Das Projekt

Zu Kelsens juristischen Arbeiten existiert eine unüberblickbare Menge an Literatur; sein Leben ist dagegen bis jetzt nur wenig untersucht worden. Aus diesem Grund haben die seinerzeitigen Geschäftsführer des Hans Kelsen-Instituts (HKI) in Wien ao.Prof. Dr. Thomas Olechowski eingeladen, eine solche Biographie zu verfassen. Das Projekt kooperiert eng mit der Hans Kelsen-Forschungsstelle in Freiburg i.Br., die eine Gesamtausgabe der Werke Kelsens in Angriff genommen hat.

 

2006 bewilligte der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) eine finanzielle Unterstützung für das erste Teilprojekt, welches den Zeitraum 1881 bis 1940 umfasst und bis 2010 lief (FWF-Projekt Nr P 19287-G14); 2011 wurde ein Folgeprojekt für die Jahre 1940-1973 bewilligt, mit welchem die Forschungen bis 2015 fortgeführt wurden (FWF-Projekt Nr P 23747-G16). Im Rahmen dieser Projekte wurde untersucht, welche historischen Faktoren bestimmend für das Leben und somit auch für das Werk Kelsens waren. Standen beim ersten Teilprojekt noch die jüdische Herkunft Kelsens, der Zusammenbruch der Monarchie, das gesellschaftliche Umfeld im Wien der Zwischenkriegszeit und das Aufkommen autoritärer und faschistischer Regime im Mittelpunkt der Arbeiten, so befasste sich das zweite Teilprojekt u.a. mit den großen persönlichen Schwierigkeiten, denen Kelsen bei seiner Emigration in die USA 1940 ausgesetzt war, mit der amerikanischen Universitätslandschaft in der Mitte des 20. Jahrhunderts, mit Kelsens Wirken in den Vereinigten Staaten, dem großen Erfolg, der ihm vor allem bei seinen Vortragsreisen nach Lateinamerika zuteil wurde, wie auch überhaupt mit dem Widerhall, den die Reine Rechtslehre weltweit erfuhr.
 

Bericht in "Der Standard", 3. März 2010

 

Ö1-Sendung "Dimensionen", 27. April 2009 (mp3-Datei)

 

Interview in "Die Universität", 20. September 2007