100m². Ausschlaggebend für weitere Berechnungen (siehe unten) ist die maximale Bauhöhe von 6.5m, die sich aus der gesetzlich vorgeschriebenen minimalen Raumhöhe von 2.5m, der tatsächlichen Geschoßhöhe und unter anderem der Höhe eines Flachdaches von 30cm zusammensetzt. Anhand des sog. Geschoßflächenindex errechnet sich die Größe des Nettobaulandes, von dem man ein Bruttobauland von etwa 2ha ableiten kann.

Standortanforderungen:
- gute Verkehrsanbindung an nicht stark befahrene Straßen und an Eisenbahn

 Dieser Anforderung wird durch eine maximale Entfernung von 300m zu Straßen der 2. und 3. Ordnung entsprochen. Der Anbindung an die Schiene kann in diesem Fall nicht Rechnung getragen werden, da Bahnhöfe nicht gesondert erfasst wurden.
- Ausreichende Entfernung von Autobahn, Bundesstraßen und Eisenbahn
Somit soll übermäßige Lärm- und Staub- und Schadstoffbelästigung verhindert werden. Dies wird durch eine minimale Entfernung zu Straßen 1. Ordnung von 150m erreicht. Weiters sollte die Siedlung aus Gründen der Lärmbelästigung mindestens 200m von Gleiskörpern der Eisenbahnanbindung entfernt sein.
- Südhang bzw. Südausrichtung - nicht Nordhang
Um die Wirtschaftlichkeit der Heizkosten zu optimieren und auch dem Wohnkomfort zu entsprechen wird eine Süd-Ausrichtung der Siedlung bedingt. Dem entspricht ein Wert von 130 bis 230° der in ArcInfo gebräuchlichen Winkelrechnung.
- Ausreichende rechteckige Grundfläche entsprechend dem Bruttobauland - Nicht zu steiles Gelände
Aus bautechnischen Gründen wird eine maximale Neigung des geeigneten Geländes von 5% angenommen. Dieser Wert errechnet sich aus dem Nichtüberschreiten eines Höhenunterschiedes zwischen beliebigen Rändern des Baugebietes entsprechend der maximalen Bauhöhe der Siedlung.  Generell ist jedoch ebeneres Gelände immer zu bevorzugen.
- Entfernung von Hochspannungsleitungen
Da gesundheitsbedrohliche Auswirkungen von permanentem Aufenthalt bzw. Wohnen unter Hochspannungsleitungen nachgewiesen ist, wird bei der Standortplanung auch dieser Punkt berücksichtigt. So wird eine minimale Entfernung der Siedlung zu Hochspannungsleitungen von 100m vorausgesetzt.
- Nicht im Waldgebiet
Hier wird im Sinne einer Ökosiedlung Rücksicht auf naturräumliche Gegebenheiten genommen und ein nicht erforderliches Schlagen von Wald- bzw. Grünflächen vermieden.
- Nicht im Wasser und in bereits existentem Siedlungsgebiet
. . . selbsterklärend!
Anmerkung: Sämtliche Entfernungsanforderungen basieren nicht auf wissenschaftlich fundierten Annahmen, sondern wurden aus ökonomischen Gründen nach eigenem Ermessen erstellt.

Lösungsansätze vom GIS:
Im Rahmen unseres Projektes verwendeten wir folgende von ArcInfo zur Verfügung gestellten Funktionen:

Endprodukt:
Als Ergebnis erhalten wir eine in ArcView weiterbearbeitete Arbeitskarte, auf welcher die durch Analysen in ArcInfo gewonnene Lösungsflächen auf einer Topologischen Grundkarte visualisiert sind. Diese Karte diente als Grundlage für die Überprüfung der Analyseergebnisse im Gelände.

Endbenutzerkreis:
In weiterer Folge dient das Ergebnis in erster Linie den für die Realisierung des Bauvorhabens zuständigen Entscheidungsträgern (z.B. Baubehörden, Wohnbaugesellschaften, Gemeinden, u.s.w.)

Datenbasis:
 

Bearbeitungsgebiet:
Als Datengrundlage wurde das Blatt 49-Wels der Österreichischen Karte 1:50.000 herangezogen. Zur Verwendung kam jedoch nur ein kleinerer Ausschnitt im Bereich Gunskirchen bei Wels.

Genauigkeitsanforderungen:
Die Datengenauigkeit entspricht dem Maßstab der Österreichischen Karte 1 : 50 000.

Thematiken:

Auf grund der bereits genannten Standortanforderungen der Ökowohnsiedlung sind folgende thematische Ebenen erforderlich:

Datenquellen:
Österreichische Karte 1:50.000, Blatt 49 - Wels

Koordinatensystem:
Um die weitere Verwendung der erfassten Daten zu erleichtern, wurden sie im österreichischen Bundesmeldenetz abgebildet.

Objektschlüssel:
Zur Verwendung kam ein bereits vorhandener Objektschlüssel, der auf die zuvor genannten thematischen Ebenen aufbaut.

Datenerfassung:
Da leider keine digitalen Daten dieses Gebietes vorlagen, mussten wir alle für die Analyse notwendigen Objekte digitalisieren. Dabei handelte es sich um eine manuelle Digitalisierung mit den von ArcInfo zur Verfügung gestellten Werkzeugen.

Dateneditierung und Topologiebildung:
Im Anschluss an die Digitalisierung wurden in einem zweiten Schritt aufgetretene Fehler, wie z.B. falsch vergebene ID's, Fehler bei der Erfassung von Node und Vertex oder Redundanzen in der Topologie (Spaghettitopologie) korrigiert .

Datenanalyse:

Teilprobleme:

Festlegung der Analyseabfolge:

Folgendes Bild zeigt den vereinfachten Ablauf der Analyse in ArcInfo:
 
 



Ablauf in ArcInfo

Evaluierung der Analyseergebnisse:

Die Überprüfung der möglichen Standorte der Ökowohnsiedlung wurden vor Ort durch eine zweitägige Feldbegehung durchgeführt. Dabei konnten von anderen Gruppen folgende sinnvolle oder weniger sinnvolle Erkenntnisse gewonnen werden (Zitate):

Selbstgewonnene Erkenntnisse: Visualisierung:
Die folgende  Darstellung entstand im Arcview GIS, Version 3.0a. Die möglichen Standorte für eine Ökowohnsiedlung, nach oben erwähnten Kriterien, sind in der Farbe Rosa dargestellt. Diese Farbe veranschaulicht sowohl die thematische Nähe zu den für die bereits existierenden Siedlungsflächen gewählten Legendenfarben, als auch die Abgrenzung zu den restlichen Nutzungsarten.

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