PS Grundlagen der angewandten Geoinformation

SS 1999

Mag. D. Gruber & Mag. A. Riedl

DAS TEAM  | DAS PROJEKT  | STANDORTKRITERIEN | DATEN | ANALYSE| ERGEBNIS



 
 

DAS TEAM:

NORBERT GELBMANN
ROBERT MUSIL
ROBERT SAUL


DAS PROJEKT:

Standortsuche für eine Müllverbrennungsanlage im Bereich Wels


STANDORTKRITERIEN:

Vorgeschichte:

Nach zahlreichen Telefonaten mit Institutionen und Organisationen die sich mit Abfallverwertung und Restmüllbehandlung beschäftigen, wurden wir an die AVN - Abfallverwertung Niederösterreich Planungsgesmbh. verwiesen, die uns auch bereitwillig und prompt Informationsmaterialen zuschickte. Die AVN hat selbst im letzten Jahr eine Standortvoruntersuchung für eine thermische Abfallverwertungsanlage durchgeführt. Die Machbarkeitsstudie der AVN dient uns, bei der Wahl der Standortkriterien unseres Projektes, als Grundlage. Die in Folge angeführten Werte und Parameter sind der Standortanalyse der AVN entnommen.
 

ANORDNUNG DER ANLAGE

Vorgesehen ist eine maximale Höhe der Anlage von ca. 30m, eine Länge von ca. 135-160m und eine Höhe des Kamines von ca. 40m. Als Gesamtfläche werden ca. 6ha benötigt (einschließlich Nebenanlagen, Verkehrs-und Grünflächen).

Gesamtfläche 6ha
Hangneigung maximal 2%
 

VERKEHR
Nahezu der gesamte Restmüll soll über die Bahn angeliefert werden. Die verbleibende Menge (aus der unmittelbaren Umgebung) an Müll soll über die Straße angeliefert werden. Da der Raum Gunskirchen/Wels über ein dichtes Straßennetz verfügt, war es nicht notwendig, eine maximale Distanz des Standortes von höherangigen Verkehrswegen zu berechnen. Der Bau von Zufahrtswegen für kurze Distanzen ist im Planungsbudget enthalten. Das höherrangige Straßennetz wurde mit geringen Werten gepuffert, damit dieses nicht durch die Müllverbrennungsanlage unterbrochen wird. Niederrangige Straßen werden nicht berücksichtigt, da diese im Falle des Verlaufs durch den zukünftigen Standort umgeleitet werden können.

Bahnanschluß in einem Umkreis von 1000 Meter
Straßennetz:

- Autobahn wurde mit 20 Meter
- Straßen 1. Ordnung mit 10 Meter
- Straßen 2. Ordnung mit 8 Meter gepuffert
ENERGIENUTZUNG/VERBRAUCH
Aufgrund der in der Restmüllmenge enthaltenen Energie (Heizwert) soll darauf geachtet werden daß standortspezifisch eine Optimierung der Energienutzung ermöglicht wird. Daher soll unter den potentiellen Standorten jene in Betracht gezogen werden, die eine möglichst geringe Distanz zu größerern Siedlungen mit dichtverbauten Wohngebieten aufweisen. Aufgrund fehlender fehlender Bevölkerungsdaten konnten wird keine Pufferung durchführen. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, daß von den sechs potentiellen Standorte die drei Nordöstlichsten für die Nutzung der Fernwärme in Frage kommen.

Nutzung der Fernwärme für Siedlungen
 

WASSER
Um zusätzliche Investitionen zu vermeiden, sollten Wasserzuleitungen für die geplante Anlage aus unmittelbarer Nähe verfügbar sein. Als zusätzliche Bedingung legten wir fest daß kein Fluß den Standort durchschneiden soll.

Flüsse in einer maximalen Entfernung von 250 Metern
minimale Distanz zu einem Fluß von 10 Metern
 

SIEDLUNG
Aus humanökologischen Gesichtspunkten ist eine Mindestentfernung der Anlage zu Wohngebieten erforderlich.

Mindestentfernung von Orten von 200 Metern

WIND
Aufgrund modernster Filtertechniken (siehe Studie AVN) sind die, bei der Verbrennung entstandenen Emissionen, so gering daß Windrichtung und Windstärke keinerei Einfluß auf die Standortsuche haben.

DATEN:

Die benötigten Grunddaten, die für die Analyse unseres Projektes notwendig sind, generieren wir einerseits aus den vom BEV bereitgestellten Layern der ÖK 50, Blatt 49 - Wels (Geometriedaten), sowie von der AVN (Standortkriterien - Sachdaten) und nicht zuletzt von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Wind - Sachdaten).
GEOMETRIEDATEN
Die verschiedenen Layer der ÖK wurden mit dem Softwarepaket Arcinfo von uns digitalisiert. Dabei erstellten wir folgende Coverages:
 
NAME
INHALT
TOPOLOGIE
label8
Buschwerk, Pumpstationen, Quellen, Reservoires 
Punkte
gew8 
Flüsse, Ufergrenzen von Teichen 
Linien 
ver8
Straßen, Wege, Bahnlinien, Stromleitung
Linien
nut8
Siedlungs-, Wald-, Ufergrenzen von Teichen
Linien
nut8p
Siedlungs-, Wald-, Teichflächen
Flächen
 


ANALYSE:

Befehlskette
Ablaufdiagramm



 

ERGEBNIS:

ARBEITSKARTE





Das Endergebnis der Analyse umfasst drei potentielle Standorte. Die Standorte 1 und 2 liegen nordwestlich von Gunskirchen, der Standort 3 liegt Nordwestlich von Wels. Obwohl Standort 3 an der Autobahn liegt, ziehen wir, die Geoanalysten, die beiden südlicheren Standorte vor. Die Nähe des Standort 3 zu der Stadt Wels dürfte starken politischen Widerstand von Bürgerinitiativen hervorrufen.
Die letzte Entscheidung über den konkreten Standort der Müllverwertungsanlage obliegt allerdings den zuständigen politischen Gremien, und ist im Zuge einer konsensorientierten Diskussion mit den verschiedenen Interessensgruppen zu suchen.



last updated 1999-11-05  Robert SAUL | Norbert GELBMANN | Robert MUSIL