„Dating Korea“ – Ein Rückblick
Ein „Date“ mit Korea. Also dieses eher unbekannte Land im Herzen Ostasiens einmal aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und näher kennen lernen. Diese Möglichkeit bot Ende Mai / Anfang Juni „Dating Korea“, eine Reihe von Veranstaltungen, die von der Koreanologie der Universität Wien und der Studienvertretung gemeinsam organisiert wurden.
Von traditioneller Musik, über Diskussionen und Filmabende wurde ein abwechslungsreiches Programm angeboten.
Link zum Veranstaltungsplakat.
Traditionelle Koreanische Musik
Den Anfang bildete eine Woche, die ganz der traditionellen Musik Koreas gewidmet war. Zu diesem Zweck waren zwei Musikerinnen aus Korea zu Gast in Wien, um uns im Rahmen von Workshops in die Kunst des Musizieren, Singens und Tanzens einzuweisen.
Am Montag, den 21. Mai gab es im Rahmen des Proseminars von Prof. Dormels einen ersten Überblick über die Arten der Musik in Korea sowie die dabei verwendeten traditionellen Musikinstrumente.
Bereits am Dienstagabend konnten die Studenten die verschiedenen Instrumente unter fachkundiger Anleitung selbst ausprobieren.
Leider spielte das Wetter nicht mit und wir mussten das Musizieren in unsere Unterrichtsräume verlegen, was der guten Stimmung jedoch nicht schadete.
Am Donnerstag folgte, diesmal bei schönem Wetter ein Workshop zum Thema Gesang.
Am Freitag wurde getanzt und wir konnten unser im Laufe der Woche erlernten Fähigkeiten an diversen Trommeln und Gongs noch einmal unter Beweis stellen.
Nordkorea: Einblicke
In der darauf folgenden Woche entführte uns ein Vortrag von Luca Faccio in das unzugängliche und unbekannte Nordkorea. Der italienische Fotograf war im Rahmen eines Kunstprojekts mehrmals nach Nordkorea gereist. Seine Bilder wurden im Rahmen einer Ausstellung letztes Jahr in Pyeongyang und heuer in Wien in der Kunsthalle am Karlsplatz gezeigt. Bei uns zeigte er eine Menge Fotos und konnte mit seinen unterhaltsamen Hintergrundgeschichten und Reiseberichten unser Wissen über Nordkorea erweitern.
Südkorea: Einblicke
Nach diesem Einblick nach Nordkorea stand als nächstes wieder Südkorea auf dem Programm. Zwei Sekretäre der südkoreanischen Botschaft in Wien gaben uns einen Überblick über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in ihrem Land. Des Weiteren gab es einen Überblick über koreanische Filme und wie insbesondere das Thema „Koreakrieg“ im Laufe der Zeit dargestellt wurde.
Filmabende
In der letzten Woche standen zwei Filmabende auf dem Programm. Beide hatten jeweils ein Motto, wobei es jeweils einen Film gab, der im Korea der Joseon Zeit (von 1392-1910) und einer im modernen Korea angesiedelt war.
Am Montag war das Thema „Der König und seine Diener – In der Joseon Zeit und heute“. Nach dem Film „ 왕의 남자 ( The King and the Clown)“, wurde „ 라디오 스타 ( Radiostar)“ gezeigt. In „The King and the Clown“ geht es um eine Gruppe von Komikern, die es wagen sich über den König und seine Geliebte lustig zu machen und es nun schaffen müssen, ihn zu unterhalten. Ansonsten droht ihnen die Todesstrafe. Doch dann entwickelt der König Gefühle für einen der (männlichen) Komiker.
In „Radiostar“ geht es um einen ehemaligen Musikstar, der sich nur mehr mittels kleiner Auftritte über Wasser hält. Immer an seiner Seite ist jedoch sein Manager, der alles für ihn tun würde. Auch ins Gefängnis zu gehen. Dann wird der Star jedoch als Radio-DJ zu einem kleinen Sender in der Provinz versetzt und erlebt dort allerlei Lustiges und den Beginn einer neuen Karriere.
Das Thema unseres Filamabends am Dienstag war dann „Erotik in der Joseon Zeit und heute“. Den Anfang bildete „ 음란 서생 ( Forbidden Quest)“, ein Film über einen staatlichen Ermittler der auf der Suche nach Kunstfälschern eine Gruppe Männer entdeckt, die erotische Literatur verfassen, was zu dieser Zeit strengstens verboten war. Er findet jedoch Gefallen daran und beginnt selbst Werke zu schreiben. Ihm kommt entgegen, dass er durch seine Affäre mit der Königin stets über neues Material für seine Geschichten verfügt.
Den Abschluss bildete „ 섹즉 시공 ( Sex is zero)“ die koreanische Antwort auf „American Pie“.
Spiele- und Abschlussabend
Einen Ausklang fand das „Date“ dann am Mittwoch, den 06. Juni bei einem gemütlichen Abschlussabend. Während in der Handbibliothek Paduk (vielen als Go bekannt) gespielt wurde, wobei uns zwei Spieler des Go-Vereins dankenswerterweise alles erklärten und hilfreich zur Seite standen, wurde im Seminarraum gegessen, gespielt und gesungen. Nachdem das koreanische Buffet leer geräumt war, ging es daran koreanische Spiele wie Yutnori oder Go-Stop zu spielen. Kurzerhand wurde auch mittels des Institutslaptops und einiger Mikrofone der Unterrichtsraum zum Noraebang (koreanisches Karaoke) umfunktioniert und es wurde, wenn auch durchwegs falsch, begeistert gesungen. Begleitet wurde dieser Abschlussabend, wie auch einige Musikworkshops, von einem Kamerateam des Jugendkanals Okto, die einen Beitrag über unsere Veranstaltungen drehten.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Mitwirkenden und natürlich Besuchern bedanken und freuen uns schon auf ähnliche Veranstaltungen in den kommenden Semestern.
Erstellt von Klaus Marhold